Kalziumantagonisten

Version vom 23. September 2026, 03:08 Uhr von Cezary (Diskussion | Beiträge) (Hinweis neben „zahlreichen Studien“; Formulierung „statistisch gesichert“)

Kalziumantagonisten blockieren die sogenannten Kalziumkanäle an den glatten Muskelzellen, was deren Aktivität abdämpft. Ebenso werden die Kalziumkanäle an den Nervenzellen beeinflusst, was in der Migräne-Forschung an Bedeutung gewonnen hat und auch in der Prophylaxe des CKS eine Rolle spielen könnte. Verapamil ist so ein Kalziumantagonist und wurde ursprünglich zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen entwickelt. Wie bei allen vorbeugenden Therapien des Cluster-Kopfschmerzes, ist die Wirksamkeit der Medikamente eher zufällig erkannt worden, da sie initial für ein anderes therapeutisches Spektrum gedacht waren. In zahlreichen Studien wurde die Wirksamkeit dann aber untersucht und belegt.

Stand 2026: Die hier geprüften doppelblinden Studien dazu sind eine mit 30 Menschen gegen Scheinmedikament (Leone 2000) und ein Vergleich mit Lithium (Bussone 1990).[1][2] Siehe unten.

Stand 2026: Was die Studien zu Verapamil zeigen

Ergänzt am 23.09.2026. Der Text oben bleibt stehen. Das ersetzt keine ärztliche Beratung.

  • Gegen Scheinmedikament (Leone 2000): 30 Menschen mit episodischem Cluster-Kopfschmerz. 15 bekamen 3-mal täglich 120 mg Verapamil, 15 ein Scheinmedikament, jeweils 14 Tage lang. Unter Verapamil gab es statistisch gesichert weniger Attacken, und es wurden weniger Akutmittel gebraucht. Die Nebenwirkungen waren leicht.[1]
  • Gegen Lithium (Bussone 1990): Menschen mit chronischem Cluster-Kopfschmerz bekamen nacheinander Verapamil und Lithium, ohne zu wissen, welches Mittel gerade dran war. Beide wirkten vorbeugend. Verapamil hatte weniger Nebenwirkungen und wirkte schneller. Wie hoch der Wirkstoff im Blut war, hing nicht mit der Wirkung zusammen.[2]
  • Zulassung: Laut Fachinformation ist Verapamil für Herzkrankheiten und Bluthochdruck zugelassen; Cluster-Kopfschmerz steht dort nicht unter den Anwendungsgebieten.[3] Wie Verapamil trotzdem verordnet werden kann, welche Mengen üblich sind und welche EKG-Kontrollen empfohlen werden, steht auf den Seiten Verapamil und AV-Blockierung.

Externe Links



Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Leone M, D'Amico D, Frediani F u. a. (2000). "Verapamil in the prophylaxis of episodic cluster headache: a double-blind study versus placebo". Neurology 54 (6): 1382–1385. doi:10.1212/wnl.54.6.1382. PMID 10746617.  Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.
  2. ↑ 2,0 2,1 Bussone G, Leone M, Peccarisi C u. a. (1990). "Double blind comparison of lithium and verapamil in cluster headache prophylaxis". Headache 30 (7): 411–417. doi:10.1111/j.1526-4610.1990.hed3007411.x. PMID 2205598.  Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.
  3. ↑ Fachinformation Isoptin 120 mg Filmtabletten (Verapamil), Stand der Information April 2022, gelesen am 23.09.2026: Anwendungsgebiete (4.1) sind koronare Herzkrankheit, bestimmte Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck; Cluster-Kopfschmerz ist nicht genannt.

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