Epilepsie

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Deutsch: "Fallsucht", bei einem epileptischen Anfall kommt es zu einem "Gewitter im Kopf", unkontrollierte Entladungen der Nervenzellen im Gehirn begründen einen Zustand körperlichen Kontrollverlustes.

Nach Schätzungen haben etwa 10 von 100 Menschen irgendwann im Leben mindestens einen epileptischen Anfall. Von einer Epilepsie spricht man erst, wenn Anfälle ohne erkennbaren Auslöser mehrfach auftreten; das betrifft knapp 1 von 100 Menschen.[1] Ungewöhnliche Empfindungen, die ein Mensch vor einem Anfall spürt, etwa ein seltsamer Geruch oder Geschmack oder ein Déjà-vu-Gefühl, nennt man Aura.[2]

Wer einen epileptischen Anfall bei einem anderen Menschen miterlebt, sollte ruhig bleiben und die Person vor Verletzungen schützen: gefährliche Gegenstände aus der Umgebung entfernen und den Kopf polstern, zum Beispiel mit einem Kissen.[1][3][2] Die Person darf während des Anfalls nicht festgehalten werden. Man versucht nicht, ihr den Mund zu öffnen, und steckt ihr nichts in den Mund.[3][2] Nach dem Anfall dreht man sie in die stabile Seitenlage und lässt sie nicht allein, bis sie wieder ganz wach ist.[3][2]

Den Notruf 112 wählen, wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert oder wenn mehrere Anfälle kurz hintereinander auftreten.[1] Auch bei einem ersten Anfall sollte der Rettungsdienst gerufen werden.[3]

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 Epilepsie: Ursachen, Diagnose und Behandlung. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit), Stand 18.10.2024, am 23.09.2026 gelesen. Wörtlich: „Bei einem epileptischen Anfall ist es am wichtigsten, dass Helferinnen und Helfer Betroffene vor Verletzungen schützen und ruhig bleiben. Hält der Anfall länger als fünf Minuten an oder treten mehrere Anfälle in geringem zeitlichem Abstand auf, sollte der Rettungsdienst (Notruf 112) informiert werden.“; „Von Epilepsie wird erst dann gesprochen, wenn mehrfach ohne ersichtlichen Auslöser epileptische Anfälle auftreten. Laut Statistiken kommt dies bei knapp einem von 100 Menschen vor. Rechnet man gelegentliche Anfälle hinzu, haben schätzungsweise etwa 10 von 100 Menschen irgendwann in ihrem Leben mindestens einen epileptischen Anfall.“
  2. ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Anfallkrankheiten. MSD Manual, Ausgabe für Patienten, Autor Bola Adamolekun, Stand März 2026, am 23.09.2026 gelesen. Wörtlich: „Eine Aura (ungewöhnliche Empfindungen) beschreibt, wie sich eine Person fühlt, bevor ein Krampfanfall einsetzt.“; „Eine Aura kann Folgendes umfassen: Ungewöhnliche Geruchs- oder Geschmacksempfindungen, Bauchkribbeln, ein Gefühl, als ob ein neues Erlebnis schon einmal stattgefunden hätte (sogenanntes Déjà-vu) …“; „ein Kissen unter den Kopf legen“; „Sie sollten nicht versuchen, einen Gegenstand (wie einen Löffel) in den Mund des Betroffenen zu platzieren, um die Zunge zu schützen.“; „Personen, die einen Anfall erlitten haben, sollten nicht allein gelassen werden, bis sie völlig wach und nicht mehr verwirrt sind und sich normal bewegen können.“
  3. ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 Krampfanfall, Erste Hilfe. DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin, Patienteninformation, revidiert 17.01.2024, am 23.09.2026 gelesen. Wörtlich: „Entfernen Sie gefährliche Gegenstände aus der Umgebung. Polstern Sie den Kopf.“; „Halten Sie die Person auf keinen Fall fest. Versuchen sie niemals, den Mund freizumachen – auch die Kaumuskulatur kann plötzlich verkrampfen!“; „Drehen Sie die Person dann in die stabile Seitenlage“; „Als Laie oder beim ersten Anfall: Rufen Sie den Rettungsdienst (112).“