Lithium

Version vom 24. September 2026, 08:59 Uhr von Cezary (Diskussion | Beiträge) (DGN-Leitlinie 2015: Hinweis auf die angemeldete Neufassung, aktuelle Adressen; Kasten „Auf einen Blick“ ergänzt; Prüfdatum im Kasten „Auf einen Blick“)
Auf einen Blick
  • Nur zweite Wahl zur Vorbeugung: Lithium wird schlechter vertragen als Verapamil und gilt als Mittel der zweiten Wahl; die Leitlinien sehen es vor allem für den chronischen Cluster-Kopfschmerz vor, wenn andere Mittel nicht wirken oder nicht infrage kommen. Die Belege stammen nur aus sehr kleinen und offenen Studien, und eine Studie mit Scheinmedikament (Placebo) zeigte beim episodischen Verlauf keinen Effekt (Wirksamkeit).
  • Die Zulassung hängt am Präparat: Zur Vorbeugung des Cluster-Kopfschmerzes sind in Deutschland nur Lithium-Präparate zugelassen, aber nicht jedes: Quilonum retard nennt den Cluster-Kopfschmerz, Hypnorex retard nicht. Man kann in Apotheke oder Praxis nachfragen, welches Präparat es ist, denn die Kostenübernahme hängt daran.
  • Nur mit regelmäßigen Kontrollen: Zwischen Wirkung und Vergiftung liegt nur ein enger Bereich. Die Behandlung gehört zu erfahrenen Fachärzten; der Lithiumspiegel im Blut wird überwacht, Nieren, Schilddrüse und Elektrolyte (Blutsalze) werden regelmäßig kontrolliert. Viel zu trinken ist nötig, weil sich Lithium sonst anreichern kann.
  • Vorsicht bei anderen Mitteln: Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Indometacin und einige weitere Arzneimittel erhöhen den Lithiumspiegel und können zur Vergiftung führen. Zusammen mit Triptanen wurde ein Serotonin-Syndrom beschrieben, unter anderem mit Bewusstseinsstörung, Muskelzucken und Zittern (Wechselwirkungen).
  • Nebenwirkungen und Gegenanzeigen: Bei der Mehrzahl der Behandelten tritt ein feines Zittern auf, das den Alltag einschränken kann. Lithium sollte bei Erkrankungen der Nieren, des Herz-Kreislauf-Systems, der Schilddrüse oder der Muskeln nicht eingesetzt werden, und Quilonum retard darf laut Fachinformation nicht in der Schwangerschaft angewendet werden (Gegenanzeigen).
Zuletzt gegen die Quellen geprüft: 24. September 2026 · Wie wir prüfen

Lithium ist ein chemisches Element mit pharmakologischen Eigenschaften. Lithiumsalze werden als Medikamente zum Beispiel gegen Bipolare Störungen und Depressionen eingesetzt und auch in der vorbeugenden Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes verwendet.

Zur vorbeugenden Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes sind in Deutschland nach dem Arzneimittelrecht nur Lithium-Präparate zugelassen (Lithiumacetat, Lithiumcarbonat).[1][2] Die Zulassung hängt dabei am einzelnen Präparat, nicht am Wirkstoff: Quilonum retard (Lithiumcarbonat) führt in seiner Fachinformation vom August 2024 als Anwendungsgebiet: „Anfallsweise auftretender oder chronischer Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)“.[3] Das ebenfalls Lithiumcarbonat enthaltende Hypnorex retard nennt den Cluster-Kopfschmerz nicht.[4] Wer Lithium gegen Cluster-Kopfschmerz bekommt, kann also in der Apotheke oder Praxis nachfragen, welches Präparat es ist — die Kostenübernahme hängt daran. Die Wirkungsweise ist unbekannt, es wird vermutet, dass die Serotonin-Regelkreise beeinflusst werden.[5]

Wirksamkeit

Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von Lithium bei Cluster-Kopfschmerz sind der des Verapamils unterlegen, so dass es nur ein Mittel der zweiten Wahl ist, aber probiert werden sollte, wenn Verapamil nicht wirksam ist. Lithiumtherapien sollten nur von versierten Fachärzten durchgeführt werden. Eine Behandlung mit Lithium muss über den Plasmaspiegel überwacht werden.[6][7] Nach der europäischen Leitlinie von 2023 gilt: Der Spiegel darf 1,2 mmol/l nicht überschreiten, mindestens 0,4 mmol/l scheinen für die Wirkung nötig, ideal seien 0,6 bis 0,8 mmol/l — gemessen früh am Morgen, zwölf Stunden nach der letzten Einnahme. Vor Beginn gehören Elektrolyte, Nieren- und Schilddrüsenwerte, eine Urinuntersuchung und ein EKG dazu, danach regelmäßige Kontrollen von Nieren- und Schilddrüsenfunktion und Elektrolyten. Als Dosis nennt sie 600 bis 1.500 mg täglich, beginnend mit 400 mg und nach vier Tagen 2 × 400 mg; die Wirkung trete innerhalb von ein bis zwei Wochen ein.[8]

Lithiumcarbonat ist in einer täglichen Dosis zwischen 600 und 1.500 mg in mehreren offenen Studien zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes untersucht worden. Die Ergebnisse dieser Studien mit insgesamt 106 Patienten wurden von Karl Ekbom 1981 in einer Übersichtsarbeit zusammengefasst.[9] Einige Studien geben eine dem Verapamil vergleichbare Wirkungsamkeit von 70% an.[10] Eine jüngere placebo-kontrollierte Studie zeigte dagegen keinen Effekt von Lithium beim episodischen Cluster-Kopfschmerz.[11] In einer doppelblinden crossover Studie zeigten Lithium und Verapamil eine ähnliche Wirksamkeit beim chronischen Cluster-Kopfschmerz mit einem rascheren Wirkungseintritt und einer besseren Verträglichkeit von Verapamil.[12]

Die Verwendung von Lithium beim Cluster-Kopfschmerz beruht nur auf sehr kleinen und auf offenen Studien, deren positive Ergebnisse für den chronischen Cluster-Kopfschmerz mehr überzeugend sind. Darum wird Lithium von den nationalen und europäischen Leitlinien zur Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes besonders für den chronischen Cluster-Kopfschmerz empfohlen, wenn andere Substanzen nicht wirksam oder kontraindiziert sind.[7][13] Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ist seit Mai 2020 abgelaufen. Die europäische Leitlinie von 2023 bleibt bei dieser Einordnung und begründet sie ausdrücklich: Die breite Anwendung beruhe auf kleinen, älteren und offenen Studien, das Verzerrungsrisiko sei hoch, und wegen des engen Bereichs zwischen Wirkung und Vergiftung solle Lithium „only be used in cluster patients who do not respond to verapamil“.[8] Der Einsatz von Lithium zur Prophylaxe des Cluster-Kopfschmerzes ist als gut etabliert anzusehen, wird aber trotz der arzneimittelrechtlichen Zulassung nicht durch placebokontrollierte Studien oder eine gute Verträglichkeit und hohe Sicherheit gestützt.[1]

In einer Patientenbefragung beantworteten 65 Probanden, die am Cluster-Kopfschmerz leiden, die Frage nach der Wirksamkeit von Lithium: 24,6% der Teilnehmer berichteten von einer guten Wirksamkeit dieses Medikamentes. 31% der Patienten mit einer episodischen Verlaufsform hatten eine gute Wirkung. Der Anteil der chronischen Cluster-Kopfschmerzpatienten mit einer guten Wirkung betrug 19,4%. 43,1% der Probanden bemerkten keinen Wirkeffekt durch das Lithium. 32,3% der Patienten berichteten einen mäßigen Wirkeffekt.[14]

Wechselwirkungen

Nach der aktuellen Fachinformation von Quilonum retard[3] gilt: Bei Kalzium-Antagonisten wie Verapamil heißt es: „Erhöhung der Lithiumtoxizität. Der Serumlithiumspiegel sollte deshalb im unteren therapeutischen Bereich liegen.“ Eine Kombination von Lithium mit Verapamil zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz ist also möglich.[15] Bei gleichzeitiger Einnahme von „5-HT-Agonisten“ — dazu gehören die Triptane — wurde ein Serotonin-Syndrom beschrieben: Bewusstseinsstörung, Ruhelosigkeit, Muskelzucken, gesteigerte Reflexe, Schweißausbruch, Frösteln und Zittern; dann ist die gesamte Medikation abzusetzen. Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR — genannt sind unter anderem Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Indometacin — sowie ACE-Hemmer, Sartane und Metronidazol erhöhen den Lithiumspiegel und können zur Vergiftung führen. Die europäische Leitlinie hebt Indometacin eigens hervor: Soll bei Verdacht auf eine Paroxysmale Hemikranie mit Indometacin geprüft werden, muss Lithium vorher abgesetzt werden.[8] Diuretika und Neuroleptika sollten nur unter besonderer Vorsicht während einer Lithiumtherapie eingesetzt werden.[16]

Aus den Fachinformationen anderer Cluster-Mittel: Die Fachinformation von Verapamil (Isoptin) berichtet, dass Lithium zusammen mit Verapamil stärker aufs Nervensystem wirken kann, bei gleichem oder steigendem Lithiumspiegel; Verapamil hat aber auch schon zu einer Senkung des Lithiumspiegels geführt. Wer beides nimmt, soll deshalb engmaschig beobachtet werden.[17] Auch mit Topiramat kann der Lithiumspiegel sinken oder steigen; die Topamax-Fachinformation verlangt, ihn zu überwachen.[18] Die geprüfte Fachinformation eines Prednisolon-Präparats nennt keine Wechselwirkung mit Lithium.[19] Alle Wechselwirkungen von Lithium als Tabelle: Lithium im Vergleich der Cluster-Mittel.

Kontraindikationen

Lithium sollte bei Nierenfunktionsstörung, Herz-/Kreislauferkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen oder bei Muskelerkrankungen nicht eingesetzt werden. Bei Psoriasis-Patienten (Schuppenflechte) kann Lithium akute Entzündungsschübe auslösen.[16]

Schwangerschaft: „Quilonum retard darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden.“ Die Fachinformation begründet das so: „Ein erhöhtes Fehlbildungs- und Komplikationsrisiko durch Lithium kann nicht ausgeschlossen werden.“[3] Vor Beginn der Behandlung soll eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung sicher verhütet werden. Tritt trotzdem eine Schwangerschaft ein, kann die Behandlung fortgeführt werden, „wenn es für den Patienten unbedingt erforderlich erscheint“ — dann mit einer genauen Ultraschalluntersuchung des Kindes und seines Herzens noch im ersten Schwangerschaftsdrittel, eng kontrollierten Blutspiegeln und einer um 30 bis 50 Prozent (also etwa ein Drittel bis die Hälfte) verringerten Dosis in der Woche vor der Geburt; mit Beginn der Wehen soll Lithium ganz abgesetzt werden.[3] Embryotox, das Beratungszentrum der Berliner Charité für Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit, beschreibt Lithium als schwaches Teratogen, also als Mittel, das Fehlbildungen verursachen kann: Bei etwa 1 von 100 bis 1 von 1000 Kindern, die im ersten Schwangerschaftsdrittel damit in Berührung kamen, traten Herzfehlbildungen auf.[20]

Stillzeit: Nach der Fachinformation sollen Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden; in den ersten zwei Lebenswochen soll die Muttermilch abgepumpt und verworfen werden.[3] Embryotox rät, über das Stillen im Einzelfall zu entscheiden: Säuglinge können besonders leicht austrocknen, etwa bei Fieber oder Trinkschwäche, und dann kann der Lithiumspiegel schnell giftig werden.[20] Eine Übersichtsarbeit von 2009 hatte Lithium in der Stillzeit noch zu den bevorzugten Vorbeugemitteln beim Cluster-Kopfschmerz gezählt.[21] Mehr dazu und zu den anderen Mitteln: Cluster-Kopfschmerz, Schwangerschaft, Kinder- und Jugendmedizin.

Unerwünschte Wirkungen

In der klinischen Praxis ist die häufigste Nebenwirkung ein feinschlägiges Zittern (Tremor), das bei der Mehrzahl der Patienten auftritt und Alltagshandlungen relevant einschränken kann. Weitere mögliche unerwünschte Wirkungen von Lithium sind Müdigkeit, Nachlassen von Vitalität, Verwirrtheit, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Veränderung des Blutbildes und Muskelschwäche, Veränderung der Schilddrüse, Kropfbildung, Hyperthyreose, Übelkeit und Veränderung des Stuhlganges, Niereninsuffizienz sowie vermehrtes Wasserlassen und allergische Reaktionen. Viel Trinken ist bei der Einnahme von Lithium notwendig, da es sonst zu einer Lithiumanreicherung kommen kann, die zu verstärkten Nebenwirkungen führt. Als Langzeitnebenwirkungen treten vor allem Störungen der Schilddrüsenfunktion und Kleinhirnfunktionsstörungen auf. Lithium kann die Funktion der Purkinje-Zellen des Kleinhirns beeinträchtigen.[1]

Die Gebrauchs- und Fachinformationen der Hersteller enthalten weitere wichtige Informationen zur Kontrolle der Behandlung und zu unerwünschten Wirkungen, Kontraindikationen, Interaktionen, Warnhinweisen und Vorsichtsmassnahmen.

Handelsnamen

  • Lithiumacetat: Quilonum®, Lithium-SB®
  • Lithiumcarbonat: Quilonum retard®, Lithium-SB retard®, Quilonorm retard®

Siehe auch:

Literatur

  • Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020; eine Neufassung ist angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026. - Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
  • Evers, S.: Lithium beim Clusterkopfschmerz. Internistische Praxis. 2012; 52(2): 397-8.
  • Stochino, ME.; Deidda, A.; Asuni, C.; Cherchi, A.; Manchia, M.; Del Zompo, M. (Jun 2012). "Evaluation of Lithium Response in Episodic Cluster Headache: A Retrospective Case Series.". Headache. doi:10.1111/j.1526-4610.2012.02183.x. PMID 22670710. 
  • Bussone G, Leone M, Peccarisi C, Micieli G, Granella F, Magri M, Manzoni GC, Nappi G (June 1990). "Double blind comparison of lithium and verapamil in cluster headache prophylaxis". Headache 30 (7): 411–7. doi:10.1111/j.1526-4610.1990.hed3007411.x. PMID 2205598. 
  • Manzoni GC, Bono G, Lanfranchi M, Micieli G, Terzano MG, Nappi G (June 1983). "Lithium carbonate in cluster headache: assessment of its short- and long-term therapeutic efficacy". Cephalalgia 3 (2): 109–14. doi:10.1046/j.1468-2982.1983.0302109.x. PMID 6409415. 
  • Bussone G, Boiardi A, Merati B, Crenna P, Picco A (September 1979). "Chronic cluster headache: response to lithium treatment". J. Neurol. 221 (3): 181–5. doi:10.1007/BF00313049. PMID 91671. 
  • Ekbom K (March 1977). "Lithium in the treatment of chronic cluster headache". Headache 17 (1): 39–40. PMID 845026.  Editorial.
  • Kudrow L (March 1977). "Lithium prophylaxis for chronic cluster headache". Headache 17 (1): 15–8. PMID 845021. 
  • Cruceanu C, Alda M, Turecki G (2009). "Lithium: a key to the genetics of bipolar disorder". Genome Med 1 (8): 79. doi:10.1186/gm79. PMID 19691823. 
  • Flood S, Bodenham A.: Lithium: mimicry, mania, and muscle relaxants. Contin Educ Anaesth Crit Care Pain. (2010) 10 (3): 77-80. DOI
  • McKnight, RF.; Adida, M.; Budge, K.; Stockton, S.; Goodwin, GM.; Geddes, JR. (Feb 2012). "Lithium toxicity profile: a systematic review and meta-analysis.". Lancet 379 (9817): 721-8. doi:10.1016/S0140-6736(11)61516-X. PMID 22265699. 
  • Pasquali L, Busceti CL, Fulceri F, Paparelli A, Fornai F (September 2010). "Intracellular pathways underlying the effects of lithium". Behav Pharmacol 21 (5-6): 473–92. doi:10.1097/FBP.0b013e32833da5da. PMID 20700048. 

Externe Links

  • Lithiumratgeber (Link entfernt, Stand 23.09.2026: die Adresse steht heute zum Verkauf)

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Bewertung der Expertengruppe Off-Label im Bereich Neurologie/Psychiatrie nach § 35b Abs. 3 SGB V zur Anwendung von „Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes.“ 05.07.2011, PDF-Datei
  2. ↑ Das Portal für Arzneimittelinformationen des Bundes und der Länder: http://www.pharmnet-bund.de/ 06.02.2011
  3. ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Lithiumcarbonat), Teofarma, Stand der Information August 2024, Zul.-Nr. 17202.00.01; Abschnitte 4.1, 4.4, 4.5 und 4.6. Am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen.
  4. ↑ Fachinformation Hypnorex retard 400 mg Retardtabletten (Lithiumcarbonat), letzte Aktualisierung 01.11.2024, Abschnitt 4.1; gelesen am 22.09.2026 über mediately.co.
  5. ↑ Lambru G, Matharu M (January 2011). "Serotonergic Agents in the Management of Cluster Headache". Curr Pain Headache Rep. doi:10.1007/s11916-011-0176-4. PMID 21271306. 
  6. ↑ Manzoni GC, Bono G, Lanfranchi M, Micieli G, Terzano MG, Nappi G (June 1983). "Lithium carbonate in cluster headache: assessment of its short- and long-term therapeutic efficacy". Cephalalgia 3 (2): 109–14. doi:10.1046/j.1468-2982.1983.0302109.x. PMID 6409415. 
  7. ↑ 7,0 7,1 Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020; eine Neufassung ist angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026. - Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
  8. ↑ 8,0 8,1 8,2 May A, Evers S, Goadsby PJ u. a.: European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache. Eur J Neurol 2023;30(10):2955–2979, PMID 37515405. Volltext in der frei zugänglichen Fassung, am 22.09.2026 gelesen: Abschnitt zu Lithium (Seiten 2968–2969) und Tabelle 17 (Seite 2973).
  9. ↑ Ekbom K (July 1981). "Lithium for cluster headache: review of the literature and preliminary results of long-term treatment". Headache 21 (4): 132–9. doi:10.1111/j.1526-4610.1981.hed2104132.x. PMID 7021473. 
  10. ↑ May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC (June 2005). "Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft". Schmerz 19 (3): 225–41. doi:10.1007/s00482-005-0397-8. PMID 15887001.  DMKG: PDF-Datei
  11. ↑ Steiner TJ, Hering R, Couturier EG, Davies PT, Whitmarsh TE (October 1997). "Double-blind placebo-controlled trial of lithium in episodic cluster headache". Cephalalgia 17 (6): 673–5. doi:10.1046/j.1468-2982.1997.1706673.x. PMID 9350389. 
  12. ↑ Bussone G, Leone M, Peccarisi C, Micieli G, Granella F, Magri M, Manzoni GC, Nappi G (June 1990). "Double blind comparison of lithium and verapamil in cluster headache prophylaxis". Headache 30 (7): 411–7. doi:10.1111/j.1526-4610.1990.hed3007411.x. PMID 2205598. 
  13. ↑ May A, Leone M, Áfra J, Linde M, Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. European Journal of Neurology. 2006; 13: 1066–1077. PMID 16987158, PDF-Datei DOI
  14. ↑ Dissertation Jens Fleßner: Epidemiologie und Verlauf von Patienten mit Clusterkopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Münster 2010 (ZIP-Datei)
  15. ↑ Diener HC, Göbel H, Grotemeyer KH, Pfaffenrath V.: Therapie des Clusterkopfschmerzes. Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft. Dt. Ärzteblatt. Oktober 1998; 95(44): A-2760-2769. URL
  16. ↑ 16,0 16,1 Fachinformationen Quilonum® (RTF-Datei) 12.02.2011. Die Adresse liefert inzwischen „404 Not Found“ (geprüft am 22.09.2026); die aktuelle Fachinformation ist unter „Externe Links“ verlinkt
  17. ↑ Fachinformation Isoptin 120 mg Filmtabletten (Verapamil), Stand der Information April 2022, am 23.09.2026 gelesen. 4.5: „Verapamil hemmt CYP3A4 und P-Glycoprotein (P-gp).“; Lithium: „eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber den Lithium-Effekten (Neurotoxizität) gemeldet; die Lithiumspiegel waren dabei unverändert oder stiegen an. Die Gabe von Verapamil hat jedoch auch zur Senkung der Lithiumspiegel … geführt. Patienten, die beide Wirkstoffe erhalten, sollten daher engmaschig beobachtet werden.“; Betarezeptorenblocker (z. B. Metoprolol, Propranolol) und andere Antiarrhythmika: „Gegenseitige Verstärkung der kardiovaskulären Wirkungen (höhergradige AV-Blockierung, höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzinsuffizienz, verstärkte Blutdrucksenkung)“; „Die gleichzeitige Anwendung mit Ivabradin ist … kontraindiziert.“; Statine: bei Simvastatin in höheren Dosen „ist das Risiko einer Myopathie/Rhabdomyolyse erhöht“; Grapefruitsaft erhöht die Verapamil-Konzentration; Alkohol: „Verstärkung der Alkoholwirkung“; Acetylsalicylsäure: „Verstärkte Blutungsneigung“; direkte orale Gerinnungshemmer und Dabigatran: höhere Spiegel, Blutungsrisiko; Digoxin: Dosis verringern; Colchicin: gleichzeitige Einnahme „wird nicht empfohlen“; Carbamazepin: erhöhte Spiegel; Antihypertensiva: „Risiko eines übermäßigen Blutdruckabfalls“. 4.8: „Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Schwindel- bzw. Benommenheitsgefühl, gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Verstopfung, abdominale Beschwerden), außerdem Bradykardie, Tachykardie, Palpitationen, Hypotonie, Flush, periphere Ödeme sowie Müdigkeit.“ Häufigkeitsangaben: „Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen“.
  18. ↑ Fachinformation Topamax 25 mg/50 mg/100 mg/200 mg Filmtabletten (Topiramat), Stand der Information Dezember 2023, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: „Topiramat ist indiziert bei Erwachsenen zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen nach sorgfältiger Abwägung möglicher alternativer Behandlungsmethoden.“ (daneben Epilepsie; den Cluster-Kopfschmerz nennt 4.1 nicht). 4.2, Migräne: „Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen beträgt 100 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von 25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen, erhöht werden.“; bis 200 mg/Tag möglich, „dennoch wird wegen einer erhöhten Inzidenz an Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten“; Antiepileptika einschließlich Topiramat „sollten … schrittweise abgesetzt werden“. 4.3, Vorbeugung von Migräne: Gegenanzeige „während der Schwangerschaft“ und „bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden“. 4.4: „Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr wichtig. Die Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren“; Schwangerschaftsverhütungsprogramm mit Schwangerschaftstest vor Beginn; Oligohidrose (vermindertes Schwitzen); „Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde während der Topiramat-Behandlung beobachtet.“; suizidbezogene Ereignisse in doppelblinden Studien bei 0,5 % (46 von 8 652) unter Topiramat gegenüber 0,2 % (8 von 4 045) unter Placebo, Patienten sollten „medizinische Hilfe einholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten“; schwerwiegende Hautreaktionen (SJS, TEN); akute Myopie mit sekundärem Engwinkelglaukom, Symptome „das akute Auftreten einer verminderten Sehschärfe und/oder Augenschmerzen“, üblicherweise im ersten Monat; Gesichtsfeld-Ausfälle; metabolische Azidose, die „auf der inhibitorischen Wirkung von Topiramat auf die renale Carboanhydrase“ beruht; Beeinträchtigung der kognitiven Funktion, die „eine Reduktion der Dosierung oder eine Beendigung der Behandlung erforderte“; Hyperammonämie, häufiger zusammen mit Valproinsäure; Gewichtsverlust. 4.5: Lithium: bei Gesunden „eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition (18 % der AUC)“ unter 200 mg/Tag, bei bipolaren Störungen „ein Anstieg in der systemischen Exposition (26 % der AUC) nach Topiramat Dosen bis zu 600 mg/Tag“; „Die Lithiumspiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe mit Topiramat überwacht werden.“; „Es wird empfohlen, dass Topamax nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.“; Johanniskraut: „Gefahr von reduzierten Plasmaspiegeln und folglich einer verringerten Wirksamkeit“; hormonelle Kontrazeptiva: „Möglichkeit einer verminderten kontrazeptiven Wirksamkeit und verstärkter Durchbruchblutungen“, Frauen „sollten darauf hingewiesen werden, zusätzlich auch eine Barrieremethode anzuwenden“; „Phenytoin und Carbamazepin reduzieren die Plasmakonzentration von Topiramat.“; Hydrochlorothiazid: Topiramat Cmax +27 %, AUC +29 %, „kann eine Anpassung der Topiramat-Dosis erfordern“, stärkerer Abfall des Serumkaliums in Kombination; Metformin und Glibenclamid: „besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung“ der Diabeteseinstellung; Warfarin: verkürzte PT/INR, „die INR sorgfältig überwacht werden“; Valproinsäure: Hyperammonämie mit oder ohne Enzephalopathie sowie Hypothermie; Arzneimittel, die Nierensteine begünstigen, „sollten … vermieden werden“; „Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19“ (z. B. Diazepam, Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol); Tabelle 2: Sumatriptan (oral und subkutan) Konzentration unverändert, Topiramat-Konzentration nicht untersucht; ebenso keine Änderung bei Dihydroergotamin, Pizotifen und Venlafaxin. 4.8, häufigste Nebenwirkungen (Inzidenz über 5 % und höher als unter Placebo in mindestens einer Indikation): „Anorexie, verminderter Appetit, Bradyphrenie, Depression, Beeinträchtigung des sprachlichen Ausdrucksvermögens, Insomnie, anomale Koordination, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie, Hypästhesie, Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus, Parästhesie, Somnolenz, Tremor, Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhö, Übelkeit, Fatigue, Reizbarkeit und Gewichtsabnahme“. 5.1: „Der genaue Mechanismus, durch den Topiramat seine antiepileptischen und Migräne prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist unbekannt.“; an kultivierten Nervenzellen Blockade des Natriumkanals, Verstärkung der GABA-Wirkung an GABA-A-Rezeptoren, Hemmung des Kainat/AMPA-Subtyps des Glutamatrezeptors, schwache Hemmung einiger Isoenzyme der Carboanhydrase.
  19. ↑ Fachinformation Prednisolon JENAPHARM Tabletten (Prednisolon), Stand der Information Oktober 2025, am 23.09.2026 gelesen: Abschnitt 4.5 (Wechselwirkungen) nennt Lithium nicht.
  20. ↑ 20,0 20,1 Embryotox: Lithiumsalze, am 22.09.2026 gelesen. Erfahrungsumfang „HOCH“; Lithium hat sich „als ein schwaches Teratogen erwiesen, das bei etwa 1 von 100 bis 1 von 1000 exponierten Kindern zu Herzfehlbildungen führt, insbesondere zur sogenannten Ebstein-Anomalie“; „Bei medikamentöser Neueinstellung sollten wenn möglich alternative Strategien bevorzugt werden“; der Lithiumspiegel soll wegen der meist steigenden Ausscheidung in der Schwangerschaft regelmäßig kontrolliert werden; „Bei Exposition im 1. Trimenon sollte eine frühzeitige weiterführende Ultraschalldiagnostik … angeboten werden.“; „Über das Stillen unter mütterlicher Lithium-Therapie sollte im Einzelfall entschieden werden“; Säuglinge sind „besonders gefährdet … zu dehydrieren (z. B. bei Fieber und Trinkschwäche)“, wodurch der Lithiumspiegel „schnell in toxische Bereiche ansteigen kann“. Die Wirkstoffseiten enthalten jeweils den Abschnitt „Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie“.
  21. ↑ Jürgens TP, Schaefer C, May A (2009). "Treatment of cluster headache in pregnancy and lactation". Cephalalgia 29 (4): 391–400. doi:10.1111/j.1468-2982.2008.01764.x. PMID 19170693.  Im Wortlaut: „Cluster headache is a rare disorder in women, but has a serious impact on the affected woman's life, especially on family planning. Women with cluster headache who are pregnant need special support, including the expertise of an experienced headache centre, an experienced gynaecologist and possibly a teratology information centre. The patient should be seen through all stages of the pregnancy. A detailed briefing about the risks and safety of various treatment options is mandatory. In general, both the number of medications and the dosage should be kept as low as possible. Preferred treatments include oxygen, subcutaneous or intranasal sumatriptan for acute pain and verapamil and prednisone/prednisolone as preventatives. If there is a compelling reason to treat the patient with another preventative, gabapentin is the drug of choice. While breastfeeding, oxygen, sumatriptan and lidocaine for acute pain and prednisone/prednisolone, verapamil, and lithium as preventatives are the drugs of choice. As the individual pharmacokinetics differ substantially, adverse drug effects should be considered if unexplained symptoms occur in the newborn.“ Am 22.09.2026 über Europe PMC geprüft.


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