UKE Forschungsstudie Cluster-Kopfschmerz

Die UKE-Forschungsstudie Cluster-Kopfschmerz war eine Studie der Kopfschmerz-Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Arne May am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Von 2009 bis 2011 suchte die Arbeitsgruppe auch über CK-Wissen Menschen mit einem aktiven episodischen Cluster-Kopfschmerz aus Hamburg und Umgebung. Seit dem 26.10.2011 werden keine Teilnehmer mehr gesucht.[1]
Was untersucht wurde
Die Forscher wollten wissen, wie der Hypothalamus und der Trigeminusnerv (Gesichtsnerv) beim Cluster-Kopfschmerz zusammenwirken. Dazu nahmen sie mit der funktionellen Magnetresonanztomographie (Kernspin) Bilder vom Gehirn auf, während die Teilnehmer einen kurzen, mäßigen Schmerzreiz spürten – keine Cluster-Attacke. Den Reiz löste eine sehr geringe Menge Ammoniak in der Nase aus; im Wechsel dazu gab es Rosenduft oder einen Luftstoß. Die Bilder wurden mit denen gesunder Kontrollpersonen verglichen. Wer zusätzlich Migräne oder andere Schmerzerkrankungen hatte, konnte nicht teilnehmen.[2] Geplant war ein Untersuchungstag mit etwa 1,5 Stunden, davon etwa 45 Minuten im Kernspin;[2] nach dem Ende der Episode sollte eine zweite Messung folgen.[1]
Was daraus wurde
Eine Veröffentlichung mit den Daten aus den Jahren 2009 bis 2011 haben wir bei einer Suche in der Literaturdatenbank Europe PMC am 23.09.2026 nicht gefunden. Die Arbeitsgruppe hat die Methode später erneut eingesetzt: Für eine 2020 veröffentlichte Studie gewann sie die Teilnehmenden von August 2014 bis November 2016. Die Autoren schreiben darin, dass es bis dahin keine Studie gab, die Menschen mit Cluster-Kopfschmerz mit einer solchen Reiz-Bildgebung untersucht hatte.[3]
Das Ergebnis von 2020 in einfachen Worten: Untersucht wurden 21 Menschen mit episodischem Cluster-Kopfschmerz außerhalb einer Episode, 16 Menschen in einer aktiven Phase (10 mit episodischem Cluster-Kopfschmerz in der Episode, 6 mit chronischem) und 18 Gesunde. Nach dem Ammoniak-Reiz reagierte der hintere Hypothalamus bei den Betroffenen außerhalb der Episode deutlich stärker als bei den Gesunden. Die Gruppe in der aktiven Phase lag dazwischen und unterschied sich von keiner der beiden anderen Gruppen deutlich. Die Autoren vermuten, dass der hintere Hypothalamus außerhalb der Episode übererregbar ist. Während der Episode könnte er auf äußere Schmerzreize schwächer ansprechen, möglicherweise weil er bei den häufigen Attacken ständig aktiv ist und sich seine Botenstoffe erschöpfen. Das ist eine Deutung, noch kein Beweis.[3]
Mehr zur Rolle des Hypothalamus steht unter Cluster-Kopfschmerz Ursachen, weitere Forschung unter Studien zum Cluster-Kopfschmerz.
Unterlagen
- Studieninformation 2009 (PDF-Datei)
- Berichte von Teilnehmerinnen und Teilnehmern im früheren CK-Wissen-Forum (Link entfernt, Stand 24.09.2026: unter der alten Forumsadresse steht heute eine Werbeseite)
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Studienaufruf der Arbeitsgruppe, 2009 auf CK-Wissen veröffentlicht, nachzulesen in der früheren Fassung dieser Seite. Im Wortlaut u. a.: „Die Messung findet an einem Untersuchungstag statt und dauert etwa 1,5 Stunden. Nach dem Abklingen der Episode folgt eine zweite Messung“; Nachtrag: „Diese Studie benötigt keine weiteren Probanden. 26.10.2011“.
- ↑ 2,0 2,1 Studieninformation „Forschungsstudie zum Clusterkopfschmerz am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ (2009, PDF), am 23.09.2026 gelesen. Im Wortlaut u. a.: „Wir wollen Bilder vom Gehirn anfertigen, währenddessen Patienten mit einem Clusterkopfschmerz einen moderaten Schmerzreiz (nicht Cluster Attacke) spüren“; „Wir setzen eine sehr geringe Konzentration von Ammoniak ein“; „Diese Daten werden dann mit denen von gesunden, schmerzfreien Kontrollpersonen verglichen.“
- ↑ 3,0 3,1 Schulte LH, Haji AA, May A (2020). "Phase dependent hypothalamic activation following trigeminal input in cluster headache". J Headache Pain 21 (1): 30. doi:. PMID 32228453. Volltext frei lesbar, am 23.09.2026 in Europe PMC gelesen. Im Wortlaut u. a.: „Cluster headache patients were recruited via the Headache Outpatient Department of the University Medical Center Eppendorf in Hamburg, Germany, and a local database between August 2014 and November 2016.“; „To date, no studies exist which investigated cluster headache patients using task related designs in functional imaging.“; Ergebnis: „significantly stronger activation within the posterior hypothalamus in episodic cluster headache patients out of bout when compared to controls“; „active cluster headache patients where in between the two other groups but did not differ significantly from either“.