Cluster-Kopfschmerz Behandlung: Unterschied zwischen den Versionen

Siehe auch: Verweise auf Off-Label-Use beim Clusterkopfschmerz und Chronikerregelung ergänzt
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* '''Zwei Säulen:''' die einzelne Attacke behandeln und mit einer vorbeugenden Behandlung die Attacken meist seltener und schwächer machen. Heilbar ist die Erkrankung bisher nicht.
* '''Gegen die Attacke:''' 100 % Sauerstoff über eine Hochkonzentrationsmaske, 12 bis 15 Liter pro Minute, 15 bis 20 Minuten lang; oder Sumatriptan als Spritze oder Zolmitriptan als Nasenspray ([[#Akutbehandlung|Akutbehandlung]]).
* '''Vorbeugung:''' Mittel der ersten Wahl ist Verapamil, mit EKG-Kontrollen. Bis es nach zwei bis drei Wochen wirkt, kann Kortison die Zeit überbrücken ([[#Vorbeugende Behandlung|vorbeugende Behandlung]]).
* '''Kopfschmerztagebuch:''' Uhrzeit, Dauer und Stärke jeder Attacke aufschreiben. Das hilft bei der Diagnose und bei der Planung der Behandlung ([[#Kopfschmerztagebuch|Kopfschmerztagebuch]]).
}}
Cluster-Kopfschmerz ist eine Erkrankung, die durch medizinische Maßnahmen nicht heilbar ist. Die Intensität der Schmerzattacken und die Attackenhäufigkeit können durch geeignete vorbeugende '''Behandlung''' meistens vermindert werden.
Cluster-Kopfschmerz ist eine Erkrankung, die durch medizinische Maßnahmen nicht heilbar ist. Die Intensität der Schmerzattacken und die Attackenhäufigkeit können durch geeignete vorbeugende '''Behandlung''' meistens vermindert werden.


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== Akutbehandlung ==
== Akutbehandlung ==
[[Bild:CH_mask.jpg|thumb|Hochkonzentrationsmaske]]
[[Bild:CH_mask.jpg|alt=Durchsichtige Gesichtsmaske mit blauem Polsterrand und Ventilstück, darunter ein grüner Reservoirbeutel und der Sauerstoffschlauch.|thumb|Hochkonzentrationsmaske]]
# Inhalation von 100% medizinischem [[Sauerstoff]] über eine [[Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske|Hochkonzentrationsmaske]] (Non-Rebreather-Maske)<ref name="DG">Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020. - [http://www.dgn.org/leitlinien/11-leitlinien-der-dgn/3051-ll-54-ll-clusterkopfschmerz-und-trigeminoautonome-kopfschmerzen Online bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie] - [http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-036.html Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. ]</ref><ref name="COHEN">{{cite journal |author=Cohen AS, Burns B, Goadsby PJ |title=High-flow oxygen for treatment of cluster headache: a randomized trial |journal=JAMA |volume=302 |issue=22 |pages=2451–7 |year=2009 |month=December |pmid=19996400 |doi=10.1001/jama.2009.1855 |url=}}</ref><ref name="MDK">Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen, Projektgruppe Langzeitbeatmung: Arbeitshilfe Langzeitbeatmung und Langzeit-Sauerstofftherapie. Mai 2004; Kapitel 3.3.3.4 Sauerstoffinhalation mit Druckgasflaschen, Seite 99. [https://www.yumpu.com/de/document/view/21062704/langzeitbeatmung-und-langzeit-sauerstofftherapie/96 Seite 99] und [https://www.yumpu.com/de/document/view/21062704/langzeitbeatmung-und-langzeit-sauerstofftherapie/ das vollständige Dokument]. Die frühere Adresse in der Sozialmedizinischen Informationsdatenbank (SINDBAD) des Medizinischen Dienstes ist nicht mehr erreichbar; die Datenbank wurde öffentlich abgeschaltet</ref><ref name="FOG85">Fogan L.: Treatment of cluster headache. A double-blind comparison of oxygen v air inhalation. ''Arch Neurol.'' (1985); '''42(4)''':362-3, PMID 3885921</ref><ref>T.J. Steiner, K. Paemeleire, R. Jensen, D. Valade, L. Savi, M.J.A. Lainez, H.-C. Diener, P. Martelletti, E.G.M. Couturier on behalf of the European Headache Federation and Lifting The Burden: The Global Campaign to Reduce the Burden of Headache Worldwide: European principles of management of common headache disorders in primary care. ''J Headache Pain.'' (2007) '''8''': S1; [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3533615/ Begleitdokument „Aids for management of common headache disorders in primary care", Volltext in PubMed Central]; die frühere Adresse bei der Weltgesundheitsorganisation ist nicht mehr erreichbar</ref><ref name="EFNS">May A, Leone M, Áfra J, Linde M,  Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. ''European Journal of Neurology.'' 2006; '''13''': 1066–1077. PMID 16987158, [https://doi.org/10.1111/j.1468-1331.2006.01566.x DOI]. Die frühere PDF-Adresse beim Verband ist nicht mehr erreichbar; die EFNS ist 2014 in der European Academy of Neurology aufgegangen, deren Leitlinie von 2023 diese Fassung ersetzt.</ref> mit Reservoirbeutel und einem Durchfluss von 12&nbsp;–&nbsp;15&nbsp;l/min über 15&nbsp;–&nbsp;20&nbsp;min.<ref name="EAN2023">{{cite journal |author=May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. |title=European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache |journal=Eur J Neurol |volume=30 |issue=10 |pages=2955-2979 |year=2023 |pmid=37515405 |doi=10.1111/ene.15956}}</ref> Sauerstoffbrillen sind nicht geeignet, da die Betroffenen während der Attacken meist nicht durch die Nase atmen können. Zudem kann mit Sauerstoffbrillen nicht der erforderliche Durchfluss von 12&nbsp;-&nbsp;15&nbsp;l/min. erreicht werden. Aus letztgenanntem Grund sind auch Sauerstoffkonzentratoren ungeeignet, diese erreichen nur eine maximale Durchflussrate von 5,5&nbsp;l/min. Medizinischer Sauerstoff ist in Druckflaschen (200bar) mit zehn Litern oder mit zwei Litern Volumen erhältlich.
# Inhalation von 100% medizinischem [[Sauerstoff]] über eine [[Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske|Hochkonzentrationsmaske]] (Non-Rebreather-Maske)<ref name="DG">Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020; eine Neufassung ist angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026. - [https://www.dgn.org/leitlinie/clusterkopfschmerz-und-trigeminoautonome-kopfschmerzen Online bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie] - [https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-036 Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. ]</ref><ref name="COHEN">{{cite journal |author=Cohen AS, Burns B, Goadsby PJ |title=High-flow oxygen for treatment of cluster headache: a randomized trial |journal=JAMA |volume=302 |issue=22 |pages=2451–7 |year=2009 |month=December |pmid=19996400 |doi=10.1001/jama.2009.1855 |url=}}</ref><ref name="MDK">Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen, Projektgruppe Langzeitbeatmung: Arbeitshilfe Langzeitbeatmung und Langzeit-Sauerstofftherapie. Mai 2004; Kapitel 3.3.3.4 Sauerstoffinhalation mit Druckgasflaschen, Seite 99. ''(Stand 23.09.2026: nicht mehr online abrufbar; die Kopie bei yumpu.com wurde entfernt, Fehlermeldung 410, und die Datenbank SINDBAD des Medizinischen Dienstes ist abgeschaltet)''</ref><ref name="FOG85">Fogan L.: Treatment of cluster headache. A double-blind comparison of oxygen v air inhalation. ''Arch Neurol.'' (1985); '''42(4)''':362-3, PMID 3885921</ref><ref>T.J. Steiner, K. Paemeleire, R. Jensen, D. Valade, L. Savi, M.J.A. Lainez, H.-C. Diener, P. Martelletti, E.G.M. Couturier on behalf of the European Headache Federation and Lifting The Burden: The Global Campaign to Reduce the Burden of Headache Worldwide: European principles of management of common headache disorders in primary care. ''J Headache Pain.'' (2007) '''8''': S1; [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3533615/ Begleitdokument „Aids for management of common headache disorders in primary care", Volltext in PubMed Central]; die frühere Adresse bei der Weltgesundheitsorganisation ist nicht mehr erreichbar</ref><ref name="EFNS">May A, Leone M, Áfra J, Linde M,  Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. ''European Journal of Neurology.'' 2006; '''13''': 1066–1077. PMID 16987158, [https://doi.org/10.1111/j.1468-1331.2006.01566.x DOI]. Die frühere PDF-Adresse beim Verband ist nicht mehr erreichbar; die EFNS ist 2014 in der European Academy of Neurology aufgegangen, deren Leitlinie von 2023 diese Fassung ersetzt.</ref> mit Reservoirbeutel und einem Durchfluss von 12&nbsp;–&nbsp;15&nbsp;l/min über 15&nbsp;–&nbsp;20&nbsp;min.<ref name="EAN2023">{{cite journal |author=May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. |title=European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache |journal=Eur J Neurol |volume=30 |issue=10 |pages=2955-2979 |year=2023 |pmid=37515405 |doi=10.1111/ene.15956}}</ref> Sauerstoffbrillen sind nicht geeignet, da die Betroffenen während der Attacken meist nicht durch die Nase atmen können. Zudem kann mit Sauerstoffbrillen nicht der erforderliche Durchfluss von 12&nbsp;-&nbsp;15&nbsp;l/min. erreicht werden. Aus letztgenanntem Grund sind auch [[Sauerstoffflasche#Sauerstoffkonzentratoren|Sauerstoffkonzentratoren]] ungeeignet. Medizinischer Sauerstoff ist in Druckflaschen (200bar) mit zehn Litern oder mit zwei Litern Volumen erhältlich.
# [[Triptan]]e: [[Sumatriptan]] [[subcutan]] und [[Zolmitriptan]] [[nasal]] sind zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen zugelassen.  
# [[Triptan]]e: [[Sumatriptan]] [[subcutan]] und [[Zolmitriptan]] [[nasal]] sind zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen zugelassen.  
# [[Sumatriptan]] Nasenspray wird von der ''Deutschen Gesellschaft für Neurologie'' als "Mittel der zweiten Wahl" empfohlen, ebenso die intranasale Zufuhr von vier- bis zehnprozentigen [[Lidocain]] Nasentropfen.<ref name="DG" />
# [[Sumatriptan]] als Nasenspray (20&nbsp;mg) nennt die europäische Leitlinie von 2023 mit starker Empfehlung als Alternative zur Spritze; die Wirkung setzt allerdings langsamer ein.<ref name="EAN2023"/> Zugelassen ist es in Deutschland nur für die Migräne, nicht für den Cluster-Kopfschmerz.<ref name="IMIGRANNASAL">[https://www.fachinfo.de/fi/pdf/001283/imigran-nasal-mite-10-mg-imigran-nasal-20-mg Fachinformation Imigran Nasal mite 10&nbsp;mg / Imigran Nasal 20&nbsp;mg], Stand August 2025, Abschnitt 4.1: Als Anwendungsgebiet ist nur die Migräne genannt; der Cluster-Kopfschmerz kommt im Dokument nicht vor.</ref> Für die intranasale Zufuhr von vier- bis zehnprozentigen [[Lidocain]]-Nasentropfen spricht die Leitlinie eine schwache Empfehlung aus, gestützt auf den Konsens der Fachleute.<ref name="EAN2023"/>


Die Inhalation von reinem Sauerstoff beendet ([[kupiert]]) einen großen Teil der Attacken innerhalb von 15 Minuten. Die oft genannten 78&nbsp;% stammen aus einer randomisierten Studie und beziehen sich auf einzelne Attacken – 150 mit Sauerstoff behandelte Attacken von 76 Teilnehmenden gegenüber 148 mit Raumluft –, nicht auf den Anteil der Betroffenen, denen Sauerstoff hilft; einen solchen Anteil nennt die Studie nicht. Gemessen wurde außerdem nicht allein Schmerzfreiheit: Der Endpunkt war, nach 15 Minuten schmerzfrei zu sein oder, wo im Tagebuch kein Schmerz vermerkt war, ausreichend gebessert.<ref name="COHEN"/> Sauerstoff ist sehr gut verträglich und hat nicht die Nebenwirkungen der medikamentösen Akutbehandlung; nebenwirkungsfrei ist er jedoch nicht – beschrieben ist unter anderem ein Wiederkehren der Attacke nach zunächst erfolgreicher Inhalation.<ref name="GEERLINGS">{{cite journal |author=Geerlings RP, Haane DY, Koehler PJ |title=Rebound following oxygen therapy in cluster headache |journal=Cephalalgia |volume=31 |issue=10 |pages=1145-9 |year=2011 |pmid=21700644 |doi=10.1177/0333102411412087 |url=}}</ref><ref name="DG" /><ref name="DMKG1">{{cite journal |author=May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC |title=Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft |journal=Schmerz |volume=19 |issue=3 |pages=225–41 |year=2005 |month=June |pmid=15887001 |doi=10.1007/s00482-005-0397-8 |url=}} [http://web.archive.org/web/20151106202717/http://www.dmkg.de/dmkg/sites/default/files/therapieempfehlung%20clusterkopfschmerz.pdf DMKG: PDF-Datei]</ref> Die Anwendung von Lidocain hilft nur einem Teil der Patienten und nicht immer. Trotzdem sollte jede Patientin und jeder Patient mit Cluster-Kopfschmerzen diese Therapie ausprobieren, da bei Wirksamkeit Nebenwirkungen vermieden werden.<ref name="DG"/>
Die Inhalation von reinem Sauerstoff beendet ([[kupiert]]) einen großen Teil der Attacken innerhalb von 15 Minuten. Die oft genannten 78&nbsp;% stammen aus einer randomisierten Studie und beziehen sich auf einzelne Attacken – 150 mit Sauerstoff behandelte Attacken von 76 Teilnehmenden gegenüber 148 mit Raumluft –, nicht auf den Anteil der Betroffenen, denen Sauerstoff hilft; einen solchen Anteil nennt die Studie nicht. Gemessen wurde außerdem nicht allein Schmerzfreiheit: Der Endpunkt war, nach 15 Minuten schmerzfrei zu sein oder, wenn kein Tagebuch vorlag, ausreichend gebessert.<ref name="COHEN"/>


[[Octreotid]] kann zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzattacken verwendet werden, wenn andere Medikamente ineffektiv oder kontraindiziert sind.<ref name="EFNS"/> Die Akutbehandlung mit [[Olanzapin]] in Dosierungen zwischen 2,5 und 10&nbsp;mg führte in einer offenen Studie bei vier der fünf Patienten zu einer Schmerzreduzierung von mehr als 80&nbsp;% innerhalb von 20 Minuten nach der oralen Einnahme, zwei der Patienten wurden schmerzfrei.<ref>Rozen TD.: Olanzapine as an abortive agent for cluster headache. ''Headache.'' 2001 Sep; '''41'''(8): 813-6. PMID 11576207, [http://dx.doi.org/10.1046/j.1526-4610.2001.01148.x DOI].</ref>
Sauerstoff ist sehr gut verträglich und hat nicht die Nebenwirkungen der medikamentösen Akutbehandlung; nebenwirkungsfrei ist er jedoch nicht – beschrieben ist unter anderem ein Wiederkehren der Attacke nach zunächst erfolgreicher Inhalation.<ref name="GEERLINGS">{{cite journal |author=Geerlings RP, Haane DY, Koehler PJ |title=Rebound following oxygen therapy in cluster headache |journal=Cephalalgia |volume=31 |issue=10 |pages=1145-9 |year=2011 |pmid=21700644 |doi=10.1177/0333102411412087 |url=}}</ref><ref name="DG" /><ref name="DMKG1">{{cite journal |author=May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC |title=Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft |journal=Schmerz |volume=19 |issue=3 |pages=225–41 |year=2005 |month=June |pmid=15887001 |doi=10.1007/s00482-005-0397-8 |url=}} [https://web.archive.org/web/20151106202717/http://www.dmkg.de/dmkg/sites/default/files/therapieempfehlung%20clusterkopfschmerz.pdf DMKG: PDF-Datei]</ref> Lidocain hilft nur einer Minderheit der Patienten und nicht jedes Mal. Weil es fast frei von Nebenwirkungen ist, kann man es dennoch ausprobieren; die europäische Leitlinie von 2023 gibt dafür eine schwache Empfehlung, gestützt auf den Konsens der Fachleute.<ref name="EAN2023"/>


Die Stimulation des [http://de.wikipedia.org/wiki/Ganglion_pterygopalatinum Ganglion pterygopalatinum] (Ganglion sphenopalatinum) mit einem implantierten, von außen aktivierten [http://de.wikipedia.org/wiki/Neurostimulation Neurostimulator] ([[SPG-Stimulation]]) wurde von 2011 bis 2019 bei chronischem Cluster-Kopfschmerz eingesetzt. Das Gerät wurde über einen Einschnitt im Zahnfleisch eingesetzt und mit zwei Knochenschrauben am Oberkiefer befestigt, die Elektrodenspitze lag hinter dem Wangenknochen am Ganglion. Bei einer Attacke stimulierte der Patient das Implantat [http://de.wikipedia.org/wiki/Elektromagnetische_Induktion induktiv] über ein Steuergerät, das er von außen an die Wange hielt.
[[Octreotid]] kann zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzattacken verwendet werden, wenn andere Medikamente ineffektiv oder kontraindiziert sind.<ref name="EFNS"/> Die europäische Leitlinie von 2023 nennt dafür 100&nbsp;µg unter die Haut, stützt das aber nur auf den Konsens der Fachleute, hält weitere Studien für nötig und weist darauf hin, dass Octreotid selbst Kopfschmerzen bis hin zu Cluster-Attacken auslösen kann.<ref name="EAN2023"/> Die Akutbehandlung mit [[Olanzapin]] in Dosierungen zwischen 2,5 und 10&nbsp;mg führte in einer offenen Studie bei vier der fünf Patienten zu einer Schmerzreduzierung von mehr als 80&nbsp;% innerhalb von 20 Minuten nach der oralen Einnahme, zwei der Patienten wurden schmerzfrei.<ref>Rozen TD.: Olanzapine as an abortive agent for cluster headache. ''Headache.'' 2001 Sep; '''41'''(8): 813-6. PMID 11576207, [https://doi.org/10.1046/j.1526-4610.2001.01148.x DOI].</ref>


In der multizentrischen, randomisierten und scheinkontrollierten Zulassungsstudie (Pathway CH-1) wurden 32 Patienten eingeschlossen, 28 durchliefen den randomisierten Studienabschnitt.<ref name="pmid23314784">{{cite journal |author=Schoenen J, Jensen RH, Lantéri-Minet M, Láinez MJ, Gaul C, Goodman AM, Caparso A, May A |title=Stimulation of the sphenopalatine ganglion (SPG) for cluster headache treatment. Pathway CH-1: a randomized, sham-controlled study |journal=Cephalalgia |volume=33 |issue=10 |pages=816–30 |year=2013 |month=July |pmid=23314784 |pmc=3724276 |doi=10.1177/0333102412473667 |url=}}</ref> Geprüft wurde die Schmerzlinderung 15&nbsp;Minuten nach der Stimulation: Sie trat bei 67,1&nbsp;% der voll stimulierten Attacken ein, gegenüber 7,4&nbsp;% bei Scheinstimulation (p&nbsp;<&nbsp;0,0001). Auf Patientenebene hatten 19 der 28 Teilnehmer (68&nbsp;%) einen klinisch bedeutsamen Nutzen: sieben (25&nbsp;%) erreichten bei mindestens der Hälfte der behandelten Attacken eine Schmerzlinderung, zehn (36&nbsp;%) hatten mindestens die Hälfte weniger Attacken als vorher, zwei (7&nbsp;%) beides. In fünf Fällen traten schwere Nebenwirkungen auf; die meisten Patienten (81&nbsp;%) erlebten einen vorübergehenden, leichten bis mäßigen Verlust der Empfindung in Regionen des [http://de.wikipedia.org/wiki/Nervus_maxillaris Nervus maxillaris]. 65&nbsp;% der unerwünschten Ereignisse waren innerhalb von drei Monaten abgeklungen. Eine zweite randomisierte, scheinkontrollierte Studie mit 93 Patienten (Pathway CH-2) bestätigte die Wirkung: Schmerzlinderung nach 15&nbsp;Minuten bei 62,5&nbsp;% der Attacken gegenüber 38,9&nbsp;% in der Kontrollgruppe.<ref name="CH2">{{cite journal |author=Goadsby PJ, Sahai-Srivastava S, Kezirian EJ, Calhoun AH, Matthews DC, et al. |title=Safety and efficacy of sphenopalatine ganglion stimulation for chronic cluster headache: a double-blind, randomised controlled trial |journal=Lancet Neurol |volume=18 |issue=12 |pages=1081–1090 |year=2019 |pmid=31701891 |doi=10.1016/S1474-4422(19)30322-9}}</ref>
Die Stimulation des [https://de.wikipedia.org/wiki/Ganglion_pterygopalatinum Ganglion pterygopalatinum] (Ganglion sphenopalatinum) mit einem implantierten, von außen aktivierten [https://de.wikipedia.org/wiki/Neurostimulation Neurostimulator] ([[SPG-Stimulation]]) wurde von 2011 bis 2019 bei chronischem Cluster-Kopfschmerz eingesetzt. Das Gerät wurde über einen Einschnitt im Zahnfleisch eingesetzt und mit zwei Knochenschrauben am Oberkiefer befestigt, die Elektrodenspitze lag hinter dem Wangenknochen am Ganglion. Bei einer Attacke stimulierte der Patient das Implantat [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektromagnetische_Induktion induktiv] über ein Steuergerät, das er von außen an die Wange hielt.
 
In der multizentrischen, randomisierten und scheinkontrollierten Zulassungsstudie (Pathway CH-1) wurden 32 Patienten eingeschlossen, 28 durchliefen den randomisierten Studienabschnitt.<ref name="pmid23314784">{{cite journal |author=Schoenen J, Jensen RH, Lantéri-Minet M, Láinez MJ, Gaul C, Goodman AM, Caparso A, May A |title=Stimulation of the sphenopalatine ganglion (SPG) for cluster headache treatment. Pathway CH-1: a randomized, sham-controlled study |journal=Cephalalgia |volume=33 |issue=10 |pages=816–30 |year=2013 |month=July |pmid=23314784 |pmc=3724276 |doi=10.1177/0333102412473667 |url=}}</ref> Geprüft wurde die Schmerzlinderung 15&nbsp;Minuten nach der Stimulation: Sie trat bei 67,1&nbsp;% der voll stimulierten Attacken ein, gegenüber 7,4&nbsp;% bei Scheinstimulation (p&nbsp;<&nbsp;0,0001). Auf Patientenebene hatten 19 der 28 Teilnehmer (68&nbsp;%) einen klinisch bedeutsamen Nutzen: sieben (25&nbsp;%) erreichten bei mindestens der Hälfte der behandelten Attacken eine Schmerzlinderung, zehn (36&nbsp;%) hatten mindestens die Hälfte weniger Attacken als vorher, zwei (7&nbsp;%) beides.
 
In fünf Fällen traten schwere Nebenwirkungen auf; die meisten Patienten (81&nbsp;%) erlebten einen vorübergehenden, leichten bis mäßigen Verlust der Empfindung in Regionen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Nervus_maxillaris Nervus maxillaris]. 65&nbsp;% der unerwünschten Ereignisse waren innerhalb von drei Monaten abgeklungen. Eine zweite randomisierte, scheinkontrollierte Studie mit 93 Patienten (Pathway CH-2) bestätigte die Wirkung: Schmerzlinderung nach 15&nbsp;Minuten bei 62,5&nbsp;% der Attacken gegenüber 38,9&nbsp;% in der Kontrollgruppe.<ref name="CH2">{{cite journal |author=Goadsby PJ, Sahai-Srivastava S, Kezirian EJ, Calhoun AH, Matthews DC, et al. |title=Safety and efficacy of sphenopalatine ganglion stimulation for chronic cluster headache: a double-blind, randomised controlled trial |journal=Lancet Neurol |volume=18 |issue=12 |pages=1081–1090 |year=2019 |pmid=31701891 |doi=10.1016/S1474-4422(19)30322-9}}</ref>


Das Verfahren ist in Europa nicht mehr verfügbar: Der Hersteller des Implantats wurde 2019 zahlungsunfähig, die europäische Leitlinie von 2023 vermerkt dazu ausdrücklich „not available in Europe“.<ref name="EAN2023"/>
Das Verfahren ist in Europa nicht mehr verfügbar: Der Hersteller des Implantats wurde 2019 zahlungsunfähig, die europäische Leitlinie von 2023 vermerkt dazu ausdrücklich „not available in Europe“.<ref name="EAN2023"/>


Die nicht-invasive [http://de.wikipedia.org/wiki/Vagusnervstimulation Vagusnervstimulation] (nVNS) mit einem handgehaltenen Gerät am Hals nennt die europäische Leitlinie von 2023 dagegen mit starker Empfehlung zur Akutbehandlung des [[Episodischer Cluster-Kopfschmerz|episodischen]] Cluster-Kopfschmerzes.<ref name="EAN2023"/> In der randomisierten, scheinkontrollierten ACT2-Studie war der Hauptendpunkt – Schmerzfreiheit innerhalb von 15&nbsp;Minuten – über alle Patienten hinweg nicht besser als bei Scheinstimulation (14&nbsp;% gegenüber 12&nbsp;%). In der Untergruppe mit episodischem Verlauf waren dagegen 48&nbsp;% der Attacken nach 15&nbsp;Minuten schmerzfrei, gegenüber 6&nbsp;% unter Scheinstimulation; beim [[Chronischer Cluster-Kopfschmerz|chronischen]] Verlauf zeigte sich kein Vorteil.<ref name="ACT2">{{cite journal |author=Goadsby PJ, de Coo IF, Silver N, Tyagi A, Ahmed F, Gaul C, et al. |title=Non-invasive vagus nerve stimulation for the acute treatment of episodic and chronic cluster headache: A randomized, double-blind, sham-controlled ACT2 study |journal=Cephalalgia |volume=38 |issue=5 |pages=959–969 |year=2018 |pmid=29231763 |doi=10.1177/0333102417744362}}</ref>
Die [[Nicht-invasive Vagusnervstimulation|nicht-invasive Vagusnervstimulation]] (nVNS) mit einem handgehaltenen Gerät am Hals nennt die europäische Leitlinie von 2023 dagegen mit starker Empfehlung zur Akutbehandlung des [[Episodischer Cluster-Kopfschmerz|episodischen]] Cluster-Kopfschmerzes.<ref name="EAN2023"/> In der randomisierten, scheinkontrollierten ACT2-Studie war der Hauptendpunkt – Schmerzfreiheit innerhalb von 15&nbsp;Minuten – über alle Patienten hinweg nicht besser als bei Scheinstimulation (14&nbsp;% gegenüber 12&nbsp;%). In der Untergruppe mit episodischem Verlauf waren dagegen 48&nbsp;% der Attacken nach 15&nbsp;Minuten schmerzfrei, gegenüber 6&nbsp;% unter Scheinstimulation; beim [[Chronischer Cluster-Kopfschmerz|chronischen]] Verlauf zeigte sich kein Vorteil.<ref name="ACT2">{{cite journal |author=Goadsby PJ, de Coo IF, Silver N, Tyagi A, Ahmed F, Gaul C, et al. |title=Non-invasive vagus nerve stimulation for the acute treatment of episodic and chronic cluster headache: A randomized, double-blind, sham-controlled ACT2 study |journal=Cephalalgia |volume=38 |issue=5 |pages=959–969 |year=2018 |pmid=29231763 |doi=10.1177/0333102417744362}}</ref>


== Vorbeugende Behandlung ==
== Vorbeugende Behandlung ==
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=== Verapamil ===
=== Verapamil ===


[[Bild:Verapamil.jpg|thumb|120px|Verapamil-<br/>Tabletten]]
[[Bild:Verapamil.jpg|alt=Zwei weiße Tabletten auf hellblauem Grund: eine längliche mit Bruchkerbe, eine runde.|thumb|120px|Verapamil-<br/>Tabletten]]
Bei [[Chronischer Cluster-Kopfschmerz|chronischem]] und bei [[Episodischer Cluster-Kopfschmerz|episodischem]] Cluster-Kopfschmerz ist das vorbeugende Mittel der ersten Wahl die verschreibungspflichtige Substanz [[Verapamil]].<ref name="EFNS"/><ref name="BFARM">[http://www.bfarm.de/SharedDocs/1_Downloads/DE/Arzneimittel/3_nachDerZul/offlabel/Bewertungen/Neuro/Verapamil_Clusterkopfschmerz.pdf Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Bewertung der Expertengruppe Off-Label im Bereich Neurologie/Psychiatrie nach § 35b Abs. 3 SGB V zur Anwendung von „Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes.“ 19.08.2011]</ref> Vor der ersten Anwendung, bei Dosissteigerung und bei hohen Dosierungen sind Kontrollen der Herztätigkeit ([http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokardiogramm  EKG]) erforderlich.<ref name="COHENVERA">Cohen AS, Matharu MS, Goadsby PJ: Electrocardiographic abnormalities in patients with cluster headache on verapamil therapy. ''Neurology.'' (2007); '''69'''(7): 668-75, PMID 17698788, [https://web.archive.org/web/20160306175337/http://kopfschmerz-news.de/pdf/ksn4-2007.pdf Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 4/2007, Seite 19, PDF-Datei].</ref> In einer Untersuchung an 108 mit Verapamil behandelten Cluster-Patienten traten bei 19&nbsp;% Herzrhythmusstörungen und bei 36&nbsp;% ein verlangsamter Puls unter 60 Schlägen pro Minute auf.<ref name="COHENVERA"/> Veränderungen im EKG können auch nach jahrelanger, komplikationsloser Einnahme noch auftreten: Bei sehr hohen Tagesdosen ab 720&nbsp;mg zeigten 38&nbsp;% der Behandelten EKG-Veränderungen, bei den meisten von ihnen erst nach mehr als zwei Jahren.<ref name="LANTERI">Lanteri-Minet M, Silhol F, Piano V, Donnet A.: Cardiac safety in cluster headache patients using the very high dose of verapamil (≥720 mg/day). ''J Headache Pain.'' 2011; '''12'''(2): 173-176, [https://doi.org/10.1007/s10194-010-0289-x DOI].</ref> Die EKG-Kontrollen sollten deshalb auch in der Dauerbehandlung fortgesetzt werden. Die Wirkung tritt jedoch bei schrittweiser Dosissteigerung erst nach zwei bis drei Wochen ein. Wegen der gleichmäßigeren Wirkstoffabgabe sollte die [http://de.wikipedia.org/wiki/Retard retardierte] Form des Medikamentes bevorzugt werden.<ref>Göbel H, Holzgreve H, Heinze A, Deuschl G, Engel C, Kuhn K.: Retarded verapamil for cluster headache prophylaxis. ''Cephalalgia.'' 1999; '''19'''(4): 458-9.</ref> Wirksam sind sowohl die retardierte als auch die normale Form des Medikamentes, es gibt dazu keine direkten Vergleichsstudien.<ref>Dodick DW, Rozen TD, Goadsby PJ & Silberstein SD.: Cluster headache. ''Cephalalgia.'' 2000; '''20'''(6): 787-803. PMID 11167909.</ref><ref name="EFNS"/>
Bei [[Chronischer Cluster-Kopfschmerz|chronischem]] und bei [[Episodischer Cluster-Kopfschmerz|episodischem]] Cluster-Kopfschmerz ist das vorbeugende Mittel der ersten Wahl die verschreibungspflichtige Substanz [[Verapamil]].<ref name="EFNS"/><ref name="BFARM">[http://www.bfarm.de/SharedDocs/1_Downloads/DE/Arzneimittel/3_nachDerZul/offlabel/Bewertungen/Neuro/Verapamil_Clusterkopfschmerz.pdf Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Bewertung der Expertengruppe Off-Label im Bereich Neurologie/Psychiatrie nach § 35b Abs. 3 SGB V zur Anwendung von „Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes.“ 19.08.2011]</ref> Vor der ersten Anwendung, bei Dosissteigerung und bei hohen Dosierungen sind Kontrollen der Herztätigkeit ([https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokardiogramm  EKG]) erforderlich.<ref name="COHENVERA">Cohen AS, Matharu MS, Goadsby PJ: Electrocardiographic abnormalities in patients with cluster headache on verapamil therapy. ''Neurology.'' (2007); '''69'''(7): 668-75, PMID 17698788, [https://web.archive.org/web/20160306175337/http://kopfschmerz-news.de/pdf/ksn4-2007.pdf Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 4/2007, Seite 19, PDF-Datei].</ref> In einer Untersuchung an 108 mit Verapamil behandelten Cluster-Patienten traten bei 19&nbsp;% Herzrhythmusstörungen und bei 36&nbsp;% ein verlangsamter Puls unter 60 Schlägen pro Minute auf.<ref name="COHENVERA"/>
 
Veränderungen im EKG können auch nach jahrelanger, komplikationsloser Einnahme noch auftreten: Bei sehr hohen Tagesdosen ab 720&nbsp;mg zeigten 38&nbsp;% der Behandelten EKG-Veränderungen, bei den meisten von ihnen erst nach mehr als zwei Jahren.<ref name="LANTERI">Lanteri-Minet M, Silhol F, Piano V, Donnet A.: Cardiac safety in cluster headache patients using the very high dose of verapamil (≥720 mg/day). ''J Headache Pain.'' 2011; '''12'''(2): 173-176, [https://doi.org/10.1007/s10194-010-0289-x DOI].</ref> Die EKG-Kontrollen sollten deshalb auch in der Dauerbehandlung fortgesetzt werden. Die Wirkung tritt jedoch bei schrittweiser Dosissteigerung erst nach zwei bis drei Wochen ein. Wegen der gleichmäßigeren Wirkstoffabgabe sollte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Retard retardierte] Form des Medikamentes bevorzugt werden.<ref>Göbel H, Holzgreve H, Heinze A, Deuschl G, Engel C, Kuhn K.: Retarded verapamil for cluster headache prophylaxis. ''Cephalalgia.'' 1999; '''19'''(4): 458-9.</ref> Wirksam sind sowohl die retardierte als auch die normale Form des Medikamentes, es gibt dazu keine direkten Vergleichsstudien.<ref>Dodick DW, Rozen TD, Goadsby PJ & Silberstein SD.: Cluster headache. ''Cephalalgia.'' 2000; '''20'''(6): 787-803. PMID 11167909.</ref><ref name="EFNS"/>


'''Zulassung und Kostenübernahme.''' Verapamil ist für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen, die Anwendung erfolgt außerhalb der Zulassung (Off-Label-Gebrauch). Der [http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsamer_Bundesausschuss Gemeinsame Bundesausschuss] hat Verapamil mit Beschluss vom 16. August 2012 in die Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie aufgenommen; seit dem 25. Oktober 2012 ist es damit zur „Prophylaxe des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes von Erwachsenen ab 18 Jahren" zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig.<ref name="GBA2012">[https://www.g-ba.de/downloads/39-261-1551/2012-08-16_AM-RL-VI_Verapamil_BAnz.pdf Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie – Anlage VI: Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes, 16.08.2012 (PDF-Datei)], Bundesanzeiger AT 24.10.2012 B3, in Kraft seit 25.10.2012; [https://www.g-ba.de/beschluesse/1551/ Verfahrensseite des G-BA]</ref> Der Beschluss nennt eine anfängliche Tagesdosis von 120&nbsp;mg, die bis 360&nbsp;mg gesteigert werden kann; Tagesdosen über 480&nbsp;mg sind nach dem Beschluss „nicht ausreichend untersucht". Vorausgesetzt werden regelmäßige, dokumentierte EKG-Kontrollen und ein vom Patienten geführtes Schmerztagebuch.<ref name="GBA2012"/> Das Mittel der ersten Wahl ist damit nicht privat zu bezahlen. Das gilt allerdings nicht für jedes verapamilhaltige Präparat: Die Anlage VI führt die Firmen namentlich auf, deren Arzneimittel verordnungsfähig sind, und daneben eine zweite Liste von Firmen, deren Präparate es nicht sind, „da keine entsprechende Erklärung vorliegt". Es kommt also auf den pharmazeutischen Unternehmer an – auf die Firma, die auf der Packung genannt ist. Beide Listen stehen im Wortlaut auf der Seite [[Verapamil]].<ref name="AMRLVI2026">[https://www.g-ba.de/downloads/83-691-1103/AM-RL-VI-Off-label-2026-06-11.pdf Gemeinsamer Bundesausschuss: Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI – Verordnungsfähigkeit von zugelassenen Arzneimitteln in nicht zugelassenen Anwendungsgebieten, Teil A Nummer IX (Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes) (PDF-Datei)], letzte Änderung 11.06.2026, abgerufen am 22.09.2026; [https://www.g-ba.de/richtlinien/anlage/15/ Übersichtsseite des G-BA zur Anlage VI] mit der jeweils geltenden Fassung.</ref>
'''Zulassung und Kostenübernahme.''' Verapamil ist für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen, die Anwendung erfolgt außerhalb der Zulassung (Off-Label-Gebrauch). Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsamer_Bundesausschuss Gemeinsame Bundesausschuss] hat Verapamil mit Beschluss vom 16. August 2012 in die Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie aufgenommen; seit dem 25. Oktober 2012 ist es damit zur „Prophylaxe des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes von Erwachsenen ab 18 Jahren" zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig.<ref name="GBA2012">[https://www.g-ba.de/downloads/39-261-1551/2012-08-16_AM-RL-VI_Verapamil_BAnz.pdf Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie – Anlage VI: Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes, 16.08.2012 (PDF-Datei)], Bundesanzeiger AT 24.10.2012 B3, in Kraft seit 25.10.2012; [https://www.g-ba.de/beschluesse/1551/ Verfahrensseite des G-BA]</ref>
 
Der Beschluss nennt eine anfängliche Tagesdosis von 120&nbsp;mg, die bis 360&nbsp;mg gesteigert werden kann; Tagesdosen über 480&nbsp;mg sind nach dem Beschluss „nicht ausreichend untersucht". Vorausgesetzt werden regelmäßige, dokumentierte EKG-Kontrollen und ein vom Patienten geführtes Schmerztagebuch.<ref name="GBA2012"/>
 
Das Mittel der ersten Wahl ist damit nicht privat zu bezahlen. Das gilt allerdings nicht für jedes verapamilhaltige Präparat: Die Anlage VI führt die Firmen namentlich auf, deren Arzneimittel verordnungsfähig sind, und daneben eine zweite Liste von Firmen, deren Präparate es nicht sind, „da keine entsprechende Erklärung vorliegt". Es kommt also auf den pharmazeutischen Unternehmer an – auf die Firma, die auf der Packung genannt ist. Beide Listen stehen im Wortlaut auf der Seite [[Verapamil]].<ref name="AMRLVI2026">[https://www.g-ba.de/downloads/83-691-1103/AM-RL-VI-Off-label-2026-06-11.pdf Gemeinsamer Bundesausschuss: Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI – Verordnungsfähigkeit von zugelassenen Arzneimitteln in nicht zugelassenen Anwendungsgebieten, Teil A Nummer IX (Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes) (PDF-Datei)], letzte Änderung 11.06.2026, abgerufen am 22.09.2026; [https://www.g-ba.de/richtlinien/anlage/15/ Übersichtsseite des G-BA zur Anlage VI] mit der jeweils geltenden Fassung.</ref>


=== Kurzprophylaxe zur Überbrückung ===
=== Kurzprophylaxe zur Überbrückung ===


[[Corticosteroide]], [[Ergotamin]] oder lange wirksame [[Triptan]]e wie [[Naratriptan]] und [[Frovatriptan]] können in der Kurzprophylaxe, bis eine andere vorbeugende Therapie greift, oder bei kurzen Episoden eingesetzt werden. Corticosteroide sollten wegen ihrer Nebenwirkungen nicht dauerhaft eingenommen werden (< 4 Wochen), sondern als überbrückende Therapie bis zum Wirkungseintritt von Verapamil.<ref name="DG" /> Für diese Überbrückung gibt es eine randomisierte, placebokontrollierte Studie: 100&nbsp;mg Prednison über fünf Tage, anschließend Reduktion um 20&nbsp;mg alle drei Tage, jeweils zusätzlich zur beginnenden Behandlung mit Verapamil. In der ersten Woche traten damit 7,1 Attacken auf, unter Placebo 9,5.<ref name="OBERMANN2021">{{cite journal |author=Obermann M, Nägel S, Ose C, et al. |title=Safety and efficacy of prednisone versus placebo in short-term prevention of episodic cluster headache: a multicentre, double-blind, randomised controlled trial |journal=Lancet Neurol |volume=20 |issue=1 |pages=29–37 |year=2021 |pmid=33245858 |doi=10.1016/S1474-4422(20)30363-X}}</ref> Wegen möglicher [http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelwechselwirkung Wechselwirkungen] dürfen während einer vorbeugenden Behandlung mit Ergotamin oder mit lange wirksamen Triptanen keine anderen Triptane zur Akutbehandlung verwendet werden.
[[Corticosteroide]], [[Ergotamin]] oder lange wirksame [[Triptan]]e wie [[Naratriptan]] und [[Frovatriptan]] können in der Kurzprophylaxe, bis eine andere vorbeugende Therapie greift, oder bei kurzen Episoden eingesetzt werden. Corticosteroide sollten wegen ihrer Nebenwirkungen nicht dauerhaft eingenommen werden, sondern als überbrückende Therapie bis zum Wirkungseintritt von Verapamil. Die europäische Leitlinie von 2023 rät von längeren Behandlungsschemata ab und nennt 60 bis 100&nbsp;mg Prednisolon täglich über fünf Tage, danach alle vier Tage 10&nbsp;mg weniger.<ref name="EAN2023"/>
 
Für diese Überbrückung gibt es eine randomisierte, placebokontrollierte Studie: 100&nbsp;mg Prednison über fünf Tage, anschließend Reduktion um 20&nbsp;mg alle drei Tage, jeweils zusätzlich zur beginnenden Behandlung mit Verapamil. In der ersten Woche traten damit 7,1 Attacken auf, unter Placebo 9,5.<ref name="OBERMANN2021">{{cite journal |author=Obermann M, Nägel S, Ose C, et al. |title=Safety and efficacy of prednisone versus placebo in short-term prevention of episodic cluster headache: a multicentre, double-blind, randomised controlled trial |journal=Lancet Neurol |volume=20 |issue=1 |pages=29–37 |year=2021 |pmid=33245858 |doi=10.1016/S1474-4422(20)30363-X}}</ref> Wegen möglicher [https://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelwechselwirkung Wechselwirkungen] dürfen während einer vorbeugenden Behandlung mit Ergotamin oder mit lange wirksamen Triptanen keine anderen Triptane zur Akutbehandlung verwendet werden.
 
'''Ergotamin.''' Bei Ergotamin ist die Verfügbarkeit zu beachten. In Deutschland ist noch ein Präparat mit Ergotamintartrat zum Einnehmen im Handel, sein Anwendungsgebiet umfasst aber nur die Migräne: „Behandlung von Migräne-Anfällen (insbesondere sehr lange Anfälle), wenn andere Therapien nicht wirksam oder nicht indiziert sind." Beim Cluster-Kopfschmerz ist die Anwendung damit ein Gebrauch außerhalb der Zulassung.<ref name="ERGOKRANIT">[https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/fi_ergo_kranit.pdf Fachinformation Ergo-Kranit Migräne 2 mg Tabletten, Stand Februar 2023 (PDF-Datei)], Abschnitt 4.1; gleichlautend die [https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/gi_ergo_kranit.pdf Gebrauchsinformation]. Das Wort „Cluster" kommt in beiden Dokumenten nicht vor. Das Präparat wird inzwischen von der Fairmed Healthcare GmbH angeboten (PZN 04229082); eine neuere Packungsbeilage mit Stand November 2025 liegt vor, war aber nicht als Dokument der Firma abrufbar.</ref>


'''Ergotamin.''' Bei Ergotamin ist die Verfügbarkeit zu beachten. In Deutschland ist noch ein Präparat mit Ergotamintartrat zum Einnehmen im Handel, sein Anwendungsgebiet umfasst aber nur die Migräne: „Behandlung von Migräne-Anfällen (insbesondere sehr lange Anfälle), wenn andere Therapien nicht wirksam oder nicht indiziert sind." Beim Cluster-Kopfschmerz ist die Anwendung damit ein Gebrauch außerhalb der Zulassung.<ref name="ERGOKRANIT">[https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/fi_ergo_kranit.pdf Fachinformation Ergo-Kranit Migräne 2 mg Tabletten, Stand Februar 2023 (PDF-Datei)], Abschnitt 4.1; gleichlautend die [https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/gi_ergo_kranit.pdf Gebrauchsinformation]. Das Wort „Cluster" kommt in beiden Dokumenten nicht vor. Das Präparat wird inzwischen von der Fairmed Healthcare GmbH angeboten (PZN 04229082); eine neuere Packungsbeilage mit Stand November 2025 liegt vor, war aber nicht als Dokument der Firma abrufbar.</ref> Die europäische Leitlinie nennt Ergotamintartrat für die Kurzprophylaxe '''zum Einnehmen'''; in ihrer Tabelle 17 steht als Dosierung „2–4 mg/day. Ideal: 2 mg 1–0–1. If attacks in the night: 2 mg oral in late evening", als Wirkung „Efficacious in 70%" und als Grundlage eine Konsensusaussage mit dem ausdrücklichen Vermerk „In the absence of evidence/studies".<ref name="EAN2023"/> Zäpfchen nennt die Leitlinie an dieser Stelle nicht — ihr Hinweis „as suppository (no first path effect)" betrifft das [[Dihydroergotamin]], nicht das Ergotamin. In Deutschland ließ sich außer dem Tablettenpräparat kein weiteres ergotaminhaltiges Arzneimittel nachweisen.<ref name="ERGOVERFUEG">Für Deutschland die gelesene [https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/fi_ergo_kranit.pdf Fachinformation] des Tablettenpräparats (Stand Februar 2023). Zäpfchen mit Ergotamintartrat führt die Aufstellung der Europäischen Arzneimittel-Agentur zum Verfahren PSUSA/00000485/202511 (Stand 07/2026) nur für Belgien, Italien und Griechenland. Für die Schweiz die schweizerische Fachdatenbank [https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Ergotamin PharmaWiki] (Stand 30.04.2024): „In der Schweiz sind derzeit keine Arzneimittel mit Ergotamin mehr im Handel."; das dort zuletzt erhältliche Kombinationspräparat wurde 2014 vom Markt genommen. Für Österreich ließ sich der Stand '''nicht prüfen''': Das [https://medikamente.basg.gv.at/de/medicinal-products Arzneispezialitätenregister des BASG] ist nur über eine JavaScript-Suche zugänglich, deren Wirkstoff-Vorschlagsliste am 22.09.2026 auch für Wirkstoffe, die dort sicher verzeichnet sind, „Keine Optionen verfügbar" meldete. Dieser Befund betrifft das Abfragewerkzeug, nicht das Register.</ref> Die europäische Leitlinie hält dazu selbst fest: „ergotamine and DHE are not available in many European countries."<ref name="EAN2023"/>
Die europäische Leitlinie nennt Ergotamintartrat für die Kurzprophylaxe '''zum Einnehmen'''; in ihrer Tabelle 17 steht als Dosierung „2–4 mg/day. Ideal: 2 mg 1–0–1. If attacks in the night: 2 mg oral in late evening", als Wirkung „Efficacious in 70%" und als Grundlage eine Konsensusaussage mit dem ausdrücklichen Vermerk „In the absence of evidence/studies".<ref name="EAN2023"/> In der Tabelle stehen keine Zäpfchen; im Fließtext nennt die Leitlinie Ergotamin aber auch als Zäpfchen zur kurzfristigen Vorbeugung (S. 2963 und S. 2968: „2 mg oral or suppository“). Der Hinweis „as suppository (no first path effect)“ betrifft dagegen das [[Dihydroergotamin]].<ref name="EANSUPP">{{cite journal |author=May A, Evers S, Goadsby PJ u. a. |title=European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache |journal=Eur J Neurol |volume=30 |issue=10 |pages=2955-2979 |year=2023 |pmid=37515405 |doi=10.1111/ene.15956}} Am 23.09.2026 im Volltext gelesen ([https://www.uems-neuroboard.org/web/images/docs/exam/2024/papers/06-EAN-guideline-cluster-headache2023.pdf PDF-Fassung]). S. 2963: „Due to poor oral absorption and the need for a rapid increase in plasma levels, dihydroergotamine (DHE) is best applied as aerosol spray, as suppository (no first path effect), or as subcutaneous injection“; „Ergotamine tartrate suppositories are not able to abort attacks because of the slow onset of action but may be used as short-term prophylaxis (see preventative drug treatment).“ S. 2968: „A further option is ergotamine tartrate (2 mg oral or suppository), if available.“</ref> In Deutschland ließ sich außer dem Tablettenpräparat kein weiteres ergotaminhaltiges Arzneimittel nachweisen.<ref name="ERGOVERFUEG">Für Deutschland die gelesene [https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/fi_ergo_kranit.pdf Fachinformation] des Tablettenpräparats (Stand Februar 2023). Zäpfchen mit Ergotamintartrat führt die Aufstellung der Europäischen Arzneimittel-Agentur zum Verfahren PSUSA/00000485/202511 (Stand 07/2026) nur für Belgien, Italien und Griechenland. Für die Schweiz die schweizerische Fachdatenbank [https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Ergotamin PharmaWiki] (Stand 30.04.2024): „In der Schweiz sind derzeit keine Arzneimittel mit Ergotamin mehr im Handel."; das dort zuletzt erhältliche Kombinationspräparat wurde 2014 vom Markt genommen. Für Österreich ließ sich der Stand '''nicht prüfen''': Das [https://medikamente.basg.gv.at/de/medicinal-products Arzneispezialitätenregister des BASG] ist nur über eine JavaScript-Suche zugänglich, deren Wirkstoff-Vorschlagsliste am 22.09.2026 auch für Wirkstoffe, die dort sicher verzeichnet sind, „Keine Optionen verfügbar" meldete. Dieser Befund betrifft das Abfragewerkzeug, nicht das Register.</ref> Die europäische Leitlinie hält dazu selbst fest: „ergotamine and DHE are not available in many European countries."<ref name="EAN2023"/>


'''Dihydroergotamin.''' [[Dihydroergotamin]] (DHE) steht in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Nach einem europäischen Risikobewertungsverfahren wurde das Ruhen der Zulassungen zum 1. Februar 2014 angeordnet und danach mehrfach verlängert; seit Februar 2022 hält das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte fest: „In Deutschland sind keine dihydroergotaminhaltigen Arzneimittel mehr zugelassen." Das Verfahren betraf die Anwendungsgebiete Vorbeugung von Migränekopfschmerzen, niedriger Blutdruck und venös-lymphatische Insuffizienz – nicht die Behandlung des akuten Migräneanfalls. Deshalb sind in Österreich weiterhin ein Nasenspray und eine Tablette mit DHE zugelassen, beide allein für den akuten Migräneanfall; für die Tablette hat der Zulassungsinhaber die Einstellung des Vertriebs gemeldet. In der Schweiz wurde der Vertrieb eingestellt.<ref name="DHE">[https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/a-f/dihydroergotamin.html Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: „Dihydroergotamin und Dihydroergotoxin: Ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis"], Eintrag vom 22.02.2022 sowie die Ruhensanordnungen ab 2014; [https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/referrals/ergot-derivatives Europäische Arzneimittel-Agentur, Referral-Verfahren zu Mutterkornalkaloid-Derivaten]. Für Österreich die Einträge Migranal 4 mg/ml Nasalspray (Z.Nr. 1-22574) und Dihydergot 2,5 mg Tabletten (Z.Nr. 1-16750) im Arzneispezialitätenregister des BASG, Fachinformationen Stand 09/2025, Abschnitt 4.1 jeweils nur akute Migräne; bei der Tablette ist dort „Einstellung des In-Verkehr-Bringens gemeldet" vermerkt (Abfrage September 2026). Für die Schweiz: [https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Dihydroergotamin PharmaWiki, Dihydroergotamin] (Stand 01.05.2025).</ref>
'''Dihydroergotamin.''' [[Dihydroergotamin]] (DHE) steht in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Nach einem europäischen Risikobewertungsverfahren wurde das Ruhen der Zulassungen zum 1. Februar 2014 angeordnet und danach mehrfach verlängert; seit Februar 2022 hält das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte fest: „In Deutschland sind keine dihydroergotaminhaltigen Arzneimittel mehr zugelassen." Das Verfahren betraf die Anwendungsgebiete Vorbeugung von Migränekopfschmerzen, niedriger Blutdruck und venös-lymphatische Insuffizienz – nicht die Behandlung des akuten Migräneanfalls. Deshalb sind in Österreich weiterhin ein Nasenspray und eine Tablette mit DHE zugelassen, beide allein für den akuten Migräneanfall; für die Tablette hat der Zulassungsinhaber die Einstellung des Vertriebs gemeldet. In der Schweiz wurde der Vertrieb eingestellt.<ref name="DHE">[https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/a-f/dihydroergotamin.html Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: „Dihydroergotamin und Dihydroergotoxin: Ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis"], Eintrag vom 22.02.2022 sowie die Ruhensanordnungen ab 2014; [https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/referrals/ergot-derivatives Europäische Arzneimittel-Agentur, Referral-Verfahren zu Mutterkornalkaloid-Derivaten]. Für Österreich die Einträge Migranal 4 mg/ml Nasalspray (Z.Nr. 1-22574) und Dihydergot 2,5 mg Tabletten (Z.Nr. 1-16750) im Arzneispezialitätenregister des BASG, Fachinformationen Stand 09/2025, Abschnitt 4.1 jeweils nur akute Migräne; bei der Tablette ist dort „Einstellung des In-Verkehr-Bringens gemeldet" vermerkt (Abfrage September 2026). Für die Schweiz: [https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Dihydroergotamin PharmaWiki, Dihydroergotamin] (Stand 01.05.2025).</ref>
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=== Lithium ===
=== Lithium ===


[[Lithium]] ist in Deutschland das einzige Medikament, das nach dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelrecht Arzneimittelrecht] zur vorbeugenden Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes zugelassen ist. Die Zulassung gilt präparatespezifisch: Quilonum retard ([http://de.wikipedia.org/wiki/Lithiumcarbonat Lithiumcarbonat]) führt den Cluster-Kopfschmerz im Anwendungsgebiet, das ebenfalls Lithiumcarbonat enthaltende Hypnorex retard nicht.<ref name="QUILONUM">Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten, Stand August 2024, Abschnitt 4.1 Anwendungsgebiete: „Anfallsweise auftretender oder chronischer Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)".</ref> Über die Stärke der Belege sagt die Zulassung allerdings nichts: Die einzige placebokontrollierte Studie beim episodischen Verlauf konnte keine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigen – deutlich gebessert waren 8 von 13 Behandelten unter Lithium und 6 von 14 unter Placebo.<ref name="STEINER1997">Steiner TJ, Hering R, Couturier EG, Davies PT, Whitmarsh TE.: Double-blind placebo-controlled trial of lithium in episodic cluster headache. ''Cephalalgia.'' 1997; '''17'''(6): 673-675. PMID 9350389.</ref> Die europäische Leitlinie empfiehlt Lithium deshalb erst, wenn Verapamil nicht ausreicht, und vor allem beim chronischen Verlauf.<ref name="EAN2023"/> Wegen der möglichen Nebenwirkungen und des engen Abstands zwischen wirksamer und zu hoher Dosis sind regelmäßige Kontrollen des Lithiumspiegels im Blut erforderlich.  
[[Lithium]] ist in Deutschland das einzige Medikament, das nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelrecht Arzneimittelrecht] zur vorbeugenden Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes zugelassen ist. Die Zulassung gilt präparatespezifisch: Quilonum retard ([https://de.wikipedia.org/wiki/Lithiumcarbonat Lithiumcarbonat]) führt den Cluster-Kopfschmerz im Anwendungsgebiet, das ebenfalls Lithiumcarbonat enthaltende Hypnorex retard nicht.<ref name="QUILONUM">Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten, Stand August 2024, Abschnitt 4.1 Anwendungsgebiete: „Anfallsweise auftretender oder chronischer Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)".</ref>
 
Über die Stärke der Belege sagt die Zulassung allerdings nichts: Die einzige placebokontrollierte Studie beim episodischen Verlauf konnte keine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigen – deutlich gebessert waren 8 von 13 Behandelten unter Lithium und 6 von 14 unter Placebo.<ref name="STEINER1997">Steiner TJ, Hering R, Couturier EG, Davies PT, Whitmarsh TE.: Double-blind placebo-controlled trial of lithium in episodic cluster headache. ''Cephalalgia.'' 1997; '''17'''(6): 673-675. PMID 9350389.</ref> Die europäische Leitlinie empfiehlt Lithium deshalb erst, wenn Verapamil nicht ausreicht, und vor allem beim chronischen Verlauf.<ref name="EAN2023"/> Wegen der möglichen Nebenwirkungen und des engen Abstands zwischen wirksamer und zu hoher Dosis sind regelmäßige Kontrollen des Lithiumspiegels im Blut erforderlich.  


=== Weitere Medikamente ===
=== Weitere Medikamente ===


Wenn Verapamil und Lithium versagen, kann ein Versuch mit den ebenfalls verschreibungspflichtigen Substanzen [[Topiramat]] oder [[Melatonin]] unternommen werden; große kontrollierte Studien fehlen für beide, und die europäische Leitlinie von 2023 stützt beide Empfehlungen ausdrücklich nicht auf Studien, sondern auf den Konsens der Autorengruppe. Für Topiramat gibt es nur offene Beobachtungen und Fallserien; die Leitlinie nennt mindestens 100&nbsp;mg pro Tag bei einer Anfangsdosis von 25&nbsp;mg und hält die klinischen Erfahrungen für vielversprechend, sofern das Mittel verträglich ist. Melatonin führt sie als Methode der dritten Wahl mit 10&nbsp;mg zum Einnehmen: In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie nahmen Attackenzahl und Schmerzmittelverbrauch nach einer und nach zwei Wochen ab, bei therapierefraktärem Verlauf brachte Melatonin in einer kleinen Fall-Kontroll-Studie dagegen keinen zusätzlichen Nutzen. Bei Schlafproblemen hält die Leitlinie einen Versuch weiterhin für sinnvoll.<ref name="EAN2023"/> [[Pizotifen]] ist nach Angabe der deutschen Leitlinie „in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr zugelassen und nur noch als Import-Arzneimittel zu beziehen".<ref name="DG"/> Für [[Valproinsäure]] verlief die einzige kontrollierte Studie negativ: Von 96 Patienten besserten sich 50&nbsp;% unter Valproinsäure und 62&nbsp;% unter Placebo.<ref name="VALPRO">El Amrani M, Massiou H, Bousser MG.: A negative trial of sodium valproate in cluster headache: methodological issues. ''Cephalalgia.'' 2002; '''22'''(3): 205-208. PMID 12047460, [https://doi.org/10.1046/j.1468-2982.2002.00349.x DOI].</ref> Seit 2019 gibt es mit den [[#CGRP Antikörper|CGRP-Antikörpern]] eine weitere Gruppe vorbeugender Mittel. Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt Galcanezumab bei sonst nicht beherrschbarem Verlauf, allerdings nur beim episodischen Cluster-Kopfschmerz: Die Studie beim chronischen Verlauf verlief negativ, und eine europäische Zulassung für dieses Anwendungsgebiet gibt es bisher nicht. Näheres steht unten im eigenen Abschnitt.<ref name="EAN2023"/> Wenn eine Substanz allein nicht wirkt, kann unter ärztlicher Kontrolle eine Kombination ausprobiert werden.<ref name="DG" />
Wenn Verapamil und Lithium versagen, kann ein Versuch mit den ebenfalls verschreibungspflichtigen Substanzen [[Topiramat]] oder [[Melatonin]] unternommen werden; große kontrollierte Studien fehlen für beide, und die europäische Leitlinie von 2023 stützt beide Empfehlungen ausdrücklich nicht auf Studien, sondern auf den Konsens der Autorengruppe.
 
Für Topiramat gibt es nur offene Beobachtungen und Fallserien; die Leitlinie nennt mindestens 100&nbsp;mg pro Tag bei einer Anfangsdosis von 25&nbsp;mg und hält die klinischen Erfahrungen für vielversprechend, sofern das Mittel verträglich ist. Melatonin führt sie als Methode der dritten Wahl mit 10&nbsp;mg zum Einnehmen: In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie nahmen Attackenzahl und Schmerzmittelverbrauch nach einer und nach zwei Wochen ab, bei therapierefraktärem Verlauf brachte Melatonin in einer kleinen Fall-Kontroll-Studie dagegen keinen zusätzlichen Nutzen.
 
Bei Schlafproblemen hält die Leitlinie einen Versuch weiterhin für sinnvoll.<ref name="EAN2023"/> [[Pizotifen]] ist nach Angabe der deutschen Leitlinie „in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr zugelassen und nur noch als Import-Arzneimittel zu beziehen".<ref name="DG"/> Für [[Valproinsäure]] verlief die einzige kontrollierte Studie negativ: Von 96 Patienten besserten sich 50&nbsp;% unter Valproinsäure und 62&nbsp;% unter Placebo.<ref name="VALPRO">El Amrani M, Massiou H, Bousser MG.: A negative trial of sodium valproate in cluster headache: methodological issues. ''Cephalalgia.'' 2002; '''22'''(3): 205-208. PMID 12047460, [https://doi.org/10.1046/j.1468-2982.2002.00349.x DOI].</ref> Seit 2019 gibt es mit den [[#CGRP Antikörper|CGRP-Antikörpern]] eine weitere Gruppe vorbeugender Mittel.
 
Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt Galcanezumab bei sonst nicht beherrschbarem Verlauf, allerdings nur beim episodischen Cluster-Kopfschmerz: Die Studie beim chronischen Verlauf verlief negativ, und eine europäische Zulassung für dieses Anwendungsgebiet gibt es bisher nicht. Näheres steht unten im eigenen Abschnitt.<ref name="EAN2023"/> Wenn eine Substanz allein nicht wirkt, kann unter ärztlicher Kontrolle eine Kombination ausprobiert werden.<ref name="DG" /><ref name="EAN2023"/>


[[Baclofen]] wurde in der europäischen Leitlinie von 2006 noch als Medikament der dritten Wahl zur vorbeugenden Behandlung genannt.<ref name="EFNS"/> Die Leitlinie von 2023 kommt zu einem anderen Schluss: „There is no evidence that baclofen 15–30 mg or transdermal clonidine have any preventive effect in cluster headache."<ref name="EAN2023"/> Die Verwendung von [[Gabapentin]] als zusätzliches vorbeugendes Medikament zeigte in einer kleinen Studie einen gewissen Erfolg.<ref>S. Schuh-Hofer, H. Israel, L. Neeb, U. Reuter, G. Arnold: The use of gabapentin in chronic cluster headache patients refractory to first-line therapy. ''European Journal of Neurology'' 2007 '''14(6)''', 694–696, [https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1468-1331.2007.01738.x Beim Verlag] PMID 17539953.</ref>
[[Baclofen]] wurde in der europäischen Leitlinie von 2006 noch als Medikament der dritten Wahl zur vorbeugenden Behandlung genannt.<ref name="EFNS"/> Die Leitlinie von 2023 kommt zu einem anderen Schluss: „There is no evidence that baclofen 15–30 mg or transdermal clonidine have any preventive effect in cluster headache."<ref name="EAN2023"/> Die Verwendung von [[Gabapentin]] als zusätzliches vorbeugendes Medikament zeigte in einer kleinen Studie einen gewissen Erfolg.<ref>S. Schuh-Hofer, H. Israel, L. Neeb, U. Reuter, G. Arnold: The use of gabapentin in chronic cluster headache patients refractory to first-line therapy. ''European Journal of Neurology'' 2007 '''14(6)''', 694–696, [https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1468-1331.2007.01738.x Beim Verlag] PMID 17539953.</ref>
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=== Kombination mehrerer Medikamente ===
=== Kombination mehrerer Medikamente ===


Die Wirkung einer Kombination von Medikamenten kann bei einigen Patienten besser sein als eine Therapie mit nur einem hoch dosierten Medikament.<ref name="EFNS"/> In der klinischen Praxis wird oft eine Kombination verwendet, meist mit 240-480&nbsp;mg Verapamil als Basismedikament. Für Patienten, bei denen eine vorbeugende Therapie mit einem einzelnen Medikament keine befriedigende Wirkung erzielt, werden die folgenden Kombinationen empfohlen:<ref name="EFNS"/><ref name="IHRS">Tfelt Hansen P.: Prophylactic pharmacotherapy of cluster headache. In: Olesen J, Goadsby P, eds. ''Cluster Headache and Related Conditions.'' Oxford, New York: Oxford University Press, 1999: 257–263. ISBN 0-1926-3073-3.</ref>
Die Wirkung einer Kombination von Medikamenten kann bei einigen Patienten besser sein als eine Therapie mit nur einem hoch dosierten Medikament.<ref name="EFNS"/> In der klinischen Praxis wird oft eine Kombination verwendet, meist mit 240-480&nbsp;mg Verapamil als Basismedikament. Für Patienten, bei denen eine vorbeugende Therapie mit einem einzelnen Medikament keine befriedigende Wirkung erzielt, nannte ein Konsens von Fachleuten aus dem Jahr 1998 die folgenden Kombinationen:<ref name="EFNS"/><ref name="IHRS">Tfelt Hansen P.: Prophylactic pharmacotherapy of cluster headache. In: Olesen J, Goadsby P, eds. ''Cluster Headache and Related Conditions.'' Oxford, New York: Oxford University Press, 1999: 257–263. ISBN 0-1926-3073-3.</ref>


'''Episodischer Cluster-Kopfschmerz'''
'''Episodischer Cluster-Kopfschmerz'''
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(Konsens aus dem 9th International Headache Research Seminar, Nov. 1998, Kopenhagen).<ref name="IHRS"/>
(Konsens aus dem 9th International Headache Research Seminar, Nov. 1998, Kopenhagen).<ref name="IHRS"/>
'''Wichtig bei Verapamil und Lithium zusammen:''' Die Fachinformation des für den Cluster-Kopfschmerz zugelassenen Lithiumpräparats vermerkt bei Kalzium-Antagonisten wie Verapamil wörtlich eine „Erhöhung der Lithiumtoxizität. Der Serumlithiumspiegel sollte deshalb im unteren therapeutischen Bereich liegen.“<ref name="QUILONUM45">[https://www.teofarmasrl.it/wp-content/uploads/2021/01/DE_Quilonum_retard_FI.pdf Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten, Teofarma], Stand der Information August 2024, Abschnitt 4.5 (Wechselwirkungen) unter „Kalzium-Antagonisten (z. B. Diltiazem, Verapamil)“. Am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen.</ref> Die Kombination ist damit nicht verboten, verlangt aber, den Lithiumspiegel niedrig zu halten und enger zu kontrollieren. Zwei weitere Wechselwirkungen des Lithiums betreffen Mittel, die beim Cluster-Kopfschmerz häufig dazukommen — die Triptane und Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Indometacin; sie stehen auf der Seite [[Cluster-Kopfschmerz Prophylaxe#Lithium|Prophylaxe]].


Diese Liste ist ein Konsens von 1998. Die europäische Leitlinie von 2023 widerspricht dem Gedanken nicht, sagt aber deutlich, worauf er beruht: „Although there is no valid evidence for the superiority of combining various preventative drug treatments in cluster headache, it is important to realize that some patients may do better with a combination rather than with extensively high doses of a single therapy." Eine Empfehlung für eine bestimmte Kombination spricht sie nicht aus: „In summary, no recommendation on the combination of preventive medications can be given."<ref name="EAN2023"/>  
Diese Liste ist ein Konsens von 1998. Die europäische Leitlinie von 2023 widerspricht dem Gedanken nicht, sagt aber deutlich, worauf er beruht: „Although there is no valid evidence for the superiority of combining various preventative drug treatments in cluster headache, it is important to realize that some patients may do better with a combination rather than with extensively high doses of a single therapy." Eine Empfehlung für eine bestimmte Kombination spricht sie nicht aus: „In summary, no recommendation on the combination of preventive medications can be given."<ref name="EAN2023"/>  


Den meisten Patienten kann mit den obigen Medikamenten geholfen werden. Die Leitlinie der ''Deutschen Gesellschaft für Neurologie'', auf die sich dieser Abschnitt über Jahre gestützt hat, ist seit dem 13. Mai 2020 abgelaufen; eine Überarbeitung ist seit Juli 2025 angemeldet und für Ende 2026 geplant. Maßgeblich ist derzeit die Leitlinie der European Academy of Neurology von 2023.<ref name="DG"/><ref name="EAN2023"/> Weitere mögliche Medikamente listet die [[US Leitlinie zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen]]. Die aktuelle Forschung und klinische Praxis entdecken gelegentlich weitere Mittel, die eine mögliche Wirkung gegen Cluster-Kopfschmerz haben. Siehe dazu [[Cluster-Kopfschmerz Medikationen]] und [[Aktuelles zum Cluster-Kopfschmerz]].  
Den meisten Patienten kann mit den obigen Medikamenten geholfen werden. Die Leitlinie der ''Deutschen Gesellschaft für Neurologie'' zum Cluster-Kopfschmerz ist am 13. Mai 2020 abgelaufen; eine Überarbeitung ist seit Juli 2025 angemeldet und für Ende 2026 geplant. Maßgeblich ist derzeit die Leitlinie der European Academy of Neurology von 2023.<ref name="DG"/><ref name="EAN2023"/> Weitere mögliche Medikamente listet die [[US Leitlinie zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen]]. Die aktuelle Forschung und klinische Praxis entdecken gelegentlich weitere Mittel, die eine mögliche Wirkung gegen Cluster-Kopfschmerz haben. Siehe dazu [[Cluster-Kopfschmerz Medikationen]] und [[Aktuelles zum Cluster-Kopfschmerz]].  


=== Hyperbare Sauerstofftherapie ===
=== Hyperbare Sauerstofftherapie ===
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=== Nervenblockaden ===
=== Nervenblockaden ===


Eine alternative Behandlung mit nur sehr geringen und seltenen Nebenwirkungen ist die [[Infiltrationstherapie bei Cluster-Kopfschmerz|suboccipitale Injektion]] von [http://de.wikipedia.org/wiki/Lokalanästhetikum Lokalanästhetika] und Corticosteroiden in der Nähe des großen Hinterhauptnervs [http://de.wikipedia.org/wiki/Nervus_occipitalis_major (Nervus occipitalis major)] auf der betroffenen Seite.<ref>Goadsby PJ, Cohen AS.: Neues zur Pathophysiologie und Therapie der trigeminoautonomen Kopfschmerzsyndrome. ''Schmerz.'' 2008 Feb 7; [Epub ahead of print] PMID 18253766, [http://dx.doi.org/10.1007/s00482-008-0626-z DOI].</ref><ref name="AMBRO">Ambrosini A, Vandenheede M, Rossi P, Aloj F, Sauli E, Pierelli F, Schoenen J.: Suboccipital injection with a mixture of rapid- and long-acting steroids in cluster headache: a double-blind placebo-controlled study. ''Pain.'' 2005 Nov;'''118'''(1-2):92-6. Epub 2005 Oct 3. PMID 16202532, [https://doi.org/10.1016/j.pain.2005.07.015 DOI]. Comment in: ''Pain.'' 2006 Apr; '''121'''(3):281-2; PMID 16513278, [https://doi.org/10.1016/j.pain.2006.01.005 DOI]. Der frühere Direktlink auf die PDF-Datei bei Elsevier ist nicht mehr erreichbar; der Server für Direkt-Downloads wurde stillgelegt. Kommentar von Dr. Arne May in der DMKG Kopfschmerz-News 2/2006, Seite 44. [https://web.archive.org/web/20160319000259/http://www.kopfschmerz-news.de/pdf/ksn2-2006.pdf PDF-Datei].</ref>
Eine alternative Behandlung mit nur sehr geringen und seltenen Nebenwirkungen ist die [[Infiltrationstherapie bei Cluster-Kopfschmerz|suboccipitale Injektion]] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Lokalanästhetikum Lokalanästhetika] und Corticosteroiden in der Nähe des großen Hinterhauptnervs [https://de.wikipedia.org/wiki/Nervus_occipitalis_major (Nervus occipitalis major)] auf der betroffenen Seite.<ref>Goadsby PJ, Cohen AS.: Neues zur Pathophysiologie und Therapie der trigeminoautonomen Kopfschmerzsyndrome. ''Schmerz.'' 2008 Feb 7; [Epub ahead of print] PMID 18253766, [https://doi.org/10.1007/s00482-008-0626-z DOI].</ref><ref name="AMBRO">Ambrosini A, Vandenheede M, Rossi P, Aloj F, Sauli E, Pierelli F, Schoenen J.: Suboccipital injection with a mixture of rapid- and long-acting steroids in cluster headache: a double-blind placebo-controlled study. ''Pain.'' 2005 Nov;'''118'''(1-2):92-6. Epub 2005 Oct 3. PMID 16202532, [https://doi.org/10.1016/j.pain.2005.07.015 DOI]. Comment in: ''Pain.'' 2006 Apr; '''121'''(3):281-2; PMID 16513278, [https://doi.org/10.1016/j.pain.2006.01.005 DOI]. Der frühere Direktlink auf die PDF-Datei bei Elsevier ist nicht mehr erreichbar; der Server für Direkt-Downloads wurde stillgelegt. Kommentar von Dr. Arne May in der DMKG Kopfschmerz-News 2/2006, Seite 44. [https://web.archive.org/web/20160319000259/http://www.kopfschmerz-news.de/pdf/ksn2-2006.pdf PDF-Datei].</ref>


In einigen Fällen ist die unspezifische [[Infiltrationstherapie bei Cluster-Kopfschmerz|Blockade des großen Hinterhauptnervs]] mit einem Lokalanästhetikum und Corticosteroiden erfolgreich und daher auf jeden Fall vor einer operativen Therapie zu versuchen.<ref name="DG"/><ref name="AMBRO"/> Ebenfalls nicht invasiv ist die endoskopische Nervenblockade am [http://de.wikipedia.org/wiki/Ganglion_pterygopalatinum Ganglion pterygopalatinum (Ganglion sphenopalatinum)] mittels Lokalanästhetikum und Corticosteroiden.<ref name="pmid16885751">{{cite journal |author=Felisati G, Arnone F, Lozza P, Leone M, Curone M, Bussone G |title=Sphenopalatine endoscopic ganglion block: a revision of a traditional technique for cluster headache |journal=Laryngoscope |volume=116 |issue=8 |pages=1447–50 |year=2006 |month=August |pmid=16885751 |doi=10.1097/01.mlg.0000227997.48020.44 |url=}}</ref><ref name="pmid20464621">{{cite journal |author=Pipolo C, Bussone G, Leone M, Lozza P, Felisati G |title=Sphenopalatine endoscopic ganglion block in cluster headache: a reevaluation of the procedure after 5 years |journal=Neurol. Sci. |volume=31 Suppl 1 |issue= |pages=S197–9 |year=2010 |month=June |pmid=20464621 |doi=10.1007/s10072-010-0325-2 |url=}}</ref>
Die [[Infiltrationstherapie bei Cluster-Kopfschmerz|Blockade des großen Hinterhauptnervs]] mit einem Lokalanästhetikum und Corticosteroiden sollte in jedem Fall vor einer operativen Therapie versucht werden.<ref name="DG"/> Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt sie zur Überbrückung, bis Verapamil wirkt; sie kann wiederholt werden, wenn sie hilft. Zwei kleine placebokontrollierte Studien fanden eine vorbeugende Wirkung beim episodischen und beim chronischen Verlauf; die Leitlinie nennt eine Wirksamkeit bei 70 bis 80&nbsp;Prozent der Betroffenen, stützt ihre Empfehlung aber auf den Konsens der Fachleute.<ref name="EAN2023"/><ref name="AMBRO"/> Eine weitere Möglichkeit ist die endoskopische Nervenblockade am [https://de.wikipedia.org/wiki/Ganglion_pterygopalatinum Ganglion pterygopalatinum (Ganglion sphenopalatinum)] mittels Lokalanästhetikum und Corticosteroiden.<ref name="pmid16885751">{{cite journal |author=Felisati G, Arnone F, Lozza P, Leone M, Curone M, Bussone G |title=Sphenopalatine endoscopic ganglion block: a revision of a traditional technique for cluster headache |journal=Laryngoscope |volume=116 |issue=8 |pages=1447–50 |year=2006 |month=August |pmid=16885751 |doi=10.1097/01.mlg.0000227997.48020.44 |url=}}</ref><ref name="pmid20464621">{{cite journal |author=Pipolo C, Bussone G, Leone M, Lozza P, Felisati G |title=Sphenopalatine endoscopic ganglion block in cluster headache: a reevaluation of the procedure after 5 years |journal=Neurol. Sci. |volume=31 Suppl 1 |issue= |pages=S197–9 |year=2010 |month=June |pmid=20464621 |doi=10.1007/s10072-010-0325-2 |url=}}</ref>


=== Operative Verfahren ===
=== Operative Verfahren ===


Erst nach Versagen aller medikamentösen Maßnahmen sind in absoluten Ausnahmefällen [[Therapeutische Nervenblockade|operative Verfahren]] zu erwägen. Deren Risiken überwiegen jedoch oft den Nutzen.<ref name="DG"/> Abgeraten wird bei Cluster-Kopfschmerz von der aus der Behandlung der [http://de.wikipedia.org/wiki/Trigeminusneuralgie Trigeminusneuralgie] bekannten [[Gamma Knife|"Gamma Knife" Radiochirugie]].<ref>Donnet et al.: Trigeminal nerve radiosurgical treatment in intractable chronic cluster headache: unexpected high toxicity. ''Neurosurgery.'' (2006) '''59(6)''': 1252-7, PMID 17277687</ref><ref>McClelland et al.: Long-term results of radiosurgery for refractory cluster headache. ''Neurosurgery.'' (2006) '''59(6)''': 1258-62; PMID 17277688</ref><ref>McClelland et al.: Repeat trigeminal nerve radiosurgery for refractory cluster headache fails to provide long-term pain relief. ''Headache.'' (2007) '''47(2)''': 298-300; PMID 17300376</ref>
Erst nach Versagen aller medikamentösen Maßnahmen sind in absoluten Ausnahmefällen [[Therapeutische Nervenblockade|operative Verfahren]] zu erwägen. Deren Risiken überwiegen jedoch oft den Nutzen.<ref name="DG"/> Operationen bergen das Risiko von Nervenschmerzen und einer schmerzhaften Taubheit (Anaesthesia dolorosa); die europäische Leitlinie von 2023 hält operative Verfahren bei den meisten Betroffenen für nicht angezeigt.<ref name="EAN2023"/> Abgeraten wird bei Cluster-Kopfschmerz von der aus der Behandlung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Trigeminusneuralgie Trigeminusneuralgie] bekannten [[Gamma Knife|"Gamma Knife" Radiochirugie]].<ref>Donnet et al.: Trigeminal nerve radiosurgical treatment in intractable chronic cluster headache: unexpected high toxicity. ''Neurosurgery.'' (2006) '''59(6)''': 1252-7, PMID 17277687</ref><ref>McClelland et al.: Long-term results of radiosurgery for refractory cluster headache. ''Neurosurgery.'' (2006) '''59(6)''': 1258-62; PMID 17277688</ref><ref>McClelland et al.: Repeat trigeminal nerve radiosurgery for refractory cluster headache fails to provide long-term pain relief. ''Headache.'' (2007) '''47(2)''': 298-300; PMID 17300376</ref>


=== Neuromodulation ===
=== Neuromodulation ===
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Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt das Verfahren wegen dieser Nebenwirkungen nicht, hält es aber für mäßig wirksam und nennt es als das Verfahren, über das vor einer Tiefenhirnstimulation gesprochen werden sollte: „ONS is not recommended due to side effect profile, but because it is moderately effective and DBS has potentially more side effects, it could be discussed with patients before DBS is planned." In der Tabelle der vorbeugenden Verfahren führt sie es als Methode der dritten Wahl, die eingesetzt werden kann, wenn alle Medikamente versagt haben.<ref name="EAN2023"/>
Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt das Verfahren wegen dieser Nebenwirkungen nicht, hält es aber für mäßig wirksam und nennt es als das Verfahren, über das vor einer Tiefenhirnstimulation gesprochen werden sollte: „ONS is not recommended due to side effect profile, but because it is moderately effective and DBS has potentially more side effects, it could be discussed with patients before DBS is planned." In der Tabelle der vorbeugenden Verfahren führt sie es als Methode der dritten Wahl, die eingesetzt werden kann, wenn alle Medikamente versagt haben.<ref name="EAN2023"/>


Bei der [[Tiefenhirnstimulation]] werden über fest implantierte Elektroden Strukturen am [[Hypothalamus]] gereizt. Etablierte Anwendungsgebiete der Tiefenhirnstimulation sind unter anderem die [http://de.wikipedia.org/wiki/Parkinson-Krankheit Parkinson-Krankheit], der [http://de.wikipedia.org/wiki/Essentieller_Tremor Essentielle Tremor] oder die [http://de.wikipedia.org/wiki/Dystonie Dystonie]. Die Tiefenhirnstimulation ist eine Option für an der [[Chronischer Cluster-Kopfschmerz|chronischen Verlaufsform]] erkrankte Cluster-Kopfschmerzpatienten, denen nicht anders geholfen werden kann.<ref name="DG"/><ref>Leone M,. et al.: Hypothalamic stimulation for intractable cluster headache: long-term experience. ''Neurology'' (2006)‚ '''67(1):''' 150-2, PMID 16832097</ref>
Bei der [[Tiefenhirnstimulation]] werden über fest implantierte Elektroden Strukturen am [[Hypothalamus]] gereizt. Etablierte Anwendungsgebiete der Tiefenhirnstimulation sind unter anderem die [https://de.wikipedia.org/wiki/Parkinson-Krankheit Parkinson-Krankheit], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Essentieller_Tremor Essentielle Tremor] oder die [https://de.wikipedia.org/wiki/Dystonie Dystonie]. Die Tiefenhirnstimulation ist eine Option für an der [[Chronischer Cluster-Kopfschmerz|chronischen Verlaufsform]] erkrankte Cluster-Kopfschmerzpatienten, denen nicht anders geholfen werden kann.<ref name="DG"/><ref name="EAN2023"/><ref>Leone M,. et al.: Hypothalamic stimulation for intractable cluster headache: long-term experience. ''Neurology'' (2006)‚ '''67(1):''' 150-2, PMID 16832097</ref>


Die Ergebnisse gehen weit auseinander, je nachdem wie genau hingesehen wurde. Eine Zusammenfassung von 108 veröffentlichten Fällen aus sechzehn Arbeiten fand einen statistisch gesicherten Rückgang von Attackenzahl und Schmerzstärke; die Autoren schließen daraus, dass bei sorgfältig ausgewählten Betroffenen etwa 70&nbsp;Prozent eine gute Kontrolle ihrer Attacken erreichen.<ref name="MURRAY2023">{{cite journal |author=Murray M, Pahapill PA, Awad AJ |title=Deep Brain Stimulation for Chronic Cluster Headaches: A Systematic Review and Meta-Analysis |journal=Stereotact Funct Neurosurg |volume=101 |issue=4 |pages=232-243 |year=2023 |pmid=37245509 |doi=10.1159/000530508 |url=}} Von den sechzehn ausgewerteten Arbeiten war nur eine eine randomisierte Studie, die übrigen waren offene Fallserien. Die mittlere Nachbeobachtung betrug 45,4 Monate.</ref> Die einzige verblindete Studie fiel dagegen negativ aus: Bei elf Betroffenen unterschied sich die aktive Stimulation in der verblindeten Phase in keinem Endpunkt von der Scheinstimulation. Erst in der anschließenden offenen Phase über ein Jahr besserten sich 6 von 11, drei davon wurden schmerzfrei.<ref name="FONTAINE2010">{{cite journal |author=Fontaine D, Lazorthes Y, Mertens P, Blond S, Géraud G, Fabre N, et al. |title=Safety and efficacy of deep brain stimulation in refractory cluster headache: a randomized placebo-controlled double-blind trial followed by a 1-year open extension |journal=J Headache Pain |volume=11 |issue=1 |pages=23-31 |year=2010 |pmid=19936616 |doi=10.1007/s10194-009-0169-4 |url=}} Drei schwerwiegende Ereignisse traten auf: eine Infektion unter der Haut, eine vorübergehende Bewusstlosigkeit und Ohnmachten beim Wasserlassen.</ref> Die europäische Leitlinie hält dieser Studie entgegen, der Beobachtungszeitraum sei wahrscheinlich schlecht gewählt gewesen.<ref name="EAN2023"/>
Die Ergebnisse gehen weit auseinander, je nachdem wie genau hingesehen wurde. Eine Zusammenfassung von 108 veröffentlichten Fällen aus sechzehn Arbeiten fand einen statistisch gesicherten Rückgang von Attackenzahl und Schmerzstärke; die Autoren schließen daraus, dass bei sorgfältig ausgewählten Betroffenen etwa 70&nbsp;Prozent eine gute Kontrolle ihrer Attacken erreichen.<ref name="MURRAY2023">{{cite journal |author=Murray M, Pahapill PA, Awad AJ |title=Deep Brain Stimulation for Chronic Cluster Headaches: A Systematic Review and Meta-Analysis |journal=Stereotact Funct Neurosurg |volume=101 |issue=4 |pages=232-243 |year=2023 |pmid=37245509 |doi=10.1159/000530508 |url=}} Von den sechzehn ausgewerteten Arbeiten war nur eine eine randomisierte Studie, die übrigen waren offene Fallserien. Die mittlere Nachbeobachtung betrug 45,4 Monate.</ref> Die einzige verblindete Studie fiel dagegen negativ aus: Bei elf Betroffenen unterschied sich die aktive Stimulation in der verblindeten Phase in keinem Endpunkt von der Scheinstimulation. Erst in der anschließenden offenen Phase über ein Jahr besserten sich 6 von 11, drei davon wurden schmerzfrei.<ref name="FONTAINE2010">{{cite journal |author=Fontaine D, Lazorthes Y, Mertens P, Blond S, Géraud G, Fabre N, et al. |title=Safety and efficacy of deep brain stimulation in refractory cluster headache: a randomized placebo-controlled double-blind trial followed by a 1-year open extension |journal=J Headache Pain |volume=11 |issue=1 |pages=23-31 |year=2010 |pmid=19936616 |doi=10.1007/s10194-009-0169-4 |url=}} Drei schwerwiegende Ereignisse traten auf: eine Infektion unter der Haut, eine vorübergehende Bewusstlosigkeit und Ohnmachten beim Wasserlassen.</ref> Die europäische Leitlinie hält dieser Studie entgegen, der Beobachtungszeitraum sei wahrscheinlich schlecht gewählt gewesen.<ref name="EAN2023"/>


Die Risiken sind erheblich. In der Auswertung der 108 Fälle traten bei 16,7&nbsp;Prozent schwere Komplikationen auf, Todesfälle bei unter einem Prozent.<ref name="MURRAY2023"/> Die europäische Leitlinie von 2023 beziffert das Blutungsrisiko auf etwa zwei Prozent, hält fest, dass auch ein Todesfall berichtet wurde, und spricht keine Empfehlung aus; sie merkt an, dass wegen der geringeren Risiken zuerst die okzipitale Nervenstimulation versucht werden sollte.<ref name="EAN2023"/> Ein solcher Todesfall ist in einer der frühen Arbeiten ausführlich dokumentiert: Dort starb einer von sechs Behandelten wenige Stunden nach dem Eingriff an einer Hirnblutung, die sich entlang des Elektrodenkanals entwickelt hatte; die Obduktion fand keine anderen Gefäßveränderungen. Bei einem weiteren Teilnehmer musste der Eingriff abgebrochen werden.<ref name="SCHOENEN2005">{{cite journal |author=Schoenen J, Di Clemente L, Vandenheede M, Fumal A, De Pasqua V, Mouchamps M, et al. |title=Hypothalamic stimulation in chronic cluster headache: a pilot study of efficacy and mode of action |journal=Brain |volume=128 |issue=Pt 4 |pages=940-947 |year=2005 |pmid=15689358 |doi=10.1093/brain/awh411 |url=}} Die Autoren schließen daraus wörtlich: „Intracerebral haemorrhage cannot be neglected in the risk evaluation of the procedure."</ref>
Die Risiken sind erheblich. In der Auswertung der 108 Fälle traten bei 16,7&nbsp;Prozent schwere Komplikationen auf, Todesfälle bei unter einem Prozent.<ref name="MURRAY2023"/> Die europäische Leitlinie von 2023 beziffert das Blutungsrisiko auf etwa zwei Prozent, hält fest, dass auch ein Todesfall berichtet wurde, und spricht keine Empfehlung aus; sie merkt an, dass wegen der geringeren Risiken zuerst die okzipitale Nervenstimulation versucht werden sollte.<ref name="EAN2023"/> Ein solcher Todesfall ist in einer der frühen Arbeiten ausführlich dokumentiert: Dort fiel eine von sechs Behandelten fünf Stunden nach dem Eingriff ins Koma, weil sich entlang des Elektrodenkanals eine Hirnblutung entwickelt hatte; sie starb drei Tage später. Die Obduktion fand keine anderen Gefäßveränderungen. Bei einem weiteren Teilnehmer musste der Eingriff abgebrochen werden.<ref name="SCHOENEN2005">{{cite journal |author=Schoenen J, Di Clemente L, Vandenheede M, Fumal A, De Pasqua V, Mouchamps M, et al. |title=Hypothalamic stimulation in chronic cluster headache: a pilot study of efficacy and mode of action |journal=Brain |volume=128 |issue=Pt 4 |pages=940-947 |year=2005 |pmid=15689358 |doi=10.1093/brain/awh411 |url=}} Die Autoren schließen daraus wörtlich: „Intracerebral haemorrhage cannot be neglected in the risk evaluation of the procedure."</ref>


== Übersicht ==
== Übersicht ==


{|border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1"  margin:1em 0 1em 1em; border-style: solid; border-width: 2px; border-collapse:collapse; font-size:95%; empty-cells:show;
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|+ '''Cluster-Kopfschmerztherapie nach der europäischen Leitlinie 2023'''<ref name="EAN2023"/>
|+ Cluster-Kopfschmerztherapie nach der europäischen Leitlinie 2023<ref name="EAN2023"/>
! colspan="2" style="background:#E2EFFF;" | Mittel der ersten Wahl
|-
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|colspan=2| '''Mittel der ersten Wahl'''
! style="width:50%;" | Akuttherapie
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! Vorbeugung
|'''Akuttherapie'''
|'''Vorbeugung'''
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| Inhalation 100&nbsp;% med. [[Sauerstoff]], 12–15&nbsp;l/min über Maske mit Reservoirbeutel, 15–20&nbsp;Minuten
| Inhalation 100&nbsp;% med. [[Sauerstoff]], 12–15&nbsp;l/min über Maske mit Reservoirbeutel, 15–20&nbsp;Minuten
| [[Verapamil]], mindestens 240&nbsp;mg täglich, Zieldosis meist 360&nbsp;mg; EKG-Kontrollen
| [[Verapamil]], mindestens 240&nbsp;mg täglich, Zieldosis meist 360&nbsp;mg; EKG-Kontrollen
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| [[Sumatriptan]] 6&nbsp;mg [[s.c.]]
| [[Sumatriptan]] 6&nbsp;mg [[s.c.]]
| ''Zur Überbrückung:'' [[Corticosteroide|Prednisolon]] 60–100&nbsp;mg täglich über 5 Tage, danach Reduktion um 10&nbsp;mg alle 4 Tage
| ''Zur Überbrückung:'' [[Corticosteroide|Prednisolon]] 60–100&nbsp;mg täglich über 5 Tage, danach Reduktion um 10&nbsp;mg alle 4 Tage
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| ''Zur Überbrückung:'' Blockade des [[Nervus occipitalis major]] mit Corticosteroid und Lokalanästhetikum
| ''Zur Überbrückung:'' Blockade des [[Nervus occipitalis major]] mit Corticosteroid und Lokalanästhetikum
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! colspan="2" style="background:#E2EFFF;" | Mittel der zweiten Wahl
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|colspan=2| '''Mittel der zweiten Wahl'''
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|'''Akuttherapie'''
! Akuttherapie
|'''Vorbeugung'''
! Vorbeugung
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| [[Lidocain]] Nasenspray 4-10%ige Lösung
| [[Lidocain]] Nasenspray 4-10%ige Lösung
| [[Lithium]] 600–1500&nbsp;mg nach Serumspiegel, wenn Verapamil nicht ausreicht
| [[Lithium]] 600–1500&nbsp;mg nach Serumspiegel, wenn Verapamil nicht ausreicht
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| &nbsp;
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| [[Topiramat]], Beginn mit 25&nbsp;mg, wöchentliche Steigerung um 25&nbsp;mg
| [[Topiramat]], Beginn mit 25&nbsp;mg, wöchentliche Steigerung um 25&nbsp;mg
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| Nicht-invasive Vagusnervstimulation (nur episodischer Verlauf)
| [[Nicht-invasive Vagusnervstimulation]] (nur episodischer Verlauf)
| Galcanezumab 300&nbsp;mg s.c. monatlich (nur episodischer Verlauf; in der EU nicht zugelassen)
| [[Galcanezumab]] 300&nbsp;mg s.c. monatlich (nur episodischer Verlauf; in der EU nicht zugelassen)
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Zugelassen sind für den Cluster-Kopfschmerz in Deutschland nur [[Sumatriptan]] 6&nbsp;mg als Injektion unter die Haut und [[Zolmitriptan]] als Nasenspray; alle übrigen hier genannten Mittel werden außerhalb ihrer Zulassung eingesetzt. Sumatriptan als Nasenspray ist nur für die Migräne zugelassen.<ref name="DG"/> Beim Zolmitriptan-Nasenspray gehen Leitlinie und Zulassung auseinander: Die europäische Leitlinie empfiehlt 5&nbsp;mg, hält im Text aber 10&nbsp;mg für die vorzuziehende Dosis.<ref name="EAN2023"/> Die Fachinformation nennt für den Cluster-Kopfschmerz „5 oder 10 mg" und ergänzt, bei ungenügender Wirkung von 5&nbsp;mg könne eine Dosis von 10&nbsp;mg bei nachfolgenden Anfällen wirksam sein. Das Spray gibt es nur mit 5&nbsp;mg pro Sprühstoß; 10&nbsp;mg sind also zwei Sprühstöße – und damit schon die zulässige Tagesgesamtdosis.<ref name="FIASCOTOPCLUSTER">Fachinformation AscoTop Nasal 5 mg/Dosis Nasenspray, Grünenthal GmbH, Stand Juni 2023, Abschnitt 4.2, Unterabschnitt „Behandlung von Cluster-Kopfschmerz": „Die empfohlene Dosis … beträgt 5 oder 10 mg. Bei Patienten, bei denen keine ausreichende Wirkung mit der 5-mg-Dosis erreicht wird, kann eine Dosis von 10 mg bei nachfolgenden Anfällen wirksam sein. … Die Tagesgesamtdosis darf 10 mg nicht überschreiten. Innerhalb von 24 Stunden sollten nicht mehr als 4 Dosen Zolmitriptan 2,5 mg oder 2 Dosen Zolmitriptan 5 mg angewendet werden." [https://www.fachinfo.de/fi/pdf/007410 Bei fachinfo.de]</ref>
Zugelassen sind für den Cluster-Kopfschmerz in Deutschland zur Akutbehandlung nur [[Sumatriptan]] 6&nbsp;mg als Injektion unter die Haut, [[Zolmitriptan]] als Nasenspray und medizinischer [[Sauerstoff]]; zur Vorbeugung ist das Lithiumpräparat Quilonum retard zugelassen, wobei nicht jedes Lithiumpräparat den Cluster-Kopfschmerz im Anwendungsgebiet führt.<ref name="QUILONUM"/> Beim Sauerstoff gilt das nur für Präparate, die den Cluster-Kopfschmerz im Anwendungsgebiet führen, so für CONOXIA GO2X in Druckgasflaschen.<ref name="CONOXIAGO2X">[https://static.prd.echannel.linde.com/wcsstore/DE_REC_Industrial_Gas_Store/Attachment/Packungsbeilage/Gebrauchsinformation_CONOXIA-GO2X_2024-09_41000022.pdf Gebrauchsinformation CONOXIA® GO2X, Sauerstoff 100 % (V/V), Gas zur medizinischen Anwendung, Linde GmbH, Stand 09.2024], Abschnitt 1, am 23.09.2026 gelesen: „CONOXIA GO2X wird angewendet zur Behandlung und Vorbeugung von Sauerstoffmangelzuständen (hypoxischen und hypoxämischen Zuständen) sowie zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen.“ Abschnitt 3: „Bei Cluster-Kopfschmerzen wird 15 Minuten lang 100 %iger Sauerstoff mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 7 l/min über eine Gesichtsmaske zugeführt.“ Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt dagegen mindestens 12 l/min.</ref> Alle übrigen hier genannten Arzneimittel werden außerhalb ihrer Zulassung eingesetzt.
 
Sumatriptan als Nasenspray ist nur für die Migräne zugelassen.<ref name="DG"/> Beim Zolmitriptan-Nasenspray gehen Leitlinie und Zulassung auseinander: Die europäische Leitlinie empfiehlt 5&nbsp;mg, hält im Text aber 10&nbsp;mg für die vorzuziehende Dosis.<ref name="EAN2023"/> Die Fachinformation nennt für den Cluster-Kopfschmerz „5 oder 10 mg" und ergänzt, bei ungenügender Wirkung von 5&nbsp;mg könne eine Dosis von 10&nbsp;mg bei nachfolgenden Anfällen wirksam sein. Das Spray gibt es nur mit 5&nbsp;mg pro Sprühstoß; 10&nbsp;mg sind also zwei Sprühstöße – und damit schon die zulässige Tagesgesamtdosis.<ref name="FIASCOTOPCLUSTER">Fachinformation AscoTop Nasal 5 mg/Dosis Nasenspray, Grünenthal GmbH, Stand Juni 2023, Abschnitt 4.2, Unterabschnitt „Behandlung von Cluster-Kopfschmerz": „Die empfohlene Dosis … beträgt 5 oder 10 mg. Bei Patienten, bei denen keine ausreichende Wirkung mit der 5-mg-Dosis erreicht wird, kann eine Dosis von 10 mg bei nachfolgenden Anfällen wirksam sein. … Die Tagesgesamtdosis darf 10 mg nicht überschreiten. Innerhalb von 24 Stunden sollten nicht mehr als 4 Dosen Zolmitriptan 2,5 mg oder 2 Dosen Zolmitriptan 5 mg angewendet werden." [https://www.fachinfo.de/fi/pdf/007410 Bei fachinfo.de]</ref>


Die Angaben sind der europäischen Leitlinie von 2023 entnommen und ersetzen die frühere Übersicht nach der deutschen Leitlinie von 2015, deren Gültigkeit am 13. Mai 2020 abgelaufen ist.<ref name="DG"/> Die Dosierungen sind Leitlinienangaben und keine ärztliche Anweisung; maßgeblich ist die Verordnung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.
Die Angaben sind der europäischen Leitlinie von 2023 entnommen; die Gültigkeit der deutschen Leitlinie von 2015 ist am 13. Mai 2020 abgelaufen.<ref name="DG"/> Die Dosierungen sind Leitlinienangaben und keine ärztliche Anweisung; maßgeblich ist die Verordnung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.


== CGRP Antikörper ==
== CGRP Antikörper ==
In einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Klinische_Studie Phase-III-Studie] zur vorbeugenden Behandlung bei [[ECH|episodischem]] Cluster-Kopfschmerz wurde [https://flexikon.doccheck.com/de/Galcanezumab Galcanezumab (Handelsname Emgality)]  als humanisierter [https://de.wikipedia.org/wiki/Monoklonaler_Antik%C3%B6rper monoklonaler Antikörper] eingesetzt, der ein selektiver [https://de.wikipedia.org/wiki/CGRP-Antagonist Inhibitor] des [https://de.wikipedia.org/wiki/CGRP CGRP] (‘‘calcitonin gene-related peptide‘‘) ist. In dieser doppelblinden [https://de.wikipedia.org/wiki/Randomisierte_kontrollierte_Studie randomisierten Studie] wurden im Abstand von vier Wochen jeweils 300 mg Galcanezumab oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Placebo Placebo] [[subkutan]] bei Patienten mit mindestens einer Kopfschmerzepisode alle zwei Tage seit mindestens sechs Wochen injiziert. Dadurch reduzierte sich die wöchentliche Anzahl von Kopfschmerzattacken in den ersten drei Wochen um mittlere 8,7 Attacken gegen 5,2 in der Placebogruppe. 71 % (gegen 53 %) hatten nach drei Wochen eine um mindestens die Hälfte reduzierte Häufigkeit von Kopfschmerzattacken. Schwere [https://de.wikipedia.org/wiki/Unerw%C3%BCnschte_Wirkung unerwünschte Wirkungen] traten nicht auf, aber 8 % der Patienten mit Galcanezumab beklagten Schmerzen an der Injektionsstelle. Da durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Blut-Hirn-Schranke Blut-Hirn-Schranke] Galcanezumab im [https://de.wikipedia.org/wiki/Liquor_cerebrospinalis Liquor] nur eine Konzentration von 0,1 % der [https://de.wikipedia.org/wiki/Plasmakonzentration Plasmakonzentration] aufweist, deutet dies auf eine periphere Wirkung außerhalb des [https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralnervensystem Zentralnervensystem]s hin, wie z.B. am [https://de.wikipedia.org/wiki/Trigeminus Trigeminus-Ganglion].<ref name="GALCA">{{cite journal |author=Goadsby PJ, Dodick DW, Leone M, Bardos JN, Oakes TM, Millen BA, Zhou C, Dowsett SA, Aurora SK, Ahn AH, Yang JY, Conley RR, Martinez JM |title='''Trial of Galcanezumab in Prevention of Episodic Cluster Headache''' |journal=N. Engl. J. Med. |volume=381 |issue=2 |pages=132–141 |date=July 2019 |pmid=31291515 |doi=10.1056/NEJMoa1813440 |url=}}</ref> Die Rekrutierung der Studie wurde vorzeitig beendet, weil zu wenige Betroffene die Einschlusskriterien erfüllten: Eingeschlossen wurden 106 statt der geplanten 162 Teilnehmer.<ref name="GALCA"/>
''Ausführlich: [[Galcanezumab]].''
 
In einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Klinische_Studie Phase-III-Studie] zur vorbeugenden Behandlung bei [[ECH|episodischem]] Cluster-Kopfschmerz wurde [https://flexikon.doccheck.com/de/Galcanezumab Galcanezumab (Handelsname Emgality)]  als humanisierter [https://de.wikipedia.org/wiki/Monoklonaler_Antik%C3%B6rper monoklonaler Antikörper] eingesetzt, der ein selektiver [https://de.wikipedia.org/wiki/CGRP-Antagonist Inhibitor] des [https://de.wikipedia.org/wiki/CGRP CGRP] (‘‘calcitonin gene-related peptide‘‘) ist.
 
In dieser doppelblinden [https://de.wikipedia.org/wiki/Randomisierte_kontrollierte_Studie randomisierten Studie] wurden im Abstand von vier Wochen jeweils 300 mg Galcanezumab oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Placebo Placebo] [[subkutan]] bei Patienten mit mindestens einer Kopfschmerzepisode alle zwei Tage seit mindestens sechs Wochen injiziert. Dadurch reduzierte sich die wöchentliche Anzahl von Kopfschmerzattacken in den ersten drei Wochen um mittlere 8,7 Attacken gegen 5,2 in der Placebogruppe. 71 % (gegen 53 %) hatten nach drei Wochen eine um mindestens die Hälfte reduzierte Häufigkeit von Kopfschmerzattacken. Schwere [https://de.wikipedia.org/wiki/Unerw%C3%BCnschte_Wirkung unerwünschte Wirkungen] traten nicht auf, aber 8 % der Patienten mit Galcanezumab beklagten Schmerzen an der Injektionsstelle.
 
Da durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Blut-Hirn-Schranke Blut-Hirn-Schranke] Galcanezumab im [https://de.wikipedia.org/wiki/Liquor_cerebrospinalis Liquor] nur eine Konzentration von 0,1 % der [https://de.wikipedia.org/wiki/Plasmakonzentration Plasmakonzentration] aufweist, deutet dies auf eine periphere Wirkung außerhalb des [https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralnervensystem Zentralnervensystem]s hin, wie z.B. am [https://de.wikipedia.org/wiki/Trigeminus Trigeminus-Ganglion].<ref name="GALCA">{{cite journal |author=Goadsby PJ, Dodick DW, Leone M, Bardos JN, Oakes TM, Millen BA, Zhou C, Dowsett SA, Aurora SK, Ahn AH, Yang JY, Conley RR, Martinez JM |title='''Trial of Galcanezumab in Prevention of Episodic Cluster Headache''' |journal=N. Engl. J. Med. |volume=381 |issue=2 |pages=132–141 |date=July 2019 |pmid=31291515 |doi=10.1056/NEJMoa1813440 |url=}}</ref> Die Rekrutierung der Studie wurde vorzeitig beendet, weil zu wenige Betroffene die Einschlusskriterien erfüllten: Eingeschlossen wurden 106 statt der geplanten 162 Teilnehmer.<ref name="GALCA"/>


Eine Studie zur vorbeugenden Behandlung mit Galcanezumab bei [[CCH|chronischem]] Cluster-Kopfschmerz blieb ohne Wirkung: Bei 237 behandelten Patienten sank die wöchentliche Attackenzahl um 5,4 gegenüber 4,6 unter Placebo, der Unterschied war nicht [https://de.wikipedia.org/wiki/Statistische_Signifikanz signifikant].<ref name="DODICK2020">{{cite journal |author=Dodick DW, Goadsby PJ, Lucas C, Jensen R, Bardos JN, Martinez JM, Zhou C, Aurora SK, Yang JY, Conley RR, Oakes T |title=Phase 3 randomized, placebo-controlled study of galcanezumab in patients with chronic cluster headache: Results from 3-month double-blind treatment |journal=Cephalalgia |volume=40 |issue=9 |pages=935–948 |year=2020 |pmid=32050782 |doi=10.1177/0333102420905321}}</ref>
Eine Studie zur vorbeugenden Behandlung mit Galcanezumab bei [[CCH|chronischem]] Cluster-Kopfschmerz blieb ohne Wirkung: Bei 237 behandelten Patienten sank die wöchentliche Attackenzahl um 5,4 gegenüber 4,6 unter Placebo, der Unterschied war nicht [https://de.wikipedia.org/wiki/Statistische_Signifikanz signifikant].<ref name="DODICK2020">{{cite journal |author=Dodick DW, Goadsby PJ, Lucas C, Jensen R, Bardos JN, Martinez JM, Zhou C, Aurora SK, Yang JY, Conley RR, Oakes T |title=Phase 3 randomized, placebo-controlled study of galcanezumab in patients with chronic cluster headache: Results from 3-month double-blind treatment |journal=Cephalalgia |volume=40 |issue=9 |pages=935–948 |year=2020 |pmid=32050782 |doi=10.1177/0333102420905321}}</ref>
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== Komplementär- und Alternativmedizin ==
== Komplementär- und Alternativmedizin ==
Eine Selbstbehandlung ist bei Cluster-Kopfschmerz nicht sinnvoll, da die Medikamente verschreibungspflichtig sind und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sein müssen.<ref name="DM">[http://dmkg.de/files/dmkg.de/patienten/Download/cluster_d.pdf Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, Cluster-Kopfschmerz, Informationen für Patientinnen und Patienten, Juli 2005 (PDF)]</ref> Von irgendwelchen "Wundermitteln" ist abzuraten, da diese in der Regel nur die Aufnahme einer wirksamen Behandlung verzögern.
Eine Selbstbehandlung ist bei Cluster-Kopfschmerz nicht sinnvoll, da die Medikamente verschreibungspflichtig sind und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sein müssen.<ref name="DM">[https://dmkg.de/files/dmkg.de/patienten/Download/cluster_d.pdf Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, Cluster-Kopfschmerz, Informationen für Patientinnen und Patienten, Juli 2005 (PDF)]</ref> Von irgendwelchen "Wundermitteln" ist abzuraten, da diese in der Regel nur die Aufnahme einer wirksamen Behandlung verzögern.
 
Die Beleglage ist für die folgenden Mittel sehr unterschiedlich; zu den meisten gibt es keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Klinische_Studie klinische Studie]. Für [[Wirkung von Psilocybin und LSD auf Cluster-Kopfschmerz|Psilocybin]] liegt inzwischen eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie vor, die ihr Wirksamkeitsziel allerdings verfehlte (siehe unten). Für Vitamin&nbsp;D3 wurde eine randomisierte Studie begonnen, aber vorzeitig abgebrochen und nie veröffentlicht; belegt sind bisher nur niedrigere Vitamin-D-Spiegel bei Betroffenen, nicht ein Nutzen der Einnahme.<ref name="VITD">{{cite journal |author=Sohn JH, Chu MK, Park KY, Ahn HY, Cho SJ |title=Vitamin D deficiency in patients with cluster headache: a preliminary study |journal=J Headache Pain |volume=19 |issue=1 |pages=54 |year=2018 |pmid=30019090 |doi=10.1186/s10194-018-0886-7 |url=}} Die randomisierte Studie zum Hochdosis-Schema ([https://clinicaltrials.gov/study/NCT04570475 NCT04570475], University of Texas Health Science Center, Houston) wurde im Mai 2024 mit 27 aufgenommenen Teilnehmenden abgebrochen; als Grund ist im Register angegeben, dass zu wenige die Voraussetzungen für die Randomisierung erfüllten – nicht, dass sich ein Schaden gezeigt hätte. Ergebnisse sind nicht veröffentlicht. Die oft zitierte Anwenderbefragung von Batcheller (Neurology 2014) ist ein Kongress-Abstract ohne Kontrollgruppe.</ref>


Die Beleglage ist für die folgenden Mittel sehr unterschiedlich, und sie hat sich seit dem ersten Verfassen dieses Abschnitts verändert: Damals gab es zu keinem von ihnen eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Klinische_Studie klinische Studie]. Für [[Wirkung von Psilocybin und LSD auf Cluster-Kopfschmerz|Psilocybin]] liegt inzwischen eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie vor, die ihr Wirksamkeitsziel allerdings verfehlte (siehe unten). Für Vitamin&nbsp;D3 wurde eine randomisierte Studie begonnen, aber vorzeitig abgebrochen und nie veröffentlicht; belegt sind bisher nur niedrigere Vitamin-D-Spiegel bei Betroffenen, nicht ein Nutzen der Einnahme.<ref name="VITD">{{cite journal |author=Sohn JH, Chu MK, Park KY, Ahn HY, Cho SJ |title=Vitamin D deficiency in patients with cluster headache: a preliminary study |journal=J Headache Pain |volume=19 |issue=1 |pages=54 |year=2018 |pmid=30019090 |doi=10.1186/s10194-018-0886-7 |url=}} Die randomisierte Studie zum Hochdosis-Schema ([https://clinicaltrials.gov/study/NCT04570475 NCT04570475], University of Texas Health Science Center, Houston) wurde im Mai 2024 mit 27 aufgenommenen Teilnehmenden abgebrochen; als Grund ist im Register angegeben, dass zu wenige die Voraussetzungen für die Randomisierung erfüllten – nicht, dass sich ein Schaden gezeigt hätte. Ergebnisse sind nicht veröffentlicht. Die oft zitierte Anwenderbefragung von Batcheller (Neurology 2014) ist ein Kongress-Abstract ohne Kontrollgruppe.</ref> Für [[Kudzu]] gibt es eine Befragung von sechzehn Anwendern, von denen elf über weniger starke, neun über seltenere und fünf über kürzere Attacken berichteten; der Autor selbst bezeichnet das als „anecdotal evidence" und fordert eine randomisierte Studie – die es bis heute nicht gibt.<ref name="KUDZU">Sewell RA.: Response of Cluster Headache to Kudzu. ''Headache.'' 2009 Jan; '''49'''(1): 98-105. PMID 19125878 [http://dx.doi.org/10.1111/j.1526-4610.2008.01268.x DOI]</ref> Für die übrigen hier genannten Mittel – Omega-3-Fischöl, [[Minocyclin]], [[Taurin]] beziehungsweise Energy Drinks, eine purin- oder histaminreduzierte Diät, eine erhöhte Trinkmenge und Vitamin-B-Präparate – sind keine klinischen Studien speziell zum Cluster-Kopfschmerz bekannt.
Für [[Kudzu]] gibt es eine Befragung von sechzehn Anwendern, von denen elf über weniger starke, neun über seltenere und fünf über kürzere Attacken berichteten; der Autor selbst bezeichnet das als „anecdotal evidence" und fordert eine randomisierte Studie – die es bis heute nicht gibt.<ref name="KUDZU">Sewell RA.: Response of Cluster Headache to Kudzu. ''Headache.'' 2009 Jan; '''49'''(1): 98-105. PMID 19125878 [https://doi.org/10.1111/j.1526-4610.2008.01268.x DOI]</ref> Für die übrigen hier genannten Mittel – Omega-3-Fischöl, [[Minocyclin]], [[Taurin]] beziehungsweise Energy Drinks, eine purin- oder histaminreduzierte Diät, eine erhöhte Trinkmenge und Vitamin-B-Präparate – sind keine klinischen Studien speziell zum Cluster-Kopfschmerz bekannt.


Patienten berichten unter anderem von positiven Wirkungen durch  
Patienten berichten unter anderem von positiven Wirkungen durch  
* eine [[Ernährungsumstellung]] auf eine Purin und/oder Histamin reduzierte Diät,
* eine [[Ernährungsumstellung]] auf eine Purin und/oder Histamin reduzierte Diät,
* das [http://web.archive.org/web/20160326145105/http://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=19 Trinken von viel Wasser (Forum)],
* das [https://web.archive.org/web/20160326145105/http://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=19 Trinken von viel Wasser (Forum)],
* die [http://web.archive.org/web/20160326155613/http://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=23 Einnahme von Vitamin B Präparaten (Forum)],
* die [https://web.archive.org/web/20160326155613/http://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=23 Einnahme von Vitamin B Präparaten (Forum)],
* [[Anti-inflammatory regimen|Vitamin D & Omega 3 Fischöl]]<ref>[https://www.neurology.org/doi/10.1212/WNL.82.10_supplement.P1.256 Peter Batcheller: A Survey of Cluster Headache (CH) Sufferers Using Vitamin D3 as a CH Preventative (P1.256)] - ''Neurology.'' 2014; '''82''' (Sup 10): P1.256.</ref>,
* [[Anti-inflammatory regimen|Vitamin D & Omega 3 Fischöl]]<ref>[https://www.neurology.org/doi/10.1212/WNL.82.10_supplement.P1.256 Peter Batcheller: A Survey of Cluster Headache (CH) Sufferers Using Vitamin D3 as a CH Preventative (P1.256)] - ''Neurology.'' 2014; '''82''' (Sup 10): P1.256.</ref>,
* das Trinken von Energy Drinks zur Attackenkupierung (siehe [[Taurin]]),
* das Trinken von Energy Drinks zur Attackenkupierung (siehe [[Taurin]]),
* die Einnahme von [[Minocyclin]],
* die Einnahme von [[Minocyclin]],
* die Einnahme von Extrakten oder Tee aus der Pflanze [[Kudzu]]<ref name="KUDZU"/> oder
* die Einnahme von Extrakten oder Tee aus der Pflanze [[Kudzu]]<ref name="KUDZU"/> oder
* die Halluzinogene [[Wirkung von Psilocybin und LSD auf Cluster-Kopfschmerz|Psilocybin, LSA oder LSD]].<ref name="SEWELL2006">[https://maps.org/research-archive/w3pb/2006/2006_Sewell_22779_1.pdf Sewell RA, Halpern JH, Pope HG Jr: Response of cluster headache to psilocybin and LSD. (PDF-Datei)] ''Neurology.'' (2006) '''66(12):'''1920-2. PMID 16801660 [http://dx.doi.org/10.1212/01.wnl.0000219761.05466.43 DOI]</ref>
* die Halluzinogene [[Wirkung von Psilocybin und LSD auf Cluster-Kopfschmerz|Psilocybin, LSA oder LSD]].<ref name="SEWELL2006">[https://maps.org/research-archive/w3pb/2006/2006_Sewell_22779_1.pdf Sewell RA, Halpern JH, Pope HG Jr: Response of cluster headache to psilocybin and LSD. (PDF-Datei)] ''Neurology.'' (2006) '''66(12):'''1920-2. PMID 16801660 [https://doi.org/10.1212/01.wnl.0000219761.05466.43 DOI]</ref>
 
Nur sehr wenige Patienten berichten von erfolgreicher Behandlung durch Heilpraktiker [https://web.archive.org/web/20160326153107/http://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=243 (Forum)].


Nur sehr wenige Patienten berichten von erfolgreicher Behandlung durch Heilpraktiker [http://web.archive.org/web/20160326153107/http://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=243 (Forum)].
Manche Augenoptiker bieten Prismenbrillen gegen Kopfschmerzen an. Zum Cluster-Kopfschmerz gibt es dazu keine Studie; mehr unter [[Prismenbrillen]].


=== Ketogene Ernährung ===
=== Ketogene Ernährung ===
Anders als die zuvor genannten Selbstversuche ist die ketogene Ernährung in einer klinischen Studie untersucht worden. Achtzehn Betroffene mit chronischem Verlauf, bei denen die Medikamente nicht mehr wirkten, hielten zwölf Wochen eine modifizierte Atkins-Diät ein. Fünfzehn von ihnen sprachen an: elf wurden im Studienzeitraum attackenfrei, vier hatten mindestens halb so viele Attacken wie vorher. Im Mittel ging die Zahl der Attacken pro Monat von 108,7 auf 31,4 zurück, allerdings bei sehr großer Streuung – die Standardabweichung war am Ende größer als der Mittelwert selbst.<ref name="KETO">{{cite journal |author=Di Lorenzo C, Coppola G, Di Lenola D, Evangelista M, Sirianni G, Rossi P, Di Lorenzo G, Serrao M, Pierelli F |title=Efficacy of Modified Atkins Ketogenic Diet in Chronic Cluster Headache: An Open-Label, Single-Arm, Clinical Trial |journal=Front Neurol |volume=9 |pages=64 |year=2018 |pmid=29483892 |doi=10.3389/fneur.2018.00064 |url=}}</ref> Diese Studie war offen und einarmig, hatte also weder eine Kontrollgruppe noch eine Verblindung, und ihr Ergebnis ist bis heute nicht in einer randomisierten Studie bestätigt. Eine ketogene Ernährung über Wochen ist außerdem ein erheblicher Eingriff in den Stoffwechsel; in der Studie wurde sie ärztlich begleitet, als Selbstversuch ist sie nicht gedacht. Die europäische Leitlinie von 2023 nennt die ketogene Ernährung ausdrücklich, spricht aber keine Empfehlung für sie aus: Sie führt sie unter den Behandlungsversuchen, für die „valid double-blind studies are missing", und zitiert dafür genau diese Studie.<ref name="EAN2023"/>
Anders als die zuvor genannten Selbstversuche ist die ketogene Ernährung in einer klinischen Studie untersucht worden. Achtzehn Betroffene mit chronischem Verlauf, bei denen die Medikamente nicht mehr wirkten, hielten zwölf Wochen eine modifizierte Atkins-Diät ein. Fünfzehn von ihnen sprachen an: elf wurden im Studienzeitraum attackenfrei, vier hatten höchstens noch halb so viele Attacken wie vorher.
 
Im Mittel ging die Zahl der Attacken pro Monat von 108,7 auf 31,4 zurück, allerdings bei sehr großer Streuung – die Standardabweichung war am Ende größer als der Mittelwert selbst.<ref name="KETO">{{cite journal |author=Di Lorenzo C, Coppola G, Di Lenola D, Evangelista M, Sirianni G, Rossi P, Di Lorenzo G, Serrao M, Pierelli F |title=Efficacy of Modified Atkins Ketogenic Diet in Chronic Cluster Headache: An Open-Label, Single-Arm, Clinical Trial |journal=Front Neurol |volume=9 |pages=64 |year=2018 |pmid=29483892 |doi=10.3389/fneur.2018.00064 |url=}}</ref> Diese Studie war offen und einarmig, hatte also weder eine Kontrollgruppe noch eine Verblindung, und ihr Ergebnis ist bis heute nicht in einer randomisierten Studie bestätigt.
 
Eine ketogene Ernährung über Wochen ist außerdem ein erheblicher Eingriff in den Stoffwechsel; in der Studie wurde sie ärztlich begleitet, als Selbstversuch ist sie nicht gedacht. Die europäische Leitlinie von 2023 nennt die ketogene Ernährung ausdrücklich, spricht aber keine Empfehlung für sie aus: Sie führt sie unter den Behandlungsversuchen, für die „valid double-blind studies are missing", und zitiert dafür genau diese Studie.<ref name="EAN2023"/>


=== Psilocybin und LSD ===
=== Psilocybin und LSD ===
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== Unwirksame Therapieverfahren ==
== Unwirksame Therapieverfahren ==
Übliche Analgetika, seien es [https://de.wikipedia.org/wiki/Opioid Opioid]- oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtopioid-Analgetikum Nichtopioid]-[https://de.wikipedia.org/wiki/Analgetikum Analgetika] wie z.B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Acetylsalicyls%C3%A4ure Aspirin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Diclofenac Diclofenac], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ibuprofen Ibuprofen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Metamizol Novalgin/Metamizol] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Paracetamol Paracetamol], sind in der Therapie der akuten Schmerzattacke wirkungslos. Da Cluster-Kopfschmerz Attacken nach dreißig bis sechzig Minuten spontan abklingen können, wird irrtümlicherweise angenommen, dass dieses Abklingen durch die Anwendung eines Analgetikums erzielt wird. Die Folge ist, dass über Jahre oder Jahrzehnte unnötigerweise ineffektive und nebenwirkungsträchtige Medikamente eingenommen werden. Die britische Leitlinie NICE nennt in ihrer Empfehlung zur Attackenbehandlung neben diesen Mitteln auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Mutterkornalkaloide Mutterkornalkaloide] und [[Triptan|Triptane in Tablettenform]] als Mittel, die bei einer Cluster-Attacke nicht gegeben werden sollen.<ref name="NICE150">National Institute for Health and Care Excellence: ''Headaches in over 12s: diagnosis and management.'' Clinical guideline CG150, 2012, zuletzt aktualisiert am 3. Juni 2025, Empfehlung 1.3.38: „Do not offer paracetamol, NSAIDS, opioids, ergots or oral triptans for the acute treatment of cluster headache.“ [https://www.nice.org.uk/guidance/cg150 URL]</ref> Auch die europäische Leitlinie von 2023 bewertet die Tablettenform deutlich schwächer als die schnell anflutenden Formen: Für Zolmitriptan zum Einnehmen spricht sie nur eine schwache Empfehlung auf sehr niedrigem Evidenzniveau aus, für Zolmitriptan als Nasenspray und für Sumatriptan zur Injektion unter die Haut jeweils eine starke Empfehlung. Dass es bei einer Attacke auf die Geschwindigkeit ankommt, hält sie ausdrücklich fest – den Vorzug der Injektion gegenüber dem Nasenspray begründet sie damit, dass Attacken nur etwa 15 bis 180 Minuten dauern.<ref name="EAN2023"/>
Übliche Analgetika, seien es [https://de.wikipedia.org/wiki/Opioid Opioid]- oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtopioid-Analgetikum Nichtopioid]-[https://de.wikipedia.org/wiki/Analgetikum Analgetika] wie z.B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Acetylsalicyls%C3%A4ure Aspirin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Diclofenac Diclofenac], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ibuprofen Ibuprofen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Metamizol Novalgin/Metamizol] oder [https://de.wikipedia.org/wiki/Paracetamol Paracetamol], sind in der Therapie der akuten Schmerzattacke wirkungslos. Da Cluster-Kopfschmerz Attacken nach dreißig bis sechzig Minuten spontan abklingen können, wird irrtümlicherweise angenommen, dass dieses Abklingen durch die Anwendung eines Analgetikums erzielt wird. Die Folge ist, dass über Jahre oder Jahrzehnte unnötigerweise ineffektive und nebenwirkungsträchtige Medikamente eingenommen werden.


Ohne Wirksamkeit sind nach einer Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft aus dem Jahr 1998 außerdem [https://de.wikipedia.org/wiki/Carbamazepin Carbamazepin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Phenytoin Phenytoin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Betablocker Betablocker], [https://de.wikipedia.org/wiki/Antidepressivum Antidepressiva], [https://de.wikipedia.org/wiki/Monoaminooxidase-Hemmer MAO-Hemmer], Histaminantagonisten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Antihistaminikum Antihistaminika]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Biofeedback Biofeedback], [https://de.wikipedia.org/wiki/Akupunktur Akupunktur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuraltherapie Neuraltherapie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Lokalan%C3%A4sthetikum Lokalanästhetika], [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalische_Therapie physikalische Therapie], operative Maßnahmen und jegliche Form der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychotherapie Psychotherapie].<ref name="DMKG-1998">Diener HC, Göbel H, Grotemeyer KH, Pfaffenrath V.: Therapie des Clusterkopfschmerzes. Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft. ''Dt. Ärzteblatt.'' Oktober 1998; '''95'''(44): A-2760-2769. [http://www.aerzteblatt.de/archiv/13987/Therapie-des-Clusterkopfschmerzes URL] · [https://schmerzklinik.de/wp-content/uploads/2009/02/clusterkopfschmerz_aerzteblatt_2000.pdf Volltext (PDF)]</ref>
Die britische Leitlinie NICE nennt in ihrer Empfehlung zur Attackenbehandlung neben diesen Mitteln auch [https://de.wikipedia.org/wiki/Mutterkornalkaloide Mutterkornalkaloide] und [[Triptan|Triptane in Tablettenform]] als Mittel, die bei einer Cluster-Attacke nicht gegeben werden sollen.<ref name="NICE150">National Institute for Health and Care Excellence: ''Headaches in over 12s: diagnosis and management.'' Clinical guideline CG150, 2012, zuletzt aktualisiert am 3. Juni 2025, Empfehlung 1.3.38 (vor diesem Update 1.3.32; am 23.09.2026 auf nice.org.uk im Browser geprüft): „Do not offer paracetamol, NSAIDS, opioids, ergots or oral triptans for the acute treatment of cluster headache.“ [https://www.nice.org.uk/guidance/cg150 URL]</ref>
 
Auch die europäische Leitlinie von 2023 bewertet die Tablettenform deutlich schwächer als die schnell anflutenden Formen: Für Zolmitriptan zum Einnehmen spricht sie nur eine schwache Empfehlung auf sehr niedrigem Evidenzniveau aus, für Zolmitriptan als Nasenspray und für Sumatriptan zur Injektion unter die Haut jeweils eine starke Empfehlung. Dass es bei einer Attacke auf die Geschwindigkeit ankommt, hält sie ausdrücklich fest – den Vorzug der Injektion gegenüber dem Nasenspray begründet sie damit, dass Attacken nur etwa 15 bis 180 Minuten dauern.<ref name="EAN2023"/>
 
Ohne Wirksamkeit sind nach einer Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft aus dem Jahr 1998 außerdem [https://de.wikipedia.org/wiki/Carbamazepin Carbamazepin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Phenytoin Phenytoin], [https://de.wikipedia.org/wiki/Betablocker Betablocker], [https://de.wikipedia.org/wiki/Antidepressivum Antidepressiva], [https://de.wikipedia.org/wiki/Monoaminooxidase-Hemmer MAO-Hemmer], Histaminantagonisten ([https://de.wikipedia.org/wiki/Antihistaminikum Antihistaminika]), [https://de.wikipedia.org/wiki/Biofeedback Biofeedback], [https://de.wikipedia.org/wiki/Akupunktur Akupunktur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuraltherapie Neuraltherapie], [https://de.wikipedia.org/wiki/Lokalan%C3%A4sthetikum Lokalanästhetika], [https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalische_Therapie physikalische Therapie], operative Maßnahmen und jegliche Form der [https://de.wikipedia.org/wiki/Psychotherapie Psychotherapie].<ref name="DMKG-1998">Diener HC, Göbel H, Grotemeyer KH, Pfaffenrath V.: Therapie des Clusterkopfschmerzes. Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft. ''Dt. Ärzteblatt.'' Oktober 1998; '''95'''(44): A-2760-2769. [https://www.aerzteblatt.de/archiv/13987/Therapie-des-Clusterkopfschmerzes URL] · [https://schmerzklinik.de/wp-content/uploads/2009/02/clusterkopfschmerz_aerzteblatt_2000.pdf Volltext (PDF)]</ref>


Diese Empfehlung ist fast dreißig Jahre alt. Für Carbamazepin, Phenytoin, MAO-Hemmer, Histaminantagonisten, Biofeedback, Akupunktur und Neuraltherapie hat sich seither nichts ergeben, das sie zurück in die Behandlung bringen würde: In der europäischen Leitlinie von 2023 kommen sie nicht vor, weder als Empfehlung noch als ausdrückliche Gegenempfehlung. Zu den Betablockern hält dieselbe Leitlinie im Abschnitt über Patienten mit Cluster-Kopfschmerz und Migräne fest, dass sie den Cluster-Kopfschmerz nicht beeinflussen; zu Physiotherapie und Psychotherapie schreibt sie, beide seien bei nahezu allen Betroffenen unwirksam – diesen Satz stellt sie allerdings ohne Literaturangabe und ohne Bewertung der Evidenz auf, anders als ihre eigentlichen Empfehlungen.<ref name="EAN2023"/> Vier Punkte der Aufzählung brauchen heute eine Erläuterung.
Diese Empfehlung ist fast dreißig Jahre alt. Für Carbamazepin, Phenytoin, MAO-Hemmer, Histaminantagonisten, Biofeedback, Akupunktur und Neuraltherapie hat sich seither nichts ergeben, das sie zurück in die Behandlung bringen würde: In der europäischen Leitlinie von 2023 kommen sie nicht vor, weder als Empfehlung noch als ausdrückliche Gegenempfehlung. Zu den Betablockern hält dieselbe Leitlinie im Abschnitt über Patienten mit Cluster-Kopfschmerz und Migräne fest, dass sie den Cluster-Kopfschmerz nicht beeinflussen; zu Physiotherapie und Psychotherapie schreibt sie, beide seien bei nahezu allen Betroffenen unwirksam – diesen Satz stellt sie allerdings ohne Literaturangabe und ohne Bewertung der Evidenz auf, anders als ihre eigentlichen Empfehlungen.<ref name="EAN2023"/> Vier Punkte der Aufzählung brauchen heute eine Erläuterung.
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'''Antidepressiva.''' Gemeint ist, dass sie keine Attacke beenden und keine Episode verhindern; in der europäischen Leitlinie von 2023 werden sie als Mittel gegen den Cluster-Kopfschmerz nicht genannt.<ref name="EAN2023"/> Etwas anderes ist die Frage, ob jemand mit Cluster-Kopfschmerz ein Antidepressivum braucht, weil zusätzlich eine Depression vorliegt. Das bespricht man mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.
'''Antidepressiva.''' Gemeint ist, dass sie keine Attacke beenden und keine Episode verhindern; in der europäischen Leitlinie von 2023 werden sie als Mittel gegen den Cluster-Kopfschmerz nicht genannt.<ref name="EAN2023"/> Etwas anderes ist die Frage, ob jemand mit Cluster-Kopfschmerz ein Antidepressivum braucht, weil zusätzlich eine Depression vorliegt. Das bespricht man mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.


'''Psychotherapie.''' Dass Psychotherapie keine Attacke beendet und keine Episode verhindert, ist unstrittig. Untersucht wurde es allerdings kaum. Der einzige veröffentlichte Behandlungsversuch an einer Patientengruppe stammt von 1982: Elf Patienten mit episodischem Verlauf wurde ein Programm aus acht Wochen Entspannungstraining und anschließend zwölf Sitzungen Biofeedback angeboten. Vier brachen ab, bevor die Behandlung überhaupt begann; die sieben, die begannen, schlossen sie ab. Drei von ihnen – 27 Prozent der Ausgangsgruppe – berichteten beim nächsten Cluster-Anfall eine gewisse Besserung. Im Original heißt es: „In no one was the disorder eliminated.“<ref name="BLANCHARD">{{cite journal |author=Blanchard EB, Andrasik F, Jurish SE, Teders SJ |title=The treatment of cluster headache with relaxation and thermal biofeedback |journal=Biofeedback Self Regul |volume=7 |issue=2 |pages=185-91 |year=1982 |month=June |pmid=6753952 |doi=10.1007/BF00998782 |url=}} Acht Wochen verkürzte progressive Muskelrelaxation, danach zwölf Sitzungen thermales Biofeedback; ohne Kontrollgruppe.</ref> Daneben gibt es zwei Einzelfallberichte zu Biofeedback bei chronischem Verlauf, beide mit berichteter Besserung bei je einem Patienten.<ref name="HOELSCHER">{{cite journal |author=Hoelscher TJ, Lichstein KL |title=Blood volume pulse biofeedback treatment of chronic cluster headache |journal=Biofeedback Self Regul |volume=8 |issue=4 |pages=533-41 |year=1983 |pmid=6675728 |doi=10.1007/BF00998760 |url=}}</ref><ref name="KINGARENA">{{cite journal |author=King AC, Arena JG |title=Behavioral treatment of chronic cluster headache in a geriatric patient |journal=Biofeedback Self Regul |volume=9 |issue=2 |pages=201-8 |year=1984 |pmid=6509110 |doi=10.1007/BF00998834 |url=}}</ref> Kontrollierte oder randomisierte Studien zu einem psychologischen Verfahren speziell beim Cluster-Kopfschmerz gibt es bis heute nicht.
'''Psychotherapie.''' Dass Psychotherapie keine Attacke beendet und keine Episode verhindert, ist unstrittig. Untersucht wurde es allerdings kaum. Der einzige veröffentlichte Behandlungsversuch an einer Patientengruppe stammt von 1982: Elf Patienten mit episodischem Verlauf wurde ein Programm aus acht Wochen Entspannungstraining und anschließend zwölf Sitzungen Biofeedback angeboten. Vier brachen ab, bevor die Behandlung überhaupt begann; die sieben, die begannen, schlossen sie ab.
 
Drei von ihnen – 27 Prozent der Ausgangsgruppe – berichteten in der nächsten Cluster-Episode eine gewisse Besserung. Im Original heißt es: „In no one was the disorder eliminated.“<ref name="BLANCHARD">{{cite journal |author=Blanchard EB, Andrasik F, Jurish SE, Teders SJ |title=The treatment of cluster headache with relaxation and thermal biofeedback |journal=Biofeedback Self Regul |volume=7 |issue=2 |pages=185-91 |year=1982 |month=June |pmid=6753952 |doi=10.1007/BF00998782 |url=}} Acht Wochen verkürzte progressive Muskelrelaxation, danach zwölf Sitzungen thermales Biofeedback; ohne Kontrollgruppe.</ref> Daneben gibt es zwei Einzelfallberichte zu Biofeedback bei chronischem Verlauf, beide mit berichteter Besserung bei je einem Patienten.<ref name="HOELSCHER">{{cite journal |author=Hoelscher TJ, Lichstein KL |title=Blood volume pulse biofeedback treatment of chronic cluster headache |journal=Biofeedback Self Regul |volume=8 |issue=4 |pages=533-41 |year=1983 |pmid=6675728 |doi=10.1007/BF00998760 |url=}}</ref><ref name="KINGARENA">{{cite journal |author=King AC, Arena JG |title=Behavioral treatment of chronic cluster headache in a geriatric patient |journal=Biofeedback Self Regul |volume=9 |issue=2 |pages=201-8 |year=1984 |pmid=6509110 |doi=10.1007/BF00998834 |url=}}</ref> Kontrollierte oder randomisierte Studien zu einem psychologischen Verfahren speziell beim Cluster-Kopfschmerz gibt es bis heute nicht.


Der Satz von 1998 wird heute aber anders gelesen, als er gemeint war: nämlich als „psychotherapeutische Hilfe bringt Ihnen nichts“. Das stimmt so nicht. Während einer Cluster-Episode sind Angst, Schlafstörungen und depressive Beschwerden häufig. In einer koreanischen Registerstudie wurden 222 Betroffene während der aktiven Episode untersucht: 38,2 Prozent hatten mittelschwere bis schwere Angstsymptome und 34,6 Prozent mittelschwere bis schwere depressive Symptome, gegenüber 10,1 und 12,1 Prozent in einer nach Alter und Geschlecht vergleichbaren Kontrollgruppe. Bei 52 Betroffenen mit episodischem Verlauf wurde auch in der attackenfreien Zeit gemessen; die mittleren Punktwerte fielen dort von 6,8 auf 1,6 (Angst) und von 6,1 auf 1,8 (Depression).<ref name="KIM2020">{{cite journal |author=Kim BS, Chung PW, Kim BK, Lee MJ, Park JW, Chu MK, et al. |title=The impact of remission and coexisting migraine on anxiety and depression in cluster headache |journal=J Headache Pain |volume=21 |issue=1 |pages=58 |year=2020 |pmid=32471362 |doi=10.1186/s10194-020-01120-7 |url=}} Erhoben mit GAD-7 und PHQ-9; „mittelschwer bis schwer“ entspricht einem Wert von 10 oder mehr.</ref> Die Beschwerden hängen also eng mit den Attacken zusammen, und eine wirksame Attacken- und Vorbeugungsbehandlung ist das Wichtigste dagegen.
Der Satz von 1998 wird heute aber anders gelesen, als er gemeint war: nämlich als „psychotherapeutische Hilfe bringt Ihnen nichts“. Das stimmt so nicht. Während einer Cluster-Episode sind Angst, Schlafstörungen und depressive Beschwerden häufig. In einer koreanischen Registerstudie wurden 222 Betroffene während der aktiven Episode untersucht: 38,2 Prozent hatten mittelschwere bis schwere Angstsymptome und 34,6 Prozent mittelschwere bis schwere depressive Symptome, gegenüber 10,1 und 12,1 Prozent in einer nach Alter und Geschlecht vergleichbaren Kontrollgruppe. Bei 52 Betroffenen mit episodischem Verlauf wurde auch in der attackenfreien Zeit gemessen; die mittleren Punktwerte fielen dort von 6,8 auf 1,6 (Angst) und von 6,1 auf 1,8 (Depression).<ref name="KIM2020">{{cite journal |author=Kim BS, Chung PW, Kim BK, Lee MJ, Park JW, Chu MK, et al. |title=The impact of remission and coexisting migraine on anxiety and depression in cluster headache |journal=J Headache Pain |volume=21 |issue=1 |pages=58 |year=2020 |pmid=32471362 |doi=10.1186/s10194-020-01120-7 |url=}} Erhoben mit GAD-7 und PHQ-9; „mittelschwer bis schwer“ entspricht einem Wert von 10 oder mehr.</ref> Die Beschwerden hängen also eng mit den Attacken zusammen, und eine wirksame Attacken- und Vorbeugungsbehandlung ist das Wichtigste dagegen.
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{{YouTube|ryOLRl5RZtk|titel=Tim Jürgens: Leitliniengerechte Therapie (2010)}}




Vortrag von Dr. med. Tim Jürgens gehalten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 08.05.2010. Mit freundlicher Genehmigung von Tim Jürgens. Copyright© Tim Jürgens 2010. Dr. med. Tim Jürgens ist ärztlicher Mitarbeiter an der Kopfschmerzambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.
Vortrag von Dr. med. Tim Jürgens gehalten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 08.05.2010. Mit freundlicher Genehmigung von Tim Jürgens. Copyright© Tim Jürgens 2010. Dr. med. Tim Jürgens war zur Zeit des Vortrags ärztlicher Mitarbeiter an der Kopfschmerzambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.


* [http://tv.doccheck.com/de/movie/855/tim-juergens-cluster-kopfschmerz-behandlung DocCheck&reg; TV: Tim Jürgens Cluster-Kopfschmerz Behandlung]
* [https://tv.doccheck.com/de/movie/855/tim-juergens-cluster-kopfschmerz-behandlung DocCheck&reg; TV: Tim Jürgens Cluster-Kopfschmerz Behandlung]


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{{YouTube|j98wSmo4I3E|titel=Charly Gaul: Akuttherapie und Prophylaxe}}




Vortrag von Dr. med. Charly Gaul gehalten zum Patientenforum Therapie des Clusterkopfschmerzes der Kliniken für Neurologie / Westdeutsches Kopfschmerz-Zentrum und Neurochirurgie am Universitätsklinikum Essen am 03.07.2010. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. med. Charly Gaul, Copyright© Dr. med. Charly Gaul 2010. Dr. med. Charly Gaul ist Oberarzt an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen und Leiter des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums.
Vortrag von Dr. med. Charly Gaul gehalten zum Patientenforum Therapie des Clusterkopfschmerzes der Kliniken für Neurologie / Westdeutsches Kopfschmerz-Zentrum und Neurochirurgie am Universitätsklinikum Essen am 03.07.2010. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. med. Charly Gaul, Copyright© Dr. med. Charly Gaul 2010. Dr. med. Charly Gaul war zur Zeit des Vortrags Oberarzt an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen und Leiter des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums.


* [http://tv.doccheck.com/de/movie/915/charly-gaul-cluster-kopfschmerz-behandlung DocCheck&reg; TV: Charly Gaul Cluster-Kopfschmerz Behandlung]
* [https://tv.doccheck.com/de/movie/915/charly-gaul-cluster-kopfschmerz-behandlung DocCheck&reg; TV: Charly Gaul Cluster-Kopfschmerz Behandlung]
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== Arne May: Was tun, wenn die Leitlinientherapie nicht wirkt? ==
== Arne May: Was tun, wenn die Leitlinientherapie nicht wirkt? ==
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* https://youtu.be/xpUXkeohz8A
* https://youtu.be/xpUXkeohz8A


Vortrag von [http://de.wikipedia.org/wiki/Arne_May Prof. Dr. med. Arne May] gehalten am UKE Hamburg, 02. Mai 2015. Mit freundlicher Genehmigung von Arne May, Copyright© Arne May 2015.  
Vortrag von [https://de.wikipedia.org/wiki/Arne_May Prof. Dr. med. Arne May] gehalten am UKE Hamburg, 02. Mai 2015. Mit freundlicher Genehmigung von Arne May, Copyright© Arne May 2015.  


Prof. Dr. med. Arne May ist der Leiter der [http://www.uke.de/kliniken-institute/institute/systemische-neurowissenschaften/kopfschmerzambulanz/index.html Kopfschmerzambulanz der Neurologischen Klinik] am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), stellvertretender Direktor des UKE Instituts für Systemische Neurowissenschaften und früherer Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Er war federführend an der Entwicklung der Leitlinien zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz und anderer trigemino-autonomer Kopfschmerzen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der European Federation of Neurological Societies beteiligt.
Prof. Dr. med. Arne May ist der Leiter der [http://www.uke.de/kliniken-institute/institute/systemische-neurowissenschaften/kopfschmerzambulanz/index.html Kopfschmerzambulanz der Neurologischen Klinik] am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), stellvertretender Direktor des UKE Instituts für Systemische Neurowissenschaften und früherer Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Er war federführend an der Entwicklung der Leitlinien zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz und anderer trigemino-autonomer Kopfschmerzen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der European Federation of Neurological Societies beteiligt.
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== Charly Gaul: Wann sollte man ambulant und wann stationär behandeln? ==
== Charly Gaul: Wann sollte man ambulant und wann stationär behandeln? ==
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{{YouTube|8MoFjR3TCHk|titel=Charly Gaul: Ambulant oder stationär?}}


* https://youtu.be/8MoFjR3TCHk
* https://youtu.be/8MoFjR3TCHk
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Vortrag von Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul, gehalten am UKE Hamburg, 02. Mai 2015. Mit freundlicher Genehmigung von Charly Gaul, Copyright© Charly Gaul 2015.
Vortrag von Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul, gehalten am UKE Hamburg, 02. Mai 2015. Mit freundlicher Genehmigung von Charly Gaul, Copyright© Charly Gaul 2015.


Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul ist Chefarzt und ärztlicher Leiter der [http://www.migraene-klinik.de/ Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein.] - [http://www.migraene-klinik.de/de/ueber-uns/unser-team/ Lebenslauf Charly Gaul]
Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul war von 2012 bis 2021 Chefarzt und Ärztlicher Direktor der [http://www.migraene-klinik.de/ Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein]; 2021 gründete er gemeinsam mit Dr. med. T. Kühner das Kopfschmerzzentrum Frankfurt.<ref>[https://kopfschmerz-frankfurt.de/ueber-uns/unser-team/ Kopfschmerzzentrum Frankfurt: Unser Team], am 23.09.2026 gelesen: „Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein (2012-2021)“; „Gemeinsam mit Herrn Dr. med. T. Kühner Gründer des Kopfschmerzzentrums Frankfurt (2021)“.</ref> - [http://www.migraene-klinik.de/de/ueber-uns/unser-team/ Lebenslauf Charly Gaul]
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== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
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* [[Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Cluster-Mittel]] — Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen aller Mittel
* [[Studien zum Cluster-Kopfschmerz]] — die Studien zu den Behandlungen, einfach erklärt
* [[Sauerstoff]]
* [[Sauerstoff]]
* [[Verapamil]]
* [[Verapamil]]
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* [[Off-Label-Use beim Clusterkopfschmerz]]
* [[Off-Label-Use beim Clusterkopfschmerz]]
* [[Chronikerregelung]]
* [[Chronikerregelung]]
* [[Cluster-Kopfschmerz und Sozialrecht]] — Übersicht über Kostenübernahme, Anerkennung, Arbeit und Einkommen
* [[Arbeitsunfähigkeit, Krankengeld und Erwerbsminderung]]
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* Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020 – damit abgelaufen. - [https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-036 Online im Leitlinienregister der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften]. Eine Überarbeitung ist dort am 24.07.2025 von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie angemeldet, gemeinsam mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft sowie den Fachgesellschaften aus Österreich und der Schweiz; als geplante Fertigstellung ist der 31.12.2026 angegeben.
* Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020 – damit abgelaufen. - [https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-036 Online im Leitlinienregister der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften]. Eine Überarbeitung ist dort am 24.07.2025 von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie angemeldet, gemeinsam mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft sowie den Fachgesellschaften aus Österreich und der Schweiz; als geplante Fertigstellung ist der 31.12.2026 angegeben.


* {{cite journal |author=May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC |title=Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft |journal=Schmerz |volume=19 |issue=3 |pages=225–41 |year=2005 |month=June |pmid=15887001 |doi=10.1007/s00482-005-0397-8 |url=}} [http://web.archive.org/web/20151106202717/http://www.dmkg.de/dmkg/sites/default/files/therapieempfehlung%20clusterkopfschmerz.pdf DMKG: PDF-Datei]
* {{cite journal |author=May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC |title=Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft |journal=Schmerz |volume=19 |issue=3 |pages=225–41 |year=2005 |month=June |pmid=15887001 |doi=10.1007/s00482-005-0397-8 |url=}} [https://web.archive.org/web/20151106202717/http://www.dmkg.de/dmkg/sites/default/files/therapieempfehlung%20clusterkopfschmerz.pdf DMKG: PDF-Datei]


* {{cite journal |author=Jürgens TP |title= Therapie des trigeminoautonomen Kopfschmerzes (Therapy of trigeminal autonomic headaches) |journal=Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz |volume=57 |issue=8 |pages=983–95 |year=2014 |month=August |pmid=25005009 |doi=10.1007/s00103-014-2003-7 |url=}}
* {{cite journal |author=Jürgens TP |title= Therapie des trigeminoautonomen Kopfschmerzes (Therapy of trigeminal autonomic headaches) |journal=Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz |volume=57 |issue=8 |pages=983–95 |year=2014 |month=August |pmid=25005009 |doi=10.1007/s00103-014-2003-7 |url=}}
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* Limmroth, Volker: ''Kopf- und Gesichtsschmerzen.'' Schattauer, 2007. ISBN 3-7945-2319-9
* Limmroth, Volker: ''Kopf- und Gesichtsschmerzen.'' Schattauer, 2007. ISBN 3-7945-2319-9


* [http://www.aerzteblatt.de/archiv/13987/Therapie-des-Clusterkopfschmerzes Diener HC, Göbel H, Grotemeyer KH, Pfaffenrath V.: Therapie des Clusterkopfschmerzes. Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft. ''Dt. Ärzteblatt.'' Oktober 1998; '''95'''(44): A-2760-2769]
* [https://www.aerzteblatt.de/archiv/13987/Therapie-des-Clusterkopfschmerzes Diener HC, Göbel H, Grotemeyer KH, Pfaffenrath V.: Therapie des Clusterkopfschmerzes. Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft. ''Dt. Ärzteblatt.'' Oktober 1998; '''95'''(44): A-2760-2769]


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* {{cite journal |author=Lademann V, Jansen JP, Evers S, Frese A |title=Evaluation of guideline-adherent treatment in cluster headache |journal=Cephalalgia |volume= |issue= |pages= |year=2015 |pmid=26481303 |doi=10.1177/0333102415612774 |url=}}
* {{cite journal |author=Lademann V, Jansen JP, Evers S, Frese A |title=Evaluation of guideline-adherent treatment in cluster headache |journal=Cephalalgia |volume= |issue= |pages= |year=2015 |pmid=26481303 |doi=10.1177/0333102415612774 |url=}}


* {{cite journal |author=Miller S, Matharu M |title=Trigeminal Autonomic Cephalalgias: Beyond the Conventional Treatments |journal=Curr Pain Headache Rep |volume=18 |issue=8 |pages=438 |year=2014 |month=June|pmid=24974071 |doi=10.1007/s11916-014-0438-z |url=}} http://link.springer.com/article/10.1007/s11916-014-0438-z
* {{cite journal |author=Miller S, Matharu M |title=Trigeminal Autonomic Cephalalgias: Beyond the Conventional Treatments |journal=Curr Pain Headache Rep |volume=18 |issue=8 |pages=438 |year=2014 |month=June|pmid=24974071 |doi=10.1007/s11916-014-0438-z |url=}} https://link.springer.com/article/10.1007/s11916-014-0438-z


* {{Cite journal  | last1 = Pareja | first1 = JA. | last2 = Alvarez | first2 = M. | title = The Usual Treatment of Trigeminal Autonomic Cephalalgias. | journal = Headache | volume = 53 | issue = 9 | pages = 1401-1414 | month = Oct | year = 2013 | doi = 10.1111/head.12193 | PMID = 24090529 }} [http://www.medscape.com/viewarticle/813113 Medscape free full text]
* {{Cite journal  | last1 = Pareja | first1 = JA. | last2 = Alvarez | first2 = M. | title = The Usual Treatment of Trigeminal Autonomic Cephalalgias. | journal = Headache | volume = 53 | issue = 9 | pages = 1401-1414 | month = Oct | year = 2013 | doi = 10.1111/head.12193 | PMID = 24090529 }} [https://www.medscape.com/viewarticle/813113 Medscape free full text]


* {{Cite journal  | last1 = Becker | first1 = WJ. | title = Cluster Headache: Conventional Pharmacological Management. | journal = Headache | volume =  | issue =  | pages =  | month = Jun | year = 2013 | doi = 10.1111/head.12145 | PMID = 23773141 }}
* {{Cite journal  | last1 = Becker | first1 = WJ. | title = Cluster Headache: Conventional Pharmacological Management. | journal = Headache | volume =  | issue =  | pages =  | month = Jun | year = 2013 | doi = 10.1111/head.12145 | PMID = 23773141 }}
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* {{cite journal |author=Evers S |title=Pharmacotherapy of cluster headache |journal=Expert Opin Pharmacother |volume= |issue= |pages= |year=2010 |month=June |pmid=20569084 |doi=10.1517/14656566.2010.496454 |url=}}
* {{cite journal |author=Evers S |title=Pharmacotherapy of cluster headache |journal=Expert Opin Pharmacother |volume= |issue= |pages= |year=2010 |month=June |pmid=20569084 |doi=10.1517/14656566.2010.496454 |url=}}


* Tyagi A, Matharu M.: Evidence base for the medical treatments used in cluster headache. ''Curr Pain Headache Rep.'' 2009 Apr; '''13'''(2): 168-78. PMID 19272285 [http://dx.doi.org/10.1007/s11916-009-0029-6 DOI]
* Tyagi A, Matharu M.: Evidence base for the medical treatments used in cluster headache. ''Curr Pain Headache Rep.'' 2009 Apr; '''13'''(2): 168-78. PMID 19272285 [https://doi.org/10.1007/s11916-009-0029-6 DOI]


* {{cite journal |author=Halker R, Vargas B, Dodick DW |title=Cluster Headache: Diagnosis and Treatment |journal=Semin Neurol |volume=30 |issue=2 |pages=175–185 |year=2010 |month=April |pmid=20352587 |doi=10.1055/s-0030-1249226 |url=}}
* {{cite journal |author=Halker R, Vargas B, Dodick DW |title=Cluster Headache: Diagnosis and Treatment |journal=Semin Neurol |volume=30 |issue=2 |pages=175–185 |year=2010 |month=April |pmid=20352587 |doi=10.1055/s-0030-1249226 |url=}}


* {{Cite journal  | last1 = Kunkel | first1 = RS. | title = Pharmacologic management of migraine ''(and cluster headache)'' --1985. | journal = Cleve Clin Q | volume = 52 | issue = 1 | pages = 95-101 | month = Spring | year = 1985 | doi = 10.3949/ccjm.52.1.95 | PMID = 2860984 }} - [http://www.ccjm.org/content/52/1/95.abstract Free full text]
* {{Cite journal  | last1 = Kunkel | first1 = RS. | title = Pharmacologic management of migraine ''(and cluster headache)'' --1985. | journal = Cleve Clin Q | volume = 52 | issue = 1 | pages = 95-101 | month = Spring | year = 1985 | doi = 10.3949/ccjm.52.1.95 | PMID = 2860984 }} - [https://www.ccjm.org/content/52/1/95.abstract Free full text]
    
    
* [[Literaturhinweise zum Cluster-Kopfschmerz|'''Weitere Literaturhinweise''']]
* [[Literaturhinweise zum Cluster-Kopfschmerz|'''Weitere Literaturhinweise''']]
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'''Hinweis:''' Dieser Artikel basiert zum Teil auf einem Text, der aus der freien Enzyklopädie [http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite Wikipedia] übernommen wurde. Eine Liste der ursprünglichen Autoren befindet sich auf der Versionsseite des Wikipedia Artikels [[Bild:15px-Qsicon lesenswert.png]] [http://de.wikipedia.org/wiki/Cluster-Kopfschmerz Cluster-Kopfschmerz.]
'''Hinweis:''' Dieser Artikel basiert zum Teil auf einem Text, der aus der freien Enzyklopädie [https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite Wikipedia] übernommen wurde. Eine Liste der ursprünglichen Autoren befindet sich auf der Versionsseite des Wikipedia Artikels [[Bild:15px-Qsicon lesenswert.png|link=|alt=]] [https://de.wikipedia.org/wiki/Cluster-Kopfschmerz Cluster-Kopfschmerz.]
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