Sauerstoff
Die Inhalation von reinem Sauerstoff beendet (kupiert) in 78 % der Fälle eine Cluster-Kopfschmerzattacke innerhalb von 15 Minuten[1] und ist nebenwirkungsfrei.[2][3] Die Kosten für die Behandlung von Cluster-Kopfschmerz-Attacken mit Sauerstoff in Druckgasflaschen mittels einer Hochkonzentrationsmaske werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, dazu ist eine ärztliche Verordnung erforderlich.[4]
Anwendung
Die Wirksamkeit hängt von der richtigen Anwendung ab:
- Sauerstoffflasche, kein Sauerstoffkonzentrator.[5]
- Volumenstrom 12-15 l/min.[6][3][7] Die Leitlinie der European Academy of Neurology (2023) nennt mindestens 12 l/min, in manchen Fällen bis 15 l/min.[6] Die ältere Angabe von 7 l/min geht auf eine Arbeit von 1981 zurück[8] und reicht bei einem Teil der Attacken nicht aus.[7]
- Es sollte nur reiner Sauerstoff mit einer geeigneten Hochkonzentrationsmaske (Non-Rebreather Maske)[1][5][9][10][11][12] eingeatmet werden, eine sogenannte Nasensonde ist meist nicht ausreichend.[2][8][13]
- Sofort bei Beginn der Attacke mit der Sauerstofftherapie beginnen.[9]
- Inhalation in sitzender, vornüber gebeugter Position.[2]
- Nicht hyperventilieren (übermäßiges Atmen).[14]
- Inhalationsdauer 15 - 20 Minuten.[3] Nach den Erfahrungen vieler Patientinnen und Patienten empfiehlt es sich, nach dem Ende der Schmerzen noch mindestens fünf Minuten weiter zu inhalieren, um eine Wiederkehr der Attacke zu vermeiden.
- Zum Beginn der Inhalation zuerst langsam das Ventil an der Sauerstoffflasche öffnen. Drehen Sie dazu das Ventil nicht weiter als eine Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn. Der Durchflussregler sollte dabei auf "0" stehen. Erst danach am Durchflussregler die gewünschte Durchflussrate einstellen.
- Zum Ende der Inhalation zuerst das Ventil an der Sauerstoffflasche schließen und nachdem sich der Druck abgebaut hat, das Ventil am Durchflussregler auf "0" stellen. Damit sollen Druckschläge auf die Armaturen verhindert werden, wenn die Sauerstoff-Flasche später wieder geöffnet wird.[15]
Sauerstoff hilft nicht bei jedem und nicht bei jeder Attacke. Die oft genannten 78 Prozent aus der Studie von Cohen beziehen sich auf einzelne Attacken – 150 mit Sauerstoff behandelte Attacken von 76 Teilnehmenden –, nicht auf den Anteil der Betroffenen, denen Sauerstoff hilft. Gemessen wurde außerdem nicht allein Schmerzfreiheit: Der Endpunkt war, nach 15 Minuten schmerzfrei zu sein oder, wo im Tagebuch kein Schmerz vermerkt war, ausreichend gebessert. Einen Anteil der Betroffenen, bei denen Sauerstoff wirkt, nennt die Studie nicht.[1] Wer beides verwechselt, hält sich nach einem Fehlversuch leicht für einen Ausnahmefall.
Bevor man die Sauerstoffbehandlung aufgibt, lohnen sich drei Fragen. Wird früh genug begonnen? Rund 83 Prozent der Betroffenen berichten Vorboten vor der Attacke; je nach Art setzen diese im Median zehn Minuten (örtliche Beschwerden) bis zwanzig Minuten (Allgemeinsymptome) vor dem Schmerz ein.[16] Ist der Volumenstrom hoch genug? In einer unkontrollierten Fallserie mit drei Betroffenen, bei denen 7 bis 10 l/min nicht gewirkt hatten, halfen 14 bis 15 l/min: Zwei wurden schmerzfrei, eine Person berichtete 70 bis 100 Prozent Besserung.[7] Und wird die Maske richtig angewendet? Die Handhabung, vor allem die Füllung des Reservoirbeutels, steht auf der Seite zur Hochkonzentrationsmaske.
Der Sauerstoff aus der Flasche ist praktisch trocken. Längere Inhalationen trocknen die Schleimhäute aus und reizen die Bronchien. Dies kann durch einen zwischengeschalteten Luftbefeuchter vermieden werden.[14] Bei einer Inhalationsdauer von 20 Minuten kann jedoch auf einen Luftbefeuchter verzichtet werden. Beim Einsatz wiederverwendbarer Masken, die zur Sauerstoffanreicherung mit einem Reservoirbeutel ausgerüstet sind, darf eine Befeuchtung auf keinen Fall erfolgen.[5] Zur Befeuchtung der Atemwege empfiehlt es sich bei Bedarf, die Sauerstoffinhalation kurzzeitig zu unterbrechen und etwas Wasser zu trinken.
Medizinischer Sauerstoff ist identisch mit technischem Sauerstoff. Die Reinheit beträgt jeweils 99,95%. Einziger Unterschied ist, dass bei medizinischem Sauerstoff die Chargennummer der Sauerstoffflasche dokumentiert wird. Die Wirksamkeit ist bei beiden gegeben.
Sauerstoffkonzentratoren
Sauerstoffkonzentratoren sind zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz wirkungslos und abzulehnen. Die erreichbare Durchflussmenge und der Sauerstoffgehalt sind für die Kupierung einer Attacke nicht ausreichend.
Diese Illustrationen mit freundlicher Genehmigung der Firma Weinmann
Sicherheit und Vorerkrankungen
Sauerstofftoxizität
Oft wird gefragt, ob hochdosierter Sauerstoff toxisch (giftig) wirkt. Eine Sauerstoffvergiftung des Nervensystems droht vor allem dann, wenn Sauerstoff unter einem höheren Druck (Partialdruck) als dem Umgebungsdruck eingeatmet wird – also in der Überdruckkammer, nicht bei der Inhalation aus der Flasche.[17]
Unter Umgebungsdruck betrifft die Sauerstofftoxizität die Lunge, und sie ist eine Frage der Anwendungsdauer. Die Fachinformation für medizinischen Sauerstoff nennt für reinen Sauerstoff einen Anwendungszeitraum von weniger als sechs Stunden und hält fest: „In Konzentrationen von mehr als 40 % ist Sauerstoff nach zwei Tagen potenziell toxisch.“ Unter durchgehender Beatmung mit 100 % Sauerstoff nimmt die Schleimbewegung in der Luftröhre nach sechs bis acht Stunden ab, nach zwölf Stunden kommen Reizerscheinungen der Atemwege und ein Engegefühl im Brustkorb hinzu.[17][18] Eine Übersichtsarbeit speziell zum Sauerstoff beim Cluster-Kopfschmerz setzt die Schwellen höher an: manifeste Toxizität erst bei mehr als 50 % Sauerstoff über mindestens 48 Stunden, erste Reizerscheinungen unter 100 % Sauerstoff nach 24 Stunden.[19] Die Angaben gehen also auseinander, liegen aber sämtlich im Bereich von Stunden bis Tagen durchgehender Anwendung. Die Behandlung einer einzelnen Attacke dauert 15 bis 20 Minuten.
Unklar ist, ob eine Therapie mit Sauerstoff unter Überdruck einen vorbeugenden Effekt auf Cluster-Kopfschmerz hat.[20]
Chronische Lungenerkrankung (COPD)
Besondere Vorsicht und Rücksprache mit dem Lungenfacharzt sind bei einer chronischen Erkrankung der Atemwege oder der Lungen mit Störungen der Lungenbelüftung erforderlich (chronisch obstruktive Lungenerkrankung, COPD). Die Fachinformation bindet ihren Warnhinweis dabei an einen bestimmten Befund: Sie gilt für Patienten, „bei denen über längere Zeiträume eine Erhöhung der arteriellen CO2-Konzentration auftritt“. Liegt eine respiratorische Globalinsuffizienz vor, darf Sauerstoff „nicht ohne eine geeignete Überwachung (Pulsoximetrie und/oder Blutgasanalyse) verabreicht werden, da es andernfalls zu lebensbedrohlichen Situationen kommen kann“. Ein grundsätzliches Verbot ist damit nicht gemeint: Der Abschnitt „Gegenanzeigen“ derselben Fachinformation besteht aus einem einzigen Satz – „Es bestehen keine absoluten Kontraindikationen für eine normobare Sauerstofftherapie.“[17]
Betroffen ist damit nicht jeder mit COPD. In einem Register mit 231 ambulant behandelten Patienten mit schwerer COPD (GOLD 3 und 4) hatten 58 von ihnen (25 %) einen Kohlendioxid-Partialdruck von 45 mm Hg oder mehr und 20 (9 %) von 50 mm Hg oder mehr.[21] Wer wegen der COPD in pneumologischer Behandlung ist, kennt diesen Wert in der Regel schon – er steht in jeder Blutgasanalyse.
Wie sich die kurze Inhalation mit hohem Volumenstrom bei erhöhtem Kohlendioxid auswirkt, ist nicht untersucht. In den beiden neueren randomisierten Studien zur Attackenbehandlung war eine COPD ausdrückliches Ausschlusskriterium,[22][23] für die beiden älteren ist ein Ausschluss von Lungenerkrankungen nicht dokumentiert.[9][1][24] Direkte Daten zu dieser Gruppe liefert damit keine der Studien.
Übertragbar sind zwei Beobachtungen, und sie weisen in verschiedene Richtungen. Bei stabiler COPD stieg der transkutan gemessene Kohlendioxidwert unter 50 % Sauerstoff über 30 Minuten nur um 1,3 mm Hg (95-%-Konfidenzintervall 0,7 bis 1,8).[25] Bei akutem Atemversagen dagegen stieg der arterielle Kohlendioxidwert unter 100 % Sauerstoff schon innerhalb von 15 Minuten um 23 ± 5 mm Hg.[26] Das Argument, fünfzehn Minuten seien ohnehin zu kurz, um etwas zu bewirken, trägt also nicht. Bei einer akuten Verschlechterung der COPD ist unkontrolliert hoch dosierter Sauerstoff nachweislich gefährlich: In einer randomisierten Studie im Rettungsdienst starben unter hohem Volumenstrom mehr Patienten als unter angepasster Dosierung.[27]
Entsprechend zurückhaltend sind die Einschätzungen in der Fachliteratur. Die neueste Übersichtsarbeit zum Sauerstoff beim Cluster-Kopfschmerz rät, bei COPD, zystischer Fibrose und schweren restriktiven Lungenerkrankungen „with caution due to the risk of oxygen-induced hypercapnia when using high flow rates“ vorzugehen, nennt aber keinen abweichenden Volumenstrom.[19] Eine weitere Übersichtsarbeit warnt bei schwerer COPD vor Hyperkapnie und Kohlendioxid-Narkose, gibt für diese Aussage jedoch keine Quelle an.[28] Die europäische Leitlinie von 2023 nennt für die Attackenbehandlung keine Gegenanzeigen und erwähnt die COPD nicht.[6]
Der Volumenstrom sollte dabei nicht aus Sorge vor dem Sauerstoff verringert werden. Die Maske mit Reservoirbeutel wäscht die ausgeatmete Luft nur bei ausreichend hohem Volumenstrom aus; ist er zu niedrig, atmet der Anwender sein eigenes Kohlendioxid zurück. Ein Fallbericht beschreibt genau das: Bei einem Patienten mit schwerer COPD wurde der Volumenstrom an einer Nicht-Rückatmungsmaske aus Furcht vor dem Wegfall des Atemantriebs auf 4 l/min begrenzt; es kam zur Kohlendioxid-Narkose – nicht durch zu viel Sauerstoff, sondern durch Rückatmung bei ungenügendem Auswaschen der Maske. Die Autoren fordern für diesen Maskentyp 10 bis 15 l/min und nennen als praktisches Kriterium, dass sich der Reservoirbeutel beim Einatmen nicht um mehr als ein Drittel entleeren darf.[29] Auch die britische Leitlinie, die für die COPD das Sättigungsziel von 88 bis 92 % eingeführt hat, empfiehlt für den Cluster-Kopfschmerz „a flow of at least 12 L/min from a reservoir mask“.[30]
Praktisch heißt das: nicht auf die Behandlung verzichten, sondern sie vorher mit der Lungenärztin oder dem Lungenarzt abstimmen und den eigenen Kohlendioxidwert kennen. Ein Pulsoximeter ersetzt das nicht – es misst die Sauerstoffsättigung, die unter Sauerstoff ohnehin hoch ist, und würde eine Anreicherung von Kohlendioxid gerade verdecken.
Früh- und Neugeborene, Schwangerschaft und Stillzeit
Bei Früh- und Neugeborenen kann eine Sauerstoffbehandlung eine spezielle Augenveränderung (retrolentale Fibroplasie) verursachen.[14] Die aktuelle Fachinformation beziffert das Risiko: Es ist „bei Frühgeborenen im Alter (Gestationsalter + Lebensalter) von unter 44 Wochen besonders hoch, wenn durch die Sauerstoffverabreichung ein paO2 von über 80 mmHg über mehr als 3 Stunden entsteht“.[17]
Sauerstoff kann bei bestimmungsgemäßem Gebrauch unter Kontrolle des Arztes während der Schwangerschaft und während der Stillzeit angewendet werden.[14]
Kostenträger
Hilfreich für eine schnelle Sauerstoffversorgung von neu diagnostizierten Cluster-Kopfschmerz Patientinnen und Patienten ist es, möglichst sofort mit der Abteilung für Heil- und Hilfsmittel der jeweiligen Krankenkasse bzw. Krankenversicherung Kontakt aufzunehmen und dieser ggf. per Fax die erforderliche ärztliche Verordnung zukommen zu lassen. Krankenkassen und Krankenversicherungen haben in der Regel Rahmenverträge zur Versorgung ihrer Mitglieder bzw. Versicherten mit den Sauerstofflieferanten abgeschlossen.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat am 14.12.2007 Sauerstoff, 100% Gas zur medizinischen Anwendung, druckverdichtet (Druckgasflaschen) zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz in Deutschland zugelassen, Zulassungsnummer: 69557.00.00. Damit sollten die bisherigen Schwierigkeiten bezüglich der Verordnung und der Kostenerstattung der Sauerstoffbehandlung bei Cluster-Kopfschmerz nun hoffentlich endgültig beendet sein.
Hilfsmittelverzeichnis
Sauerstoff zur Akutbehandlung/Attackenkupierung bei Cluster-Kopfschmerz ist seit 1999 als Indikation im Hilfsmittelkatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) aufgeführt:
- Positionsnummer 14 . 24 . 05 . 0
Der Schlüssel der obigen Positionsnummer erklärt sich wie folgt:
- Produktgruppe: Inhalations- und Atemtherapiegeräte (14)
- Anwendungsort: Atmungsorgane (24)
- Untergruppe: Sauerstofftherapiegeräte, Druck- und Flüssiggas (05)
- Produktart: Druckminderer für Druckgasflaschen (0001-0999).
Die Kostenübernahme durch die GKV ist damit gesichert, erforderlich ist eine ärztliche Verordnung. Die Sauerstoffempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) enthält einen Vorschlag für ein mögliches ärztliches Attest (Link siehe unten), meist reicht aber auch ein einfaches ärztliches Rezept.
Vorschlag für eine ärztliche Verordnung
Sauerstoffversorgung bei Cluster-Kopfschmerz Diagnose: Cluster-Kopfschmerz 1 Stk. Druckminderer für Druckgasflaschen Regelbereich 0 - 15 Liter/Minute Positionsnummer 14 . 24 . 05 . 0 2 Stk. 10 Liter Druckgasflasche medizinischer Sauerstoff, 200 bar Produktart 14.99.99.1 Wiederbefüllung der Flaschen nach Bedarf 2 Stk. Non-Rebreather Inhalationsmaske PZN 5483776
und bei Bedarf für unterwegs
Diagnose: Cluster-Kopfschmerz 1 Stk. Druckminderer für Druckgasflaschen Regelbereich 0 - 15 Liter/Minute Positionsnummer 14 . 24 . 05 . 0 2 Stk. 2 Liter Druckgasflasche medizinischer Sauerstoff, 200 bar Produktart 14.99.99.1 Wiederbefüllung der Flaschen nach Bedarf 1 Stk. Non-Rebreather Inhalationsmaske PZN 5483776 1 Stk. Transporttasche (oder Rucksack) für 2 Liter Druckgasflasche med. Sauerstoff
Argumentationshilfen
- Zulassung von Sauerstoff zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz (PDF Datei)
- Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen
- Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft: Die ambulante Versorgung von Clusterkopfschmerzpatienten mit Sauerstoff - Oktober 2009
- DMKG: Sauerstoffbehandlung bei Cluster-Kopfschmerz (PDF-Datei)
- Vorschlag eines Anbieters für eine Dauerverordnung von Sauerstoff bei Cluster-Kopfschmerz (PDF-Datei)
Zuzahlung
- Die Zuzahlung zu Hilfsmitteln wie Hörgeräten, Krankenfahrstühlen oder Sauerstoffdruckminderer beträgt 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro.
- "Sauerstoffflaschen sind als Verbrauchsmaterial nicht Bestandteil eines Druckminderers und werden gesondert abgerechnet." (Quelle: Hilfsmittelverzeichnis der GKV)
- Die Zuzahlung zu Hilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind, wie z.B. Sauerstoff, beträgt ebenfalls 10 Prozent der Kosten, aber höchstens 10 Euro für den gesamten Monatsbedarf.[31]
- Belastungsgrenzen: Zuzahlungen, die ein Versicherter leisten muss, dürfen zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen nicht übersteigen. Wer also 20 000 Euro verdient, muss maximal 400 Euro selbst aufbringen. Für Angehörige, die im gemeinsamen Haushalt leben, werden bei der Einkommenshöhe des Familienhaushaltes Freibeträge berücksichtigt. Darüber hinaus bleiben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von allen Zuzahlungen befreit (Ausnahme: Fahrkosten). Für chronisch Kranke, die wegen derselben schwerwiegenden Krankheit in Dauerbehandlung sind, liegt die Belastungsgrenze nach der Chronikerregelung bei einem Prozent der Bruttoeinnahmen.[32]
Quelle: http://www.aok.de/bundesweit/86138.php
Österreich
Schweiz
- https://www.lungenliga.ch/fuer-fachpersonen/verordnungen#kurzfristige-o2-therapiepflege - Darin "Druckgas-System" zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz eintragen.
Siehe auch
Literatur
Externe Links
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Cohen AS, Burns B, Goadsby PJ (December 2009). "High-flow oxygen for treatment of cluster headache: a randomized trial". JAMA 302 (22): 2451–7. doi:. PMID 19996400.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC (June 2005). "Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft". Schmerz 19 (3): 225–41. doi:. PMID 15887001. DMKG: PDF-Datei
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020. - Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
- ↑ Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft: Die ambulante Versorgung von Clusterkopfschmerzpatienten mit Sauerstoff - Oktober 2009
- ↑ 5,0 5,1 5,2 Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen, Projektgruppe Langzeitbeatmung: Arbeitshilfe Langzeitbeatmung und Langzeit-Sauerstofftherapie. Mai 2004; Kapitel 3.3.3.4 Sauerstoffinhalation mit Druckgasflaschen, Seite 99 & Seite 129 (PDF-Datei)
- ↑ 6,0 6,1 6,2 May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30: 2955-2979. doi:.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Rozen, TD: High oxygen flow rates for cluster headache. Neurology. (2004); 63: 593, PMID 15304611
- ↑ 8,0 8,1 Kudrow L.: Response of cluster headache attacks to oxygen inhalation. Headache. (1981); 21(1):1-4. PMID 7007285
- ↑ 9,0 9,1 9,2 Fogan L.: Treatment of cluster headache. A double-blind comparison of oxygen v air inhalation. Arch Neurol. (1985); 42(4):362-3, PMID 3885921
- ↑ T.J. Steiner, K. Paemeleire, R. Jensen, D. Valade, L. Savi, M.J.A. Lainez, H.-C. Diener, P. Martelletti, E.G.M. Couturier on behalf of the European Headache Federation and Lifting The Burden: The Global Campaign to Reduce the Burden of Headache Worldwide: European principles of management of common headache disorders in primary care. J Headache Pain. (2007) 8: S1; PDF-Datei
- ↑ May A, Leone M, Áfra J, Linde M, Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. European Journal of Neurology. 2006; 13: 1066–1077. PMID 16987158, PDF-Datei. DOI
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- ↑ Oude Nijhuis JC, Haane DY, Koehler PJ (2015). "A review of the current and potential oxygen delivery systems and techniques utilized in cluster headache attacks". Cephalalgia. doi:. PMID 26566938.
- ↑ 14,0 14,1 14,2 14,3 Linde Gas Therapeutics: Gebrauchsinformationen med. Sauerstoff Stand 10/2006.
- ↑ Gebrauchsanweisung Weinmann OXYWAY. PDF-Datei Seite 17, abgerufen am 06.12.2017
- ↑ Snoer A, Lund N, Beske R, Jensen R, Barloese M (2018). "Pre-attack signs and symptoms in cluster headache: Characteristics and time profile". Cephalalgia 38 (6): 1128-1137. doi:. PMID 28816505. Halbstrukturierte Befragung von 80 eingeladenen Betroffenen zu einer typischen Attacke.
- ↑ 17,0 17,1 17,2 17,3 Fachinformation CONOXIA GO2X, Sauerstoff 100 % (V/V), Gas zur medizinischen Anwendung. Linde GmbH, Pullach, Stand Juli 2024, Abschnitte 4.2, 4.3, 4.4, 4.8 und 4.9. Cluster-Kopfschmerz ist dort in Abschnitt 4.1 ausdrücklich als Anwendungsgebiet genannt; der in Abschnitt 4.2 angegebene Volumenstrom von 7 l/min liegt allerdings unter der Empfehlung der europäischen Leitlinie von 2023 (siehe oben, Abschnitt „Anwendung“).
- ↑ Baum J, von Bormann B, Meyer J, van Aken H.: Sauerstoff als Trägergas in der klinischen Anästhesie. Anästhesiologie und Intensivmedizin. 2004; 45: 124-135
- ↑ 19,0 19,1 Van Houtte J, Vandenbussche N, Derom E, Schoenen J, Versijpt J, Paemeleire K (2024). "Oxygen as an abortive therapy in cluster headache: a narrative review and clinical practice aspects". Acta Neurol Belg 124 (4): 1225-1231. doi:. PMID 38498266.
- ↑ Nilsson Remahl AI, Ansjon R, Lind F, Waldenlind E.: Hyperbaric oxygen treatment of active cluster headache: a double-blind placebo-controlled cross-over study. Cephalalgia. 2002; 22(9): 730-9. PMID 12421159.
- ↑ Dreher M, Neuzeret PC, Windisch W, Martens D, Hoheisel G, Gröschel A, Woehrle H, Fetsch T, Graml A, Köhnlein T (2019). "Prevalence of chronic hypercapnia in severe chronic obstructive pulmonary disease: data from the HOmeVent registry". Int J Chron Obstruct Pulmon Dis 14: 2377-2384. doi:. PMID 31695357. Die Zahlen gelten für ambulante Patienten in den Stadien GOLD 3 und 4; 86 % der Messungen erfolgten unter Raumluft.
- ↑ Dirkx THT, Haane DYP, Koehler PJ (2018). "Oxygen treatment for cluster headache attacks at different flow rates: a double-blind, randomized, crossover study". J Headache Pain 19 (1): 94. doi:. PMID 30306284.
- ↑ Cho S, Kim BK, Chu MK, Moon HS, Lee MJ, Bae DW, Han J, Lee SH, Cho SJ (2024). "Efficacy of oxygen treatment using home oxygen concentrators for the treatment of cluster headaches: a randomized, crossover, multicenter study". J Clin Neurol 20 (1): 78-85. doi:. PMID 38179635.
- ↑ Bennett MH, French C, Schnabel A, Wasiak J, Kranke P, Weibel S (2015). "Normobaric and hyperbaric oxygen therapy for the treatment and prevention of migraine and cluster headache". Cochrane Database Syst Rev 2015 (12): CD005219. doi:. PMID 26709672. Der Review führt die Ein- und Ausschlusskriterien der eingeschlossenen Studien auf; für Fogan 1985 ist dort vermerkt, dass überhaupt keine Ausschlusskriterien berichtet wurden.
- ↑ Pilcher J, Thayabaran D, Ebmeier S, Williams M, Back G, Collie H, Richards M, Bibby S, Semprini R, Weatherall M, Beasley R (2020). "The effect of 50% oxygen on PtCO2 in patients with stable COPD, bronchiectasis, and neuromuscular disease or kyphoscoliosis: randomised cross-over trials". BMC Pulm Med 20 (1): 125. doi:. PMID 32380988. 66 der 68 Teilnehmer hatten einen Ausgangswert unter 45 mm Hg; die Autoren stellen ihrem Befund ausdrücklich die starken Anstiege bei akuter Exazerbation gegenüber.
- ↑ Aubier M, Murciano D, Milic-Emili J, Touaty E, Daghfous J, Pariente R, Derenne JP (1980). "Effects of the administration of O2 on ventilation and blood gases in patients with chronic obstructive pulmonary disease during acute respiratory failure". Am Rev Respir Dis 122 (5): 747-754. doi:. PMID 6778278. Die Autoren führen den Anstieg nicht auf eine Dämpfung des Atemantriebs zurück – die Atemminutenvolumina lagen nach 15 Minuten wieder bei 93 % des Ausgangswerts –, sondern auf eine vermehrte Ungleichverteilung von Belüftung und Durchblutung in der Lunge.
- ↑ Austin MA, Wills KE, Blizzard L, Walters EH, Wood-Baker R (2010). "Effect of high flow oxygen on mortality in chronic obstructive pulmonary disease patients in prehospital setting: randomised controlled trial". BMJ 341: c5462. doi:. PMID 20959284. Sterblichkeit 9 % unter hohem Volumenstrom gegenüber 4 % unter titrierter Gabe, in der Untergruppe mit gesicherter COPD 9 % gegenüber 2 %.
- ↑ de Freitas Dias B, Robinson CL, Villar-Martinez MD, Ashina S, Goadsby PJ (2025). "Current and novel therapies for cluster headache: a narrative review". Pain Ther 14 (1): 1-19. doi:. PMID 39489854. Die einzige Literaturstelle in diesem Satz bezieht sich auf den Rebound-Kopfschmerz, nicht auf die Hyperkapnie.
- ↑ Herren T, Achermann E, Hegi T, Reber A, Stäubli M (2017). "Carbon dioxide narcosis due to inappropriate oxygen delivery: a case report". J Med Case Rep 11 (1): 204. doi:. PMID 28750686.
- ↑ O'Driscoll BR, Howard LS, Earis J, Mak V (2017). "BTS guideline for oxygen use in adults in healthcare and emergency settings". Thorax 72 (Suppl 1): ii1-ii90. doi:. PMID 28507176. Empfehlung F18, Empfehlungsgrad D, ohne Vorbehalt für COPD; das Sättigungsziel 88 bis 92 % bei COPD steht in Empfehlung A3 mit Empfehlungsgrad A. Abschnitt 6.2.1 führt den Cluster-Kopfschmerz ausdrücklich unter den Zuständen auf, in denen eine Hyperoxämie erwünscht ist.
- ↑ Fünftes Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Krankenversicherung - § 33 Hilfsmittel, Absatz 8
- ↑ Fünftes Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Krankenversicherung - § 62 Belastungsgrenze
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