lat. "ungefähr ein Tag lang". Beschreibt die "biologische Uhr" des Menschen, wird hormonell vom Hypothalamus zentral gesteuert.

Der circadiane Rhythmus des Menschen dauert, unter sorgfältig kontrolliertem Licht gemessen, im Mittel 24,18 Stunden, also gut 24 Stunden.[1] Er wird u.a. lichtabhängig durch das Hormon Melatonin, einem Derivat des Serotonins aus der Epiphyse mitgesteuert. Mehr dazu unten.

Die innere Uhr im Hypothalamus gilt als ein Baustein bei der Entstehung des Cluster-Kopfschmerzes – neben der Aktivierung des trigemino-autonomen Systems (Trigeminusnerv und vegetative Nerven) mit der Freisetzung mehrerer Botenstoffe, genetischen Varianten und dem mesolimbischen System, einem Netzwerk im Gehirn, das unter anderem an Belohnung und Motivation beteiligt ist. Insgesamt ist die Entstehung vielschichtig und noch nicht vollständig verstanden.[2]

Innere Uhr und Cluster-Kopfschmerz

  • Wie lang ist der innere Tag? Unter sorgfältig kontrolliertem Licht gemessen, dauert der eigene Takt der inneren Uhr beim Menschen im Mittel 24,18 Stunden, also gut 24 Stunden – bei jüngeren und älteren Menschen gleich. Ältere Angaben von etwa 25 Stunden stammen laut den Autoren aus Studien, in denen Licht die Messung verfälscht haben kann.[1]
  • Attacken nach der Uhr: Eine Auswertung von 16 Studien mit 4.953 Menschen fand bei 70,5 % (etwa 7 von 10) ein Tagesmuster der Attacken, mit einer Häufung zwischen 21 und 3 Uhr. Übers Jahr gab es Häufungen im Frühling und im Herbst. Menschen mit Cluster-Kopfschmerz hatten in den Studien niedrigere Melatonin- und höhere Cortisol-Werte. Auch Gene der inneren Uhr (CLOCK, REV-ERBα) wurden mit dem Cluster-Kopfschmerz in Verbindung gebracht.[3]
  • Nicht bei allen gleich: In einer großen US-Befragung begannen die meisten Attacken zwischen frühem Abend und frühem Morgen, am häufigsten zwischen Mitternacht und 3 Uhr. Die Autoren schreiben aber auch, der Tagesrhythmus sei in der Gesamtgruppe nicht so ausgeprägt wie früher angenommen.[4]
  • Mehr dazu: Cluster-Kopfschmerz und Schlaf, Melatonin, Hypothalamus.

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 Czeisler CA, Duffy JF, Shanahan TL u. a. (1999). "Stability, precision, and near-24-hour period of the human circadian pacemaker". Science 284 (5423): 2177–2181. doi:10.1126/science.284.5423.2177. PMID 10381883.  Im Wortlaut: „the intrinsic period of the human circadian pacemaker averages 24.18 hours in both age groups“; frühere Angaben (Median 25,2 Stunden, Körpertemperatur im Mittel 25 Stunden) beruhten laut den Autoren auf Studien, in denen Licht die Messung verfälscht haben kann. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.
  2. ↑ Coppola G, Arruda MA, Ashina M u. a. (2025). "Hallmarks of primary headache: part 3 – cluster headache". J Headache Pain 26 (1): 196. doi:10.1186/s10194-025-02145-6. PMID 41039211.  Frei lesbar (PMC12490097). Im Wortlaut: „Key pathogenic characteristics include the activation of the trigeminal-autonomic system with the release of several neuropeptides, the involvement of the hypothalamus in regulating the circadian rhythm, genetic variants, and the mesolimbic system.“; „CH is characterised by a complex, multifactorial, pathophysiology that is still not fully understood.“ Am 23.09.2026 geprüft.
  3. ↑ Benkli B, Kim SY, Koike N u. a. (2023). "Circadian Features of Cluster Headache and Migraine: A Systematic Review, Meta-analysis, and Genetic Analysis". Neurology 100 (22): e2224–e2236. doi:10.1212/wnl.0000000000207240. PMID 36990725.  Frei lesbar (PMC10259280). Im Wortlaut: „a circadian pattern of attacks in 70.5% (3,490/4,953) of participants across 16 studies, with a clear circadian peak between 21:00 and 03:00 and circannual peaks in spring and autumn“. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.
  4. ↑ Rozen TD, Fishman RS (2012). "Cluster headache in the United States of America: demographics, clinical characteristics, triggers, suicidality, and personal burden". Headache 52 (1): 99–113. doi:10.1111/j.1526-4610.2011.02028.x. PMID 22077141.  Im Wortlaut: „peak time of headache onset between midnight and 3 am; the circadian periodicity for cluster headache is present but is not as predominant in the population as previously thought“. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.

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