Cluster-Kopfschmerz Epidemiologie: Unterschied zwischen den Versionen
Cezary (Diskussion | Beiträge) Praevalenz: die zusammengefassten Zahlen der Metaanalyse von Fischera 2008 ergaenzt, die die Seite beschreibt aber nicht nennt (Lebenszeitpraevalenz 124/100.000, 1-Jahres-Praevalenz 53/100.000, Faustformel einer von 1000). Dazu die norwegische Registerauswertung 2009-2022 (Neurology 2026;106(11):e214862) und die globale Uebersicht 2023. Geschlechtsverteilung: die auf der Seite offengelassene Frage, ob das maennliche Ueberwiegen zurueckgeht, ist beantwortet - Frauenanteil 39,7 % (2009) auf 50,1… |
Cezary (Diskussion | Beiträge) K Bildbeschreibungen für Vorlese-Programme ergänzt (alt-Text, 1 Bild); reine Schmuck-Symbole bekommen eine leere Beschreibung und werden so übersprungen; ungültige Größenangaben „Breite=…|Höhe=…“ bei Logos berichtigt. Sonst unverändert. |
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{{Auf einen Blick|geprüft=24. September 2026| | |||
* '''Etwa einer von 1000 Menschen:''' Nach einer Metaanalyse, einer gemeinsamen Auswertung von 16 Studien, erkrankt etwa einer von 1000 Menschen im Laufe seines Lebens an Cluster-Kopfschmerz. Neuere große Untersuchungen kommen laut einer Übersichtsarbeit von 2023 auf eine niedrigere Prävalenz, also weniger Erkrankte in der Bevölkerung ([[#Prävalenz und Inzidenz|Prävalenz und Inzidenz]]). | |||
* '''Männer und Frauen:''' Die epidemiologischen Studien beschreiben Cluster-Kopfschmerz häufiger bei Männern; eine Metaanalyse von Studien bis 2007 nennt ein Verhältnis von 4,3 zu 1. In einer norwegischen Registerauswertung war die Prävalenz 2022 bei Frauen erstmals höher als bei Männern; ob dahinter vor allem eine bessere Erkennung bei Frauen steckt, ist nicht entschieden ([[#Geschlechtsverteilung|Geschlechtsverteilung]]). | |||
* '''Beginn typischerweise im jungen Erwachsenenalter:''' Im Mittel beginnt die Krankheit mit 28 Jahren. Die Spannbreite ist sehr groß: Beschrieben ist ein Beginn mit zwei Jahren ebenso wie mit 75 Jahren ([[#Alter bei erstmaligem Auftreten|Alter bei Beginn]]). | |||
* '''Verlauf:''' In einer italienischen Beobachtungsstudie blieben von 140 Patienten mit anfangs episodischem Verlauf (Attackenphasen mit Pausen dazwischen) 80,7 % episodisch, 12,9 % entwickelten einen chronischen Cluster-Kopfschmerz. Nur wenige haben über das Alter von 65 bis 70 Jahren hinaus weiterhin Cluster-Kopfschmerz, und im höheren Alter werden die beschwerdefreien Zeiten tendenziell länger ([[#Verlauf und Prognose|Verlauf und Prognose]]). | |||
* '''Familie, Rauchen, Alkohol:''' Nach einer Metaanalyse von 2020 ist bei 6,27 Prozent der Erkrankten die Familiengeschichte positiv, es gibt also weitere Fälle in der Familie. Der Anteil der Raucher lag in einer Studie mit 66 % deutlich über dem damaligen Anteil in der Gesamtbevölkerung, und während einer Episode ist Alkohol bei ca. der Hälfte ein zuverlässiger Auslöser einer Attacke ([[#Substanzgebrauch und Suchtverhalten|Substanzgebrauch]]). | |||
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Die '''Epidemiologie''' (von griech. ''epi'' „auf, über“, ''demos'' „Volk“, ''logos'' „Lehre“, ursprünglich: „Seuchenkunde“) ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den Ursachen und Folgen sowie mit der Verbreitung von Krankheiten beschäftigt. | Die '''Epidemiologie''' (von griech. ''epi'' „auf, über“, ''demos'' „Volk“, ''logos'' „Lehre“, ursprünglich: „Seuchenkunde“) ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den Ursachen und Folgen sowie mit der Verbreitung von Krankheiten beschäftigt. | ||
Die [ | Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Prävalenz Prävalenz] einer Erkrankung gibt die ''Anzahl der erkrankten Menschen'' in der betrachteten Bevölkerung an. Die Prävalenz wird als Prävalenzrate dargestellt: Die Anzahl der Fälle in einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt dividiert durch die Anzahl aller Mitglieder dieser Population, oft auch angegeben als Anzahl Erkrankter pro 10.000 oder pro 100.000 Einwohner. | ||
Die [ | Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Inzidenz_(Medizin) Inzidenz] gibt die Anzahl der ''Neuerkrankungen'' an einer bestimmten Krankheit in einer Bevölkerungsgruppe an, üblicherweise pro 100.000 Einwohner in einem Jahr. | ||
== Epidemiologische Studien zum Cluster-Kopfschmerz == | == Epidemiologische Studien zum Cluster-Kopfschmerz == | ||
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Es gibt nur wenige Studien, die sich mit der Inzidenz und der Prävalenz der Cluster-Kopfschmerzen beschäftigen. Diese Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen: | Es gibt nur wenige Studien, die sich mit der Inzidenz und der Prävalenz der Cluster-Kopfschmerzen beschäftigen. Diese Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen: | ||
In der italienischen Stadt [ | In der italienischen Stadt [https://de.wikipedia.org/wiki/Parma Parma] wurde 2005 eine Prävalenz von 279 Erkrankten/100.000 Einwohner ermittelt.<ref name="Torelli-2005">{{Cite journal | last1 = Torelli | first1 = P. | last2 = Beghi | first2 = E. | last3 = Manzoni | first3 = GC. | title = Cluster headache prevalence in the Italian general population. | journal = Neurology | volume = 64 | issue = 3 | pages = 469-74 | month = Feb | year = 2005 | doi = 10.1212/01.WNL.0000150901.47293.BC | PMID = 15699377 }} - [https://www.neurology.org/cgi/content/full/64/3/469/DC1 Data Supplement]</ref> | ||
In der [ | In der [https://de.wikipedia.org/wiki/San_Marino Republik von San Marino] in Italien liefen 1985 und 1999 zwei epidemiologische Studien. Die Gesamtpopulation dieser Region ist wesentlich kleiner als die der Stadt Parma und die Studie wurde etwas detaillierter durchgeführt. 1985 wurde eine Prävalenz von 69 Fällen/100.000 Einwohner errechnet.<ref name="D'Alessandro-1986">{{Cite journal | last1 = D'Alessandro | first1 = R. | last2 = Gamberini | first2 = G. | last3 = Benassi | first3 = G. | last4 = Morganti | first4 = G. | last5 = Cortelli | first5 = P. | last6 = Lugaresi | first6 = E. | title = Cluster headache in the Republic of San Marino. | journal = Cephalalgia | volume = 6 | issue = 3 | pages = 159-62 | month = Sep | year = 1986 | doi = 10.1046/j.1468-2982.1986.0603159.x | PMID = 3768949 }}</ref> 1999 kamen die Autoren mit einer, durch die gleiche Methodik ermittelten Prävalenz von 56 Cluster-Kopfschmerzpatienten/100.000 Bewohnern zu einem ähnlichen Ergebnis.<ref name="Tonon-2002">{{Cite journal | last1 = Tonon | first1 = C. | last2 = Guttmann | first2 = S. | last3 = Volpini | first3 = M. | last4 = Naccarato | first4 = S. | last5 = Cortelli | first5 = P. | last6 = D'Alessandro | first6 = R. | title = Prevalence and incidence of cluster headache in the Republic of San Marino. | journal = Neurology | volume = 58 | issue = 9 | pages = 1407-9 | month = May | year = 2002 | doi = | PMID = 12011291 }} [https://www.neurology.org/content/58/9/1407 URL]</ref> | ||
2003 wurde eine norwegische Studie veröffentlicht, die das Vorkommen der Cluster-Kopfschmerzen bei den Bewohnern der [ | 2003 wurde eine norwegische Studie veröffentlicht, die das Vorkommen der Cluster-Kopfschmerzen bei den Bewohnern der [https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%A5g%C3%A5 Gemeinde Vågå] untersucht hat. Anhand von standardisierten Fragebögen, sowie einer anschließenden neurologischen Untersuchung durch einen Kopfschmerz-Spezialisten, wurde von insgesamt 1838 befragten Einwohnern in der Altersklasse von 18- 65 Jahren in sieben Fällen ein Cluster-Kopfschmerz diagnostiziert und somit eine Prävalenz von 381 Cluster-Kopfschmerzfällen pro 100.000 Einwohner errechnet.<ref name="Sjaastad-2003">{{Cite journal | last1 = Sjaastad | first1 = O. | last2 = Bakketeig | first2 = LS. | title = Cluster headache prevalence. Vågå study of headache epidemiology. | journal = Cephalalgia | volume = 23 | issue = 7 | pages = 528-33 | month = Sep | year = 2003 | doi = 10.1046/j.1468-2982.2003.00585.x | PMID = 12950378 }}</ref> | ||
Die erste Studie über die Prävalenz der Cluster-Kopfschmerzen in Deutschland lief zwischen Dezember 2003 und November 2004 in der Stadt Essen. Es wurden 6000 Einwohner dieser Stadt angeschrieben und darum gebeten, einen [ | Die erste Studie über die Prävalenz der Cluster-Kopfschmerzen in Deutschland lief zwischen Dezember 2003 und November 2004 in der Stadt Essen. Es wurden 6000 Einwohner dieser Stadt angeschrieben und darum gebeten, einen [https://de.wiktionary.org/wiki/validieren validierten] und anhand der [[Cluster-Kopfschmerz_Diagnose#Diagnostische_Kriterien|Cluster-Kopfschmerz-Kriterien]] der [https://de.wikipedia.org/wiki/International_Headache_Society International-Headache-Society] erstellten Fragebogen auszufüllen. Schließlich nahmen insgesamt 3336 Probanden an dieser Studie teil, bei vier Patienten wurde von erfahrenen Neurologen die Diagnose eines Cluster-Kopfschmerzes gestellt. Somit konnte eine Prävalenz von 119 Fällen/100.000 Einwohnern errechnet werden.<ref name="Katsarava-2007">{{Cite journal | last1 = Katsarava | first1 = Z. | last2 = Obermann | first2 = M. | last3 = Yoon | first3 = MS. | last4 = Dommes | first4 = P. | last5 = Kuznetsova | first5 = J. | last6 = Weimar | first6 = C. | last7 = Diener | first7 = HC. | title = Prevalence of cluster headache in a population-based sample in Germany. | journal = Cephalalgia | volume = 27 | issue = 9 | pages = 1014-9 | month = Sep | year = 2007 | doi = 10.1111/j.1468-2982.2007.01380.x | PMID = 17666085 }}</ref> | ||
2005 lief die zweite deutsche epidemiologische Ermittlung, es wurden 3425 Probanden aus Dortmund nach dem [ | 2005 lief die zweite deutsche epidemiologische Ermittlung, es wurden 3425 Probanden aus Dortmund nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Randomisierung Zufallsprinzip] ausgewählt und zu einer epidemiologischen Studie eingeladen. Diese wurde von der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Migräne-_und_Kopfschmerz-Gesellschaft Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft] koordiniert. Von den schließlich 1312 untersuchten Probanden wurde Cluster-Kopfschmerz in zwei Fällen diagnostiziert, womit sich eine Prävalenz von 150 Fällen/100.000 Einwohner ermitteln ließ.<ref name="Evers-2007">{{Cite journal | last1 = Evers | first1 = S. | last2 = Fischera | first2 = M. | last3 = May | first3 = A. | last4 = Berger | first4 = K. | title = Prevalence of cluster headache in Germany: results of the epidemiological DMKG study. | journal = J Neurol Neurosurg Psychiatry | volume = 78 | issue = 11 | pages = 1289-90 | month = Nov | year = 2007 | doi = 10.1136/jnnp.2007.124206 | PMID = 17940181 }}</ref> | ||
Wie hieraus ersichtlich, ist eine zuverlässige Einschätzung der Cluster-Kopfschmerz-Prävalenz anhand der präsentierten Daten kaum möglich. Aus diesem Grunde beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe aus Münster mit der Zusammenfassung aller epidemiologischen Studien, die bis zum Jahr 2007 in wissenschaftlichen Zeitschriften oder Büchern erschienen sind. Die Informationen wurden über die Datenbanken [http://www.dimdi.de/static/de/db/dbinfo/em47.htm EMBASE,] [ | Wie hieraus ersichtlich, ist eine zuverlässige Einschätzung der Cluster-Kopfschmerz-Prävalenz anhand der präsentierten Daten kaum möglich. Aus diesem Grunde beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe aus Münster mit der Zusammenfassung aller epidemiologischen Studien, die bis zum Jahr 2007 in wissenschaftlichen Zeitschriften oder Büchern erschienen sind. Die Informationen wurden über die Datenbanken [http://www.dimdi.de/static/de/db/dbinfo/em47.htm EMBASE,] [https://de.wikipedia.org/wiki/MEDLINE MedLine] sowie [http://www.zbmed.de/de/about-us/projects/cc-med.html Current Contents Medizin] gesammelt. | ||
Insgesamt wurden 16 Studien ausgewertet. Die Ergebnisse der Metaanalyse lieferten jedoch keine, von den oben dargestellten Studien abweichenden Daten. Die Prävalenzspanne lag auch unter Einbeziehung aller zugänglichen Daten zwischen 56 und 381 Cluster-Kopfschmerzpatienten pro 100.000 Personen. Nur vier Studien, drei hiervon wurden im [ | Insgesamt wurden 16 Studien ausgewertet. Die Ergebnisse der Metaanalyse lieferten jedoch keine, von den oben dargestellten Studien abweichenden Daten. Die Prävalenzspanne lag auch unter Einbeziehung aller zugänglichen Daten zwischen 56 und 381 Cluster-Kopfschmerzpatienten pro 100.000 Personen. Nur vier Studien, drei hiervon wurden im [https://de.wikipedia.org/wiki/Olmsted_County Bezirk Olmsted] des US amerikanischen Bundesstaates Minnesota durchgeführt, befassten sich mit der Ermittlung der Inzidenz dieser Kopfschmerzform. Die metaanalytische Auswertung dieser Daten ergab eine 1-Jahres-Inzidenz von 2-10 neuen Clusterkopfschmerz-Patienten pro 100.000 Einwohner. | ||
Diese Metaanalyse von Fischera und Mitarbeitern nennt darüber hinaus zusammengefasste Zahlen, die sich als Merkgrößen eingebürgert haben: eine '''Lebenszeitprävalenz von 124 Fällen pro 100.000 Einwohnern''' (Vertrauensbereich 101 bis 151) und eine '''1-Jahres-Prävalenz von 53 pro 100.000''' (Vertrauensbereich 26 bis 95). Die Lebenszeitprävalenz war über die Regionen hinweg bemerkenswert stabil, weshalb die Autoren die griffige Faustformel ableiten, dass etwa '''einer von 1000 Menschen''' im Laufe seines Lebens an Cluster-Kopfschmerz erkrankt. In Alltagssprache: in einer Stadt von 100.000 Einwohnern sind es über die Lebenszeit gerechnet gut hundert Menschen, von denen in einem einzelnen Jahr etwa die Hälfte Beschwerden hat.<ref name="FISCHERA2008">{{cite journal |author=Fischera M, Marziniak M, Gralow I, Evers S |title=The incidence and prevalence of cluster headache: a meta-analysis of population-based studies |journal=Cephalalgia |volume=28 |issue=6 |pages=614-8 |year=2008 |pmid=18422717 |doi=10.1111/j.1468-2982.2008.01592.x}}</ref> | Diese Metaanalyse von Fischera und Mitarbeitern nennt darüber hinaus zusammengefasste Zahlen, die sich als Merkgrößen eingebürgert haben: eine '''Lebenszeitprävalenz von 124 Fällen pro 100.000 Einwohnern''' (Vertrauensbereich 101 bis 151) und eine '''1-Jahres-Prävalenz von 53 pro 100.000''' (Vertrauensbereich 26 bis 95). Die Lebenszeitprävalenz war über die Regionen hinweg bemerkenswert stabil, weshalb die Autoren die griffige Faustformel ableiten, dass etwa '''einer von 1000 Menschen''' im Laufe seines Lebens an Cluster-Kopfschmerz erkrankt. In Alltagssprache: in einer Stadt von 100.000 Einwohnern sind es über die Lebenszeit gerechnet gut hundert Menschen, von denen in einem einzelnen Jahr etwa die Hälfte Beschwerden hat.<ref name="FISCHERA2008">{{cite journal |author=Fischera M, Marziniak M, Gralow I, Evers S |title=The incidence and prevalence of cluster headache: a meta-analysis of population-based studies |journal=Cephalalgia |volume=28 |issue=6 |pages=614-8 |year=2008 |pmid=18422717 |doi=10.1111/j.1468-2982.2008.01592.x}}</ref> | ||
'''Neuere Zahlen und eine Trendwende.''' Eine Übersichtsarbeit von 2023 hält fest, dass neuere große bevölkerungsbezogene Untersuchungen auf eine '''niedrigere''' Prävalenz kommen als die früheren Schätzungen.<ref name="KIM2023">{{cite journal |author=Kim SA, Choi SY, Youn MS, Pozo-Rosich P, et al. |title=Epidemiology, burden and clinical spectrum of cluster headache: a global update |journal=Cephalalgia |volume=43 |issue=9 |pages=3331024231201577 |year=2023 |pmid=37728577 |doi=10.1177/03331024231201577}}</ref> Die bislang umfangreichste Zeitreihe stammt aus Norwegen und wertet die Jahre 2009 bis 2022 über mehrere nationale Register aus (Hausarztregister, Patientenregister, Arzneiverordnungsregister). Als Erkrankungsfall zählte, wer innerhalb von 365 Tagen mindestens zwei Kontakte – Behandlung oder Verordnung – wegen Cluster-Kopfschmerz hatte. Die Zahl der Betroffenen stieg von 1.029 im Jahr 2009 auf 1.833 im Jahr 2022, die altersstandardisierte Prävalenz von 27,0 auf 42,5 pro 100.000 Einwohner. Die Autoren führen den Anstieg vor allem darauf zurück, dass die Erkrankung heute häufiger erkannt wird, und nennen als Einschränkung, dass die Diagnoseschlüssel aus der hausärztlichen Versorgung nicht klinisch überprüft wurden. Von allen Erkrankten hatten 6 bis 7 Prozent die chronische Verlaufsform, 1 bis 2 Prozent eine therapierefraktäre chronische Form. Prävalenz und Neuerkrankungsrate waren bei Menschen mit niedrigerem Bildungsstand höher.<ref name="MOEN2026">{{cite journal |author=Møen EN, Bjørk MH, Gilhus NE, Daltveit DS, Contreras D, et al. |title=The Prevalence and Incidence of Cluster Headache: A Norwegian Population-Based Time-Trend Study |journal=Neurology |volume=106 |issue=11 |pages=e214862 |year=2026 |pmid=42096674 |doi=10.1212/WNL.0000000000214862}} | '''Neuere Zahlen und eine Trendwende.''' Eine Übersichtsarbeit von 2023 hält fest, dass neuere große bevölkerungsbezogene Untersuchungen auf eine '''niedrigere''' Prävalenz kommen als die früheren Schätzungen.<ref name="KIM2023">{{cite journal |author=Kim SA, Choi SY, Youn MS, Pozo-Rosich P, et al. |title=Epidemiology, burden and clinical spectrum of cluster headache: a global update |journal=Cephalalgia |volume=43 |issue=9 |pages=3331024231201577 |year=2023 |pmid=37728577 |doi=10.1177/03331024231201577}}</ref> Die bislang umfangreichste Zeitreihe stammt aus Norwegen und wertet die Jahre 2009 bis 2022 über mehrere nationale Register aus (Hausarztregister, Patientenregister, Arzneiverordnungsregister). Als Erkrankungsfall zählte, wer innerhalb von 365 Tagen mindestens zwei Kontakte – Behandlung oder Verordnung – wegen Cluster-Kopfschmerz hatte. | ||
Die Zahl der Betroffenen stieg von 1.029 im Jahr 2009 auf 1.833 im Jahr 2022, die altersstandardisierte Prävalenz von 27,0 auf 42,5 pro 100.000 Einwohner. Die Autoren führen den Anstieg vor allem darauf zurück, dass die Erkrankung heute häufiger erkannt wird, und nennen als Einschränkung, dass die Diagnoseschlüssel aus der hausärztlichen Versorgung nicht klinisch überprüft wurden. Von allen Erkrankten hatten 6 bis 7 Prozent die chronische Verlaufsform, 1 bis 2 Prozent eine therapierefraktäre chronische Form. Prävalenz und Neuerkrankungsrate waren bei Menschen mit niedrigerem Bildungsstand höher.<ref name="MOEN2026">{{cite journal |author=Møen EN, Bjørk MH, Gilhus NE, Daltveit DS, Contreras D, et al. |title=The Prevalence and Incidence of Cluster Headache: A Norwegian Population-Based Time-Trend Study |journal=Neurology |volume=106 |issue=11 |pages=e214862 |year=2026 |pmid=42096674 |doi=10.1212/WNL.0000000000214862}}</ref> | |||
=== Geschlechtsverteilung === | === Geschlechtsverteilung === | ||
Die in der Literatur verfügbaren epidemiologischen Studien beschreiben eine höhere Prävalenz von Cluster-Kopfschmerz bei Männern als bei Frauen. Bezüglich des Ausmaßes dieser Differenz variieren die Zahlen jedoch stark, nämlich zwischen dem Faktor 1,3<ref name="Torelli-2005"/> und dem Faktor 6,7<ref name="HORTON-1956">{{Cite journal | last1 = Horton | first1 = BT. | title = Histaminic cephalgia: differential diagnosis and treatment. | journal = Proc Staff Meet Mayo Clin | volume = 31 | issue = 11 | pages = 325-33 | month = May | year = 1956 | doi = | PMID = 13323056 }}</ref>. | Die in der Literatur verfügbaren epidemiologischen Studien beschreiben eine höhere Prävalenz von Cluster-Kopfschmerz bei Männern als bei Frauen. Bezüglich des Ausmaßes dieser Differenz variieren die Zahlen jedoch stark, nämlich zwischen dem Faktor 1,3<ref name="Torelli-2005"/> und dem Faktor 6,7<ref name="HORTON-1956">{{Cite journal | last1 = Horton | first1 = BT. | title = Histaminic cephalgia: differential diagnosis and treatment. | journal = Proc Staff Meet Mayo Clin | volume = 31 | issue = 11 | pages = 325-33 | month = May | year = 1956 | doi = | PMID = 13323056 }}</ref>. | ||
Umstritten ist, ob das Überwiegen des männlichen Geschlechts eine rückläufige Tendenz aufweist. Während beispielsweise Bahra et al. 2002<ref name="Bahra-2002">{{Cite journal | last1 = Bahra | first1 = A. | last2 = May | first2 = A. | last3 = Goadsby | first3 = PJ. | title = Cluster headache: a prospective clinical study with diagnostic implications. | journal = Neurology | volume = 58 | issue = 3 | pages = 354-61 | month = Feb | year = 2002 | doi = | PMID = 11839832 }} [ | Umstritten ist, ob das Überwiegen des männlichen Geschlechts eine rückläufige Tendenz aufweist. Während beispielsweise Bahra et al. 2002<ref name="Bahra-2002">{{Cite journal | last1 = Bahra | first1 = A. | last2 = May | first2 = A. | last3 = Goadsby | first3 = PJ. | title = Cluster headache: a prospective clinical study with diagnostic implications. | journal = Neurology | volume = 58 | issue = 3 | pages = 354-61 | month = Feb | year = 2002 | doi = | PMID = 11839832 }} [https://www.neurology.org/content/58/3/354 URL]</ref> keine Veränderung in der Geschlechterverteilung feststellten, beschreiben Ekbom et al. 2002<ref name="Ekbom-2002">{{Cite journal | last1 = Ekbom | first1 = K. | last2 = Svensson | first2 = DA. | last3 = Träff | first3 = H. | last4 = Waldenlind | first4 = E. | title = Age at onset and sex ratio in cluster headache: observations over three decades. | journal = Cephalalgia | volume = 22 | issue = 2 | pages = 94-100 | month = Mar | year = 2002 | doi = 10.1046/j.1468-2982.2002.00318.x | PMID = 11972575 }}</ref> und Manzoni et al. 1998<ref name="Manzoni-1998">{{Cite journal | last1 = Manzoni | first1 = GC. | title = Gender ratio of cluster headache over the years: a possible role of changes in lifestyle. | journal = Cephalalgia | volume = 18 | issue = 3 | pages = 138-42 | month = Apr | year = 1998 | doi = 10.1046/j.1468-2982.1998.1803138.x | PMID = 9595206 }}</ref> eine zunehmende Angleichung der Prävalenzraten bei Männern und Frauen. | ||
Als Ursache für diese Entwicklung werden einerseits eine zunehmende Annäherung der Lebensstile von Frauen und Männern, andererseits jedoch auch ein verändertes Verhalten bezüglich der Häufigkeit von Arztkonsultationen von Frauen diskutiert. Eine große Metaanalyse, die die Ergebnisse von 16 epidemiologischen Studien bis 2007 zusammenfasst, gibt ein Verhältnis der Prävalenz von Cluster-Kopfschmerz bei Männern und Frauen von 4,3 zu 1 an. Dieselbe Metaanalyse zeigt, dass dieses Verhältnis stark von der Verlaufsform abhängt: beim chronischen Cluster-Kopfschmerz lag es bei 15 zu 1, beim episodischen bei 3,8 zu 1.<ref name="FISCHERA2008">{{cite journal |author=Fischera M, Marziniak M, Gralow I, Evers S |title=The incidence and prevalence of cluster headache: a meta-analysis of population-based studies |journal=Cephalalgia |volume=28 |issue=6 |pages=614-8 |year=2008 |pmid=18422717 |doi=10.1111/j.1468-2982.2008.01592.x}}</ref> | Als Ursache für diese Entwicklung werden einerseits eine zunehmende Annäherung der Lebensstile von Frauen und Männern, andererseits jedoch auch ein verändertes Verhalten bezüglich der Häufigkeit von Arztkonsultationen von Frauen diskutiert. Eine große Metaanalyse, die die Ergebnisse von 16 epidemiologischen Studien bis 2007 zusammenfasst, gibt ein Verhältnis der Prävalenz von Cluster-Kopfschmerz bei Männern und Frauen von 4,3 zu 1 an. Dieselbe Metaanalyse zeigt, dass dieses Verhältnis stark von der Verlaufsform abhängt: beim chronischen Cluster-Kopfschmerz lag es bei 15 zu 1, beim episodischen bei 3,8 zu 1.<ref name="FISCHERA2008">{{cite journal |author=Fischera M, Marziniak M, Gralow I, Evers S |title=The incidence and prevalence of cluster headache: a meta-analysis of population-based studies |journal=Cephalalgia |volume=28 |issue=6 |pages=614-8 |year=2008 |pmid=18422717 |doi=10.1111/j.1468-2982.2008.01592.x}}</ref> | ||
Die norwegische Registerauswertung über die Jahre 2009 bis 2022 zeigt keine bloße Annäherung, sondern eine Umkehrung: Der Frauenanteil unter den Erkrankten stieg von 39,7 Prozent im Jahr 2009 auf 50,1 Prozent im Jahr 2022. Die Prävalenz nahm bei Frauen jährlich um 6 Prozent zu, bei Männern nur um 2 Prozent – also dreimal so schnell –, und '''im Jahr 2022 war die Prävalenz bei Frauen erstmals höher als bei Männern''' (43,4 gegenüber 41,7 pro 100.000). Bei der Neuerkrankungsrate gehen die Kurven sogar auseinander: bei Frauen stieg sie zwischen 2012 und 2022 von 10,1 auf 14,6 pro 100.000, bei Männern sank sie von 13,5 auf 11,0. Die Autoren schreiben, diese Befunde stellten die bisherige Darstellung infrage, Cluster-Kopfschmerz betreffe überwiegend Männer.<ref name="MOEN2026">{{cite journal |author=Møen EN, Bjørk MH, Gilhus NE, Daltveit DS, Contreras D, et al. |title=The Prevalence and Incidence of Cluster Headache: A Norwegian Population-Based Time-Trend Study |journal=Neurology |volume=106 |issue=11 |pages=e214862 |year=2026 |pmid=42096674 |doi=10.1212/WNL.0000000000214862}}</ref> Die Übersichtsarbeit von 2023 berichtet in dieselbe Richtung von mehreren Studien mit sinkendem Männer-zu-Frauen-Verhältnis.<ref name="KIM2023">{{cite journal |author=Kim SA, Choi SY, Youn MS, Pozo-Rosich P, et al. |title=Epidemiology, burden and clinical spectrum of cluster headache: a global update |journal=Cephalalgia |volume=43 |issue=9 |pages=3331024231201577 |year=2023 |pmid=37728577 |doi=10.1177/03331024231201577}}</ref> | |||
Ob sich hinter dieser Entwicklung tatsächlich eine veränderte Krankheitsverteilung verbirgt oder vor allem eine bessere Erkennung bei Frauen, ist damit allerdings nicht entschieden – die norwegische Arbeit führt den Gesamtanstieg selbst auf verbesserte Diagnostik zurück, und die früher diskutierten Erklärungen (Annäherung der Lebensstile, unterschiedliches Verhalten bei Arztbesuchen) bleiben nebeneinander möglich. | Ob sich hinter dieser Entwicklung tatsächlich eine veränderte Krankheitsverteilung verbirgt oder vor allem eine bessere Erkennung bei Frauen, ist damit allerdings nicht entschieden – die norwegische Arbeit führt den Gesamtanstieg selbst auf verbesserte Diagnostik zurück, und die früher diskutierten Erklärungen (Annäherung der Lebensstile, unterschiedliches Verhalten bei Arztbesuchen) bleiben nebeneinander möglich. | ||
'''Davon zu trennen ist die Frage, ob die Erkrankung bei Frauen anders aussieht.''' Eine Metaanalyse von 2026 hat dazu 19 methodisch hochwertige Untersuchungen zusammengefasst. Ergebnis: das klinische Bild ist zwischen den Geschlechtern weitgehend gleich – kein bedeutsamer Unterschied bei Alter zum Erkrankungsbeginn, Attackendauer, Attackenhäufigkeit, Schmerzstärke, Seitenlokalisation sowie Tages- und Jahresrhythmik. Unterschiede fanden sich bei einzelnen Begleitsymptomen und Begleiterkrankungen: Lidschwellung trat bei Frauen häufiger auf (Odds Ratio 1,94), ebenso Migräne (2,72) und psychiatrische Begleiterkrankungen (1,73); Frauen rauchten und tranken deutlich seltener Alkohol (0,33 bzw. 0,32). Die Autoren ordnen diese Unterschiede als Mischung aus biologischen, verhaltensbezogenen, kulturellen und erhebungsbedingten Einflüssen ein und weisen darauf hin, dass aus Beobachtungsstudien keine Aussagen über Ursachen folgen.<ref name="DOERTKOL2026">{{cite journal |author=Dörtkol O, Ekizoğlu E, Yetkin Ö, Atalar AÇ, Baykan B |title=Sex-specific clinical differences in cluster headache: A systematic review and meta-analysis |journal=Clin Neurol Neurosurg |volume=269 |pages=109542 |year=2026 |pmid=42330586 |doi=10.1016/j.clineuro.2026.109542}}</ref | '''Davon zu trennen ist die Frage, ob die Erkrankung bei Frauen anders aussieht.''' Eine Metaanalyse von 2026 hat dazu 19 methodisch hochwertige Untersuchungen zusammengefasst. Ergebnis: das klinische Bild ist zwischen den Geschlechtern weitgehend gleich – kein bedeutsamer Unterschied bei Alter zum Erkrankungsbeginn, Attackendauer, Attackenhäufigkeit, Schmerzstärke, Seitenlokalisation sowie Tages- und Jahresrhythmik. | ||
Unterschiede fanden sich bei einzelnen Begleitsymptomen und Begleiterkrankungen: Lidschwellung trat bei Frauen häufiger auf (Odds Ratio 1,94), ebenso Migräne (2,72) und psychiatrische Begleiterkrankungen (1,73); Frauen rauchten und tranken deutlich seltener Alkohol (0,33 bzw. 0,32). Die Autoren ordnen diese Unterschiede als Mischung aus biologischen, verhaltensbezogenen, kulturellen und erhebungsbedingten Einflüssen ein und weisen darauf hin, dass aus Beobachtungsstudien keine Aussagen über Ursachen folgen.<ref name="DOERTKOL2026">{{cite journal |author=Dörtkol O, Ekizoğlu E, Yetkin Ö, Atalar AÇ, Baykan B |title=Sex-specific clinical differences in cluster headache: A systematic review and meta-analysis |journal=Clin Neurol Neurosurg |volume=269 |pages=109542 |year=2026 |pmid=42330586 |doi=10.1016/j.clineuro.2026.109542}}</ref> | |||
=== Alter bei erstmaligem Auftreten === | === Alter bei erstmaligem Auftreten === | ||
Die [ | Die [https://flexikon.doccheck.com/Erstmanifestation Erstmanifestation] der Erkrankungen findet typischerweise im jungen Erwachsenenalter statt. Der statistische Mittelwert des Alters bei Erkrankungsbeginn liegt bei 28 Jahren.<ref name="Evers-2002">{{Cite journal | last1 = Evers | first1 = S. | last2 = Frese | first2 = A. | last3 = Majewski | first3 = A. | last4 = Albrecht | first4 = O. | last5 = Husstedt | first5 = IW. | title = Age of onset in cluster headache: the clinical spectrum (three case reports). | journal = Cephalalgia | volume = 22 | issue = 2 | pages = 160-2 | month = Mar | year = 2002 | doi = 10.1046/j.1468-2982.2002.00320.x | PMID = 11972589 }}</ref> | ||
Während die Inzidenz für beide Geschlechter einen Gipfel in der späten dritten Lebensdekade erreicht, kommt es für Frauen zusätzlich zu einer Häufung im fünften Lebensjahrzehnt.<ref name="Ekbom-2002"/> | Während die Inzidenz für beide Geschlechter einen Gipfel in der späten dritten Lebensdekade erreicht, kommt es für Frauen zusätzlich zu einer Häufung im fünften Lebensjahrzehnt.<ref name="Ekbom-2002"/> | ||
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* Episoden, die länger als 8 Wochen andauern, vor allem bei Männern | * Episoden, die länger als 8 Wochen andauern, vor allem bei Männern | ||
* Remissionen mit einer Dauer von weniger als 6 Monaten | * Remissionen mit einer Dauer von weniger als 6 Monaten | ||
* Rauchen, Alkoholgebrauch und Kopfverletzungen mit Bewusstseinsverlust könnten zu einer Verschlechterung der [ | * Rauchen, Alkoholgebrauch und Kopfverletzungen mit Bewusstseinsverlust könnten zu einer Verschlechterung der [https://de.wikipedia.org/wiki/Prognose#Medizin.2C_Psychologie_und_Veterin.C3.A4rmedizin Prognose] beitragen. | ||
Nur wenige Patienten haben über das Alter von 65 bis 70 Jahren hinaus weiterhin Cluster-Kopfschmerz. In höherem Alter werden die Remissionsphasen tendenziell länger, chronischer Cluster-Kopfschmerz kann sich in episodischen Cluster-Kopfschmerz ändern.<ref name="Ekbom-2002a">{{Cite journal | last1 = Ekbom | first1 = K. | last2 = Hardebo | first2 = JE. | title = Cluster headache: aetiology, diagnosis and management. | journal = Drugs | volume = 62 | issue = 1 | pages = 61-9 | month = Jan | year = 2002 | doi = | PMID = 11790156}} [ | Nur wenige Patienten haben über das Alter von 65 bis 70 Jahren hinaus weiterhin Cluster-Kopfschmerz. In höherem Alter werden die Remissionsphasen tendenziell länger, chronischer Cluster-Kopfschmerz kann sich in episodischen Cluster-Kopfschmerz ändern.<ref name="Ekbom-2002a">{{Cite journal | last1 = Ekbom | first1 = K. | last2 = Hardebo | first2 = JE. | title = Cluster headache: aetiology, diagnosis and management. | journal = Drugs | volume = 62 | issue = 1 | pages = 61-9 | month = Jan | year = 2002 | doi = | PMID = 11790156}} [https://www.ingentaconnect.com/content/adis/dgs/2002/00000062/00000001/art00003 URL]</ref><ref name="Ekbom-2002"/> | ||
=== Familiäre Häufung === | === Familiäre Häufung === | ||
[[Datei:Autodominant 01.png|miniatur|[ | [[Datei:Autodominant 01.png|alt=Schema: kranker Vater mit Genveränderung und gesunde Mutter; von vier Kindern erben zwei die Veränderung und erkranken, zwei bleiben gesund.|miniatur|[https://de.wikipedia.org/wiki/Autosomal Autosomal] dominanter [https://de.wikipedia.org/wiki/Erbgang_(Biologie) Erbgang]]] | ||
Untersuchungen in einzelnen Familien mit gehäuftem Auftreten von Cluster-Kopfschmerz in verschiedenen Generationen legten nahe, dass für einen Teil der Erkrankungen ein [ | Untersuchungen in einzelnen Familien mit gehäuftem Auftreten von Cluster-Kopfschmerz in verschiedenen Generationen legten nahe, dass für einen Teil der Erkrankungen ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Autosomal-dominanter_Erbgang autosomal-dominanter Erbgang] verantwortlich ist.<ref name="Russell-1995">{{Cite journal | last1 = Russell | first1 = MB. | last2 = Andersson | first2 = PG. | last3 = Thomsen | first3 = LL. | last4 = Iselius | first4 = L. | title = Cluster headache is an autosomal dominantly inherited disorder in some families: a complex segregation analysis. | journal = J Med Genet | volume = 32 | issue = 12 | pages = 954-6 | month = Dec | year = 1995 | doi = | PMID = 8825923 }}</ref> Unabhängig davon wurde nachgewiesen, dass nahe Verwandte von Patienten ein signifikant höheres Risiko haben, ebenfalls an Cluster-Kopfschmerz zu erkranken.<ref name="Leone-2001">{{Cite journal | last1 = Leone | first1 = M. | last2 = Russell | first2 = MB. | last3 = Rigamonti | first3 = A. | last4 = Attanasio | first4 = A. | last5 = Grazzi | first5 = L. | last6 = D'Amico | first6 = D. | last7 = Usai | first7 = S. | last8 = Bussone | first8 = G. | title = Increased familial risk of cluster headache. | journal = Neurology | volume = 56 | issue = 9 | pages = 1233-6 | month = May | year = 2001 | doi = | PMID = 11342697 }}</ref><ref name="El Amrani-2002">{{Cite journal | last1 = El Amrani | first1 = M. | last2 = Ducros | first2 = A. | last3 = Boulan | first3 = P. | last4 = Aidi | first4 = S. | last5 = Crassard | first5 = I. | last6 = Visy | first6 = JM. | last7 = Tournier-Lasserve | first7 = E. | last8 = Bousser | first8 = MG. | title = Familial cluster headache: a series of 186 index patients. | journal = Headache | volume = 42 | issue = 10 | pages = 974-7 | month = Nov-Dec | year = 2002 | doi = 10.1046/j.1526-4610.2002.02226.x | PMID = 12453028 }}</ref> | ||
Bezüglich der Steigerung des relativen Risikos im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung differieren die Angaben hierbei sehr stark. Während Russell et al. von einem um den Faktor fünf erhöhten Erkrankungsrisiko ausgehen, beziffern andere Autoren die Risikosteigerung auf den Faktor 18<ref name="El Amrani-2002"/> bzw. gar 39 für Verwandte ersten Grades<ref name="Leone-2001"/>. Diese große Abweichung wird dabei in erster Linie durch methodische Unterschiede bei der Datenerhebung erklärt. Die für die familiäre Häufung verantwortlichen Vererbungsmodi und Genlokalisationen konnten noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. In den epidemiologischen Untersuchungen gaben zwischen zwei und 20% der Patienten an, dass auch Familienangehörige unter Cluster-Kopfschmerz litten. Eine Metaanalyse von 2020 hat diese weite Spanne auf einen zusammengefassten Wert eingegrenzt: Bei '''6,27 Prozent''' der Erkrankten ist die Familiengeschichte positiv (Vertrauensbereich 4,65 bis 8,40 Prozent). Für Frauen lag die Schätzung höher (9,26 Prozent), war dort aber deutlich uneinheitlicher. Damit liegt der belastbare Wert am unteren Rand der früher genannten Spanne – und in derselben Größenordnung wie die unten aufgeführten Einzelbefunde von 5 bis 7,5 Prozent.<ref name="OCONNOR2020">{{cite journal |author=O'Connor E, Simpson BS, Houlden H, Vandrovcova J, et al. |title=Prevalence of familial cluster headache: a systematic review and meta-analysis |journal=J Headache Pain |volume=21 |issue=1 |pages=37 |year=2020 |pmid=32334514 |doi=10.1186/s10194-020-01101-w}}</ref> | Bezüglich der Steigerung des relativen Risikos im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung differieren die Angaben hierbei sehr stark. Während Russell et al. von einem um den Faktor fünf erhöhten Erkrankungsrisiko ausgehen, beziffern andere Autoren die Risikosteigerung auf den Faktor 18<ref name="El Amrani-2002"/> bzw. gar 39 für Verwandte ersten Grades<ref name="Leone-2001"/>. Diese große Abweichung wird dabei in erster Linie durch methodische Unterschiede bei der Datenerhebung erklärt. | ||
Die für die familiäre Häufung verantwortlichen Vererbungsmodi und Genlokalisationen konnten noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. In den epidemiologischen Untersuchungen gaben zwischen zwei und 20% der Patienten an, dass auch Familienangehörige unter Cluster-Kopfschmerz litten. | |||
Eine Metaanalyse von 2020 hat diese weite Spanne auf einen zusammengefassten Wert eingegrenzt: Bei '''6,27 Prozent''' der Erkrankten ist die Familiengeschichte positiv (Vertrauensbereich 4,65 bis 8,40 Prozent). Für Frauen lag die Schätzung höher (9,26 Prozent), war dort aber deutlich uneinheitlicher. Damit liegt der belastbare Wert am unteren Rand der früher genannten Spanne – und in derselben Größenordnung wie die unten aufgeführten Einzelbefunde von 5 bis 7,5 Prozent.<ref name="OCONNOR2020">{{cite journal |author=O'Connor E, Simpson BS, Houlden H, Vandrovcova J, et al. |title=Prevalence of familial cluster headache: a systematic review and meta-analysis |journal=J Headache Pain |volume=21 |issue=1 |pages=37 |year=2020 |pmid=32334514 |doi=10.1186/s10194-020-01101-w}}</ref> | |||
In einer großen Untersuchung an 180 Cluster-Kopfschmerzpatienten<ref name="Manzoni-1983">{{Cite journal | last1 = Manzoni | first1 = GC. | last2 = Terzano | first2 = MG. | last3 = Bono | first3 = G. | last4 = Micieli | first4 = G. | last5 = Martucci | first5 = N. | last6 = Nappi | first6 = G. | title = Cluster headache-clinical findings in 180 patients. | journal = Cephalalgia | volume = 3 | issue = 1 | pages = 21-30 | month = Mar | year = 1983 | doi = 10.1046/j.1468-2982.1983.0301021.x | PMID = 6850818 }}</ref> wurde ein familiäres Auftreten von 6,7% der Befragten angegeben, in einer anderen Arbeit von ca. 5%<ref name="Bahra-2002"/>. In einer Umfrage der Ludwig-Maximilians-Universität München gaben 7,5% der Cluster- Kopfschmerzpatienten an, dass auch bei einem nahen Verwandten die Diagnose Cluster-Kopfschmerz gestellt worden sei.<ref name="DME-2011">[http://edoc.ub.uni-muenchen.de/13411/ Dissertation Dragana Milankovic-Eberl: Clusterkopfschmerz - Klinische Symptomatik, Therapie und Versorgungsqualität. Ludwig-Maximilians-Universität München 2011]</ref> | In einer großen Untersuchung an 180 Cluster-Kopfschmerzpatienten<ref name="Manzoni-1983">{{Cite journal | last1 = Manzoni | first1 = GC. | last2 = Terzano | first2 = MG. | last3 = Bono | first3 = G. | last4 = Micieli | first4 = G. | last5 = Martucci | first5 = N. | last6 = Nappi | first6 = G. | title = Cluster headache-clinical findings in 180 patients. | journal = Cephalalgia | volume = 3 | issue = 1 | pages = 21-30 | month = Mar | year = 1983 | doi = 10.1046/j.1468-2982.1983.0301021.x | PMID = 6850818 }}</ref> wurde ein familiäres Auftreten von 6,7% der Befragten angegeben, in einer anderen Arbeit von ca. 5%<ref name="Bahra-2002"/>. In einer Umfrage der Ludwig-Maximilians-Universität München gaben 7,5% der Cluster- Kopfschmerzpatienten an, dass auch bei einem nahen Verwandten die Diagnose Cluster-Kopfschmerz gestellt worden sei.<ref name="DME-2011">[http://edoc.ub.uni-muenchen.de/13411/ Dissertation Dragana Milankovic-Eberl: Clusterkopfschmerz - Klinische Symptomatik, Therapie und Versorgungsqualität. Ludwig-Maximilians-Universität München 2011]</ref> | ||
=== Begleitende Erkrankungen === | === Begleitende Erkrankungen === | ||
Während Bahra et al. 2002 von einer [ | Während Bahra et al. 2002 von einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Komorbidität Komorbidität] der Cluster-Kopfschmerzen mit einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Migräne Migräne] bei 26% der befragten Patienten berichteten<ref name="Bahra-2002"/>, geben Manzoni et al. 1983 eine Rate von 6,7% an<ref name="Manzoni-1983"/>, wobei hier kein wesentlicher Unterschied zur Prävalenz in der Normalbevölkerung bestünde. | ||
In der Umfrage der Ludwig-Maximilians-Universität München<ref name="DME-2011"/> gaben lediglich 5% der Patienten an, zusätzlich unter einer Migräne zu leiden. Rund 20% berichteten jedoch, neben Cluster-Kopfschmerz häufiger auch andersartige Kopfschmerzen zu haben, wobei hier mit 14% am häufigsten [ | In der Umfrage der Ludwig-Maximilians-Universität München<ref name="DME-2011"/> gaben lediglich 5% der Patienten an, zusätzlich unter einer Migräne zu leiden. Rund 20% berichteten jedoch, neben Cluster-Kopfschmerz häufiger auch andersartige Kopfschmerzen zu haben, wobei hier mit 14% am häufigsten [https://de.wikipedia.org/wiki/Spannungskopfschmerz Spannungskopfschmerz] beschrieben wurden. Bei 17% der Patienten wurde eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Depression Depression] diagnostiziert. Dieser Wert ist mit den Daten von Hannerz<ref name="Hannerz-1997">{{Cite journal | last1 = Hannerz | first1 = J. | title = Symptoms and diseases and smoking habits in female episodic cluster headache and migraine patients. | journal = Cephalalgia | volume = 17 | issue = 4 | pages = 499-500 | month = Jun | year = 1997 | doi = 10.1046/j.1468-2982.1997.1704499.x | PMID = 9209769 }}</ref> vergleichbar, der 1997 die Prävalenz depressiver Störungen in einer Gruppe von 27 Cluster-Kopfschmerzpatientinnen mit 22 % bezifferte. Die Prävalenz von Depression in der Vergleichsgruppe mit 27 Migränepatientinnen dieser Studie war 6%. | ||
In einer aktuelleren Untersuchung war die Häufigkeit von Depressionen und [ | In einer aktuelleren Untersuchung war die Häufigkeit von Depressionen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Angststörung Angststörungen] bei [[Episodischer Cluster-Kopfschmerz|episodischen]] und [[Chronischer Cluster-Kopfschmerz|chronischen]] Cluster-Kopfschmerzpatienten geringer, als bei der episodischen oder bei der chronischen Migräne. <ref name="Robbins-2011">{{Cite journal | last1 = Robbins | first1 = MS. | last2 = Bronheim | first2 = R. | last3 = Lipton | first3 = RB. | last4 = Grosberg | first4 = BM. | last5 = Vollbracht | first5 = S. | last6 = Sheftell | first6 = FD. | last7 = Buse | first7 = DC. | title = Depression and Anxiety in Episodic and Chronic Cluster Headache: A Pilot Study. | journal = Headache | volume = | issue = | pages = | month = Nov | year = 2011 | doi = 10.1111/j.1526-4610.2011.02024.x | PMID = 22077836 }}</ref> | ||
=== Substanzgebrauch und Suchtverhalten === | === Substanzgebrauch und Suchtverhalten === | ||
Mehrfach wurde in der Literatur ein Zusammenhang von Cluster-Kopfschmerz mit Suchtverhalten beschrieben, wobei hier Nikotinkonsum im Vordergrund steht.<ref name="Bahra-2002"/><ref name="Manzoni-1999">{{Cite journal | last1 = Manzoni | first1 = GC. | title = Cluster headache and lifestyle: remarks on a population of 374 male patients. | journal = Cephalalgia | volume = 19 | issue = 2 | pages = 88-94 | month = Mar | year = 1999 | doi = 10.1046/j.1468-2982.1999.019002088.x | PMID = 10214533 }}</ref><ref name="Levi-1992">{{Cite journal | last1 = Levi | first1 = R. | last2 = Edman | first2 = GV. | last3 = Ekbom | first3 = K. | last4 = Waldenlind | first4 = E. | title = Episodic cluster headache. II: High tobacco and alcohol consumption in males. | journal = Headache | volume = 32 | issue = 4 | pages = 184-7 | month = Apr | year = 1992 | doi = 10.1111/j.1526-4610.1992.hed3204184.x | PMID = 1582837 }}</ref><ref name="Donnet-2007">{{Cite journal | last1 = Donnet | first1 = A. | last2 = Lanteri-Minet | first2 = M. | last3 = Guegan-Massardier | first3 = E. | last4 = Mick | first4 = G. | last5 = Fabre | first5 = N. | last6 = Géraud | first6 = G. | last7 = Lucas | first7 = C. | last8 = Navez | first8 = M. | last9 = Valade | first9 = D. | title = Chronic cluster headache: a French clinical descriptive study. | journal = J Neurol Neurosurg Psychiatry | volume = 78 | issue = 12 | pages = 1354-8 | month = Dec | year = 2007 | doi = 10.1136/jnnp.2006.112037 | PMID = 17442761 | PMC = 2095607 }}</ref><ref name="Schürks-2008">{{Cite journal | last1 = Schürks | first1 = M. | last2 = Diener | first2 = HC. | title = Cluster headache and lifestyle habits. | journal = Curr Pain Headache Rep | volume = 12 | issue = 2 | pages = 115-21 | month = Apr | year = 2008 | doi = 10.1007/s11916-008-0022-5 | PMID = 18474191 }}</ref><ref>{{Cite journal | last1 = Rozen | first1 = TD. | last2 = Fishman | first2 = RS. | title = Cluster headache in the United States of America: demographics, clinical characteristics, triggers, suicidality, and personal burden. | journal = Headache | volume = 52 | issue = 1 | pages = 99-113 | month = Jan | year = 2012 | doi = 10.1111/j.1526-4610.2011.02028.x | PMID = 22077141 }} - [https://web.archive.org/web/20160330170122/http://kopfschmerz-news.de/pdf/ksn1-2012.pdf Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 1/2012 PDF-Seite 41]</ref> | Mehrfach wurde in der Literatur ein Zusammenhang von Cluster-Kopfschmerz mit Suchtverhalten beschrieben, wobei hier Nikotinkonsum im Vordergrund steht.<ref name="Bahra-2002"/><ref name="Manzoni-1999">{{Cite journal | last1 = Manzoni | first1 = GC. | title = Cluster headache and lifestyle: remarks on a population of 374 male patients. | journal = Cephalalgia | volume = 19 | issue = 2 | pages = 88-94 | month = Mar | year = 1999 | doi = 10.1046/j.1468-2982.1999.019002088.x | PMID = 10214533 }}</ref><ref name="Levi-1992">{{Cite journal | last1 = Levi | first1 = R. | last2 = Edman | first2 = GV. | last3 = Ekbom | first3 = K. | last4 = Waldenlind | first4 = E. | title = Episodic cluster headache. II: High tobacco and alcohol consumption in males. | journal = Headache | volume = 32 | issue = 4 | pages = 184-7 | month = Apr | year = 1992 | doi = 10.1111/j.1526-4610.1992.hed3204184.x | PMID = 1582837 }}</ref><ref name="Donnet-2007">{{Cite journal | last1 = Donnet | first1 = A. | last2 = Lanteri-Minet | first2 = M. | last3 = Guegan-Massardier | first3 = E. | last4 = Mick | first4 = G. | last5 = Fabre | first5 = N. | last6 = Géraud | first6 = G. | last7 = Lucas | first7 = C. | last8 = Navez | first8 = M. | last9 = Valade | first9 = D. | title = Chronic cluster headache: a French clinical descriptive study. | journal = J Neurol Neurosurg Psychiatry | volume = 78 | issue = 12 | pages = 1354-8 | month = Dec | year = 2007 | doi = 10.1136/jnnp.2006.112037 | PMID = 17442761 | PMC = 2095607 }}</ref><ref name="Schürks-2008">{{Cite journal | last1 = Schürks | first1 = M. | last2 = Diener | first2 = HC. | title = Cluster headache and lifestyle habits. | journal = Curr Pain Headache Rep | volume = 12 | issue = 2 | pages = 115-21 | month = Apr | year = 2008 | doi = 10.1007/s11916-008-0022-5 | PMID = 18474191 }}</ref><ref>{{Cite journal | last1 = Rozen | first1 = TD. | last2 = Fishman | first2 = RS. | title = Cluster headache in the United States of America: demographics, clinical characteristics, triggers, suicidality, and personal burden. | journal = Headache | volume = 52 | issue = 1 | pages = 99-113 | month = Jan | year = 2012 | doi = 10.1111/j.1526-4610.2011.02028.x | PMID = 22077141 }} - [https://web.archive.org/web/20160330170122/http://kopfschmerz-news.de/pdf/ksn1-2012.pdf Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 1/2012 PDF-Seite 41]</ref> | ||
So liegt der Anteil von Rauchern bzw. von ehemaligen Rauchern unter den Cluster-Kopfschmerzpatienten mit 66% Raucher und 14% ehemalige Raucher<ref name="Schürks-2006">{{Cite journal | last1 = Schürks | first1 = M. | last2 = Kurth | first2 = T. | last3 = de Jesus | first3 = J. | last4 = Jonjic | first4 = M. | last5 = Rosskopf | first5 = D. | last6 = Diener | first6 = HC. | title = Cluster headache: clinical presentation, lifestyle features, and medical treatment. | journal = Headache | volume = 46 | issue = 8 | pages = 1246-54 | month = Sep | year = 2006 | doi = 10.1111/j.1526-4610.2006.00534.x | PMID = 16942468 }}</ref> deutlich über dem Anteil der Raucher in der Gesamtbevölkerung von ca. 26% in Deutschland.<ref>[http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Gesundheit/2010__06/2010__06Nichtraucher,templateId=renderPrint.psml Statistisches Bundesamt Deutschland: Mikrozensus 2009 Gesundheitsrelevantes Verhalten]</ref> Auch bei den in der Umfrage der Ludwig-Maximilians-Universität München<ref name="DME-2011"/> befragten Patienten lag der Anteil der aktiven Raucher mit 56%, bzw. der ehemaligen Raucher mit 19,4%, deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt. | So liegt der Anteil von Rauchern bzw. von ehemaligen Rauchern unter den Cluster-Kopfschmerzpatienten mit 66% Raucher und 14% ehemalige Raucher<ref name="Schürks-2006">{{Cite journal | last1 = Schürks | first1 = M. | last2 = Kurth | first2 = T. | last3 = de Jesus | first3 = J. | last4 = Jonjic | first4 = M. | last5 = Rosskopf | first5 = D. | last6 = Diener | first6 = HC. | title = Cluster headache: clinical presentation, lifestyle features, and medical treatment. | journal = Headache | volume = 46 | issue = 8 | pages = 1246-54 | month = Sep | year = 2006 | doi = 10.1111/j.1526-4610.2006.00534.x | PMID = 16942468 }}</ref> deutlich über dem damaligen Anteil der Raucher in der Gesamtbevölkerung von ca. 26% in Deutschland (Mikrozensus 2009).<ref>[http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Gesundheit/2010__06/2010__06Nichtraucher,templateId=renderPrint.psml Statistisches Bundesamt Deutschland: Mikrozensus 2009 Gesundheitsrelevantes Verhalten]</ref> Im Jahr 2025 rauchten in Deutschland 19,1 Prozent der Menschen ab 15 Jahren zumindest gelegentlich.<ref name="DESTATIS2026">[https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2026/PD26_22_p002.html Statistisches Bundesamt: 19,1 % der Menschen ab 15 Jahren rauchen], Pressemitteilung (Zahl der Woche) vom 26.05.2026, Erstergebnisse des Mikrozensus 2025, am 23.09.2026 gelesen.</ref> Auch bei den in der Umfrage der Ludwig-Maximilians-Universität München<ref name="DME-2011"/> befragten Patienten lag der Anteil der aktiven Raucher mit 56%, bzw. der ehemaligen Raucher mit 19,4%, deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt. | ||
Cluster-Kopfschmerzpatienten scheinen zudem überdurchschnittlich viel und häufig Alkohol zu konsumieren. So gaben in der Arbeit von Schürks et al. 2006<ref name="Schürks-2006"/> 83,4% der Befragten und in der Studie von Manzoni et al. 1983<ref name="Manzoni-1983"/> 90% an, regelmäßig Alkohol zu konsumieren. Ein größerer Anteil hiervon, der nicht genau beziffert wurde, betreibe einen pathologischen Alkoholabusus. | Cluster-Kopfschmerzpatienten scheinen zudem überdurchschnittlich viel und häufig Alkohol zu konsumieren. So gaben in der Arbeit von Schürks et al. 2006<ref name="Schürks-2006"/> 83,4% der Befragten und in der Studie von Manzoni et al. 1983<ref name="Manzoni-1983"/> 90% an, regelmäßig Alkohol zu konsumieren. Ein größerer Anteil hiervon, der nicht genau beziffert wurde, betreibe einen pathologischen Alkoholabusus. | ||
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* {{cite journal |author=El-Sherbiny NA, Masoud M, Shalaby NM, Shehata HS |title=Prevalence of primary headache disorders in Fayoum Governorate, Egypt |journal=J Headache Pain |volume=16 |issue=1 |pages=85 |year=2015 |pmid=26438329 |doi=10.1186/s10194-015-0569-6 |url=}} - Open access. | * {{cite journal |author=El-Sherbiny NA, Masoud M, Shalaby NM, Shehata HS |title=Prevalence of primary headache disorders in Fayoum Governorate, Egypt |journal=J Headache Pain |volume=16 |issue=1 |pages=85 |year=2015 |pmid=26438329 |doi=10.1186/s10194-015-0569-6 |url=}} - Open access. | ||
* {{Cite journal | last1 = Cruz | first1 = S. | last2 = Lemos | first2 = C. | last3 = Monteiro | first3 = JM. | title = Familial aggregation of cluster headache. | journal = Arq Neuropsiquiatr | volume = 71 | issue = 11 | pages = 866-70 | month = Nov | year = 2013 | doi = 10.1590/0004-282X20130170 | PMID = 24394873 }} - [ | * {{Cite journal | last1 = Cruz | first1 = S. | last2 = Lemos | first2 = C. | last3 = Monteiro | first3 = JM. | title = Familial aggregation of cluster headache. | journal = Arq Neuropsiquiatr | volume = 71 | issue = 11 | pages = 866-70 | month = Nov | year = 2013 | doi = 10.1590/0004-282X20130170 | PMID = 24394873 }} - [https://www.scielo.br/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0004-282X2013001200866&lng=en&nrm=iso&tlng=en Free full text.] | ||
* {{Cite journal | last1 = Carlson | first1 = KF. | last2 = Taylor | first2 = BC. | last3 = Hagel | first3 = EM. | last4 = Cutting | first4 = A. | last5 = Kerns | first5 = R. | last6 = Sayer | first6 = NA. | title = Headache Diagnoses Among Iraq and Afghanistan War Veterans Enrolled in VA: A Gender Comparison. | journal = Headache | volume = | issue = | pages = | month = Sep | year = 2013 | doi = 10.1111/head.12216 | PMID = 24102376 }} | * {{Cite journal | last1 = Carlson | first1 = KF. | last2 = Taylor | first2 = BC. | last3 = Hagel | first3 = EM. | last4 = Cutting | first4 = A. | last5 = Kerns | first5 = R. | last6 = Sayer | first6 = NA. | title = Headache Diagnoses Among Iraq and Afghanistan War Veterans Enrolled in VA: A Gender Comparison. | journal = Headache | volume = | issue = | pages = | month = Sep | year = 2013 | doi = 10.1111/head.12216 | PMID = 24102376 }} | ||
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* {{cite journal |author=Ekbom K, Svensson DA, Pedersen NL, Waldenlind E |title=Lifetime prevalence and concordance risk of cluster headache in the Swedish twin population |journal=Neurology |volume=67 |issue=5 |pages=798–803 |year=2006 |month=September |pmid=16966540 |doi=10.1212/01.wnl.0000233786.72356.3e |url=}} | * {{cite journal |author=Ekbom K, Svensson DA, Pedersen NL, Waldenlind E |title=Lifetime prevalence and concordance risk of cluster headache in the Swedish twin population |journal=Neurology |volume=67 |issue=5 |pages=798–803 |year=2006 |month=September |pmid=16966540 |doi=10.1212/01.wnl.0000233786.72356.3e |url=}} | ||
* {{Cite journal | last1 = Torelli | first1 = P. | last2 = Castellini | first2 = P. | last3 = Cucurachi | first3 = L. | last4 = Devetak | first4 = M. | last5 = Lambru | first5 = G. | last6 = Manzoni | first6 = GC. | title = Cluster headache prevalence: methodological considerations. A review of the literature. | journal = Acta Biomed | volume = 77 | issue = 1 | pages = 4-9 | month = Apr | year = 2006 | doi = | PMID = 16856701 }} - [ | * {{Cite journal | last1 = Torelli | first1 = P. | last2 = Castellini | first2 = P. | last3 = Cucurachi | first3 = L. | last4 = Devetak | first4 = M. | last5 = Lambru | first5 = G. | last6 = Manzoni | first6 = GC. | title = Cluster headache prevalence: methodological considerations. A review of the literature. | journal = Acta Biomed | volume = 77 | issue = 1 | pages = 4-9 | month = Apr | year = 2006 | doi = | PMID = 16856701 }} - [https://www.actabiomedica.it/data/2006/1_2006/torelli.pdf PDF-Datei] | ||
* {{cite journal |author=Torelli P, Beghi E, Manzoni GC |title=Cluster headache prevalence in the Italian general population |journal=Neurology |volume=64 |issue=3 |pages=469–74 |year=2005 |month=February |pmid=15699377 |doi=10.1212/01.WNL.0000150901.47293.BC |url=}} [ | * {{cite journal |author=Torelli P, Beghi E, Manzoni GC |title=Cluster headache prevalence in the Italian general population |journal=Neurology |volume=64 |issue=3 |pages=469–74 |year=2005 |month=February |pmid=15699377 |doi=10.1212/01.WNL.0000150901.47293.BC |url=}} [https://www.neurology.org/cgi/content/full/64/3/469/DC1 Data Supplement] | ||
* {{Cite journal | last1 = Russell | first1 = MB. | title = Epidemiology and genetics of cluster headache. | journal = Lancet Neurol | volume = 3 | issue = 5 | pages = 279-83 | month = May | year = 2004 | doi = 10.1016/S1474-4422(04)00735-5 | PMID = 15099542 }} | * {{Cite journal | last1 = Russell | first1 = MB. | title = Epidemiology and genetics of cluster headache. | journal = Lancet Neurol | volume = 3 | issue = 5 | pages = 279-83 | month = May | year = 2004 | doi = 10.1016/S1474-4422(04)00735-5 | PMID = 15099542 }} | ||
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* {{Cite journal | last1 = Finkel | first1 = AG. | title = Epidemiology of cluster headache. | journal = Curr Pain Headache Rep | volume = 7 | issue = 2 | pages = 144-9 | month = Apr | year = 2003 | doi = 10.1007/s11916-003-0025-1 | PMID = 12628057 }} | * {{Cite journal | last1 = Finkel | first1 = AG. | title = Epidemiology of cluster headache. | journal = Curr Pain Headache Rep | volume = 7 | issue = 2 | pages = 144-9 | month = Apr | year = 2003 | doi = 10.1007/s11916-003-0025-1 | PMID = 12628057 }} | ||
* {{Cite journal | last1 = Tonon | first1 = C. | last2 = Guttmann | first2 = S. | last3 = Volpini | first3 = M. | last4 = Naccarato | first4 = S. | last5 = Cortelli | first5 = P. | last6 = D'Alessandro | first6 = R. | title = Prevalence and incidence of cluster headache in the Republic of San Marino. | journal = Neurology | volume = 58 | issue = 9 | pages = 1407-9 | month = May | year = 2002 | doi = | PMID = 12011291 }} [ | * {{Cite journal | last1 = Tonon | first1 = C. | last2 = Guttmann | first2 = S. | last3 = Volpini | first3 = M. | last4 = Naccarato | first4 = S. | last5 = Cortelli | first5 = P. | last6 = D'Alessandro | first6 = R. | title = Prevalence and incidence of cluster headache in the Republic of San Marino. | journal = Neurology | volume = 58 | issue = 9 | pages = 1407-9 | month = May | year = 2002 | doi = | PMID = 12011291 }} [https://www.neurology.org/content/58/9/1407 URL] | ||
* {{cite journal |author=Swanson JW, Yanagihara T, Stang PE, O'Fallon WM, Beard CM, Melton LJ, Guess HA |title=Incidence of cluster headaches: a population-based study in Olmsted County, Minnesota |journal=Neurology |volume=44 |issue=3 Pt 1 |pages=433–7 |year=1994 |month=March |pmid=8145911 |doi= |url=}} | * {{cite journal |author=Swanson JW, Yanagihara T, Stang PE, O'Fallon WM, Beard CM, Melton LJ, Guess HA |title=Incidence of cluster headaches: a population-based study in Olmsted County, Minnesota |journal=Neurology |volume=44 |issue=3 Pt 1 |pages=433–7 |year=1994 |month=March |pmid=8145911 |doi= |url=}} | ||
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* {{cite journal |author=Zhao F, Tsay JY, Cheng XM, Wong WJ, Li SC, Yao SX, Chang SM, Schoenberg BS |title=Epidemiology of migraine: a survey in 21 provinces of the People's Republic of China, 1985 |journal=Headache |volume=28 |issue=8 |pages=558–65 |year=1988 |month=September |pmid=3264278 |doi=10.1111/j.1526-4610.1988.hed2808558.x |url=}} | * {{cite journal |author=Zhao F, Tsay JY, Cheng XM, Wong WJ, Li SC, Yao SX, Chang SM, Schoenberg BS |title=Epidemiology of migraine: a survey in 21 provinces of the People's Republic of China, 1985 |journal=Headache |volume=28 |issue=8 |pages=558–65 |year=1988 |month=September |pmid=3264278 |doi=10.1111/j.1526-4610.1988.hed2808558.x |url=}} | ||
* Triggiani L, Pille J.: Epidemiology of Headache Disorders in the Workplace: The Rome United Nations Agencies Headache Program. Poster F31 in Program Abstracts, 50th Annual Scientific Meeting, American Headache Society 2008; ''Headache.'' '''48''' (s1): 25. [ | * Triggiani L, Pille J.: Epidemiology of Headache Disorders in the Workplace: The Rome United Nations Agencies Headache Program. Poster F31 in Program Abstracts, 50th Annual Scientific Meeting, American Headache Society 2008; ''Headache.'' '''48''' (s1): 25. [https://doi.org/10.1111/j.1526-4610.2008.01172.x DOI] | ||
* Ji T, Mack KJ.: Unilateral Chronic Daily Headache in Children. Poster F37 in Program Abstracts, 50th Annual Scientific Meeting, American Headache Society 2008; ''Headache.'' '''48''' (s1): 27. [ | * Ji T, Mack KJ.: Unilateral Chronic Daily Headache in Children. Poster F37 in Program Abstracts, 50th Annual Scientific Meeting, American Headache Society 2008; ''Headache.'' '''48''' (s1): 27. [https://doi.org/10.1111/j.1526-4610.2008.01172.x DOI] | ||
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* {{Cite journal | last1 = Ekbom | first1 = K. | last2 = Svensson | first2 = DA. | last3 = Träff | first3 = H. | last4 = Waldenlind | first4 = E. | title = Age at onset and sex ratio in cluster headache: observations over three decades. | journal = Cephalalgia | volume = 22 | issue = 2 | pages = 94-100 | month = Mar | year = 2002 | doi = 10.1046/j.1468-2982.2002.00318.x | PMID = 11972575 }} | * {{Cite journal | last1 = Ekbom | first1 = K. | last2 = Svensson | first2 = DA. | last3 = Träff | first3 = H. | last4 = Waldenlind | first4 = E. | title = Age at onset and sex ratio in cluster headache: observations over three decades. | journal = Cephalalgia | volume = 22 | issue = 2 | pages = 94-100 | month = Mar | year = 2002 | doi = 10.1046/j.1468-2982.2002.00318.x | PMID = 11972575 }} | ||
* {{Cite journal | last1 = Ekbom | first1 = K. | last2 = Hardebo | first2 = JE. | title = Cluster headache: aetiology, diagnosis and management. | journal = Drugs | volume = 62 | issue = 1 | pages = 61-9 | month = Jan | year = 2002 | doi = | PMID = 11790156}} [ | * {{Cite journal | last1 = Ekbom | first1 = K. | last2 = Hardebo | first2 = JE. | title = Cluster headache: aetiology, diagnosis and management. | journal = Drugs | volume = 62 | issue = 1 | pages = 61-9 | month = Jan | year = 2002 | doi = | PMID = 11790156}} [https://www.ingentaconnect.com/content/adis/dgs/2002/00000062/00000001/art00003 URL] | ||
* {{Cite journal | last1 = Sjöstrand | first1 = C. | last2 = Waldenlind | first2 = E. | last3 = Ekbom | first3 = K. | title = A follow-up study of 60 patients after an assumed first period of cluster headache. | journal = Cephalalgia | volume = 20 | issue = 7 | pages = 653-7 | month = Sep | year = 2000 | doi = 10.1111/j.1468-2982.2000.00104.x | PMID = 11128823 }} | * {{Cite journal | last1 = Sjöstrand | first1 = C. | last2 = Waldenlind | first2 = E. | last3 = Ekbom | first3 = K. | title = A follow-up study of 60 patients after an assumed first period of cluster headache. | journal = Cephalalgia | volume = 20 | issue = 7 | pages = 653-7 | month = Sep | year = 2000 | doi = 10.1111/j.1468-2982.2000.00104.x | PMID = 11128823 }} | ||
* Igarashi H, Sakai F.: Natural history of cluster headache. In: Abstracts XI Migraine Trust International Symposium, London, 9–12 Sept. 1996. ''Cephalalgia.'' 1996; '''16''': 355-402. | * Igarashi H, Sakai F.: Natural history of cluster headache. In: Abstracts XI Migraine Trust International Symposium, London, 9–12 Sept. 1996. ''Cephalalgia.'' 1996; '''16''': 355-402. https://doi.org/10.1046/j.1468-2982.1996.1605355.x | ||
* Kunkel RS, Frame JR.: Chronic cluster headache. Long-term follow-up. In: ''Headache Classification and Epidemiology.'' Edited by Olesen J. New York: Raven Press; 1994: 113–116. | * Kunkel RS, Frame JR.: Chronic cluster headache. Long-term follow-up. In: ''Headache Classification and Epidemiology.'' Edited by Olesen J. New York: Raven Press; 1994: 113–116. | ||
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* {{Cite journal | last1 = Kudrow | first1 = L. | title = Natural history of cluster headache. Part I. Outcome of drop-out patients. | journal = Headache | volume = 22 | issue = 5 | pages = 203-6 | month = Sep | year = 1982 | doi = 10.1111/j.1526-4610.1982.hed2205203.x | PMID = 7141866 }} | * {{Cite journal | last1 = Kudrow | first1 = L. | title = Natural history of cluster headache. Part I. Outcome of drop-out patients. | journal = Headache | volume = 22 | issue = 5 | pages = 203-6 | month = Sep | year = 1982 | doi = 10.1111/j.1526-4610.1982.hed2205203.x | PMID = 7141866 }} | ||
* Schüssler G.: Familiäres Auftreten des Cluster-Kopfschmerzes (Bing-Horton-Syndrom) - eine Kasuistik. ''Akt Neurol.'' 1986; '''13''': 124-125. [ | * Schüssler G.: Familiäres Auftreten des Cluster-Kopfschmerzes (Bing-Horton-Syndrom) - eine Kasuistik. ''Akt Neurol.'' 1986; '''13''': 124-125. [https://doi.org/10.1055/s-2007-1020729 DOI.] | ||
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Aktuelle Version vom 25. September 2026, 15:25 Uhr
Die Epidemiologie (von griech. epi „auf, über“, demos „Volk“, logos „Lehre“, ursprünglich: „Seuchenkunde“) ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den Ursachen und Folgen sowie mit der Verbreitung von Krankheiten beschäftigt.
Die Prävalenz einer Erkrankung gibt die Anzahl der erkrankten Menschen in der betrachteten Bevölkerung an. Die Prävalenz wird als Prävalenzrate dargestellt: Die Anzahl der Fälle in einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt dividiert durch die Anzahl aller Mitglieder dieser Population, oft auch angegeben als Anzahl Erkrankter pro 10.000 oder pro 100.000 Einwohner.
Die Inzidenz gibt die Anzahl der Neuerkrankungen an einer bestimmten Krankheit in einer Bevölkerungsgruppe an, üblicherweise pro 100.000 Einwohner in einem Jahr.
Epidemiologische Studien zum Cluster-Kopfschmerz
Prävalenz und Inzidenz
Es gibt nur wenige Studien, die sich mit der Inzidenz und der Prävalenz der Cluster-Kopfschmerzen beschäftigen. Diese Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen:
In der italienischen Stadt Parma wurde 2005 eine Prävalenz von 279 Erkrankten/100.000 Einwohner ermittelt.[1]
In der Republik von San Marino in Italien liefen 1985 und 1999 zwei epidemiologische Studien. Die Gesamtpopulation dieser Region ist wesentlich kleiner als die der Stadt Parma und die Studie wurde etwas detaillierter durchgeführt. 1985 wurde eine Prävalenz von 69 Fällen/100.000 Einwohner errechnet.[2] 1999 kamen die Autoren mit einer, durch die gleiche Methodik ermittelten Prävalenz von 56 Cluster-Kopfschmerzpatienten/100.000 Bewohnern zu einem ähnlichen Ergebnis.[3]
2003 wurde eine norwegische Studie veröffentlicht, die das Vorkommen der Cluster-Kopfschmerzen bei den Bewohnern der Gemeinde Vågå untersucht hat. Anhand von standardisierten Fragebögen, sowie einer anschließenden neurologischen Untersuchung durch einen Kopfschmerz-Spezialisten, wurde von insgesamt 1838 befragten Einwohnern in der Altersklasse von 18- 65 Jahren in sieben Fällen ein Cluster-Kopfschmerz diagnostiziert und somit eine Prävalenz von 381 Cluster-Kopfschmerzfällen pro 100.000 Einwohner errechnet.[4]
Die erste Studie über die Prävalenz der Cluster-Kopfschmerzen in Deutschland lief zwischen Dezember 2003 und November 2004 in der Stadt Essen. Es wurden 6000 Einwohner dieser Stadt angeschrieben und darum gebeten, einen validierten und anhand der Cluster-Kopfschmerz-Kriterien der International-Headache-Society erstellten Fragebogen auszufüllen. Schließlich nahmen insgesamt 3336 Probanden an dieser Studie teil, bei vier Patienten wurde von erfahrenen Neurologen die Diagnose eines Cluster-Kopfschmerzes gestellt. Somit konnte eine Prävalenz von 119 Fällen/100.000 Einwohnern errechnet werden.[5]
2005 lief die zweite deutsche epidemiologische Ermittlung, es wurden 3425 Probanden aus Dortmund nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und zu einer epidemiologischen Studie eingeladen. Diese wurde von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft koordiniert. Von den schließlich 1312 untersuchten Probanden wurde Cluster-Kopfschmerz in zwei Fällen diagnostiziert, womit sich eine Prävalenz von 150 Fällen/100.000 Einwohner ermitteln ließ.[6]
Wie hieraus ersichtlich, ist eine zuverlässige Einschätzung der Cluster-Kopfschmerz-Prävalenz anhand der präsentierten Daten kaum möglich. Aus diesem Grunde beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe aus Münster mit der Zusammenfassung aller epidemiologischen Studien, die bis zum Jahr 2007 in wissenschaftlichen Zeitschriften oder Büchern erschienen sind. Die Informationen wurden über die Datenbanken EMBASE, MedLine sowie Current Contents Medizin gesammelt.
Insgesamt wurden 16 Studien ausgewertet. Die Ergebnisse der Metaanalyse lieferten jedoch keine, von den oben dargestellten Studien abweichenden Daten. Die Prävalenzspanne lag auch unter Einbeziehung aller zugänglichen Daten zwischen 56 und 381 Cluster-Kopfschmerzpatienten pro 100.000 Personen. Nur vier Studien, drei hiervon wurden im Bezirk Olmsted des US amerikanischen Bundesstaates Minnesota durchgeführt, befassten sich mit der Ermittlung der Inzidenz dieser Kopfschmerzform. Die metaanalytische Auswertung dieser Daten ergab eine 1-Jahres-Inzidenz von 2-10 neuen Clusterkopfschmerz-Patienten pro 100.000 Einwohner.
Diese Metaanalyse von Fischera und Mitarbeitern nennt darüber hinaus zusammengefasste Zahlen, die sich als Merkgrößen eingebürgert haben: eine Lebenszeitprävalenz von 124 Fällen pro 100.000 Einwohnern (Vertrauensbereich 101 bis 151) und eine 1-Jahres-Prävalenz von 53 pro 100.000 (Vertrauensbereich 26 bis 95). Die Lebenszeitprävalenz war über die Regionen hinweg bemerkenswert stabil, weshalb die Autoren die griffige Faustformel ableiten, dass etwa einer von 1000 Menschen im Laufe seines Lebens an Cluster-Kopfschmerz erkrankt. In Alltagssprache: in einer Stadt von 100.000 Einwohnern sind es über die Lebenszeit gerechnet gut hundert Menschen, von denen in einem einzelnen Jahr etwa die Hälfte Beschwerden hat.[7]
Neuere Zahlen und eine Trendwende. Eine Übersichtsarbeit von 2023 hält fest, dass neuere große bevölkerungsbezogene Untersuchungen auf eine niedrigere Prävalenz kommen als die früheren Schätzungen.[8] Die bislang umfangreichste Zeitreihe stammt aus Norwegen und wertet die Jahre 2009 bis 2022 über mehrere nationale Register aus (Hausarztregister, Patientenregister, Arzneiverordnungsregister). Als Erkrankungsfall zählte, wer innerhalb von 365 Tagen mindestens zwei Kontakte – Behandlung oder Verordnung – wegen Cluster-Kopfschmerz hatte.
Die Zahl der Betroffenen stieg von 1.029 im Jahr 2009 auf 1.833 im Jahr 2022, die altersstandardisierte Prävalenz von 27,0 auf 42,5 pro 100.000 Einwohner. Die Autoren führen den Anstieg vor allem darauf zurück, dass die Erkrankung heute häufiger erkannt wird, und nennen als Einschränkung, dass die Diagnoseschlüssel aus der hausärztlichen Versorgung nicht klinisch überprüft wurden. Von allen Erkrankten hatten 6 bis 7 Prozent die chronische Verlaufsform, 1 bis 2 Prozent eine therapierefraktäre chronische Form. Prävalenz und Neuerkrankungsrate waren bei Menschen mit niedrigerem Bildungsstand höher.[9]
Geschlechtsverteilung
Die in der Literatur verfügbaren epidemiologischen Studien beschreiben eine höhere Prävalenz von Cluster-Kopfschmerz bei Männern als bei Frauen. Bezüglich des Ausmaßes dieser Differenz variieren die Zahlen jedoch stark, nämlich zwischen dem Faktor 1,3[1] und dem Faktor 6,7[10].
Umstritten ist, ob das Überwiegen des männlichen Geschlechts eine rückläufige Tendenz aufweist. Während beispielsweise Bahra et al. 2002[11] keine Veränderung in der Geschlechterverteilung feststellten, beschreiben Ekbom et al. 2002[12] und Manzoni et al. 1998[13] eine zunehmende Angleichung der Prävalenzraten bei Männern und Frauen.
Als Ursache für diese Entwicklung werden einerseits eine zunehmende Annäherung der Lebensstile von Frauen und Männern, andererseits jedoch auch ein verändertes Verhalten bezüglich der Häufigkeit von Arztkonsultationen von Frauen diskutiert. Eine große Metaanalyse, die die Ergebnisse von 16 epidemiologischen Studien bis 2007 zusammenfasst, gibt ein Verhältnis der Prävalenz von Cluster-Kopfschmerz bei Männern und Frauen von 4,3 zu 1 an. Dieselbe Metaanalyse zeigt, dass dieses Verhältnis stark von der Verlaufsform abhängt: beim chronischen Cluster-Kopfschmerz lag es bei 15 zu 1, beim episodischen bei 3,8 zu 1.[7]
Die norwegische Registerauswertung über die Jahre 2009 bis 2022 zeigt keine bloße Annäherung, sondern eine Umkehrung: Der Frauenanteil unter den Erkrankten stieg von 39,7 Prozent im Jahr 2009 auf 50,1 Prozent im Jahr 2022. Die Prävalenz nahm bei Frauen jährlich um 6 Prozent zu, bei Männern nur um 2 Prozent – also dreimal so schnell –, und im Jahr 2022 war die Prävalenz bei Frauen erstmals höher als bei Männern (43,4 gegenüber 41,7 pro 100.000). Bei der Neuerkrankungsrate gehen die Kurven sogar auseinander: bei Frauen stieg sie zwischen 2012 und 2022 von 10,1 auf 14,6 pro 100.000, bei Männern sank sie von 13,5 auf 11,0. Die Autoren schreiben, diese Befunde stellten die bisherige Darstellung infrage, Cluster-Kopfschmerz betreffe überwiegend Männer.[9] Die Übersichtsarbeit von 2023 berichtet in dieselbe Richtung von mehreren Studien mit sinkendem Männer-zu-Frauen-Verhältnis.[8]
Ob sich hinter dieser Entwicklung tatsächlich eine veränderte Krankheitsverteilung verbirgt oder vor allem eine bessere Erkennung bei Frauen, ist damit allerdings nicht entschieden – die norwegische Arbeit führt den Gesamtanstieg selbst auf verbesserte Diagnostik zurück, und die früher diskutierten Erklärungen (Annäherung der Lebensstile, unterschiedliches Verhalten bei Arztbesuchen) bleiben nebeneinander möglich.
Davon zu trennen ist die Frage, ob die Erkrankung bei Frauen anders aussieht. Eine Metaanalyse von 2026 hat dazu 19 methodisch hochwertige Untersuchungen zusammengefasst. Ergebnis: das klinische Bild ist zwischen den Geschlechtern weitgehend gleich – kein bedeutsamer Unterschied bei Alter zum Erkrankungsbeginn, Attackendauer, Attackenhäufigkeit, Schmerzstärke, Seitenlokalisation sowie Tages- und Jahresrhythmik.
Unterschiede fanden sich bei einzelnen Begleitsymptomen und Begleiterkrankungen: Lidschwellung trat bei Frauen häufiger auf (Odds Ratio 1,94), ebenso Migräne (2,72) und psychiatrische Begleiterkrankungen (1,73); Frauen rauchten und tranken deutlich seltener Alkohol (0,33 bzw. 0,32). Die Autoren ordnen diese Unterschiede als Mischung aus biologischen, verhaltensbezogenen, kulturellen und erhebungsbedingten Einflüssen ein und weisen darauf hin, dass aus Beobachtungsstudien keine Aussagen über Ursachen folgen.[14]
Alter bei erstmaligem Auftreten
Die Erstmanifestation der Erkrankungen findet typischerweise im jungen Erwachsenenalter statt. Der statistische Mittelwert des Alters bei Erkrankungsbeginn liegt bei 28 Jahren.[15]
Während die Inzidenz für beide Geschlechter einen Gipfel in der späten dritten Lebensdekade erreicht, kommt es für Frauen zusätzlich zu einer Häufung im fünften Lebensjahrzehnt.[12]
Die Spannbreite des möglichen Erkrankungsalters ist sehr groß. Der jüngste bekannte Patient zeigte bereits wenige Tage nach seiner Geburt Anzeichen von Cluster-Kopfschmerz.[16] Die jüngste in der Literatur beschriebene Patientin erkrankte im Alter von zwei Jahren.[17] Der älteste Patient war bei der Erstmanifestation bereits 75 Jahre alt,[15] berichtet wurde über eine 91jährige Dame mit Cluster-Kopfschmerz.[18]
Verlauf und Prognose
Ergebnisse aus einer Beobachtungsstudie mit 189 Cluster-Kopfschmerzpatienten, durchgeführt in Italien im Zeitraum von 1976 bis 1986:[19]
- Von den 140 bei Ausbruch der Krankheit als episodisch diagnostizierten Patienten blieben 80,7% episodisch, 12,9% entwickelten chronischen Cluster-Kopfschmerz und 6,4% entwickelten eine kombinierte Form.
- Von den 49 bei Ausbruch der Krankheit als chronisch diagnostizierten Patienten blieben 52,4% chronisch, 32,6% wurden episodisch und 14,3% entwickelten eine kombinierte Form.
- 10% der Patienten hatten zum Ende des Beobachtungszeitraumes für mehr als drei Jahre keine Attacken gehabt, 18,5% der Patienten hatten während des Beobachtungszeitraumes Remissionen mit einer Dauer von mehr als drei Jahren.
- Ungünstig für einen positiven Verlauf waren männliches Geschlecht, höheres Alter bei Erkrankungsbeginn (> 30 Jahre) und eine Dauer der Erkrankung von mehr als 20 Jahren in der episodischen Verlaufsform.
In einer anderen Langzeitbeobachtung hatten 27% von 49 Patienten innerhalb einer mittleren Beobachtungszeit von neun Jahren (Bereich 2,5 bis 17 Jahre) nur eine Cluster-Kopfschmerzepisode.[20]
Faktoren, die einen Übergang von der episodischen zur chronischen Verlaufsform begünstigen könnten:[21]
- Erstmaliges Auftreten in einem höheren Alter, vor allem bei Frauen
- Vorhandensein von ≥ 4 Begleitsymptomen, vor allem bei Männern
- Hohe Frequenz von Episoden und das Auftreten von sporadischen Attacken
- Episoden, die länger als 8 Wochen andauern, vor allem bei Männern
- Remissionen mit einer Dauer von weniger als 6 Monaten
- Rauchen, Alkoholgebrauch und Kopfverletzungen mit Bewusstseinsverlust könnten zu einer Verschlechterung der Prognose beitragen.
Nur wenige Patienten haben über das Alter von 65 bis 70 Jahren hinaus weiterhin Cluster-Kopfschmerz. In höherem Alter werden die Remissionsphasen tendenziell länger, chronischer Cluster-Kopfschmerz kann sich in episodischen Cluster-Kopfschmerz ändern.[22][12]
Familiäre Häufung

Untersuchungen in einzelnen Familien mit gehäuftem Auftreten von Cluster-Kopfschmerz in verschiedenen Generationen legten nahe, dass für einen Teil der Erkrankungen ein autosomal-dominanter Erbgang verantwortlich ist.[23] Unabhängig davon wurde nachgewiesen, dass nahe Verwandte von Patienten ein signifikant höheres Risiko haben, ebenfalls an Cluster-Kopfschmerz zu erkranken.[24][25]
Bezüglich der Steigerung des relativen Risikos im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung differieren die Angaben hierbei sehr stark. Während Russell et al. von einem um den Faktor fünf erhöhten Erkrankungsrisiko ausgehen, beziffern andere Autoren die Risikosteigerung auf den Faktor 18[25] bzw. gar 39 für Verwandte ersten Grades[24]. Diese große Abweichung wird dabei in erster Linie durch methodische Unterschiede bei der Datenerhebung erklärt.
Die für die familiäre Häufung verantwortlichen Vererbungsmodi und Genlokalisationen konnten noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. In den epidemiologischen Untersuchungen gaben zwischen zwei und 20% der Patienten an, dass auch Familienangehörige unter Cluster-Kopfschmerz litten.
Eine Metaanalyse von 2020 hat diese weite Spanne auf einen zusammengefassten Wert eingegrenzt: Bei 6,27 Prozent der Erkrankten ist die Familiengeschichte positiv (Vertrauensbereich 4,65 bis 8,40 Prozent). Für Frauen lag die Schätzung höher (9,26 Prozent), war dort aber deutlich uneinheitlicher. Damit liegt der belastbare Wert am unteren Rand der früher genannten Spanne – und in derselben Größenordnung wie die unten aufgeführten Einzelbefunde von 5 bis 7,5 Prozent.[26]
In einer großen Untersuchung an 180 Cluster-Kopfschmerzpatienten[27] wurde ein familiäres Auftreten von 6,7% der Befragten angegeben, in einer anderen Arbeit von ca. 5%[11]. In einer Umfrage der Ludwig-Maximilians-Universität München gaben 7,5% der Cluster- Kopfschmerzpatienten an, dass auch bei einem nahen Verwandten die Diagnose Cluster-Kopfschmerz gestellt worden sei.[28]
Begleitende Erkrankungen
Während Bahra et al. 2002 von einer Komorbidität der Cluster-Kopfschmerzen mit einer Migräne bei 26% der befragten Patienten berichteten[11], geben Manzoni et al. 1983 eine Rate von 6,7% an[27], wobei hier kein wesentlicher Unterschied zur Prävalenz in der Normalbevölkerung bestünde.
In der Umfrage der Ludwig-Maximilians-Universität München[28] gaben lediglich 5% der Patienten an, zusätzlich unter einer Migräne zu leiden. Rund 20% berichteten jedoch, neben Cluster-Kopfschmerz häufiger auch andersartige Kopfschmerzen zu haben, wobei hier mit 14% am häufigsten Spannungskopfschmerz beschrieben wurden. Bei 17% der Patienten wurde eine Depression diagnostiziert. Dieser Wert ist mit den Daten von Hannerz[29] vergleichbar, der 1997 die Prävalenz depressiver Störungen in einer Gruppe von 27 Cluster-Kopfschmerzpatientinnen mit 22 % bezifferte. Die Prävalenz von Depression in der Vergleichsgruppe mit 27 Migränepatientinnen dieser Studie war 6%.
In einer aktuelleren Untersuchung war die Häufigkeit von Depressionen und Angststörungen bei episodischen und chronischen Cluster-Kopfschmerzpatienten geringer, als bei der episodischen oder bei der chronischen Migräne. [30]
Substanzgebrauch und Suchtverhalten
Mehrfach wurde in der Literatur ein Zusammenhang von Cluster-Kopfschmerz mit Suchtverhalten beschrieben, wobei hier Nikotinkonsum im Vordergrund steht.[11][31][32][33][34][35]
So liegt der Anteil von Rauchern bzw. von ehemaligen Rauchern unter den Cluster-Kopfschmerzpatienten mit 66% Raucher und 14% ehemalige Raucher[36] deutlich über dem damaligen Anteil der Raucher in der Gesamtbevölkerung von ca. 26% in Deutschland (Mikrozensus 2009).[37] Im Jahr 2025 rauchten in Deutschland 19,1 Prozent der Menschen ab 15 Jahren zumindest gelegentlich.[38] Auch bei den in der Umfrage der Ludwig-Maximilians-Universität München[28] befragten Patienten lag der Anteil der aktiven Raucher mit 56%, bzw. der ehemaligen Raucher mit 19,4%, deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt.
Cluster-Kopfschmerzpatienten scheinen zudem überdurchschnittlich viel und häufig Alkohol zu konsumieren. So gaben in der Arbeit von Schürks et al. 2006[36] 83,4% der Befragten und in der Studie von Manzoni et al. 1983[27] 90% an, regelmäßig Alkohol zu konsumieren. Ein größerer Anteil hiervon, der nicht genau beziffert wurde, betreibe einen pathologischen Alkoholabusus.
Nach einer anderen Untersuchung trinken Cluster-Kopfschmerzpatienten in Deutschland weniger Alkohol, als der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Risikofaktoren der vom Cluster-Kopfschmerz Betroffenen für übermäßigen Alkoholgenuss unterscheiden sich nicht von der Gesamtbevölkerung.[39] Während einer Episode ist Alkohol bei ca. der Hälfte, Rotwein bei 70 % der Patienten ein zuverlässiger Auslöser (Trigger) einer Attacke.[36]
Literatur
- Dieser Artikel basiert auf Texten, die mit freundlicher Genehmigung der Autorin aus der Dissertation Dragana Milankovic-Eberl: Clusterkopfschmerz - Klinische Symptomatik, Therapie und Versorgungsqualität. Ludwig-Maximilians-Universität München 2011 übernommen wurden.
Literatur zu Verlauf und Prognose
Externe Links
Einzelnachweise
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