Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske

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Zur Behandlung von akuten Cluster-Kopfschmerzattacken mit Sauerstoff sollten grundsätzlich Hochkonzentrationsmasken (Non-Rebreather-Masken) verwendet werden. Das entspricht der Leitlinie der European Academy of Neurology von 2023: Sie nennt reinen Sauerstoff, mindestens 12 Liter pro Minute und in manchen Fällen bis 15, über eine Maske mit Reservoirbeutel.[1] Die im Folgenden mehrfach zitierte deutsche Leitlinie stammt von 2015 und ist seit dem 13. Mai 2020 abgelaufen; eine Überarbeitung ist bei der AWMF angemeldet (Anmeldedatum 24.07.2025, geplante Fertigstellung 31.12.2026). Sie wird hier weiter genannt, weil ihre Aussagen zur Maske unverändert gelten.[2][3][4][5][6][7][8]

Hochkonzentrationsmaske mit Reservoirbeutel und ohne Rückatmung.
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Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske

Diese Inhalationsmaske hat nach den Erfahrungen vieler Cluster-Kopfschmerz Patientinnen und Patienten einen besseren Wirkungsgrad, als die bisher üblichen Einwegmasken. Durch die dicht schließenden Rückschlagventile und den mit drei Litern Inhalt ausreichend dimensionierten Reservoirbeutel wird nur reiner Sauerstoff und keine Umgebungsluft eingeatmet. Die Vorteile dadurch:

  • Schnellere Attackenkupierung
  • Zuverlässigere Attackenkupierung

Hersteller der Sauerstoffmasken ist eine Fachfirma für Beatmungstechnik. Die Atemmasken sind selbstverständlich CE zertifiziert (siehe Abbildung). Die Maske sollte während der Attacke mit der Hand vor das Gesicht gehalten und nicht z.B. mit Bändern am Kopf fixiert werden. Bewusstlosigkeit könnte ansonsten zu Erstickung führen.


Sauerstoffsystem und Inhalationsmaske
Sauerstoffsystem für Cluster-Kopfschmerz Patienten Dazu erforderlich: Die Inhalationsmaske


In einigen Fällen wurden die Kosten für das Sauerstoffsystem und für die Inhalationsmaske von Krankenkasse, Beihilfe oder privater Krankenversicherung übernommen. Dazu empfiehlt es sich, die Rechnung zusammen mit einer ärztlichen Verordnung beim jeweiligen Kostenträger einzureichen und um Erstattung zu bitten. Die ärztliche Verordnung sollte die folgenden Angaben enthalten, insbesondere die Pharmazentralnummer (PZN).


Artikel-Nr. Bezeichnung PZN
8-564 O2-System für Cluster-Kopfschmerz-Patienten mit Maske, 2,1 m Schlauch, Medisize Deutschland GmbH 5483776

Stand der Artikel- und Pharmazentralnummer: die Angabe steht unverändert seit Januar 2022 auf dieser Seite und wurde am 22.09.2026 nicht neu geprüft – eine Arzneimittel-Datenbank stand dafür nicht zur Verfügung. Vor einer Verordnung bitte beim Lieferanten oder in der Apotheke bestätigen lassen, ob Nummer und Bezeichnung noch stimmen.

Bezugsquellen

  • Flexicare GmbH Auf dem Seidenberg 3a, 53721 Siegburg, Telefon 02241 93 86 0 Email MediSize Artikel Nr. 8-564
  • OxyCare GmbH Sauerstoff- u. Beatmungstechnik, Holzweide 6, 28307 Bremen, Telefon 04 21-48 99 66, Email OxyCare Online Shop – diese Produktadresse antwortet am 22.09.2026 mit 404. Die Firmenseite oxycare.eu lebt und wurde inzwischen umgebaut; die Maske ist dort über keine direkte Adresse mehr auffindbar. Bitte telefonisch oder per E-Mail anfragen.
  • Vivisol Deutschland GmbH Kundenservicezentrum, Hinterm Stadion 1, 99310 Arnstadt, Telefon: 03628 9211 0, Fax: 03628 9211 900. Email - Vivisol Artikel Nr. 5666.

Medisize, Varitec und Vivisol haben die Hochkonzentrationsmaske nicht auf Ihren Webseiten. Daher bei diesen Anbietern bitte telefonisch oder per Email anfragen.

PVC freie Inhalationsmasken in verschiedenen Größen (Maskenkörper ohne O2-System)

Ähnliche Inhalationsmasken sind hier erhältlich (Englisch):

Weitere Informationen

Fragen zur Handhabung der Maske bitte im CK-Wissen Forum stellen oder per Email.

Was die eine Vergleichsstudie zeigt

Zu der Frage, welche Maske beim Cluster-Kopfschmerz die bessere ist, gibt es genau eine Vergleichsstudie. Sie stammt aus Dänemark, wurde 2017 veröffentlicht und ist unten unter Literatur aufgeführt. Weil ihr Ergebnis gern in beide Richtungen überzogen wird, hier der Befund im Einzelnen.[9]

Der Aufbau. 57 Betroffene behandelten stationär insgesamt 102 Attacken mit reinem Sauerstoff bei 15 Litern pro Minute über 15 Minuten, jeweils über eines von drei Systemen: ein Demandventil, die Maske O₂ptimask oder eine einfache Maske. Dazu kam ein Scheinbehandlungsarm über das Demandventil. Ein Demandventil ist ein Ventil, das den Sauerstoff nur beim Einatmen freigibt – einfacher gesagt: Das Gas fließt nur, wenn man zieht, und wird zwischen den Atemzügen nicht ins Zimmer geblasen. Gemessen wurde, ob der Schmerz auf einer Skala von fünf Stufen innerhalb von 15 Minuten um zwei Stufen fällt.

Das Hauptergebnis ist negativ. Zwischen den drei Masken gab es keinen bedeutsamen Unterschied im Hauptmaß. Nach 15 Minuten erreichten 48 Prozent der mit dem Demandventil behandelten Attacken das Ziel gegenüber 45 Prozent unter der Scheinbehandlung. Dieser Vergleich mit der Scheinbehandlung trägt allerdings kaum: Nur 10 der 57 Teilnehmenden hatten überhaupt genug Attacken, um in den Scheinarm zu kommen.

Zwei Nebenergebnisse sind der eigentliche Ertrag. Erstens der Bedarf an Notfallmedikamenten: Mit dem Demandventil brauchten 23 Prozent der Behandlungen ein zusätzliches Medikament, mit der O₂ptimask 19 Prozent – mit der einfachen Maske 50 Prozent. In Alltagssprache: Mit der einfachen Maske musste in jedem zweiten Fall nachgeholfen werden, mit den beiden anderen nur in jedem vierten bis fünften. Zweitens die Vorliebe der Betroffenen: 62 Prozent bevorzugten das Demandventil, 33 Prozent die O₂ptimask und nur 5 Prozent die einfache Maske.

Was die Autoren daraus schließen. Ihre Empfehlung lautet, Betroffenen ein Demandventil oder eine O₂ptimask anzubieten, bevor die Sauerstoffbehandlung als gescheitert aufgegeben wird. Wer also den Eindruck hat, Sauerstoff wirke bei ihm nicht, sollte zuerst das Zubehör prüfen lassen und nicht die Behandlung.

Und ein Punkt, der beim Antrag wichtig werden kann. Der Indikationstext des Hilfsmittelverzeichnisses erlaubt für die Attackenbehandlung ausdrücklich Systeme ohne Demandventil – er verbietet also keine, setzt aber auch keines voraus. Ob die Krankenkasse ein Demandventil bezahlt, ist damit eine Frage des Einzelfalls und nicht aus diesem Text zu beantworten; siehe Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen und Wer die Kosten trägt.

Andere Sauerstoffmasken

Hochkonzentrationsmaske
(Non-Rebreather-Maske)

Das Bild rechts zeigt ein Beispiel für eine handelsübliche Hochkonzentrationsmaske ohne Rückatmung (Non-Rebreather-Maske) mit Einwegventil am Reservoirbeutel und mit Rückschlagventilen an jeder Ausgangsöffnung. Der Reservoirbeutel nimmt bei der Ausatmung den stetig fließenden Sauerstoffstrom auf und gibt ihn beim Einatmen ab. Die Ventile lassen die ausgeatmete Luft nach außen entweichen, nicht in den Reservoirbeutel, und verhindern beim Einatmen den Zustrom von Umgebungsluft. Nach den Erfahrungen von Cluster-Kopfschmerz Patientinnen und Patienten schließen die Ventile einiger dieser Masken nicht dicht. Zudem ist das Volumen der Reservoirbeutel häufig unterdimensioniert, so dass beim Einatmen Umgebungsluft inhaliert wird.

Einstellen der Durchflussmenge

Regler auf 15 l/min. einstellen. Falls der Beutel nach ein paar Atemzügen immer praller wird, Volumenstrom reduzieren. Ist der Beutel nach dem Einatmen komplett schlaff, Sauerstoffmenge erhöhen. Wird ein zu hoher Wert eingestellt, so bläst der Sauerstoff wirkungslos ins Freie ab. Ist die Sauerstoffmenge zu niedrig, wird Umgebungsluft angesaugt. Die Sauerstoffkonzentration sinkt.

Für die Behandlung von Cluster-Kopfschmerz ungeeignete Atemmasken

Falsch: Kein Reservoirbeutel Falsch: Keine Ventile Völlig falsch: "Nasenbrille"[10]

Literatur

  • Petersen AS, Barloese MC, Lund NL, Jensen RH (2017). "Oxygen therapy for cluster headache. A mask comparison trial. A single-blinded, placebo-controlled, crossover study". Cephalalgia 37 (3): 214-224. doi:10.1177/0333102416637817. PMID 27013239.  – die Maskenvergleichsstudie, besprochen im Abschnitt Was die eine Vergleichsstudie zeigt. Band, Heft und Seiten am 22.09.2026 bei Europe PMC nachgetragen. Die bisherige Jahresangabe 2016 war nicht falsch, sondern das Jahr der Online-Vorabveröffentlichung (11.07.2016); im Druck erschien die Arbeit im März 2017.
  • Oude Nijhuis JC, Haane DY, Koehler PJ (2016). "A review of the current and potential oxygen delivery systems and techniques utilized in cluster headache attacks". Cephalalgia 36 (10): 970-979. doi:10.1177/0333102415616878. PMID 26566938.  – Übersichtsarbeit zu den Zuführungssystemen. Band, Heft und Seiten am 22.09.2026 bei Europe PMC nachgetragen. Die bisherige Jahresangabe 2015 war das Jahr der Online-Vorabveröffentlichung (12.11.2015); im Druck erschien die Arbeit im September 2016.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30 (10): 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405. 
  2. ↑ Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020. - Online bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (diese Adresse antwortet am 22.09.2026 mit 403; die Startseite dgn.org läuft, der alte Pfad wird abgelehnt) - Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.; die heute funktionierende Adresse des Registereintrags lautet register.awmf.org, Registernummer 030-036 (Stand 22.09.2026: Status „Angemeldet", Überarbeitung, geplante Fertigstellung 31.12.2026)
  3. ↑ Cohen AS, Burns B, Goadsby PJ (December 2009). "High-flow oxygen for treatment of cluster headache: a randomized trial". JAMA 302 (22): 2451–7. doi:10.1001/jama.2009.1855. PMID 19996400. 
  4. ↑ Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen, Projektgruppe Langzeitbeatmung: Arbeitshilfe Langzeitbeatmung und Langzeit-Sauerstofftherapie. Mai 2004; Kapitel 3.3.3.4 Sauerstoffinhalation mit Druckgasflaschen, Seiten 99 & 129. (Link entfernt, Stand 23.09.2026: die bisherige Adresse steht heute zum Verkauf; die frühere Online-Kopie bei yumpu.com ist ebenfalls nicht mehr abrufbar)
  5. ↑ Fogan L.: Treatment of cluster headache. A double-blind comparison of oxygen v air inhalation. Arch Neurol. (1985); 42(4):362-3, PMID 3885921
  6. ↑ T.J. Steiner, K. Paemeleire, R. Jensen, D. Valade, L. Savi, M.J.A. Lainez, H.-C. Diener, P. Martelletti, E.G.M. Couturier on behalf of the European Headache Federation and Lifting The Burden: The Global Campaign to Reduce the Burden of Headache Worldwide: European principles of management of common headache disorders in primary care. J Headache Pain. (2007) 8: S1; PDF-Datei – diese Adresse antwortet am 22.09.2026 mit 404; die Startseite who.int läuft, der alte Pfad existiert nach dem Umbau der WHO-Seite nicht mehr
  7. ↑ May A, Leone M, Áfra J, Linde M, Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. European Journal of Neurology. 2006; 13: 1066–1077. PMID 16987158, PDF-Datei – am 22.09.2026 nicht prüfbar: Der Rechnername löst auf, die verschlüsselte Verbindung scheitert aber an einem TLS-Fehler. Befund über das Werkzeug, nicht über das Dokument; der Aufsatz ist über PMID 16987158 und die DOI erreichbar. DOI
  8. ↑ Jürgens TP, May A (June 2010). "Chronischer Clusterkopfschmerz - Was kostet die Behandlung?". Schmerz 24 (3): 221-225. doi:10.1007/s00482-010-0925-z. PMID 20458501. 
  9. ↑ Petersen AS, Barloese MC, Lund NL, Jensen RH (2017). "Oxygen therapy for cluster headache. A mask comparison trial. A single-blinded, placebo-controlled, crossover study". Cephalalgia 37 (3): 214-224. doi:10.1177/0333102416637817. PMID 27013239. 
  10. ↑ May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC (June 2005). "Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft". Schmerz 19 (3): 225–41. doi:10.1007/s00482-005-0397-8. PMID 15887001.  DMKG: PDF-Datei


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