Methylphenidat

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Methylphenidat ist ein Arzneistoff mit stimulierender Wirkung. Er gehört zu den Amphetamin-ähnlichen Substanzen, die derzeit hauptsächlich bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eingesetzt werden. Daneben findet Methylphenidat Anwendung bei der Narkolepsie und zur Steigerung der Wirksamkeit[1] von Antidepressiva bei therapieresistenten Depressionen. Methylphenidat ist in der Anlage 3 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgelistet[2] und unterliegt einer gesonderten Verschreibungspflicht. Handelsnamen: Ritalin®, Equasym®, Medikinet®, Concerta®, Methylpheni TAD®, Methylphenidat Ratiopharm®, Methylphenidat HEXAL®.

In der Literatur gibt es einen Einzelfallbericht aus dem Jahr 1998, nach dem ein Cluster-Kopfschmerzpatient erfolgreich mit Methylphenidat behandelt worden sei.[3][4]

Was die Fachinformation sagt

Grundlage ist die Fachinformation Ritalin 10 mg Tabletten (Stand September 2025).[5]

  • Zulassung: ADHS; der Cluster-Kopfschmerz ist nicht dabei.[5]
  • Nicht anwenden unter anderem bei Glaukom, zusammen mit MAO-Hemmern und bis 14 Tage nach deren Absetzen (Gefahr einer Blutdruckkrise), bei vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich schwerem Bluthochdruck, Angina pectoris und Herzinfarkt, bei Erkrankungen der Hirngefäße sowie bei schwerer Depression, Suizidneigung oder psychotischen Symptomen.[5]
  • Wechselwirkungen: Methylphenidat kann Blutdrucksenker abschwächen; mit anderen blutdrucksteigernden Mitteln ist Vorsicht geboten. Es kann den Abbau von Blutverdünnern vom Cumarin-Typ, einigen Mitteln gegen Epilepsie und einigen Antidepressiva hemmen. Alkohol kann die Nebenwirkungen auf das Nervensystem verstärken. Vor einer geplanten Operation wird es am Operationstag nicht genommen.[5]
  • Alle Cluster-Mittel im Vergleich: Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Cluster-Mittel.

Literatur

  • Bilchik, TR. (Apr 2004). "A review of nonvalidated and complementary therapies for cluster headache.". Curr Pain Headache Rep 8 (2): 157-61. PMID 14980151. 
  • Treister, R.; Eisenberg, E.; Demeter, N.; Pud, D. (Oct 2013). "Alterations in Pain Response are Partially Reversed by Methylphenidate (Ritalin) in Adults with Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD).". Pain Pract. doi:10.1111/papr.12129. PMID 24134430. 

Externe Links

  • Robbins Headache Clinic, Übersicht vorbeugender Medikamente (Link entfernt: Unter der Adresse headachedrugs.com steht heute eine Glücksspiel-Webseite ohne Bezug zu Kopfschmerzen. Das frühere Archiv der Robbins Headache Clinic ist dort nicht mehr zu finden.)
  • Diskussion im CH.com Forum

Einzelnachweise

  1. ↑ Woggon, Brigitte (2005): Behandlung mit Psychopharmaka. 2. Auflage. Bern: Hans Huber, ISBN 3-456-83538-8
  2. ↑ Anlage 3 des BtmG
  3. ↑ Mellick, GA.; Mellick, LB. (Oct 1998). "Cluster headache management with methylphenidate (Ritalin).". Headache 38 (9): 710-2. doi:10.1046/j.1526-4610.1998.3809710.x. PMID 15613186. 
  4. ↑ Bilchik, TR. (Apr 2004). "A review of nonvalidated and complementary therapies for cluster headache.". Curr Pain Headache Rep 8 (2): 157-61. PMID 14980151. 
  5. ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 Fachinformation Ritalin 10 mg Tabletten (Methylphenidat), Stand der Information September 2025, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: ADHS. 4.3 Gegenanzeigen u. a.: Glaukom; „Während der Behandlung mit Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmern) oder innerhalb von mindestens 14 Tagen nach Absetzen solcher Substanzen, da dann das Risiko einer hypertensiven Krise besteht“; schwere Depression, Suizidneigung, psychotische Symptome; vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich schwerer Hypertonie, Angina pectoris und Herzinfarkt; zerebrovaskuläre Erkrankungen. 4.5: Methylphenidat kann den Abbau von Cumarin-Antikoagulanzien, Antikonvulsiva (z. B. Phenobarbital, Phenytoin, Primidon) und einigen Antidepressiva (trizyklische und SSRI) hemmen; „Ritalin kann die antihypertensive Wirkung von Arzneimitteln zur Behandlung von Bluthochdruck abschwächen.“; Vorsicht mit anderen blutdruckerhöhenden Mitteln; „Alkohol kann die ZNS-Nebenwirkungen … verstärken“; bei geplanter Operation nicht am Tag der Operation; Vorsicht mit dopaminergen Wirkstoffen und Antipsychotika. 5.1: „ein Psychostimulans“ mit Phenylethylamin-Skelett, „das für die amphetaminähnlichen Wirkungen verantwortlich gemacht wird“.


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