Zolmitriptan

Version vom 23. September 2026, 10:37 Uhr von Cezary (Diskussion | Beiträge) (Wechselwirkungen als übersichtliche Tabelle direkt auf der Seite, ergänzt um die Angaben aus den Fachinformationen der anderen Cluster-Mittel; Link zur Gesamtübersicht)

Zolmitriptan ist ein Serotonin-Rezeptor-Agonist aus der Gruppe der Triptane und wird als Arzneistoff in der Akuttherapie von Cluster-Kopfschmerz und Migräne eingesetzt. Zolmitriptan wird in Deutschland unter den Handelsnamen AscoTop® und Zomig®als Filmtablette, Schmelztablette bzw. Nasenspray angeboten. Zolmitriptan unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht. Seit September 2008 besteht eine arzneimittelrechtliche Zulassung für AscoTop® Nasal 2,5 mg/Dosis und 5 mg/Dosis Nasenspray zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz Attacken, Zul.-Nr.: 54619.00.00 und 54619.01.00.

Zolmitriptan nasal

 
AscoTop® nasal 5mg

Der Wirkstoff wird bei der nasalen Anwendung durch die Nasenschleimhaut aufgenommen. Daher sollte er nicht in ein verstopftes oder laufendes Nasenloch eingebracht, sondern in der Regel auf der dem Schmerz gegenüberliegenden Seite angewendet werden.

Anwendung bei Cluster-Kopfschmerz - Erwachsene: "Die übliche Dosis sind 5 mg oder 10 mg in ein Nasenloch. Möglicherweise haben Sie ein verstopftes Nasenloch auf der Seite Ihres Kopfschmerzes. Wenn das zutrifft, nehmen Sie das nicht blockierte Nasenloch auf der Seite, die dem Kopfschmerz abgewandt ist. Sie sollten Zolmitriptan Nasal anwenden, sobald der Cluster-Kopfschmerz-Anfall beginnt. Die maximale Tagesdosis ist 10 mg. Sie dürfen daher nicht mehr als 10 mg Zolmitriptan Nasal auf einmal oder 2 Anwendungen von je 5 mg Zolmitriptan Nasal innerhalb von 24 Stunden anwenden. Wenn Ihnen das Nasenspray bei Kopfschmerzen nicht ausreichend hilft, sagen Sie dies Ihrem Arzt. Ihr Arzt kann die Dosis erhöhen oder Ihre Behandlung ändern."[1]

Wirkungsgrad: Besserung innerhalb von 30 Minuten[2]

Der gemessene Endpunkt war nicht die Schmerzfreiheit, sondern die Besserung: der Rückgang von mittleren, starken oder sehr starken Schmerzen auf keine oder leichte Schmerzen innerhalb von 30 Minuten. Über alle Teilnehmenden lagen die Werte bei 21 % unter Placebo, 40 % unter 5 mg und 62 % unter 10 mg; nach Verlaufsform getrennt:

Episodiker:

Placebo - 30%

Zolmitriptan 5 mg - 47%

Zolmitriptan 10 mg - 80%

Chroniker:

Placebo - 14%

Zolmitriptan 5 mg - 28%

Zolmitriptan 10 mg - 36%



Zitat: „Die parenteral wirkenden 5-HT1B/D-Agonisten Sumatriptan (6 mg s. c.) und Zolmitriptan (5–10 mg nasal) sind die Substanzen mit der besten Wirksamkeit in der akuten Clusterkopfschmerzattacke. Die orale Applikation eines Triptans ist nur bei wenigen Patienten sinnvoll“[3]

Zolmitriptan oral

 

Schmerzreduzierung um mindestens zwei Punkte auf einer Schmerzskala von fünf Punkten nach 30 Minuten. n = 123 Probanden.[4]

CCH = Chronischer Cluster-Kopfschmerz

ECH = Episodischer Cluster-Kopfschmerz

Der Eintritt der Wirkung von Zolmitriptan-Schmelztabletten kann gegenüber den herkömmlichen Tabletten verzögert sein.[5]

Wechselwirkungen und Nebenwirkungen (Stand 2026)

Nach der Fachinformation von AscoTop Nasal (Stand Juni 2023) und den Fachinformationen der anderen Cluster-Mittel, geprüft am 23.09.2026.

Wechselwirkungen auf einen Blick

Zusammen mit Was passieren kann Was zu tun ist
Ergotamin oder ein anderes Triptan Verkrampfung der Herzkranzgefäße (theoretisches Risiko) Nicht gleichzeitig. Nach Ergotamin oder einem anderen Triptan mindestens 24 Stunden warten; nach Sumatriptan oder Zolmitriptan mindestens 6 Stunden bis zu Ergotamin, nach Sumatriptan mindestens 24 Stunden bis zu einem anderen Triptan.[6][7]
MAO-A-Hemmer wie Moclobemid mehr Zolmitriptan und sein wirksames Abbauprodukt im Blut Höchstens 5 mg Zolmitriptan in 24 Stunden; nicht zusammen, wenn mehr als zweimal täglich 150 mg Moclobemid genommen werden.[7]
Cimetidin (Magenmittel) oder starke CYP1A2-Hemmer wie Fluvoxamin oder Ciprofloxacin mehr Zolmitriptan im Blut Bei Cimetidin höchstens 5 mg in 24 Stunden; bei den anderen Dosis senken.[7]
Antidepressivum aus der Gruppe SSRI oder SNRI in seltenen Fällen Serotonin-Syndrom (zu starke Serotoninwirkung) Nicht verboten; ist die Kombination nötig, angemessen überwachen.[6][7] Einzelheiten: FDA Warnung: Wechselwirkung Triptane und Antidepressiva.
Johanniskraut möglicherweise häufiger Nebenwirkungen –[6]
Lithium Serotonin-Syndrom beschrieben –[8]

Nebenwirkungen: Sehr häufig sind Geschmacksstörungen; häufig sind unter anderem Nasenbluten, Beschwerden in der Nase, Schwindel, Kribbeln und Schläfrigkeit.[7]

Alle Cluster-Mittel im Vergleich: Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.

Siehe auch

Literatur

  • Hedlund C, Rapoport AM, Dodick DW, Goadsby PJ (October 2009). "Zolmitriptan nasal spray in the acute treatment of cluster headache: a meta-analysis of two studies". Headache 49 (9): 1315–23. doi:10.1111/j.1526-4610.2009.01518.x. PMID 19788472. 
  • Stöckli HR, Sword A.: Zolmitriptan als Lingualtablette in der Migräne-Anfallsbehandlung--die ZORO Studie. Schweiz Rundsch Med Prax / PRAXIS. 2003 Feb 26; 92(9): 379-89. PMID 12674591. (Zusammenfassung).
  • Lionetto, L.; Casolla, B.; Mastropietri, F.; D'Alonzo, L.; Negro, A.; Simmaco, M.; Martelletti, P. (Jul 2012). "Pharmacokinetic evaluation of zolmitriptan for the treatment of migraines.". Expert Opin Drug Metab Toxicol. doi:10.1517/17425255.2012.701618. PMID 22762358.  URL

Externe Links

Einzelnachweise

  1. ↑ Gebrauchsinformation AscoTop® Nasal 5 mg/Dosis Nasenspray, Stand Oktober 2018. Das damals verlinkte Arzneimittel-Informationssystem des DIMDI ist abgeschaltet – das DIMDI ging 2020 im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf –, und von der Datei gibt es kein Archivabbild. Dieselbe Dosierung steht in der aktuellen Fachinformation AscoTop Nasal 5 mg/Dosis Nasenspray, Grünenthal GmbH, Stand Juni 2023 (PDF-Datei), Abschnitt 4.2: „Die empfohlene Dosis von AscoTop Nasal für die Behandlung eines Anfalls von Cluster-Kopfschmerz beträgt 5 oder 10 mg."
  2. ↑ Cittadini, E.; May, A.; Straube, A.; Evers, S.; Bussone, G.; Goadsby, PJ. (Nov 2006). "Effectiveness of intranasal zolmitriptan in acute cluster headache: a randomized, placebo-controlled, double-blind crossover study.". Arch Neurol 63 (11): 1537-42. doi:10.1001/archneur.63.11.nct60002. PMID 16966497.  Randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie im Crossover-Aufbau: 92 Betroffene wurden aufgenommen, 69 gingen in die Auswertung ein. Jede Person behandelte drei Attacken – eine mit Placebo, eine mit 5 mg, eine mit 10 mg.
  3. ↑ Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020. - Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
  4. ↑ Bahra A, Gawel MJ, Hardebo JE, Millson D, Breen SA, Goadsby PJ (May 2000). "Oral zolmitriptan is effective in the acute treatment of cluster headache". Neurology 54 (9): 1832–9. PMID 10802793.  http://www.neurology.org/content/54/9/1832 - Comment: Bernstein W (October 2000). "Oral zolmitriptan is effetive in the acute treatment of cluster headache". Neurology 55 (8): 1239. PMID 11071515.  http://www.neurology.org/content/55/8/1239.1
  5. ↑ Fachinformation AscoTop® Schmelztabletten, Stand Oktober 2018; der damals verlinkte DIMDI-Server ist abgeschaltet, ein Archivabbild gibt es nicht.
  6. ↑ 6,0 6,1 6,2 Fachinformation Imigran-Inject 6 mg/0,5 ml Injektionslösung (Sumatriptan), Stand der Information Mai 2026, Abschnitte 4.1, 4.3, 4.4 und 4.5, am 23.09.2026 gelesen. Anwendungsgebiet: „Akute Behandlung von Migräneanfällen mit und ohne Aura sowie Cluster-Kopfschmerz (Horton-Syndrom).“ Im Wortlaut: „Imigran-Inject darf nicht gleichzeitig mit Monoaminooxidase-Hemmern und nicht innerhalb von zwei Wochen nach Abbruch einer Therapie mit einem Monoaminooxidase-Hemmer angewendet werden.“; „In seltenen Fällen wurde über Patienten berichtet, bei denen nach der Einnahme eines selektiven Serotonin-Reuptake-Hemmers (SSRI) und von Sumatriptan ein Serotonin-Syndrom (einschließlich Bewusstseinsveränderungen, autonomer Instabilität und neuromuskulärer Störungen) auftrat. Von einem Serotonin-Syndrom wurde nach gleichzeitiger Behandlung mit Triptanen und Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Hemmern (SNRIs) berichtet. Wenn die gleichzeitige Behandlung mit Sumatriptan und einem SSRI/SNRI aus medizinischen Gründen notwendig ist, sollte der Patient angemessen überwacht werden“; „Bei gemeinsamer Anwendung von Triptanen und pflanzlichen Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können möglicherweise häufiger Nebenwirkungen auftreten.“ Weiter: 4.3: „Sumatriptan darf nicht gleichzeitig mit Ergotamin- oder Ergotaminderivat-haltigen Arzneimitteln (einschließlich Methysergid) oder einem anderen Triptan/5-HT1-Rezeptor-Agonisten angewendet werden“; ebenfalls 4.3: nicht bei Herzinfarkt in der Vorgeschichte, ischämischer Herzkrankheit, koronaren Vasospasmen, peripheren Gefäßerkrankungen, Schlaganfall oder TIA, schweren Leberfunktionsstörungen, mittelschwerem bis schwerem sowie unkontrolliertem leichtem Bluthochdruck; Wartezeiten 4.5: nach Ergotamin oder einem anderen Triptan mindestens 24 Stunden bis Sumatriptan, nach Sumatriptan mindestens 6 Stunden bis Ergotamin und 24 Stunden bis zu einem anderen Triptan; Nebenwirkungen 4.8, sehr häufig: „Vorübergehende Schmerzen an der Injektionsstelle“; häufig u. a. „Schwindel, Schläfrigkeit, Sensibilitätsstörungen einschließlich Parästhesie und Hypästhesie“, „Vorübergehender Blutdruckanstieg kurz nach der Anwendung, Hitzewallungen/Gesichtsrötung (Flushing)“, „Dyspnoe“, „Schweregefühl … inklusive dem Brustkorb und Halsbereich“, „Müdigkeit“; Wirkweise 5.1: „Diese beiden Mechanismen (kraniale Vasokonstriktion und Inhibierung der Aktivität des Trigeminus-Nervs) tragen wahrscheinlich zur Wirkung von Sumatriptan beim Menschen bei.“
  7. ↑ 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 Fachinformation AscoTop Nasal 5 mg/Dosis Nasenspray (Zolmitriptan), Stand der Information Juni 2023, am 23.09.2026 gelesen. 4.3: Gegenanzeigen u. a. „Mittelschwere oder schwere Hypertonie sowie unzureichend eingestellte leichte Hypertonie“, Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit, Koronarspasmen, arterielle Verschlusskrankheit, Schlaganfall oder TIA, „Kreatinin-Clearance < 15 ml/min“; „Die gleichzeitige Anwendung von Zolmitriptan und Ergotamin, Ergotaminderivaten (einschließlich Methysergid) und anderen 5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten ist kontraindiziert“. 4.5: „Zolmitriptan sollte frühestens 24 Stunden nach Gabe ergotaminhaltiger Arzneimittel angewendet werden. Umgekehrt sollten ergotaminhaltige Arzneimittel frühestens 6 Stunden nach der Anwendung von Zolmitriptan gegeben werden“; „Für Patienten, die MAO-A-Hemmer einnehmen, wird eine maximale Dosis von 5 mg Zolmitriptan innerhalb von 24 Stunden empfohlen. Diese Arzneimittel sollten nicht zusammen angewendet werden, wenn eine höhere Dosis als 2-mal täglich 150 mg Moclobemid eingenommen wird.“; „Patienten, die Cimetidin einnehmen, wird als maximale Dosis 5 mg Zolmitriptan in 24 Stunden empfohlen.“; bei starken CYP1A2-Hemmern „wie Fluvoxamin und Chinolone (z. B. Ciprofloxacin), wird eine Dosisreduktion empfohlen“; Berichte über Symptome eines Serotonin-Syndroms nach SSRI oder SNRI und Triptanen. 4.8: sehr häufig „Störungen des Geschmacksempfindens“; häufig u. a. „Schwindel, Kopfschmerzen, Hyperästhesie, Parästhesie, Schläfrigkeit, Wärmeempfinden“, „Palpitationen“, „Nasenbluten, Beschwerden in der Nasenhöhle“, „Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit“, „Schwächegefühl, Schweregefühl, Engegefühl“. 5.1: „Zolmitriptan erwies sich als selektiver Agonist des 5-HT1B/1D-Rezeptors, der die Gefäßkontraktion vermittelt.“
  8. ↑ Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Lithiumcarbonat), Teofarma, Stand der Information August 2024, Abschnitt 4.5, am 22.09.2026 gelesen: „Kalzium-Antagonisten (z. B. Diltiazem, Verapamil) Erhöhung der Lithiumtoxizität. Der Serumlithiumspiegel sollte deshalb im unteren therapeutischen Bereich liegen.“; bei „Substanzen, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen können (MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, 5-HT-Agonisten)“: „Das Auftreten eines Serotonin-Syndroms wurde beschrieben“; nichtsteroidale Antirheumatika „z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Indometacin“, COX-2-Hemmer, ACE-Hemmer, Sartane und Metronidazol erhöhen den Lithiumspiegel.


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