Wirkstoff und Fachinformation

Was ist Rotigotin? Ein Wirkstoff, der wie der Botenstoff Dopamin wirkt (ein sogenannter Dopamin-Agonist). Er wird als Pflaster auf die Haut geklebt. Die Fachinformation für Neupro 1 mg und 3 mg nennt als Anwendungsgebiet das mittelschwere bis schwere Restless-Legs-Syndrom bei Erwachsenen. Cluster-Kopfschmerz ist kein Anwendungsgebiet.[1]

Was es zum Cluster-Kopfschmerz gibt:

  • Ein Einzelfall (2013): Ein 43-jähriger Mann mit schwer behandelbarem chronischem Cluster-Kopfschmerz besserte sich unter dem Rotigotin-Pflaster. Ein Nervenreflex am Auge (Blinkreflex), der sich vor der Behandlung auffällig verhielt, normalisierte sich. Die Autoren schlagen Rotigotin als mögliche weitere Behandlung vor.[2]
  • Dieselbe Arbeitsgruppe hat 2015 auf einem Kongress eine kleine Fallserie vorgestellt; eine Zusammenfassung dazu liegt in der Datenbank nicht vor.[3]
  • Studien mit Vergleichsgruppe wurden bei einer Suche in Europe PMC am 23.09.2026 nicht gefunden. Ob Rotigotin beim Cluster-Kopfschmerz wirkt, ist damit nicht belegt.

Wichtige Warnhinweise laut Fachinformation: plötzliches Einschlafen im Alltag, auch ohne Vorwarnung, und Störungen der Impulskontrolle (zum Beispiel ein kaum zu bremsender Drang zu bestimmten Handlungen). Darauf soll regelmäßig geachtet werden.[1]

Wechselwirkungen laut Fachinformation: Neuroleptika (Mittel gegen Psychosen) und das Mittel gegen Übelkeit Metoclopramid können die Wirkung von Rotigotin abschwächen; sie sollen nicht gleichzeitig angewendet werden. Vorsicht gilt bei Beruhigungsmitteln und anderen dämpfenden Mitteln, etwa Benzodiazepinen (Beruhigungs- und Schlafmitteln), Mitteln gegen Psychosen oder gegen Depressionen, und bei Alkohol, weil sich die dämpfende Wirkung addieren kann. Die Pille (Ethinylestradiol und Levonorgestrel) wurde in einer Studie nicht beeinflusst.[4] Auch die Fachinformation von Olanzapin schreibt, dass Olanzapin die Wirkung von Dopamin-Agonisten abschwächen kann; Rotigotin ist ein solcher Dopamin-Agonist.[5] Die anderen Cluster-Mittel: Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.

Literatur

  • Di Lorenzo, C.; Coppola, G.; Pierelli, F. (May 2013). "A case of cluster headache treated with rotigotine: Clinical and neurophysiological correlates.". Cephalalgia. doi:10.1177/0333102413490346. PMID 23709498. 

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Fachinformation Neupro 1 mg/24 h, 3 mg/24 h (Rotigotin, Pflaster), Stand der Information Januar 2025, gelesen am 23.09.2026. 4.1: „Neupro wird eingesetzt zur symptomatischen Behandlung des mittelschweren bis schweren idiopathischen Restless-Legs- Syndroms (RLS) bei Erwachsenen.“ 4.4: „Rotigotin wird mit Somnolenz und Episoden plötzlichen Einschlafens in Verbindung gebracht. Es wurde von plötzlichen Schlafattacken während der Verrichtung von Alltagsaktivitäten berichtet, in manchen Fällen ohne erkennbare Warnsignale.“; „Patienten sollten regelmäßig auf die Entwicklung von Impulskontrollstörungen und anderen ähnlichen Störungen, einschließlich des Dopamin-Dysregulationssyndroms, hin überwacht werden.“ (Andere Stärken von Neupro haben eigene Fachinformationen; hier nicht ausgewertet.)
  2. ↑ Di Lorenzo C, Coppola G, Pierelli F (2013). "A case of cluster headache treated with rotigotine: clinical and neurophysiological correlates". Cephalalgia 33 (15): 1272–1276. doi:10.1177/0333102413490346. PMID 23709498.  Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.
  3. ↑ Di Lorenzo C, Coppola G, Rossi P, Pierelli F (2015). "O060. Rotigotine improves drug-resistant cluster headache: a case series". J Headache Pain 16 (Suppl 1): A106. doi:10.1186/1129-2377-16-S1-A106.  Kongress-Kurzfassung (PMC4759338), in Europe PMC ohne Zusammenfassung. Am 23.09.2026 gefunden.
  4. ↑ Fachinformation Neupro 1 mg/24 h, 3 mg/24 h (Rotigotin, Pflaster), Stand der Information Januar 2025, Abschnitt 4.5, gelesen am 23.09.2026. Im Wortlaut: „Da es sich bei Rotigotin um einen Dopaminagonisten handelt, ist davon auszugehen, dass Dopaminantagonisten wie Neuroleptika (z. B. Phenothiazine, Butyrophenone, Thioxanthene) oder Metoclopramid die Wirksamkeit von Neupro abschwächen können. Daher sollte eine gleichzeitige Anwendung vermieden werden.“; „Aufgrund möglicher additiver Effekte ist Vorsicht geboten, wenn Patienten Sedativa oder andere das ZNS (Zentralnervensystem) dämpfende Substanzen (z. B. Benzodiazepine, Antipsychotika, Antidepressiva) sowie Alkohol in Kombination mit Rotigotin einnehmen.“; „Die gleichzeitige Anwendung von Rotigotin (3 mg/24 h) führte zu keiner Beeinträchtigung der Pharmakodynamik und Pharmakokinetik oraler Kontrazeptiva (0,03 mg Ethinylestradiol, 0,15 mg Levonorgestrel).“
  5. ↑ Fachinformation ZYPREXA (Olanzapin), Stand der Information 02/2024, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: Schizophrenie; mäßig schwere bis schwere manische Episoden; Phasenprophylaxe bei bipolarer Störung. 4.3: „Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms.“ 4.4: bei Demenz-assoziierten Psychosen nicht empfohlen, weil Sterblichkeit und Risiko zerebrovaskulärer Ereignisse erhöht sind. 4.5: „Der Metabolismus von Olanzapin kann durch Rauchen und Carbamazepin induziert werden.“; unter Fluvoxamin stieg die Olanzapin-AUC um 52 Prozent (weibliche Nichtraucher) bzw. 108 Prozent (männliche Raucher), bei Fluvoxamin oder einem anderen CYP1A2-Hemmer wie Ciprofloxacin eine niedrigere Dosis erwägen; Aktivkohle senkt die Bioverfügbarkeit um 50 bis 60 Prozent; „Olanzapin kann die Wirkung von direkten und indirekten Dopamin-Agonisten abschwächen.“; Vorsicht bei Alkohol und zentral dämpfenden Arzneimitteln und bei Mitteln, die das QTc-Intervall verlängern; keine Wechselwirkungen mit Lithium. 4.8, am häufigsten: „Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, Eosinophilie, erhöhte Prolaktin-, Cholesterin-, Glukose- und Triglyceridspiegel“, Zunahme des Appetits, Schwindel, Akathisie, Parkinsonismus, orthostatische Hypotonie, anticholinerge Effekte u. a. 5.1: Affinität u. a. zu Serotonin-5HT2A/2C-, Dopamin-, Muskarin-, α1-adrenergen und Histamin-H1-Rezeptoren.

Externe Links


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