Hyperbare Sauerstofftherapie bei Cluster-Kopfschmerz

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Blick in eine Druckkammer: Mehrere Personen sitzen einander gegenüber und atmen über Masken, deren Schläuche von der Decke hängen.
Mehrplatz-Druckkammer

Während einer hyperbaren Sauerstofftherapie wird bei einem Druck, der über dem normalen atmosphärischen Druck liegt, reiner Sauerstoff in einer therapeutischen Druckkammer geatmet.

Andere Bezeichnungen: hyperbare Oxygenierung (HBO), HBO-Therapie; Englisch: hyperbaric oxygen therapy; HBO2, HBOT.

In einer Einpersonendruckkammer besteht die „Kammerluft“ meistens aus dem Atemgas (100% Sauerstoff). In Mehrpersonendruckkammern besteht die Kammerluft in der Regel nicht aus dem Atemgas, der Sauerstoff wird den Patienten über Atemmasken zugeführt. Die üblichen Gesamtdrücke in der Druckkammer betragen dabei zwischen 2,0 und 5,0 bar (normaler atmosphärischer Druck 1,0 bar).

Sauerstoff ist im Blut nahezu vollständig an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gebunden. Nur ein geringer Anteil ist im Blutplasma physikalisch gelöst. Bei Luftatmung sind nur 0,3 Vol% physikalisch im Blut gelöst, bei reiner Sauerstoffatmung erhöht sich der Wert auf 2 Vol% physikalische Lösung. Wird der Körper z.B. beim Tauchen oder im Rahmen der HBO-Therapie unter Druck gesetzt und weiterhin reiner Sauerstoff geatmet, lässt sich bei zwei Atmosphären die Konzentration auf 3 bis 5 Vol% Sauerstofflösung erhöhen, so dass eine Erhöhung des Gesamtsauerstoffgehalts des Blutes von normal 20 Vol% auf ca. 25 Vol% resultiert. Dadurch wird eine Erhöhung des Sauerstoffpartialdrucks in den Körpergeweben erreicht.[1]

Gesetzliche Krankenkassen dürfen die HBO-Therapie bei Cluster-Kopfschmerz in der ambulanten Versorgung nicht oder nur in Ausnahmefällen bezahlen. Grundlage ist ein Beschluss des damaligen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen vom 10.04.2000, in Kraft seit 13.07.2000. In der geltenden Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung ist die hyperbare Sauerstofftherapie als anerkannte Methode allein für die zusätzliche Behandlung des diabetischen Fußsyndroms aufgeführt.[2]

Für privat Versicherte, Beihilfeberechtigte und über die Berufsgenossenschaften Versicherte schreibt der Verband Deutscher Druckkammerzentren, die Kosten würden „je nach Art und Dauer der Erkrankung“ in der Regel ersetzt; die Kostenübernahme solle „auf jeden Fall“ vorab geklärt werden.[3] Private Krankenversicherungen prüfen dabei, ob die Behandlung medizinisch notwendig ist;[3] beim Cluster-Kopfschmerz ist ein Nutzen der Druckkammer nicht belegt (siehe unten). Die Berufsgenossenschaften sind nur für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zuständig.[4]

Studien und Berichte

1989 Weiss

  • Weiss LD, Ramasastry SS, Eidelman BH.: Treatment of a cluster headache patient in a hyperbaric chamber. Headache. 1989 Feb; 29(2): 109-10. PMID 2708039.

Patienten:

  • Eine Patientin, Alter 49 Jahre, seit 26 Jahren Cluster-Kopfschmerz und Migräne
  • Dauer der Episode bei Beginn der Behandlung: 21,5 Monate
  • 3 – 5 schwere Attacken pro Woche
  • Behandlungen mit Ergotamin, Amitriptylin, Methysergide, Prednisone, Lithium, verschiedenen NSAIDs, Narkotica, Kalziumkanalblocker, Beta-Blockern, intra-nasalem Lidocain und mehrere verschiedene chirurgische Maßnahmen waren bei der Patientin erfolglos
  • Normobare Sauerstofftherapie per Nasenkanüle mit verschiedenen Durchflussraten war auch versucht worden
  • Die Patientin verwendete keine vorbeugende Medikation

HBO Behandlung:

  • Einzelplatzkammer gefüllt mit 100% Sauerstoff, Therapiedruck 2 bar, erzielt nach 15 Minuten.
  • Dauer der Behandlung: 60 Minuten, eine weitere Behandlung erfolgte nach drei Tagen

Ergebnisse:

  • Attackenkupierung 20 min. nach Beginn der Behandlung, 5 min. nach dem Erreichen des Behandlungsdruckes von 2 bar
  • Eine Rebound-Attacke 2 ½ Stunden nach der HBO-Therapie wurde mit Schmerzmittel behandelt
  • Wiederholte HBO Attackenbehandlung 3 Tage später, danach war die Patientin schmerzfrei > 7 Monate.

1991 Porta

  • Porta, M., Granella, F., Coppola, A., Longoni, C. and Manzoni, G.C.: Treatment of cluster headache attacks with hyperbaric oxygen, Cephalalgia, 1991; 11, Suppl. 11: 236-237. (Poster/Kongressbericht).

Patienten:

  • Zwölf Patienten mit episodischem Cluster-Kopfschmerz
  • Zwei Patienten mit chronischem Cluster-Kopfschmerz
  • Zwölf Männer, zwei Frauen, Durchschnittsalter 42,6 Jahre.

HBO Behandlung:

  • Insgesamt wurden 18 Attacken mit HBO behandelt, davon waren zwölf Attacken spontane Attacken und sechs Attacken wurden mit GTN induziert.
  • Die Patienten kupierten zunächst eine Attacke mit Sauerstoff unter Normaldruck mit 7L/min. für 15 Minuten.
  • Die nachfolgend Attacke wurde mit der HBO-Therapie behandelt.
  • Mehrpersonendruckkammer, Therapiedruck 2 bar, Sauerstoffgabe ab 1,3 bar Druck in der Kammer.
  • Beginn der Behandlung: "So schnell wie möglich nach dem Beginn der Attacke", Mittelwert 25,2 min. Bereich 4 – 60 min.
  • Dauer der Behandlung: Sauerstoffgabe bis vollständige Schmerzfreiheit erreicht wurde, danach Dekompression.

Ergebnisse:

  • Die mittlere unbehandelte Attackendauer der Patienten betrug 80,4 min., Bereich 30 – 180 min.
  • Alle Patienten erreichten vollständige Schmerzfreiheit nach 6,2 min. (Mittelwert, Bereich 30 sec. – 13 min.)
  • Auch die Patienten, die auf die Sauerstofftherapie unter Normaldruck nur teilweise (fünf Patienten) oder vollständig nicht ansprachen (drei Patienten), wurden mit der HBO-Therapie schmerzfrei.
  • Langzeitbeobachtung: Keine berichtet.

1993 Di Sabato

  • Di Sabato F, Fusco BM, Pelaia P, Giacovazzo M.: Hyperbaric oxygen therapy in cluster headache. Pain. 1993 Feb; 52(2): 243-5. PMID 8455970, DOI PAIN Online.

Patienten:

  • 13 Patienten mit episodischem Cluster-Kopfschmerz, zwölf Männer, eine Frau
  • Die Patienten verwendeten keine vorbeugende Medikation und waren seit 10 bis 15 Tagen in der Episode

HBO Behandlung:

  • Mehrpersonendruckkammer, Therapiedruck 2,5 bar, 2 bar erzielt nach 15 Minuten.
  • Beginn der Behandlung 5 Minuten nach dem Beginn der Attacke
  • Sieben Patienten, Alter 45.8 ± 4.8 Jahre, wurden mit der HBO-Therapie behandelt
  • Sechs Patienten, Alter 42.3 ± 5.2 Jahre, wurden einer Scheinbehandlung unterzogen: Aufenthalt in der gleichen aber vermutlich drucklosen Druckkammer mit Inhalation von Umgebungsluft anstelle von Sauerstoff.

Anmerkung: Dass die Kammer während der Scheinbehandlung drucklos war lässt sich aus der Versuchsbeschreibung von Di Sabato F, Rocco M, Martelletti P, Giacovazzo M.: Hyperbaric oxygen in chronic cluster headaches: influence on serotonergic pathways. Undersea Hyperb Med. 1997 Jun; 24(2): 117-22. PMID 9171470, PDF-Online vermuten.

Ergebnisse:

  • Bei sechs der sieben Patienten wurden die Attacken mit HBO innerhalb von 5 bis 13 Minuten beendet.
  • Bei einem Patienten zeigte die HBO-Behandlung keinerlei Wirkung.
  • Die Scheinbehandlung zeigte keinerlei Wirkung.
  • Drei der sechs Patienten, bei denen die HBO-Therapie eine Wirkung hatte, waren in den weiteren zwei Monaten der Beobachtung schmerzfrei.
  • Die anderen drei Patienten, bei denen die HBO-Therapie eine Wirkung hatte, waren für 4 – 6 Tage schmerzfrei, danach waren Attackenhäufigkeit und Attackenstärke wieder so wie vor der HBO-Behandlung.

Ein in den Ergebnissen sehr ähnlicher Kurzbericht (Poster) der gleichen Autorengruppe erschien 1993 in der Zeitschrift Cephalalgia, Suppl. 13, Seite 203. Dort wird von insgesamt 19 an der episodischen Verlaufsform erkrankten Cluster-Kopfschmerzpatienten berichtet, zehn davon erhielten die HBO-Behandlung, neun Patienten erhielten eine Scheinbehandlung. Vermutlich handelt es sich bei dem Kurzbericht in der Cephalalgia um die gleiche, etwas vergrößerte Patientengruppe. Attacken konnten nach diesem Kurzbericht bei neun von zehn Patienten mit der HBO-Therapie wirkungsvoll behandelt werden. Bei vier von diesen neun Patienten wurde die Episode beendet. Placebobehandlung war wirkungslos.

1994 Fusco

  • Fusco BM, Di Sabato F, Rocco M, Fiore G, Locanto M, Martelletti P, Giacovazzo M.: Hyperbaric oxygen therapy in cluster headache: clinical and experimental findings. in: New advances in headache research 3; Proceedings of the 9th migraine trust international symposium London, September 1992 / ed. by F. Clifford Rose, Smith-Gordon, London 1994; ISBN 1-85463-094-6.

Patienten:

  • Sieben Männer, chronische Verlaufsform, Alter 47,87 ± 5,67 Jahre
  • Keine vorbeugende Medikation

HBO Behandlung:

  • Mehrpersonendruckkammer, Therapiedruck 2,5 bar, 2 bar erzielt nach 15 Minuten.
  • 100% Sauerstoff über Atemmasken
  • Tägliche Sitzungen an mindestens 15 Tagen, Dauer jeweils 30 Minuten.
  • Keine Placebokontrolle

Ergebnisse:

  • Alle Patienten erfuhren eine Verbesserung ab der ersten Behandlung
  • Fünf Patienten wurden schmerzfrei
  • Zwei Patienten berichteten eine erhebliche Verminderung der Schmerzstärke und der Schmerzdauer, die Attackenfrequenz blieb unverändert.
  • Die positive Wirkung hielt bei allen Patienten ca. 20 Tage an (Anmerkung: Aus dem Bericht von Fusco et al. ist nicht erkennbar, ob diese ca. 20 Tage ab Beginn oder ab Ende der Behandlung gezählt wurden.)
  • Nach diesen 20 Tagen waren die Häufigkeit, die Dauer und die Stärke der Attacken bei allen sieben Patienten wieder wie vor der HBO-Therapie
  • Wiederholte Behandlung erbrachte keine erneute Besserung

In dem gleichen Artikel berichten die Autoren über placebokontrollierte Versuche mit gesunden Probanden: Dabei wurde mit der HBO-Therapie, aber auch mit normobarem Sauerstoff, eine Verminderung von experimentellen Schmerzen erreicht. Die Schmerzen wurden dabei durch Capsaicin oder Zitronensäure an der Nasenschleimhaut ausgelöst.

1995 Myers

  • Myers DE, Myers RA.: A preliminary report on hyperbaric oxygen in the relief of migraine headache. Headache. 1995 Apr; 35(4): 197-9. PMID 7775175.

Doppelblinde und placebokontrollierte Studie. Untersucht wurde die Wirkung der HBO-Therapie bei 20 Migränepatienten. Eine mögliche Wirkung der hyperbaren Sauerstofftherapie bei Cluster-Kopfschmerz wurde diskutiert, aber nicht untersucht.

1995 Pascual

  • Pascual J, Peralta G, Sánchez U.: Preventive effects of hyperbaric oxygen in cluster headache. Headache. 1995 May; 35(5): 260-1. PMID 7775187.

Patienten:

  • Vier Männer, chronische Verlaufsform, keine oder schlechte Resultate mit medikamentöser Vorbeugung.
  • Alter 22 bis 60 Jahre
  • Während der HBO-Therapie wurde die Behandlung mit Lithium fortgesetzt

HBO Behandlung:

  • 10 Sitzungen innerhalb von 2 Wochen
  • Dauer der Behandlung jeweils 70 Minuten bei 2,5 bar
  • Inhalation von 100% Sauerstoff über Atemmaske

Ergebnisse:

  • Ein Patient wurde völlig schmerzfrei. Er musste die HBO-Therapie Behandlung nach acht Behandlungstagen wegen eines Barotraumas am Ohr beenden. Er blieb danach für weitere 31 Tage frei von Cluster-Kopfschmerz Attacken.
  • Bei dem zweiten Patienten wurde eine Verbesserung erreicht: Die Attackenfrequenz reduzierte sich von 3/Tag auf eine Attacke in drei Tagen, die Dauer der Attacken reduzierte sich von 60 auf 30 Minuten. Diese Verbesserung hielt jedoch nur für zwei Tage nach dem Ende der Behandlung an, danach waren Attackenfrequenz und Dauer wieder wie vor der Behandlung. Eine Wiederholung der Behandlung bei diesem Patienten führte zu den gleichen Ergebnissen, zwei Tage nach dem Ende der wiederholten Behandlung war aber nur noch die Schmerzdauer verkürzt auf 30 bis 40 Minuten, die Schmerzfrequenz war wieder wie vor der ersten Behandlung.
  • Der dritte Patient erfuhr während der Therapie eine Halbierung der Attackenfrequenz, aber keine Änderung der Attackendauer. Die positive Wirkung endete einen Tag nach dem Ende der HBO-Behandlung.
  • Patient 4 hatte nach fünf Sitzungen keinerlei Wirkung, die HBO-Therapie wurde abgebrochen.

1996 Di Sabato

  • Di Sabato F, Rocco M, Martelletti P, Giacovazzo M.: Effect of hyperbaric oxygen on the immunoreactivity to substance P in the nasal mucosa of cluster headache patients. Headache. 1996 Apr; 36(4): 221-3. PMID 8675426, DOI.

Ziel dieser Untersuchung war es festzustellen, welchen Einfluss die HBO-Therapie auf die Substanz P in der Nasenschleimhaut von Cluster-Kopfschmerzpatienten hat.

Patienten:

  • 14 Patienten, vier weiblich, alle episodische Verlaufsform
  • Keine vorbeugende Medikation

HBO Behandlung:

  • Mehrpersonendruckkammer, Therapiedruck 2,5 bar, 2 bar erzielt nach 15 Minuten.
  • Fünf Männer und zwei Frauen, Alter 41,8 ± 3,7 Jahre wurden mit der HBO-Therapie behandelt und inhalierten 100% Sauerstoff über Atemmasken.
  • Fünf Männer und zwei Frauen, Alter 42,3 ± 5,2 Jahre wurden einer Scheinbehandlung unterzogen: Aufenthalt in der gleichen aber vermutlich drucklosen Druckkammer mit Inhalation von Luft statt Sauerstoff.
  • Eine Behandlung, Dauer 30 Minuten

Anmerkung: Dass die Kammer während der Scheinbehandlung drucklos war lässt sich aus der Versuchsbeschreibung von Di Sabato F, Rocco M, Martelletti P, Giacovazzo M.: Hyperbaric oxygen in chronic cluster headaches: influence on serotonergic pathways. Undersea Hyperb Med. 1997 Jun; 24(2): 117-22. PMID 9171470, PDF-Online vermuten.

Ergebnisse:

  • Die mit HBO behandelten Patienten wiesen nach der Behandlung deutlich niedrigere Substanz P Werte auf, als die scheinbehandelten Patienten.
  • Vorübergehende Schmerzfreiheit oder eine zumindest 50%ige Verbesserung (Anmerkung: Von den Autoren wurde dazu keine Zielgröße angegeben.) wurde bei allen sieben Patienten für bis zu drei Tage Dauer nach der Behandlung erreicht.

1997 Di Sabato

  • Di Sabato F, Rocco M, Martelletti P, Giacovazzo M.: Hyperbaric oxygen in chronic cluster headaches: influence on serotonergic pathways. Undersea Hyperb Med. 1997 Jun; 24(2): 117-22. PMID 9171470, PDF-Online.

Ziel der Studie war es, den Einfluss der HBO-Therapie auf das serotonin receptor binding zu untersuchen.

Patienten:

  • 14 seit mindestens fünf Jahren an der chronischen Verlaufsform erkrankte männliche Patienten
  • 10 davon primär chronisch, 4 sekundär chronisch
  • Alter 26 bis 56 Jahre
  • Keine vorbeugende Medikation (2 Wochen "wash-out"), keine anderen Erkrankungen
  • Kein Sumatriptan oder Ergotamin zur Akutbehandlung während der sechswöchigen Studie
  • Indometacin durfte zur Attackenkupierung verwendet werden.

HBO Behandlung:

  • Mehrpersonendruckkammer, Therapiedruck 2,5 bar erzielt nach 15 Minuten.
  • 10 Patienten wurden mit der HBO-Therapie behandelt und inhalierten 100% Sauerstoff über Atemmasken.
  • 4 Patienten wurden einer Scheinbehandlung unterzogen: Aufenthalt in der gleichen aber drucklosen Kammer mit Inhalation von Luft statt Sauerstoff.
  • 15 Behandlungen je Patient, Dauer jeweils 30 Minuten, jeden zweiten Tag zur gleichen Uhrzeit

Ergebnisse:

  • In der zweiwöchigen Vorlaufphase zu Beginn der Studie betrug die Attackenanzahl im Mittel aller Patienten ca. 25 Attacken je Patient und je Woche.
  • Die HBO-Behandlung ab der dritten Woche reduzierte die Attacken wie folgt (Mittelwerte je Patient):
    • 3. Woche: 10 Attacken/Woche
    • 4. Woche: 5 Attacken/Woche
    • 5. Woche: 7 Attacken/Woche
    • 6. Woche: 2,5 Attacken/Woche (Ende der HBO-Therapie)
    • 7. Woche: 3,5 Attacken/Woche
    • 8. Woche: 7 Attacken/Woche
  • Die vier scheinbehandelten Patienten hatten in den Wochen 3 – 8 im Mittel 18 – 25 Attacken/Woche.
  • Ein Einfluss der HBO-Therapie auf das serotonin receptor binding wurde von den Autoren festgestellt.

1998 Wilson

  • Wilson JR, Foresman BH, Gamber RG, Wright T.: Hyperbaric oxygen in the treatment of migraine with aura. Headache. 1998 Feb; 38(2): 112-5. PMID 9529766.

Doppelblinde, placebokontrollierte Cross-Over Studie. Untersucht wurde die Wirkung der HBO-Therapie bei acht Migränepatientinnen mit Aura. Eine mögliche Wirkung der hyperbaren Sauerstofftherapie auf Cluster-Kopfschmerz wurde diskutiert, aber nicht untersucht.

2002 Nilson Remahl

  • Nilsson Remahl AI, Ansjon R, Lind F, Waldenlind E.: Hyperbaric oxygen treatment of active cluster headache: a double-blind placebo-controlled cross-over study. Cephalalgia. 2002; 22(9): 730-9. PMID 12421159, DOI.

Patienten:

  • 16 Patienten, Alter 20 bis 62 Jahre
  • 12 episodisch, davon drei Frauen, neun Männer; erwartete Restepisode > 4 Wochen
  • 4 chronisch, davon eine Frau, drei Männer
  • keine vorbeugende Medikation während der laufenden Episode
  • mehr als sechs Attacken pro Woche

HBO Behandlung:

  • Doppelblinde, placebokontrollierte Cross-Over Studie
  • Mehrpersonendruckkammer, Therapiedruck 2,5 bar
  • Inhalation von 100% Sauerstoff oder von 10% Sauerstoff (Scheinbehandlung) über Atemmasken
  • Je Patient zwei Behandlungen mit jeweils 70 Minuten Dauer im Abstand von 24 Stunden mit 100% Sauerstoff
  • Je Patient zwei Behandlungen mit jeweils 70 Minuten Dauer im Abstand von 24 Stunden mit 10% Sauerstoff
  • Auch die Scheinbehandlung wurde mit 2,5 bar Therapiedruck durchgeführt
  • Zeitlicher Anstand zwischen diesen beiden Behandlungsintervallen mindestens eine Woche

Die Kontrolltherapie wurde mit 10% Sauerstoff und 90% Stickstoff durchgeführt, um bei 2,5 bar den gleichen Sauerstoffpartialdruck wie unter Normaldruck zu erhalten. Als Zielgröße wurde ein Kopfschmerzindex (KI) definiert: Summe aus den Produkten der Anzahl der Attacken multipliziert mit der jeweiligen Schmerzstärke nach einer fünfstufigen modifizierten VAS Schmerzskala. Die Patienten führten dazu ein Kopfschmerztagebuch. Der Index wurde für jeden Patienten für die Woche vor der Behandlung und für jeweils eine Woche nach der jeweiligen Behandlung berechnet. Eine Verbesserung des Kopfschmerzindex > 50% wurde als Behandlungserfolg bewertet. Zusätzlich wurden verschiedene Blutwerte kontrolliert (CGRP, VIP, Neuropeptid Y, Endothelin, Nitrat). Als Notfallmedikamente waren Paracetamol und/oder Codein gestattet.

Ergebnisse der Scheinbehandlung:

  • Der Kopfschmerzindex verbesserte sich um mehr als 50%:
    • Bei 6 von 12 Episodikern, aber bei keinem der Chroniker
  • Zwei der Episodiker wurden für mehr als ein Jahr attackenfrei

Ergebnisse der HBO-Behandlung:

  • Der Kopfschmerzindex verbesserte sich um mehr als 50%:
    • Bei 4 von 10 Episodikern und bei einem Chroniker
  • Zwei Episodiker wurden für die folgenden 3,5 bzw. 6,5 Monate schmerzfrei

In der Summe der Ergebnisse von Scheinbehandlung und HBO-Therapie erfuhren 83% der Patienten mit der episodischen Verlaufsform und 25% der Patienten mit der chronischen Verlaufsform eine Verbesserung des Kopfschmerzindex von mehr als 50%.

2004 Eftedal

  • Eftedal OS, Lydersen S, Helde G, White L, Brubakk AO, Stovner LJ.: A randomized, double blind study of the prophylactic effect of hyperbaric oxygen therapy on migraine. Cephalalgia. 2004 Aug; 24(8): 639-44. PMID 15265052, DOI.

Patienten:

  • 40 MigränepatientInnen wurden randomisiert
  • 34 PatientInnen davon nahmen an der Studie teil, 19 in der Verumgruppe, 15 in der Kontrollgruppe, darunter ein männlicher Patient in jeder Gruppe.
  • Eine Patientin konnte die Studie wegen technischer Probleme mit der Druckkammer nicht abschließen, zwei Patientinnen verzichteten wegen Klaustrophobie, eine Patientin konnte wegen einer Atemwegsinfektion nicht teilnehmen, eine Patientin hatte einen pathologischen Lungenbefund und eine Patientin schied aus unbekannten Gründen aus.

HBO Behandlung:

  • Doppelblinde, placebokontrollierte Parallelstudie
  • Einpersonendruckkammer, Therapiedruck 2,0 bar
  • Inhalation von 100% Sauerstoff oder von Luft (Scheinbehandlung)
  • Je Patient drei Behandlungen von jeweils 30 Minuten Dauer im Abstand von 24 Stunden
  • Auch die Scheinbehandlung wurde mit 2,0 bar Therapiedruck durchgeführt
  • Patienten und medizinisches Personal waren verblindet, nur der Bediener der Druckkammer wusste jeweils, ob 100% Sauerstoff oder Luft verwendet wurde.
  • Als primäres Maß der Wirksamkeit der Behandlung wurde der Unterschied zwischen den Kopfschmerzstunden pro Woche vor und nach der Behandlung definiert.
Fingerclip an einem Zeigefinger, per Kabel verbunden mit einem kleinen Messgerät, das Sauerstoffsättigung und Puls anzeigt.
Pulsoximeter
  • Mittels eines Pulsoximeters wurden während der Behandlungen die arteriellen Sauerstoffpartialdrücke der Patienten gemessen. Diese Werte waren nur dem Bediener der Druckkammer bekannt, um die Verblindung nicht zu gefährden.
  • Venöse Endothelin-1 Blutspiegel wurden vor und nach der Behandlung gemessen.

Ergebnisse: Die arteriellen Sauerstoffpartialdrücke überstiegen bei 46 von 57 (81 %) der HBO Behandlungen den Messbereich des Pulsoximeters, der nur bis 99,9 kPa reichte. Die verbleibenden elf Behandlungen ergaben Sauerstoffpartialdrücke im Bereich von 65,1 bis 93,2 kPa. Die Messwerte vor der Behandlung betrugen 9,2 ± 2,2 kPa. In der Kontrollgruppe betrug der Mittelwert vor der Behandlung 8,3 ±  2,1 kPa und während der Behandlung 18,4±4,7 kPa. In keiner der beiden Gruppen sei ein Zusammenhang zwischen dem erreichten Sauerstofflevel und einer Wirkung auf die Anzahl der Kopfschmerzstunden erkennbar gewesen.

Die exploratorische Analyse der Daten zeige einen signifikanten Unterschied zwischen der HBO Therapie und der Scheinbehandlung, wenn man die beiden männlichen Patienten nicht berücksichtigt. Die Anzahl der Patienten sei allerdings zu klein, um zu entscheiden ob dieser Unterschied tatsächlich durch geschlechtlich bedingte Unterschiede oder durch Zufall begründet sei.

Die Autoren schließen, dass das getestete Behandlungsprotokoll bei der getesteten Versuchsgruppe keinen signifikanten vorbeugenden Effekt auf die Migräne zeige. Es reduziere weder die Verwendung von Akutmedikation durch die Patienten, noch sei ein messbarer Einfluss auf die Endothelin-1 Spiegel im venösen Blut feststellbar. Auch wenn nicht signifikant, sei allerdings ein Trend zur Reduzierung der Kopfschmerzstunden pro Woche durch die HBO Behandlung erkennbar gewesen. Daher sei die Möglichkeit nicht auszuschließen, dass ein optimales Behandlungsprotokoll und der Vergleich mit einer normoxigenen Kontrollgruppe die Unterschiede zu Gunsten der HBO Behandlung signifikant machen würde.

Einordnung: die Cochrane-Übersicht 2015

Die oben zusammengefassten Studien sind fast alle aus den Jahren 1989 bis 2004 und umfassen jeweils nur wenige Patienten. Eine Zusammenfassung dieser Datenlage liefert die Cochrane-Übersichtsarbeit zu normobarer und hyperbarer Sauerstofftherapie bei Migräne und Cluster-Kopfschmerz. Die unten im Literaturverzeichnis genannte deutschsprachige Darstellung von Schnabel und Mitarbeitern bezieht sich auf die Fassung von 2008; die Übersicht wurde 2015 aktualisiert.[5] Insgesamt wurden darin 11 Studien mit zusammen 209 Teilnehmern ausgewertet, und die Autoren beurteilen die Qualität dieser Studien als schlecht bis mittelmäßig.

Zum Cluster-Kopfschmerz mit hyperbarem Sauerstoff lagen nur zwei Studien mit zusammen 29 Teilnehmern vor. Zur Frage, ob sich damit eine Attacke beenden lässt, schreiben die Autoren, es gebe keinen Wirksamkeitsnachweis. Die eine auswertbare Studie ergab ein Risikoverhältnis von 11,38 – bei einem Vertrauensbereich von 0,77 bis 167,85 (p = 0,08). In Alltagssprache: Dieser Bereich schließt „keine Wirkung“ ebenso ein wie „eine sehr große Wirkung“, an seinem unteren Rand sogar eine geringfügig schlechtere Wirkung als die Scheinbehandlung. Er sagt damit nichts aus; die Autoren führen das ausdrücklich auf die zu geringe Zahl der Teilnehmer zurück.[5]

Zum Sauerstoff bei normalem Druck – also der üblichen Behandlung, siehe Sauerstoff – fällt dieselbe Übersicht deutlich anders aus. Gegenüber einer Scheinbehandlung war sie zum Beenden einer Attacke wirksam (Risikoverhältnis 7,88; Vertrauensbereich 1,13 bis 54,66), gegenüber Ergotamin nicht überlegen. In einer der Studien wurden 117 von 150 Attacken erfolgreich behandelt (78 %) gegenüber 30 von 148 in der Vergleichsgruppe (20 %). Über die drei Studien hinweg schließen die Autoren, dass mehr als 75 % der Attacken auf Sauerstoff bei normalem Druck ansprechen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden weder unter hyperbarem noch unter normobarem Sauerstoff berichtet.[5]

Für die akute Migräne – nicht für den Cluster-Kopfschmerz – fand die Übersicht dagegen einen Hinweis auf Wirksamkeit des hyperbaren Sauerstoffs (Risikoverhältnis 6,21; Vertrauensbereich 2,41 bis 16,00; 58 Teilnehmer aus drei Studien), bei niedriger Qualität der Belege. Für die Vorbeugung von Migräneattacken fand sich kein Nachweis.[5]

Die Schlussfolgerung der Autoren lautet, dass angesichts der Kosten und der schlechten Verfügbarkeit der hyperbaren Behandlung weitere Forschung sich auf Patienten richten sollte, bei denen die Standardbehandlung nicht anschlägt – während Sauerstoff bei normalem Druck billig, sicher und einfach anzuwenden ist.[5]

Was das praktisch bedeutet. Der günstige, überall verfügbare Sauerstoff bei normalem Druck ist bei Cluster-Kopfschmerz gut belegt und gehört zu den beiden Behandlungen, die die Leitlinie der European Academy of Neurology 2023 mit starker Empfehlung nennt – mindestens 12 Liter pro Minute über 15 Minuten. Eine Empfehlung zur hyperbaren Behandlung in der Druckkammer gibt diese Leitlinie nicht; ihre starke Empfehlung für Sauerstoff gilt ausdrücklich der Anwendung bei normalem Druck (S. 2960).[6] Wer eine Druckkammerbehandlung erwägt, sollte das wissen, zumal die Kosten in der Regel selbst zu tragen sind (siehe oben).

Siehe auch

Literatur

  • Schnabel, A.; Bennet, M.; Schuster, F.; Roewer, N.; Kranke, P. (Apr 2008). "Hyper- bzw. normobare Sauerstofftherapie zur Behandlung von Migräne und Clusterkopfschmerzen - Cochrane review". Schmerz 22 (2): 129-32, 134-6. doi:10.1007/s00482-007-0581-0. PMID 17885769.  - Bezieht sich auf die Cochrane-Fassung von 2008; die Übersicht wurde 2015 aktualisiert: Bennett MH, French C, Schnabel A, Wasiak J, Kranke P, Weibel S (2015). "Normobaric and hyperbaric oxygen therapy for the treatment and prevention of migraine and cluster headache". Cochrane Database Syst Rev 2015 (12): CD005219. doi:10.1002/14651858.CD005219.pub3. PMID 26709672. 
  • Boss, Erwin G.; Buchner, F.-Alfred: Diskussion zum Artikel "Therapie des Clusterkopfschmerzes": Positiver Effekt der Oxygenation. Dtsch Arztebl. 1999; 96(13): A-863. PDF-Datei.
  • May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC (June 2005). "Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft". Schmerz 19 (3): 225–41. doi:10.1007/s00482-005-0397-8. PMID 15887001.  DMKG: PDF-Datei
  • May A, Leone M, Áfra J, Linde M, Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. European Journal of Neurology. 2006; 13: 1066–1077. PMID 16987158, PDF-Datei. DOI
  • Gu, N.; Niu, JY.; Liu, WT.; Sun, YY.; Liu, S.; Lv, Y.; Dong, HL.; Song, XJ.; et al. (Feb 2012). "Hyperbaric oxygen therapy attenuates neuropathic hyperalgesia in rats and idiopathic trigeminal neuralgia in patients.". Eur J Pain. doi:10.1002/j.1532-2149.2012.00113.x. PMID 22354664. 
  • Zhang, John H; [Ed.]: Hyperbaric Oxygen for Neurological Disorders. Jan 2008; Best Pub. Co. ISBN 1-930536-41-0
  • Yildiz S, Uzun G, Kiralp MZ.: Hyperbaric oxygen therapy in chronic pain management. Curr Pain Headache Rep. 2006 Apr; 10(2): 95-100. Review. PMID 16539861.
  • Di Sabato F, Giacovazzo M.: Management of cluster headache in the Emergency Department. J Headache Pain. 2005 Sep; 6(4): 294-7. Review. PMID 16362691, DOI.
  • Torelli P, Manzoni GC.: Cluster headache: symptomatic treatment. Neurol Sci. 2004 Oct; 25 Suppl 3: S119-22. PMID 15549518, DOI.
  • Eftedal OS, Lydersen S, Helde G, White L, Brubakk AO, Stovner LJ.: A randomized, double blind study of the prophylactic effect of hyperbaric oxygen therapy on migraine. Cephalalgia. 2004 Aug; 24(8): 639-44. PMID 15265052, DOI.
  • Nilsson Remahl AI, Ansjon R, Lind F, Waldenlind E.: Hyperbaric oxygen treatment of active cluster headache: a double-blind placebo-controlled cross-over study. Cephalalgia. 2002; 22(9): 730-9. PMID 12421159, DOI.
  • Eicke BM, Tettenborn B.: Hyperbare Sauerstofftherapie in der Neurologie. Akt Neurol. 1999; 26: 60-67. DOI.
  • Wilson JR, Foresman BH, Gamber RG, Wright T.: Hyperbaric oxygen in the treatment of migraine with aura. Headache. 1998 Feb; 38(2): 112-5. PMID 9529766.
  • Di Sabato F, Rocco M, Martelletti P, Giacovazzo M.: Hyperbaric oxygen in chronic cluster headaches: influence on serotonergic pathways. Undersea Hyperb Med. 1997 Jun; 24(2): 117-22. PMID 9171470, PDF-Online.
  • Di Sabato F, Rocco M, Martelletti P, Giacovazzo M.: Effect of hyperbaric oxygen on the immunoreactivity to substance P in the nasal mucosa of cluster headache patients. Headache. 1996 Apr; 36(4): 221-3. PMID 8675426, DOI.
  • Myers DE, Myers RA.: A preliminary report on hyperbaric oxygen in the relief of migraine headache. Headache. 1995 Apr; 35(4): 197-9. PMID 7775175.
  • Pascual J, Peralta G, Sánchez U.: Preventive effects of hyperbaric oxygen in cluster headache. Headache. 1995 May; 35(5): 260-1. PMID 7775187.
  • Fusco BM, Di Sabato F, Rocco M, Fiore G, Locanto M, Martelletti P, Giacovazzo M.: Hyperbaric oxygen therapy in cluster headache: clinical and experimental findings. in: New advances in headache research 3; Proceedings of the 9th migraine trust international symposium London, September 1992 / ed. by F. Clifford Rose, Smith-Gordon, London 1994; ISBN 1-85463-094-6.
  • Di Sabato F, Fusco BM, Pelaia P, Giacovazzo M.: Hyperbaric oxygen therapy in cluster headache. Pain. 1993 Feb; 52(2): 243-5. PMID 8455970, DOI PAIN Online.
  • Porta, M., Granella, F., Coppola, A., Longoni, C. and Manzoni, G.C.: Treatment of cluster headache attacks with hyperbaric oxygen. Cephalalgia. 1991; 11 (Suppl. 11): 236-237.
  • Weiss LD, Ramasastry SS, Eidelman BH.: Treatment of a cluster headache patient in a hyperbaric chamber. Headache. 1989 Feb; 29(2): 109-10. PMID 2708039.

Externe Links

Einzelnachweise

  1. ↑ Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO): Zusammenfassende Dokumentation des Bewertungsverfahrens nach § 135 SGB V (PDF, 3,9 MB), veröffentlicht vom Gemeinsamen Bundesausschuss auf der Verfahrensseite, Kapitel „Gastransport im Blut“, am 23.09.2026 gelesen. Im Wortlaut: „Bei Luftatmung sind nur 0,3 Vol% physikalisch im Blut gelöst, bei reiner Sauerstoffatmung erhöht sich der Wert auf 2 Vol% physikalische Lösung.“
  2. ↑ Gemeinsamer Bundesausschuss: Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung – die hyperbare Sauerstofftherapie steht dort in Anlage I (anerkannte Methoden) ausschließlich unter Nummer 22 „zur zusätzlichen Behandlung des diabetischen Fußsyndroms". Das Bewertungsverfahren zur HBO wurde mit Beschluss vom 10.04.2000 abgeschlossen, in Kraft getreten am 13.07.2000 (Verfahrensseite des G-BA) (geprüft am 21.09.2026).
  3. ↑ 3,0 3,1 Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V.: Kosten der HBO-Therapie, am 23.09.2026 gelesen. Im Wortlaut: „In Privatversicherungen, über Beihilfe und durch die Berufsgenossenschaften versicherte Patienten erhalten je nach Art und Dauer der Erkrankung die Therapiekosten in der Regel ersetzt.“; „Für die Beurteilung der medizinischen Notwendigkeit einer Heilbehandlung im Sinne der versicherungsvertraglichen Regelungen sind die objektiven Erkenntnisse und Befunde im Zeitpunkt der Vornahme der Behandlung entscheidend.“; „Daher sollte auf jeden Fall die Kostenübernahme vorab mit der Kasse geklärt werden.“
  4. ↑ § 7 Absatz 1 SGB VII, am 23.09.2026 gelesen. Im Wortlaut: „Versicherungsfälle sind Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten.“
  5. ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Bennett MH, French C, Schnabel A, Wasiak J, Kranke P, Weibel S (2015). "Normobaric and hyperbaric oxygen therapy for the treatment and prevention of migraine and cluster headache". Cochrane Database Syst Rev 2015 (12): CD005219. doi:10.1002/14651858.CD005219.pub3. PMID 26709672. 
  6. ↑ May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30: 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405. 


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