Triptan

Aus CK-Wissen
Version vom 20. September 2026, 19:52 Uhr von Cezary (Diskussion | Beiträge) (Höchstdosis Sumatriptan s.c. ergänzt und die Überschreitung eingeordnet (Sauerstoff ohne Obergrenze als Alternative); Tabletten und die nächtliche Triptan-Vorbeugung als ärztlich verordnet klargestellt)
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Die Triptane sind neben dem Sauerstoff das Mittel der Wahl zu Akutbehandlung des Clusterkopfschmerzes. Sie wirken spezifisch bei Migräne und beim Cluster-Kopfschmerz. Das heißt, dass sie bei anderen Schmerzen unwirksam sind.

Wirkungsweise und Anwendung

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Die Triptane greifen in den Stoffwechsel des Serotonins ein, welches ein zentraler Botenstoff bei der Schmerzverarbeitung ist. Aufgrund der Heftigkeit der Cluster-Attacken und der Tatsache, dass sie häufig nur 30-60 Minuten anhalten, ist es wichtig ein Medikament anzuwenden, das möglichst schnell und effektiv wirkt.

Daher werden in erster Linie Sumatriptan als s.c.-Injektion (unter die Haut) oder als Nasenspray oder Zolmitriptan Nasenspray angewandt. Sie bieten den Vorteil, dass sie nicht erst den Magen-Darmtrakt passieren müssen, wodurch sie sehr viel schneller (3-20 Min.) wirken. Die anderen verfügbaren Triptane (Rizatriptan, Naratriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Almotriptan) stehen nur als Tabletten zur Verfügung. Tabletten wirken zu langsam, um eine Cluster-Attacke zuverlässig zu beenden; die europäische Leitlinie nennt für die Attacke die Injektion unter die Haut und das Nasenspray.[1] Rizatriptan und Zolmitriptan sind auch als Schmelztabletten zur sublingualen Einnahme erhältlich. Der Eintritt der Wirkung von Zolmitriptan-Schmelztabletten kann gegenüber den herkömmlichen Tabletten verzögert sein.[2] Die Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration nach der Gabe von Rizatriptan als Schmelztablette war im Vergleich zur normalen Tablette um 30-60 Minuten länger.[3]

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Bei Anwendung der Nasenspray sollte beachtet werden, dass sie in das zum Schmerz kontralaterale (gegenüberliegende) Nasenloch appliziert werden müssen, weil die Substanzaufnahme bei der, im Rahmen des Clusters auftretenden gleichseitigen Nasenschleimhautschwellung, erschwert ist.

Bei vor allem nächtlichen Attacken kann eine zeitlich begrenzte Einnahme von lang wirksamen Triptanen wie Frovatriptan oder Naratriptan am Abend versucht werden. Beide Substanzen haben eine lange Halbwertzeit, so dass es manchmal gelingt, die Attacken zu unterdrücken. Für den Cluster-Kopfschmerz ist keines der beiden Mittel zugelassen, und die Beleglage ist schwach; die europäische Leitlinie führt Frovatriptan als Möglichkeit zur kurzzeitigen Vorbeugung auf.[1] Das gehört deshalb in ärztliche Hand und ist kein Selbstversuch.

Untersuchungen zufolge sprechen 50-75% der CK-Patienten positiv auf eine Triptangabe an. Vereinzelt wird berichtet, dass die Wirkung bei der Attackenkupierung nicht immer zuverlässig ist. Triptane dürfen nicht angewendet werden, wenn bereits Erkrankungen wie: Herzinfarkt, Angina Pectoris, Schlaganfall, TIA, schlecht eingestellter Bluthochdruck, arterielle Verschlusskrankheiten oder schwere Leber- oder Niereninsuffizienzen vorliegen. Auch in der Stillzeit oder Schwangerschaft sind sie kontraindiziert.

Die Anwendung von Triptanen bei Cluster-Kopfschmerz ist sicher, es tritt auch nach häufigem Gebrauch kein Gewöhnungseffekt und kein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch auf.[4] Insbesondere bei Cluster-Kopfschmerzpatienten mit einer persönlichen Migräne oder mit Migräne in der Familie kann ein Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch auftreten.[5]

Die Höchstdosis für Sumatriptan unter die Haut ist zweimal 6 mg innerhalb von 24 Stunden, mit mindestens zwei Stunden Abstand zwischen den Injektionen.[6] Wer mehr Attacken am Tag hat, braucht deshalb keine höhere Triptandosis, sondern Sauerstoff für alle Attacken – dafür gibt es keine Obergrenze – und eine wirksamere vorbeugende Behandlung oder eine Überbrückung.

In einer einjährigen Langzeitstudie überschritten einzelne Patienten diese Höchstdosis um ein Vielfaches, ohne dass Komplikationen auftraten.[7] Eine Empfehlung folgt daraus nicht: Sumatriptan verengt die Blutgefäße, und die oben genannten Gegenanzeigen gelten unverändert. Ob die Tagesdosis im Ausnahmefall überschritten werden kann – etwa bis eine vorbeugende Behandlung wirkt –, kann nur die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im Einzelfall entscheiden.[8]

Übersicht

Derzeit werden in Deutschland folgende Triptane therapeutisch angewendet:


[Quelle]

Allgemeine Nebenwirkungen der Triptane

  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Müdigkeit
  • Gefühlsstörungen
  • Engegefühl im Rachen und Halsbereich
  • Hitzewallungen
  • Herzklopfen
  • Blutdruckabfall

Wechselwirkungen

Gleichzeitige Anwendung anderer Serotonin-Agonisten oder von Ergotaminen können die Nebenwirkungen gefährlich verstärken. Auch die Einnahme unterschiedlicher Triptane innerhalb von 24 Stunden sollte verminden werden, da nicht sicher gesagt werden kann, wie die Wechselwirkungen untereinander sind. Manche Medikamente zur Behandlung von Depressionen aus der Gruppe der MAO-Hemmer sowie der Arzneistoff Propranolol aus der Wirkstoffklasse der Betablocker verstärken die Wirkung von Triptanen. Johanniskraut: Risiko eines Serotonin-Syndroms. Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer: Risiko für Bluthochdruck, Verengung der Herzkranzgefäße oder Serotonin-Syndrom. Blutstiller Methylergometrin: Risiko für Bluthochdruck, Verengung der Herzkranzgefäße

Siehe auch

Externe Links

Literatur

  • Limmroth V.: Wirkungsmechanismus der Triptane: Wie wirken Sumatriptan & Co.? Pharmazie in unserer Zeit. 2002; 31(5): 458–461. DOI
  • Roberto, G.; Piccinni, C.; D'Alessandro, R.; Poluzzi, E. (Jan 2014). "Triptans and serious adverse vascular events: Data mining of the FDA Adverse Event Reporting System database.". Cephalalgia 34 (1): 5-13. doi:10.1177/0333102413499649. PMID 23921799. 
  • Thorlund, K.; Mills, EJ.; Wu, P.; Ramos, E.; Chatterjee, A.; Druyts, E.; Goadsby, PJ. (Oct 2013). "Comparative efficacy of triptans for the abortive treatment of migraine: A multiple treatment comparison meta-analysis.". Cephalalgia. doi:10.1177/0333102413508661. PMID 24108308. 
  • Stillman, MJ.; Tepper, S.; Tepper, DE.; Cho, L. (Jan 2013). "QT prolongation, Torsade de Pointes, myocardial ischemia from coronary vasospasm, and headache medications. Part 1: review of serotonergic cardiac adverse events with a triptan case.". Headache 53 (1): 208-16. doi:10.1111/j.1526-4610.2012.02300.x. PMID 23216317. 
  • Stillman, MJ.; Tepper, DE.; Tepper, SJ.; Cho, L. (Jan 2013). "QT prolongation, Torsade de Pointes, myocardial ischemia from coronary vasospasm, and headache medications. Part 2: review of headache medications, drug-drug interactions, QTc prolongation, and other arrhythmias.". Headache 53 (1): 217-24. doi:10.1111/j.1526-4610.2012.02299.x. PMID 23216298. 
  • Ostermann, K.; Juckel, G.; Roser, P. (Sep 2012). "Possible association of severe major depression with acute cessation of long-term excessive triptan use.". J Clin Pharm Ther. doi:10.1111/jcpt.12009. PMID 23016662. 
  • Seupaul, RA.; Wilbur, LG. (Sep 2011). "Evidence-based emergency medicine. Do triptans effectively treat acute cluster headache in the emergency department?". Ann Emerg Med 58 (3): 284-5. doi:10.1016/j.annemergmed.2011.02.013. PMID 21396737.  - Free full text.
  • Tepper SJ, Millson D.: Safety profile of the triptans. Expert Opin Drug Saf. 2003 Mar; 2(2): 123-32. Review. PMID 12904112 DOI.
  • Sheftell FD, Feleppa M, Tepper SJ, Rapoport AM, Ciannella L, Bigal ME (2004). "Assessment of adverse events associated with triptans--methods of assessment influence the results". Headache 44 (10): 978–82. doi:10.1111/j.1526-4610.2004.04191.x. PMID 15546260. 
  • Dodick DW, Silberstein S, Dahlöf CG.: Is there a preferred triptan? Headache. 2002 Jan; 42(1): 1-7. Review. PMID 12005269 DOI.
  • Dahlöf CG, Dodick D, Dowson AJ, Pascual J.: How does almotriptan compare with other triptans? A review of data from placebo-controlled clinical trials. Headache. 2002 Feb; 42(2): 99-113. Review. PMID 12005302 DOI.
  • Cologno, D.; Mazzeo, A.; Lecce, B.; Mundi, C.; Petretta, V.; Casucci, G.; d'Onofrio, F. (May 2012). "Triptans: over the migraine.". Neurol Sci 33 (Suppl 1): 193-8. doi:10.1007/s10072-012-1066-1. PMID 22644202. 

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30: 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. 
  2. ↑ Fachinformation AscoTop® Schmelztabletten, Stand Oktober 2018, abgerufen am 20.12.2018 (PDF-Datei)
  3. ↑ Fachinformation MAXALT® lingua Schmelztabletten, Stand Juli 2018, abgerufen am 20.12.2018, (PDF-Format)
  4. ↑ May A, Leone M, Áfra J, Linde M, Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. European Journal of Neurology. 2006; 13: 1066–1077. PMID 16987158, PDF-Datei. DOI
  5. ↑ Paemeleire K, Bahra A, Evers S, Matharu M, Goadsby P. Medication-overuse headache in cluster headache patients. Neurology. 2006; 67(1): 109–113. PMID 16832088.
  6. ↑ Gelbe Liste Pharmindex: Sumatriptan – Dosierung, abgerufen am 20.09.2026
  7. ↑ Göbel H, Lindner V, Pfaffenrath V, Ribbat M, Heinze A, Stolze H.: Akuttherapie des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes mit Sumatriptan s.c. Ergebnisse einer einjahrigen Langzeitstudie. Nervenarzt. 1998; 69(4): 320-9. PMID 9606683. Zusammenfassung
  8. ↑ Goebel, H.: Die Kopfschmerzen., 2. bearb. Aufl. 2004, Springer Verlag, Berlin, Seite 536, ISBN 3-540-03080-8.



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