Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind Schmerzmittel, die Schmerzen lindern, Fieber senken und Entzündungen hemmen. „Nichtsteroidal“ heißt: Sie sind kein Kortison (siehe Cortisol). Bekannte Vertreter sind Acetylsalicylsäure (Aspirin), Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin, Naproxen und Piroxicam. Englisch heißen sie NSAIDs (non-steroidal anti-inflammatory drugs).

NSAR hemmen die Enzyme COX-1 und COX-2 (Cyclooxygenasen) und damit die Bildung von Prostaglandinen. Diese Botenstoffe sind an Schmerz und Entzündung beteiligt, schützen aber auch die Magenschleimhaut. Deshalb können NSAR den Magen reizen; Geschwüre und Blutungen in Magen und Darm sind bei allen NSAR möglich, auch ohne vorherige Warnzeichen.[1] Siehe auch Magenschutz.

Beim Cluster-Kopfschmerz

Gegen die Cluster-Attacke sind NSAR keine geeignete Behandlung. Die britische Leitlinie NICE rät ausdrücklich davon ab, bei der Attacke Paracetamol, NSAR, Opioide, Ergotamine oder Triptan-Tabletten zu geben.[2] Tabletten wirken zu langsam: Ibuprofen erreicht seinen höchsten Blutspiegel nach 1 bis 2 Stunden,[1] Diclofenac im Mittel nach 2 bis 3 Stunden.[3] Eine Cluster-Attacke dauert unbehandelt dagegen nur 15 bis 180 Minuten.[4] Was bei der Attacke hilft, steht unter Cluster-Kopfschmerz Behandlung.

Wer sehr häufig Schmerzmittel nimmt, kann davon einen eigenen Dauerkopfschmerz bekommen. Nach der internationalen Kopfschmerzklassifikation liegt er vor, wenn an 15 oder mehr Tagen im Monat Kopfschmerz besteht und NSAR, Paracetamol oder ähnliche Mittel mehr als 3 Monate lang an 15 oder mehr Tagen im Monat genommen wurden.[5] Siehe Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch.

Indometacin und die Diagnose

Ein NSAR hat bei der Unterscheidung von anderen Kopfschmerzen eine besondere Rolle. Die paroxysmale Hemikranie ähnelt dem Cluster-Kopfschmerz, ihre Attacken sind aber kürzer (2 bis 30 Minuten) und häufiger (mehr als 5 am Tag). Sie lässt sich mit Indometacin in ausreichender Dosis vollständig verhindern; das gehört sogar zu ihren Diagnosekriterien.[6]

Externe Links

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Gelbe Liste: Wirkstoff Ibuprofen (Abschnitte Pharmakokinetik, Dosierung, Wechselwirkungen, Kontraindikationen), am 23.09.2026 gelesen.
  2. ↑ National Institute for Health and Care Excellence: Headaches in over 12s: diagnosis and management. Clinical guideline CG150, 2012, zuletzt aktualisiert am 3. Juni 2025, Empfehlung 1.3.38 (vor diesem Update 1.3.32; am 23.09.2026 auf nice.org.uk im Browser geprüft): „Do not offer paracetamol, NSAIDS, opioids, ergots or oral triptans for the acute treatment of cluster headache.“ URL
  3. ↑ Gelbe Liste: Wirkstoff Diclofenac (Abschnitte Pharmakokinetik, Wechselwirkungen, Kontraindikationen), am 23.09.2026 gelesen.
  4. ↑ ICHD-3 (deutsche Fassung), 3.1 Clusterkopfschmerz, Diagnostische Kriterien: „Starke oder sehr starke einseitig orbital, supraorbital und/oder temporal lokalisierte Schmerzattacken, die unbehandelt 15 bis 180 Minuten anhalten“. Gelesen am 23.09.2026.
  5. ↑ ICHD-3 (deutsche Fassung), 8.2.3 Kopfschmerz zurückzuführen auf einen Übergebrauch von Nicht-Opioid-Analgetika, Beschreibung: „Kopfschmerz an 15 oder mehr Tagen/Monat bei einem Patienten mit einer vorbestehenden primären Kopfschmerzerkrankung, der sich als Folge eines regelmäßigen Übergebrauchs von einem oder mehreren Nicht-Opioid-Analgetika an 15 oder mehr Tagen/Monat für mehr als 3 Monate entwickelt.“ Gelesen am 23.09.2026.
  6. ↑ ICHD-3 (deutsche Fassung), 3.2 Paroxysmale Hemikranie, Diagnostische Kriterien: „Starke einseitig orbital, supraorbital und/oder temporal lokalisierte Schmerzattacken, die 2 bis 30 Minuten anhalten“; „Die Attackenfrequenz liegt bei >5 pro Tag“; „Attacken kann durch therapeutische Dosen Indometacin komplett vorgebeugt werden“. Gelesen am 23.09.2026.

  Diese Seiten sind von Nichtmedizinern geschrieben und ersetzen keinen Arztbesuch. Angaben können fehlerhaft oder veraltet sein – prüfen Sie Wichtiges in den genannten Quellen nach. Bitte beachten Sie die Hinweise zu Gesundheitsthemen und zum Datenschutz sowie unsere Arbeitsweise.