Eletriptan

Aus CK-Wissen
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eletriptan ist ein Triptan; zugelassen ist es nur zur Behandlung der Migräneattacke.[1] Beim Cluster-Kopfschmerz wurde es in einer kleinen offenen Studie zur Kurzzeitprophylaxe untersucht.[2] Die europäische Leitlinie von 2023 nennt Eletriptan nicht. Über Triptan-Tabletten zur Vorbeugung nächtlicher Attacken schreibt sie, dieser Weg sei nicht gut belegt („not supported by good evidence“).[3]

Handelname: Relpax®

Zulassungsinhaber in Deutschland: Viatris Pharma GmbH[1]

Fachinformation

Die folgenden Angaben stammen aus der Fachinformation. Ob und wie Eletriptan beim Cluster-Kopfschmerz eingesetzt wird, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

  • Zulassung: nur für die Akutbehandlung der Migräne bei Erwachsenen, nicht für den Cluster-Kopfschmerz.[1]
  • Gegenanzeigen (Auswahl): Herz- und Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt, Angina pectoris oder Durchblutungsstörungen in Armen oder Beinen (periphere Gefäßerkrankung), Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte, stärkerer oder nicht eingestellter Bluthochdruck, schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung, bedeutsame Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche; nicht zusammen mit Ergotamin oder einem anderen Triptan.[1]
  • Serotoninsyndrom: Nach der Einnahme von SSRI oder SNRI (bestimmten Mitteln gegen Depressionen) zusammen mit Triptanen wurde über ein Serotoninsyndrom berichtet (mit verändertem geistigem Zustand sowie Störungen des vegetativen Nervensystems und der Muskeln).[1]
  • Besondere Wechselwirkungen: Eletriptan darf nicht zusammen mit starken CYP3A4-Hemmern genommen werden, etwa Ketoconazol, Itraconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin oder den HIV-Mitteln Ritonavir, Indinavir und Nelfinavir. Mit Ketoconazol stieg die Gesamtmenge von Eletriptan im Blut auf das 5,9-Fache.[1]
  • Mit Verapamil: In einer Studie mit 480 mg Verapamil stieg die Gesamtmenge von Eletriptan im Blut auf das 2,7-Fache. Die Fachinformation hält das nicht für klinisch bedeutsam, weil dabei weder der Blutdruck stärker stieg noch mehr Nebenwirkungen auftraten.[1]
  • Abstand zu Ergotamin: 24 Stunden in beide Richtungen.[1]
  • Häufigste Nebenwirkungen in den Studien: Schwächegefühl, Müdigkeit, Übelkeit und Benommenheit.[1]
  • Alle Triptane im Vergleich: Übersicht der Wechselwirkungen.

Die Angaben zur Zulassung geben Rechtsgrundlagen wieder und sind keine Rechtsberatung. Was gilt, wenn die Krankenkasse ein Mittel außerhalb der Zulassung nicht bezahlen will, steht auf der Seite Off-Label-Use; für den Einzelfall helfen die Sozialverbände weiter — etwa der Sozialverband VdK Deutschland oder der Sozialverband Deutschland (SoVD).

Siehe auch

Literatur

  • Zebenholzer K, Wöber C, Vigl M, Wessely P.: Eletriptan for the short-term prophylaxis of cluster headache. Headache. 2004 Apr; 44(4): 361-4. PMID 15109360, DOI.
    • Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 03/2004, Seite 27. PDF-Datei.

Externe Links


Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Fachinformation RELPAX 20 mg/40 mg Filmtabletten (Eletriptan), Stand der Information November 2025, Abschnitte 4.1, 4.3, 4.5, 4.8 und 5.1, am 23.09.2026 gelesen. Anwendungsgebiet: „Akutbehandlung der Kopfschmerzphase bei Migräneanfällen mit oder ohne Aura“ (Erwachsene). 4.5 im Wortlaut: „In klinischen Studien mit Propranolol (160 mg), Verapamil (480 mg) und Fluconazol (100 mg) stieg die Maximalkonzentration Cmax von Eletriptan auf das 1,1-Fache, 2,2-Fache bzw. 1,4-Fache. Die AUC von Eletriptan stieg auf das 1,3-Fache, 2,7-Fache bzw. 2,0-Fache. Diese Effekte sind nicht als klinisch relevant anzusehen, da sie im Vergleich mit der alleinigen Anwendung von Eletriptan nicht mit Blutdruckanstiegen oder unerwünschten Wirkungen verbunden waren.“; „Relpax darf deshalb nicht zusammen mit ausgeprägten CYP3A4-Hemmern, wie z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin, und Proteaseinhibitoren (Ritonavir, Indinavir und Nelfinavir) angewendet werden.“; Ergotamin: 24 Stunden Abstand in beide Richtungen; „Eletriptan ist kein Substrat der Monoaminoxidase (MAO).“ 4.8: „Die häufigsten Nebenwirkungen waren Schwächegefühl, Müdigkeit, Übelkeit und Benommenheit.“
  2. ↑ Zebenholzer K, Wöber C, Vigl M, Wessely P.: Eletriptan for the short-term prophylaxis of cluster headache. Headache. 2004; 44(4): 361-4. PMID 15109360, DOI. Kurzfassung, am 23.09.2026 gelesen: „This small open-label study …“.
  3. ↑ May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30 (10): 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405.  S. 2969: „In clinical practice, oral triptans are used as short-term preventives for the nocturnal attacks [132], although this approach is not supported by good evidence.“

Diese Seiten sind von Nichtmedizinern geschrieben und ersetzen keinen Arztbesuch. Angaben können fehlerhaft oder veraltet sein – prüfen Sie Wichtiges in den genannten Quellen nach. Bitte beachten Sie die Hinweise zu Gesundheitsthemen und zum Datenschutz sowie unsere Arbeitsweise.