Lisurid: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Lisurid''' wurde als Migräneprophylaktikum entwickelt. Für diese Indikation besteht in Deutschland keine Zulassung mehr. | '''Lisurid''' wurde als Migräneprophylaktikum entwickelt. Für diese Indikation besteht in Deutschland keine Zulassung mehr. Zur Behandlung der [http://de.wikipedia.org/wiki/Parkinson-Krankheit Parkinson-Krankheit] wurde Lisurid in Deutschland in Kombination mit [http://de.wikipedia.org/wiki/Levodopa Levodopa] verwendet, unter dem Markennamen Dopergin<sup>®</sup> und verschreibungspflichtig. Seit dem 1. Juli 2016 darf Dopergin nicht mehr verkauft werden, weil die Zulassung erloschen ist.<ref name="ADHOC2016">[https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/vergessene-klassiker-erloschen-zulassungen-arzneimittel-pharma/ Patrick Hollstein: Vergessene Klassiker, erloschene Zulassungen. ''APOTHEKE ADHOC'', 29.06.2016], am 23.09.2026 gelesen. Im Wortlaut: „Vier Produkte sind ab 1. Juli nicht mehr verkehrsfähig, weil die Zulassung erlischt. Dies betrifft etwa das Parkinsonmittel Dopergin (Lisurid) von Bayer.“</ref> An [http://de.wikipedia.org/wiki/5-HT-Rezeptor Serotonin-Rezeptoren] des Subtyps 5-HT<sub>2B</sub> wirkt Lisurid als [http://de.wikipedia.org/wiki/Antagonist_%28Pharmakologie%29 Antagonist.] Mit einer Hemmung dieser Rezeptoren wurde seine Wirksamkeit in der Migräneprophylaxe in Verbindung gebracht.<ref name="pmid8743744">{{cite journal |author=Schmuck K, Ullmer C, Kalkman HO, Probst A, Lubbert H |title=Activation of meningeal 5-HT2B receptors: an early step in the generation of migraine headache? |journal=The European Journal of Neuroscience |volume=8 |issue=5 |pages=959–67 |year=1996 |month=May |pmid=8743744 |doi=10.1111/j.1460-9568.1996.tb01583.x |url=}}</ref> | ||
Edgard Raffaelli Jr., Orlando J. Martins und Américo dos Santos P. Dágua Filho aus São Paulo, Brasilien, berichteten 1982 über die erfolgreiche Behandlung von zehn Cluster-Kopfschmerzpatienten mit Lisurid: Fünf [[ECH]] und fünf [[CCH]] Patienten, die zuvor mit mehreren anderen Medikamenten ([[Ergotamin]], [[Methysergid]], [[Corticosteroide|Prednison]], [[Lithium]] und [[Pizotifen]]) mit geringem oder mäßigen Erfolg behandelt wurden, erhielten Lisurid in Dosierungen von 2 x 0,025 mg bis 16 x 0,025 mg pro Tag. Die Ergebnisse, die mit Lisurid erzielt wurden, seien "gut bis sehr gut" gewesen und es habe keine Nebenwirkungen in dieser kleinen Gruppe von Patienten gegeben.<ref>{{cite journal |author=Raffaelli E, Martins OJ, dos Santos P Dãgua Filho A |title=Lisuride in cluster headache |journal=Headache |volume=23 |issue=3 |pages=117–21 |year=1983 |month=May |pmid=6874328 |doi=10.1111/j.1526-4610.1983.hed2303117.x |url=}} [http://www3.interscience.wiley.com/journal/119540278/abstract Abstract]</ref> | Edgard Raffaelli Jr., Orlando J. Martins und Américo dos Santos P. Dágua Filho aus São Paulo, Brasilien, berichteten 1982 über die erfolgreiche Behandlung von zehn Cluster-Kopfschmerzpatienten mit Lisurid: Fünf [[ECH]] und fünf [[CCH]] Patienten, die zuvor mit mehreren anderen Medikamenten ([[Ergotamin]], [[Methysergid]], [[Corticosteroide|Prednison]], [[Lithium]] und [[Pizotifen]]) mit geringem oder mäßigen Erfolg behandelt wurden, erhielten Lisurid in Dosierungen von 2 x 0,025 mg bis 16 x 0,025 mg pro Tag. Die Ergebnisse, die mit Lisurid erzielt wurden, seien "gut bis sehr gut" gewesen und es habe keine Nebenwirkungen in dieser kleinen Gruppe von Patienten gegeben.<ref>{{cite journal |author=Raffaelli E, Martins OJ, dos Santos P Dãgua Filho A |title=Lisuride in cluster headache |journal=Headache |volume=23 |issue=3 |pages=117–21 |year=1983 |month=May |pmid=6874328 |doi=10.1111/j.1526-4610.1983.hed2303117.x |url=}} [http://www3.interscience.wiley.com/journal/119540278/abstract Abstract]</ref> | ||
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Version vom 24. September 2026, 09:08 Uhr
Lisurid wurde als Migräneprophylaktikum entwickelt. Für diese Indikation besteht in Deutschland keine Zulassung mehr. Zur Behandlung der Parkinson-Krankheit wurde Lisurid in Deutschland in Kombination mit Levodopa verwendet, unter dem Markennamen Dopergin® und verschreibungspflichtig. Seit dem 1. Juli 2016 darf Dopergin nicht mehr verkauft werden, weil die Zulassung erloschen ist.[1] An Serotonin-Rezeptoren des Subtyps 5-HT2B wirkt Lisurid als Antagonist. Mit einer Hemmung dieser Rezeptoren wurde seine Wirksamkeit in der Migräneprophylaxe in Verbindung gebracht.[2]
Edgard Raffaelli Jr., Orlando J. Martins und Américo dos Santos P. Dágua Filho aus São Paulo, Brasilien, berichteten 1982 über die erfolgreiche Behandlung von zehn Cluster-Kopfschmerzpatienten mit Lisurid: Fünf ECH und fünf CCH Patienten, die zuvor mit mehreren anderen Medikamenten (Ergotamin, Methysergid, Prednison, Lithium und Pizotifen) mit geringem oder mäßigen Erfolg behandelt wurden, erhielten Lisurid in Dosierungen von 2 x 0,025 mg bis 16 x 0,025 mg pro Tag. Die Ergebnisse, die mit Lisurid erzielt wurden, seien "gut bis sehr gut" gewesen und es habe keine Nebenwirkungen in dieser kleinen Gruppe von Patienten gegeben.[3]
Zur Therapieeinleitung mit Lisurid bei der Parkinson-Krankheit werden Tabletten mit einem Wirkstoffgehalt von 0,2 mg Lisuridmaleat verwendet. Die Dosierung beginnt in der ersten Behandlungswoche mit einer halben Tablette pro Tag und wird mit jeder Behandlungswoche um eine halbe Tablette pro Tag gesteigert. Die optimale Dosis ist individuell durch Titration, abhängig von Verträglichkeit und Wirksamkeit, zu ermitteln.[4]
Insbesondere zu Beginn der Therapie mit Lisurid, bei zu rascher Dosissteigerung oder zu hoher Dosierung sowie bei Einnahme ohne gleichzeitige Mahlzeit oder gleichzeitigen Imbiss können Übelkeit, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schwitzen, Mundtrockenheit und plötzlicher Blutdruckabfall sowie in seltenen Fällen Erbrechen auftreten. Lisurid kann, insbesondere bei länger dauernder Anwendung und bei hoher Dosierung, schwere Nebenwirkungen haben. Die sedierende Wirkung des Präparates kann durch andere, auf das zentrale Nervensystem dämpfend wirkende Arzneimittel verstärkt werden. Lisurid kann Schläfrigkeit (exzessive Müdigkeit) verursachen. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Neuroleptika und anderen Dopamin-Antagonisten (z.B. Haloperidol, Sulpirid, Metoclopramid, Chlorpromazin) ist eine wechselseitige Wirkungsabschwächung zu erwarten.[4]
Siehe auch
- Die anderen Cluster-Mittel: Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen – für Lisurid fand sich bei der Suche auf fachinfo.de am 23.09.2026 keine Fachinformation.
Literatur
Externe Links
Einzelnachweise
- ↑ Patrick Hollstein: Vergessene Klassiker, erloschene Zulassungen. APOTHEKE ADHOC, 29.06.2016, am 23.09.2026 gelesen. Im Wortlaut: „Vier Produkte sind ab 1. Juli nicht mehr verkehrsfähig, weil die Zulassung erlischt. Dies betrifft etwa das Parkinsonmittel Dopergin (Lisurid) von Bayer.“
- ↑ Schmuck K, Ullmer C, Kalkman HO, Probst A, Lubbert H (May 1996). "Activation of meningeal 5-HT2B receptors: an early step in the generation of migraine headache?". The European Journal of Neuroscience 8 (5): 959–67. doi:. PMID 8743744.
- ↑ Raffaelli E, Martins OJ, dos Santos P Dãgua Filho A (May 1983). "Lisuride in cluster headache". Headache 23 (3): 117–21. doi:. PMID 6874328. Abstract
- ↑ 4,0 4,1 Fachinformationen Dopergin®-0,5 mg Tablette (RTF) (Link am 23.09.2026 geprüft: Die Adresse meldet den Fehler 404, das Dokument ist dort nicht mehr abrufbar.)
Hinweis: Dieser Artikel basiert zum Teil auf einem Text, der aus der freien Enzyklopädie Wikipedia übernommen wurde. Eine Liste der ursprünglichen Autoren befindet sich auf der Versionsseite des Wikipedia Artikels Lisurid.
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