Vegetatives Nervensystem

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Bezeichnung für ein hochkomplexes Körpersystem (auch autonomes oder viszerales Nervensystem genannt), welches autonom Organfunktionen kontrolliert, die unbewusst und unwillkürlich ablaufen (z.B. Herz, Kreislauf, Atmung, Verdauung, Drüsenaktivität und vieles mehr).

Beim vegetativen Nervensystem unterscheidet man drei Teile:

1. Sympathikus

2. Parasympathikus

Beide Teilsysteme verhalten sich als Antagonisten zueinander und spielen beim Cluster-Geschehen die Hauptrolle! Zum Beispiel wirkt sympathische Stimulation erweiternd auf die Pupille des Auges, während parasympathische Stimulation das Gegenteil bewirkt.

Siehe auch > Miosis

Der Cluster-Kopfschmerz gilt heute als neurologische Erkrankung und nicht als angiologische Erkrankung, wie früher angenommen wurde; auch die vaskuläre Komponente wird auf das Nervensystem zurückgeführt (> Kausalität). Vollständig verstanden ist seine Entstehung aber noch nicht.[1]

3. Das Darmwand-Nervensystem, welches wir vernachlässigen können.


Die Begleitzeichen beim Cluster-Kopfschmerz

Was die Klassifikation verlangt: Während der Attacke muss auf der Schmerzseite mindestens eines dieser Zeichen auftreten – oder die Betroffenen sind unruhig und getrieben: rotes und/oder tränendes Auge, verstopfte und/oder laufende Nase, geschwollenes Lid, Schwitzen an Stirn oder Gesicht, enge Pupille und/oder hängendes Lid.[2]

Drei Gruppen von Zeichen: Eine Auswertung der Angaben von 157 Menschen mit Cluster-Kopfschmerz fand, dass die Zeichen in drei Gruppen zusammen auftreten:[3]

Gruppe Zeichen Deutung der Autoren
1 Tränen, rotes Auge, laufende Nase Parasympathikus wird aktiviert
2 enge Pupille, hängendes Lid Ausfall des Sympathikus (siehe Horner Syndrom)
3 verstopfte Nase, geschwollenes Lid, Schwitzen an der Stirn Folge der parasympathischen Aktivierung

Wie oft welches Zeichen? In einer Studie mit 78 Menschen aus einer ungarischen Kopfschmerzambulanz: Tränen 83 %, rotes Auge 67 %, laufende Nase 56 %, hängendes Lid 48 %, verstopfte Nase 43 %, enge Pupille 7 %. Zwei der 78 hatten typische Attacken ganz ohne solche Zeichen.[4]

Einzelnachweise

  1. ↑ May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30 (10): 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405.  S. 2956: „The cluster headache pathophysiology is not fully understood and is a topic of a number of research investigations.“
  2. ↑ ICHD-3 (deutsche Fassung), 3.1 Clusterkopfschmerz, Kriterium C: „konjunktivale Injektion und/oder Lakrimation – nasale Kongestion und/oder Rhinorrhoe – Lidödem – Schwitzen im Bereich der Stirn oder des Gesichtes – Miosis und/oder Ptosis – körperliche Unruhe oder Agitiertheit“. Gelesen am 23.09.2026.
  3. ↑ Gouveia RG, Parreira E, Pavão Martins I (2005). "Autonomic features in cluster headache. Exploratory factor analysis". J Headache Pain 6 (1): 20–23. doi:10.1007/s10194-005-0146-5. PMID 16362187.  Frei lesbar (PMC3451958). Im Wortlaut: „parasympathetic activation (lacrimation, conjunctival injection and rhinorrhoea), sympathetic defect (miosis and ptosis) and parasympathetic mediated effect (nasal congestion, eyelid oedema and forehead sweating)“. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.
  4. ↑ Ertsey C, Vesza Z, Bangó M u. a. (2012). "[Prospective study of the clinical features of cluster headache]". Ideggyogy Sz 65 (9-10): 307–314. PMID 23126215.  Artikel auf Ungarisch; Zahlen aus der englischen Zusammenfassung. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.

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