Warfarin: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Warfarin''' ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der [https://de.wikipedia.org/wiki/Cumarine_(Medizin) Cumarine,] die als [https://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_K Vitamin K-][https://de.wikipedia.org/wiki/Antagonist_(Pharmakologie) Antagonisten] zu den [https://de.wikipedia.org/wiki/Antikoagulation Antikoagulantien] gehören und eine blutgerinnungshemmende Wirkung haben. Warfarin hemmt also die Aktivität von Vitamin K und verhindert dadurch die Bildung von Blutgerinnseln [https://de.wikipedia.org/wiki/Thrombus (Thromben)] im Körper.
'''Warfarin''' ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der [https://de.wikipedia.org/wiki/Cumarine_(Medizin) Cumarine,] die als [https://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_K Vitamin K-][https://de.wikipedia.org/wiki/Antagonist_(Pharmakologie) Antagonisten] zu den [https://de.wikipedia.org/wiki/Antikoagulation Antikoagulantien] gehören und eine blutgerinnungshemmende Wirkung haben. Warfarin hemmt also die Aktivität von Vitamin K und verhindert dadurch die Bildung von Blutgerinnseln [https://de.wikipedia.org/wiki/Thrombus (Thromben)] im Körper.



Aktuelle Version vom 25. September 2026, 15:25 Uhr

Kugel-Stab-Modell des Warfarin-Moleküls: schwarze Kohlenstoff-, rote Sauerstoff- und weiße Wasserstoffatome.
Warfarin

Warfarin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cumarine, die als Vitamin K-Antagonisten zu den Antikoagulantien gehören und eine blutgerinnungshemmende Wirkung haben. Warfarin hemmt also die Aktivität von Vitamin K und verhindert dadurch die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) im Körper.

Warfarin wird in der Medizin angewendet:

  • zur Vorbeugung und Behandlung der Blutpfropfbildung (Thrombose),
  • zur Vorbeugung und Behandlung des Verschlusses von Blutgefäßen durch Blutpfropf (Embolie),
  • in der Langzeitbehandlung von Patienten, die kürzlich einen Herzinfarkt erlitten haben und die ein erhöhtes Risiko der Bildung von Blutgerinnseln haben.[1]

Als Blutgerinnungshemmer bekannter als Warfarin ist in Deutschland das ebenfalls zur Gruppe der Cumarine gehörende Phenprocoumon (Handelsname z.B. Marcumar®). Eine Behandlung mit Blutgerinnungshemmern muss unter genauer Überwachung und regelmäßiger Kontrolle eines Arztes durchgeführt werden. Aufgrund der starken Variabilität bezüglich der wirksamen Dosis bei unterschiedlichen Patienten sind regelmäßige Überprüfungen der Blutgerinnungswerte zur Abstimmung der Dosis notwendig. Informationen bezüglich der Kontraindikationen, der Wechselwirkungen mit Lebensmitteln und anderen Medikamenten und der möglichen Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung mit Warfarin enthalten z.B. die Gebrauchsinformationen Coumadin® 5 mg Tabletten (PDF-Datei) (Link am 23.09.2026 geprüft: Die Adresse meldet den Fehler 404, das Dokument ist dort nicht mehr abrufbar.)

Cumarine werden auch als Rodentizide verwendet, insbesondere zur Rattenbekämpfung.

Verwendung von Warfarin bei Cluster-Kopfschmerz

Jano Alves de Souza et al. berichteten 2004 über einen therapieresistenten 37jährigen Cluster-Kopfschmerzpatienten, der seit 1997 an der chronischen Verlaufsform litt:[2] Zur vorbeugenden Behandlung wurden als Monotherapie oder in Kombination von bis zu drei verschiedenen Medikamenten versucht: Verapamil bis zu 720 mg/Tag, Lithium bis zu 900 mg/Tag, Valproinsäure bis zu 1500 mg/Tag, Topiramat bis zu 200mg/Tag, Methysergid bis zu 4mg/Tag, Indometacin bis zu 150mg/Tag, Naratriptan bis zu 5,0 mg/Tag, Ergotamin bis zu 4 mg/Tag.

Ein ausreichender Behandlungserfolg wurde mit diesen Medikamenten nicht erzielt. 60 mg Prednison pro Tag führten zu einer signifikanten Reduzierung der Attacken, aber jeder Versuch der Reduzierung der Prednisondosis führte zu deren Wiederkehr.

Im März 2003 war der Patient in einem beklagenswerten psychologischen Status, mit häufigen Krisen von Kopfschmerzen und mit mehreren schweren Nebenwirkungen durch die Dauerbehandlung mit Prednison: Cushing Syndrom, Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Ab Juli 2003 erhielt der Patient Warfarin zur Behandlung von Thrombosen und die Attacken verschwanden bei einer Dosis von 10 mg Warfarin pro Tag völlig (International Normalized Ratio INR > 2,5). Das Prednison und die Valproinsäure wurden reduziert und schließlich abgesetzt, ohne eine Wiederkehr von Attacken.

Verapamil wurde mit 480 mg/Tag weiter verwendet. Im Oktober 2003 wurde das Warfarin ersetzt durch das ebenfalls die Blutgerinnung hemmende Medikament Heparin und die Attacken kehrten wieder. Nach einer erneuten Umstellung auf Warfarin verschwanden die Attacken. Zum Berichtszeitpunkt im März 2004 war der Patient mit 240 mg Verapamil pro Tag und Warfarin (INR Wert ~ 2,5) seit vier Monaten schmerzfrei.

Aufgrund eines früheren Berichtes von Jano Alves de Souza über den gleichen Patienten behandelten Pedro A. Kowaks und Kollegen drei ihrer an der chronischen Verlaufsform erkrankten und gegen die üblichen vorbeugenden Medikamente therapieresistenten Cluster-Kopfschmerzpatienten ebenfalls mit Warfarin:[3] Zwei der Patienten wurden unter der täglichen Einnahme von Warfarin schmerzfrei, zum Berichtszeitpunkt seit 20 Monaten bzw. seit sieben Monaten. Die vorher zur vorbeugenden Behandlung verwendeten Medikamente Prednison, Verapamil, Methysergid und Lithium konnten abgesetzt werden. Ein Warfarin Absetzversuch nach zwei Monaten erfolgreicher Behandlung führte bei dem ersteren der beiden Patienten zu einer Wiederkehr der Cluster-Kopfschmerzen mit sechs Attacken pro Tag. Nach der Wiederaufnahme der Behandlung mit 2,5mg Warfarin pro Tag wurde er wieder attackenfrei.

Bei dem dritten Patienten kam es während der ersten drei Wochen der Behandlung zunächst zu einer Verminderung der Schmerzstärke der Attacken, gefolgt von einer verstärkten Schmerzintensität bei einer höheren Dosis. Nach Reduzierung der Warfarindosis folgte eine anhaltende Remission. Das Warfarin wurde fünf Tage später abgesetzt, da keine Attacken mehr auftraten, Methysergid zwei Wochen später. Acht Monate nach der Behandlung mit Warfarin war der Patient ohne die Verwendung von Medikamenten weiterhin schmerzfrei.

In einem anderen Fallbericht wird vermutet, dass eine Behandlung mit Warfarin eine Episode von dem Cluster-Kopfschmerz ähnlichen Schmerzen ausgelöst haben könnte.[4]

Sameh M. Hakim führte im Zeitraum von November 2006 bis Oktober 2009 eine kontrollierte Pilotstudie mit therapieresistenten chronischen Cluster-Kopfschmerzpatienten an der Schmerzklinik der Ain Shams University in Kairo durch:[5]

An der Studie teilnehmen konnten an der chronischen Verlaufsform erkrankte Cluster-Kopfschmerz Patientinnen und Patienten, bei denen vier vorbeugende Medikationen, einschliesslich Verapamil, Lithium, Topiramat und Gabapentin als alleinige Medikation oder in Kombination in der maximal tolerierten Dosis über einen Zeitraum von 6 Monaten keine spürbare Verbesserung erbracht hatten. Ein Ausschlusskriterium war unter anderem ein erhöhtes Risiko für Blutungen, ermittelt nach dem Outpatient Bleeding Risk Index.[6]

Die teilnehmenden Patienten erhielten ein Kopfschmerztagebuch und wurden aufgefordert, täglich die Anzahl, die Dauer und die Stärke der Attacken zu notieren. Zur Bewertung der Auswirkungen der Kopfschmerzen auf das Leben der Patienten wurde zusätzlich der HIT-6™ Fragebogen verwendet.[7]

Über einen Zeitraum von zwei Wochen wurde die bisherige vorbeugende Medikation der Patienten abgesetzt. Danach folgte eine vierwöchige Beobachtungszeit, um den Baseline-Status der Patienten bzgl. Attackenfrequenz, Dauer und Stärke zu ermitteln. Nach dem Zufallsprinzip erhielten die 34 Patienten für zwölf Wochen entweder Warfarin oder Placebo. Danach folgte eine zweiwöchige Auswaschphase, ohne die Einnahme von Warfarin oder von Placebo. Nach diesen zwei Wochen erhielten diejenigen, die Warfarin bekommen hatten für zwölf Wochen Placebo und umgekehrt (Cross-Over-Studie). Zielwert für die Dosierung von Warfarin war eine International Normalized Ratio (INR) zwischen 1,5 und 1,9. Bei anderen Erkrankungen wird eine INR von 2,0 bis 3,5 angestrebt, je nach der Art der vorliegenden Erkrankung.[1]

Während der Studie wurde keine weitere vorbeugende Medikation verwendet. Die Akutbehandlung der Attacken z.B. mit Sauerstoff, Sumatriptan s.c., Lidocain oder Zolmitriptan oral war gestattet. Der primäre Endpunkt der Studie war das Auftreten von Remissionen über 4 Wochen oder länger.

27 der ursprünglich 34 teilnehmenden PatientInnen (8 Frauen und 26 Männer) beendeten die Studie wie geplant. Ein Patient brach die Studie ab, sechs weitere Patienten standen nicht zur Nachverfolgung zur Verfügung. Bei 17 (50 %) der Patienten trat während der Behandlung mit Warfarin eine Remission von mehr als 4 Wochen auf.

Unter Placebo hatten nur 4 Patienten (11,8 %) eine Remission von mehr als vier Wochen (p = 0,004). Die Häufigkeit, die Dauer und die Intensität der Cluster-Kopfschmerzattacken waren signifikant niedriger während der Behandlung mit Warfarin (p < 0,01). Die Remissionen traten nach ca. vier Wochen Behandlung ein und hatten eine Dauer von ca. 5 Wochen (Median). Die Lebensqualität der Patienten war während der Behandlung mit Warfarin nach den Ergebnissen der Auswertung der HIT-6™ Fragebögen signifikant besser, der HIT-6™ Score (Median) war vor der Behandlung 64 und in der zwölften Behandlungswoche = 38.

Keiner der 34 Patienten hatte während der Studie Komplikationen durch größere Blutungen. Allerdings entwickelten zwei (5,9 %) der Patienten milde Nasenbluten und zwei weitere hatten leichte Blutergüsse unter der Haut, nach Traumen während der Warfarin-Therapie.

Der Wirkmechanismus von Warfarin auf den Cluster-Kopfschmerz ist unbekannt. Sameh M. Hakim vermutet unter anderem einen indirekten Einfluss des Vitamin K Antagonisten auf den Hypothalamus oder eine Unterdrückung der Stickstoffmonoxid-vermittelten neurogenen Entzündung. Größere klinische Studien seien erforderlich, um die optimale Höhe und Dauer der Antikoagulation und die möglichen Risiken einer Behandlung von ansonsten therapieresistenten chronischen Cluster-Kopfschmerzen mit Warfarin zu identifizieren.

Für die vorbeugende Behandlung von Cluster-Kopfschmerz mit Warfarin gibt es keine Zulassung durch die Arzneimittelbehörden und keine Empfehlung in der europäischen Leitlinie von 2023, nach der sich die Behandlung heute richtet; sie erwähnt Warfarin nicht.[8] Die abgelaufene Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie von 2015 nannte eine positive Pilotstudie von Hakim zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz mit Warfarin; aus der Expertenrunde bestanden dazu aber keine klinischen Erfahrungen.[9]

Wechselwirkungen mit Cluster-Mitteln

Warfarin ist ein Blutverdünner vom Cumarin-Typ. Die folgenden Angaben stammen aus den Fachinformationen der Cluster-Mittel.

  • Kortison (Corticosteroide): Die Wirkung von Blutverdünnern vom Cumarin-Typ kann schwächer oder stärker werden.[10]
  • Topiramat: Der Gerinnungswert INR (er zeigt, wie langsam das Blut gerinnt) kann sinken, Warfarin also schwächer wirken; die INR soll sorgfältig überwacht werden.[11]
  • Indometacin und andere entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR): können die Wirkung von Blutverdünnern wie Warfarin verstärken; nur mit Vorsicht zusammen einnehmen.[12]
  • Valproinsäure: zusammen mit Blutverdünnern mehr Blutungsneigung; Gerinnungswerte regelmäßig kontrollieren.[13]
  • Memantin: einzelne Anstiege der INR wurden berichtet; engmaschige Überwachung ist ratsam.[14]
  • Methylphenidat: kann den Abbau von Blutverdünnern vom Cumarin-Typ bremsen.[15]
  • Alle Cluster-Mittel im Vergleich: Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Cluster-Mittel.

Literatur

  • Kowacs PA, Piovesan EJ, de Campos RW, Lange MC, Zetola VF, Werneck LC (October 2005). "Warfarin as a therapeutic option in the control of chronic cluster headache: a report of three cases". J Headache Pain 6 (5): 417–9. doi:10.1007/s10194-005-0234-6. PMID 16362716. 
  • Souza JA, Moreira Filho PF, Jevoux Cda C, Martins GF, Pitombo AB (December 2004). "Remission of refractory chronic cluster headache after warfarin administrations: case report". Arq Neuropsiquiatr 62 (4): 1090–1. doi:10.1590/S0004-282X2004000600029. PMID 15608975.  - Free full text

Externe Links

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Gebrauchsinformationen Coumadin® 5 mg Tabletten (PDF-Datei) (Link am 23.09.2026 geprüft: Die Adresse meldet den Fehler 404, das Dokument ist dort nicht mehr abrufbar.)
  2. ↑ Souza JA, Moreira Filho PF, Jevoux Cda C, Martins GF, Pitombo AB (December 2004). "Remission of refractory chronic cluster headache after warfarin administrations: case report". Arq Neuropsiquiatr 62 (4): 1090–1. doi:10.1590/S0004-282X2004000600029. PMID 15608975.  - Free full text
  3. ↑ Kowacs PA, Piovesan EJ, de Campos RW, Lange MC, Zetola VF, Werneck LC (October 2005). "Warfarin as a therapeutic option in the control of chronic cluster headache: a report of three cases". J Headache Pain 6 (5): 417–9. doi:10.1007/s10194-005-0234-6. PMID 16362716. 
  4. ↑ Mainardi F, Maggioni F, Dainese F, Palestini C, Zanchin G (July 2003). "Cluster-like headache due to warfarin therapy?". Cephalalgia 23 (6): 476–8. doi:10.1046/j.1468-2982.2003.00560.x. PMID 12807529. 
  5. ↑ Hakim SM (May 2011). "Warfarin for Refractory Chronic Cluster Headache: A Randomized Pilot Study". Headache 51 (5): 713–725. doi:10.1111/j.1526-4610.2011.01856.x. PMID 21395575.  https://www.medscape.com/viewarticle/741394 MedScape free full text - free registration required
  6. ↑ Beyth, RJ.; Quinn, LM.; Landefeld, CS. (Aug 1998). "Prospective evaluation of an index for predicting the risk of major bleeding in outpatients treated with warfarin". Am J Med 105 (2): 91-9. PMID 9727814. 
  7. ↑ Headache Impact Test™ (HIT-6™), deutschsprachiger Fragebogen zu den Auswirkungen von Kopfschmerzen (Link entfernt, Stand 23.09.2026: die frühere Adresse leitet heute auf eine Glücksspielseite weiter)
  8. ↑ May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30 (10): 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405.  Warfarin kommt im Volltext (S. 2955–2979) nicht vor.
  9. ↑ Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020; eine Neufassung ist angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026. - Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
  10. ↑ Fachinformation Prednisolon JENAPHARM Tabletten (Prednisolon), Stand der Information Oktober 2025, am 23.09.2026 gelesen. Abschnitt 4.1 (Anwendungsgebiete) nennt den Cluster-Kopfschmerz nicht. 4.5 im Wortlaut u. a.: „Antidiabetika: Die blutzuckersenkende Wirkung wird vermindert.“; „Cumarin-Derivate (orale Antikoagulanzien): Die Antikoagulanzienwirkung kann abgeschwächt oder verstärkt werden.“; „Nicht-steroidale Antiphlogistika/Antirheumatika (NSAR), Salicylate und Indometacin: Die Gefahr von Magen-Darm-Ulzeration und -Blutungen wird erhöht.“; „Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Nebenwirkungen der Corticosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische Corticosteroidnebenwirkungen überwacht werden.“; „CYP3A4 hemmende Substanzen (z. B. Ketoconazol, Itraconazol) können die Corticoidwirkung verstärken.“; „CYP3A4 aktivierende Substanzen wie Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate und Primidon können die Corticoidwirkung abschwächen.“; Antazida: „Bei gleichzeitiger Einnahme von Magnesium- oder Aluminiumhydroxid verminderte Resorption von Prednisolon möglich. Die Einnahme der beiden Arzneimittel sollte daher in einem zeitlichen Abstand erfolgen (2 Stunden).“; „Fluorchinolone können das Risiko für Sehnenbeschwerden erhöhen.“; Östrogene (z. B. Ovulationshemmer): „Die Halbwertszeit von Glucocorticoiden kann verlängert sein. Deshalb kann die Corticoidwirkung verstärkt werden.“; Herzglykoside: „Die Glykosidwirkung kann durch Kaliummangel verstärkt werden.“; Saluretika/Laxanzien: „Die Kaliumausscheidung wird verstärkt.“; Ciclosporin: „Die Blutspiegel von Ciclosporin werden erhöht. Es besteht eine erhöhte Gefahr zerebraler Krampfanfälle.“; ACE-Hemmstoffe: „Erhöhtes Risiko des Auftretens von Blutbildveränderungen.“; Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin: erhöhtes Risiko von Myopathien und Kardiomyopathien; „Hautreaktionen auf Allergietests können unterdrückt werden.“ 4.4: strenge Indikationsstellung u. a. „ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen“; „Während der Anwendung von Prednisolon JENAPHARM ist bei Diabetikern ein eventuell erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen.“; bei psychiatrischen Erkrankungen, auch früheren: „neurologische oder psychiatrische Überwachung wird empfohlen“; „Das Risiko von Sehnenbeschwerden, Tendinitis und von Sehnenrupturen ist erhöht, wenn Fluorchinolone und Glucocorticoide zusammen verabreicht werden.“; bei Sehstörungen Überweisung an einen Augenarzt erwägen. 4.8: Nebenwirkungen, „die sehr stark von Dosis und Therapiedauer abhängig sind und deren Häufigkeit daher hier nicht angegeben werden kann“, u. a. Maskierung und Begünstigung von Infektionen, Natriumretention mit Ödembildung, vermehrte Kaliumausscheidung, Gewichtszunahme, verminderte Glucosetoleranz, Diabetes mellitus, Appetitsteigerung, „Depressionen, Gereiztheit, Euphorie, Antriebssteigerung, Psychosen, Manie, Halluzinationen, Affektlabilität, Angstgefühle, Schlafstörungen, Suizidalität“, Katarakt, Glaukom, verschwommenes Sehen, Hypertonie, „Magen-Darm-Ulcera, gastrointestinale Blutungen, Pankreatitis“, Steroidakne, „Osteoporose (dosisabhängig, auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich), aseptische Knochennekrosen“, Sehnenbeschwerden bis zu Sehnenrupturen, verzögerte Wundheilung. 5.1: „In höheren als den zur Substitution erforderlichen Dosen wirkt Prednisolon rasch antiphlogistisch (antiexsudativ und antiproliferativ) und verzögert immunsuppressiv.“
  11. ↑ Fachinformation Topamax 25 mg/50 mg/100 mg/200 mg Filmtabletten (Topiramat), Stand der Information Dezember 2023, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: „Topiramat ist indiziert bei Erwachsenen zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen nach sorgfältiger Abwägung möglicher alternativer Behandlungsmethoden.“ (daneben Epilepsie; den Cluster-Kopfschmerz nennt 4.1 nicht). 4.2, Migräne: „Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen beträgt 100 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von 25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen, erhöht werden.“; bis 200 mg/Tag möglich, „dennoch wird wegen einer erhöhten Inzidenz an Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten“; Antiepileptika einschließlich Topiramat „sollten … schrittweise abgesetzt werden“. 4.3, Vorbeugung von Migräne: Gegenanzeige „während der Schwangerschaft“ und „bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden“. 4.4: „Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr wichtig. Die Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren“; Schwangerschaftsverhütungsprogramm mit Schwangerschaftstest vor Beginn; Oligohidrose (vermindertes Schwitzen); „Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde während der Topiramat-Behandlung beobachtet.“; suizidbezogene Ereignisse in doppelblinden Studien bei 0,5 % (46 von 8 652) unter Topiramat gegenüber 0,2 % (8 von 4 045) unter Placebo, Patienten sollten „medizinische Hilfe einholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten“; schwerwiegende Hautreaktionen (SJS, TEN); akute Myopie mit sekundärem Engwinkelglaukom, Symptome „das akute Auftreten einer verminderten Sehschärfe und/oder Augenschmerzen“, üblicherweise im ersten Monat; Gesichtsfeld-Ausfälle; metabolische Azidose, die „auf der inhibitorischen Wirkung von Topiramat auf die renale Carboanhydrase“ beruht; Beeinträchtigung der kognitiven Funktion, die „eine Reduktion der Dosierung oder eine Beendigung der Behandlung erforderte“; Hyperammonämie, häufiger zusammen mit Valproinsäure; Gewichtsverlust. 4.5: Lithium: bei Gesunden „eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition (18 % der AUC)“ unter 200 mg/Tag, bei bipolaren Störungen „ein Anstieg in der systemischen Exposition (26 % der AUC) nach Topiramat Dosen bis zu 600 mg/Tag“; „Die Lithiumspiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe mit Topiramat überwacht werden.“; „Es wird empfohlen, dass Topamax nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.“; Johanniskraut: „Gefahr von reduzierten Plasmaspiegeln und folglich einer verringerten Wirksamkeit“; hormonelle Kontrazeptiva: „Möglichkeit einer verminderten kontrazeptiven Wirksamkeit und verstärkter Durchbruchblutungen“, Frauen „sollten darauf hingewiesen werden, zusätzlich auch eine Barrieremethode anzuwenden“; „Phenytoin und Carbamazepin reduzieren die Plasmakonzentration von Topiramat.“; Hydrochlorothiazid: Topiramat Cmax +27 %, AUC +29 %, „kann eine Anpassung der Topiramat-Dosis erfordern“, stärkerer Abfall des Serumkaliums in Kombination; Metformin und Glibenclamid: „besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung“ der Diabeteseinstellung; Warfarin: verkürzte PT/INR, „die INR sorgfältig überwacht werden“; Valproinsäure: Hyperammonämie mit oder ohne Enzephalopathie sowie Hypothermie; Arzneimittel, die Nierensteine begünstigen, „sollten … vermieden werden“; „Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19“ (z. B. Diazepam, Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol); Tabelle 2: Sumatriptan (oral und subkutan) Konzentration unverändert, Topiramat-Konzentration nicht untersucht; ebenso keine Änderung bei Dihydroergotamin, Pizotifen und Venlafaxin. 4.8, häufigste Nebenwirkungen (Inzidenz über 5 % und höher als unter Placebo in mindestens einer Indikation): „Anorexie, verminderter Appetit, Bradyphrenie, Depression, Beeinträchtigung des sprachlichen Ausdrucksvermögens, Insomnie, anomale Koordination, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie, Hypästhesie, Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus, Parästhesie, Somnolenz, Tremor, Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhö, Übelkeit, Fatigue, Reizbarkeit und Gewichtsabnahme“. 5.1: „Der genaue Mechanismus, durch den Topiramat seine antiepileptischen und Migräne prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist unbekannt.“; an kultivierten Nervenzellen Blockade des Natriumkanals, Verstärkung der GABA-Wirkung an GABA-A-Rezeptoren, Hemmung des Kainat/AMPA-Subtyps des Glutamatrezeptors, schwache Hemmung einiger Isoenzyme der Carboanhydrase.
  12. ↑ Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Mustertext Fachinformation Indometacin (Muster-Nr. 8000202), Stand 14.09.2021, Abschnitt 4.5, am 23.09.2026 erneut gelesen. Im Wortlaut u. a.: „Indometacin sollte nur mit Vorsicht zusammen mit den folgenden Arzneistoffen eingenommen werden“; andere NSAR einschließlich Salicylate: „Daher sollte die gleichzeitige Anwendung von Indometacin mit anderen NSAR vermieden werden“; Digoxin, Phenytoin, Lithium: kann „den Digoxin- bzw. Lithiumspiegel im Serum erhöhen. Eine Kontrolle der Lithium-Serumspiegel ist notwendig.“; „NSAR können die Wirkung von Diuretika und Antihypertensiva abschwächen“; bei eingeschränkter Nierenfunktion kann zusammen mit einem ACE-Hemmer, Betarezeptorenblocker oder Angiotensin-II-Antagonisten die Nierenfunktion bis zum akuten Nierenversagen schlechter werden, „was gewöhnlich reversibel ist“, Kombination „nur mit Vorsicht“, vor allem bei älteren Patienten, adäquate Flüssigkeitseinnahme, Kontrolle der Nierenwerte „sollte nach Beginn einer Kombinationstherapie in Erwägung gezogen werden“; kaliumsparende Diuretika: Hyperkaliämie; Glucocorticoide: „erhöhtes Risiko gastrointestinaler Ulzera oder Blutungen“; Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure und SSRI: „erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen“; Methotrexat innerhalb von 24 Stunden davor oder danach: höhere Konzentration im Blut und „Zunahme seiner toxischen Wirkung“; „NSAR können die Nierentoxizität von Ciclosporin erhöhen“; „NSAR können die Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin verstärken“; Sulfonylharnstoffe: vereinzelt Beeinflussung des Blutzuckerspiegels, Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen; Penicilline: Ausscheidung verzögert; Probenecid: Indometacin-Elimination verlangsamt; Furosemid: Indometacin-Ausscheidung beschleunigt; Triamteren: nicht gleichzeitig, sonst „Gefahr des akuten Nierenversagens“; Diflunisal: nicht gleichzeitig, sonst ist „mit einem deutlichen Anstieg der Indometacin-Plasmaspiegel zu rechnen (letale gastrointestinale Hämorrhagien wurden beschrieben)“.
  13. ↑ Fachinformation Ergenyl chrono 300 mg/500 mg (Valproinsäure/Natriumvalproat), Stand der Information Oktober 2025, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: Epilepsie; „Behandlung von manischen Episoden bei einer bipolaren Störung, wenn Lithium kontraindiziert ist oder nicht vertragen wird.“ 4.3: u. a. Leber- und schwere Pankreasfunktionsstörungen, Blutgerinnungsstörungen; bei Epilepsie in der Schwangerschaft nur, wenn es keine geeignete Alternative gibt, bei bipolarer Störung in der Schwangerschaft gar nicht; bei Frauen im gebärfähigen Alter nur, wenn „die Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms“ eingehalten werden. 4.4, männliche Patienten: „Eine retrospektive Beobachtungsstudie weist auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern hin, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung mit Valproat behandelt wurden“; zuverlässige Verhütung während der Anwendung und drei Monate danach in Betracht ziehen; keine Samenspende. 4.5: Carbapeneme: „60- bis 100%igen Senkung der Valproinsäurespiegel in etwa 2 Tagen“, „eine gleichzeitige Anwendung sollte daher vermieden werden“; Topiramat: Enzephalopathie und/oder Hyperammonämie; Lamotrigin: Halbwertszeit „auf fast das Doppelte“, Risiko von Hautreaktionen; Acetylsalicylsäure verdrängt Valproinsäure aus der Eiweißbindung; Antikoagulanzien oder Antiaggreganzien: „erhöhter Blutungsneigung“; Rifampicin und östrogenhaltige Mittel einschließlich hormoneller Kontrazeptiva können den Valproatspiegel senken; Alkohol kann die Lebertoxizität verstärken; „Ergenyl chrono hat keinen Effekt auf den Lithiumserumspiegel.“ 4.8: sehr häufig Tremor, Übelkeit, Hyperammonämie; häufig u. a. Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Erbrechen, Diarrhö, Haarausfall, Anämie, Thrombozytopenie. 5.1: angenommen wird „eine Erhöhung der GABA-mediierten Inhibition“.
  14. ↑ Fachinformation Axura Filmtabletten (Memantin), Stand der Information 06/2025, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: „Zur Behandlung von Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz.“ 4.5: Wirkungen von L-Dopa, dopaminergen Agonisten und Anticholinergika „möglicherweise verstärkt“, von Barbituraten und Neuroleptika abgeschwächt; Dantrolen oder Baclofen: Dosisanpassung ggf. erforderlich; „Die gleichzeitige Anwendung von Memantin und Amantadin sollte vermieden werden, da diese das Risiko einer pharmakotoxischen Psychose birgt. … Dasselbe kann auch auf Ketamin und Dextromethorphan zutreffen“; Fallbericht zu Phenytoin; Cimetidin, Ranitidin, Procainamid, Chinidin, Chinin und Nicotin: mögliche Wechselwirkung über dasselbe Transportsystem der Niere, „potenzielle Gefahr eines erhöhten Plasmaspiegels“; Hydrochlorothiazid-Spiegel möglicherweise erniedrigt; Warfarin: einzelne INR-Erhöhungen, engmaschige Überwachung ratsam. 4.8: häufigste mit höherer Inzidenz als unter Placebo „Schwindel (6,3% vgl. mit 5,6%), Kopfschmerzen (5,2% vgl. mit 3,9%), Verstopfung (4,6% vgl. mit 2,6%), Schläfrigkeit (3,4% vgl. mit 2,2%) und erhöhter Blutdruck (4,1% vgl. mit 2,8%)“. 5.1: „Memantin ist ein spannungsabhängiger, nichtkompetitiver NMDA-Rezeptorantagonist mittlerer Affinität.“
  15. ↑ Fachinformation Ritalin 10 mg Tabletten (Methylphenidat), Stand der Information September 2025, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: ADHS. 4.3 Gegenanzeigen u. a.: Glaukom; „Während der Behandlung mit Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmern) oder innerhalb von mindestens 14 Tagen nach Absetzen solcher Substanzen, da dann das Risiko einer hypertensiven Krise besteht“; schwere Depression, Suizidneigung, psychotische Symptome; vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich schwerer Hypertonie, Angina pectoris und Herzinfarkt; zerebrovaskuläre Erkrankungen. 4.5: Methylphenidat kann den Abbau von Cumarin-Antikoagulanzien, Antikonvulsiva (z. B. Phenobarbital, Phenytoin, Primidon) und einigen Antidepressiva (trizyklische und SSRI) hemmen; „Ritalin kann die antihypertensive Wirkung von Arzneimitteln zur Behandlung von Bluthochdruck abschwächen.“; Vorsicht mit anderen blutdruckerhöhenden Mitteln; „Alkohol kann die ZNS-Nebenwirkungen … verstärken“; bei geplanter Operation nicht am Tag der Operation; Vorsicht mit dopaminergen Wirkstoffen und Antipsychotika. 5.1: „ein Psychostimulans“ mit Phenylethylamin-Skelett, „das für die amphetaminähnlichen Wirkungen verantwortlich gemacht wird“.

Die Einleitung dieses Artikels basiert zum Teil auf einem Text, der aus der freien Enzyklopädie Wikipedia übernommen wurde. Eine Liste der ursprünglichen Autoren befindet sich auf der Versionsseite des Wikipedia Artikels Warfarin.


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