Cluster-Kopfschmerz Medikationen

Aus CK-Wissen
Version vom 21. September 2026, 10:55 Uhr von Cezary (Diskussion | Beiträge) (Die Übersicht gibt die seit Mai 2020 abgelaufene Leitlinie von 2015 wieder – das steht jetzt in der Überschrift und in einer Vorbemerkung. Drei nicht mehr erhältliche Mittel sind gekennzeichnet (DHE, Ergotamin nur für Migräne zugelassen, Methysergid und Pizotifen). Kortikoide mit Zeitangabe. Neu: was die Leitlinie 2023 dazugenommen hat (Okzipitalnervenblockade, Prednison-Schema, Galcanezumab, nVNS) und dass Baclofen nicht mehr empfohlen wird)
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Medikamente zur Cluster-Kopfschmerz Behandlung nach der DGN-Leitlinie von 2015

Diese Übersicht gibt die deutschsprachige Leitlinie von 2015 wieder. Sie ist seit dem 13. Mai 2020 abgelaufen; eine Überarbeitung ist seit Juli 2025 angemeldet und für Ende 2026 geplant. Maßgeblich ist derzeit die Leitlinie der European Academy of Neurology von 2023. Was sich gegenüber der Fassung von 2015 geändert hat, steht am Ende dieses Abschnitts. Drei der unten genannten Mittel sind in Deutschland nicht mehr erhältlich; das ist jeweils dahinter vermerkt.

Schmerzbekämpfung

Mittel der ersten Wahl:

Mittel der zweiten Wahl:

  • Lidocain Nasentropfen – wenig Nebenwirkungen, aber begrenzte Wirkung. Die Aufforderung, sie sollten „von allen Patientinnen und Patienten ausprobiert werden", stammt aus der Leitlinie von 2015; die europäische Leitlinie von 2023 führt Lidocain nur als Konsens der Autorengruppe und vor allem für Betroffene, die keine Triptane anwenden dürfen. In der Untersuchung dazu (30 Betroffene, vierprozentige Lösung) berichteten 27 % eine mittelgradige und 27 % eine leichte Besserung, 46 % keine.
  • Sumatriptan Nasalspray

Vorbeugende Behandlung

Mittel der ersten Wahl:

  • Kalziumantagonisten - Verapamil (EKG-Kontrollen vor Beginn, bei jeder Dosissteigerung und in der Dauerbehandlung)
  • Kortikoide (Prednisolon) – zur Überbrückung, bis Verapamil wirkt, in der Regel nicht länger als vier Wochen. Als Dauerbehandlung sind Kortikoide nicht geeignet; die Leitlinie von 2015 führt sie hier ohne Zeitangabe.

Mittel der zweiten Wahl:

Andere therapeutische Optionen und Einzelfallbeschreibungen:

  • Valproinsäure
  • Dihydroergotamin (DHE) i.v. über Perfusor – in Deutschland nicht verfügbar: Das Ruhen der Zulassungen wurde 2014 angeordnet, seit Februar 2022 ist nach Angabe des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte kein dihydroergotaminhaltiges Arzneimittel mehr zugelassen.
  • Ergotamin – noch als Tablette im Handel, aber nur für die Migräne zugelassen; beim Cluster-Kopfschmerz also ein Gebrauch außerhalb der Zulassung. Zäpfchen, die die europäische Leitlinie für die Kurzprophylaxe nennt, gibt es in Deutschland nicht.
  • Triptane mit langer Halbwertzeit: Naratriptan oder Frovatriptan
  • Capsaicin-Salbe topisch in das zum Schmerz ipsilaterale Nasenloch

Ergotamin oder lang wirksame Triptane wie Naratriptan und Frovatriptan können in der Kurzprophylaxe (d. h. bis eine andere prophylaktische Therapie greift) abends eingesetzt werden, vor allem bei Patienten, die unter nächtlichen Attacken leiden. Für Warfarin ist eine positive randomisiert-kontrollierte Pilotstudie publiziert. Einzelberichte bzw. offene Studien beschreiben einen positiven Effekt von Topiramat, Melatonin und Valproinsäure. Eine einzelne kontrollierte Studie zeigte einen möglichen positiven Effekt von Candesartan.

Was in der Leitlinie von 2023 dazugekommen ist und in der Liste oben deshalb fehlt:

  • Okzipitalnervenblockade – eine Injektion von Kortison in die Nähe des großen Hinterhauptnervs zur Überbrückung. Dazu gibt es eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an 43 Betroffenen mit mehr als zwei Attacken am Tag: Nach drei Injektionen hatten 20 von 21 Behandelten höchstens noch zwei Attacken am Tag, gegenüber 12 von 22 in der Vergleichsgruppe. Siehe Infiltrationstherapie bei Cluster-Kopfschmerz.
  • Prednison zur Überbrückung nach einem festen Schema – 100 mg über fünf Tage, dann Reduktion um 20 mg alle drei Tage, jeweils zusätzlich zur beginnenden Verapamil-Behandlung; dazu gibt es seit 2021 eine randomisierte, placebokontrollierte Studie.
  • Galcanezumab (ein CGRP-Antikörper) – von der Leitlinie bei sonst nicht beherrschbarem episodischem Verlauf empfohlen; die Studie beim chronischen Verlauf verlief negativ, eine europäische Zulassung für dieses Anwendungsgebiet gibt es bisher nicht. Siehe CGRP-Antikörper.
  • Nicht-invasive Vagusnervstimulation – von der Leitlinie beim episodischen Verlauf genannt.

Ausdrücklich nicht mehr empfohlen wird Baclofen: „There is no evidence that baclofen 15–30 mg or transdermal clonidine have any preventive effect in cluster headache."

  • Quelle: Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020 – damit abgelaufen. Online im Leitlinienregister der AWMF; dort ist am 24.07.2025 eine Überarbeitung angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026.
  • Aktuelle Leitlinie: May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J et al.: European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache. Eur J Neurol. 2023; 30(10): 2955-2979. PMID 37515405, frei zugänglich.
  • Zahlen zur Okzipitalnervenblockade: Leroux E, Valade D, Taifas I, Vicaut E, Chagnon M, Roos C, Ducros A: Suboccipital steroid injections for transitional treatment of patients with more than two cluster headache attacks per day. Lancet Neurol. 2011; 10(10): 891-7. PMID 21903477.
  • Zahlen zu Lidocain: Robbins L: Intranasal lidocaine for cluster headache. Headache. 1995; 35(2): 83-4. PMID 7737866.
  • Prednison-Schema: Obermann M, Nägel S, Ose C et al.: Safety and efficacy of prednisone versus placebo in short-term prevention of episodic cluster headache. Lancet Neurol. 2021; 20(1): 29-37. PMID 33245858.

Sonstige Medikamente

Kontrollierte Studien

Einzelfallberichte und Fallserien

Nahrungsergänzungsmittel

Siehe auch:

Sonstige Medikamente (nicht wirksam gegen Cluster-Kopfschmerz)


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