Psyche: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Was diese Tabelle vor allem zeigt, ist die Spalte rechts.''' Die Gedanken gehören zur Attacke — sobald sie vorbei ist, fallen die Anteile auf einen kleinen Bruchteil, und zwischen den Episoden sind sie praktisch verschwunden. In alltägliche Sprache übersetzt: Fast zwei von drei Menschen kennen im Anfall den Gedanken, so nicht weiterleben zu wollen; in der attackenfreien Zeit ist es etwa einer von fünfundzwanzig. Die Gedanken hängen also eng an der Attacke und an einem Schmerz, der in seiner Heftigkeit kaum Vergleiche hat.<ref name="LEE2019"/> Harmlos sind sie deshalb nicht, und eine Depression schließen sie nicht aus: Hohe Werte im Fragebogen zur Stimmung gehörten in dieser Untersuchung zu den Gefahrenzeichen (siehe unten).<ref name="LEE2019"/> Wer solche Gedanken hat, auch wenn sie nur in den Attacken kommen, sollte mit dem Arzt darüber sprechen. Wer sie auch außerhalb der Attacken hat oder merkt, dass sie drängender werden, sollte nicht abwarten, sondern eine der oben genannten Stellen anrufen.
'''Was diese Tabelle vor allem zeigt, ist die Spalte rechts.''' Die Gedanken gehören zur Attacke — sobald sie vorbei ist, fallen die Anteile auf einen kleinen Bruchteil, und zwischen den Episoden sind sie praktisch verschwunden.
 
In alltägliche Sprache übersetzt: Fast zwei von drei Menschen kennen im Anfall den Gedanken, so nicht weiterleben zu wollen; in der attackenfreien Zeit ist es etwa einer von fünfundzwanzig. Die Gedanken hängen also eng an der Attacke und an einem Schmerz, der in seiner Heftigkeit kaum Vergleiche hat.<ref name="LEE2019"/> Harmlos sind sie deshalb nicht, und eine Depression schließen sie nicht aus: Hohe Werte im Fragebogen zur Stimmung gehörten in dieser Untersuchung zu den Gefahrenzeichen (siehe unten).<ref name="LEE2019"/> Wer solche Gedanken hat, auch wenn sie nur in den Attacken kommen, sollte mit dem Arzt darüber sprechen. Wer sie auch außerhalb der Attacken hat oder merkt, dass sie drängender werden, sollte nicht abwarten, sondern eine der oben genannten Stellen anrufen.


Die Autoren ziehen daraus einen Schluss, der hier wörtlich stehen soll, weil er die Richtung angibt: „An intensive treatment to reduce cluster headache burden may be helpful to alleviate suicide risk in cluster headache patients." Auf Deutsch: Eine konsequente Behandlung, die die Last der Erkrankung senkt, kann helfen, das Risiko zu verringern. Als Gefahrenzeichen fanden sie eine längere Krankheitsdauer sowie hohe Werte in zwei Fragebögen zur Beeinträchtigung und zur Stimmung.<ref name="LEE2019"/>
Die Autoren ziehen daraus einen Schluss, der hier wörtlich stehen soll, weil er die Richtung angibt: „An intensive treatment to reduce cluster headache burden may be helpful to alleviate suicide risk in cluster headache patients." Auf Deutsch: Eine konsequente Behandlung, die die Last der Erkrankung senkt, kann helfen, das Risiko zu verringern. Als Gefahrenzeichen fanden sie eine längere Krankheitsdauer sowie hohe Werte in zwei Fragebögen zur Beeinträchtigung und zur Stimmung.<ref name="LEE2019"/>

Version vom 24. September 2026, 23:32 Uhr

Auf einen Blick
  • Die seelische Belastung ist hoch – und sie hängt eng an den Attacken. In der attackenfreien Zeit bildet sie sich bei den meisten weitgehend zurück.[1][2]
  • Depression kommt beim Cluster-Kopfschmerz häufiger vor: In einer niederländischen Untersuchung war die Chance, im Leben eine Depression zu haben, fast dreimal so hoch wie in der Vergleichsgruppe.[3]
  • Der wichtigste Hebel ist eine gute Behandlung der Attacken und eine gute Vorbeugung. Wer schlecht eingestellt ist, hat kein persönliches Versagen, sondern ein Behandlungsproblem – siehe Cluster-Kopfschmerz Behandlung.
  • Wenn es Ihnen gerade schlecht geht: Die TelefonSeelsorge ist in Deutschland unter 116 123 Tag und Nacht kostenlos erreichbar; weitere Nummern stehen unten unter Wenn es Ihnen gerade schlecht geht. In einer Notlage: 112.
Vincent van Gogh
An der Schwelle der Ewigkeit

Schmerzen


Sie stecken in dir und ändern dein Leben

Du kannst sie fühlen doch niemand sie sehen

Sie rauben dein Lachen, bremsen dein Handeln

Mitmenschen bemerken das Wandeln


Beginnen hinter deinem Rücken zu Reden

Statt dir die hilfreiche Hand zu geben

Ärzte sind ratlos und manchmal auch stumm

Ohne dich ernst zu nehmen doktern sie rum


Tablette hier und Spritze dort

Das ist ne Entzündung, ist sicher bald fort

Du glaubst ihm und fasst neuen Mut

Mit der Hoffnung, es ist sicher bald gut


Die Wochen und Monate gehen ins Land

Du hast immer noch Schmerzen, so stark wie nie gekannt

Dann kommt die Erkenntnis, riesengroß

Die Schmerzen sind Cluster, was ist das bloß?


Eine Heilung, nein, die gibt‘s noch nicht

Die Antwort treibt Angst in dein Gesicht

Jetzt bleibt für dich nicht mehr viel

Das wird ein anstrengendes Spiel


Entweder du resignierst, das solltest du lassen

Oder du akzeptierst, dann wird ein Teil Schmerz verblassen

Nimm den Schmerz als einen Teil von dir

Er fordert "nur" neue Wege von dir


Sag ja zu ihm und reich ihm die Hand

Dann drückt er dich nicht so oft an die Wand

Bewahr dir dein Lachen und deinen Humor

Dann stechen schmerzfreie Tage noch stärker hervor


- Copyright Gitti aus Berlin 2007 -


Was über die seelische Belastung bekannt ist

Die folgenden Abschnitte fassen zusammen, was Untersuchungen über die seelische Belastung beim Cluster-Kopfschmerz zeigen.

Wenn es Ihnen gerade schlecht geht

Sie müssen damit nicht allein bleiben. Diese Stellen sind kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym:

  • TelefonSeelsorge (Deutschland): 116 123 sowie 0800 1110111 und 0800 1110222 — Tag und Nacht erreichbar, kostenfrei und anonym.
  • Info-Telefon Depression (Deutschland): 0800 3344533 — Sprechzeiten nach Angabe der Stiftung: „Mo, Di, Do: 13:00 - 17:00 Uhr | Mi, Fr: 08:30 - 12:30 Uhr".
  • Österreich: TelefonSeelsorge 142 — nach eigener Angabe „rund um die Uhr, jeden Tag", kostenlos und vertraulich.
  • Schweiz: Die Dargebotene Hand 143 — „immer für Sie da. Persönlich, anonym und vertraulich."
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst (Deutschland): 116 117. In einer Notlage: 112.

Und ein Punkt, der auf dieser Seite nicht fehlen soll: Der wirksamste Hebel gegen die Verzweiflung ist nach heutiger Datenlage eine gute Attacken- und Vorbeugungsbehandlung. Wenn die Attacken schlecht eingestellt sind, ist das kein persönliches Versagen, sondern ein Behandlungsproblem — und dafür gibt es Adressen: die Liste der Ärzte und Kliniken dieses Wikis, die Selbsthilfe des CSG e.V. und die Patientenseiten der DMKG.

[4][5]

Die Belastung ist hoch — und sie hängt an den Attacken

Der Cluster-Kopfschmerz trägt den Beinamen „Suizid-Kopfschmerz". Dass der Schmerz selbst zum Suizid führt, ist damit nicht belegt — die Belastung dahinter aber sehr wohl, und sie ist inzwischen genau vermessen.

Die aussagekräftigste Untersuchung dazu stammt aus einem koreanischen Register: 193 Betroffene wurden zwischen September 2016 und August 2018 befragt, 175 von ihnen befanden sich in einer laufenden Clusterperiode. Gefragt wurde getrennt nach der Situation während einer Attacke, nach der attackenfreien Zeit innerhalb der Episode und nach der Zeit zwischen zwei Episoden.[1]

Angabe während der Attacke attackenfrei, in der Episode zwischen den Episoden
Gedanke, nicht mehr leben zu wollen, ohne eigenes Zutun (passiv) 111 von 175 = 64,2 % 7 = 4,0 % 0 = 0 %
Gedanke, selbst etwas zu tun (aktiv) 62 = 35,8 % 6 = 3,5 % 1 = 1,9 %
konkretere Überlegungen 10 = 5,8 % 5 = 2,9 % 1 = 1,9 %
in der Vergangenheit unternommener Versuch 4 = 2,3 % 2 = 1,2 % 0 = 0 %

Was diese Tabelle vor allem zeigt, ist die Spalte rechts. Die Gedanken gehören zur Attacke — sobald sie vorbei ist, fallen die Anteile auf einen kleinen Bruchteil, und zwischen den Episoden sind sie praktisch verschwunden.

In alltägliche Sprache übersetzt: Fast zwei von drei Menschen kennen im Anfall den Gedanken, so nicht weiterleben zu wollen; in der attackenfreien Zeit ist es etwa einer von fünfundzwanzig. Die Gedanken hängen also eng an der Attacke und an einem Schmerz, der in seiner Heftigkeit kaum Vergleiche hat.[1] Harmlos sind sie deshalb nicht, und eine Depression schließen sie nicht aus: Hohe Werte im Fragebogen zur Stimmung gehörten in dieser Untersuchung zu den Gefahrenzeichen (siehe unten).[1] Wer solche Gedanken hat, auch wenn sie nur in den Attacken kommen, sollte mit dem Arzt darüber sprechen. Wer sie auch außerhalb der Attacken hat oder merkt, dass sie drängender werden, sollte nicht abwarten, sondern eine der oben genannten Stellen anrufen.

Die Autoren ziehen daraus einen Schluss, der hier wörtlich stehen soll, weil er die Richtung angibt: „An intensive treatment to reduce cluster headache burden may be helpful to alleviate suicide risk in cluster headache patients." Auf Deutsch: Eine konsequente Behandlung, die die Last der Erkrankung senkt, kann helfen, das Risiko zu verringern. Als Gefahrenzeichen fanden sie eine längere Krankheitsdauer sowie hohe Werte in zwei Fragebögen zur Beeinträchtigung und zur Stimmung.[1]

Warum verschiedene Quellen so verschiedene Zahlen nennen

Wer nachliest, findet Anteile zwischen 8 und 55 Prozent. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage danach, wer befragt wurde. Eine Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von 2025 hat zehn Studien mit zusammen 34.180 Personen zusammengefasst und genau das herausgearbeitet: Über alle Studien gepoolt ergaben sich 8,0 % für Suizidgedanken und 1,2 % für Suizidversuche — in spezialisierten Kopfschmerzambulanzen und in Patientenorganisationen dagegen 44,6 % und 5,1 %.[6]

Der Grund liegt auf der Hand, wenn man ihn ausspricht: In eine Spezialambulanz oder in einen Selbsthilfeverband kommt, wer schwer betroffen ist. Der gepoolte Gesamtwert wird umgekehrt von zwei großen Registerstudien bestimmt, in denen auch leichter Betroffene enthalten sind. Die Arbeit weist selbst eine sehr hohe Streuung zwischen den Studien aus (I² rund 99,7 %) — ein Maß dafür, dass die Einzelergebnisse stark auseinandergehen und ein einzelner Mittelwert die Lage nur unvollständig beschreibt.[6]

Die oft zitierten 55 % gehören in die zweite Gruppe: Sie stammen aus einer Befragung von 1.134 Betroffenen in den USA, zu der sich die Teilnehmenden selbst gemeldet hatten.[7] Für den Hausgebrauch heißt das: Eine Zahl ohne die Angabe, wer befragt wurde, sagt wenig. Wer eine solche Zahl weitergibt, sollte die Herkunft mitnennen.

Depression

Dass eine Depression beim Cluster-Kopfschmerz häufiger vorkommt, ist gut belegt. Eine niederländische Untersuchung verglich 462 genau charakterisierte Betroffene mit 177 Kontrollpersonen. Ergebnis: Die Chance, im Laufe des Lebens eine Depression zu haben, war fast dreimal so hoch (Odds Ratio 2,77; Vertrauensbereich 1,70 bis 4,51).[3]

Zwei Erläuterungen, damit die Zahl nicht mehr sagt, als sie sagt. Erstens ist ein Odds Ratio ein Chancenverhältnis und kein Prozentsatz: „fast dreimal so hoch" heißt, dass die Chance im Vergleich zur Vergleichsgruppe verdreifacht ist — nicht, dass drei von zehn oder drei von hundert betroffen sind. Wie viel Prozent es absolut waren, nennt die Zusammenfassung der Arbeit nicht, und deshalb steht hier auch kein Prozentwert. Zweitens fanden die Autoren beim chronischen Verlauf (67 Personen) häufiger eine Depression und mehr Schlafprobleme als beim episodischen (394 Personen).[3]

Der praktisch wichtigste Satz der Arbeit ist ihr Schlusssatz: Eine aktuelle Depression war bei denen häufig, die gerade aktive Attacken hatten, und das hing zum Teil mit Schlafstörungen durch nächtliche Attacken zusammen. Wer also Attacken und Nachtschlaf in den Griff bekommt, tut damit auch etwas für die Stimmung. „Zum Teil" ist dabei wörtlich zu nehmen — die Schlafstörungen erklären einen Anteil, nicht alles.[3]

Angst und gedrückte Stimmung in der Episode — und danach

Eine koreanische Untersuchung an 222 Betroffenen, gemessen während der aktiven Episode mit zwei gängigen Fragebögen, fand mittelschwere bis schwere Angst bei 38,2 % und eine mittelschwere bis schwere Depressivität bei 34,6 %. In einer nach Alter und Geschlecht zusammengestellten Vergleichsgruppe von 99 Personen waren es 10,1 % und 12,1 %. Bei der Untergruppe, die zusätzlich eine Migräne hatte, lagen die Werte höher (51,6 % und 45,2 %) — diese Angabe gilt nur für diese Teilmenge.[2]

Bei 52 Personen mit episodischem Verlauf wurde zusätzlich in der attackenfreien Zeit gemessen. Dort sanken die durchschnittlichen Punktwerte deutlich: von 6,8 auf 1,6 Punkte beim Angstfragebogen und von 6,1 auf 1,8 Punkte beim Stimmungsfragebogen. Das sind Punktwerte und keine Prozentanteile — sie zeigen, dass sich die Belastung mit dem Ende der Episode weitgehend zurückbildet, und passen damit zum Befund der Tabelle weiter oben.[2]

Arbeit und Alltag

Die seelische Last hat eine handfeste Seite. In derselben koreanischen Registerarbeit wurden 143 Betroffene mit zwei Vergleichsgruppen verglichen — 38 Personen mit Migräne oder Spannungskopfschmerz und 52 Personen ohne Kopfschmerzen. Erwerbstätig waren 67,6 % der Cluster-Betroffenen gegenüber 84,2 % und 96,2 % in den Vergleichsgruppen. Schwierigkeiten bei der Arbeit oder Krankmeldungen berichteten 84,8 % gegenüber 63,9 % und 36,5 %.[8]

In der US-Befragung von 2012 hatten knapp 20 Prozent wegen der Erkrankung eine Arbeitsstelle verloren, weitere 8 Prozent waren arbeitsunfähig oder berentet.[7] Wer die sozialrechtliche Seite davon braucht, findet sie unter Grad der Behinderung (GdB).

Psychotherapie: was belegt ist, was nicht — und was daraus nicht folgt

Hier ist Genauigkeit wichtig, weil ein verkürzter Satz an dieser Stelle Menschen davon abhält, sich Hilfe zu holen.

Eine deutsche Empfehlung von 1998 zählt „jegliche Form der Psychotherapie" unter den unwirksamen Verfahren auf; die Liste steht mit Einordnung im Abschnitt Unwirksame Therapieverfahren. Die europäische Leitlinie von 2023 formuliert ähnlich: „Physiotherapy and similar techniques, as well as different types of psychotherapy, are inefficacious in nearly all patients." Dieser Satz steht dort allerdings ohne Literaturstelle und ohne Evidenzbewertung in der Einleitung des Behandlungsteils.[9]

Was an Behandlungsversuchen tatsächlich vorliegt, ist überschaubar: eine Arbeit von 1982 mit einem Entspannungs- und Biofeedback-Programm, in die elf Personen aufgenommen wurden und die sieben beendeten; bei drei von ihnen besserte sich etwas, und die Autoren schreiben selbst: „In no one was the disorder eliminated."[10] Eine Übersichtsarbeit von 2021 hält fest, dass eine bestimmte Form der Verhaltenstherapie (Akzeptanz- und Commitment-Therapie) „may be particularly valuable" sein könnte, und beschreibt das Fehlen solcher Angebote ausdrücklich als Versorgungslücke.[11] Kontrollierte Studien zu diesem Thema gibt es weltweit nicht.

Und nun der Unterschied, auf den alles ankommt:

  • Nicht belegt ist, dass Psychotherapie die Attacken verhindert oder abschwächt. Niemand sollte deshalb Medikamente absetzen oder eine Vorbeugung aufschieben, weil er auf ein Gesprächsverfahren setzt.
  • Ebenfalls nicht belegt ist, dass Psychotherapie gegen die begleitende Angst, die Schlafprobleme oder die gedrückte Stimmung beim Cluster-Kopfschmerz hilft — dazu fehlen die Studien einfach, was etwas anderes ist als ein Nachweis der Unwirksamkeit.
  • Daraus folgt aber nicht, dass seelische Unterstützung sinnlos wäre. Der Satz von 1998 bewertet ein Verfahren als Attackenbehandlung. Er ist keine Aussage darüber, ob es Ihnen guttut, mit jemandem zu sprechen — und er ist kein Grund, sich keine Hilfe zu holen.

Eine begleitende Depression wird im Übrigen behandelt wie sonst auch. Als Mittel gegen den Cluster-Kopfschmerz selbst kommen Antidepressiva in der europäischen Leitlinie von 2023 nicht vor.[9] Wer eine solche Behandlung beginnt, sollte den Cluster-Kopfschmerz und die Mittel dagegen ausdrücklich ansprechen, damit mögliche Wechselwirkungen bedacht werden; zu Triptanen und Mitteln gegen Depressionen siehe FDA Warnung: Wechselwirkung Triptane und Antidepressiva.

Entspannungsverfahren

Für Entspannungs- und Verhaltensverfahren gibt es beim Cluster-Kopfschmerz — anders als bei Migräne und Spannungskopfschmerz — keinen Nachweis einer Wirkung gegen die Attacken; die europäische Leitlinie von 2023 und die deutsche von 2015 führen sie nicht als Vorbeugung auf.[9] Die ehrliche Einordnung lautet: Sie können beim Schlaf helfen, bei der Angst vor der nächsten Attacke, bei Erschöpfung und bei der Stimmung — neben der medikamentösen Einstellung, nicht an ihrer Stelle. Wer sie in der Erwartung anwendet, damit Attacken zu verhüten, und darum die Vorbeugung vernachlässigt, verschlechtert seine Lage.


Siehe auch:

Externe Links

Literatur

  • Lüking M, Steiger B, Gaul C.: Stellenwert und Möglichkeiten von psychotherapeutischen Interventionen bei Clusterkopfschmerz und orofazialen Schmerzen. (SY39) in Deutscher Schmerzkongresses 2014 (October 2014). "Abstracts des Deutschen Schmerzkongresses 2014". Der Schmerz 28 (S1): 1–111. doi:10.1007/s00482-014-1488-1. 
  • Haag G (June 2014). "Individualmedizinische Relevanz von Kopfschmerzen. [Individual medical relevance of headaches : Comorbidities and quality of life.]". Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 57 (8): 940-945. doi:10.1007/s00103-014-1996-2. PMID 24965549. 
  • Felbinger J, Reinisch VM, Sostak P, Wallasch TM, Diener HC, Straube A.: Angst und Depression bei Kopfschmerzpatienten. Schmerz. Febr 2009; 23(1): 33-39. PMID 18941799 DOI
  • B. Bauer, S. Evers, I. Gralow, I.-W. Husstedt: Psychosoziale Beeinträchtigung durch chronische Kopfschmerzen. Nervenarzt. 1999; 70: 522–529. PMID 10412697. (Zusammenfassung).
  • G. Haag: Migräne und Lebensqualität, Ergebnisse der MELT-Studie. Nervenheilkunde. 2004; 23(5): 297-0. Zusammenfassung (Stand 22.09.2026: nicht mehr erreichbar, Fehlermeldung 404)

  • Smitherman TA, Davis RE, Walters AB, Young J, Houle TT (October 2014). "Anxiety sensitivity and headache: Diagnostic differences, impact, and relations with perceived headache triggers". Cephalalgia. doi:10.1177/0333102414557840. PMID 25352500. 
  • Gonzalez C, Benitez S, Gomez T, Bernal M, Jimenez MD.: Determination of anxiety, mood disorders and disability in cluster and migraine headache. The Journal of Headache and Pain. 2013 1(Suppl 1): P103. https://doi.org/10.1186/1129-2377-1-S1-P103 URL
  • Liang, JF.; Chen, YT.; Fuh, JL.; Li, SY.; Liu, CJ.; Chen, TJ.; Tang, CH.; Wang, SJ. (Dec 2012). "Cluster headache is associated with an increased risk of depression: A nationwide population-based cohort study.". Cephalalgia. doi:10.1177/0333102412469738. PMID 23212294. 
  • Dresler T, Lürding R, Paelcke-Habermann Y, Gaul C, Henkel K, Lindwurm A, Leinisch E, Jürgens T.: P04.8 Neuropsychologische Aspekte bei Clusterkopfschmerz. In: Deutscher Schmerzkongress 2012: Abstracts. Der Schmerz. Volume 26, Supplement 1 (2012), 109. https://doi.org/10.1007/s00482-012-1245-2
  • Dresler, T.; Lürding, R.; Paelecke-Habermann, Y.; Gaul, C.; Henkel, K.; Lindwurm-Späth, A.; Leinisch, E.; Jürgens, TP. (Jun 2012). "Cluster headache and neuropsychological functioning.". Cephalalgia. doi:10.1177/0333102412449931. PMID 22711901. 
  • Robbins, MS.; Bronheim, R.; Lipton, RB.; Grosberg, BM.; Vollbracht, S.; Sheftell, FD.; Buse, DC. (Nov 2011). "Depression and Anxiety in Episodic and Chronic Cluster Headache: A Pilot Study.". Headache. doi:10.1111/j.1526-4610.2011.02024.x. PMID 22077836. 
  • Yamada K, Moriwaki K, Oiso H, Ishigooka J (May 2010). "High prevalence of comorbidity of migraine in outpatients with panic disorder and effectiveness of psychopharmacotherapy for both disorders: A retrospective open label study". Psychiatry Res. doi:10.1016/j.psychres.2009.08.004. PMID 20546930. 
  • Andrée C, Vaillant M, Rott C, Katsarava Z, Sándor PS.: Development of a self-reporting questionnaire, BURMIG, to evaluate the burden of migraine. J Headache Pain. 2008 Oct; 9(5): 309-15. PMID 18712275 DOI.
  • Heath RL, Saliba M, Mahmassani O, Major SC, Khoury BA.: Locus of control moderates the relationship between headache pain and depression. J Headache Pain. 2008 Oct; 9(5):301-8. PMID 18679769 DOI.
  • Abbass A, Lovas D, Purdy A.: Direct diagnosis and management of emotional factors in chronic headache patients. Cephalalgia. 2008 Sep 2. [Epub ahead of print] PMID 18771494 DOI.
  • Jensen RM, Lyngberg A, Jensen RH.: Burden of cluster headache. Cephalalgia. 2007 Jun; 27(6): 535-41. Epub 2007 Apr 25. PMID 17459083.
  • Jelinski SE, Magnusson JE, Becker WJ; CHORD Study Group: Factors associated with depression in patients referred to headache specialists. Neurology. 2007 Feb 13; 68(7): 489-95. PMID 17296914.
  • Schurks M, Kurth T, de Jesus J, Jonjic M, Rosskopf D, Diener HC: Cluster headache: clinical presentation, lifestyle features, and medical treatment. Headache. 2006 Sep; 46(8): 1246-54. PMID 16942468.
  • Kempner J (Oct 2006). "Uncovering the Man in Medicine: Lessons Learned from a Case Study of Cluster Headache". Gender & Society 20 (5): 632–656. doi:10.1177/0891243206290720. 
  • Torelli P, Manzoni GC.: Behavior during cluster headache. Curr Pain Headache Rep. 2005 Apr; 9(2): 113-9. PMID 15745621.
  • Torelli P, Manzoni GC.: Pain and behaviour in cluster headache. A prospective study and review of the literature. Funct Neurol. 2003 Oct-Dec; 18(4): 205-10. PMID 15055745
  • D'Amico D, Rigamonti A, Solari A, et al.: Health-related quality of life in patients with cluster headache during active periods. Cephalalgia. 2002; 22(10): 818-21. PMID 12485209.
  • Tait, RC.: Empathy: Necessary for effective pain management? Curr Pain Headache Rep. 2008 Apr; 12(2): 108-112. DOI.
  • Jorge RE, Leston JE, Arndt S, Robinson RG (August 1999). "Cluster headaches: association with anxiety disorders and memory deficits". Neurology 53 (3): 543–7. PMID 10449118. 
  • Blomkvist, V.; Hannerz, J.; Orth-Gomér, K.; Theorell, T. (1997). "Coping style and social support in women suffering from cluster headache or migraine.". Psychother Psychosom 66 (3): 150-4. doi:10.1159/000289126. PMID 9176909. 


Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Lee MJ, Cho SJ, Park JW, Chu MK u. a.: Increased suicidality in patients with cluster headache. Cephalalgia 2019; 39(10): 1249–1256. PMID 31018651 DOI. Die Zahlen sind der Zusammenfassung der Arbeit entnommen und dort im Wortlaut nachlesbar.
  2. ↑ 2,0 2,1 2,2 Kim BS, Chung PW, Kim BK, Lee MJ, Park JW, Chu MK u. a.: The impact of remission and coexisting migraine on anxiety and depression in cluster headache. The Journal of Headache and Pain 2020; 21(1): 58. PMID 32471362 DOI. Open Access. Erhoben mit den Fragebögen GAD-7 und PHQ-9; „mittelschwer bis schwer" bedeutet dort ein Ergebnis von 10 Punkten an.
  3. ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 Louter MA, Wilbrink LA, Haan J, van Zwet EW, van Oosterhout WP, Zitman FG, Ferrari MD, Terwindt GM: Cluster headache and depression. Neurology 2016; 87(18): 1899–1906. PMID 27694264 DOI
  4. ↑ TelefonSeelsorge Deutschland, Seite am 22.09.2026 gelesen; dort die drei Nummern und die Angaben „kostenlos, anonym" und „Tag und Nacht". TelefonSeelsorge Österreich (Notrufnummer 142) und Die Dargebotene Hand, Schweiz (143), beide am 22.09.2026 gelesen.
  5. ↑ Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Info-Telefon Depression, Startseite und Unterseite am 22.09.2026 gelesen; Nummer 0800 3344533, Sprechzeiten wörtlich wie angegeben.
  6. ↑ 6,0 6,1 Van Obberghen EK, Fabre R, Lantéri-Minet M: Cluster headache suicidality: a systematic review with a meta-analysis. The Journal of Headache and Pain 2025; 26(1): 281. PMID 41345548 DOI. Open Access.
  7. ↑ 7,0 7,1 Rozen TD, Fishman RS: Cluster headache in the United States of America: demographics, clinical characteristics, triggers, suicidality, and personal burden. Headache 2012; 52(1): 99–113. PMID 22077141 DOI. Selbstrekrutierte Online-Befragung, n = 1.134.
  8. ↑ Choi YJ, Kim BK, Chung PW, Lee MJ, Park JW, Chu MK u. a.: Impact of cluster headache on employment status and job burden: a prospective cross-sectional multicenter study. The Journal of Headache and Pain 2018; 19(1): 78. PMID 30178397 DOI. Open Access. Teilstudie des koreanischen Clusterkopfschmerz-Registers, 15 Kopfschmerzzentren, September 2016 bis Februar 2018.
  9. ↑ 9,0 9,1 9,2 May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, Carvalho V, Romoli M, Aleksovska K, Pozo-Rosich P, Jensen RH, European Academy of Neurology Task Force: European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache. European Journal of Neurology 2023; 30(10): 2955–2979. PMID 37515405 DOI
  10. ↑ Blanchard EB, Andrasik F, Jurish SE, Teders SJ: The treatment of cluster headache with relaxation and thermal biofeedback. Biofeedback and Self-Regulation 1982; 7(2): 185–191. PMID 6753952
  11. ↑ Grinberg AS, Best RD, Min KM, Schindler EAD, Koo BB, Sico JJ, Seng EK: Cluster headache: clinical characteristics and opportunities to enhance quality of life. Current Pain and Headache Reports 2021; 25(10): 65. PMID 34668084


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