Sumatriptan
Sumatriptan ist in der subcutanen Form (Spritze/Autoinjektor) zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzattacken zugelassen. Das Medikament wurde erstmals 1989 von Annette Æbelholt Krabbe aus Kopenhagen subcutan zur Akutbehandlung eingesetzt.[1] 1991 folgte der positive Bericht der "Sumatriptan Cluster Headache Study Group".[2]
Seit dem 15.03.2006 sind erste Generika von Sumatriptan am Markt, anfangs nur als Tabletten. Nachahmerpräparate zur Injektion unter die Haut gibt es inzwischen ebenfalls, etwa TEMPIL® 6 mg/0,5 ml von Hormosan im Fertigpen.[3]
Sumatriptan ist ein selektiver Agonist an den Serotonin-Rezeptoren 5-HT1B, 5-HT1D und 5-HT1F, welche in den Blutgefäßen im Gehirn und an den Übergangsstellen (Synapsen) von Nervenzellen vorkommen. Eine Aktivierung dieser Rezeptoren durch Sumatriptan führt während einer Cluster-Attacke zu einer Verengung der erweiterten Blutgefäße und zu einer Verminderung der Ausschüttung von Entzündungsmediatoren.
- Handelsnamen: Imigran®, Imitrex®, Sumatriptan Hormosan®
- Hersteller: GlaxoSmithKline, Hormosan.
- Handelsformen: Gelbe Liste – Sumatriptan
Sumatriptan Inject

Unter die Haut injiziertes Sumatriptan ist eine vom Patienten selbst anzuwendende Medikation zur Behandlung der akuten Cluster-Kopfschmerz Attacke. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an 49 Betroffenen – vollständig auswertbar waren 39 – besserten sich 74 % der mit Sumatriptan behandelten Attacken innerhalb von 15 Minuten, gegenüber 26 % der mit Placebo behandelten. „Besserung" bedeutete dabei nicht Schmerzfreiheit, sondern den Rückgang auf „keine oder leichte Schmerzen". Vollständig schmerzfrei waren nach 15 Minuten 46 % der Behandelten gegenüber 10 % unter Placebo, nach 10 Minuten 36 % gegenüber 3 %. Zusätzlichen Sauerstoff brauchten 15 Minuten nach der Injektion 13 % der mit Sumatriptan und 49 % der mit Placebo behandelten Betroffenen.[4] In Langzeitstudien war Sumatriptan s.c. innerhalb von 15 Minuten effektiv bei 76-100% der Attacken, auch bei mehrfacher täglicher Anwendung über Monate hinweg.[5][6][7] Sumatriptan sollte bei Auftreten einer Attacke sofort injiziert werden, da bei rechtzeitiger Anwendung eine bessere Wirksamkeit vermutet wird. Das Medikament ist allerdings ohne Wirkung, wenn es in Erwartung einer kommenden Attacke bereits vorher angewendet wird. Ebenso wirkungslos ist Sumatriptan in Tablettenform als vorbeugendes Medikament.[8]
Imigran®-Inject + GlaxoPen® und das Generikum TEMPIL® (Fertigpen von Hormosan) gibt es nur mit 6 mg Sumatriptan.[9] Ausreichend zur Behandlung einer Attacke wäre je nach Patient ggf. auch eine geringere Wirkstoffmenge.[10] Pro Tag sollen nicht mehr als zwei Injektionen von je 6 mg angewendet werden, also höchstens 12 mg in 24 Stunden. Der Mindestabstand zwischen zwei Injektionen ist präparateabhängig und steht in der Fachinformation des verordneten Präparats: Imigran-Inject nennt „frühestens nach zwei Stunden", das Generikum Sumatriptan TEMPIL im Abschnitt zum Cluster-Kopfschmerz einen „Mindestabstand von 1 Stunde". Wichtiger als der Abstand ist eine Regel, die auf vielen Informationsseiten fehlt: Wer auf die erste Injektion nicht anspricht, soll für dieselbe Attacke keine zweite anwenden. Die zweite Injektion ist nur für den Fall vorgesehen, dass die Attacke nach zunächst erfolgreicher Behandlung wiederkehrt.[9]
Sumatriptan Nasal Spray
Der Wirkstoff wird bei der nasalen Anwendung durch die Nasenschleimhaut aufgenommen. Daher sollte er nicht in ein verstopftes oder laufendes Nasenloch eingebracht, sondern in der Regel auf der dem Schmerz gegenüberliegenden Seite angewendet werden.
Sumatriptan nasal (20 mg) ist weniger effektiv als die subkutane Injektion. In einer vergleichenden Studie mit 25 Patienten wurde mit der Injektion in 49 von 52 Fällen die Attacke innerhalb von 15 Minuten beendet. Nur sieben der zum Vergleich mit dem Nasalspray behandelten 52 Attacken waren nach 15 Minuten beendet.[11] Bei einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden und Placebo kontrollierten Studie mit 118 Patienten wurden insgesamt 154 Attacken behandelt, 77 davon mit Placebo. Schmerzfreiheit nach 30 Minuten wurde bei 47% der mit Sumatriptan nasal behandelten Attacken erreicht (18% Placebo).[12]
Sumatriptan Tabletten
Sumatriptan Tabletten sind zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz ungeeignet. Da der Wirkstoff erst durch den Magen-Darm Trakt gelangen muss, ist die Attacke in der Regel bereits beendet, bis das Medikament eine Wirkung zeigt. Auch zur vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz ist Sumatriptan nicht wirksam.[8]
Wechselwirkungen und Nebenwirkungen
Nach der Fachinformation der Sumatriptan-Spritze Imigran-Inject (Stand Mai 2026) und den Fachinformationen der anderen Cluster-Mittel.
Wechselwirkungen auf einen Blick
| Zusammen mit | Was passieren kann | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Ergotamin oder ein anderes Triptan | Verkrampfung der Herzkranzgefäße (theoretisches Risiko) | Nicht gleichzeitig. Nach Ergotamin oder einem anderen Triptan mindestens 24 Stunden warten; nach Sumatriptan oder Zolmitriptan mindestens 6 Stunden bis zu Ergotamin, nach Sumatriptan mindestens 24 Stunden bis zu einem anderen Triptan.[13][14] |
| MAO-Hemmer (Mittel, die den Abbau von Botenstoffen wie Serotonin bremsen) | – | Verboten, auch noch in den zwei Wochen nach dem Absetzen des MAO-Hemmers.[13] |
| Antidepressivum aus der Gruppe SSRI oder SNRI | in seltenen Fällen Serotonin-Syndrom (zu starke Serotoninwirkung) | Nicht verboten; ist die Kombination nötig, angemessen überwachen.[13][14] Einzelheiten: FDA Warnung: Wechselwirkung Triptane und Antidepressiva. |
| Johanniskraut | möglicherweise häufiger Nebenwirkungen | –[13] |
| Lithium | Serotonin-Syndrom beschrieben | –[15] |
| Topiramat | Sumatriptanspiegel unverändert; die umgekehrte Richtung wurde nicht untersucht | –[16] |
Nebenwirkungen: Sehr häufig sind vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle; häufig sind unter anderem Schwindel, Kribbeln, Hitzewallungen und ein Schwere- oder Engegefühl, auch in Brust und Hals.[13]
Alle Cluster-Mittel im Vergleich: Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.
Siehe auch
Externe Links
Literatur
Einzelnachweise
- ↑ Krabbe AA.: Early clinical experience with subcutaneous GR 43175 in acute cluster headache attacks. Cephalalgia. 1989; 9 (Suppl 10): 406-7.
- ↑ The Sumatriptan Cluster Headache Study Group: Treatment of acute cluster headache with sumatriptan. N Engl J Med. 1991; 325: 322-326. PMID 1647496
- ↑ Fachinformation TEMPIL® 6 mg/0,5 ml Injektionslösung, Hormosan Pharma GmbH, Stand September 2025. Im Handel als Injektionslösung im Fertigpen.
- ↑ Sumatriptan Cluster Headache Study Group (1991). "Treatment of acute cluster headache with sumatriptan". N Engl J Med 325 (5): 322-326. doi:. PMID 1647496. Die Arbeit ist unter dem Namen der Studiengruppe veröffentlicht, nicht unter einer Einzelautorschaft.
- ↑ Ekbom K, Krabbe A, Micieli G, Prusinski A, Cole JA,Pilgrim AJ, Noronha D.: Cluster headache attacks treated for up to three months with subcutaneous sumatriptan (6mg) (Sumatriptan Long-Term Study Group). Cephalalgia. 1995; 15: 230-6. PMID 7553814.
- ↑ Göbel H, Lindner V, Heinze A, Ribbat M, Deuschl G.: Acute therapy for cluster headache with sumatriptan: Findings of a one-year long-term study. Neurology. 1998; 51: 908-11. PMID 9748059.
- ↑ Göbel H, Lindner V, Pfaffenrath V, Ribbat M, Heinze A, Stolze H.: Akuttherapie des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes mit Sumatriptan s.c. Ergebnisse einer einjahrigen Langzeitstudie. Nervenarzt. 1998; 69(4): 320-9. PMID 9606683. Zusammenfassung bei PubMed
- ↑ 8,0 8,1 Monstad I, Krabbe A, Micieli G, Prusinski A, Cole J, Pilgrim A, Shevlin P (1995). "Preemptive oral treatment with sumatriptan during a cluster period". Headache 35 (10): 607–13. doi:. PMID 8550362.
- ↑ 9,0 9,1 Fachinformation Imigran-Inject 6 mg/0,5 ml Injektionslösung, Stand Mai 2026, Abschnitt 4.2: „Nur wenn bereits abgeklungene Symptome wieder auftreten, können frühestens nach zwei Stunden weitere 0,5 ml" angewendet werden, und Patienten, die auf die erste Dosis nicht ansprechen, sollen für dieselbe Attacke keine zweite anwenden. Fachinformation TEMPIL 6 mg/0,5 ml Injektionslösung, Hormosan Pharma, Stand September 2025, Abschnitt 4.2.
- ↑ Gregor N, Schlesiger C, Akova-Oztürk E, Kraemer C, Husstedt IW, Evers S.: Treatment of cluster headache attacks with less than 6 mg subcutaneous sumatriptan. Headache. 2005; 45(8): 1069-72. PMID 16109122
- ↑ Hardebo JE, Dahlof C.: Sumatriptan nasal spray (20 mg/dose) in the acute treatment of cluster headache. Cephalalgia. 1998; 18: 487-9. PMID 9793702.
- ↑ J. A. van Vliet, A. Bahra, V. Martin, N. Ramadan, S. K. Aurora, N. T. Mathew, M. D. Ferrari, and P. J. Goadsby: Intranasal sumatriptan in cluster headache: Randomized placebo-controlled double-blind study. Neurology. 2003; 60: 630 - 633. PMID 12601104.
- ↑ 13,0 13,1 13,2 13,3 13,4 Fachinformation Imigran-Inject 6 mg/0,5 ml Injektionslösung (Sumatriptan), Stand der Information Mai 2026, Abschnitte 4.1, 4.3, 4.4 und 4.5, am 23.09.2026 gelesen. Anwendungsgebiet: „Akute Behandlung von Migräneanfällen mit und ohne Aura sowie Cluster-Kopfschmerz (Horton-Syndrom).“ Im Wortlaut: „Imigran-Inject darf nicht gleichzeitig mit Monoaminooxidase-Hemmern und nicht innerhalb von zwei Wochen nach Abbruch einer Therapie mit einem Monoaminooxidase-Hemmer angewendet werden.“; „In seltenen Fällen wurde über Patienten berichtet, bei denen nach der Einnahme eines selektiven Serotonin-Reuptake-Hemmers (SSRI) und von Sumatriptan ein Serotonin-Syndrom (einschließlich Bewusstseinsveränderungen, autonomer Instabilität und neuromuskulärer Störungen) auftrat. Von einem Serotonin-Syndrom wurde nach gleichzeitiger Behandlung mit Triptanen und Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Hemmern (SNRIs) berichtet. Wenn die gleichzeitige Behandlung mit Sumatriptan und einem SSRI/SNRI aus medizinischen Gründen notwendig ist, sollte der Patient angemessen überwacht werden“; „Bei gemeinsamer Anwendung von Triptanen und pflanzlichen Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können möglicherweise häufiger Nebenwirkungen auftreten.“ Weiter: 4.3: „Sumatriptan darf nicht gleichzeitig mit Ergotamin- oder Ergotaminderivat-haltigen Arzneimitteln (einschließlich Methysergid) oder einem anderen Triptan/5-HT1-Rezeptor-Agonisten angewendet werden“; ebenfalls 4.3: nicht bei Herzinfarkt in der Vorgeschichte, ischämischer Herzkrankheit, koronaren Vasospasmen, peripheren Gefäßerkrankungen, Schlaganfall oder TIA, schweren Leberfunktionsstörungen, mittelschwerem bis schwerem sowie unkontrolliertem leichtem Bluthochdruck; Wartezeiten 4.5: nach Ergotamin oder einem anderen Triptan mindestens 24 Stunden bis Sumatriptan, nach Sumatriptan mindestens 6 Stunden bis Ergotamin und 24 Stunden bis zu einem anderen Triptan; Nebenwirkungen 4.8, sehr häufig: „Vorübergehende Schmerzen an der Injektionsstelle“; häufig u. a. „Schwindel, Schläfrigkeit, Sensibilitätsstörungen einschließlich Parästhesie und Hypästhesie“, „Vorübergehender Blutdruckanstieg kurz nach der Anwendung, Hitzewallungen/Gesichtsrötung (Flushing)“, „Dyspnoe“, „Schweregefühl … inklusive dem Brustkorb und Halsbereich“, „Müdigkeit“; Wirkweise 5.1: „Diese beiden Mechanismen (kraniale Vasokonstriktion und Inhibierung der Aktivität des Trigeminus-Nervs) tragen wahrscheinlich zur Wirkung von Sumatriptan beim Menschen bei.“
- ↑ 14,0 14,1 Fachinformation AscoTop Nasal 5 mg/Dosis Nasenspray (Zolmitriptan), Stand der Information Juni 2023, am 23.09.2026 gelesen. 4.3: Gegenanzeigen u. a. „Mittelschwere oder schwere Hypertonie sowie unzureichend eingestellte leichte Hypertonie“, Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit, Koronarspasmen, arterielle Verschlusskrankheit, Schlaganfall oder TIA, „Kreatinin-Clearance < 15 ml/min“; „Die gleichzeitige Anwendung von Zolmitriptan und Ergotamin, Ergotaminderivaten (einschließlich Methysergid) und anderen 5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten ist kontraindiziert“. 4.5: „Zolmitriptan sollte frühestens 24 Stunden nach Gabe ergotaminhaltiger Arzneimittel angewendet werden. Umgekehrt sollten ergotaminhaltige Arzneimittel frühestens 6 Stunden nach der Anwendung von Zolmitriptan gegeben werden“; „Für Patienten, die MAO-A-Hemmer einnehmen, wird eine maximale Dosis von 5 mg Zolmitriptan innerhalb von 24 Stunden empfohlen. Diese Arzneimittel sollten nicht zusammen angewendet werden, wenn eine höhere Dosis als 2-mal täglich 150 mg Moclobemid eingenommen wird.“; „Patienten, die Cimetidin einnehmen, wird als maximale Dosis 5 mg Zolmitriptan in 24 Stunden empfohlen.“; bei starken CYP1A2-Hemmern „wie Fluvoxamin und Chinolone (z. B. Ciprofloxacin), wird eine Dosisreduktion empfohlen“; Berichte über Symptome eines Serotonin-Syndroms nach SSRI oder SNRI und Triptanen. 4.8: sehr häufig „Störungen des Geschmacksempfindens“; häufig u. a. „Schwindel, Kopfschmerzen, Hyperästhesie, Parästhesie, Schläfrigkeit, Wärmeempfinden“, „Palpitationen“, „Nasenbluten, Beschwerden in der Nasenhöhle“, „Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit“, „Schwächegefühl, Schweregefühl, Engegefühl“. 5.1: „Zolmitriptan erwies sich als selektiver Agonist des 5-HT1B/1D-Rezeptors, der die Gefäßkontraktion vermittelt.“
- ↑ Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Lithiumcarbonat), Teofarma, Stand der Information August 2024, Abschnitt 4.5, am 22.09.2026 gelesen: „Kalzium-Antagonisten (z. B. Diltiazem, Verapamil) Erhöhung der Lithiumtoxizität. Der Serumlithiumspiegel sollte deshalb im unteren therapeutischen Bereich liegen.“; bei „Substanzen, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen können (MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, 5-HT-Agonisten)“: „Das Auftreten eines Serotonin-Syndroms wurde beschrieben“; nichtsteroidale Antirheumatika „z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Indometacin“, COX-2-Hemmer, ACE-Hemmer, Sartane und Metronidazol erhöhen den Lithiumspiegel.
- ↑ Fachinformation Topamax 25 mg/50 mg/100 mg/200 mg Filmtabletten (Topiramat), Stand der Information Dezember 2023, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: „Topiramat ist indiziert bei Erwachsenen zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen nach sorgfältiger Abwägung möglicher alternativer Behandlungsmethoden.“ (daneben Epilepsie; den Cluster-Kopfschmerz nennt 4.1 nicht). 4.2, Migräne: „Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen beträgt 100 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von 25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen, erhöht werden.“; bis 200 mg/Tag möglich, „dennoch wird wegen einer erhöhten Inzidenz an Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten“; Antiepileptika einschließlich Topiramat „sollten … schrittweise abgesetzt werden“. 4.3, Vorbeugung von Migräne: Gegenanzeige „während der Schwangerschaft“ und „bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden“. 4.4: „Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr wichtig. Die Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren“; Schwangerschaftsverhütungsprogramm mit Schwangerschaftstest vor Beginn; Oligohidrose (vermindertes Schwitzen); „Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde während der Topiramat-Behandlung beobachtet.“; suizidbezogene Ereignisse in doppelblinden Studien bei 0,5 % (46 von 8 652) unter Topiramat gegenüber 0,2 % (8 von 4 045) unter Placebo, Patienten sollten „medizinische Hilfe einholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten“; schwerwiegende Hautreaktionen (SJS, TEN); akute Myopie mit sekundärem Engwinkelglaukom, Symptome „das akute Auftreten einer verminderten Sehschärfe und/oder Augenschmerzen“, üblicherweise im ersten Monat; Gesichtsfeld-Ausfälle; metabolische Azidose, die „auf der inhibitorischen Wirkung von Topiramat auf die renale Carboanhydrase“ beruht; Beeinträchtigung der kognitiven Funktion, die „eine Reduktion der Dosierung oder eine Beendigung der Behandlung erforderte“; Hyperammonämie, häufiger zusammen mit Valproinsäure; Gewichtsverlust. 4.5: Lithium: bei Gesunden „eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition (18 % der AUC)“ unter 200 mg/Tag, bei bipolaren Störungen „ein Anstieg in der systemischen Exposition (26 % der AUC) nach Topiramat Dosen bis zu 600 mg/Tag“; „Die Lithiumspiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe mit Topiramat überwacht werden.“; „Es wird empfohlen, dass Topamax nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.“; Johanniskraut: „Gefahr von reduzierten Plasmaspiegeln und folglich einer verringerten Wirksamkeit“; hormonelle Kontrazeptiva: „Möglichkeit einer verminderten kontrazeptiven Wirksamkeit und verstärkter Durchbruchblutungen“, Frauen „sollten darauf hingewiesen werden, zusätzlich auch eine Barrieremethode anzuwenden“; „Phenytoin und Carbamazepin reduzieren die Plasmakonzentration von Topiramat.“; Hydrochlorothiazid: Topiramat Cmax +27 %, AUC +29 %, „kann eine Anpassung der Topiramat-Dosis erfordern“, stärkerer Abfall des Serumkaliums in Kombination; Metformin und Glibenclamid: „besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung“ der Diabeteseinstellung; Warfarin: verkürzte PT/INR, „die INR sorgfältig überwacht werden“; Valproinsäure: Hyperammonämie mit oder ohne Enzephalopathie sowie Hypothermie; Arzneimittel, die Nierensteine begünstigen, „sollten … vermieden werden“; „Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19“ (z. B. Diazepam, Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol); Tabelle 2: Sumatriptan (oral und subkutan) Konzentration unverändert, Topiramat-Konzentration nicht untersucht; ebenso keine Änderung bei Dihydroergotamin, Pizotifen und Venlafaxin. 4.8, häufigste Nebenwirkungen (Inzidenz über 5 % und höher als unter Placebo in mindestens einer Indikation): „Anorexie, verminderter Appetit, Bradyphrenie, Depression, Beeinträchtigung des sprachlichen Ausdrucksvermögens, Insomnie, anomale Koordination, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie, Hypästhesie, Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus, Parästhesie, Somnolenz, Tremor, Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhö, Übelkeit, Fatigue, Reizbarkeit und Gewichtsabnahme“. 5.1: „Der genaue Mechanismus, durch den Topiramat seine antiepileptischen und Migräne prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist unbekannt.“; an kultivierten Nervenzellen Blockade des Natriumkanals, Verstärkung der GABA-Wirkung an GABA-A-Rezeptoren, Hemmung des Kainat/AMPA-Subtyps des Glutamatrezeptors, schwache Hemmung einiger Isoenzyme der Carboanhydrase.
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