Erklärung medizinischer Begriffe

Aus CK-Wissen
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Hier werden Fachwörter kurz und in Alltagssprache erklärt; wo ein Begriff eine eigene ausführliche Seite hat, führt ein Klick auf das Wort dorthin. Die Kurzerklärungen zu Kopfschmerzformen folgen der Internationalen Kopfschmerzklassifikation ICHD-3, viele allgemeine Begriffe dem Glossar von gesundheitsinformation.de; die Belege stehen unten. Die Erklärungen ersetzen kein Gespräch mit Ärztin oder Arzt.

A - D

  • Agonist – Stoff, der an einer Andockstelle (Rezeptor) eine Wirkung auslöst; Triptane zum Beispiel wirken an Andockstellen für Serotonin.
  • Allodynie – Schmerz durch Reize, die normalerweise nicht wehtun[1], zum Beispiel Berührung oder Haarekämmen.
  • anabol – aufbauend: Stoffwechselvorgänge, bei denen der Körper Substanz aufbaut (Gegenteil: katabol).
  • Anamnese – Gespräch zwischen Ärztin oder Arzt und Patient über die Vorgeschichte und die Beschwerden; der erste Schritt zur Diagnose.[2]
  • Anatomie – Lehre vom Bau des Körpers.
  • Angina Pectoris – „Brustenge“: Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, meist weil Herzkranzgefäße verengt sind und der Herzmuskel zu wenig Blut und Sauerstoff bekommt.[3]
  • angiologisch – die Blutgefäße und ihre Krankheiten betreffend (Angiologie = Lehre von den Gefäßkrankheiten).
  • Anomalie – Abweichung vom Normalen, zum Beispiel eine angeborene Fehlbildung eines Organs oder Blutgefäßes.
  • Antagonist – Gegenspieler: Stoff, der eine Andockstelle blockiert, zum Beispiel Kalziumantagonisten wie Verapamil.
  • Antiepileptika – Mittel gegen epileptische Anfälle; einige werden auch zur Vorbeugung von Kopfschmerzen eingesetzt (zum Beispiel Topiramat und Valproinsäure).
  • Aorta – Hauptschlagader: das größte Blutgefäß des Körpers; sie entspringt aus der linken Herzkammer.
  • Applikation – Verabreichung eines Medikaments, zum Beispiel als Tablette, Spritze oder Nasenspray.
  • Arteria carotis – Halsschlagader.
  • Arterien – Schlagadern: Blutgefäße, die das Blut vom Herzen weg in den Körper führen (Gegenstück: Venen).
  • Aspirin – Name des Originalpräparats mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure.[4]
  • ASS (Acetylsalicylsäure) – Mittel gegen Schmerzen, Entzündung und Fieber aus der Gruppe der NSAR; hemmt die Blutgerinnung.[5] Zur Wirkung bei Cluster-Attacken siehe Gängige Schmerzmittel.
  • Ätiologie – die Ursache(n) einer Krankheit und die Lehre davon.
  • Attackenkupierung (kupieren) – das Beenden einer laufenden Attacke (Akutbehandlung).
  • Aura – bei der Migräne mit Aura: für Minuten anhaltende, vollständig vorübergehende Seh-, Gefühls- oder Sprachstörungen, denen meist der Kopfschmerz folgt.[6]
  • Autoinjektor – Fertigspritze, mit der man sich ein Medikament ohne fremde Hilfe unter die Haut spritzen kann.
  • autonom – selbstständig; in der Medizin oft für Körpervorgänge, die das vegetative (autonome) Nervensystem steuert und die man nicht willentlich beeinflussen kann.[7]
  • autonome Erkrankung – hier: eigenständige Krankheit, die nicht Folge einer anderen Krankheit ist (siehe auch Primärkopfschmerz).
  • Autosuggestion – Selbstbeeinflussung: sich selbst etwas einreden, bewusst oder unbewusst.
  • AV-Blockierung – Herzrhythmusstörung, bei der die Erregung zwischen Vorhöfen und Herzkammern verzögert oder unterbrochen wird; wichtig bei der Behandlung mit Verapamil.
  • bilateral – beidseitig.
  • Bradykardie – zu langsamer Herzschlag: bei Erwachsenen in Ruhe weniger als 60 Schläge pro Minute.[8]
  • cerebral – das Gehirn betreffend (heute meist „zerebral“ geschrieben).
  • CH = Abkürzung für (engl.) Cluster Headache
  • chronic fatigue syndrome – englisch für chronisches Erschöpfungssyndrom (Abkürzung CFS).
  • Chronikerregelung – Regel der gesetzlichen Krankenversicherung zur niedrigeren Belastungsgrenze bei Zuzahlungen für schwerwiegend chronisch Kranke (siehe dort).
  • Chronischer Cluster-Kopfschmerz – Attacken über ein Jahr oder länger ohne Pause oder mit Pausen von weniger als 3 Monaten.[9]
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom – siehe chronic fatigue syndrome.
  • circadian – im Rhythmus von etwa einem Tag (24 Stunden), „zirkadian“; gemeint ist die innere Uhr des Körpers.
  • CK = Abkürzung für Cluster-Kopfschmerz
  • CKS = Abkürzung für Cluster-Kopfschmerz Syndrom
  • Cluster-Migräne – gelegentlich gebrauchte Wortschöpfung für Beschwerden, die Merkmale von Migräne und Cluster-Kopfschmerz zugleich zeigen.
  • Corticosteroide – Kortison und ähnlich wirkende, künstlich hergestellte Wirkstoffe (Kortikoide), die Entzündungen hemmen.[10]
  • CPH Chronisch paroxysmale Hemikranie – seltene Kopfschmerzform mit starken, einseitigen Attacken von 2 bis 30 Minuten, die mehrmals am Tag auftreten, mit ähnlichen Begleitzeichen wie beim Cluster-Kopfschmerz; spricht zuverlässig auf Indometacin an.[11]
  • Darmträgheit – verlangsamte Darmtätigkeit, oft mit Verstopfung (siehe Obstipation).
  • Darmverschluss – Fachbegriff Ileus: Der Darminhalt kann nicht weitertransportiert werden; ein Notfall.
  • Deep brain stimulation (DBS) – englisch für Tiefenhirnstimulation: Eingepflanzte Elektroden geben im Gehirn schwache elektrische Impulse ab.
  • degeneriert – zurückgebildet, verkümmert, abgebaut.
  • Deja-vu – das Gefühl, eine gerade erlebte Situation schon einmal erlebt zu haben.
  • Derivat – chemischer Abkömmling eines Stoffes.
  • Differenzialdiagnose – Abgrenzung von anderen Krankheiten mit ähnlichen Beschwerden, beim Cluster-Kopfschmerz zum Beispiel von Migräne, Trigeminusneuralgie oder paroxysmaler Hemikranie.
  • DOI (Digital Object Identifier) – dauerhafte Kennung eines wissenschaftlichen Artikels; über https://doi.org/ findet man ihn auch dann, wenn sich seine Internetadresse ändert.

E - L

  • Egoismus – Selbstsucht: eigene Interessen ohne Rücksicht auf andere verfolgen.
  • Egomanie – übersteigerte Ichbezogenheit.
  • Egozentrik – Ichbezogenheit: alles auf sich selbst beziehen.
  • Epidemiologie – Lehre von der Verbreitung von Krankheiten in der Bevölkerung (wie viele, wer, wo) und ihren Ursachen.
  • Epilepsie – Erkrankung mit wiederholten Krampfanfällen durch plötzliche, übermäßige Entladungen von Nervenzellen im Gehirn.
  • Epiphyse – Zirbeldrüse: kleine Drüse im Gehirn, die das Hormon Melatonin bildet.
  • Episoden – Zeiträume, in denen Cluster-Attacken auftreten („Clusterepisoden“); beim episodischen Verlauf 7 Tage bis 1 Jahr.[12] Genauer: die Zeit, in der die Attacken regelmäßig mindestens jeden zweiten Tag auftreten[1]; sie dauert meist 2 Wochen bis 3 Monate.[12]
  • Episodischer Cluster-Kopfschmerz – Attacken in Episoden von 7 Tagen bis 1 Jahr, getrennt durch schmerzfreie Zeiten von mindestens 3 Monaten.[12]
  • Evidenz – wissenschaftliche Belege aus gut geplanten, hochwertigen Studien.[13]
  • Exazerbation – Krankheitsschub: vorübergehende, deutliche Verschlechterung einer Krankheit.[14]
  • Falsifikation – Widerlegung einer Annahme (Hypothese) durch Beobachtung oder Experiment.
  • Frontoorbital – Stirn und Augenhöhle betreffend.
  • Gamma Knife – Gerät für die Strahlenchirurgie: Viele feine Strahlen treffen sich punktgenau im Gehirn, ohne dass der Schädel geöffnet wird.
  • Generika – Nachahmerpräparate: Arzneimittel mit demselben Wirkstoff in gleicher Menge wie das Original, nachdem dessen Patentschutz abgelaufen ist.[4]
  • Genetik – Vererbungslehre; zum Cluster-Kopfschmerz siehe dort.
  • Grad der Behinderung (GdB) – Maß im deutschen Sozialrecht dafür, wie stark eine Behinderung die Teilhabe am Leben beeinträchtigt (siehe dort).
  • Hemicrania continua – anhaltender, streng einseitiger Kopfschmerz mit Verschlechterungen und ähnlichen Begleitzeichen wie beim Cluster-Kopfschmerz; spricht zuverlässig auf Indometacin an.[15]
  • Hemikranie – Halbseitenkopfschmerz: auf eine Kopfhälfte beschränkter Kopfschmerz.
  • Holozephaler Kopfschmerz – Kopfschmerz im ganzen Kopf (Gegenteil: einseitig).
  • Horner Syndrom – enge Pupille (Miosis) und hängendes Oberlid (Ptosis) auf einer Seite; beides gehört auch zu den möglichen Begleitzeichen einer Cluster-Attacke.[16]
  • HWS - Halswirbelsäule
  • Hyperbare Sauerstofftherapie – Einatmen von reinem Sauerstoff unter erhöhtem Druck (über 1 bar).[17]
  • Hyperventilation – übermäßig schnelles oder tiefes Atmen; dabei wird zu viel Kohlendioxid abgeatmet.
  • Hypothalamus – kleine Hirnregion im Zwischenhirn, oberstes Steuerzentrum für unbewusste Körpervorgänge und Hormone.[18]
  • Hypothese – Annahme, die noch durch Beobachtung oder Experiment geprüft werden muss (siehe auch Falsifikation).
  • Intramuskulär – in den Muskel (Spritze, abgekürzt i. m.).
  • intraorbital – innerhalb der Augenhöhle.
  • Intravenös – in die Vene (Spritze oder Infusion, abgekürzt i. v.).
  • Inzidenz – Zahl der Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum, zum Beispiel pro Jahr und 100.000 Menschen.
  • ipsilateral – auf derselben Seite, zum Beispiel das tränende Auge auf der Seite des Schmerzes.[16]
  • Kalte Attacken – Begriff aus Betroffenenkreisen, der unterschiedlich gebraucht wird, meist für Anzeichen einer Attacke ohne oder mit nur leichtem Schmerz (siehe dort).
  • Kalzium – Mineralstoff (chemisches Zeichen Ca), wichtig für Knochen und Zähne und für die Erregung von Muskeln und Nerven. Kalziumantagonisten wie Verapamil bremsen den Einstrom von Kalzium in bestimmte Zellen.
  • Kalziumantagonisten – Medikamente, die Kalziumkanäle an Zellen blockieren; beim Cluster-Kopfschmerz vor allem Verapamil (siehe dort).
  • Kapillargefäße – Haargefäße: die feinsten Blutgefäße zwischen Arterien und Venen; über ihre dünne Wand tauschen Blut und Gewebe Sauerstoff und Nährstoffe aus.
  • katabol – abbauend: Stoffwechselvorgänge, bei denen Körpersubstanz abgebaut wird (Gegenteil: anabol).
  • kausal – ursächlich; eine kausale Behandlung setzt an der Ursache an, eine symptomatische lindert die Beschwerden.
  • Kausalität – Zusammenhang von Ursache und Wirkung.
  • Knöchelödeme – Schwellungen an Knöcheln und Füßen durch Wasser im Gewebe; eine mögliche Nebenwirkung gefäßerweiternder Mittel wie Verapamil.
  • konjunktivale Injektion - Bindehautrötung; eines der möglichen Begleitzeichen einer Cluster-Attacke auf der Schmerzseite.[16]
  • kontralateral – auf der gegenüberliegenden Seite.
  • Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch – Kopfschmerz an 15 oder mehr Tagen im Monat, der bei einer bestehenden Kopfschmerzerkrankung durch zu häufige Einnahme von Akutmitteln über mehr als 3 Monate entsteht.[19]
  • Korrelat – Entsprechung: ein Befund, der zu einer Beschwerde passt, zum Beispiel eine im Bild sichtbare Veränderung als Korrelat eines Symptoms.
  • kranial – zum Kopf gehörend, kopfwärts.
  • kupiert – abgebrochen: eine Attacke „kupieren“ heißt, sie mit einem Akutmittel zu beenden.
  • Lacrimation – Tränenfluss (deutsch meist „Lakrimation“); ein mögliches Begleitzeichen der Cluster-Attacke auf der Schmerzseite.[16]

M - P

  • Medikation – die verordneten oder eingenommenen Arzneimittel, auch das Verordnen selbst. Die Mittel beim Cluster-Kopfschmerz stehen unter Cluster-Kopfschmerz Medikationen.
  • Migräne – häufige Kopfschmerzerkrankung mit Attacken von 4 bis 72 Stunden, oft einseitig und pulsierend, mit Übelkeit und/oder Licht- und Lärmempfindlichkeit.[20]
  • Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) – sozialrechtliches Maß für die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit durch eine dauerhafte Krankheit (siehe dort).
  • Miosis – Verengung der Pupille; auf der Schmerzseite ein mögliches Begleitzeichen der Cluster-Attacke.[16]
  • Morphologie – Lehre von Gestalt und Bau, zum Beispiel von Organen oder Geweben.
  • Mukosakontaktpunkt-Kopfschmerz – im Anhang der Kopfschmerzklassifikation beschriebener Kopfschmerz durch Berührung von Schleimhautflächen in der Nase (siehe dort).
  • Nasal – über die Nase, zum Beispiel als Nasenspray.
  • Nervus occipitalis major – großer Hinterhauptsnerv; Ansatzpunkt der Blockade am Hinterkopf.
  • Nitroglyzerin-Provokationstest – Test, bei dem während einer Clusterepisode mit Nitroglyzerin eine Attacke ausgelöst wird; ethisch umstritten (siehe dort).
  • NSAIDs Non-steroidal anti-inflammatory drugs – englische Bezeichnung für NSAR.[21]
  • NSAR Nicht Steroidale Anti-Rheumatika – Mittel gegen Schmerzen, Entzündung und Fieber ohne Kortison, zum Beispiel ASS, Ibuprofen oder Diclofenac.[21]
  • obsolet – veraltet, überholt, nicht mehr gebräuchlich.
  • Obstipation – Verstopfung.[22]
  • obstruktiv – verengend, verschließend (zum Beispiel bei der obstruktiven Schlafapnoe: Verschluss der oberen Atemwege im Schlaf).
  • Ödem – Wasseransammlung im Gewebe, sichtbar als Schwellung (zum Beispiel ein geschwollenes Augenlid).
  • Off-Label-Use – Einsatz eines Medikaments außerhalb seiner Zulassung, also bei einer anderen Krankheit oder Personengruppe.[23]
  • Okzipitale Nervenstimulation – Elektroden unter der Haut am Hinterkopf reizen den großen Hinterhauptsnerv mit schwachem Strom.
  • Ophthalmologie – Augenheilkunde.
  • Opiate – starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide[24]; zur Rolle beim Cluster-Kopfschmerz siehe dort.
  • Oral – über den Mund, zum Beispiel als Tablette oder Saft.[25]
  • Orbita – Augenhöhle; „orbital“ ist neben „supraorbital“ und „temporal“ ein typischer Schmerzort beim Cluster-Kopfschmerz.[16]
  • pacemaker – englisch „Schrittmacher“; hier: der Taktgeber der inneren Uhr.
  • Paralyse (Paralysis) – vollständige Lähmung.
  • Parasympathikus – Teil des vegetativen Nervensystems, zuständig für Ruhe, Erholung und Verdauung; Gegenspieler des Sympathikus.[26] Tränen und laufende Nase bei einer Cluster-Attacke sind parasympathische Begleitzeichen.[27]
  • parasympathisch – den Parasympathikus betreffend.
  • Paroxysmal – anfallsartig.
  • Pathogenese – Entstehung und Entwicklung einer Krankheit.
  • Pathophysiologie – Lehre davon, wie Körperfunktionen bei einer Krankheit verändert sind.
  • Patient – Mensch in ärztlicher Behandlung (lateinisch patiens = erduldend).
  • Peristaltik – wellenförmige Muskelbewegung, die den Speisebrei durch den Verdauungstrakt schiebt.
  • perivaskuläres Ödem – Schwellung durch Wasser im Gewebe unmittelbar um ein Blutgefäß herum (peri = um … herum).
  • Persönlichkeitsspaltung – umgangssprachlicher Ausdruck. Er wird oft mit Schizophrenie gleichgesetzt; das ist falsch, denn Menschen mit Schizophrenie haben keine „gespaltene Persönlichkeit“.[28]
  • Physiologie – Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des Körpers.
  • Placebo – Scheinmedikament ohne Wirkstoff; in Studien der Vergleich, an dem sich die echte Wirkung eines Mittels zeigen muss.[29]
  • Plexus caroticus – Geflecht vegetativer (sympathischer) Nervenfasern, das die Halsschlagader umgibt.
  • Posterior = dahinter liegend
  • Prävalenz – Anteil der Menschen, die zu einem Zeitpunkt oder in einem Zeitraum eine bestimmte Krankheit haben (Zahlen zum Cluster-Kopfschmerz: siehe dort).
  • Primärkopfschmerz – Kopfschmerz, der selbst die Krankheit ist und nicht Folge einer anderen Erkrankung, zum Beispiel Migräne oder Cluster-Kopfschmerz; Gegenteil: sekundärer Kopfschmerz.[30][1]
  • Prophylaxe – Vorbeugung: Behandlung, die Attacken seltener oder schwächer machen soll.
  • Protonen – positiv geladene Wasserstoff-Teilchen (H+); je mehr davon in einer Flüssigkeit, desto saurer ist sie. Die Magenschleimhaut gibt Protonen ab und bildet so Magensäure; Protonenpumpenhemmer bremsen das.
  • Psychopath – veralteter, heute abwertend gebrauchter Ausdruck; die Fachsprache spricht von Persönlichkeitsstörungen.
  • Ptosis – hängendes Oberlid; auf der Schmerzseite ein mögliches Begleitzeichen der Cluster-Attacke.[16]
  • Pulmonal – die Lunge betreffend.

R - Z

  • Randomisierte kontrollierte Studie – Studie, in der der Zufall entscheidet, wer welche Behandlung bekommt; so ist ein fairer Vergleich möglich.[31]
  • Remission – Nachlassen oder vorübergehendes Verschwinden der Krankheitszeichen, ohne dass die Krankheit geheilt ist; beim episodischen Cluster-Kopfschmerz die schmerzfreie Zeit zwischen zwei Episoden (mindestens 3 Monate).[12]
  • Renal - Die Nieren betreffend
  • Reservemedikament – Medikament für den Fall, dass die üblichen Mittel nicht ausreichen.
  • Resorption ist die Aufnahme eines Moleküles in den Körperkreislauf
  • respiratorische Alkalose – zu wenig Kohlendioxid und dadurch zu wenig Säure im Blut, meist durch zu schnelles oder zu tiefes Atmen (Hyperventilation).
  • Restschmerz – nach einer Cluster-Attacke verbleibender Schmerz im Schmerzgebiet. Laut Kopfschmerzklassifikation zählt ein leichter, nicht pulsierender Schmerz ohne Begleitzeichen nach der Attacke nicht mehr zur Attacke.[1]
  • retroorbital – hinter der Augenhöhle.
  • Rezeptor – Andockstelle an einer Zelle, an der Botenstoffe oder Medikamente wirken.
  • Schizophrenie – psychische Erkrankung mit Phasen (Psychosen), in denen Betroffene die Welt anders wahrnehmen, etwa Stimmen hören oder sich verfolgt fühlen. Sie ist keine „gespaltene Persönlichkeit“.[28]
  • Schlaganfall – plötzliche Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn; ein Notfall (Notruf 112).[32]
  • Schmerzskala – Skala zur Einstufung der Schmerzstärke (siehe dort).
  • Segmente C2/C3 – Abschnitte des Rückenmarks mit den zugehörigen Nervenwurzeln in Höhe des zweiten und dritten Halswirbels; aus ihnen stammen unter anderem Nerven, die den Hinterkopf versorgen.
  • Sensorisch – die Sinneswahrnehmung betreffend.
  • Serotonin – Botenstoff, der an vielen Stellen im Körper wirkt, unter anderem auf Stimmung, Appetit und Schlaf-Wach-Rhythmus.[33]
  • Sinus – Höhle oder Ausbuchtung, zum Beispiel eine Nasennebenhöhle oder ein großer Blutleiter für Venenblut im Schädel.
  • Sinus Cavernosus – mit Venenblut gefüllter Raum seitlich im Schädelinneren, durch den die innere Halsschlagader und mehrere Hirnnerven ziehen.
  • Sistieren - unterbrechen, vorläufig einstellen
  • SPG-Stimulation – Stimulation des Ganglion sphenopalatinum (eines Nervenknotens hinter der Nase) mit einem kleinen Implantat.
  • Splitting Image – englischer Ausdruck, der auf der verlinkten Seite als „Modewort für Schizophrenie“ beschrieben wird; eine „Spaltung“ der Persönlichkeit liegt bei Schizophrenie aber nicht vor.[28]
  • Step-Down-Therapie – Behandlung, die mit einer hohen Dosis beginnt und schrittweise auf die niedrigste wirksame Dosis verringert wird.
  • Sterile Entzündung – Entzündung ohne Krankheitserreger.
  • Stroke – englisch für Schlaganfall.
  • subcutan – unter die Haut (abgekürzt s. c.), zum Beispiel eine Spritze in das Unterhautgewebe.[34]
  • sukzessive – nach und nach, schrittweise.
  • SUNCT-Syndrom – seltene Kopfschmerzform mit sehr kurzen, einseitigen Attacken (1 Sekunde bis 10 Minuten), meist mit Augenrötung und Tränenfluss.[35]
  • supraorbital – oberhalb der Augenhöhle; neben „orbital“ und „temporal“ (Schläfe) ein typischer Schmerzort beim Cluster-Kopfschmerz.[16]
  • Sympathikus – Teil des vegetativen Nervensystems, der den Körper auf Leistung einstellt (zum Beispiel schnellerer Herzschlag und schnellere Atmung); Gegenspieler des Parasympathikus.[36]
  • sympathisch – den Sympathikus betreffend.
  • Symptomatischer Cluster-Kopfschmerz – Beschwerden wie beim Cluster-Kopfschmerz, die aber Folge einer anderen Erkrankung sind (sekundärer Cluster-Kopfschmerz).
  • Syndrom – Gruppe von Krankheitszeichen, die häufig gemeinsam auftreten und vermutlich dieselbe Ursache haben.[37]
  • synergistisch – zusammenwirkend, sich gegenseitig verstärkend.
  • Therapeutische Nervenblockade – Unterbrechung der Reizleitung eines Nervs, zum Beispiel durch eine Spritze mit örtlichem Betäubungsmittel.
  • TIA – transitorische ischämische Attacke: vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn, deren Zeichen innerhalb von 24 Stunden verschwinden; kann Vorbote eines Schlaganfalls sein.[38]
  • Tiefenhirnstimulation – Eingepflanzte Elektroden geben im Gehirn schwache elektrische Impulse ab.
  • Trigemino-autonome Kopfschmerzerkrankungen (TAK) – Gruppe einseitiger Kopfschmerzen mit Begleitzeichen auf der Schmerzseite wie Tränen, Augenrötung oder laufender Nase; dazu gehören Cluster-Kopfschmerz, paroxysmale Hemikranie, SUNCT/SUNA und Hemicrania continua.[27]
  • Trigeminus – der fünfte Hirnnerv (Nervus trigeminus); er versorgt mit drei Ästen das Gesicht mit Gefühl.
  • Trigeminusneuralgie – einseitiger Gesichtsschmerz mit kurzen, stromstoßartigen Attacken, meist durch harmlose Reize ausgelöst.[39]
  • Trigger – Auslöser von Beschwerden[40]; beim Cluster-Kopfschmerz lösen zum Beispiel Alkohol, Histamin oder Nitroglyzerin Attacken während einer Episode aus.[16]
  • Triptan – Medikamentengruppe gegen Migräne- und Cluster-Attacken, zum Beispiel Sumatriptan und Zolmitriptan.
  • unilateral – einseitig: links oder rechts, ohne die Mittellinie zu überqueren.[1]
  • vaskulär – die Blutgefäße betreffend.
  • Vasodilatation – Erweiterung von Blutgefäßen (Gegenteil: Vasokonstriktion).
  • vasogen – von den Blutgefäßen ausgehend.
  • Vasokonstriktion – Verengung von Blutgefäßen.
  • Vegetativ – unwillkürlich, vom vegetativen Nervensystem gesteuert.
  • vegetatives Nervensystem – der Teil des Nervensystems, der Vorgänge wie Herzschlag, Verdauung und Stoffwechsel steuert, die man nicht mit dem Willen lenken kann; auch „autonomes Nervensystem“.[7]
  • venöses Blut – Blut in den Venen des Körperkreislaufs: Es hat einen großen Teil seines Sauerstoffs an das Gewebe abgegeben und fließt zum Herzen zurück.
  • Vererblichkeit des Clusterkopfschmerzes – ausführlich auf der Seite Cluster-Kopfschmerz und Genetik.
  • Voxel-basierte Morphometrie – Verfahren, das in Aufnahmen des Gehirns (MRT) die Größe von Hirnregionen genau vermisst.
  • Zervikogener Kopfschmerz – Kopfschmerz, der durch eine Störung der Halswirbelsäule oder der Weichteile am Hals verursacht wird, meist mit Nackenschmerzen.[41]

Siehe auch:

  • http://www.labtestsonline.de (Stand 23.09.2026: leitet heute auf ein anderes Gesundheitsportal, krank.de, weiter) - Online Recherchesystem für medizinische Labortests und Glossar medizinischer Fachbegriffe


Belege zu den Kurzerklärungen

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Glossar. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026. Zu „Attackendauer“ wörtlich: „Nach einer Migräne oder einer Clusterkopfschmerzattacke kann ein leichter nicht-pulsierender Schmerz ohne Begleitsymptome persistieren. Dieser ist nicht Teil der Attacke und wird zur Bestimmung der Attackendauer nicht herangezogen.“
  2. ↑ Anamnese. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  3. ↑ Angina Pectoris. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  4. ↑ 4,0 4,1 Generika. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  5. ↑ Acetylsalicylsäure. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  6. ↑ 1.2 Migräne mit Aura. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  7. ↑ 7,0 7,1 vegetatives Nervensystem. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  8. ↑ Bradykardie. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  9. ↑ 3.1.2 Chronischer Clusterkopfschmerz. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  10. ↑ Kortison. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  11. ↑ 3.2 Paroxysmale Hemikranie. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  12. ↑ 12,0 12,1 12,2 12,3 3.1.1 Episodischer Clusterkopfschmerz. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  13. ↑ Evidenz. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  14. ↑ Exazerbation. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  15. ↑ 3.4 Hemicrania continua. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  16. ↑ 16,0 16,1 16,2 16,3 16,4 16,5 16,6 16,7 16,8 3.1 Clusterkopfschmerz. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  17. ↑ Hyperbare Sauerstofftherapie. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  18. ↑ Hypothalamus. DocCheck Flexikon. Abgerufen am 23. September 2026. Wörtlich: „Der Hypothalamus ist ein lebenswichtiger Teil des Diencephalons (Zwischenhirns).“
  19. ↑ 8.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf einen Medikamentenübergebrauch. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  20. ↑ 1.1 Migräne ohne Aura. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  21. ↑ 21,0 21,1 NSAR. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  22. ↑ Obstipation. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  23. ↑ Off-Label-Use. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  24. ↑ Opioide. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  25. ↑ oral. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  26. ↑ Parasympathikus. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  27. ↑ 27,0 27,1 3. Trigemino-autonome Kopfschmerzerkrankungen (TAK). In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026. Einleitung: Die TAK „teilen die klinischen Merkmale, dass sie einseitig auftreten und in der Regel von parasympathischen autonomen Symptomen im Kopfbereich begleitet werden“.
  28. ↑ 28,0 28,1 28,2 Schizophrenie. gesundheitsinformation.de (IQWiG). Abgerufen am 23. September 2026. Wörtlich: „Mit dem Begriff wird oft die Vorstellung einer ‚gespaltenen Persönlichkeit‘ verbunden. Dies ist jedoch falsch und befördert Vorurteile gegenüber Menschen mit Schizophrenie“.
  29. ↑ Placebo. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  30. ↑ Teil I: Primäre Kopfschmerzen. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  31. ↑ randomisierte kontrollierte Studie. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  32. ↑ Apoplex. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  33. ↑ Serotonin. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  34. ↑ subkutan. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  35. ↑ 3.3 Short-lasting unilateral neuralgiform headache attacks. In: Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3), deutsche Fassung. International Headache Society. Abgerufen am 23. September 2026.
  36. ↑ Sympathikus. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
  37. ↑ Syndrom. gesundheitsinformation.de (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWiG), Glossar. Abgerufen am 23. September 2026.
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