Cluster-Kopfschmerz Behandlung

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Auf einen Blick
  • Zwei Säulen: die einzelne Attacke behandeln und mit einer vorbeugenden Behandlung die Attacken meist seltener und schwächer machen. Heilbar ist die Erkrankung bisher nicht.
  • Gegen die Attacke: 100 % Sauerstoff über eine Hochkonzentrationsmaske, 12 bis 15 Liter pro Minute, 15 bis 20 Minuten lang; oder Sumatriptan als Spritze oder Zolmitriptan als Nasenspray (Akutbehandlung).
  • Vorbeugung: Mittel der ersten Wahl ist Verapamil, mit EKG-Kontrollen. Bis es nach zwei bis drei Wochen wirkt, kann Kortison die Zeit überbrücken (vorbeugende Behandlung).
  • Kopfschmerztagebuch: Uhrzeit, Dauer und Stärke jeder Attacke aufschreiben. Das hilft bei der Diagnose und bei der Planung der Behandlung (Kopfschmerztagebuch).
Zuletzt gegen die Quellen geprüft: 24. September 2026 · Wie wir prüfen

Cluster-Kopfschmerz ist eine Erkrankung, die durch medizinische Maßnahmen nicht heilbar ist. Die Intensität der Schmerzattacken und die Attackenhäufigkeit können durch geeignete vorbeugende Behandlung meistens vermindert werden.

Kopfschmerztagebuch

Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen ist ein Kopfschmerztagebuch sinnvoll. Dies erleichtert dem Arzt die Diagnostik und dient der Überwachung einer Therapie. Der "Kopfschmerzkalender" kann helfen, persönliche Auslöser (Trigger) zu erkennen. Es reicht ein Blatt Papier oder Heft, in dem Datum, Uhrzeit, Dauer, Stärke und Art des Schmerzes, verwendete Medikamente und vermutete Auslöser eingetragen werden. Im Internet und bei Ärzten gibt es entsprechende Vordrucke (siehe hier). Patienten die auf bestimmte Auslöser reagieren sollten diese meiden.

Beim Cluster-Kopfschmerz lohnt es sich, die Uhrzeit jeder Attacke festzuhalten: Die Attacken folgen häufig einem festen Tagesrhythmus, und das kann für die Wahl und die zeitliche Planung der vorbeugenden Behandlung wichtig sein – die europäische Leitlinie nennt zum Beispiel für nächtliche Attacken eine Einnahme am späten Abend.[1] Ein geführtes Schmerztagebuch ist außerdem eine der Voraussetzungen, die der Gemeinsame Bundesausschuss für die Verordnung von Verapamil zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung nennt (siehe Vorbeugende Behandlung).[2]

Akutbehandlung

Durchsichtige Gesichtsmaske mit blauem Polsterrand und Ventilstück, darunter ein grüner Reservoirbeutel und der Sauerstoffschlauch.
Hochkonzentrationsmaske
  1. Inhalation von 100% medizinischem Sauerstoff über eine Hochkonzentrationsmaske (Non-Rebreather-Maske)[3][4][5][6][7][8] mit Reservoirbeutel und einem Durchfluss von 12 – 15 l/min über 15 – 20 min.[1] Sauerstoffbrillen sind nicht geeignet, da die Betroffenen während der Attacken meist nicht durch die Nase atmen können. Zudem kann mit Sauerstoffbrillen nicht der erforderliche Durchfluss von 12 - 15 l/min. erreicht werden. Aus letztgenanntem Grund sind auch Sauerstoffkonzentratoren ungeeignet. Medizinischer Sauerstoff ist in Druckflaschen (200bar) mit zehn Litern oder mit zwei Litern Volumen erhältlich.
  2. Triptane: Sumatriptan subcutan und Zolmitriptan nasal sind zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen zugelassen.
  3. Sumatriptan als Nasenspray (20 mg) nennt die europäische Leitlinie von 2023 mit starker Empfehlung als Alternative zur Spritze; die Wirkung setzt allerdings langsamer ein.[1] Zugelassen ist es in Deutschland nur für die Migräne, nicht für den Cluster-Kopfschmerz.[9] Für die intranasale Zufuhr von vier- bis zehnprozentigen Lidocain-Nasentropfen spricht die Leitlinie eine schwache Empfehlung aus, gestützt auf den Konsens der Fachleute.[1]

Die Inhalation von reinem Sauerstoff beendet (kupiert) einen großen Teil der Attacken innerhalb von 15 Minuten. Die oft genannten 78 % stammen aus einer randomisierten Studie und beziehen sich auf einzelne Attacken – 150 mit Sauerstoff behandelte Attacken von 76 Teilnehmenden gegenüber 148 mit Raumluft –, nicht auf den Anteil der Betroffenen, denen Sauerstoff hilft; einen solchen Anteil nennt die Studie nicht. Gemessen wurde außerdem nicht allein Schmerzfreiheit: Der Endpunkt war, nach 15 Minuten schmerzfrei zu sein oder, wenn kein Tagebuch vorlag, ausreichend gebessert.[4]

Sauerstoff ist sehr gut verträglich und hat nicht die Nebenwirkungen der medikamentösen Akutbehandlung; nebenwirkungsfrei ist er jedoch nicht – beschrieben ist unter anderem ein Wiederkehren der Attacke nach zunächst erfolgreicher Inhalation.[10][3][11] Lidocain hilft nur einer Minderheit der Patienten und nicht jedes Mal. Weil es fast frei von Nebenwirkungen ist, kann man es dennoch ausprobieren; die europäische Leitlinie von 2023 gibt dafür eine schwache Empfehlung, gestützt auf den Konsens der Fachleute.[1]

Octreotid kann zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzattacken verwendet werden, wenn andere Medikamente ineffektiv oder kontraindiziert sind.[8] Die europäische Leitlinie von 2023 nennt dafür 100 µg unter die Haut, stützt das aber nur auf den Konsens der Fachleute, hält weitere Studien für nötig und weist darauf hin, dass Octreotid selbst Kopfschmerzen bis hin zu Cluster-Attacken auslösen kann.[1] Die Akutbehandlung mit Olanzapin in Dosierungen zwischen 2,5 und 10 mg führte in einer offenen Studie bei vier der fünf Patienten zu einer Schmerzreduzierung von mehr als 80 % innerhalb von 20 Minuten nach der oralen Einnahme, zwei der Patienten wurden schmerzfrei.[12]

Die Stimulation des Ganglion pterygopalatinum (Ganglion sphenopalatinum) mit einem implantierten, von außen aktivierten Neurostimulator (SPG-Stimulation) wurde von 2011 bis 2019 bei chronischem Cluster-Kopfschmerz eingesetzt. Das Gerät wurde über einen Einschnitt im Zahnfleisch eingesetzt und mit zwei Knochenschrauben am Oberkiefer befestigt, die Elektrodenspitze lag hinter dem Wangenknochen am Ganglion. Bei einer Attacke stimulierte der Patient das Implantat induktiv über ein Steuergerät, das er von außen an die Wange hielt.

In der multizentrischen, randomisierten und scheinkontrollierten Zulassungsstudie (Pathway CH-1) wurden 32 Patienten eingeschlossen, 28 durchliefen den randomisierten Studienabschnitt.[13] Geprüft wurde die Schmerzlinderung 15 Minuten nach der Stimulation: Sie trat bei 67,1 % der voll stimulierten Attacken ein, gegenüber 7,4 % bei Scheinstimulation (p < 0,0001). Auf Patientenebene hatten 19 der 28 Teilnehmer (68 %) einen klinisch bedeutsamen Nutzen: sieben (25 %) erreichten bei mindestens der Hälfte der behandelten Attacken eine Schmerzlinderung, zehn (36 %) hatten mindestens die Hälfte weniger Attacken als vorher, zwei (7 %) beides.

In fünf Fällen traten schwere Nebenwirkungen auf; die meisten Patienten (81 %) erlebten einen vorübergehenden, leichten bis mäßigen Verlust der Empfindung in Regionen des Nervus maxillaris. 65 % der unerwünschten Ereignisse waren innerhalb von drei Monaten abgeklungen. Eine zweite randomisierte, scheinkontrollierte Studie mit 93 Patienten (Pathway CH-2) bestätigte die Wirkung: Schmerzlinderung nach 15 Minuten bei 62,5 % der Attacken gegenüber 38,9 % in der Kontrollgruppe.[14]

Das Verfahren ist in Europa nicht mehr verfügbar: Der Hersteller des Implantats wurde 2019 zahlungsunfähig, die europäische Leitlinie von 2023 vermerkt dazu ausdrücklich „not available in Europe“.[1]

Die nicht-invasive Vagusnervstimulation (nVNS) mit einem handgehaltenen Gerät am Hals nennt die europäische Leitlinie von 2023 dagegen mit starker Empfehlung zur Akutbehandlung des episodischen Cluster-Kopfschmerzes.[1] In der randomisierten, scheinkontrollierten ACT2-Studie war der Hauptendpunkt – Schmerzfreiheit innerhalb von 15 Minuten – über alle Patienten hinweg nicht besser als bei Scheinstimulation (14 % gegenüber 12 %). In der Untergruppe mit episodischem Verlauf waren dagegen 48 % der Attacken nach 15 Minuten schmerzfrei, gegenüber 6 % unter Scheinstimulation; beim chronischen Verlauf zeigte sich kein Vorteil.[15]

Vorbeugende Behandlung

Verapamil

Zwei weiße Tabletten auf hellblauem Grund: eine längliche mit Bruchkerbe, eine runde.
Verapamil-
Tabletten

Bei chronischem und bei episodischem Cluster-Kopfschmerz ist das vorbeugende Mittel der ersten Wahl die verschreibungspflichtige Substanz Verapamil.[8][16] Vor der ersten Anwendung, bei Dosissteigerung und bei hohen Dosierungen sind Kontrollen der Herztätigkeit (EKG) erforderlich.[17] In einer Untersuchung an 108 mit Verapamil behandelten Cluster-Patienten traten bei 19 % Herzrhythmusstörungen und bei 36 % ein verlangsamter Puls unter 60 Schlägen pro Minute auf.[17]

Veränderungen im EKG können auch nach jahrelanger, komplikationsloser Einnahme noch auftreten: Bei sehr hohen Tagesdosen ab 720 mg zeigten 38 % der Behandelten EKG-Veränderungen, bei den meisten von ihnen erst nach mehr als zwei Jahren.[18] Die EKG-Kontrollen sollten deshalb auch in der Dauerbehandlung fortgesetzt werden. Die Wirkung tritt jedoch bei schrittweiser Dosissteigerung erst nach zwei bis drei Wochen ein. Wegen der gleichmäßigeren Wirkstoffabgabe sollte die retardierte Form des Medikamentes bevorzugt werden.[19] Wirksam sind sowohl die retardierte als auch die normale Form des Medikamentes, es gibt dazu keine direkten Vergleichsstudien.[20][8]

Zulassung und Kostenübernahme. Verapamil ist für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen, die Anwendung erfolgt außerhalb der Zulassung (Off-Label-Gebrauch). Der Gemeinsame Bundesausschuss hat Verapamil mit Beschluss vom 16. August 2012 in die Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie aufgenommen; seit dem 25. Oktober 2012 ist es damit zur „Prophylaxe des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes von Erwachsenen ab 18 Jahren" zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig.[2]

Der Beschluss nennt eine anfängliche Tagesdosis von 120 mg, die bis 360 mg gesteigert werden kann; Tagesdosen über 480 mg sind nach dem Beschluss „nicht ausreichend untersucht". Vorausgesetzt werden regelmäßige, dokumentierte EKG-Kontrollen und ein vom Patienten geführtes Schmerztagebuch.[2]

Das Mittel der ersten Wahl ist damit nicht privat zu bezahlen. Das gilt allerdings nicht für jedes verapamilhaltige Präparat: Die Anlage VI führt die Firmen namentlich auf, deren Arzneimittel verordnungsfähig sind, und daneben eine zweite Liste von Firmen, deren Präparate es nicht sind, „da keine entsprechende Erklärung vorliegt". Es kommt also auf den pharmazeutischen Unternehmer an – auf die Firma, die auf der Packung genannt ist. Beide Listen stehen im Wortlaut auf der Seite Verapamil.[21]

Kurzprophylaxe zur Überbrückung

Corticosteroide, Ergotamin oder lange wirksame Triptane wie Naratriptan und Frovatriptan können in der Kurzprophylaxe, bis eine andere vorbeugende Therapie greift, oder bei kurzen Episoden eingesetzt werden. Corticosteroide sollten wegen ihrer Nebenwirkungen nicht dauerhaft eingenommen werden, sondern als überbrückende Therapie bis zum Wirkungseintritt von Verapamil. Die europäische Leitlinie von 2023 rät von längeren Behandlungsschemata ab und nennt 60 bis 100 mg Prednisolon täglich über fünf Tage, danach alle vier Tage 10 mg weniger.[1]

Für diese Überbrückung gibt es eine randomisierte, placebokontrollierte Studie: 100 mg Prednison über fünf Tage, anschließend Reduktion um 20 mg alle drei Tage, jeweils zusätzlich zur beginnenden Behandlung mit Verapamil. In der ersten Woche traten damit 7,1 Attacken auf, unter Placebo 9,5.[22] Wegen möglicher Wechselwirkungen dürfen während einer vorbeugenden Behandlung mit Ergotamin oder mit lange wirksamen Triptanen keine anderen Triptane zur Akutbehandlung verwendet werden.

Ergotamin. Bei Ergotamin ist die Verfügbarkeit zu beachten. In Deutschland ist noch ein Präparat mit Ergotamintartrat zum Einnehmen im Handel, sein Anwendungsgebiet umfasst aber nur die Migräne: „Behandlung von Migräne-Anfällen (insbesondere sehr lange Anfälle), wenn andere Therapien nicht wirksam oder nicht indiziert sind." Beim Cluster-Kopfschmerz ist die Anwendung damit ein Gebrauch außerhalb der Zulassung.[23]

Die europäische Leitlinie nennt Ergotamintartrat für die Kurzprophylaxe zum Einnehmen; in ihrer Tabelle 17 steht als Dosierung „2–4 mg/day. Ideal: 2 mg 1–0–1. If attacks in the night: 2 mg oral in late evening", als Wirkung „Efficacious in 70%" und als Grundlage eine Konsensusaussage mit dem ausdrücklichen Vermerk „In the absence of evidence/studies".[1] In der Tabelle stehen keine Zäpfchen; im Fließtext nennt die Leitlinie Ergotamin aber auch als Zäpfchen zur kurzfristigen Vorbeugung (S. 2963 und S. 2968: „2 mg oral or suppository“). Der Hinweis „as suppository (no first path effect)“ betrifft dagegen das Dihydroergotamin.[24] In Deutschland ließ sich außer dem Tablettenpräparat kein weiteres ergotaminhaltiges Arzneimittel nachweisen.[25] Die europäische Leitlinie hält dazu selbst fest: „ergotamine and DHE are not available in many European countries."[1]

Dihydroergotamin. Dihydroergotamin (DHE) steht in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Nach einem europäischen Risikobewertungsverfahren wurde das Ruhen der Zulassungen zum 1. Februar 2014 angeordnet und danach mehrfach verlängert; seit Februar 2022 hält das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte fest: „In Deutschland sind keine dihydroergotaminhaltigen Arzneimittel mehr zugelassen." Das Verfahren betraf die Anwendungsgebiete Vorbeugung von Migränekopfschmerzen, niedriger Blutdruck und venös-lymphatische Insuffizienz – nicht die Behandlung des akuten Migräneanfalls. Deshalb sind in Österreich weiterhin ein Nasenspray und eine Tablette mit DHE zugelassen, beide allein für den akuten Migräneanfall; für die Tablette hat der Zulassungsinhaber die Einstellung des Vertriebs gemeldet. In der Schweiz wurde der Vertrieb eingestellt.[26]

Lithium

Lithium ist in Deutschland das einzige Medikament, das nach dem Arzneimittelrecht zur vorbeugenden Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes zugelassen ist. Die Zulassung gilt präparatespezifisch: Quilonum retard (Lithiumcarbonat) führt den Cluster-Kopfschmerz im Anwendungsgebiet, das ebenfalls Lithiumcarbonat enthaltende Hypnorex retard nicht.[27]

Über die Stärke der Belege sagt die Zulassung allerdings nichts: Die einzige placebokontrollierte Studie beim episodischen Verlauf konnte keine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigen – deutlich gebessert waren 8 von 13 Behandelten unter Lithium und 6 von 14 unter Placebo.[28] Die europäische Leitlinie empfiehlt Lithium deshalb erst, wenn Verapamil nicht ausreicht, und vor allem beim chronischen Verlauf.[1] Wegen der möglichen Nebenwirkungen und des engen Abstands zwischen wirksamer und zu hoher Dosis sind regelmäßige Kontrollen des Lithiumspiegels im Blut erforderlich.

Weitere Medikamente

Wenn Verapamil und Lithium versagen, kann ein Versuch mit den ebenfalls verschreibungspflichtigen Substanzen Topiramat oder Melatonin unternommen werden; große kontrollierte Studien fehlen für beide, und die europäische Leitlinie von 2023 stützt beide Empfehlungen ausdrücklich nicht auf Studien, sondern auf den Konsens der Autorengruppe.

Für Topiramat gibt es nur offene Beobachtungen und Fallserien; die Leitlinie nennt mindestens 100 mg pro Tag bei einer Anfangsdosis von 25 mg und hält die klinischen Erfahrungen für vielversprechend, sofern das Mittel verträglich ist. Melatonin führt sie als Methode der dritten Wahl mit 10 mg zum Einnehmen: In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie nahmen Attackenzahl und Schmerzmittelverbrauch nach einer und nach zwei Wochen ab, bei therapierefraktärem Verlauf brachte Melatonin in einer kleinen Fall-Kontroll-Studie dagegen keinen zusätzlichen Nutzen.

Bei Schlafproblemen hält die Leitlinie einen Versuch weiterhin für sinnvoll.[1] Pizotifen ist nach Angabe der deutschen Leitlinie „in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr zugelassen und nur noch als Import-Arzneimittel zu beziehen".[3] Für Valproinsäure verlief die einzige kontrollierte Studie negativ: Von 96 Patienten besserten sich 50 % unter Valproinsäure und 62 % unter Placebo.[29] Seit 2019 gibt es mit den CGRP-Antikörpern eine weitere Gruppe vorbeugender Mittel.

Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt Galcanezumab bei sonst nicht beherrschbarem Verlauf, allerdings nur beim episodischen Cluster-Kopfschmerz: Die Studie beim chronischen Verlauf verlief negativ, und eine europäische Zulassung für dieses Anwendungsgebiet gibt es bisher nicht. Näheres steht unten im eigenen Abschnitt.[1] Wenn eine Substanz allein nicht wirkt, kann unter ärztlicher Kontrolle eine Kombination ausprobiert werden.[3][1]

Baclofen wurde in der europäischen Leitlinie von 2006 noch als Medikament der dritten Wahl zur vorbeugenden Behandlung genannt.[8] Die Leitlinie von 2023 kommt zu einem anderen Schluss: „There is no evidence that baclofen 15–30 mg or transdermal clonidine have any preventive effect in cluster headache."[1] Die Verwendung von Gabapentin als zusätzliches vorbeugendes Medikament zeigte in einer kleinen Studie einen gewissen Erfolg.[30]

Kombination mehrerer Medikamente

Die Wirkung einer Kombination von Medikamenten kann bei einigen Patienten besser sein als eine Therapie mit nur einem hoch dosierten Medikament.[8] In der klinischen Praxis wird oft eine Kombination verwendet, meist mit 240-480 mg Verapamil als Basismedikament. Für Patienten, bei denen eine vorbeugende Therapie mit einem einzelnen Medikament keine befriedigende Wirkung erzielt, nannte ein Konsens von Fachleuten aus dem Jahr 1998 die folgenden Kombinationen:[8][31]

Episodischer Cluster-Kopfschmerz

  1. Verapamil + Prednison
  2. Verapamil + Ergotamin
  3. Verapamil + Lithium

Chronischer Cluster-Kopfschmerz

  1. Verapamil + Lithium
  2. Verapamil + Ergotamin
  3. Verapamil + Methysergid (in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr zugelassen, nur noch als Import-Arzneimittel zu beziehen)[3][32]
  4. Verapamil + Lithium + Ergotamin

(Konsens aus dem 9th International Headache Research Seminar, Nov. 1998, Kopenhagen).[31]

Wichtig bei Verapamil und Lithium zusammen: Die Fachinformation des für den Cluster-Kopfschmerz zugelassenen Lithiumpräparats vermerkt bei Kalzium-Antagonisten wie Verapamil wörtlich eine „Erhöhung der Lithiumtoxizität. Der Serumlithiumspiegel sollte deshalb im unteren therapeutischen Bereich liegen.“[33] Die Kombination ist damit nicht verboten, verlangt aber, den Lithiumspiegel niedrig zu halten und enger zu kontrollieren. Zwei weitere Wechselwirkungen des Lithiums betreffen Mittel, die beim Cluster-Kopfschmerz häufig dazukommen — die Triptane und Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Indometacin; sie stehen auf der Seite Prophylaxe.

Diese Liste ist ein Konsens von 1998. Die europäische Leitlinie von 2023 widerspricht dem Gedanken nicht, sagt aber deutlich, worauf er beruht: „Although there is no valid evidence for the superiority of combining various preventative drug treatments in cluster headache, it is important to realize that some patients may do better with a combination rather than with extensively high doses of a single therapy." Eine Empfehlung für eine bestimmte Kombination spricht sie nicht aus: „In summary, no recommendation on the combination of preventive medications can be given."[1]

Den meisten Patienten kann mit den obigen Medikamenten geholfen werden. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zum Cluster-Kopfschmerz ist am 13. Mai 2020 abgelaufen; eine Überarbeitung ist seit Juli 2025 angemeldet und für Ende 2026 geplant. Maßgeblich ist derzeit die Leitlinie der European Academy of Neurology von 2023.[3][1] Weitere mögliche Medikamente listet die US Leitlinie zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen. Die aktuelle Forschung und klinische Praxis entdecken gelegentlich weitere Mittel, die eine mögliche Wirkung gegen Cluster-Kopfschmerz haben. Siehe dazu Cluster-Kopfschmerz Medikationen und Aktuelles zum Cluster-Kopfschmerz.

Hyperbare Sauerstofftherapie

Unklar ist, ob eine Therapie mit Sauerstoff unter Überdruck einen vorbeugenden Effekt auf Cluster-Kopfschmerz haben kann.[34]

Nervenblockaden

Eine alternative Behandlung mit nur sehr geringen und seltenen Nebenwirkungen ist die suboccipitale Injektion von Lokalanästhetika und Corticosteroiden in der Nähe des großen Hinterhauptnervs (Nervus occipitalis major) auf der betroffenen Seite.[35][36]

Die Blockade des großen Hinterhauptnervs mit einem Lokalanästhetikum und Corticosteroiden sollte in jedem Fall vor einer operativen Therapie versucht werden.[3] Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt sie zur Überbrückung, bis Verapamil wirkt; sie kann wiederholt werden, wenn sie hilft. Zwei kleine placebokontrollierte Studien fanden eine vorbeugende Wirkung beim episodischen und beim chronischen Verlauf; die Leitlinie nennt eine Wirksamkeit bei 70 bis 80 Prozent der Betroffenen, stützt ihre Empfehlung aber auf den Konsens der Fachleute.[1][36] Eine weitere Möglichkeit ist die endoskopische Nervenblockade am Ganglion pterygopalatinum (Ganglion sphenopalatinum) mittels Lokalanästhetikum und Corticosteroiden.[37][38]

Operative Verfahren

Erst nach Versagen aller medikamentösen Maßnahmen sind in absoluten Ausnahmefällen operative Verfahren zu erwägen. Deren Risiken überwiegen jedoch oft den Nutzen.[3] Operationen bergen das Risiko von Nervenschmerzen und einer schmerzhaften Taubheit (Anaesthesia dolorosa); die europäische Leitlinie von 2023 hält operative Verfahren bei den meisten Betroffenen für nicht angezeigt.[1] Abgeraten wird bei Cluster-Kopfschmerz von der aus der Behandlung der Trigeminusneuralgie bekannten "Gamma Knife" Radiochirugie.[39][40][41]

Neuromodulation

Bei der okzipitalen Nervenstimulation werden im Nackenbereich Elektroden implantiert, die den großen Hinterhauptnerv elektrisch reizen. Die ersten Veröffentlichungen dazu stammen von 2007; damals galt das Verfahren als neu und experimentell.[42][43][44]

2021 erschien dazu eine randomisierte Studie mit 131 Betroffenen, bei denen mindestens drei vorbeugende Medikamente nicht gewirkt hatten. Weil die Stimulation spürbar ist – sie erzeugt ein Kribbeln –, ließ sie sich nicht gegen eine Scheinbehandlung vergleichen; verglichen wurden stattdessen eine hohe und eine niedrige Reizstärke. In beiden Gruppen ging die Attackenzahl deutlich zurück, im Median von 15,8 auf 7,4 Attacken pro Woche, zwischen den beiden Reizstärken zeigte sich jedoch kein Unterschied. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Implantationsstelle, gestörte Wundheilung, Nackensteifigkeit und Schäden am Gerät.[45] Wie viel von dieser Besserung auf die Stimulation selbst zurückgeht, lässt sich mit diesem Aufbau nicht sagen.

In der offenen Nachbeobachtung derselben Teilnehmenden über durchschnittlich 4,2 Jahre blieb die Attackenzahl niedrig: Sie lag nach einem Jahr bei 4,2, nach zwei Jahren bei 5,1 und nach fünf Jahren bei 4,1 Attacken pro Woche, gegenüber 16,2 zu Beginn. 69 von 88 Teilnehmenden (78 Prozent) berichteten von einer Besserung, 70 von 88 (81 Prozent) würden das Verfahren anderen empfehlen. Der Preis sind Folgeeingriffe: 44 von 88 (50 Prozent) mussten wegen technischer Probleme am Gerät erneut operiert werden.[46]

Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt das Verfahren wegen dieser Nebenwirkungen nicht, hält es aber für mäßig wirksam und nennt es als das Verfahren, über das vor einer Tiefenhirnstimulation gesprochen werden sollte: „ONS is not recommended due to side effect profile, but because it is moderately effective and DBS has potentially more side effects, it could be discussed with patients before DBS is planned." In der Tabelle der vorbeugenden Verfahren führt sie es als Methode der dritten Wahl, die eingesetzt werden kann, wenn alle Medikamente versagt haben.[1]

Bei der Tiefenhirnstimulation werden über fest implantierte Elektroden Strukturen am Hypothalamus gereizt. Etablierte Anwendungsgebiete der Tiefenhirnstimulation sind unter anderem die Parkinson-Krankheit, der Essentielle Tremor oder die Dystonie. Die Tiefenhirnstimulation ist eine Option für an der chronischen Verlaufsform erkrankte Cluster-Kopfschmerzpatienten, denen nicht anders geholfen werden kann.[3][1][47]

Die Ergebnisse gehen weit auseinander, je nachdem wie genau hingesehen wurde. Eine Zusammenfassung von 108 veröffentlichten Fällen aus sechzehn Arbeiten fand einen statistisch gesicherten Rückgang von Attackenzahl und Schmerzstärke; die Autoren schließen daraus, dass bei sorgfältig ausgewählten Betroffenen etwa 70 Prozent eine gute Kontrolle ihrer Attacken erreichen.[48] Die einzige verblindete Studie fiel dagegen negativ aus: Bei elf Betroffenen unterschied sich die aktive Stimulation in der verblindeten Phase in keinem Endpunkt von der Scheinstimulation. Erst in der anschließenden offenen Phase über ein Jahr besserten sich 6 von 11, drei davon wurden schmerzfrei.[49] Die europäische Leitlinie hält dieser Studie entgegen, der Beobachtungszeitraum sei wahrscheinlich schlecht gewählt gewesen.[1]

Die Risiken sind erheblich. In der Auswertung der 108 Fälle traten bei 16,7 Prozent schwere Komplikationen auf, Todesfälle bei unter einem Prozent.[48] Die europäische Leitlinie von 2023 beziffert das Blutungsrisiko auf etwa zwei Prozent, hält fest, dass auch ein Todesfall berichtet wurde, und spricht keine Empfehlung aus; sie merkt an, dass wegen der geringeren Risiken zuerst die okzipitale Nervenstimulation versucht werden sollte.[1] Ein solcher Todesfall ist in einer der frühen Arbeiten ausführlich dokumentiert: Dort fiel eine von sechs Behandelten fünf Stunden nach dem Eingriff ins Koma, weil sich entlang des Elektrodenkanals eine Hirnblutung entwickelt hatte; sie starb drei Tage später. Die Obduktion fand keine anderen Gefäßveränderungen. Bei einem weiteren Teilnehmer musste der Eingriff abgebrochen werden.[50]

Übersicht

Cluster-Kopfschmerztherapie nach der europäischen Leitlinie 2023[1]
Mittel der ersten Wahl
Akuttherapie Vorbeugung
Inhalation 100 % med. Sauerstoff, 12–15 l/min über Maske mit Reservoirbeutel, 15–20 Minuten Verapamil, mindestens 240 mg täglich, Zieldosis meist 360 mg; EKG-Kontrollen
Sumatriptan 6 mg s.c. Zur Überbrückung: Prednisolon 60–100 mg täglich über 5 Tage, danach Reduktion um 10 mg alle 4 Tage
Zolmitriptan 5 mg nasal (Zulassung: 5 oder 10 mg, siehe unten) Zur Überbrückung: Blockade des Nervus occipitalis major mit Corticosteroid und Lokalanästhetikum
Mittel der zweiten Wahl
Akuttherapie Vorbeugung
Lidocain Nasenspray 4-10%ige Lösung Lithium 600–1500 mg nach Serumspiegel, wenn Verapamil nicht ausreicht
  Topiramat, Beginn mit 25 mg, wöchentliche Steigerung um 25 mg
Nicht-invasive Vagusnervstimulation (nur episodischer Verlauf) Galcanezumab 300 mg s.c. monatlich (nur episodischer Verlauf; in der EU nicht zugelassen)

Zugelassen sind für den Cluster-Kopfschmerz in Deutschland zur Akutbehandlung nur Sumatriptan 6 mg als Injektion unter die Haut, Zolmitriptan als Nasenspray und medizinischer Sauerstoff; zur Vorbeugung ist das Lithiumpräparat Quilonum retard zugelassen, wobei nicht jedes Lithiumpräparat den Cluster-Kopfschmerz im Anwendungsgebiet führt.[27] Beim Sauerstoff gilt das nur für Präparate, die den Cluster-Kopfschmerz im Anwendungsgebiet führen, so für CONOXIA GO2X in Druckgasflaschen.[51] Alle übrigen hier genannten Arzneimittel werden außerhalb ihrer Zulassung eingesetzt.

Sumatriptan als Nasenspray ist nur für die Migräne zugelassen.[3] Beim Zolmitriptan-Nasenspray gehen Leitlinie und Zulassung auseinander: Die europäische Leitlinie empfiehlt 5 mg, hält im Text aber 10 mg für die vorzuziehende Dosis.[1] Die Fachinformation nennt für den Cluster-Kopfschmerz „5 oder 10 mg" und ergänzt, bei ungenügender Wirkung von 5 mg könne eine Dosis von 10 mg bei nachfolgenden Anfällen wirksam sein. Das Spray gibt es nur mit 5 mg pro Sprühstoß; 10 mg sind also zwei Sprühstöße – und damit schon die zulässige Tagesgesamtdosis.[52]

Die Angaben sind der europäischen Leitlinie von 2023 entnommen; die Gültigkeit der deutschen Leitlinie von 2015 ist am 13. Mai 2020 abgelaufen.[3] Die Dosierungen sind Leitlinienangaben und keine ärztliche Anweisung; maßgeblich ist die Verordnung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.

CGRP Antikörper

Ausführlich: Galcanezumab.

In einer Phase-III-Studie zur vorbeugenden Behandlung bei episodischem Cluster-Kopfschmerz wurde Galcanezumab (Handelsname Emgality) als humanisierter monoklonaler Antikörper eingesetzt, der ein selektiver Inhibitor des CGRP (‘‘calcitonin gene-related peptide‘‘) ist.

In dieser doppelblinden randomisierten Studie wurden im Abstand von vier Wochen jeweils 300 mg Galcanezumab oder Placebo subkutan bei Patienten mit mindestens einer Kopfschmerzepisode alle zwei Tage seit mindestens sechs Wochen injiziert. Dadurch reduzierte sich die wöchentliche Anzahl von Kopfschmerzattacken in den ersten drei Wochen um mittlere 8,7 Attacken gegen 5,2 in der Placebogruppe. 71 % (gegen 53 %) hatten nach drei Wochen eine um mindestens die Hälfte reduzierte Häufigkeit von Kopfschmerzattacken. Schwere unerwünschte Wirkungen traten nicht auf, aber 8 % der Patienten mit Galcanezumab beklagten Schmerzen an der Injektionsstelle.

Da durch die Blut-Hirn-Schranke Galcanezumab im Liquor nur eine Konzentration von 0,1 % der Plasmakonzentration aufweist, deutet dies auf eine periphere Wirkung außerhalb des Zentralnervensystems hin, wie z.B. am Trigeminus-Ganglion.[53] Die Rekrutierung der Studie wurde vorzeitig beendet, weil zu wenige Betroffene die Einschlusskriterien erfüllten: Eingeschlossen wurden 106 statt der geplanten 162 Teilnehmer.[53]

Eine Studie zur vorbeugenden Behandlung mit Galcanezumab bei chronischem Cluster-Kopfschmerz blieb ohne Wirkung: Bei 237 behandelten Patienten sank die wöchentliche Attackenzahl um 5,4 gegenüber 4,6 unter Placebo, der Unterschied war nicht signifikant.[54]

Zulassung. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA ließ Galcanezumab am 4. Juni 2019 zur Behandlung des episodischen Cluster-Kopfschmerzes bei Erwachsenen zu.[55] Die europäische Arzneimittel-Agentur EMA lehnte die entsprechende Erweiterung der Zulassung am 27. Februar 2020 ab: Die Ergebnisse der einzelnen Studie hätten nicht klar gezeigt, dass Emgality Attacken vorbeugt, und der Nutzen überwiege die Risiken für diese Indikation nicht.[56] In der Europäischen Union ist Galcanezumab damit nur zur Migräneprophylaxe zugelassen, nicht für den Cluster-Kopfschmerz. Die europäische Leitlinie von 2023 spricht für Galcanezumab beim episodischen Verlauf eine schwache Empfehlung auf niedriger Evidenzstufe aus.[1]

Weitere CGRP-Antikörper. Auch die übrigen bisher geprüften Antikörper aus dieser Gruppe haben ihr Ziel verfehlt. Zwei Phase-III-Studien mit Fremanezumab beim episodischen und beim chronischen Cluster-Kopfschmerz wurden 2018 und 2019 nach einer Zwischenauswertung wegen absehbarer Wirkungslosigkeit abgebrochen.[57] Erenumab verfehlte beim chronischen Cluster-Kopfschmerz in einer deutschen Studie mit 81 Teilnehmern den Hauptendpunkt (Rückgang um 7,3 Attacken pro Woche gegenüber 5,9 unter Placebo).[58] Eptinezumab verfehlte beim episodischen Cluster-Kopfschmerz in einer Studie mit 231 Teilnehmern ebenfalls den Hauptendpunkt; einzelne nachgeordnete Auswertungen fielen jedoch zugunsten des Wirkstoffs aus.[59]

Komplementär- und Alternativmedizin

Eine Selbstbehandlung ist bei Cluster-Kopfschmerz nicht sinnvoll, da die Medikamente verschreibungspflichtig sind und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sein müssen.[60] Von irgendwelchen "Wundermitteln" ist abzuraten, da diese in der Regel nur die Aufnahme einer wirksamen Behandlung verzögern.

Die Beleglage ist für die folgenden Mittel sehr unterschiedlich; zu den meisten gibt es keine klinische Studie. Für Psilocybin liegt inzwischen eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie vor, die ihr Wirksamkeitsziel allerdings verfehlte (siehe unten). Für Vitamin D3 wurde eine randomisierte Studie begonnen, aber vorzeitig abgebrochen und nie veröffentlicht; belegt sind bisher nur niedrigere Vitamin-D-Spiegel bei Betroffenen, nicht ein Nutzen der Einnahme.[61]

Für Kudzu gibt es eine Befragung von sechzehn Anwendern, von denen elf über weniger starke, neun über seltenere und fünf über kürzere Attacken berichteten; der Autor selbst bezeichnet das als „anecdotal evidence" und fordert eine randomisierte Studie – die es bis heute nicht gibt.[62] Für die übrigen hier genannten Mittel – Omega-3-Fischöl, Minocyclin, Taurin beziehungsweise Energy Drinks, eine purin- oder histaminreduzierte Diät, eine erhöhte Trinkmenge und Vitamin-B-Präparate – sind keine klinischen Studien speziell zum Cluster-Kopfschmerz bekannt.

Patienten berichten unter anderem von positiven Wirkungen durch

Nur sehr wenige Patienten berichten von erfolgreicher Behandlung durch Heilpraktiker (Forum).

Manche Augenoptiker bieten Prismenbrillen gegen Kopfschmerzen an. Zum Cluster-Kopfschmerz gibt es dazu keine Studie; mehr unter Prismenbrillen.

Ketogene Ernährung

Anders als die zuvor genannten Selbstversuche ist die ketogene Ernährung in einer klinischen Studie untersucht worden. Achtzehn Betroffene mit chronischem Verlauf, bei denen die Medikamente nicht mehr wirkten, hielten zwölf Wochen eine modifizierte Atkins-Diät ein. Fünfzehn von ihnen sprachen an: elf wurden im Studienzeitraum attackenfrei, vier hatten höchstens noch halb so viele Attacken wie vorher.

Im Mittel ging die Zahl der Attacken pro Monat von 108,7 auf 31,4 zurück, allerdings bei sehr großer Streuung – die Standardabweichung war am Ende größer als der Mittelwert selbst.[65] Diese Studie war offen und einarmig, hatte also weder eine Kontrollgruppe noch eine Verblindung, und ihr Ergebnis ist bis heute nicht in einer randomisierten Studie bestätigt.

Eine ketogene Ernährung über Wochen ist außerdem ein erheblicher Eingriff in den Stoffwechsel; in der Studie wurde sie ärztlich begleitet, als Selbstversuch ist sie nicht gedacht. Die europäische Leitlinie von 2023 nennt die ketogene Ernährung ausdrücklich, spricht aber keine Empfehlung für sie aus: Sie führt sie unter den Behandlungsversuchen, für die „valid double-blind studies are missing", und zitiert dafür genau diese Studie.[1]

Psilocybin und LSD

Die Wirkung von Psilocybin in Form der „Zauberpilze" und von LSD hat im Juni 2006 erste wissenschaftliche Beachtung gefunden. Befragt wurden 53 Betroffene, die sich selbst damit behandelt hatten. 22 von 26 Psilocybin-Anwendern gaben an, damit eine Attacke abgebrochen zu haben; 25 von 48 Psilocybin- und 7 von 8 LSD-Anwendern berichteten von einer beendeten Episode, 18 von 19 beziehungsweise 4 von 5 von einer verlängerten attackenfreien Zeit. Die Angaben beziehen sich jeweils auf unterschiedlich große Teilgruppen der 53 Befragten, nicht auf alle. Die Autoren bezeichneten ihre Beobachtungen ausdrücklich als „unblinded, uncontrolled" und schrieben, ihre Ergebnisse überschätzten das Ansprechen „almost certainly".[64] Ausführlich stellt der Artikel Wirkung von Psilocybin und LSD auf Cluster-Kopfschmerz diese und weitere Erfahrungsberichte dar.

2022 folgte die erste randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie. Sechzehn Betroffene wurden zugeteilt, vierzehn gingen in die Auswertung ein; sie erhielten drei Dosen Psilocybin (0,143 mg je Kilogramm Körpergewicht) oder ein Scheinmedikament im Abstand von jeweils etwa fünf Tagen. In den drei Wochen danach nahm die Zahl der Attacken unter Psilocybin um 3,2 pro Woche ab, unter dem Scheinmedikament blieb sie praktisch unverändert – der Unterschied war jedoch statistisch nicht gesichert (p = 0,251). Die Autoren schreiben selbst: „Efficacy outcomes were negative, owing in part to the small number of participants." Auffällig war, dass der Effekt bei chronischem Verlauf deutlich größer ausfiel als bei episodischem.[66]

2024 legte dieselbe Arbeitsgruppe eine Verlängerungsphase vor: Zehn Teilnehmende erhielten mindestens sechs Monate später ein zweites Mal dieselben drei Dosen. Die Zahl der Attacken ging dabei von 18,4 auf 9,8 pro Woche zurück, und dieser Rückgang war statistisch gesichert (p = 0,013); er trat unabhängig davon auf, ob jemand in der ersten Runde angesprochen hatte. Diese Phase hatte allerdings keine Placebogruppe – verglichen wurde jeder Teilnehmende mit sich selbst vor der Behandlung. Genau dieser Vergleich fiel schon in der ersten Runde deutlich günstiger aus als der Vergleich gegen das Scheinmedikament; darin liegt der Grund, warum aus beiden Teilen der Studie noch kein Wirksamkeitsnachweis wird.[67]

Eine offene dänische Untersuchung an zehn Betroffenen mit chronischem Verlauf fand nach drei Psilocybin-Gaben eine Abnahme der Attackenzahl um im Mittel 31 Prozent; ein Teilnehmer blieb anschließend 21 Wochen attackenfrei. Auch diese Untersuchung hatte keine Kontrollgruppe.[68] Zu LSD ist 2019 in Basel eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie mit dreißig geplanten Teilnehmenden begonnen worden; Ergebnisse sind bis heute nicht veröffentlicht. In den Niederlanden läuft seit 2025 eine zweite Studie mit fünfundsechzig geplanten Teilnehmenden.[69]

Es handelt sich um hochpotente Halluzinogene, die schon bei geringen Dosierungen Psychosen auslösen können. In Deutschland sind die Wirkstoffe LSD, Psilocybin und Psilocin in Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes als nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel erfasst; Besitz und Handel sind daher strafbar, auch bei den Pilzen, die diese Stoffe enthalten. Für wissenschaftliche Zwecke kann das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nach § 3 Absatz 2 des Gesetzes ausnahmsweise eine Erlaubnis erteilen.[70] Alle oben genannten Studien wurden außerhalb Deutschlands durchgeführt: in den Vereinigten Staaten, in Dänemark, in der Schweiz und in den Niederlanden.

Die europäische Leitlinie von 2023 behandelt Psilocybin, LSD und verwandte Substanzen nicht; sie spricht dazu also weder eine Empfehlung noch eine Warnung aus.[1]

Unwirksame Therapieverfahren

Übliche Analgetika, seien es Opioid- oder Nichtopioid-Analgetika wie z.B. Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen, Novalgin/Metamizol oder Paracetamol, sind in der Therapie der akuten Schmerzattacke wirkungslos. Da Cluster-Kopfschmerz Attacken nach dreißig bis sechzig Minuten spontan abklingen können, wird irrtümlicherweise angenommen, dass dieses Abklingen durch die Anwendung eines Analgetikums erzielt wird. Die Folge ist, dass über Jahre oder Jahrzehnte unnötigerweise ineffektive und nebenwirkungsträchtige Medikamente eingenommen werden.

Die britische Leitlinie NICE nennt in ihrer Empfehlung zur Attackenbehandlung neben diesen Mitteln auch Mutterkornalkaloide und Triptane in Tablettenform als Mittel, die bei einer Cluster-Attacke nicht gegeben werden sollen.[71]

Auch die europäische Leitlinie von 2023 bewertet die Tablettenform deutlich schwächer als die schnell anflutenden Formen: Für Zolmitriptan zum Einnehmen spricht sie nur eine schwache Empfehlung auf sehr niedrigem Evidenzniveau aus, für Zolmitriptan als Nasenspray und für Sumatriptan zur Injektion unter die Haut jeweils eine starke Empfehlung. Dass es bei einer Attacke auf die Geschwindigkeit ankommt, hält sie ausdrücklich fest – den Vorzug der Injektion gegenüber dem Nasenspray begründet sie damit, dass Attacken nur etwa 15 bis 180 Minuten dauern.[1]

Ohne Wirksamkeit sind nach einer Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft aus dem Jahr 1998 außerdem Carbamazepin, Phenytoin, Betablocker, Antidepressiva, MAO-Hemmer, Histaminantagonisten (Antihistaminika), Biofeedback, Akupunktur, Neuraltherapie, Lokalanästhetika, physikalische Therapie, operative Maßnahmen und jegliche Form der Psychotherapie.[72]

Diese Empfehlung ist fast dreißig Jahre alt. Für Carbamazepin, Phenytoin, MAO-Hemmer, Histaminantagonisten, Biofeedback, Akupunktur und Neuraltherapie hat sich seither nichts ergeben, das sie zurück in die Behandlung bringen würde: In der europäischen Leitlinie von 2023 kommen sie nicht vor, weder als Empfehlung noch als ausdrückliche Gegenempfehlung. Zu den Betablockern hält dieselbe Leitlinie im Abschnitt über Patienten mit Cluster-Kopfschmerz und Migräne fest, dass sie den Cluster-Kopfschmerz nicht beeinflussen; zu Physiotherapie und Psychotherapie schreibt sie, beide seien bei nahezu allen Betroffenen unwirksam – diesen Satz stellt sie allerdings ohne Literaturangabe und ohne Bewertung der Evidenz auf, anders als ihre eigentlichen Empfehlungen.[1] Vier Punkte der Aufzählung brauchen heute eine Erläuterung.

Lokalanästhetika. Lidocain als Nasenspray und die Blockade des Nervus occipitalis major mit einem Lokalanästhetikum werden auf diesen Seiten heute als Möglichkeiten beschrieben. Diese Blockade steht in der europäischen Leitlinie von 2023 und in der Übersicht weiter oben als Überbrückung zu Beginn einer Episode.[1]

Operative Maßnahmen. Operative Eingriffe kommen nach dem Abschnitt Vorbeugende Behandlung erst in Betracht, wenn alle Medikamente versagt haben, und auch dann nur in Ausnahmefällen; von der „Gamma Knife“ Radiochirurgie wird dort ausdrücklich abgeraten. Davon zu unterscheiden sind die Stimulationsverfahren, die es 1998 noch nicht gab: Die ersten Veröffentlichungen zur okzipitalen Nervenstimulation beim Cluster-Kopfschmerz stammen von 2007, die Stimulation des Ganglion sphenopalatinum wurde ab 2011 eingesetzt, die Tiefenhirnstimulation ist weiterhin in der klinischen Erprobung. Wie es um diese Verfahren heute steht, steht oben in den Abschnitten Akutbehandlung und Vorbeugende Behandlung.

Antidepressiva. Gemeint ist, dass sie keine Attacke beenden und keine Episode verhindern; in der europäischen Leitlinie von 2023 werden sie als Mittel gegen den Cluster-Kopfschmerz nicht genannt.[1] Etwas anderes ist die Frage, ob jemand mit Cluster-Kopfschmerz ein Antidepressivum braucht, weil zusätzlich eine Depression vorliegt. Das bespricht man mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Psychotherapie. Dass Psychotherapie keine Attacke beendet und keine Episode verhindert, ist unstrittig. Untersucht wurde es allerdings kaum. Der einzige veröffentlichte Behandlungsversuch an einer Patientengruppe stammt von 1982: Elf Patienten mit episodischem Verlauf wurde ein Programm aus acht Wochen Entspannungstraining und anschließend zwölf Sitzungen Biofeedback angeboten. Vier brachen ab, bevor die Behandlung überhaupt begann; die sieben, die begannen, schlossen sie ab.

Drei von ihnen – 27 Prozent der Ausgangsgruppe – berichteten in der nächsten Cluster-Episode eine gewisse Besserung. Im Original heißt es: „In no one was the disorder eliminated.“[73] Daneben gibt es zwei Einzelfallberichte zu Biofeedback bei chronischem Verlauf, beide mit berichteter Besserung bei je einem Patienten.[74][75] Kontrollierte oder randomisierte Studien zu einem psychologischen Verfahren speziell beim Cluster-Kopfschmerz gibt es bis heute nicht.

Der Satz von 1998 wird heute aber anders gelesen, als er gemeint war: nämlich als „psychotherapeutische Hilfe bringt Ihnen nichts“. Das stimmt so nicht. Während einer Cluster-Episode sind Angst, Schlafstörungen und depressive Beschwerden häufig. In einer koreanischen Registerstudie wurden 222 Betroffene während der aktiven Episode untersucht: 38,2 Prozent hatten mittelschwere bis schwere Angstsymptome und 34,6 Prozent mittelschwere bis schwere depressive Symptome, gegenüber 10,1 und 12,1 Prozent in einer nach Alter und Geschlecht vergleichbaren Kontrollgruppe. Bei 52 Betroffenen mit episodischem Verlauf wurde auch in der attackenfreien Zeit gemessen; die mittleren Punktwerte fielen dort von 6,8 auf 1,6 (Angst) und von 6,1 auf 1,8 (Depression).[76] Die Beschwerden hängen also eng mit den Attacken zusammen, und eine wirksame Attacken- und Vorbeugungsbehandlung ist das Wichtigste dagegen.

Ob ein psychologisches Verfahren gegen diese Belastung hilft – nicht gegen die Attacken, sondern gegen das, was sie anrichten –, ist beim Cluster-Kopfschmerz nie untersucht worden; Fachleute halten es für einen Ansatz, der geprüft werden sollte.[77] Wer sich Unterstützung sucht, hat also gute Gründe. Der Satz von 1998 spricht nicht dagegen.

Cluster-Kopfschmerz bringt manche an einen Punkt, an dem sie nicht mehr weiterwissen und an Suizid denken. Dafür gibt es Hilfe, rund um die Uhr und kostenfrei: Die TelefonSeelsorge erreichen Sie in Deutschland unter 116 123, 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, in Österreich unter 142, in der Schweiz unter 143. Bei akuter Gefahr wählen Sie 112; außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Dr. med. Tim Jürgens: "Leitliniengerechte Therapie des Clusters. Häufig propagiert, nicht so häufig gemacht."

Tim Jürgens: Leitliniengerechte Therapie (2010)
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Vortrag von Dr. med. Tim Jürgens gehalten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 08.05.2010. Mit freundlicher Genehmigung von Tim Jürgens. Copyright© Tim Jürgens 2010. Dr. med. Tim Jürgens war zur Zeit des Vortrags ärztlicher Mitarbeiter an der Kopfschmerzambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Charly Gaul: "Akuttherapie und Prophylaxe des Clusterkopfschmerz."

Charly Gaul: Akuttherapie und Prophylaxe
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Vortrag von Dr. med. Charly Gaul gehalten zum Patientenforum Therapie des Clusterkopfschmerzes der Kliniken für Neurologie / Westdeutsches Kopfschmerz-Zentrum und Neurochirurgie am Universitätsklinikum Essen am 03.07.2010. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. med. Charly Gaul, Copyright© Dr. med. Charly Gaul 2010. Dr. med. Charly Gaul war zur Zeit des Vortrags Oberarzt an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen und Leiter des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums.

Arne May: Was tun, wenn die Leitlinientherapie nicht wirkt?

Arne May: Wenn die Leitlinientherapie nicht wirkt
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Vortrag von Prof. Dr. med. Arne May gehalten am UKE Hamburg, 02. Mai 2015. Mit freundlicher Genehmigung von Arne May, Copyright© Arne May 2015.

Prof. Dr. med. Arne May ist der Leiter der Kopfschmerzambulanz der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), stellvertretender Direktor des UKE Instituts für Systemische Neurowissenschaften und früherer Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Er war federführend an der Entwicklung der Leitlinien zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz und anderer trigemino-autonomer Kopfschmerzen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der European Federation of Neurological Societies beteiligt.

Charly Gaul: Wann sollte man ambulant und wann stationär behandeln?

Charly Gaul: Ambulant oder stationär?
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Vortrag von Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul, gehalten am UKE Hamburg, 02. Mai 2015. Mit freundlicher Genehmigung von Charly Gaul, Copyright© Charly Gaul 2015.

Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul war von 2012 bis 2021 Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein; 2021 gründete er gemeinsam mit Dr. med. T. Kühner das Kopfschmerzzentrum Frankfurt.[78] - Lebenslauf Charly Gaul

Siehe auch

Literatur

  • May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30 (10): 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405.  – die derzeit maßgebliche Leitlinie, frei zugänglich.
  • Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020 – damit abgelaufen. - Online im Leitlinienregister der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Eine Überarbeitung ist dort am 24.07.2025 von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie angemeldet, gemeinsam mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft sowie den Fachgesellschaften aus Österreich und der Schweiz; als geplante Fertigstellung ist der 31.12.2026 angegeben.
  • May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC (June 2005). "Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft". Schmerz 19 (3): 225–41. doi:10.1007/s00482-005-0397-8. PMID 15887001.  DMKG: PDF-Datei
  • Jürgens TP (August 2014). "Therapie des trigeminoautonomen Kopfschmerzes (Therapy of trigeminal autonomic headaches)". Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 57 (8): 983–95. doi:10.1007/s00103-014-2003-7. PMID 25005009. 

  • May A, Leone M, Áfra J, Linde M, Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. European Journal of Neurology. 2006; 13: 1066–1077. PMID 16987158, DOI
  • Tepper, SJ.; Stillman, MJ. (Jun 2013). "Cluster Headache: Potential Options for Medically Refractory Patients (When All Else Fails).". Headache. doi:10.1111/head.12148. PMID 23808603. 
  • Tyagi A, Matharu M.: Evidence base for the medical treatments used in cluster headache. Curr Pain Headache Rep. 2009 Apr; 13(2): 168-78. PMID 19272285 DOI

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 1,19 1,20 1,21 1,22 1,23 1,24 1,25 1,26 1,27 1,28 1,29 1,30 1,31 1,32 May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30 (10): 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405. 
  2. ↑ 2,0 2,1 2,2 Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie – Anlage VI: Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes, 16.08.2012 (PDF-Datei), Bundesanzeiger AT 24.10.2012 B3, in Kraft seit 25.10.2012; Verfahrensseite des G-BA
  3. ↑ 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020; eine Neufassung ist angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026. - Online bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie - Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.
  4. ↑ 4,0 4,1 Cohen AS, Burns B, Goadsby PJ (December 2009). "High-flow oxygen for treatment of cluster headache: a randomized trial". JAMA 302 (22): 2451–7. doi:10.1001/jama.2009.1855. PMID 19996400. 
  5. ↑ Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen, Projektgruppe Langzeitbeatmung: Arbeitshilfe Langzeitbeatmung und Langzeit-Sauerstofftherapie. Mai 2004; Kapitel 3.3.3.4 Sauerstoffinhalation mit Druckgasflaschen, Seite 99. (Stand 23.09.2026: nicht mehr online abrufbar; die Kopie bei yumpu.com wurde entfernt, Fehlermeldung 410, und die Datenbank SINDBAD des Medizinischen Dienstes ist abgeschaltet)
  6. ↑ Fogan L.: Treatment of cluster headache. A double-blind comparison of oxygen v air inhalation. Arch Neurol. (1985); 42(4):362-3, PMID 3885921
  7. ↑ T.J. Steiner, K. Paemeleire, R. Jensen, D. Valade, L. Savi, M.J.A. Lainez, H.-C. Diener, P. Martelletti, E.G.M. Couturier on behalf of the European Headache Federation and Lifting The Burden: The Global Campaign to Reduce the Burden of Headache Worldwide: European principles of management of common headache disorders in primary care. J Headache Pain. (2007) 8: S1; Begleitdokument „Aids for management of common headache disorders in primary care", Volltext in PubMed Central; die frühere Adresse bei der Weltgesundheitsorganisation ist nicht mehr erreichbar
  8. ↑ 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 8,6 May A, Leone M, Áfra J, Linde M, Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. European Journal of Neurology. 2006; 13: 1066–1077. PMID 16987158, DOI. Die frühere PDF-Adresse beim Verband ist nicht mehr erreichbar; die EFNS ist 2014 in der European Academy of Neurology aufgegangen, deren Leitlinie von 2023 diese Fassung ersetzt.
  9. ↑ Fachinformation Imigran Nasal mite 10 mg / Imigran Nasal 20 mg, Stand August 2025, Abschnitt 4.1: Als Anwendungsgebiet ist nur die Migräne genannt; der Cluster-Kopfschmerz kommt im Dokument nicht vor.
  10. ↑ Geerlings RP, Haane DY, Koehler PJ (2011). "Rebound following oxygen therapy in cluster headache". Cephalalgia 31 (10): 1145-9. doi:10.1177/0333102411412087. PMID 21700644. 
  11. ↑ May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC (June 2005). "Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft". Schmerz 19 (3): 225–41. doi:10.1007/s00482-005-0397-8. PMID 15887001.  DMKG: PDF-Datei
  12. ↑ Rozen TD.: Olanzapine as an abortive agent for cluster headache. Headache. 2001 Sep; 41(8): 813-6. PMID 11576207, DOI.
  13. ↑ Schoenen J, Jensen RH, Lantéri-Minet M, Láinez MJ, Gaul C, Goodman AM, Caparso A, May A (July 2013). "Stimulation of the sphenopalatine ganglion (SPG) for cluster headache treatment. Pathway CH-1: a randomized, sham-controlled study". Cephalalgia 33 (10): 816–30. doi:10.1177/0333102412473667. PMID 23314784. 
  14. ↑ Goadsby PJ, Sahai-Srivastava S, Kezirian EJ, Calhoun AH, Matthews DC, et al. (2019). "Safety and efficacy of sphenopalatine ganglion stimulation for chronic cluster headache: a double-blind, randomised controlled trial". Lancet Neurol 18 (12): 1081–1090. doi:10.1016/S1474-4422(19)30322-9. PMID 31701891. 
  15. ↑ Goadsby PJ, de Coo IF, Silver N, Tyagi A, Ahmed F, Gaul C, et al. (2018). "Non-invasive vagus nerve stimulation for the acute treatment of episodic and chronic cluster headache: A randomized, double-blind, sham-controlled ACT2 study". Cephalalgia 38 (5): 959–969. doi:10.1177/0333102417744362. PMID 29231763. 
  16. ↑ Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Bewertung der Expertengruppe Off-Label im Bereich Neurologie/Psychiatrie nach § 35b Abs. 3 SGB V zur Anwendung von „Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes.“ 19.08.2011
  17. ↑ 17,0 17,1 Cohen AS, Matharu MS, Goadsby PJ: Electrocardiographic abnormalities in patients with cluster headache on verapamil therapy. Neurology. (2007); 69(7): 668-75, PMID 17698788, Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 4/2007, Seite 19, PDF-Datei.
  18. ↑ Lanteri-Minet M, Silhol F, Piano V, Donnet A.: Cardiac safety in cluster headache patients using the very high dose of verapamil (≥720 mg/day). J Headache Pain. 2011; 12(2): 173-176, DOI.
  19. ↑ Göbel H, Holzgreve H, Heinze A, Deuschl G, Engel C, Kuhn K.: Retarded verapamil for cluster headache prophylaxis. Cephalalgia. 1999; 19(4): 458-9.
  20. ↑ Dodick DW, Rozen TD, Goadsby PJ & Silberstein SD.: Cluster headache. Cephalalgia. 2000; 20(6): 787-803. PMID 11167909.
  21. ↑ Gemeinsamer Bundesausschuss: Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI – Verordnungsfähigkeit von zugelassenen Arzneimitteln in nicht zugelassenen Anwendungsgebieten, Teil A Nummer IX (Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes) (PDF-Datei), letzte Änderung 11.06.2026, abgerufen am 22.09.2026; Übersichtsseite des G-BA zur Anlage VI mit der jeweils geltenden Fassung.
  22. ↑ Obermann M, Nägel S, Ose C, et al. (2021). "Safety and efficacy of prednisone versus placebo in short-term prevention of episodic cluster headache: a multicentre, double-blind, randomised controlled trial". Lancet Neurol 20 (1): 29–37. doi:10.1016/S1474-4422(20)30363-X. PMID 33245858. 
  23. ↑ Fachinformation Ergo-Kranit Migräne 2 mg Tabletten, Stand Februar 2023 (PDF-Datei), Abschnitt 4.1; gleichlautend die Gebrauchsinformation. Das Wort „Cluster" kommt in beiden Dokumenten nicht vor. Das Präparat wird inzwischen von der Fairmed Healthcare GmbH angeboten (PZN 04229082); eine neuere Packungsbeilage mit Stand November 2025 liegt vor, war aber nicht als Dokument der Firma abrufbar.
  24. ↑ May A, Evers S, Goadsby PJ u. a. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30 (10): 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405.  Am 23.09.2026 im Volltext gelesen (PDF-Fassung). S. 2963: „Due to poor oral absorption and the need for a rapid increase in plasma levels, dihydroergotamine (DHE) is best applied as aerosol spray, as suppository (no first path effect), or as subcutaneous injection“; „Ergotamine tartrate suppositories are not able to abort attacks because of the slow onset of action but may be used as short-term prophylaxis (see preventative drug treatment).“ S. 2968: „A further option is ergotamine tartrate (2 mg oral or suppository), if available.“
  25. ↑ Für Deutschland die gelesene Fachinformation des Tablettenpräparats (Stand Februar 2023). Zäpfchen mit Ergotamintartrat führt die Aufstellung der Europäischen Arzneimittel-Agentur zum Verfahren PSUSA/00000485/202511 (Stand 07/2026) nur für Belgien, Italien und Griechenland. Für die Schweiz die schweizerische Fachdatenbank PharmaWiki (Stand 30.04.2024): „In der Schweiz sind derzeit keine Arzneimittel mit Ergotamin mehr im Handel."; das dort zuletzt erhältliche Kombinationspräparat wurde 2014 vom Markt genommen. Für Österreich ließ sich der Stand nicht prüfen: Das Arzneispezialitätenregister des BASG ist nur über eine JavaScript-Suche zugänglich, deren Wirkstoff-Vorschlagsliste am 22.09.2026 auch für Wirkstoffe, die dort sicher verzeichnet sind, „Keine Optionen verfügbar" meldete. Dieser Befund betrifft das Abfragewerkzeug, nicht das Register.
  26. ↑ Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: „Dihydroergotamin und Dihydroergotoxin: Ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis", Eintrag vom 22.02.2022 sowie die Ruhensanordnungen ab 2014; Europäische Arzneimittel-Agentur, Referral-Verfahren zu Mutterkornalkaloid-Derivaten. Für Österreich die Einträge Migranal 4 mg/ml Nasalspray (Z.Nr. 1-22574) und Dihydergot 2,5 mg Tabletten (Z.Nr. 1-16750) im Arzneispezialitätenregister des BASG, Fachinformationen Stand 09/2025, Abschnitt 4.1 jeweils nur akute Migräne; bei der Tablette ist dort „Einstellung des In-Verkehr-Bringens gemeldet" vermerkt (Abfrage September 2026). Für die Schweiz: PharmaWiki, Dihydroergotamin (Stand 01.05.2025).
  27. ↑ 27,0 27,1 Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten, Stand August 2024, Abschnitt 4.1 Anwendungsgebiete: „Anfallsweise auftretender oder chronischer Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)".
  28. ↑ Steiner TJ, Hering R, Couturier EG, Davies PT, Whitmarsh TE.: Double-blind placebo-controlled trial of lithium in episodic cluster headache. Cephalalgia. 1997; 17(6): 673-675. PMID 9350389.
  29. ↑ El Amrani M, Massiou H, Bousser MG.: A negative trial of sodium valproate in cluster headache: methodological issues. Cephalalgia. 2002; 22(3): 205-208. PMID 12047460, DOI.
  30. ↑ S. Schuh-Hofer, H. Israel, L. Neeb, U. Reuter, G. Arnold: The use of gabapentin in chronic cluster headache patients refractory to first-line therapy. European Journal of Neurology 2007 14(6), 694–696, Beim Verlag PMID 17539953.
  31. ↑ 31,0 31,1 Tfelt Hansen P.: Prophylactic pharmacotherapy of cluster headache. In: Olesen J, Goadsby P, eds. Cluster Headache and Related Conditions. Oxford, New York: Oxford University Press, 1999: 257–263. ISBN 0-1926-3073-3.
  32. ↑ Die europäische Arzneimittel-Agentur hat die Anwendung der in anderen europäischen Ländern verbliebenen Präparate mit Beschluss der Europäischen Kommission vom 28. April 2014 eingeschränkt. Eines der beiden verbliebenen Anwendungsgebiete ist ausdrücklich die „Prophylactic treatment of episodic and chronic cluster headache in adults when treatment with standard medicines has failed"; vorausgesetzt wird, dass zuvor Mittel aus mindestens zwei Wirkstoffklassen über jeweils mindestens zwei Monate versucht wurden. Referral-Verfahren zu methysergidhaltigen Arzneimitteln. Im laufenden Text der europäischen Leitlinie von 2023 kommt Methysergid nicht mehr vor.
  33. ↑ Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten, Teofarma, Stand der Information August 2024, Abschnitt 4.5 (Wechselwirkungen) unter „Kalzium-Antagonisten (z. B. Diltiazem, Verapamil)“. Am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen.
  34. ↑ Nilsson Remahl AI, Ansjon R, Lind F, Waldenlind E.: Hyperbaric oxygen treatment of active cluster headache: a double-blind placebo-controlled cross-over study. Cephalalgia. 2002; 22(9): 730-9. PMID 12421159.
  35. ↑ Goadsby PJ, Cohen AS.: Neues zur Pathophysiologie und Therapie der trigeminoautonomen Kopfschmerzsyndrome. Schmerz. 2008 Feb 7; [Epub ahead of print] PMID 18253766, DOI.
  36. ↑ 36,0 36,1 Ambrosini A, Vandenheede M, Rossi P, Aloj F, Sauli E, Pierelli F, Schoenen J.: Suboccipital injection with a mixture of rapid- and long-acting steroids in cluster headache: a double-blind placebo-controlled study. Pain. 2005 Nov;118(1-2):92-6. Epub 2005 Oct 3. PMID 16202532, DOI. Comment in: Pain. 2006 Apr; 121(3):281-2; PMID 16513278, DOI. Der frühere Direktlink auf die PDF-Datei bei Elsevier ist nicht mehr erreichbar; der Server für Direkt-Downloads wurde stillgelegt. Kommentar von Dr. Arne May in der DMKG Kopfschmerz-News 2/2006, Seite 44. PDF-Datei.
  37. ↑ Felisati G, Arnone F, Lozza P, Leone M, Curone M, Bussone G (August 2006). "Sphenopalatine endoscopic ganglion block: a revision of a traditional technique for cluster headache". Laryngoscope 116 (8): 1447–50. doi:10.1097/01.mlg.0000227997.48020.44. PMID 16885751. 
  38. ↑ Pipolo C, Bussone G, Leone M, Lozza P, Felisati G (June 2010). "Sphenopalatine endoscopic ganglion block in cluster headache: a reevaluation of the procedure after 5 years". Neurol. Sci. 31 Suppl 1: S197–9. doi:10.1007/s10072-010-0325-2. PMID 20464621. 
  39. ↑ Donnet et al.: Trigeminal nerve radiosurgical treatment in intractable chronic cluster headache: unexpected high toxicity. Neurosurgery. (2006) 59(6): 1252-7, PMID 17277687
  40. ↑ McClelland et al.: Long-term results of radiosurgery for refractory cluster headache. Neurosurgery. (2006) 59(6): 1258-62; PMID 17277688
  41. ↑ McClelland et al.: Repeat trigeminal nerve radiosurgery for refractory cluster headache fails to provide long-term pain relief. Headache. (2007) 47(2): 298-300; PMID 17300376
  42. ↑ Burns et al.: Treatment of medically intractable cluster headache by occipital nerve stimulation: long-term follow-up of eight patients. The Lancet. (2007) 369(9567): 1099-106; PMID 17398309
  43. ↑ Magis et al.: Occipital nerve stimulation for drug-resistant chronic cluster headache: a prospective pilot study. Lancet Neurology. (2007); 6(4): 314-21; PMID 17362835
  44. ↑ Leone et al.: Stimulation of occipital nerve for drug-resistant chronic cluster headache. Lancet Neurology. (2007); 6(4): 289-291; PMID 17362827
  45. ↑ Wilbrink LA, de Coo IF, Doesborg PGG, Mulleners WM, Teernstra OPM, Bartels EC, et al. (2021). "Safety and efficacy of occipital nerve stimulation for attack prevention in medically intractable chronic cluster headache (ICON): a randomised, double-blind, multicentre, phase 3, electrical dose-controlled trial". Lancet Neurol 20 (7): 515-525. doi:10.1016/S1474-4422(21)00101-0. PMID 34146510.  Die Autoren begründen den Verzicht auf eine Scheinkontrolle wörtlich damit, dass die Stimulation Missempfindungen auslöst: „Because ONS causes paraesthesia, preventing masked comparison versus placebo, we compared high-intensity versus low-intensity ONS, which are hypothesised to cause similar paraesthesia, but with different efficacy."
  46. ↑ Brandt RB, Wilbrink LA, de Coo IF, Haan J, Mulleners WM, Huygen FJPM, et al. (2023). "A prospective open label 2-8 year extension of the randomised controlled ICON trial on the long-term efficacy and safety of occipital nerve stimulation in medically intractable chronic cluster headache". EBioMedicine 98: 104895. doi:10.1016/j.ebiom.2023.104895. PMID 38007947.  Diese Nachbeobachtung war offen, hatte also keine Vergleichsgruppe.
  47. ↑ Leone M,. et al.: Hypothalamic stimulation for intractable cluster headache: long-term experience. Neurology (2006)‚ 67(1): 150-2, PMID 16832097
  48. ↑ 48,0 48,1 Murray M, Pahapill PA, Awad AJ (2023). "Deep Brain Stimulation for Chronic Cluster Headaches: A Systematic Review and Meta-Analysis". Stereotact Funct Neurosurg 101 (4): 232-243. doi:10.1159/000530508. PMID 37245509.  Von den sechzehn ausgewerteten Arbeiten war nur eine eine randomisierte Studie, die übrigen waren offene Fallserien. Die mittlere Nachbeobachtung betrug 45,4 Monate.
  49. ↑ Fontaine D, Lazorthes Y, Mertens P, Blond S, Géraud G, Fabre N, et al. (2010). "Safety and efficacy of deep brain stimulation in refractory cluster headache: a randomized placebo-controlled double-blind trial followed by a 1-year open extension". J Headache Pain 11 (1): 23-31. doi:10.1007/s10194-009-0169-4. PMID 19936616.  Drei schwerwiegende Ereignisse traten auf: eine Infektion unter der Haut, eine vorübergehende Bewusstlosigkeit und Ohnmachten beim Wasserlassen.
  50. ↑ Schoenen J, Di Clemente L, Vandenheede M, Fumal A, De Pasqua V, Mouchamps M, et al. (2005). "Hypothalamic stimulation in chronic cluster headache: a pilot study of efficacy and mode of action". Brain 128 (Pt 4): 940-947. doi:10.1093/brain/awh411. PMID 15689358.  Die Autoren schließen daraus wörtlich: „Intracerebral haemorrhage cannot be neglected in the risk evaluation of the procedure."
  51. ↑ Gebrauchsinformation CONOXIA® GO2X, Sauerstoff 100 % (V/V), Gas zur medizinischen Anwendung, Linde GmbH, Stand 09.2024, Abschnitt 1, am 23.09.2026 gelesen: „CONOXIA GO2X wird angewendet zur Behandlung und Vorbeugung von Sauerstoffmangelzuständen (hypoxischen und hypoxämischen Zuständen) sowie zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen.“ Abschnitt 3: „Bei Cluster-Kopfschmerzen wird 15 Minuten lang 100 %iger Sauerstoff mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 7 l/min über eine Gesichtsmaske zugeführt.“ Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt dagegen mindestens 12 l/min.
  52. ↑ Fachinformation AscoTop Nasal 5 mg/Dosis Nasenspray, Grünenthal GmbH, Stand Juni 2023, Abschnitt 4.2, Unterabschnitt „Behandlung von Cluster-Kopfschmerz": „Die empfohlene Dosis … beträgt 5 oder 10 mg. Bei Patienten, bei denen keine ausreichende Wirkung mit der 5-mg-Dosis erreicht wird, kann eine Dosis von 10 mg bei nachfolgenden Anfällen wirksam sein. … Die Tagesgesamtdosis darf 10 mg nicht überschreiten. Innerhalb von 24 Stunden sollten nicht mehr als 4 Dosen Zolmitriptan 2,5 mg oder 2 Dosen Zolmitriptan 5 mg angewendet werden." Bei fachinfo.de
  53. ↑ 53,0 53,1 Goadsby PJ, Dodick DW, Leone M, Bardos JN, Oakes TM, Millen BA, Zhou C, Dowsett SA, Aurora SK, Ahn AH, Yang JY, Conley RR, Martinez JM (July 2019). "Trial of Galcanezumab in Prevention of Episodic Cluster Headache". N. Engl. J. Med. 381 (2): 132–141. doi:10.1056/NEJMoa1813440. PMID 31291515. 
  54. ↑ Dodick DW, Goadsby PJ, Lucas C, Jensen R, Bardos JN, Martinez JM, Zhou C, Aurora SK, Yang JY, Conley RR, Oakes T (2020). "Phase 3 randomized, placebo-controlled study of galcanezumab in patients with chronic cluster headache: Results from 3-month double-blind treatment". Cephalalgia 40 (9): 935–948. doi:10.1177/0333102420905321. PMID 32050782. 
  55. ↑ U.S. Food and Drug Administration: Zulassungsschreiben BLA 761063/S-003 zu Emgality, 4. Juni 2019 (PDF-Datei)
  56. ↑ European Medicines Agency: Refusal of a change to the marketing authorisation for Emgality (galcanezumab), EMA/95744/2020, 28. Februar 2020 (PDF-Datei)
  57. ↑ ClinicalTrials.gov NCT02945046 (episodisch) und NCT02964338 (chronisch), beide vorzeitig beendet („futility analysis“)
  58. ↑ Mecklenburg J, et al. (2025). "Erenumab for prevention of chronic cluster headache (CHERUB01): a randomized clinical trial". JAMA Netw Open 8 (6): e2516318. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.16318. PMID 40526384. 
  59. ↑ Jensen RH, et al. (2025). "Eptinezumab for the prevention of episodic cluster headache (ALLEVIATE): a randomized clinical trial". JAMA Neurol 82 (7): 706–714. doi:10.1001/jamaneurol.2025.1317. PMID 40388178. 
  60. ↑ Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, Cluster-Kopfschmerz, Informationen für Patientinnen und Patienten, Juli 2005 (PDF)
  61. ↑ Sohn JH, Chu MK, Park KY, Ahn HY, Cho SJ (2018). "Vitamin D deficiency in patients with cluster headache: a preliminary study". J Headache Pain 19 (1): 54. doi:10.1186/s10194-018-0886-7. PMID 30019090.  Die randomisierte Studie zum Hochdosis-Schema (NCT04570475, University of Texas Health Science Center, Houston) wurde im Mai 2024 mit 27 aufgenommenen Teilnehmenden abgebrochen; als Grund ist im Register angegeben, dass zu wenige die Voraussetzungen für die Randomisierung erfüllten – nicht, dass sich ein Schaden gezeigt hätte. Ergebnisse sind nicht veröffentlicht. Die oft zitierte Anwenderbefragung von Batcheller (Neurology 2014) ist ein Kongress-Abstract ohne Kontrollgruppe.
  62. ↑ 62,0 62,1 Sewell RA.: Response of Cluster Headache to Kudzu. Headache. 2009 Jan; 49(1): 98-105. PMID 19125878 DOI
  63. ↑ Peter Batcheller: A Survey of Cluster Headache (CH) Sufferers Using Vitamin D3 as a CH Preventative (P1.256) - Neurology. 2014; 82 (Sup 10): P1.256.
  64. ↑ 64,0 64,1 Sewell RA, Halpern JH, Pope HG Jr: Response of cluster headache to psilocybin and LSD. (PDF-Datei) Neurology. (2006) 66(12):1920-2. PMID 16801660 DOI
  65. ↑ Di Lorenzo C, Coppola G, Di Lenola D, Evangelista M, Sirianni G, Rossi P, Di Lorenzo G, Serrao M, Pierelli F (2018). "Efficacy of Modified Atkins Ketogenic Diet in Chronic Cluster Headache: An Open-Label, Single-Arm, Clinical Trial". Front Neurol 9: 64. doi:10.3389/fneur.2018.00064. PMID 29483892. 
  66. ↑ Schindler EAD, Sewell RA, Gottschalk CH, Luddy C, Flynn LT, Zhu Y, Lindsey H, Pittman BP, Cozzi NV, D'Souza DC (2022). "Exploratory investigation of a patient-informed low-dose psilocybin pulse regimen in the suppression of cluster headache: Results from a randomized, double-blind, placebo-controlled trial". Headache 62 (10): 1383-1394. doi:10.1111/head.14420. PMID 36416492. 
  67. ↑ Schindler EAD, Sewell RA, Gottschalk CH, Flynn LT, Zhu Y, Pittman BP, Cozzi NV, D'Souza DC (2024). "Psilocybin pulse regimen reduces cluster headache attack frequency in the blinded extension phase of a randomized controlled trial". J Neurol Sci 460: 122993. doi:10.1016/j.jns.2024.122993. PMID 38581739. 
  68. ↑ Madsen MK, Petersen AS, Stenbæk DS, et al. (2024). "CCH attack frequency reduction after psilocybin correlates with hypothalamic functional connectivity". Headache 64 (1): 55-67. doi:10.1111/head.14656. PMID 38238974. 
  69. ↑ NCT03781128, Universitätsspital Basel, Phase II, randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, Beginn Januar 2019, 30 geplante Teilnehmende; NCT05477459 (LICIT), Radboud University Medical Center mit Leiden und Nijmegen, Beginn April 2025, 65 geplante Teilnehmende. Stand der Registereinträge 2025: beide Studien dort als laufend verzeichnet, keine Ergebnisse veröffentlicht.
  70. ↑ Betäubungsmittelgesetz, Anlage I (zu § 1 Abs. 1) – nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel; dort sind „Lysergid" (LSD), „Psilocin (Psilotsin)" und „Psilocybin" aufgeführt. § 3 Abs. 2 BtMG: „Eine Erlaubnis für die in Anlage I bezeichneten Betäubungsmittel kann das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nur ausnahmsweise zu wissenschaftlichen oder anderen im öffentlichen Interesse liegenden Zwecken erteilen."
  71. ↑ National Institute for Health and Care Excellence: Headaches in over 12s: diagnosis and management. Clinical guideline CG150, 2012, zuletzt aktualisiert am 3. Juni 2025, Empfehlung 1.3.38 (vor diesem Update 1.3.32; am 23.09.2026 auf nice.org.uk im Browser geprüft): „Do not offer paracetamol, NSAIDS, opioids, ergots or oral triptans for the acute treatment of cluster headache.“ URL
  72. ↑ Diener HC, Göbel H, Grotemeyer KH, Pfaffenrath V.: Therapie des Clusterkopfschmerzes. Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft. Dt. Ärzteblatt. Oktober 1998; 95(44): A-2760-2769. URL · Volltext (PDF)
  73. ↑ Blanchard EB, Andrasik F, Jurish SE, Teders SJ (June 1982). "The treatment of cluster headache with relaxation and thermal biofeedback". Biofeedback Self Regul 7 (2): 185-91. doi:10.1007/BF00998782. PMID 6753952.  Acht Wochen verkürzte progressive Muskelrelaxation, danach zwölf Sitzungen thermales Biofeedback; ohne Kontrollgruppe.
  74. ↑ Hoelscher TJ, Lichstein KL (1983). "Blood volume pulse biofeedback treatment of chronic cluster headache". Biofeedback Self Regul 8 (4): 533-41. doi:10.1007/BF00998760. PMID 6675728. 
  75. ↑ King AC, Arena JG (1984). "Behavioral treatment of chronic cluster headache in a geriatric patient". Biofeedback Self Regul 9 (2): 201-8. doi:10.1007/BF00998834. PMID 6509110. 
  76. ↑ Kim BS, Chung PW, Kim BK, Lee MJ, Park JW, Chu MK, et al. (2020). "The impact of remission and coexisting migraine on anxiety and depression in cluster headache". J Headache Pain 21 (1): 58. doi:10.1186/s10194-020-01120-7. PMID 32471362.  Erhoben mit GAD-7 und PHQ-9; „mittelschwer bis schwer“ entspricht einem Wert von 10 oder mehr.
  77. ↑ Grinberg AS, Best RD, Min KM, Schindler EAD, Koo BB, Sico JJ, Seng EK (2021). "Cluster headache: clinical characteristics and opportunities to enhance quality of life". Curr Pain Headache Rep 25 (10): 65. doi:10.1007/s11916-021-00979-8. PMID 34668084. 
  78. ↑ Kopfschmerzzentrum Frankfurt: Unser Team, am 23.09.2026 gelesen: „Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein (2012-2021)“; „Gemeinsam mit Herrn Dr. med. T. Kühner Gründer des Kopfschmerzzentrums Frankfurt (2021)“.



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