Cluster-Kopfschmerz Medikationen
Medikamente zur Cluster-Kopfschmerz Behandlung nach der DGN-Leitlinie von 2015
Diese Übersicht gibt die deutschsprachige Leitlinie von 2015 wieder. Sie ist seit dem 13. Mai 2020 abgelaufen; eine Überarbeitung ist seit Juli 2025 angemeldet und für Ende 2026 geplant. Maßgeblich ist derzeit die Leitlinie der European Academy of Neurology von 2023. Was sich gegenüber der Fassung von 2015 geändert hat, steht am Ende dieses Abschnitts. Drei der unten genannten Mittel sind in Deutschland nicht mehr erhältlich; das ist jeweils dahinter vermerkt.
Schmerzbekämpfung
Mittel der ersten Wahl:
- Inhalation von 100% Sauerstoff über Hochkonzentrationsmaske
- Sumatriptan subcutan (Spritze oder Autoinjektor)
- Zolmitriptan Nasenspray
Mittel der zweiten Wahl:
- Lidocain Nasentropfen – wenig Nebenwirkungen, aber begrenzte Wirkung. Die Aufforderung, sie sollten „von allen Patientinnen und Patienten ausprobiert werden", stammt aus der Leitlinie von 2015; die europäische Leitlinie von 2023 führt Lidocain nur als Konsens der Autorengruppe und vor allem für Betroffene, die keine Triptane anwenden dürfen. In der Untersuchung dazu (30 Betroffene, vierprozentige Lösung) berichteten 27 % eine mittelgradige und 27 % eine leichte Besserung, 46 % keine.
- Sumatriptan Nasalspray
Vorbeugende Behandlung
Mittel der ersten Wahl:
- Kalziumantagonisten - Verapamil (EKG-Kontrollen vor Beginn, bei jeder Dosissteigerung und in der Dauerbehandlung)
- Kortikoide (Prednisolon) – zur Überbrückung, bis Verapamil wirkt, in der Regel nicht länger als vier Wochen. Als Dauerbehandlung sind Kortikoide nicht geeignet; die Leitlinie von 2015 führt sie hier ohne Zeitangabe.
Mittel der zweiten Wahl:
Andere therapeutische Optionen und Einzelfallbeschreibungen:
- Valproinsäure
- Dihydroergotamin (DHE) i.v. über Perfusor – in Deutschland nicht verfügbar: Das Ruhen der Zulassungen wurde 2014 angeordnet, seit Februar 2022 ist nach Angabe des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte kein dihydroergotaminhaltiges Arzneimittel mehr zugelassen.
- Ergotamin – noch als Tablette im Handel, aber nur für die Migräne zugelassen; beim Cluster-Kopfschmerz also ein Gebrauch außerhalb der Zulassung. Zäpfchen, die die europäische Leitlinie für die Kurzprophylaxe nennt, gibt es in Deutschland nicht.
- Triptane mit langer Halbwertzeit: Naratriptan oder Frovatriptan
- Capsaicin-Salbe topisch in das zum Schmerz ipsilaterale Nasenloch
Ergotamin oder lang wirksame Triptane wie Naratriptan und Frovatriptan können in der Kurzprophylaxe (d. h. bis eine andere prophylaktische Therapie greift) abends eingesetzt werden, vor allem bei Patienten, die unter nächtlichen Attacken leiden. Für Warfarin ist eine positive randomisiert-kontrollierte Pilotstudie publiziert. Einzelberichte bzw. offene Studien beschreiben einen positiven Effekt von Topiramat, Melatonin und Valproinsäure. Eine einzelne kontrollierte Studie zeigte einen möglichen positiven Effekt von Candesartan.
Was in der Leitlinie von 2023 dazugekommen ist und in der Liste oben deshalb fehlt:
- Okzipitalnervenblockade – eine Injektion von Kortison in die Nähe des großen Hinterhauptnervs zur Überbrückung. Dazu gibt es eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an 43 Betroffenen mit mehr als zwei Attacken am Tag: Nach drei Injektionen hatten 20 von 21 Behandelten höchstens noch zwei Attacken am Tag, gegenüber 12 von 22 in der Vergleichsgruppe. Siehe Infiltrationstherapie bei Cluster-Kopfschmerz.
- Prednison zur Überbrückung nach einem festen Schema – 100 mg über fünf Tage, dann Reduktion um 20 mg alle drei Tage, jeweils zusätzlich zur beginnenden Verapamil-Behandlung; dazu gibt es seit 2021 eine randomisierte, placebokontrollierte Studie.
- Galcanezumab (ein CGRP-Antikörper) – von der Leitlinie bei sonst nicht beherrschbarem episodischem Verlauf empfohlen; die Studie beim chronischen Verlauf verlief negativ, eine europäische Zulassung für dieses Anwendungsgebiet gibt es bisher nicht. Siehe CGRP-Antikörper.
- Nicht-invasive Vagusnervstimulation – von der Leitlinie beim episodischen Verlauf genannt.
Ausdrücklich nicht mehr empfohlen wird Baclofen: „There is no evidence that baclofen 15–30 mg or transdermal clonidine have any preventive effect in cluster headache."
- Quelle: Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020 – damit abgelaufen. Online im Leitlinienregister der AWMF; dort ist am 24.07.2025 eine Überarbeitung angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026.
- Aktuelle Leitlinie: May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J et al.: European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache. Eur J Neurol. 2023; 30(10): 2955-2979. PMID 37515405, frei zugänglich.
- Zahlen zur Okzipitalnervenblockade: Leroux E, Valade D, Taifas I, Vicaut E, Chagnon M, Roos C, Ducros A: Suboccipital steroid injections for transitional treatment of patients with more than two cluster headache attacks per day. Lancet Neurol. 2011; 10(10): 891-7. PMID 21903477.
- Zahlen zu Lidocain: Robbins L: Intranasal lidocaine for cluster headache. Headache. 1995; 35(2): 83-4. PMID 7737866.
- Prednison-Schema: Obermann M, Nägel S, Ose C et al.: Safety and efficacy of prednisone versus placebo in short-term prevention of episodic cluster headache. Lancet Neurol. 2021; 20(1): 29-37. PMID 33245858.
Sonstige Medikamente
Kontrollierte Studien
Einzelfallberichte und Fallserien
- 2-Bromo-LSD (BOL)
- 4-Hydroxybutansäure
- Baclofen
- Botulinumtoxin
- Cannabis – siehe den folgenden Abschnitt
- Clomifen
- Clonazepam
- Clonidin
- Gabapentin
- Ketamin
- Ketotifen
- Levetiracetam (Forum)
- Lisurid
- Memantin
- Methylergometrin
- Methylphenidat
- Methysergid – in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr zugelassen, nur noch als Import zu beziehen
- Minocyclin
- Mirtazapin
- Olanzapin
- Orexin
- Pizotifen – in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr zugelassen, nur noch als Import zu beziehen
- Propofol & Alfentanil
- Rotigotin
- Testosteron – siehe den Abschnitt weiter unten
- Tizanidin
- Zonisamid (Forum)
Testosteron
Die Hormonlage beim Cluster-Kopfschmerz ist gut untersucht, die Behandlung mit Testosteron dagegen nicht. Zum Hintergrund — warum überhaupt an männliche Geschlechtshormone gedacht wird, wie häufig ein Mangel vorkommt und welche Beschwerden dazugehören — siehe Männliche Geschlechtshormone.
Zur Behandlung gibt es nur kleine, unkontrollierte Fallserien. Die ausführlichste stammt von 2006 aus der Cleveland Clinic: neun Betroffene (sieben Männer, zwei Frauen, 32 bis 56 Jahre alt) mit behandlungsresistentem Cluster-Kopfschmerz und niedrigen oder grenzwertig niedrigen Testosteronwerten. Alle hatten zuvor ohne Erfolg unter anderem Melatonin in Dosen von 12 mg und mehr, Sauerstoff mit hohem Fluss, Verapamil in der höchsten verträglichen Dosis, Antiepileptika und Triptane zum Spritzen erhalten. Sieben der neun hatten einen chronischen Verlauf. Nach der Hormongabe waren die Betroffenen in den ersten 24 Stunden attackenfrei; vier Männer mit chronischem Verlauf und deutlich zu niedrigem Testosteronwert erreichten eine Remission. Der Autor formuliert vorsichtig, ein auffälliger Testosteronwert könne bei sonst nicht beherrschbarem Verlauf ein Hinweis auf ein Ansprechen sein, und fordert planmäßige Untersuchungen.
Das ist eine Fallserie von neun Menschen ohne Vergleichsgruppe, und die Betroffenen waren nach dem Testosteronwert ausgewählt. Eine Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten — auch die Autoren der neueren Hormonuntersuchungen nennen die Frage der Testosterongabe ausdrücklich als noch offen.
- Stillman MJ: Testosterone replacement therapy for treatment refractory cluster headache. Headache. 2006; 46(6): 925-933. PMID 16732838, DOI.
- Ältere Berichte: Klimek A: Use of testosterone in the treatment of cluster headache. Eur Neurol. 1985; 24(1): 53-56. PMID 3967676. — Nicolodi M, Sicuteri F, Poggioni M: Hypothalamic modulation of nociception and reproduction in cluster headache. II. Testosterone-induced increase of sexual activity in males with cluster headache. Cephalalgia. 1993; 13(4): 258-260. PMID 8374941.
Cannabis
Zum Cluster-Kopfschmerz und Cannabis gibt es in der medizinischen Literatur zwei Veröffentlichungen, die beides im Titel tragen — und eine davon ist ein Kongressbeitrag ohne vollständige Arbeit. Kontrollierte Studien gibt es nicht.
Die eine belastbare Untersuchung ist eine Befragung an zwei französischen Kopfschmerzzentren mit 139 Betroffenen. 63 von ihnen (45,3 %) hatten schon einmal Cannabis konsumiert — häufiger die jüngeren, Männer und Rauchende. 27 Betroffene (19,4 % aller Befragten) hatten Cannabis gegen die Attacken eingesetzt. Von diesen 27 berichteten 7 eine gewisse Wirkung (25,9 %), 14 wechselnde oder unklare Effekte (51,8 %) und 6 eine Verschlechterung (22,3 %). In Alltagssprache: Fast jeder Zweite hatte Erfahrung mit Cannabis, aber nur jeder Fünfte hatte es überhaupt gegen eine Attacke versucht — und unter denen war die Zahl derer, bei denen es schlechter wurde, fast so groß wie die Zahl derer, denen es half. Die Autoren schließen daraus, Cannabis solle beim Cluster-Kopfschmerz nicht empfohlen werden, solange kontrollierte Studien mit synthetischen, selektiv wirkenden Cannabinoiden keinen überzeugenderen Nutzen zeigen.
Ob die gesetzliche Krankenversicherung Medizinalcannabis bezahlt, ist eine eigene Frage mit eigener Rechtsgrundlage; sie ist unten im Abschnitt Kostenübernahme in Deutschland dargestellt.
- Quelle der Befragung: Leroux E, Taifas I, Valade D, Donnet A, Chagnon M, Ducros A: Use of cannabis among 139 cluster headache sufferers. Cephalalgia. 2013; 33(3): 208-213. PMID 23197349, DOI.
- Kongressbeitrag: Mosek A, Dano M, Fainmesser Y, Hybloom Z: EHMTI-0136. Medical cannabis in the treatment of treatment-resistant, chronic cluster headache. A retrospective report. J Headache Pain. 2014; 15(Suppl 1): C46. Volltext des Abstracts in PubMed Central
Mittel aus der Migränebehandlung
Eine häufige Frage lautet: Hilft ein Mittel, das bei Migräne wirkt, auch beim Cluster-Kopfschmerz? Die Antwort fällt von Wirkstoff zu Wirkstoff verschieden aus, und für die meisten gibt es nur Einzelfallberichte. Migräne und Cluster-Kopfschmerz sind verschiedene Erkrankungen (siehe Differentialdiagnose); eine Wirkung bei der einen sagt über die andere nichts.
Gepante. Das sind Tabletten, die den Andockplatz des Botenstoffs CGRP blockieren — also dieselbe Signalkette wie die CGRP-Antikörper, nur als kleines Molekül zum Einnehmen statt als Spritze. In der Europäischen Union sind sie zur Behandlung der Migräne zugelassen, nicht für den Cluster-Kopfschmerz. Zum Atogepant gibt es seit Oktober 2025 eine Fallserie aus Lissabon: vier Betroffene (zwei mit episodischem, zwei mit chronischem Verlauf), bei denen die bisherige Vorbeugung nicht gewirkt hatte und die auf 60 mg täglich ansprachen. Bemerkenswert daran: Die beiden chronischen Fälle hatten auf Galcanezumab unter die Haut nicht angesprochen — auf die Tablette schon. In einem Fall kehrten die Attacken zurück, als die Dosis auf 30 mg gesenkt wurde, und blieben unter 60 mg wieder aus. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Die Autoren selbst betonen die Grenzen: vier Fälle, offene rückblickende Auswertung, kontrollierte Studien nötig. Das ist ein Hinweis, kein Nachweis. Wer die Kombination mit anderen Medikamenten erwägt, sollte wissen, dass die Fachinformation von Atogepant bei gleichzeitiger Einnahme starker CYP3A4- oder starker OATP-Hemmer eine verringerte Dosis von 10 mg vorsieht.
Gepante und Verapamil. Für Betroffene, die vorbeugend Verapamil nehmen, ist neben der Beleglage ein zweiter Punkt wichtig. Gepante werden nicht nur über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut, sie sind auch Substrate von P-Glykoprotein — einer Pumpe in Darm- und Zellwänden, die Fremdstoffe wieder nach außen befördert. Verapamil hemmt diese Pumpe. Wird sie gehemmt, staut sich der Wirkstoff, und der Blutspiegel steigt. Beim Rimegepant steht das ausdrücklich in der Fachinformation: „Inhibitoren der Effluxtransporter P-gp und BCRP können die Plasmakonzentrationen von Rimegepant erhöhen.“ Und bei gleichzeitiger Anwendung starker P-gp-Hemmer — genannt werden „z. B. Ciclosporin, Verapamil, Chinidin“ — „ist die Einnahme einer weiteren Dosis Rimegepant innerhalb von 48 Stunden zu vermeiden“. In Alltagssprache: Wer Verapamil nimmt, darf Rimegepant nicht zweimal innerhalb von zwei Tagen einnehmen. Da für die Akutbehandlung ohnehin höchstens eine Dosis pro Tag vorgesehen ist, wird daraus höchstens eine Dosis in zwei Tagen. Dieselbe 48-Stunden-Regel gilt bei mittelstarken CYP3A4-Hemmern; von starken CYP3A4-Hemmern (die Fachinformation nennt als Beispiele Clarithromycin, Itraconazol und Ritonavir) wird die gleichzeitige Anwendung gar nicht empfohlen.
Beim Atogepant ist Verapamil in der Fachinformation nicht namentlich genannt; dort hängt die Verringerung auf 10 mg an starken CYP3A4- und starken OATP-Hemmern. Das heißt nicht, dass die Kombination unbedenklich ist — es heißt, dass die Fachinformation dazu nichts sagt. Beides gehört vor einer Verordnung besprochen, denn Verapamil ist beim Cluster-Kopfschmerz das Mittel der ersten Wahl in der Vorbeugung, und die Kombination trifft damit gerade jene, für die ein Gepant überhaupt erwogen würde.
Lasmiditan. Ein Wirkstoff, der an einem bestimmten Serotonin-Andockplatz (5-HT1F) ansetzt und im Gegensatz zu den Triptanen die Blutgefäße nicht verengt. Eine klinische Studie beim Cluster-Kopfschmerz gibt es nicht. Es gibt eine tierexperimentelle Arbeit, die zeigt, dass Lasmiditan die Schmerzverarbeitung im Trigeminussystem dämpft; die Autoren nennen dort ausdrücklich Folgerungen für Migräne und Cluster-Kopfschmerz. Das ist eine Begründung für künftige Studien, kein Beleg für eine Wirkung bei Menschen mit Cluster-Kopfschmerz.
Betablocker (Propranolol, Metoprolol). Es gibt zwei Einzelfallberichte, einen von 1972 und einen von 2024. Entscheidend ist hier aber nicht die Beleglage, sondern eine Gegenanzeige: Betablocker dürfen nicht mit Verapamil zusammen gegeben werden — Näheres auf der Seite zu Verapamil. Da Verapamil das Mittel der ersten Wahl in der Vorbeugung ist, betrifft das die meisten Betroffenen in Behandlung.
Flunarizin. Ein Einzelfallbericht von 1989 über einen jungen Mann mit Cluster-Kopfschmerz und dazwischen auftretenden epileptischen Anfällen. Seither ist dazu nichts erschienen.
Amitriptylin. In einer titelbeschränkten Literatursuche am 21.09.2026 fand sich keine Arbeit, die Amitriptylin und Cluster-Kopfschmerz gemeinsam im Titel führt. Der Wirkstoff gehört in die Behandlung von Migräne und Spannungskopfschmerz.
- Atogepant: Serrão C, Sotero FD, Kauppila LA, Martins IP: Can atogepant be a preventive treatment for cluster headache? - Insights from a case series. Headache. 2026; 66(1): 336-340. Online veröffentlicht am 3. Oktober 2025, gedruckt im Heft Januar 2026. PMID 41044859, doi:10.1111/head.15066, frei zugänglich.
- Dosisangabe bei starken CYP3A4- und OATP-Hemmern: Produktinformation AQUIPTA (Atogepant) der Europäischen Arzneimittel-Agentur, Abschnitt 4.2, abgerufen am 21.09.2026.
- Wechselwirkung von Rimegepant mit Verapamil und weiteren P-gp- und CYP3A4-Hemmern: Produktinformation VYDURA (Rimegepant) der Europäischen Arzneimittel-Agentur, Abschnitt 4.5, abgerufen am 21.09.2026.
- Lasmiditan: Vila-Pueyo M, Page K, Murdock PR, Loraine HJ, Woodrooffe AJ, Johnson KW, Goadsby PJ, Holland PR: The selective 5-HT1F receptor agonist lasmiditan inhibits trigeminal nociceptive processing: Implications for migraine and cluster headache. Br J Pharmacol. 2022; 179(3): 358-370. PMID 34600443.
- Propranolol: Fogelholm R: Propranolol and cluster headache. Br Med J. 1972; 4(5832): 110. PMID 5077446. — Algahtani R, Basamih K, Aldawsari A, Alyazidi A, Baqadir Y: Effective Treatment of Refractory Cluster Headache With Propranolol. Cureus. 2024; 16(9): e70391. PMID 39469350, frei zugänglich.
- Flunarizin: Astarloa R, Gila L, Gobernado JM: Cluster headache and intercalated seizures in a young man: therapeutic effectiveness of flunarizine. Headache. 1989; 29(6): 377-378. PMID 2759846.
Nahrungsergänzungsmittel
- Ernährungsumstellung auf eine Purin und/oder Histamin reduzierte Diät.
- Kudzu
- Trinken von viel Wasser (Forum)
- Vitamin B Präparate (Forum)
- Vitamin D & Omega 3 Fischöl
Siehe auch:
- Cluster-Kopfschmerz Behandlung
- Forschung im CK-Wissen Forum
- Patientenerfahrungen mit Triptanen zur vorbeugenden Cluster-Kopfschmerz Behandlung
- Cluster-Kopfschmerz: Patientenberichte
- US Leitlinie zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz 2004
Kostenübernahme in Deutschland
Die meisten der auf dieser Seite genannten Mittel sind für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen; sie werden außerhalb der Zulassung eingesetzt (Off-Label-Gebrauch). Verordnen darf eine Ärztin oder ein Arzt das durchaus – die Zulassungspflicht des Arzneimittelgesetzes richtet sich an denjenigen, der ein Arzneimittel in den Verkehr bringt, nicht an die verordnende Ärztin (§ 21 Absatz 1, § 4 Absatz 17 AMG). Ein Anspruch auf Kostenübernahme folgt daraus aber nicht: Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung müssen dem „allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse" entsprechen (§ 2 Absatz 1 Satz 3 SGB V) und „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" sein (§ 12 Absatz 1 SGB V).
Für den Cluster-Kopfschmerz gibt es zwei ausdrücklich geregelte Wege:
- Verapamil ist der einzige Wirkstoff, für den der Gemeinsame Bundesausschuss die Verordnungsfähigkeit außerhalb der Zulassung geregelt hat – in der Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie, Teil A Nummer IX, seit dem 25. Oktober 2012. Verordnungsfähig sind dabei nur die Präparate bestimmter Firmen; die beiden Firmenlisten stehen im Wortlaut auf der Seite Verapamil.
- Medizinalcannabis geht einen eigenen Weg über § 31 Absatz 6 SGB V – mit einer Genehmigung der Krankenkasse vor der ersten Verordnung und einem vorgeschalteten sechsmonatigen Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel.
Lehnt die Krankenkasse ab, laufen Fristen: Über einen Antrag ist in der Regel binnen drei Wochen zu entscheiden, bei einer gutachtlichen Stellungnahme binnen fünf Wochen (§ 13 Absatz 3a SGB V); für Medizinalcannabis gelten eigene, kürzere Fristen. Für Widerspruch und Klage haben Versicherte jeweils einen Monat (§ 84, § 87 Sozialgerichtsgesetz), ein Eilantrag ist auch vorher möglich (§ 86b SGG), und das Gerichtsverfahren selbst ist kostenfrei (§ 183 Satz 1 SGG).
Dieser Abschnitt gibt Rechtsgrundlagen wieder und ist keine Rechtsberatung. Für den Einzelfall, für einen Antrag und besonders für einen Widerspruch helfen die Sozialverbände weiter — etwa der Sozialverband VdK Deutschland oder der Sozialverband Deutschland (SoVD); sie beraten und vertreten ihre Mitglieder im Sozialrecht, auch vor dem Sozialgericht.
Ausführlich – mit den Wortlauten der Vorschriften, allen Bedingungen des Verapamil-Eintrags, den Voraussetzungen des § 31 Absatz 6 SGB V im Einzelnen und den Fristen und Rechtswegen: Off-Label-Use beim Clusterkopfschmerz.
Sonstige Medikamente (nicht wirksam gegen Cluster-Kopfschmerz)
- NSAR
- Diclofenac
- Ibuprofen
- Indometacin (?)
- Piroxicam
- Naproxen
- Aspirin/ASS
- Paracetamol
- Metamizol
- Opiate
- Morphin
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