Clusterkopfschmerz-Studie in Österreich

Die Clusterkopfschmerz-Studie in Österreich war die erste Erhebung zur Lage von Menschen mit Cluster-Kopfschmerz in Österreich. Sie lief an der Kopfschmerzambulanz der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Wien. Durchgeführt wurde sie von der Doktorandin Astrid Knopf unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christian Wöber, dem Leiter der Kopfschmerzambulanz. 2008 suchte sie Teilnehmende und veröffentlichte erste Zwischenergebnisse. Teilnehmen konnten nur Betroffene aus Österreich. Sie füllten einen mehrseitigen Fragebogen aus (etwa 20 Minuten) zu Beschwerden, Diagnose, Behandlung und zu den Folgen für Alltag und Beruf.[1]
Zwischenergebnisse vom Dezember 2008
Nach dem Zwischenbericht der Studienleitung:[1]
- Späte Diagnose: Viele Betroffene hatten neben den Cluster-Attacken Beschwerden, die man eher der Migräne zuschreibt, etwa Licht- oder Lärmempfindlichkeit und Übelkeit. Das könnte ein Grund sein, warum die richtige Diagnose oft Jahre dauert.
- Viele Fehldiagnosen: Viele suchten Ärzte verschiedener Fachrichtungen auf, besonders Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Zahnärzte, und bekamen meist mehrere falsche Diagnosen.
- Unnötige Zahnbehandlungen: Fast 70 % der bis dahin Ausgewerteten hatten ihre Zähne kontrollieren lassen. Von diesen bekam jeder Dritte eine offensichtlich unnötige Zahnbehandlung. Bei einem kleineren Teil wurden sogar die Nebenhöhlen operiert, in der falschen Annahme, das würde die Schmerzen beseitigen. Mehr dazu unter Cluster-Kopfschmerz und Zahnmedizin.
- Krankenstand: Im Durchschnitt waren die Betroffenen wegen des Cluster-Kopfschmerzes 23 Tage im Jahr krankgeschrieben. Zum Vergleich nennt der Bericht für alle Versicherten in Österreich durchschnittlich 12 Krankenstandstage im Jahr 2007, also etwa halb so viele.
- Arbeit: Rund 40 % berichteten, dass sie am Arbeitsplatz deutlich weniger leisten können.
Was daraus wurde
Die Studie floss in die Doktorarbeit von Astrid Knopf ein: Clinical features, diagnosis and impact of cluster headache (Medizinische Universität Wien). Die Kurzfassung stand in der österreichischen Dissertationsdatenbank: Kurzfassung der Dissertation (Stand 23.09.2026: nicht mehr erreichbar – die Adresse antwortet nicht mehr; im Internet Archive gibt es keine Kopie). Eine Veröffentlichung der Ergebnisse in einer Fachzeitschrift haben wir bei einer Suche in der Literaturdatenbank Europe PMC am 23.09.2026 nicht gefunden.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Studienaufruf und Zwischenbericht der Studienleitung (Astrid Knopf, Univ.-Prof. Dr. Christian Wöber), auf CK-Wissen veröffentlicht, nachzulesen in der früheren Fassung dieser Seite. Im Wortlaut u. a.: „Unsere Bitte ist, einen mehrseitigen Fragenkatalog möglichst genau auszufüllen (Zeitaufwand 20 min).“; „Fast 70 % der bisher ausgewerteten Patienten haben ihre Zähne kontrollieren lassen und von diesen wurde jeder Dritte einer offensichtlich unnötigen Zahnbehandlung unterzogen.“; „Patienten mit Clusterkopfschmerz im Durchschnitt an 23 Tagen pro Jahr wegen des Clusterkopfschmerzes im Krankenstand“; „rund 40% der Patienten“ berichten „über eine erhebliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz“.
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