Verapamil: Unterschied zwischen den Versionen
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* '''Das vorbeugende Mittel der ersten Wahl''' | * '''Das vorbeugende Mittel der ersten Wahl''' beim episodischen und beim chronischen Cluster-Kopfschmerz. Verapamil ist verschreibungspflichtig. | ||
* '''Wirkt erst nach zwei bis drei Wochen | * '''Wirkt erst nach zwei bis drei Wochen:''' Die Dosis wird Schritt für Schritt gesteigert und für jeden einzeln eingestellt. Die europäische Leitlinie nennt mindestens 240 mg am Tag. Als Zieldosis nennt sie 360 mg ([[#Dosierung|Dosierung]]). Bis Verapamil wirkt, überbrückt man oft mit Kortison ([[#Wie schnell und wie gut wirkt Verapamil?|Wie schnell wirkt Verapamil?]]). | ||
* '''EKG-Kontrollen sind nötig:''' vor Beginn, | * '''EKG-Kontrollen sind nötig:''' Das EKG misst die Herzströme. Man braucht es vor Beginn, wenn die Dosis steigt, und bei hohen Dosen. Auch in der Dauerbehandlung ist es nötig, denn Veränderungen im EKG können noch nach Jahren auftreten. | ||
* '''Hilft nicht allen:''' | * '''Hilft nicht allen:''' Eine dänische Kopfschmerzklinik befragte 400 Betroffene. Bei episodischem Verlauf hatten nur 44 von 100 unter Verapamil weniger als halb so viele Attacken wie vorher. Bei chronischem Verlauf waren es 34 von 100. Häufige Nebenwirkungen sind unter anderem Verstopfung, Schwindel, niedriger Blutdruck, langsamer Puls und geschwollene Knöchel ([[#Wie schnell und wie gut wirkt Verapamil?|Studien und Erfahrungen]]). | ||
* '''Nicht plötzlich absetzen:''' Ist die Episode vorbei, wird Verapamil in Absprache mit dem Arzt | * '''Nicht plötzlich absetzen:''' Ist die Episode vorbei, wird Verapamil Schritt für Schritt verringert. Das geschieht in Absprache mit dem Arzt ([[#Absetzen und Ausschleichen|Absetzen und Ausschleichen]]). | ||
* '''Die gesetzliche Krankenkasse zahlt''' seit 2012, obwohl Verapamil für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen ist | * '''Die gesetzliche Krankenkasse zahlt''' seit 2012, obwohl Verapamil für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen ist. Das gilt für Erwachsene. Voraussetzung sind dokumentierte EKG-Kontrollen und ein Schmerztagebuch. Außerdem gilt es nur für Präparate bestimmter Hersteller ([[#Zulassung und Kosten|welche Hersteller]]). | ||
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[[Bild:Verapamil.jpg|alt=Zwei weiße Tabletten auf hellblauem Grund: eine längliche mit Bruchkerbe, eine runde.|thumb|120px|Verapamil-<br/>Tabletten]] | [[Bild:Verapamil.jpg|alt=Zwei weiße Tabletten auf hellblauem Grund: eine längliche mit Bruchkerbe, eine runde.|thumb|120px|Verapamil-<br/>Tabletten]] | ||
'''Verapamil''' ist eigentlich ein Herzmittel. Beim Cluster-Kopfschmerz nimmt man es, um Attacken vorzubeugen. Beim chronischen und beim episodischen Cluster-Kopfschmerz ist es das vorbeugende Mittel der ersten Wahl. Es ist verschreibungspflichtig.<ref name="EAN2023"/><ref name="EFNS">May A, Leone M, Áfra J, Linde M, Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. ''European Journal of Neurology.'' 2006; '''13''': 1066–1077. PMID 16987158. [https://doi.org/10.1111/j.1468-1331.2006.01566.x DOI]</ref> Die Tagesdosis muss für jeden einzeln eingestellt werden.<ref name="BLAU">Blau JN, Engel HO.: Individualizing treatment with verapamil for cluster headache patients. ''Headache.'' 2004; '''44'''(10): 1013-8. PMID 15546265.</ref><ref name="COHEN">Cohen AS, Matharu MS, Goadsby PJ: Electrocardiographic abnormalities in patients with cluster headache on verapamil therapy. ''Neurology.'' (2007); '''69'''(7): 668-75, PMID 17698788, [https://web.archive.org/web/20160306175337/http://kopfschmerz-news.de/pdf/ksn4-2007.pdf Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 4/2007, Seite 19 (PDF-Datei).]</ref> Außerdem muss man die Herztätigkeit mit einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokardiogramm EKG] kontrollieren lassen: vor der ersten Einnahme, wenn die Dosis steigt, und bei hohen Dosen.<ref name="COHEN"/> Die Wirkung setzt erst nach zwei bis drei Wochen ein, wenn man die Dosis Schritt für Schritt steigert. | |||
In | == EKG-Kontrollen und Retardtabletten == | ||
In einer Untersuchung an 108 mit Verapamil behandelten Cluster-Patienten traten bei 19 % Herzrhythmusstörungen auf. Bei 12 % kam es zu einem AV-Block ersten Grades, bei 36 % zu einem verlangsamten Puls unter 60 Schlägen pro Minute.<ref name="COHEN"/> Veränderungen im EKG können auch nach jahrelanger, komplikationsloser Einnahme noch auftreten: Bei sehr hohen Tagesdosen ab 720 mg zeigten 38 % der Behandelten EKG-Veränderungen, bei 8 von 11 Betroffenen erst nach mehr als zwei Jahren.<ref name="LANTERI">Lanteri-Minet M, Silhol F, Piano V, Donnet A.: Cardiac safety in cluster headache patients using the very high dose of verapamil (≥720 mg/day). ''J Headache Pain.'' 2011; '''12'''(2): 173-176, [https://doi.org/10.1007/s10194-010-0289-x DOI].</ref> Die EKG-Kontrollen sollten deshalb auch dann fortgesetzt werden, wenn die Dosis seit Langem unverändert ist. | |||
Wegen der gleichmäßigeren Wirkstoffabgabe sollte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Retard retardierte] Form des Medikamentes bevorzugt werden.<ref>Göbel H, Holzgreve H, Heinze A, Deuschl G, Engel C, Kuhn K.: Retarded verapamil for cluster headache prophylaxis. ''Cephalalgia.'' 1999; '''19'''(4): 458-9. [https://doi.org/10.1046/j.1468-2982.1999.019004251.x DOI]</ref> Wirksam sind sowohl die retardierte als auch die normale Form des Medikamentes, es gibt dazu keine direkten Vergleichsstudien.<ref name="EFNS"/><ref>Dodick DW, Rozen TD, Goadsby PJ & Silberstein SD.: Cluster headache. ''Cephalalgia.'' 2000; '''20'''(6): 787-803. PMID 11167909.</ref> | Wegen der gleichmäßigeren Wirkstoffabgabe sollte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Retard retardierte] Form des Medikamentes bevorzugt werden.<ref>Göbel H, Holzgreve H, Heinze A, Deuschl G, Engel C, Kuhn K.: Retarded verapamil for cluster headache prophylaxis. ''Cephalalgia.'' 1999; '''19'''(4): 458-9. [https://doi.org/10.1046/j.1468-2982.1999.019004251.x DOI]</ref> Retardtabletten geben den Wirkstoff langsam und gleichmäßig ab. Wirksam sind sowohl die retardierte als auch die normale Form des Medikamentes, es gibt dazu keine direkten Vergleichsstudien.<ref name="EFNS"/><ref>Dodick DW, Rozen TD, Goadsby PJ & Silberstein SD.: Cluster headache. ''Cephalalgia.'' 2000; '''20'''(6): 787-803. PMID 11167909.</ref> | ||
== Herkunft und Verapamil bei Migräne == | |||
Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Calciumantagonist Calciumantagonist] (Gegenspieler) Verapamil wurde zur Behandlung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzrhythmusst%C3%B6rung Herzrhythmusstörungen] entwickelt und wird auch zur Blutdrucksenkung eingesetzt. John Stirling Meyer und Jeffrey Hardenberg aus Houston, Texas, veröffentlichten 1983 die erste klinische Studie über die vorbeugende Wirkung der Herzmedikamente und Calciumantagonisten Nimodipin, Nifedipin und Verapamil bei der Migräne und bei Cluster-Kopfschmerz.<ref>Meyer JS. & Hardenberg J.: Clinical Effectiveness of Calcium Entry Blockers in Prophylactic Treatment of Migraine and Cluster Headaches. ''Headache.'' 1983; '''23''': 266-277. PMID 6358126.</ref> | Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Calciumantagonist Calciumantagonist] (Gegenspieler) Verapamil wurde zur Behandlung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzrhythmusst%C3%B6rung Herzrhythmusstörungen] entwickelt und wird auch zur Blutdrucksenkung eingesetzt. John Stirling Meyer und Jeffrey Hardenberg aus Houston, Texas, veröffentlichten 1983 die erste klinische Studie über die vorbeugende Wirkung der Herzmedikamente und Calciumantagonisten Nimodipin, Nifedipin und Verapamil bei der Migräne und bei Cluster-Kopfschmerz.<ref>Meyer JS. & Hardenberg J.: Clinical Effectiveness of Calcium Entry Blockers in Prophylactic Treatment of Migraine and Cluster Headaches. ''Headache.'' 1983; '''23''': 266-277. PMID 6358126.</ref> | ||
'''Verapamil bei Migräne.''' Als Kalziumantagonisten zur Vorbeugung der Migräne nennt die deutsche Migräne-Leitlinie von 2025 in ihren wichtigsten Empfehlungen Flunarizin. Wer wegen des Cluster-Kopfschmerzes Verapamil nimmt und zusätzlich Migräne hat, sollte nach dieser Leitlinie das Migränemittel Rimegepant nicht anwenden, weil Verapamil das Abbausystem CYP3A4 und das Transporteiweiß P-Glykoprotein hemmt (siehe [[#Wechselwirkungen|Wechselwirkungen]]).<ref name="DGNMIG2025">Diener HC, Förderreuther S, Kropp P, Reuter U et al.: [https://www.dgn.org/cms-content/030057_LL_Migra%CC%88ne_2025_V7.1_1762431954309.pdf Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne], Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, 2025, Version 7.1 (PDF-Datei, abgerufen am 25.09.2026): „Der Kalziumantagonist Flunarizin sowie die Antikonvulsiva Valproinsäure und Topiramat und das Antidepressivum Amitriptylin sind in der Migräneprophylaxe wirksam.“; „Bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren oder Inhibitoren der Effluxtransporter P-gp und BCRP (z.B. Cyclosporin oder Verapamil) sollte Rimegepant nicht eingesetzt werden.“</ref> | '''Verapamil bei Migräne.''' Als Kalziumantagonisten zur Vorbeugung der Migräne nennt die deutsche Migräne-Leitlinie von 2025 in ihren wichtigsten Empfehlungen Flunarizin. Wer wegen des Cluster-Kopfschmerzes Verapamil nimmt und zusätzlich Migräne hat, sollte nach dieser Leitlinie das Migränemittel Rimegepant nicht anwenden, weil Verapamil das Abbausystem CYP3A4 und das Transporteiweiß P-Glykoprotein hemmt (siehe [[#Wechselwirkungen|Wechselwirkungen]]).<ref name="DGNMIG2025">Diener HC, Förderreuther S, Kropp P, Reuter U et al.: [https://www.dgn.org/cms-content/030057_LL_Migra%CC%88ne_2025_V7.1_1762431954309.pdf Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne], Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, 2025, Version 7.1 (PDF-Datei, abgerufen am 25.09.2026): „Der Kalziumantagonist Flunarizin sowie die Antikonvulsiva Valproinsäure und Topiramat und das Antidepressivum Amitriptylin sind in der Migräneprophylaxe wirksam.“; „Bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren oder Inhibitoren der Effluxtransporter P-gp und BCRP (z.B. Cyclosporin oder Verapamil) sollte Rimegepant nicht eingesetzt werden.“</ref> | ||
== Zulassung und Kosten == | |||
'''Zulassung und Kostenübernahme.''' Verapamil ist für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen; die Anwendung erfolgt außerhalb der Zulassung (Off-Label-Gebrauch). Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsamer_Bundesausschuss Gemeinsame Bundesausschuss] hat Verapamil mit Beschluss vom 16. August 2012 in die Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie aufgenommen; seit dem 25. Oktober 2012 ist es damit zur „Prophylaxe des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes von Erwachsenen ab 18 Jahren" zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig.<ref name="GBA2012">[https://www.g-ba.de/downloads/39-261-1551/2012-08-16_AM-RL-VI_Verapamil_BAnz.pdf Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie – Anlage VI: Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes, 16.08.2012 (PDF-Datei)], Bundesanzeiger AT 24.10.2012 B3, in Kraft seit 25.10.2012; [https://www.g-ba.de/beschluesse/1551/ Verfahrensseite des G-BA]</ref> Der Beschluss nennt eine anfängliche Tagesdosis von 120 mg, die bis 360 mg gesteigert werden kann; Tagesdosen über 480 mg sind nach dem Beschluss „nicht ausreichend untersucht". Vorausgesetzt werden regelmäßige, dokumentierte EKG-Kontrollen und ein vom Patienten geführtes Schmerztagebuch.<ref name="GBA2012"/> | '''Zulassung und Kostenübernahme.''' Verapamil ist für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen; die Anwendung erfolgt außerhalb der Zulassung (Off-Label-Gebrauch). Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsamer_Bundesausschuss Gemeinsame Bundesausschuss] hat Verapamil mit Beschluss vom 16. August 2012 in die Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie aufgenommen; seit dem 25. Oktober 2012 ist es damit zur „Prophylaxe des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes von Erwachsenen ab 18 Jahren" zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig.<ref name="GBA2012">[https://www.g-ba.de/downloads/39-261-1551/2012-08-16_AM-RL-VI_Verapamil_BAnz.pdf Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie – Anlage VI: Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes, 16.08.2012 (PDF-Datei)], Bundesanzeiger AT 24.10.2012 B3, in Kraft seit 25.10.2012; [https://www.g-ba.de/beschluesse/1551/ Verfahrensseite des G-BA]</ref> Der Beschluss nennt eine anfängliche Tagesdosis von 120 mg, die bis 360 mg gesteigert werden kann; Tagesdosen über 480 mg sind nach dem Beschluss „nicht ausreichend untersucht". Vorausgesetzt werden regelmäßige, dokumentierte EKG-Kontrollen und ein vom Patienten geführtes Schmerztagebuch.<ref name="GBA2012"/> | ||
Aktuelle Version vom 25. September 2026, 19:55 Uhr

Tabletten
Verapamil ist eigentlich ein Herzmittel. Beim Cluster-Kopfschmerz nimmt man es, um Attacken vorzubeugen. Beim chronischen und beim episodischen Cluster-Kopfschmerz ist es das vorbeugende Mittel der ersten Wahl. Es ist verschreibungspflichtig.[1][2] Die Tagesdosis muss für jeden einzeln eingestellt werden.[3][4] Außerdem muss man die Herztätigkeit mit einem EKG kontrollieren lassen: vor der ersten Einnahme, wenn die Dosis steigt, und bei hohen Dosen.[4] Die Wirkung setzt erst nach zwei bis drei Wochen ein, wenn man die Dosis Schritt für Schritt steigert.
EKG-Kontrollen und Retardtabletten
In einer Untersuchung an 108 mit Verapamil behandelten Cluster-Patienten traten bei 19 % Herzrhythmusstörungen auf. Bei 12 % kam es zu einem AV-Block ersten Grades, bei 36 % zu einem verlangsamten Puls unter 60 Schlägen pro Minute.[4] Veränderungen im EKG können auch nach jahrelanger, komplikationsloser Einnahme noch auftreten: Bei sehr hohen Tagesdosen ab 720 mg zeigten 38 % der Behandelten EKG-Veränderungen, bei 8 von 11 Betroffenen erst nach mehr als zwei Jahren.[5] Die EKG-Kontrollen sollten deshalb auch dann fortgesetzt werden, wenn die Dosis seit Langem unverändert ist.
Wegen der gleichmäßigeren Wirkstoffabgabe sollte die retardierte Form des Medikamentes bevorzugt werden.[6] Retardtabletten geben den Wirkstoff langsam und gleichmäßig ab. Wirksam sind sowohl die retardierte als auch die normale Form des Medikamentes, es gibt dazu keine direkten Vergleichsstudien.[2][7]
Herkunft und Verapamil bei Migräne
Der Calciumantagonist (Gegenspieler) Verapamil wurde zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen entwickelt und wird auch zur Blutdrucksenkung eingesetzt. John Stirling Meyer und Jeffrey Hardenberg aus Houston, Texas, veröffentlichten 1983 die erste klinische Studie über die vorbeugende Wirkung der Herzmedikamente und Calciumantagonisten Nimodipin, Nifedipin und Verapamil bei der Migräne und bei Cluster-Kopfschmerz.[8] Verapamil bei Migräne. Als Kalziumantagonisten zur Vorbeugung der Migräne nennt die deutsche Migräne-Leitlinie von 2025 in ihren wichtigsten Empfehlungen Flunarizin. Wer wegen des Cluster-Kopfschmerzes Verapamil nimmt und zusätzlich Migräne hat, sollte nach dieser Leitlinie das Migränemittel Rimegepant nicht anwenden, weil Verapamil das Abbausystem CYP3A4 und das Transporteiweiß P-Glykoprotein hemmt (siehe Wechselwirkungen).[9]
Zulassung und Kosten
Zulassung und Kostenübernahme. Verapamil ist für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen; die Anwendung erfolgt außerhalb der Zulassung (Off-Label-Gebrauch). Der Gemeinsame Bundesausschuss hat Verapamil mit Beschluss vom 16. August 2012 in die Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie aufgenommen; seit dem 25. Oktober 2012 ist es damit zur „Prophylaxe des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes von Erwachsenen ab 18 Jahren" zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig.[10] Der Beschluss nennt eine anfängliche Tagesdosis von 120 mg, die bis 360 mg gesteigert werden kann; Tagesdosen über 480 mg sind nach dem Beschluss „nicht ausreichend untersucht". Vorausgesetzt werden regelmäßige, dokumentierte EKG-Kontrollen und ein vom Patienten geführtes Schmerztagebuch.[10]
Verordnungsfähig ist nicht jedes verapamilhaltige Präparat. Der Beschluss wirkt nicht für den Wirkstoff als solchen, sondern nur für die Arzneimittel bestimmter Firmen. Die Anlage VI führt sie namentlich in zwei Listen auf und leitet die erste mit dem Satz ein: „Die folgenden pharmazeutischen Unternehmer haben für ihre Verapamil-haltigen Arzneimittel eine Anerkennung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs abgegeben (Haftung des pharmazeutischen Unternehmers), sodass ihre Arzneimittel für die vorgenannte Off-Label-Indikation verordnungsfähig sind".[11]
Zwei Begriffe daraus in einfachen Worten: Der pharmazeutische Unternehmer ist die Firma, die das Arzneimittel in Deutschland in den Verkehr bringt; sie ist auf der Packung und am Ende der Packungsbeilage genannt – umgangssprachlich also der Hersteller oder Anbieter. Bestimmungsgemäßer Gebrauch meint die Anwendung so, wie sie in der Zulassung, in der Fachinformation und in der Packungsbeilage vorgesehen ist – kurz: die Anwendung, für die das Mittel offiziell gedacht ist.
Eine Firma, die dem G-BA eine „Anerkennung des bestimmungsgemäßen Gebrauchs" abgibt, lässt damit die Anwendung beim Cluster-Kopfschmerz als vorgesehene Anwendung ihres eigenen Präparats gelten. Den Grund nennt der G-BA in seiner Klammer selbst: die Haftung.
Die Gefährdungshaftung des pharmazeutischen Unternehmers für schädliche Wirkungen setzt nach § 84 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 Arzneimittelgesetz voraus, dass das Arzneimittel „bei bestimmungsgemäßem Gebrauch" schädliche Wirkungen hat, die über ein nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft vertretbares Maß hinausgehen; der zweite Haftungsgrund derselben Vorschrift – eine fehlerhafte Kennzeichnung, Fachinformation oder Gebrauchsinformation (Nummer 2) – hängt dagegen nicht am bestimmungsgemäßen Gebrauch.[12]
In der Fassung der Anlage VI mit der letzten Änderung vom 11. Juni 2026 sind die verapamilhaltigen Arzneimittel folgender zehn Unternehmen verordnungsfähig (Schreibweise wie in der Anlage):[11]
- 1 A Pharma GmbH
- Abbot GmbH & Co. KG
- Aliud Pharma GmbH & Co. KG
- Basics GmbH
- EMRA-MED Arzneimittel GmbH
- Heumann Pharma GmbH & Co. Generika KG
- Hexal AG
- Sandoz Pharmaceuticals GmbH
- STADApharm GmbH
- Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Nicht verordnungsfähig sind nach derselben Fassung die verapamilhaltigen Arzneimittel folgender sechzehn Unternehmen, „da keine entsprechende Erklärung vorliegt":[11]
- AbZ-Pharma GmbH
- acis Arzneimittel GmbH
- Actavis Deutschland GmbH & Co. KG
- AWD pharma GmbH & Co. KG
- betapharm Arzneimittel GmbH
- CT Arzneimittel GmbH
- Dexcel Pharma GmbH
- DOCPHARM Arzneimittelvertrieb GmbH & Co. KGaA
- Hennig Arzneimittel GmbH & Co. KG
- Mylan dura GmbH
- QUISISANA PHARMA Deutschland GmbH
- ratiopharm GmbH
- Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
- TAD Pharma GmbH
- Verla-Pharm Arzneimittel GmbH & Co. KG
- Winthrop Arzneimittel GmbH
Was das im Alltag bedeutet. Derselbe Wirkstoff in derselben Dosis wird von der Krankenkasse bezahlt oder nicht bezahlt – je nachdem, von welcher der insgesamt 26 in der Anlage aufgeführten Firmen die verordnete Packung stammt. Die Handelsnamen unten helfen dabei nicht weiter, denn ein Präparatename sagt nichts darüber, welche Firma dahintersteht. Wer nachsehen will, findet den pharmazeutischen Unternehmer auf der Umverpackung und am Ende der Packungsbeilage und kann ihn mit den beiden Listen vergleichen; im Zweifel können Arztpraxis und Apotheke das klären.
Der G-BA ändert die Anlage VI fortlaufend – die hier wiedergegebene Fassung ist deshalb mit Datum angegeben, maßgeblich ist stets die auf der Internetseite des G-BA veröffentlichte geltende Fassung.[11] Den rechtlichen Rahmen dahinter – warum ein Mittel außerhalb der Zulassung verordnet werden darf, die Krankenkasse es aber nicht automatisch bezahlt, und welche Fristen bei einer Ablehnung laufen – beschreibt die Seite Off-Label-Use beim Clusterkopfschmerz.
Handelsnamen (Auszug):
- Verapamil, Isoptin®, Azupamil®, Vera®, Verasal®, Falicard®, Durasoptin®, Veragamma®.
Wie schnell und wie gut wirkt Verapamil?
Wie schnell. In der placebokontrollierten Studie mit 30 Betroffenen mit episodischem Cluster-Kopfschmerz ging unter 360 mg Verapamil am Tag bei 80 % die Zahl der Attacken schon in der zweiten Behandlungswoche um mindestens die Hälfte zurück, unter Placebo bei niemandem; attackenfrei wurden 27 %. In einer älteren Studie ohne Vergleichsgruppe besserten sich die Kopfschmerzen beim episodischen Verlauf nach durchschnittlich 1,7 Wochen, beim chronischen erst nach 5 Wochen.[13] Bis Verapamil wirkt, wird die Zeit häufig mit Kortison überbrückt.[14][15] Eine andere Möglichkeit ist eine Spritze mit einem örtlichen Betäubungsmittel und einem lang wirkenden Kortison an den großen Hinterhauptnerv; sie kann die Attacken im Mittel für etwa vier Wochen verringern (Infiltrationstherapie bei Cluster-Kopfschmerz).[15]
Erfahrungen aus dem Alltag. Die Zahlen aus dem Klinikalltag sind deutlich zurückhaltender als die der früheren Studien ohne Vergleichsgruppe: In einer Befragung von 400 nacheinander aufgenommenen Betroffenen einer dänischen Kopfschmerzklinik berichteten nur 44 % mit episodischem und 34 % mit chronischem Verlauf, dass die Zahl der Attacken unter Verapamil um mehr als die Hälfte zurückging; ganz attackenfrei wurden 14 %. Beim episodischen Verlauf wirkt Verapamil besser als beim chronischen. Nebenwirkungen wie Verstopfung, Müdigkeit und Wassereinlagerungen wurden in den Studien bei 12 bis 86 % der Teilnehmenden beschrieben.[13] Erfahrungsberichte von Betroffenen aus dem früheren CK-Wissen-Forum sind unter Siehe auch verlinkt; Berichte zu Originalpräparat und Generika sowie zur retardierten und nicht retardierten Form stehen im Abschnitt Dosierung.
Wirkmechanismus
Der Wirkmechanismus von Verapamil zur Prophylaxe bei Cluster-Kopfschmerz ist unbekannt. Vermutet wird, dass Verapamil durch seine Wirkung auf die Kalziumkanäle der Nervenzellen vorbeugend gegen Cluster-Kopfschmerz wirkt.[16]
Kardiologisch wirkt Verapamil hemmend auf die Funktion der willkürlich nicht beeinflussbaren (glatten) Muskelzellen der Arterien, was deren Wandspannung (Tonus) verringert und gefäßerweiternd (vasodilatativ) wirkt. Im Gegensatz zu anderen Calciumantagonisten wirkt der gleiche Effekt bei Verapamil auch auf die Herzmuskulatur, wodurch die Schlagkraft vermindert wird. Das senkt den Blutdruck. Verapamil wird im Allgemeinen gut vertragen; eine große Sorge bei der Behandlung sind aber gerade seine Wirkungen auf Schlagkraft und Herzschlag: Etwa ein Drittel der Behandelten bekommt einen verlangsamten Puls, etwa ein Fünftel eine Störung der Erregungsleitung zwischen Vorhof und Kammer.[1]
Bei einer Herzschwäche mit einer Auswurffraktion unter 35 % darf Verapamil nicht eingenommen werden.[17] Darüber hinaus verlangsamt Verapamil die elektrische Erregungsbildung im Sinusknoten (natürlicher "Herzschrittmacher") und im AV-Knoten (Überleitung der Erregung von den Vorhöfen in die Herzkammern) und im Herzmuskel selbst. Es wird also die Schlagkraft (Inotropie), die Herzfrequenz (Chronotropie) und die elektrische Erregungsausbreitung (Dromotropie) gedämpft.
Dosierung

PR-Intervall
Verapamil ist die Substanz der ersten Wahl in der vorbeugenden Behandlung der Cluster-Kopfschmerzen.[1] Die anfängliche Aufdosierung kann in 80 mg Schritten alle 3 bis 4 Tage erfolgen.[1][18]
Mit dem Wirkeintritt ist nach zwei bis drei Wochen zu rechnen, nur bei manchen Patienten früher.[1][18] Die Angaben zur Zieldosis gehen je nach Quelle auseinander. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses, auf dem die Verordnungsfähigkeit beruht, nennt eine anfängliche Tagesdosis von 120 mg, die bis 360 mg gesteigert werden kann, und hält Tagesdosen über 480 mg für „nicht ausreichend untersucht".[10] Die europäische Leitlinie von 2023 nennt mindestens 240 mg täglich und als Zieldosis 360 mg; höhere Dosen richten sich nach Wirkung und Verträglichkeit.[1]
In der Studie, aus der die Zahlen zum EKG stammen, wurde nach einem Beginn mit 240 mg alle zwei Wochen um 80 mg gesteigert, bis höchstens 960 mg; eine einzige Person erhielt 1200 mg.[4] Diese hohen Dosen sind also in Studien und in der Praxis vorgekommen, aber nicht Gegenstand der Richtlinie – sie gehören unter kardiologische Begleitung und nicht in eine eigenmächtige Steigerung. Dabei sind regelmäßige EKG Kontrollen zur Überwachung des PR-Intervalls notwendig.[2][4]
Falls vom Arzt nicht anders verordnet wird das retardierte Medikament in zwei gleichen Dosen im Abstand von möglichst genau 12 Stunden eingenommen. Die Einnahme der nicht retardierten Version erfolgt in der Regel dreimal täglich. Dadurch wird ein gleichmäßiges Wirkstoffniveau im Blut erreicht.
Einige Patienten berichten von besserer Wirkung von Isoptin® im Vergleich zu anderen Sorten Verapamil. Viele kommen mit der retardierten Version durch die verzögerte und damit gleichmäßigere Wirkstoffabgabe gut zurecht. Andere Betroffene berichten von besserer Wirkung der nicht retardierten Version. Falls ein generisches Verapamil nicht zufriedenstellend wirkt oder erhöhte Nebenwirkungen hat, kann nach Patientenberichten ggf. ein Wechsel zum Originalpräparat Isoptin® Besserung erbringen. Auch ein Wechsel von der retardierten Version auf die nicht retardierte Medikation oder umgekehrt kann ggf. zu einer Verbesserung führen.
Während der Anwendung von Verapamil sollten grapefruithaltige Speisen oder Getränke gemieden werden. Grapefruit kann den Blutplasmaspiegel von Verapamil durch Hemmung des First-Pass-Effektes erhöhen. Harntreibende Arzneimittel (Wassertabletten, Diuretika) verstärken den blutdrucksenkenden Effekt.
Was nicht mit Verapamil zusammen angewendet werden darf. Eine Gegenanzeige ist die gleichzeitige Einnahme von Ivabradin, einem Mittel gegen bestimmte Herzkrankheiten. Betarezeptorenblocker dürfen während einer Behandlung mit Verapamil nicht in die Vene gegeben werden, ausgenommen in der Intensivmedizin.
Als Tablette sind sie dagegen nicht verboten, erfordern aber Vorsicht, weil sich die Wirkungen auf Herz und Kreislauf gegenseitig verstärken können: höhergradige AV-Blockierung, stärkere Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzschwäche und verstärkte Blutdrucksenkung. Auch Simvastatin ist keine Gegenanzeige: Bei gleichzeitiger Anwendung mit höheren Simvastatin-Dosen steigt das Risiko einer Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) oder eines Zerfalls von Muskelzellen (Rhabdomyolyse), weshalb die Behandlung mit dem Cholesterinsenker in der niedrigsten möglichen Dosis begonnen und die Dosis angepasst werden soll.[17][19][20]
Loperamid (Mittel gegen Durchfall) kann zusammen mit Mitteln, die das Abbausystem CYP3A4 oder das Transporteiweiß P-Glykoprotein hemmen, deutlich höhere Blutspiegel erreichen: In Studien stieg die Loperamid-Konzentration auf das Zwei- bis Fünffache. Welche Bedeutung das bei den empfohlenen Dosierungen hat, ist nach der Fachinformation nicht bekannt.[21] Verapamil hemmt beide.[22]
Wer Verapamil nimmt und Loperamid einnehmen möchte, sollte das in Arztpraxis oder Apotheke ansprechen. Verapamil selbst nennt die Fachinformation von Loperamid nicht; eine Atemdepression ist dort nur als Zeichen einer Überdosierung von Loperamid selbst beschrieben.[21] Bei Rauchern wurden gegenüber Nichtrauchern um ca. 25% reduzierte Verapamil Blutplasmawerte festgestellt, dies sollte bei der Dosierung beachtet werden.[23]
Absetzen und Ausschleichen
Beim An- und Absetzen des Verapamils sollte beachtet werden, dass die Dosis langsam erhöht bzw. wieder reduziert werden muss, da es ansonsten zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen kann. Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Verapamil nicht, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben. Eine Beendigung der Behandlung mit diesem Arzneimittel sollte nach längerer Behandlung grundsätzlich nicht plötzlich, sondern ausschleichend erfolgen.[20][19] (Einschleichung / Ausschleichung).
Ist eine Episode vorbei, kann Verapamil vorsichtig ausgeschlichen werden, etwa in Schritten von 80 mg alle ein bis zwei Wochen.[15] Beim chronischen Cluster-Kopfschmerz sollte nach der deutschen Leitlinie von 2015 etwa alle drei bis sechs Monate versucht werden, die vorbeugenden Medikamente zu verringern.[14] Wie schnell im Einzelfall verringert wird, entscheidet der Arzt.
Nebenwirkungen + Gegenanzeigen
| Hinweis zur Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen: Auftreten in mehr als 10 % der Behandlungsfälle = sehr häufig; 1 – 10 % = häufig; 0,1 – 1 % = gelegentlich; < 0,1 % = selten. |
Häufige Nebenwirkungen[20] von Verapamil sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nervosität, Schwindel, Benommenheit, Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheits- und Kältegefühl in den Gliedmassen, Gesichtsröte (Flush), das Entstehen einer Herzmuskelschwäche, Blutdruckabfall und/oder Beschwerden durch Blutdruckabfall bei Änderungen der Körperlage (orthostatische Regulationsstörungen), Pulsverlangsamung (Bradykardie), Wasseransammlungen im Bereich der Knöchel (Knöchelödeme), Erregungsleitungsstörung im Herzen (AV-Block I. Grades), Hautrötung, Wärmegefühl und allergische Reaktionen wie Juckreiz, Nesselfieber und Hautausschlag.
Übelkeit und Verstopfung gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, betreffen also bis zu 1 von 10 Behandelten.[24][19] Gegenmaßnahmen bei Verstopfung. Auch Wassereinlagerungen an den Knöcheln (Knöchelödeme) gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Eine Gewichtszunahme führt die Gebrauchsinformation dagegen nicht als Nebenwirkung auf.[19] Wer unter Verapamil deutlich zunimmt oder geschwollene Knöchel oder Beine bekommt, sollte das ärztlich abklären lassen, denn auch die Entstehung oder Verschlimmerung einer Herzmuskelschwäche gehört zu den häufigen Nebenwirkungen.[19]
Mundschleimhaut- und Zahnfleischveränderungen, Zahnfleischentzündungen sowie Zahnfleischwucherungen sind seltene Nebenwirkungen, die insbesondere bei hochdosiertem Verapamil auftreten können.[25] Mögliche Vorbeugung dagegen: Sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt.
In den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft soll Verapamil nicht eingenommen werden, in den letzten drei Monaten nur, wenn die Ärztin oder der Arzt es unter Berücksichtigung des Risikos für Mutter und Kind für zwingend erforderlich hält. In der Stillzeit soll es nur verwendet werden, wenn es für das Wohlergehen der Mutter unbedingt notwendig ist.[19]
Andere blutdrucksenkende Mittel und Betablocker als Tablette schließen Verapamil nicht aus, können zusammen mit ihm aber den Blutdruck zu stark senken, den Puls verlangsamen und die Erregungsleitung im Herzen stören (siehe Wechselwirkungen).[22] Die Fachinformation von März 2026 nennt als Gegenanzeigen im Einzelnen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, kardiogener Schock, höhergradige Erregungsleitungsstörungen (SA- oder AV-Block II. und III. Grades, außer bei Patienten mit Herzschrittmacher), Sinusknotensyndrom (ebenfalls außer mit Schrittmacher), Herzinsuffizienz mit einer Auswurffraktion unter 35 % oder einem pulmonalen Verschlussdruck über 20 mmHg, Vorhofflimmern oder Vorhofflattern bei gleichzeitig bestehender Leitungsbahn zwischen Vorhof und Kammer (WPW- oder Lown-Ganong-Levine-Syndrom) sowie die gleichzeitige Einnahme von Ivabradin.[17]
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Verapamil ist erforderlich,
- wenn Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Herzvorhof und Herzkammern auftreten (AV-Block I. Grades)
- wenn Sie niedrigen Blutdruck (systolisch unter 90 mmHg) haben
- wenn Sie einen Ruhepuls unter 50 Schlägen pro Minute (Bradykardie) haben
- wenn bei Ihnen eine stark eingeschränkte Leberfunktion vorliegt
- wenn Sie an einer Erkrankung mit beeinträchtigter Übertragung von Nervenimpulsen auf die Muskulatur (wie Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, fortgeschrittene Duchenne-Muskeldystrophie) leiden.[20]
Verapamil und Betablocker
Betablocker dürfen während einer Behandlung mit Verapamil nicht in die Vene gegeben werden, ausgenommen in der Intensivmedizin.[17] Als Tablette sind sie zusammen mit Verapamil nicht verboten, erfordern aber Vorsicht: Die Wirkungen auf Herz und Kreislauf können sich gegenseitig verstärken, mit höhergradigem AV-Block, stärkerer Pulsverlangsamung, Herzschwäche und stärkerem Blutdruckabfall. Das gilt für alle Betablocker, etwa Propranolol oder Metoprolol.[22] Ob ein Betablocker weitergenommen, umgestellt oder ergänzt wird, entscheidet der Arzt.
Das Verapamil könnte auch zusätzlich noch die blutdrucksenkende Wirkung des ß-Blockers unerwünscht verstärken. Um diese Betablocker zu Gunsten von Verapamil gut verträglich absetzen zu können, ist vom Arzt bis zum Wirkungseintritt des retardierten Verapamil die Einnahme von anderen Hochdruckmedikamenten zu erwägen.
Dem Arzt stehen schnellwirksame Bluthochdruckmedikamente zur Verfügung, die alternativ oder vorübergehend anstatt des ß-Blockers zur Blutdruckregulation eingesetzt werden können.
Wechselwirkungen
Verapamil bremst ein wichtiges Abbausystem der Leber (CYP3A4) und ein Transporteiweiß (P-Glykoprotein); deshalb können viele andere Mittel stärker wirken.[22] Die Tabelle nennt die Wechselwirkungen aus der Fachinformation von Isoptin (Stand April 2022) und aus den Fachinformationen der anderen Cluster-Mittel, geprüft am 23.09.2026.
Wechselwirkungen auf einen Blick
| Zusammen mit | Was passieren kann | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Betablocker (etwa Metoprolol, Propranolol) oder andere Herzrhythmusmittel | gegenseitige Verstärkung: langsamer Puls, Störungen der Erregungsleitung im Herzen, Herzschwäche, stärkerer Blutdruckabfall | –[22] |
| Ivabradin | zusätzliche Pulsverlangsamung | Verboten.[22] |
| Statine wie Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin | mehr Statin im Blut; bei höheren Simvastatin-Dosen Muskelschäden | Statin niedrig beginnen oder die Dosis senken.[22] |
| Grapefruitsaft | mehr Verapamil im Blut | –[22] |
| Alkohol | Alkohol wirkt stärker | –[22] |
| Blutverdünner (ASS, Dabigatran und andere direkte Gerinnungshemmer), Digoxin, Colchicin, Carbamazepin | stärkere Wirkung oder höhere Spiegel dieser Mittel, etwa mehr Blutungsneigung | Digoxin-Dosis senken; Colchicin zusammen mit Verapamil wird nicht empfohlen; bei Gerinnungshemmern eng überwachen.[22] |
| andere Blutdrucksenker | zu starker Blutdruckabfall | –[22] |
| Lithium | Lithium kann stärker aufs Nervensystem wirken; der Lithiumspiegel kann steigen, gleich bleiben oder sogar sinken | Lithiumspiegel im unteren Bereich halten und engmaschig beobachten.[26][22] |
| Octreotid | langsamer Puls (Bradykardie) ist unter Octreotid häufig | Dosis dieser Mittel eventuell anpassen.[27][28] |
Alle Cluster-Mittel im Vergleich: Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.
Siehe auch
Literatur
Externe Links
Einzelnachweise
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- ↑ 2,0 2,1 2,2 May A, Leone M, Áfra J, Linde M, Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. European Journal of Neurology. 2006; 13: 1066–1077. PMID 16987158. DOI
- ↑ Blau JN, Engel HO.: Individualizing treatment with verapamil for cluster headache patients. Headache. 2004; 44(10): 1013-8. PMID 15546265.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Cohen AS, Matharu MS, Goadsby PJ: Electrocardiographic abnormalities in patients with cluster headache on verapamil therapy. Neurology. (2007); 69(7): 668-75, PMID 17698788, Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 4/2007, Seite 19 (PDF-Datei).
- ↑ Lanteri-Minet M, Silhol F, Piano V, Donnet A.: Cardiac safety in cluster headache patients using the very high dose of verapamil (≥720 mg/day). J Headache Pain. 2011; 12(2): 173-176, DOI.
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- ↑ Dodick DW, Rozen TD, Goadsby PJ & Silberstein SD.: Cluster headache. Cephalalgia. 2000; 20(6): 787-803. PMID 11167909.
- ↑ Meyer JS. & Hardenberg J.: Clinical Effectiveness of Calcium Entry Blockers in Prophylactic Treatment of Migraine and Cluster Headaches. Headache. 1983; 23: 266-277. PMID 6358126.
- ↑ Diener HC, Förderreuther S, Kropp P, Reuter U et al.: Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, 2025, Version 7.1 (PDF-Datei, abgerufen am 25.09.2026): „Der Kalziumantagonist Flunarizin sowie die Antikonvulsiva Valproinsäure und Topiramat und das Antidepressivum Amitriptylin sind in der Migräneprophylaxe wirksam.“; „Bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren oder Inhibitoren der Effluxtransporter P-gp und BCRP (z.B. Cyclosporin oder Verapamil) sollte Rimegepant nicht eingesetzt werden.“
- ↑ 10,0 10,1 10,2 Gemeinsamer Bundesausschuss: Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie – Anlage VI: Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes, 16.08.2012 (PDF-Datei), Bundesanzeiger AT 24.10.2012 B3, in Kraft seit 25.10.2012; Verfahrensseite des G-BA
- ↑ 11,0 11,1 11,2 11,3 Gemeinsamer Bundesausschuss: Arzneimittel-Richtlinie, Anlage VI – Verordnungsfähigkeit von zugelassenen Arzneimitteln in nicht zugelassenen Anwendungsgebieten, Teil A Nummer IX (Verapamil zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes) (PDF-Datei), letzte Änderung 11.06.2026, abgerufen am 22.09.2026; Übersichtsseite des G-BA zur Anlage VI mit der jeweils geltenden Fassung.
- ↑ § 84 Gefährdungshaftung, Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz – AMG), abgerufen am 22.09.2026.
- ↑ 13,0 13,1 Lund NLT, Petersen AS, Fronczek R, Tfelt-Hansen J, Belin AC, Meisingset T, Tronvik E, Steinberg A, Gaul C, Jensen RH: Current treatment options for cluster headache: limitations and the unmet need for better and specific treatments – a consensus article. J Headache Pain. 2023; 24(1): 121. PMID 37667192. DOI (frei zugänglich). Abschnitt „Verapamil“: „In the second week, 80% on verapamil reported 50% or higher reduction in attack frequency compared with 0% on placebo, however, just 27% became attack free“; „Improvement was seen after an average of 1.7 weeks and 5 weeks for ECH and CCH, respectively“; „new data from 400 consecutively recruited Danish persons with CH show that only 44% episodic- and 34% chronic participants reported a reduction in attack frequency more than 50%. Only 14% reported complete relief of attacks on verapamil“; „verapamil is more effective in ECH compared to CCH“; „Side effects such as constipation, tiredness and oedema are reported in 12–86% of participants“. Die dänischen Zahlen stammen aus: Petersen AS, Lund N, Jensen RH, Barloese M: Real-life treatment of cluster headache in a tertiary headache center – results from the Danish Cluster Headache Survey. Cephalalgia. 2021. DOI
- ↑ 14,0 14,1 Leitlinie „Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen“, Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Stand 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020. PDF-Datei beim AWMF-Register, Abschnitt Prophylaxe: „Kortikosteroide (Beginn 100mg/d, sukzessive Abdosierung über 2 Wochen anstreben) werden häufig additiv eingesetzt, z.B. im Sinne einer überbrückenden Therapie bei langsamem Wirkungseintritt von Verapamil.“; „Bei chronischen Clusterkopfschmerzen sollte etwa alle 3–6 Monate ein Versuch der Reduzierung der Medikation versucht werden.“ (abgerufen am 25.09.2026)
- ↑ 15,0 15,1 15,2 Ray JC, Stark RJ, Hutton EJ: Cluster headache in adults. Aust Prescr. 2022; 45: 15–20. DOI (frei zugänglich). Im Wortlaut: „prednisolone is commonly used as a bridging preventive strategy to allow the up-titration of safer long-term preventive therapies“; „An alternative strategy is a greater occipital nerve block with an injection of local anaesthetic and depot-methylprednisolone. This combination can reduce attacks for on average four weeks“; „Once a bout of cluster headache has finished, the patient can be weaned cautiously off verapamil, by 80 mg every one to two weeks.“
- ↑ Tfelt-Hansen P, Tfelt-Hansen J (January 2009). "Verapamil for cluster headache. Clinical pharmacology and possible mode of action". Headache 49 (1): 117–25. doi:. PMID 19125880.
- ↑ 17,0 17,1 17,2 17,3 Fachinformation Isoptin® RR 240 mg Retardtabletten, Viatris Healthcare GmbH, Stand März 2026 (PDF-Datei), Abschnitte 4.3 und 4.5.
- ↑ 18,0 18,1 May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC (June 2005). "Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft". Schmerz 19 (3): 225–41. doi:. PMID 15887001. DMKG: PDF-Datei
- ↑ 19,0 19,1 19,2 19,3 19,4 19,5 Gebrauchsinformation Isoptin® RR 240 mg Retardtabletten, Viatris Healthcare GmbH, Stand März 2026; für die nicht retardierte Form die Gebrauchsinformation Isoptin® 80 mg Filmtabletten, ebenfalls Stand März 2026.
- ↑ 20,0 20,1 20,2 20,3 Gebrauchsinformation Isoptin®, Mylan Healthcare GmbH, Stand August 2015. Das Dokument war über das Arzneimittel-Informationssystem des DIMDI abrufbar; dieses Portal ist abgeschaltet und von der Datei liegt kein Archivabbild vor.
- ↑ 21,0 21,1 Fachinformation Loperamid AbZ akut 2 mg Hartkapseln, AbZ-Pharma GmbH, Stand November 2024 (PDF-Datei), Abschnitte 4.5 und 4.9.
- ↑ 22,00 22,01 22,02 22,03 22,04 22,05 22,06 22,07 22,08 22,09 22,10 22,11 Fachinformation Isoptin 120 mg Filmtabletten (Verapamil), Stand der Information April 2022, am 23.09.2026 gelesen. 4.5: „Verapamil hemmt CYP3A4 und P-Glycoprotein (P-gp).“; Lithium: „eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber den Lithium-Effekten (Neurotoxizität) gemeldet; die Lithiumspiegel waren dabei unverändert oder stiegen an. Die Gabe von Verapamil hat jedoch auch zur Senkung der Lithiumspiegel … geführt. Patienten, die beide Wirkstoffe erhalten, sollten daher engmaschig beobachtet werden.“; Betarezeptorenblocker (z. B. Metoprolol, Propranolol) und andere Antiarrhythmika: „Gegenseitige Verstärkung der kardiovaskulären Wirkungen (höhergradige AV-Blockierung, höhergradige Senkung der Herzfrequenz, Auftreten einer Herzinsuffizienz, verstärkte Blutdrucksenkung)“; „Die gleichzeitige Anwendung mit Ivabradin ist … kontraindiziert.“; Statine: bei Simvastatin in höheren Dosen „ist das Risiko einer Myopathie/Rhabdomyolyse erhöht“; Grapefruitsaft erhöht die Verapamil-Konzentration; Alkohol: „Verstärkung der Alkoholwirkung“; Acetylsalicylsäure: „Verstärkte Blutungsneigung“; direkte orale Gerinnungshemmer und Dabigatran: höhere Spiegel, Blutungsrisiko; Digoxin: Dosis verringern; Colchicin: gleichzeitige Einnahme „wird nicht empfohlen“; Carbamazepin: erhöhte Spiegel; Antihypertensiva: „Risiko eines übermäßigen Blutdruckabfalls“. 4.8: „Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Schwindel- bzw. Benommenheitsgefühl, gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Verstopfung, abdominale Beschwerden), außerdem Bradykardie, Tachykardie, Palpitationen, Hypotonie, Flush, periphere Ödeme sowie Müdigkeit.“ Häufigkeitsangaben: „Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen“.
- ↑ Fuhr U, Müller-Peltzer H, Kern R, et al. (April 2002). "Effects of grapefruit juice and smoking on verapamil concentrations in steady state". Eur. J. Clin. Pharmacol. 58 (1): 45–53. doi:. PMID 11956673.
- ↑ Fachinformation Isoptin® RR 240 mg Retardtabletten, Viatris Healthcare GmbH, Stand März 2026 (PDF-Datei), Abschnitt 4.8, Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes, häufig: „Verstopfung, Übelkeit“.
- ↑ Matharu MS, van Vliet JA, Ferrari MD, Goadsby PJ.: Verapamil-induced gingival enlargement in cluster headache. J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2005; 76: 124–127. PMID 15608012. Freier Volltext in PubMed Central.
- ↑ Fachinformation Quilonum retard 450 mg Retardtabletten (Lithiumcarbonat), Teofarma, Stand der Information August 2024, Abschnitt 4.5, am 22.09.2026 gelesen: „Kalzium-Antagonisten (z. B. Diltiazem, Verapamil) Erhöhung der Lithiumtoxizität. Der Serumlithiumspiegel sollte deshalb im unteren therapeutischen Bereich liegen.“; bei „Substanzen, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen können (MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, 5-HT-Agonisten)“: „Das Auftreten eines Serotonin-Syndroms wurde beschrieben“; nichtsteroidale Antirheumatika „z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Indometacin“, COX-2-Hemmer, ACE-Hemmer, Sartane und Metronidazol erhöhen den Lithiumspiegel.
- ↑ Fachinformation Sandostatin 50 µg, -100 µg, -500 µg (Octreotid), Stand der Information Oktober 2024, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: Akromegalie, Symptome hormonaktiver gastroenteropankreatischer Tumoren, Komplikationen nach Pankreasoperationen, Blutungen aus Varizen bei Zirrhose. 4.4: „Häufig sind Fälle von Bradykardie berichtet worden. Eine Anpassung der Dosis von Arzneimitteln wie Betablockern, Calciumantagonisten oder Arzneimitteln zur Einstellung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts kann erforderlich sein“; Cholelithiasis „sehr häufig“, Ultraschall der Gallenblase vor und etwa alle 6 bis 12 Monate. 4.5: Dosisanpassung von Insulin und Antidiabetika kann nötig sein; verringerte Resorption von Ciclosporin, verzögerte von Cimetidin; höhere Bioverfügbarkeit von Bromocriptin; Vorsicht bei Arzneimitteln, die hauptsächlich über CYP3A4 abgebaut werden und eine geringe therapeutische Breite haben. 4.8: häufigste „Diarrhö, Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Kopfschmerzen, Cholelithiasis, Hyperglykämie und Obstipation“. 5.1: „Octreotid ist ein synthetisches Oktapeptid-Analogon des natürlich vorkommenden Hormons Somatostatin mit gleichartiger pharmakologischer Wirkung, jedoch mit einer wesentlich längeren Wirkungsdauer.“
- ↑ Embryotox: Verapamil, am 23.09.2026 gelesen: „Verapamil ist ein Calciumkanalblocker (Calciumantagonist) mit vorwiegender Herzwirkung … Es hat eine negativ chrono- und dromotrope Wirkung, eine negativ inotrope Wirkung aufs Arbeitsmyokard und wirkt vasodilatatorisch auf die glatte Gefäßmuskulatur.“
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