Sumatriptan
Sumatriptan ist in der subcutanen Form (Spritze/Autoinjektor) zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzattacken zugelassen. Das Medikament wurde erstmals 1989 von Annette Æbelholt Krabbe aus Kopenhagen subcutan zur Akutbehandlung eingesetzt.[1] 1991 folgte der positive Bericht der "Sumatriptan Cluster Headache Study Group".[2]
Seit dem 15.03.2006 sind erste Generika von Sumatriptan am Markt, anfangs nur als Tabletten. Nachahmerpräparate zur Injektion unter die Haut gibt es inzwischen ebenfalls, etwa TEMPIL® 6 mg/0,5 ml von Hormosan im Fertigpen.[3]
Sumatriptan ist ein selektiver Agonist an den Serotonin-Rezeptoren 5-HT1B, 5-HT1D und 5-HT1F, welche in den Blutgefäßen im Gehirn und an den Übergangsstellen (Synapsen) von Nervenzellen vorkommen. Eine Aktivierung dieser Rezeptoren durch Sumatriptan führt während einer Cluster-Attacke zu einer Verengung der erweiterten Blutgefäße und zu einer Verminderung der Ausschüttung von Entzündungsmediatoren.
- Handelsnamen: Imigran®, Imitrex®, Sumatriptan Hormosan®
- Hersteller: GlaxoSmithKline, Hormosan.
- Handelsformen: Gelbe Liste – Sumatriptan
Sumatriptan Inject

Unter die Haut injiziertes Sumatriptan ist eine vom Patienten selbst anzuwendende Medikation zur Behandlung der akuten Cluster-Kopfschmerz Attacke. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an 49 Betroffenen – vollständig auswertbar waren 39 – besserten sich 74 % der mit Sumatriptan behandelten Attacken innerhalb von 15 Minuten, gegenüber 26 % der mit Placebo behandelten.
„Besserung" bedeutete dabei nicht Schmerzfreiheit, sondern den Rückgang auf „keine oder leichte Schmerzen". Vollständig schmerzfrei waren nach 15 Minuten 46 % der Behandelten gegenüber 10 % unter Placebo, nach 10 Minuten 36 % gegenüber 3 %. Zusätzlichen Sauerstoff brauchten 15 Minuten nach der Injektion 13 % der mit Sumatriptan und 49 % der mit Placebo behandelten Betroffenen.[4] In Langzeitstudien war Sumatriptan s.c. innerhalb von 15 Minuten effektiv bei 76-100% der Attacken, auch bei mehrfacher täglicher Anwendung über Monate hinweg.[5][6][7]
Sumatriptan sollte bei Auftreten einer Attacke sofort injiziert werden, da bei rechtzeitiger Anwendung eine bessere Wirksamkeit vermutet wird. Das Medikament ist allerdings ohne Wirkung, wenn es in Erwartung einer kommenden Attacke bereits vorher angewendet wird. Ebenso wirkungslos ist Sumatriptan in Tablettenform als vorbeugendes Medikament.[8]
Imigran®-Inject + GlaxoPen® und das Generikum TEMPIL® (Fertigpen von Hormosan) gibt es nur mit 6 mg Sumatriptan.[9] Ausreichend zur Behandlung einer Attacke wäre je nach Patient ggf. auch eine geringere Wirkstoffmenge.[10] Pro Tag sollen nicht mehr als zwei Injektionen von je 6 mg angewendet werden, also höchstens 12 mg in 24 Stunden.
Der Mindestabstand zwischen zwei Injektionen ist präparateabhängig und steht in der Fachinformation des verordneten Präparats: Imigran-Inject nennt „frühestens nach zwei Stunden", das Generikum Sumatriptan TEMPIL im Abschnitt zum Cluster-Kopfschmerz einen „Mindestabstand von 1 Stunde". Wichtiger als der Abstand ist eine Regel, die auf vielen Informationsseiten fehlt: Wer auf die erste Injektion nicht anspricht, soll für dieselbe Attacke keine zweite anwenden. Die zweite Injektion ist nur für den Fall vorgesehen, dass die Attacke nach zunächst erfolgreicher Behandlung wiederkehrt.[9]
So wird gespritzt
Eine Spritze enthält 6 mg Sumatriptan in 0,5 ml Lösung und wird unter die Haut (subkutan) gespritzt; in 24 Stunden sind höchstens zwei Spritzen erlaubt, also 12 mg.[11] Imigran-Inject wird nach der Fachinformation „für gewöhnlich in die Außenseite des Oberschenkels“ gespritzt, ebenso nach der Gebrauchsinformation; deren Bedienungsanleitung nennt Oberschenkel oder Oberarm. Die Anwendung mit dem GlaxoPen nach der Gebrauchsinformation:[12]
- Etui öffnen, auf dem Kartuschenbehälter das Verfalldatum prüfen, bei einem der beiden Behälter die Versiegelung entfernen und die Verschlusskappe aufklappen; den GlaxoPen herausnehmen.
- Zum Beladen den GlaxoPen in den geöffneten Behälter der Nachfüllpackung stecken und im Uhrzeigersinn festschrauben (etwa eine halbe Umdrehung); den beladenen Pen dann möglichst senkrecht herausnehmen.
- Den Pen senkrecht am Oberschenkel oder Oberarm ansetzen und gegen die Haut drücken, bis der blaue Teil so weit wie möglich im grauen Teil steckt.
- Kräftig auf den blauen Auslöseknopf am oberen Ende drücken und den Pen fünf Sekunden ruhig halten.
- Den Pen vorsichtig abheben – die Nadel ragt jetzt unten heraus – und die benutzte Kartusche sofort wieder in die Nachfüllpackung stecken: den Pen so weit wie möglich in den leeren Behälter schieben, etwa eine halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn drehen, bis Pen und Kartusche getrennt sind, und den Behälter mit der Verschlusskappe schließen.
- Den leeren Pen wieder ins Etui setzen und kräftig herunterdrücken, bis er einrastet – damit ist er für die nächste Spritze gespannt.
Die Startpackung enthält zwei Kartuschen und einen GlaxoPen mit Etui; für weitere Spritzen gibt es Nachfüllpackungen mit Kartuschen.[12] Nachahmerpräparate gibt es als Fertigpen, etwa TEMPIL von Hormosan; wie er bedient wird, steht in seiner Packungsbeilage.[3] Pens mit nur 3 mg Sumatriptan gibt es ebenfalls, etwa MIGRAPEN; dieser ist aber nur für die Migräne zugelassen, nicht für den Cluster-Kopfschmerz.[13]
Sumatriptan Nasal Spray
Der Wirkstoff wird bei der nasalen Anwendung durch die Nasenschleimhaut aufgenommen. Daher sollte er nicht in ein verstopftes oder laufendes Nasenloch eingebracht, sondern in der Regel auf der dem Schmerz gegenüberliegenden Seite angewendet werden.
Sumatriptan nasal (20 mg) ist weniger effektiv als die subkutane Injektion. In einer vergleichenden Studie mit 26 Patienten wurde mit der Injektion in 49 von 52 Fällen die Attacke innerhalb von 15 Minuten beendet. Nur sieben der zum Vergleich mit dem Nasalspray behandelten 52 Attacken waren nach 15 Minuten beendet, bei 27 wirkte das Spray bis dahin gar nicht. Am Ende zogen nur 2 der 26 Patienten das Nasenspray der Spritze vor.[14] Bei einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden und Placebo kontrollierten Studie mit 118 Patienten wurden insgesamt 154 Attacken behandelt, 77 davon mit Placebo. Schmerzfreiheit nach 30 Minuten wurde bei 47% der mit Sumatriptan nasal behandelten Attacken erreicht (18% Placebo).[15] Imigran Nasal (10 und 20 mg) ist in Deutschland nur zur Behandlung der Migräne zugelassen, nicht für den Cluster-Kopfschmerz;[16] beim Cluster-Kopfschmerz ist es also eine Anwendung außerhalb der Zulassung (Off-Label-Use). Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt 20 mg als Nasenspray trotzdem für die Attacke, als Ausweichmöglichkeit bei Angst vor der Nadel oder Nebenwirkungen der Spritze; die Spritze wirkt aber viel schneller.[17] Für den Cluster-Kopfschmerz zugelassen ist als Nasenspray dagegen Zolmitriptan (AscoTop Nasal).[18] Einen Überblick über alle Triptane als Nasenspray und Spritze gibt die Seite Triptan.
Sumatriptan Tabletten
Sumatriptan Tabletten sind zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz ungeeignet. Da der Wirkstoff erst durch den Magen-Darm Trakt gelangen muss, ist die Attacke in der Regel bereits beendet, bis das Medikament eine Wirkung zeigt. Auch zur vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz ist Sumatriptan nicht wirksam.[8]
Wechselwirkungen und Nebenwirkungen
Nach der Fachinformation der Sumatriptan-Spritze Imigran-Inject (Stand Mai 2026) und den Fachinformationen der anderen Cluster-Mittel.
Wechselwirkungen auf einen Blick
| Zusammen mit | Was passieren kann | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Ergotamin oder ein anderes Triptan | Verkrampfung der Herzkranzgefäße (theoretisches Risiko) | Nicht gleichzeitig. Nach Ergotamin oder einem anderen Triptan mindestens 24 Stunden warten; nach Sumatriptan oder Zolmitriptan mindestens 6 Stunden bis zu Ergotamin, nach Sumatriptan mindestens 24 Stunden bis zu einem anderen Triptan.[19][18] |
| MAO-Hemmer (Mittel, die den Abbau von Botenstoffen wie Serotonin bremsen) | – | Verboten, auch noch in den zwei Wochen nach dem Absetzen des MAO-Hemmers.[19] |
| Antidepressivum aus der Gruppe SSRI oder SNRI | in seltenen Fällen Serotonin-Syndrom (zu starke Serotoninwirkung) | Nicht verboten; ist die Kombination nötig, angemessen überwachen.[19][18] Einzelheiten: FDA Warnung: Wechselwirkung Triptane und Antidepressiva. |
| Johanniskraut | möglicherweise häufiger Nebenwirkungen | –[19] |
| Lithium | Serotonin-Syndrom beschrieben | –[20] |
| Topiramat | Sumatriptanspiegel unverändert; die umgekehrte Richtung wurde nicht untersucht | –[21] |
Nebenwirkungen: Sehr häufig sind vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle; häufig sind unter anderem Schwindel, Kribbeln, Hitzewallungen und ein Schwere- oder Engegefühl, auch in Brust und Hals.[19]
Alle Cluster-Mittel im Vergleich: Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.
Häufiger Gebrauch und Übergebrauch
Wie jedes Mittel gegen Kopfschmerzen kann auch Sumatriptan bei zu häufiger Anwendung die Kopfschmerzen verschlimmern. Die Fachinformation warnt: „Der übermäßige Gebrauch von Arzneimitteln zur Behandlung von Kopfschmerzen kann diese verschlimmern.“[11] Als Übergebrauch von Triptanen gilt nach der internationalen Kopfschmerzklassifikation (ICHD-3) die regelmäßige Anwendung an 10 oder mehr Tagen im Monat über mehr als drei Monate; führt das zu Kopfschmerzen an 15 oder mehr Tagen im Monat, spricht man von einem Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch.[22]
Beim Cluster-Kopfschmerz gilt die Sumatriptan-Spritze nach der europäischen Leitlinie von 2023 trotzdem als sicher: Bei den meisten Betroffenen gibt es auch nach häufigem Gebrauch keine Hinweise auf einen Wirkverlust oder einen Rückprall-Kopfschmerz. Wer zusätzlich Migräne hat, kann aber einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch bekommen.[17] Wer mehr Attacken hat, als die Höchstmenge von zwei Spritzen am Tag abdeckt, sollte das mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen: Für die übrigen Attacken kommt Sauerstoff in Frage, und die vorbeugende Behandlung sollte überprüft werden. Mehr dazu: Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch.
Siehe auch
Externe Links
Literatur
Einzelnachweise
- ↑ Krabbe AA.: Early clinical experience with subcutaneous GR 43175 in acute cluster headache attacks. Cephalalgia. 1989; 9 (Suppl 10): 406-7.
- ↑ The Sumatriptan Cluster Headache Study Group: Treatment of acute cluster headache with sumatriptan. N Engl J Med. 1991; 325: 322-326. PMID 1647496
- ↑ 3,0 3,1 Fachinformation TEMPIL® 6 mg/0,5 ml Injektionslösung, Hormosan Pharma GmbH, Stand September 2025. Im Handel als Injektionslösung im Fertigpen.
- ↑ Sumatriptan Cluster Headache Study Group (1991). "Treatment of acute cluster headache with sumatriptan". N Engl J Med 325 (5): 322-326. doi:. PMID 1647496. Die Arbeit ist unter dem Namen der Studiengruppe veröffentlicht, nicht unter einer Einzelautorschaft.
- ↑ Ekbom K, Krabbe A, Micieli G, Prusinski A, Cole JA,Pilgrim AJ, Noronha D.: Cluster headache attacks treated for up to three months with subcutaneous sumatriptan (6mg) (Sumatriptan Long-Term Study Group). Cephalalgia. 1995; 15: 230-6. PMID 7553814.
- ↑ Göbel H, Lindner V, Heinze A, Ribbat M, Deuschl G.: Acute therapy for cluster headache with sumatriptan: Findings of a one-year long-term study. Neurology. 1998; 51: 908-11. PMID 9748059.
- ↑ Göbel H, Lindner V, Pfaffenrath V, Ribbat M, Heinze A, Stolze H.: Akuttherapie des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes mit Sumatriptan s.c. Ergebnisse einer einjahrigen Langzeitstudie. Nervenarzt. 1998; 69(4): 320-9. PMID 9606683. Zusammenfassung bei PubMed
- ↑ 8,0 8,1 Monstad I, Krabbe A, Micieli G, Prusinski A, Cole J, Pilgrim A, Shevlin P (1995). "Preemptive oral treatment with sumatriptan during a cluster period". Headache 35 (10): 607–13. doi:. PMID 8550362.
- ↑ 9,0 9,1 Fachinformation Imigran-Inject 6 mg/0,5 ml Injektionslösung, Stand Mai 2026, Abschnitt 4.2: „Nur wenn bereits abgeklungene Symptome wieder auftreten, können frühestens nach zwei Stunden weitere 0,5 ml" angewendet werden, und Patienten, die auf die erste Dosis nicht ansprechen, sollen für dieselbe Attacke keine zweite anwenden. Fachinformation TEMPIL 6 mg/0,5 ml Injektionslösung, Hormosan Pharma, Stand September 2025, Abschnitt 4.2.
- ↑ Gregor N, Schlesiger C, Akova-Oztürk E, Kraemer C, Husstedt IW, Evers S.: Treatment of cluster headache attacks with less than 6 mg subcutaneous sumatriptan. Headache. 2005; 45(8): 1069-72. PMID 16109122
- ↑ 11,0 11,1 Fachinformation Imigran-Inject 6 mg/0,5 ml Injektionslösung, Stand Mai 2026, am 25.09.2026 gelesen. Abschnitt 4.2: „Die Höchstdosis für Imigran-Inject beträgt 2-mal 0,5 ml Injektionslösung (12 mg Sumatriptan) innerhalb von 24 Stunden.“; „Imigran-Inject wird für gewöhnlich in die Außenseite des Oberschenkels injiziert.“ Abschnitt 4.4: „Der übermäßige Gebrauch von Arzneimitteln zur Behandlung von Kopfschmerzen kann diese verschlimmern.“
- ↑ 12,0 12,1 Gebrauchsinformation Imigran-Inject 6 mg/0,5 ml Injektionslösung (PDF-Datei), GlaxoSmithKline, Stand Mai 2026, Bedienungsanleitung, am 25.09.2026 gelesen: „Öffnen Sie das Etui. Überprüfen Sie das Verfalldatum auf dem Etikett des Kartuschenbehälters.“; „Zum Beladen des GlaxoPens mit einer Kartusche stecken Sie den GlaxoPen in den geöffneten Behälter der Nachfüllpackung und schrauben ihn im Uhrzeigersinn fest (ca. eine halbe Umdrehung).“; „… um ihn für die Injektion am Oberschenkel oder Oberarm senkrecht anzusetzen.“; „… drücken Sie den beladenen GlaxoPen gegen die Haut, sodass der blaue Teil so weit wie möglich in den grauen Teil hineingedrückt wird. In dieser Position drücken Sie kräftig auf den blauen Auslöseknopf am oberen Ende des GlaxoPens und halten dann den GlaxoPen für fünf Sekunden ruhig“; „Achtung! Die Nadel ragt nun aus dem unteren Ende des GlaxoPens heraus.“; „Stecken Sie die benutzte Kartusche sofort wieder in die Nachfüllpackung“; „Entfernen Sie die Versiegelung von einem der beiden Behälter der Nachfüllpackung und klappen Sie die Verschlusskappe auf.“; „Drehen Sie nun den GlaxoPen etwa eine halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn, bis der GlaxoPen und die Kartusche voneinander getrennt sind.“; „… pressen ihn kräftig herunter, bis Sie das Einrasten in die korrekte Position spüren. Nun ist der Federmechanismus des GlaxoPens auf den nächsten Gebrauch vorbereitet.“ Abschnitt 3: „Imigran-Inject wird für gewöhnlich in die Außenseite des Oberschenkels unter die Haut (subkutan) gespritzt.“ Packungsinhalt: „2 Kartuschen mit jeweils 0,5 ml Imigran-Inject Injektionslösung und 1 GlaxoPen + Etui“.
- ↑ Fachinformation MIGRAPEN 3 mg/0,5 ml Injektionslösung im Fertigpen, Lupin Europe GmbH, Stand September 2025, am 25.09.2026 gelesen. Abschnitt 4.1: „Die subkutane Injektion von MIGRAPEN® ist indiziert für die Akuttherapie von Migräneattacken mit oder ohne Aura.“
- ↑ Hardebo JE, Dahlof C.: Sumatriptan nasal spray (20 mg/dose) in the acute treatment of cluster headache. Cephalalgia. 1998; 18: 487-9. PMID 9793702.
- ↑ J. A. van Vliet, A. Bahra, V. Martin, N. Ramadan, S. K. Aurora, N. T. Mathew, M. D. Ferrari, and P. J. Goadsby: Intranasal sumatriptan in cluster headache: Randomized placebo-controlled double-blind study. Neurology. 2003; 60: 630 - 633. PMID 12601104.
- ↑ Fachinformation Imigran Nasal mite 10 mg / Imigran Nasal 20 mg, Stand August 2025, am 25.09.2026 gelesen. Abschnitt 4.1: zur „akuten Behandlung von Migräneanfällen mit oder ohne Aura“; den Cluster-Kopfschmerz nennt 4.1 nicht. Abschnitt 4.2: „nicht mehr als 2 Dosen Imigran Nasal 20 mg Spray innerhalb von 24 Stunden“.
- ↑ 17,0 17,1 May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al.: European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache. European Journal of Neurology. 2023; 30: 2955–2979. DOI. Zitate: „Strong recommendation based on a moderate level of evidence for 20 mg intranasal sumatriptan.“; „The effect after subcutaneous sumatriptan occurs much quicker than the effect of the intranasal formulation“; Tabelle 16 zu Sumatriptan: „in cases of needle phobia or side effects, 20 mg nostril spray can be used“; zu Sauerstoff: „Strong recommendation“; zum häufigen Gebrauch: „It is safe, with no evidence of tachyphylaxis or rebound in most of the patients, even after frequent use, although cluster headache patients with migraine may experience medication overuse headache“.
- ↑ 18,0 18,1 18,2 Fachinformation AscoTop Nasal 5 mg/Dosis Nasenspray (Zolmitriptan), Stand der Information Juni 2023, am 23.09.2026 gelesen. 4.3: Gegenanzeigen u. a. „Mittelschwere oder schwere Hypertonie sowie unzureichend eingestellte leichte Hypertonie“, Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit, Koronarspasmen, arterielle Verschlusskrankheit, Schlaganfall oder TIA, „Kreatinin-Clearance < 15 ml/min“; „Die gleichzeitige Anwendung von Zolmitriptan und Ergotamin, Ergotaminderivaten (einschließlich Methysergid) und anderen 5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten ist kontraindiziert“. 4.5: „Zolmitriptan sollte frühestens 24 Stunden nach Gabe ergotaminhaltiger Arzneimittel angewendet werden. Umgekehrt sollten ergotaminhaltige Arzneimittel frühestens 6 Stunden nach der Anwendung von Zolmitriptan gegeben werden“; „Für Patienten, die MAO-A-Hemmer einnehmen, wird eine maximale Dosis von 5 mg Zolmitriptan innerhalb von 24 Stunden empfohlen. Diese Arzneimittel sollten nicht zusammen angewendet werden, wenn eine höhere Dosis als 2-mal täglich 150 mg Moclobemid eingenommen wird.“; „Patienten, die Cimetidin einnehmen, wird als maximale Dosis 5 mg Zolmitriptan in 24 Stunden empfohlen.“; bei starken CYP1A2-Hemmern „wie Fluvoxamin und Chinolone (z. B. Ciprofloxacin), wird eine Dosisreduktion empfohlen“; Berichte über Symptome eines Serotonin-Syndroms nach SSRI oder SNRI und Triptanen. 4.8: sehr häufig „Störungen des Geschmacksempfindens“; häufig u. a. „Schwindel, Kopfschmerzen, Hyperästhesie, Parästhesie, Schläfrigkeit, Wärmeempfinden“, „Palpitationen“, „Nasenbluten, Beschwerden in der Nasenhöhle“, „Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit“, „Schwächegefühl, Schweregefühl, Engegefühl“. 5.1: „Zolmitriptan erwies sich als selektiver Agonist des 5-HT1B/1D-Rezeptors, der die Gefäßkontraktion vermittelt.“
- ↑ 19,0 19,1 19,2 19,3 19,4 Fachinformation Imigran-Inject 6 mg/0,5 ml Injektionslösung (Sumatriptan), Stand der Information Mai 2026, Abschnitte 4.1, 4.3, 4.4 und 4.5, am 23.09.2026 gelesen. Anwendungsgebiet: „Akute Behandlung von Migräneanfällen mit und ohne Aura sowie Cluster-Kopfschmerz (Horton-Syndrom).“ Im Wortlaut: „Imigran-Inject darf nicht gleichzeitig mit Monoaminooxidase-Hemmern und nicht innerhalb von zwei Wochen nach Abbruch einer Therapie mit einem Monoaminooxidase-Hemmer angewendet werden.“; „In seltenen Fällen wurde über Patienten berichtet, bei denen nach der Einnahme eines selektiven Serotonin-Reuptake-Hemmers (SSRI) und von Sumatriptan ein Serotonin-Syndrom (einschließlich Bewusstseinsveränderungen, autonomer Instabilität und neuromuskulärer Störungen) auftrat. Von einem Serotonin-Syndrom wurde nach gleichzeitiger Behandlung mit Triptanen und Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Hemmern (SNRIs) berichtet. Wenn die gleichzeitige Behandlung mit Sumatriptan und einem SSRI/SNRI aus medizinischen Gründen notwendig ist, sollte der Patient angemessen überwacht werden“; „Bei gemeinsamer Anwendung von Triptanen und pflanzlichen Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können möglicherweise häufiger Nebenwirkungen auftreten.“ Weiter: 4.3: „Sumatriptan darf nicht gleichzeitig mit Ergotamin- oder Ergotaminderivat-haltigen Arzneimitteln (einschließlich Methysergid) oder einem anderen Triptan/5-HT1-Rezeptor-Agonisten angewendet werden“; ebenfalls 4.3: nicht bei Herzinfarkt in der Vorgeschichte, ischämischer Herzkrankheit, koronaren Vasospasmen, peripheren Gefäßerkrankungen, Schlaganfall oder TIA, schweren Leberfunktionsstörungen, mittelschwerem bis schwerem sowie unkontrolliertem leichtem Bluthochdruck; Wartezeiten 4.5: nach Ergotamin oder einem anderen Triptan mindestens 24 Stunden bis Sumatriptan, nach Sumatriptan mindestens 6 Stunden bis Ergotamin und 24 Stunden bis zu einem anderen Triptan; Nebenwirkungen 4.8, sehr häufig: „Vorübergehende Schmerzen an der Injektionsstelle“; häufig u. a. „Schwindel, Schläfrigkeit, Sensibilitätsstörungen einschließlich Parästhesie und Hypästhesie“, „Vorübergehender Blutdruckanstieg kurz nach der Anwendung, Hitzewallungen/Gesichtsrötung (Flushing)“, „Dyspnoe“, „Schweregefühl … inklusive dem Brustkorb und Halsbereich“, „Müdigkeit“; Wirkweise 5.1: „Diese beiden Mechanismen (kraniale Vasokonstriktion und Inhibierung der Aktivität des Trigeminus-Nervs) tragen wahrscheinlich zur Wirkung von Sumatriptan beim Menschen bei.“
- ↑ Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Lithiumcarbonat), Teofarma, Stand der Information August 2024, Abschnitt 4.5, am 22.09.2026 gelesen: „Kalzium-Antagonisten (z. B. Diltiazem, Verapamil) Erhöhung der Lithiumtoxizität. Der Serumlithiumspiegel sollte deshalb im unteren therapeutischen Bereich liegen.“; bei „Substanzen, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen können (MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, 5-HT-Agonisten)“: „Das Auftreten eines Serotonin-Syndroms wurde beschrieben“; nichtsteroidale Antirheumatika „z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Indometacin“, COX-2-Hemmer, ACE-Hemmer, Sartane und Metronidazol erhöhen den Lithiumspiegel.
- ↑ Fachinformation Topamax 25 mg/50 mg/100 mg/200 mg Filmtabletten (Topiramat), Stand der Information Dezember 2023, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: „Topiramat ist indiziert bei Erwachsenen zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen nach sorgfältiger Abwägung möglicher alternativer Behandlungsmethoden.“ (daneben Epilepsie; den Cluster-Kopfschmerz nennt 4.1 nicht). 4.2, Migräne: „Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen beträgt 100 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von 25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen, erhöht werden.“; bis 200 mg/Tag möglich, „dennoch wird wegen einer erhöhten Inzidenz an Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten“; Antiepileptika einschließlich Topiramat „sollten … schrittweise abgesetzt werden“. 4.3, Vorbeugung von Migräne: Gegenanzeige „während der Schwangerschaft“ und „bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden“. 4.4: „Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr wichtig. Die Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren“; Schwangerschaftsverhütungsprogramm mit Schwangerschaftstest vor Beginn; Oligohidrose (vermindertes Schwitzen); „Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde während der Topiramat-Behandlung beobachtet.“; suizidbezogene Ereignisse in doppelblinden Studien bei 0,5 % (46 von 8 652) unter Topiramat gegenüber 0,2 % (8 von 4 045) unter Placebo, Patienten sollten „medizinische Hilfe einholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten“; schwerwiegende Hautreaktionen (SJS, TEN); akute Myopie mit sekundärem Engwinkelglaukom, Symptome „das akute Auftreten einer verminderten Sehschärfe und/oder Augenschmerzen“, üblicherweise im ersten Monat; Gesichtsfeld-Ausfälle; metabolische Azidose, die „auf der inhibitorischen Wirkung von Topiramat auf die renale Carboanhydrase“ beruht; Beeinträchtigung der kognitiven Funktion, die „eine Reduktion der Dosierung oder eine Beendigung der Behandlung erforderte“; Hyperammonämie, häufiger zusammen mit Valproinsäure; Gewichtsverlust. 4.5: Lithium: bei Gesunden „eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition (18 % der AUC)“ unter 200 mg/Tag, bei bipolaren Störungen „ein Anstieg in der systemischen Exposition (26 % der AUC) nach Topiramat Dosen bis zu 600 mg/Tag“; „Die Lithiumspiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe mit Topiramat überwacht werden.“; „Es wird empfohlen, dass Topamax nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.“; Johanniskraut: „Gefahr von reduzierten Plasmaspiegeln und folglich einer verringerten Wirksamkeit“; hormonelle Kontrazeptiva: „Möglichkeit einer verminderten kontrazeptiven Wirksamkeit und verstärkter Durchbruchblutungen“, Frauen „sollten darauf hingewiesen werden, zusätzlich auch eine Barrieremethode anzuwenden“; „Phenytoin und Carbamazepin reduzieren die Plasmakonzentration von Topiramat.“; Hydrochlorothiazid: Topiramat Cmax +27 %, AUC +29 %, „kann eine Anpassung der Topiramat-Dosis erfordern“, stärkerer Abfall des Serumkaliums in Kombination; Metformin und Glibenclamid: „besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung“ der Diabeteseinstellung; Warfarin: verkürzte PT/INR, „die INR sorgfältig überwacht werden“; Valproinsäure: Hyperammonämie mit oder ohne Enzephalopathie sowie Hypothermie; Arzneimittel, die Nierensteine begünstigen, „sollten … vermieden werden“; „Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19“ (z. B. Diazepam, Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol); Tabelle 2: Sumatriptan (oral und subkutan) Konzentration unverändert, Topiramat-Konzentration nicht untersucht; ebenso keine Änderung bei Dihydroergotamin, Pizotifen und Venlafaxin. 4.8, häufigste Nebenwirkungen (Inzidenz über 5 % und höher als unter Placebo in mindestens einer Indikation): „Anorexie, verminderter Appetit, Bradyphrenie, Depression, Beeinträchtigung des sprachlichen Ausdrucksvermögens, Insomnie, anomale Koordination, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie, Hypästhesie, Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus, Parästhesie, Somnolenz, Tremor, Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhö, Übelkeit, Fatigue, Reizbarkeit und Gewichtsabnahme“. 5.1: „Der genaue Mechanismus, durch den Topiramat seine antiepileptischen und Migräne prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist unbekannt.“; an kultivierten Nervenzellen Blockade des Natriumkanals, Verstärkung der GABA-Wirkung an GABA-A-Rezeptoren, Hemmung des Kainat/AMPA-Subtyps des Glutamatrezeptors, schwache Hemmung einiger Isoenzyme der Carboanhydrase.
- ↑ ICHD-3, 8.2.2 Triptan-overuse headache, International Headache Society (abgerufen am 25.09.2026): „Headache occurring on 15 or more days/month in a patient with a pre-existing primary headache and developing as a consequence of regular use of one or more triptans on 10 or more days/month for more than 3 months.“
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