Zervikogener Kopfschmerz

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Der zervikogene Kopfschmerz ist ein Kopfschmerz, den eine Störung der Halswirbelsäule oder der Weichteile am Hals verursacht – meist, aber nicht immer mit Nackenschmerzen.[1]

Kriterien nach ICHD-3 (11.2.1)

Einfacher gesagt:[1]

  1. Es gibt einen Nachweis einer Erkrankung oder Verletzung der Halswirbelsäule oder der Halsweichteile, die als Ursache von Kopfschmerzen bekannt ist – durch Untersuchung und/oder Bildgebung.
  2. Dass sie den Kopfschmerz verursacht, muss sich durch mindestens zwei von vier Hinweisen zeigen:
    • Der Kopfschmerz begann zeitlich passend zur Halserkrankung.
    • Er wurde deutlich besser oder verschwand, als die Halserkrankung besser wurde oder verschwand.
    • Die Halswirbelsäule ist eingeschränkt beweglich, und bestimmte Bewegungen lösen den Kopfschmerz deutlich aus oder verstärken ihn.
    • Eine gezielte Betäubung (diagnostische Blockade) einer Halsstruktur oder ihres Nervs beseitigt den Kopfschmerz.
  3. Keine andere Diagnose erklärt den Kopfschmerz besser.

Nach ICHD-3 reichen typische Merkmale allein nicht aus: Ein streng einseitiger Schmerz, der durch Druck auf die Nackenmuskeln oder Kopfbewegungen ausgelöst wird und von hinten nach vorn ausstrahlt, spricht zwar tendenziell für einen zervikogenen Kopfschmerz, kommt aber auch bei anderen Kopfschmerzen vor. Auch Veränderungen der Halswirbelsäule im Röntgen- oder MRT-Bild sind bei Menschen ohne Kopfschmerz weit verbreitet und beweisen keinen Zusammenhang.[1]


Abgrenzung zum Cluster-Kopfschmerz

Ein Hinweis in den Kriterien ist, dass eine Blockade am Hals den Schmerz beseitigt. Beim Cluster-Kopfschmerz empfiehlt die europäische Leitlinie aber ebenfalls eine Blockade des großen Hinterhauptnervs.[2] Dass eine solche Spritze hilft, spricht deshalb für sich allein nicht für einen zervikogenen Kopfschmerz. Die Merkmale des Cluster-Kopfschmerzes (Dauer 15 bis 180 Minuten, Begleitzeichen an Auge und Nase, Unruhe) stehen auf der Seite Differentialdiagnose.

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 ICHD-3 (deutsche Fassung), 11.2.1 Zervikogener Kopfschmerz. Beschreibung: „Kopfschmerz, der durch eine Störung in der Halswirbelsäule und der zu ihr gehörigen Knochen-, Wirbel- und/oder Weichteilgewebe-Komponenten verursacht wird, gewöhnlich, jedoch nicht unweigerlich begleitet von Nackenschmerzen.“ Anmerkung: „Klinische Zeichen in der Bildgebung der oberen HWS sind bei Patienten ohne Kopfschmerz weit verbreitet; sie können Merkmale eines zervikogenen Kopfschmerzes sein, beweisen aber keinen ursächlichen Zusammenhang.“ Kommentar: Zu den Merkmalen, die ihn tendenziell von Migräne und Spannungskopfschmerz unterscheiden, gehören „ein streng einseitiger Kopfschmerz, die Provokation der typischen Kopfschmerzen durch Fingerdruck auf die Nackenmuskeln und durch Kopfbewegung und einer Schmerzausstrahlung von hinten nach vorne“; diese seien aber „nicht nur diesem vorbehalten“. Abgerufen und geprüft am 23.09.2026.
  2. ↑ May A, Evers S, Goadsby PJ u. a. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30 (10): 2955–2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405.  Im Wortlaut: „Greater occipital nerve block is recommended“. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.

Literatur

  • Goadsby PJ.: Cervicogenic headache: a pain in the neck for some neurologists? Lancet Neurol. 2009; 8(10): 875-877. DOI
  • Bogduk N, Govind J.: Cervicogenic headache: assessing the evidence for clinical diagnosis, invasive tests, and treatment. Lancet Neurol. 2009; 8(10): 959-968. DOI
  • Krämer J, Theodoridis T, Wiese M, Rubenthaler F.: Halswirbelsäule und Kopfschmerz. Nervenheilkunde. 2008; 27(4): 265–267.

Externe Links

ICHD-3: 11.2.1 Zervikogener Kopfschmerz


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