Topiramat

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Topiramat stammt aus der Gruppe der Antiepileptika und eignet sich ebenfalls zur vorbeugenden Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes, der Migräne und des Spannungskopfschmerzes. Auch hier ist wichtig, dass das Medikament langsam aufdosiert werden sollte (25mg/Woche), um Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Zieldosis sind 100-200 mg/Tag, die aber erst nach 3 Wochen erreicht werden. Daher wirkt Topiramat relativ spät und ist daher besser zur Behandlung des chronischen Cluster-Kopfschmerzes oder langer Episoden geeignet.

Nebenwirkungen, die relativ häufig auftreten, sind:

  • Kribbeln in Händen und Füßen. Durch das Essen von kaliumhaltigen Nahrungsmitteln, wie Bananen oder Trockenobst, lässt sich das aber meist gut in den Griff kriegen.
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Treten bei etwa 8-9% der Patienten auf und sind natürlich unangenehm. Letztlich bleibt meist nichts anderes übrig, als das Medikament dann herunter zu dosieren bzw. abzusetzen. Immerhin hat man aber eine Chance, davon verschont zu bleiben und seine Cluster-Kopfschmerzattacken los zu werden.
  • Gewichtsverlust. Der spielt meist nur eine untergeordnete Rolle, da man die Behandlung bei Episodikern in der Regel nur für ein paar Wochen oder Monate durchführt.
  • Weiterhin können Unruhe, Magen-Darm-Beschwerden, Nierensteine und Müdigkeit auftreten. Selten kann es zu Sehstörungen mit Erhöhung des Augeninnendrucks kommen, so dass empfohlen wird beim Auftreten von Schmerzen im Augenbereich einen Augenarzt aufzusuchen und ggf. das Medikament abzusetzen.

Eine ausreichende Trinkmenge unter der Behandlung mit Topiramat ist sehr wichtig. Diese kann das Risiko einer Nierensteinbildung vermindern. Eine ausreichende Trinkmenge vor und während Aktivitäten wie Sport oder Situationen, bei denen Sie sich warmen Temperaturen aussetzen, kann das Risiko hitzebedingter Nebenwirkungen vermindern.

Handelsnamen: Topamax®, Topamax® Migräne, Generika (Gelbe Liste)

Literatur

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Siehe auch

Externe Links