Clusterkopfschmerz-Studie in Österreich

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Univ. Klinik für Neurologie

Kopfschmerzambulanz

Währinger Gürtel 18-20

1090 Wien

mailto:kopfschmerz@meduniwien.ac.at


Erstmals Clusterkopfschmerz-Studie in Österreich

Obwohl der Clusterkopfschmerz schon seit vielen Jahrzehnten, sogar einigen Jahrhunderten bekannt und die Schmerzintensität bei diesem Kopfschmerz besonders hoch ist, liegen zur konkreten Situation von österreichischen Patientinnen und Patienten mit Clusterkopfschmerz bislang keine Daten vor.

Nun wird erstmals an der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Wien daran gearbeitet, die momentane Situation der österreichischen Clusterkopfschmerzpatienten zu erfassen. Dies beinhaltet die Symptome des Clusterkopfschmerzes, dessen Auswirkungen und die eingesetzten Behandlungen. Das Ziel ist, möglichst viele Betroffene zu erreichen, um eine gute Ausgangsposition für eine bessere Betreuung und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Clusterkopfschmerz zu schaffen.

Unsere Bitte ist, einen mehrseitigen Fragenkatalog möglichst genau auszufüllen (Zeitaufwand 20 min). Für die Auswertung der Studie ist es nicht erforderlich, dass Sie Ihre persönlichen Daten bekannt geben. Falls Sie aber an Informationen über wissenschaftliche Projekte zum Clusterkopfschmerz auch in Zukunft interessiert sind, benötigen wir Ihre Kontaktdaten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie an unserem Projekt teilnehmen.

In diesem Fall bitte eine email an folgende Adresse senden und der Fragebogen und eine Einverständniserklärung werden Ihnen zugeschickt:


mailto:kopfschmerz@meduniwien.ac.at


Retournieren Sie den ausgefüllten Fragebogen und die unterschriebene Einverständniserklärung per E-Mail oder original per Post (Adresse links oben).


Wir bitten um Verständnis, dass ausschließlich Patienten und Patientinnen aus Österreich an unserer Studie teilnehmen können.


Mit bestem Dank für Ihre Mühe im Voraus


und freundlichen Grüßen


Astrid Knopf

Doktorandin

Univ.Prof. Dr. Christian Wöber

Leiter der Kopfschmerzambulanz


Zwischenergebnisse Dezember 2008

Der Clusterkopfschmerz gehört mit seinen schmerzhaften Attacken zu den schlimmsten Kopfschmerzerkrankungen, die die Medizin kennt. Leider vergehen oft immer noch Jahre bis die richtige Diagnose gestellt wird und eine erfolgreiche Therapie etabliert werden kann. Die erste österreichische Studie an der Medizinischen Universität Wien hat nun erste Zwischenergebnisse gebracht, welche auch mögliche Erklärungen für diese Verzögerung liefern. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Schmerz von üblicherweise der Migräne zugeschriebenen Symptomen begleitet ist. So haben viele Patienten über Licht- oder Lärmempfindlichkeit sowie Übelkeit berichtet. Auch gaben einige Patienten Schmerzen in Regionen des Kopfes, aber auch des restlichen Körpers an, bei denen der Arzt eher nicht an einen Clusterkopfschmerz denkt. Gerade diese Aussagen von betroffenen Patienten helfen so ungemein die Erkrankung besser zu verstehen.

Viele Patienten mit Clusterkopfschmerz fühlen sich nicht ausreichend über die Krankheit und die Therapiemöglichkeiten informiert, suchen Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen auf und erhalten meist mehrere Fehldiagnosen, ehe der Clusterkopfschmerz erkannt wird. Fachärzte für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Zahn- und Kieferspezialisten werden besonders häufig konsultiert. Fast 70 % der bisher ausgewerteten Patienten haben ihre Zähne kontrollieren lassen und von diesen wurde jeder Dritte einer offensichtlich unnötigen Zahnbehandlung unterzogen. Darüber hinaus erfolgen bei einem kleineren Teil der Patienten operative Eingriffe im Bereich der Nebenhöhlen in der unzutreffenden Annahme, damit die Schmerzen zu kurieren. Diese Spezialisten müssen daher unbedingt mit dem Bild des Clusterkopfschmerzes vertraut sein, um den Patienten die unnötigen Untersuchungen und v.a. Eingriffe zu ersparen.

Neben dem klinischen Bild, dem Weg zur Diagnose und der bisherigen Therapie war es den Autoren der Studie ein besonderes Anliegen, die Auswirkungen des Clusterkopfschmerzes auf das soziale und berufliche Leben zu erfassen. Schmerzen, Schlafmangel und die Angst vor der nächsten Attacke als ständige Begleiter erschweren das Leben der Patienten, haben aber auch Auswirkungen auf deren Familien, Freunde und Arbeitskollegen. Erstmals für Österreich erhobene Daten zeigen auf, dass Patienten mit Clusterkopfschmerz im Durchschnitt an 23 Tagen pro Jahr wegen des Clusterkopfschmerzes im Krankenstand sind. Die Krankenstandsdauer alleine wegen des Clusterkopfschmerzes ist damit fast doppelt so lange wie die aller Versicherten mit durchschnittlich 12 Tagen im Jahr 2007. Darüber hinaus berichten rund 40% der Patienten über eine erhebliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz.

Die bisherigen Ergebnisse der ersten österreichischen Studie sind äußerst interessant und wichtig um den klinische Facettenreichtum und die Auswirkungen des Clusterkopfschmerzes nachvollziehen zu können. Deshalb wollen wir weiterhin möglichst viele Betroffene erreichen, um langfristig eine bessere Betreuung und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Clusterkopfschmerz erreichen zu können.

Cluster-Kopfschmerz Patientinnen und Patienten aus Österreich mögen bei Interesse an einer Teilnahme bitte eine Email an folgende Adresse senden:

mailto:kopfschmerz@meduniwien.ac.at