Methylergometrin

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Methylergometrin (auch Methylergonovin, Handelsname zum Beispiel Methergin®) ist ein halbsynthetischer Wirkstoff aus der Gruppe der Mutterkornalkaloide und damit verwandt mit Ergotamin. Er zieht die Muskulatur der Gebärmutter und der Blutgefäße zusammen. In Deutschland wird Methylergometrin als Spritze bei starken Blutungen nach einer Geburt oder Fehlgeburt und bei verzögerter Rückbildung der Gebärmutter eingesetzt. Am 24.09.2026 führte die Gelbe Liste nur zwei Präparate, beide als Injektionslösung.[1]

Beim Cluster-Kopfschmerz

Methylergometrin ist eng mit Methysergid verbunden, einem älteren Mittel zur Vorbeugung: Methysergid wird im Körper zu einem großen Teil in Methylergometrin umgewandelt. Nach der Einnahme von Methysergid war die Menge an Methylergometrin im Blut (gemessen als Fläche unter der Konzentrationskurve) mehr als zehnmal so groß wie die von Methysergid selbst.[2]

Methylergometrin wurde auch selbst zur Vorbeugung versucht. In einer Pilotstudie ohne Vergleichsgruppe nahmen 20 Menschen mit episodischem Cluster-Kopfschmerz es zusätzlich zu ihrer übrigen Vorbeugung. 19 von ihnen berichteten über seltenere Attacken, 15 innerhalb einer Woche über schwächere.[3] 2013 beschrieben Saper und Evans in einer Übersicht mit Fallberichten die Einnahme als Tablette bei schwer behandelbarer Migräne und schwer behandelbarem Cluster-Kopfschmerz (siehe Literatur). Ohne Vergleichsgruppe lässt sich eine Wirkung nicht sicher belegen, denn eine Cluster-Episode endet auch von selbst. Für den Cluster-Kopfschmerz ist Methylergometrin nicht zugelassen, und Tabletten führt die Gelbe Liste nicht.[1]

Vorsicht

Nach der Gelben Liste darf Methylergometrin unter anderem nicht angewendet werden bei Bluthochdruck, nach einer Präeklampsie oder Eklampsie, bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, bei Durchblutungsstörungen durch verengte Gefäße (ischämischen Gefäßerkrankungen), bei Sepsis und in der Schwangerschaft. Zusammen mit anderen Mutterkornalkaloiden kann sich die Wirkung addieren, und die Gefahr einer Überdosierung steigt; zusammen mit Methysergid können sich die Wirkungen aufsummieren.[1] Zu Triptanen siehe den Abschnitt über Wechselwirkungen auf der Seite Triptan.

Literatur

  • Saper, JR.; Evans, RW. (Feb 2013). "Oral methylergonovine maleate for refractory migraine and cluster headache prevention.". Headache 53 (2): 378-81. doi:10.1111/head.12033. PMID 23432443. 

Externe Links

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 Gelbe Liste: Wirkstoff Methylergometrin (Stand 04.05.2025; Abschnitte Anwendung, Wirkmechanismus, Wechselwirkungen, Kontraindikationen, Präparateliste), am 24.09.2026 gelesen: zwei Präparate, Methergin® Injektionslösung 200 Mikrogramm/ml und Methylergometrin PANPHARMA 200 µg/ml Injektionslösung.
  2. ↑ Bredberg U, Eyjolfsdottir GS, Paalzow L, Tfelt-Hansen P, Tfelt-Hansen V (1986). "Pharmacokinetics of methysergide and its metabolite methylergometrine in man". Eur J Clin Pharmacol 30 (1): 75–7. doi:10.1007/BF00614199. PMID 3709634.  Zusammenfassung am 24.09.2026 in Europe PMC gelesen: fünf gesunde Männer; „the area under the plasma concentration curve (AUC) for methylergometrine was more than ten times greater than for methysergide“.
  3. ↑ Mueller L, Gallagher RM, Ciervo CA (1997). "Methylergonovine maleate as a cluster headache prophylactic: a study and review". Headache 37 (7): 437–42. doi:10.1046/j.1526-4610.1997.3707437.x. PMID 9277027.  Zusammenfassung am 24.09.2026 in Europe PMC gelesen: „An uncontrolled pilot study of 20 episodic cluster headache patients“; „Decreased headache frequency was reported by 19 of 20 patients (95%), and 15 of 20 patients (75%) reported decreased intensity of headaches within 1 week of initiating therapy.“

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