Bedeutung von Vitamin D3 und Calcium für die menschliche Gesundheit
Diese Seite fasst zuerst zusammen, was Fachstellen heute zu Vitamin D und Calcium empfehlen. Danach folgt ein Beitrag von Frau Dr. med. Anna Dorothea Höck, Ärztin für Innere Medizin und Psychotherapie im Ruhestand, über die Bedeutung von Vitamin D3 und Calcium für die menschliche Gesundheit vom Dezember 2009. Wo ihr Beitrag höhere Mengen oder Blutwerte nennt als die heutigen Empfehlungen, steht dort ein kurzer Vergleich.
Was Fachstellen heute empfehlen
Fachwörter kurz erklärt
- IE und µg: Vitamin D wird in zwei Einheiten angegeben. IE heißt „Internationale Einheiten“, µg heißt „Mikrogramm“ (ein Millionstel Gramm). 1 µg sind 40 IE. Beispiel: 1.000 IE sind 25 µg.
- 25(OH)D: Das ist die Speicherform von Vitamin D im Blut („25-Hydroxy-Vitamin-D“). Diesen Wert misst das Labor, wenn man den Vitamin-D-Spiegel wissen will.
- ng/ml und nmol/l: Zwei Maßeinheiten für denselben Blutwert. 20 ng/ml sind 50 nmol/l.[1]
- Obergrenze: Die Menge, die man auf Dauer jeden Tag nehmen kann, ohne dass Schäden zu erwarten sind (Fachwort: „tolerierbare Höchstmenge“, englisch „UL“).
Das Wichtigste in Kürze
- Wie viel Vitamin D braucht man? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt als Schätzwert 20 µg (800 IE) am Tag für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dieser Wert gilt, wenn der Körper selbst kein Vitamin D bildet, also ohne Sonne auf der Haut.[1] Für die USA und Kanada nannte das Institute of Medicine 2011 für 1- bis 70-Jährige 600 IE und ab 71 Jahren 800 IE am Tag.[2]
- Welcher Blutwert reicht? Laut DGE ist die Versorgung für die Knochen gut ab 50 nmol/l, das sind 20 ng/ml.[1] Auch das Institute of Medicine nennt mindestens 20 ng/ml; höhere Werte gingen dort nicht durchgehend mit mehr Nutzen einher.[2] Der Beitrag von Frau Dr. Höck unten nennt als Ziel 40 bis 80 ng/ml, also das Doppelte bis Vierfache.
- Wie viel ist zu viel? Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2023 die Obergrenze für Erwachsene auf 100 µg (4.000 IE) am Tag festgelegt. Gemeint ist alles zusammen: Essen, angereicherte Lebensmittel und Präparate. Für Kinder von 1 bis 10 Jahren liegt sie bei 50 µg (2.000 IE).[3] In zwei Studien mit Zufallszuteilung fand die EFSA bei 250 µg (10.000 IE) am Tag bereits eine unerwünschte Wirkung: dauerhaft zu viel Calcium im Urin (Fachwort: Hyperkalziurie).[3] Die DGE nennt bei regelmäßig mehr als 100 µg am Tag Nierensteine und Nierenverkalkung als mögliche Folgen. Sie schreibt aber auch, dass höhere Mengen aus medizinischen Gründen ärztlich angezeigt sein können.[1]
- Blutwert bei allen messen? Die DGE rät, den Vitamin-D-Spiegel nur bei begründetem Verdacht auf einen Mangel oder bei Risikopersonen zu bestimmen.[1] Die US-amerikanische Endocrine Society spricht sich in ihrer Leitlinie von 2024 gegen Routinetests aus, wenn es keinen festgelegten Anlass dafür gibt. Sie fand keine klaren Belege für einen bestimmten Zielwert. Gesunden Erwachsenen unter 75 Jahren rät sie ebenfalls davon ab, mehr als die empfohlene Tagesmenge zu nehmen, um Krankheiten vorzubeugen.[4]
- Calcium plus Vitamin D und Nierensteine: In der WHI-Studie bekamen 36.282 Frauen nach den Wechseljahren (50 bis 79 Jahre) jeden Tag 1.000 mg Calcium und 400 IE Vitamin D3 oder ein Scheinmedikament. Nach im Mittel 7 Jahren war das Risiko für Nierensteine in der Calcium-Vitamin-D-Gruppe um etwa ein Sechstel höher (Hazard Ratio 1,17; das heißt: rund 17 % höheres Risiko). Hüftbrüche wurden nicht nachweisbar seltener.[5] Diese Mengen liegen unter den Grenzwerten, die der Beitrag unten nennt.
Und beim Cluster-Kopfschmerz? Vitamin D in hoher Menge ist Teil der Entzündungshemmenden Kur. Die dort genannten 10.000 IE am Tag sind 250 µg – die Menge, bei der die EFSA die unerwünschte Wirkung fand. Eine dazu eingetragene Studie mit Zufallszuteilung wurde abgebrochen, Ergebnisse gibt es nicht. Einzelheiten und Quellen stehen auf der Seite Anti-inflammatory regimen.
Beitrag von Dr. Anna Dorothea Höck (Dezember 2009)
Die folgenden Abschnitte bis zur Literaturliste sind der Beitrag von Frau Dr. Höck. Die eingerückten Absätze „Zum Vergleich“ gehören nicht dazu; sie nennen die heutigen Empfehlungen.
Warum ist eine Vitamin D-Zufuhr wichtig?
Vitamin D ist wichtig für:
- Stütz- und Bindegewebe, Extrazellularsubstanz (u.a. Knochen, Gelenke, Muskeln, Zähne und Zahnhalteapparat) [6,8,29,30,58,60,91,100]
- Aufnahme im Darm und Speicherung von Calcium und Phosphat im Körper [4,9,10,12,23,26,120,122-124]
- Immunsystem (Keimabwehr, Immunregulierung, Bremsung von Auto-Immunvorgängen) [11,14-19,22,25,40,50,52,63,64,66,90,97,127]
- Herz- und Kreislauffunktionen [44,77,78,132]
- Geordnete Aktivität der Gene und Bildung von Genprodukten [14-16,71,84,101,125]
- Signalübertragung in den Zellen und Stoffwechselbeeinflussung [71,84,86,99]
- Hormonelles Gleichgewicht (arbeitet mit anderen Hormonen zusammen) [30,52,53,73,21,37,38,54,62,70,75,85,87,98,104,105,110,115,119]
- Wirkt gegen oxydativen und reduktiven Stress und erhält dadurch die nötige „Redox-Balance“ [36,57,59,61,95,126]
- Psychische Funktionen (Lebenskraft und -freude, Wachheit, Aufmerksamkeit, innere Ruhe, Stressbelastbarkeit, Schlaf) [14,39,50,51]
Warum hat Vitamin D etwas mit der Sonne zu tun?
Unter Sonneneinstrahlung wird es gebildet in [52,96,116]:
- Phyto- und Zoo-Plankton
- Pflanzen als Ergocalciferol (Vitamin D2)
- Tieren und Menschen in den Unterhautfettzellen als Cholecalciferol (Vitamin D3)
Wie kommt es zu einem Vitamin D-Mangel?
Durch die Bedingungen unseres westlichen Lebensstils und durch Ansiedeln von Menschen in Zonen des Erdballs, die weiter vom Äquator weg sind, kommt nicht ausreichend Sonne auf die Haut der Menschen [14,52,82,98,101,116-118].
Begünstigend für einen Vitamin D-Mangel sind insbesondere:
- Bekleidung
- Sonnenschutzgebrauch ab Faktor 8 aufwärts
- lange Arbeitszeiten in Gebäuden
- dunkle Hautfarbe
- Unfähigkeit, ohne fremde Hilfe ins Freie zu gehen
- Durch Enzyminduktion, z.B. Alkoholmissbrauch, bestimmte Medikamente (gegen Epilepsie,Depressionen, Psychosen, Transplantatabstoßung) [30,52,96]
Ist Vitamin D in ausreichender Menge in Nahrung enthalten?
Nein bei westeuropäischer Kost. Die in der Nahrung enthaltenen Mengen sind gering gegen die Menge, die durch ein einziges Sonnenbad erreicht werden kann (ca. 10.000 IE = Internationale Einheiten) [47,52,96,116,117]
Vitamin D als fettlösliche Substanz ist angereichert in:
- fetten Fischen (z.B. Lachs), insbesondere wenn diese wild leben (dann können 100 Gramm bis zu 1000 IE Vitamin D3 enthalten)
- Lebertran (1 Tl ca. 500 IE Vitamin D3)
- Fischölen
- gewissen Pilzen (z.B. in 100 Gramm Shiitake, sonnengetrocknet, können ca. 1600 IE Vitamin D2 enthalten sein)
Wie kann ein Vitamin D-Mangel festgestellt werden?
Nicht sinnvoll ist die Bestimmung des „aktivierten“ 1,25-Dihydroxyvitamin [1,25(OH)2D3], da seine Höhe nichts über den Vorrat an Vitamin D3 aussagt. Dagegen ist der 25-Hydroxyvitamin-D3Blutspiegel [25(OH)D3] ein sehr verlässliches Maß des aktuellen Vitamin D-Status. 25(OH)D3 lässt sich leicht im Blut messen [14,15,50-52,96,116-118]. Es muss aber bedacht werden, dass ein einmalig gemessener Wert, der im erwünschten Bereich liegt, nichts über die ganzjährige Versorgung mit Vitamin D aussagt; es sei denn, es wird konsequent substituiert. Wenn der Spiegel unter 30-40 ng/ml (80-100 nMol/L) liegt, sind für die genannten vielfältigen biologischen Funktionen keine optimalen Voraussetzungen mehr gegeben [14,15,47,50-53,92,96,106,118]. Daher kommt es zu Fehlfunktionen und schließlich zu Multi-Systemerkrankungen [89].
- Zum Vergleich: Die DGE spricht bereits ab 20 ng/ml (50 nmol/l) von einer guten Versorgung für die Knochen und rät, den Wert nur bei begründetem Verdacht oder bei Risikopersonen zu messen.[1] Mehr dazu oben.
Welche Vitamin D-Präparate stehen zur Verfügung?
- Ergocalciferol (Vitamin D2) (wenn der Inhalt als Calciferol deklariert ist, ist Vitamin D2 enthalten)
- Cholecalciferol (Vitamin D3)
- Von schweren Fischölen befreiter Lebertran (Nachteil: niedrige Cholecalciferol-Dosis und zusätzlich ein 10 x höherer Anteil an Vitamin A mit der Gefahr der Vitamin A-Überdosierung)
Warum wird zunehmend die Substitution von Cholecalciferol (Vitamin D3) statt Ergocalciferol (Vitamin D2) favorisiert?
Vitamin D2 wirkt biologisch schwächer als Vitamin D3, geht aber bei der 25(OH)D3-Spiegelbestimmung in die Messung mit ein, so dass die biologische Aktivität schlechter eingeschätzt werden kann [55,116].
Wie können optimale Vitamin D3-Spiegel [25OHD3] von 40-80 ng/ml (100-ca. 200 nMol/L) erreicht werden?
- Zum Vergleich: Die Endocrine Society fand 2024 keine klaren Belege für einen bestimmten Zielwert.[4] Die DGE nennt 20 ng/ml als gute Versorgung für die Knochen.[1] Mehr dazu oben.
Nicht, wenn Sie die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) benannte Dosis von 500 bis 800 IE (12,5 bis 20 mcg) pro Tag einnehmen.
Diese Dosen sind für Erwachsene und selbst für Säuglinge inadäquat niedrig.
Durch neuere Studien und Beobachtungen ist herausgefunden worden, dass erst Dosen ab 2.000 IE (50 mcg) zu einem leistungsstarken Immunsystem verhelfen, das auch gefährliche Keime wie z.B. Influenzaviren abwehren kann [7,14,15,48]. Daher gilt inzwischen im englischsprachigen Raum eine Dosis von 2.000 IE (50 mcg) als die oberste unbedenkliche tägliche Dosis [52]. Es wurde darüber hinaus auch festgestellt, dass viele Menschen selbst unter dieser Dosis noch keine wünschenswerten 25(OH)D3-Spiegel über 40 ng/ml (ca. 100 nMol/L) erreichen. In diesen Fällen kann mit Hilfe der Spiegelmessungen der individuelle Bedarf ermittelt werden [50,51,117].
- Zum Vergleich: Die EFSA hat 2023 für Erwachsene eine Obergrenze von 100 µg (4.000 IE) am Tag festgelegt, gezählt aus allen Quellen zusammen.[3]
Praktisch bedeutet das: Die in Drogeriemärkten und Apotheken freiverkäuflichen Vitamin-D Präparate decken nicht Ihren wahren Bedarf an Vitamin D. Ihr wahrer Bedarf wird besser gedeckt mittels im Ausland freiverkäuflichen und über Versand erhältlichen höheren Dosierungen von Vitamin D-Präparaten.
Da jedoch der pharmazeutische Hersteller beim Verkauf die Grenzwerte der WHO als angeblichen Tagesbedarf zugrunde legen muss, wird die Dosis von 2.000 IE (50 mcg) in einer Tablette als 500% des Tagesbedarfs deklariert, was bedauerlicherweise medizinische Laien, sehr zu Unrecht, verwirren und irritieren kann.
Die klinische Erfahrung zeigt, dass zu therapeutischen Zwecken, wenn z.B. zur Immunstärkung verabreicht, oft tägliche Dosen von 5.000 bis 10.000 IE (125 bis 250 mcg) nötig sind, um den 25(OH)D3-Spiegel auf mindestens 40 ng/ml (100 nMol/L) zu heben [50-52,117,118].
- Zum Vergleich: 5.000 bis 10.000 IE sind 125 bis 250 µg am Tag. Das liegt über der EFSA-Obergrenze von 100 µg. Bei 250 µg am Tag fand die EFSA in zwei Studien bereits zu viel Calcium im Urin.[3] Die DGE schreibt, dass höhere Mengen aus medizinischen Gründen ärztlich angezeigt sein können.[1]
Warum ist eine kombinierte Einnahme von Vitamin D3 und Calcium wichtig?
Bei einem Mangel an Vitamin D kommt es unausweichlich im Laufe der Zeit auch zu einem Mangel an Calcium. Wenn der Vitamin D3-Spiegel [25(OH)D3] unter 40 ng/ml (100 nMol/L) sinkt, ist keine ausreichende Calciumaufnahme im Darm mehr gewährleistet [4,26,42,45,46,93,120]. Wenn im Körper der Vorrat an Calcium sinkt, hat das nicht nur für die Knochen schwerwiegende Konsequenzen, da sie dann entkalken [45,80], sondern biologische Strukturen, wie Proteine oder nicht knöchernes Stützgewebe entkalken ebenso [2,33,67]. Calcium dient als Puffer gegen Protonen, wirkt so der chronischen Übersäuerung entgegen.
Calcium verhilft Proteinen auch zur Ausbildung ihrer Sekundärstruktur [67]. Die im Status des Vitamin D-Mangels unzureichende Calciumbindung führt zu Änderungen der Form und Funktion von Proteinen, die sich klinisch erst als Funktionsstörungen, später als nachweisbare Krankheit manifestieren und sogar zu einer Vitamin D-Resistenz führen können [2,33,44,47,50-52].
Darüber hinaus wird die Funktion von Genen und Zellen in vielfältiger Weise durch einen Mangel an Calcium in gleichem Maße verändert wie bei einem Mangel an Vitamin D [2,20,24,28,33,65,76,102,124,128,130].
Somit kann ein Mangel an Vitamin D und Calcium aus biochemischer, molekularbiologischer und klinischer Sicht nicht voneinander getrennt betrachtet werden. Als Langzeitfolge entstehen bei beiden Mängeln die gleichen klinischen Manifestationen [11,13-15,34,35,47,50,52,54,62,69,77,79,80,81,83,107,109,119,123,128,129,130].
Wie lässt sich ein Mangel an Calcium beweisen?
Schlecht, da das Calcium im Blut mittels Herauslösen von Calcium aus dem Knochen sehr lange im Normbereich gehalten wird. Ein sicheres Zeichen eines Calcium-Mangels ist jedoch eine Erhöhung des Parathormons (Nebenschilddrüsenhormon), obwohl diese Erhöhung, bedingt durch andere Faktoren, auch ausbleiben kann [12,20,33,43,46,80,92,93,128,129].
Wieviel Calcium soll eingenommen werden?
Unsere westeuropäische Kost ist arm an Calcium. Oft werden nur 300 mg elementaren Calciums pro Tag aufgenommen, obwohl der Tagesbedarf des Gesunden mit mindestens 1.000 mg angegeben wird [1,42-46,68,93,120-124]. Kinder im Wachstum, alte und kranke Menschen brauchen höhere Dosen. Die Tageshöchstdosis wird mit 2.400 mg elementarem Calcium angegeben [42-46,121,122]. Calcium ist wegen der maximal nur erreichbaren Aufnahme des Darmes von 600 mg pro Mahlzeit auf 2 bis 6-fache Einzeldosen zu verteilen [68].
Wie lange sollte Vitamin D3 und Calcium eingenommen werden?
Angepasst an Gesundheitszustand, Klima und Lebensstil mindestens Substitution an sonnenfreien Tagen. Auf begleitende ausreichende diätetische Zufuhr von Calcium oder Substitution von Calcium sollte geachtet werden.
Für bereits chronisch Erkrankte empfiehlt sich die lebenslange Dauerbehandlung in Kombination mit Calcium. Die Dauereinnahme verhilft zu einem allgemein besseren Gesundheitszustand mit gesteigertem Wohlbefinden, fehlender Infektanfälligkeit und Ausbleiben von Erschöpfungszuständen [14,39,50-52,66,127]. Langfristiges Ziel einer solchen lebenslangen Substitution ist neben der positiven Beeinflussung des Verlaufs jeder chronischen Erkrankung insbesondere auch die Vermeidung der Altersosteoporose mit deutlicher Krümmung des Rückens und allgemeiner Muskelschwäche [8,23,26,27,29,43,44,58,80,82,100].
- Zum Vergleich: Für den Cluster-Kopfschmerz ist eine Wirkung von Vitamin D nicht belegt. Eine dazu im Studienregister eingetragene Studie mit Zufallszuteilung wurde abgebrochen, weil zu wenige Teilnehmende die Bedingungen für die Zuteilung erfüllten; Ergebnisse sind dort nicht eingetragen.[6] Mehr dazu auf der Seite Anti-inflammatory regimen.
Drohen Nierensteine oder Verkalkungen unter Gabe von Vitamin D3 und Calcium?
Sofern die angegebenen Grenzwerte berücksichtigt werden, NEIN. [32,92,94,106]
- Zum Vergleich: In der WHI-Studie mit 36.282 Frauen stieg mit 1.000 mg Calcium plus 400 IE Vitamin D am Tag das Risiko für Nierensteine um etwa ein Sechstel (Hazard Ratio 1,17), obwohl diese Mengen unter den hier genannten Grenzwerten lagen.[5] Die DGE nennt Nierensteine und Nierenverkalkung als mögliche Folge von regelmäßig mehr als 100 µg Vitamin D am Tag.[1]
Im Gegenteil zeigt die klinische Erfahrung, dass Menschen, die z.B. zu Nierensteinen neigen, unter Vitamin D3-Gabe sogar weniger Steinabgang aufweisen als ohne Calcium und Phosphat. Das liegt daran, dass Vitamin D3 den biologisch sinnvollen Einbau (d.h. chemische Bindung) von Calcium und Phosphat bewirkt und andererseits Calcium die Vitamin D-Resistenz bessert bzw. verhindert. Aus Sicherheitsgründen sollte aber bei einer Neigung zu Nierensteinen nach Möglichkeit mit Calciumcitrat substituiert werden.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin D-Mangel?
- Menschen, die polwärts jenseits des 40., insbesondere aber jenseits des 46. Breitengrades liegen Neapel liegt nördlich des 40., der Comer See im Bereich des 46., München ca. auf dem 48., Berlin ca. auf dem 52. Breitengrad
- Städter generell im Bereich aller Breitengrade wegen Luftverschmutzung
- Sonnencremebenutzer (ab Lichtschutzfaktor 8 aufwärts)
- Nicht im Freien Arbeitende
- Menschen mit langen Arbeitszeiten im Innenbereich
- Alle, die sich nicht mit eigener Kraft ins Freie bewegen können
- Menschen mit dunkler Hautfarbe
- Menschen mit Altershaut und Frühgeborene wegen geringerem subkutanen Fettgewebe
- Menschen in Haft
- Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen (gegen Epilepsie, Depressionen, Psychosen,Transplantatabstoßung)
- Menschen, die viel Alkohol zu sich nehmen
[14,15,30,46,50,52,82,91,98,116,117]
Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Calcium und eine dadurch entstehende Vitamin D-Resistenz?
- Menschen mit Darmerkrankungen und/oder Durchfällen
- Menschen mit Milchunverträglichkeit oder Abneigung gegen Milch und Milchprodukte
- Menschen, die viel Alkohol zu sich nehmen
- Drogenabhängige
- Hungernde und arme Menschen
- Menschen, die körperliche Extremleistungen vollbringen (Schweiß enthält viel Calcium, z.B. beiSportlern oder Hochofenarbeitern)
- Werdende und stillende Mütter
[1,23,42-47,56,58,72]
Welche Erkrankungen werden inzwischen mit einem chronischen Mangel an Vitamin D3 und Calcium in Zusammenhang gebracht?
- Rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew [14,25,44,52,64,71,83,96]
- Morbus Crohn und Colitis ulcerosa [14,25,44,52,64,71,83,96]
- Multiple Sklerose [14,25,44,52,64,71,83,96]
- chronische Infekte (obere Luftwege, Harnwege und Unterleib) [15,52,66,97,127]
- prämenstruelles Syndrom, Eklampsie, polycystisches Ovar, Endometriose [88,111-113]
- Parodontitis, Zahnausfall, Karies [6,60]
- Rachitis, Osteoporose, Osteochondritis [10,29,52,80,91,100]
- Diabetes mellitus Typ 1 und 2 [53,73,74,103]
- Kardiovaskuläre Erkrankungen, Herzschwäche, Bluthochdruck, Übergewicht [44,69,77,79,81,107,108,130,131]
- Sklerodermie und Psoriasis [12,14,44,52,71]
- Darmkrebs und -adenome, Brustkrebs, Prostatakrebs und -hypertrophie [3,21,35,37,38,62,70,75,85,87,98,105,110,115,119]
- Fibromyalgie (Erwachsenenrachitis?) [38,50,52]
- Depressionen und chronische Schlafstörungen [39,50,52]
- chronisches Müdigkeitssyndrom [39,50,52]
- Altersschwäche [39,50]
- Epilepsie [12,14,44,52,71,83]
Zusätzliche eigene Beobachtungen (Verdacht!):
- restless legs?
Begründung: Ein Mangel an Calcium beeinflusst die Erregbarkeit der Nerven im Sinne von Übererregbarkeit.
- multiple Chemikalienüberempfindlichkeit (MCS)?
Begründung: Bereits in frühen Stadien eines Vitamin D-Mangels ist eine deutliche Störung der Entgiftung zu beobachten. Allergien wurden früher (zu Recht?) mit einem Mangel an Calcium in Zusammenhang gebracht.
Wie lässt sich anhand des Beschwerdebildes bereits ein Mangel an Vitamin D3 und Calcium vermuten?
Es gibt viele Beschwerden, die auf einen Mangel an Calcium und Vitamin D hinweisen [14,15,39,50-52, 96,114,127]. Von Stadium zu Stadium gesellen sich immer mehr Beschwerden hinzu. In weit fortgeschrittenen Fällen muss mit weiteren Mängeln gerechnet werden [50,51,89]:
- Anfangsstadium (bei Erkennen und Behandeln voll reversibel)
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Nervosität und Konzentrationsstörungen
- Nicht erholsamer Schlaf
- Heißhunger auf Süßigkeiten
- Allgemeines Unwohlsein
- Antriebsstörungen
- Lustlosigkeit
- Freudlosigkeit
- Mittleres Stadium (in aller Regel auch noch reversibel)
- Häufige Infekte (obere und untere Luftwege, Harnwege und Unterleib)
- Allergien, erste Unverträglichkeitsreaktionen (Pseudo-Allergien)
- Funktionelle Beschwerden im Bereich aller Organe (bei Untersuchungen Normalbefunde)
- Schmerzen im Bewegungsapparat (noch wechselnde Orte und nicht beständig)
- Deutlichere Schlafstörungen
- Trockenheit von Haut und Schleimhäuten
- Chronisch gewordenes Stadium (Linderung durch Behandlung möglich, völlige Heilung fraglich)
- Schwere Abgeschlagenheit und Schwäche mit eindeutigen Funktionsausfällen (Beruf, Alltagstätigkeiten, soziale Kontakte)
- Schwere Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel und Stoffe des Alltagslebens
- Veränderung der Primärpersönlichkeit
- Chronische und über den ganzen Körper verteilte Schmerzen von „neuropathischem“ Charakter
- Hinzutreten chronischer schwerer Erkrankungen wie u.a. rheumatische, autoimmune oder entzündlich degenerative Erkrankungen, Krebs
- Hinzutreten von sekundären Mangelerscheinungen durch oxydativen und reduktiven Stress
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Copyright © Dr. med. Anna Dorothea Höck 2009-2014 mit freundlicher Genehmigung.
Interessenkonflikte: Keine.
Köln, 28.12.2009
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D. Letzte Änderung 30.09.2025, gelesen am 23.09.2026. Im Wortlaut u. a.: „Von einer guten Vitamin-D-Versorgung in Bezug auf die Knochengesundheit spricht man, wenn die Blutkonzentration dieses Markers mindestens 50 Nanomol pro Liter Serum beträgt. Dies entspricht 20 Nanogramm pro Milliliter.“ – „Bei einer regelmäßigen täglichen Zufuhr von über 100 Mikrogramm Vitamin D […] können unerwünschte Wirkungen wie Bildung von Nierensteinen oder Nierenverkalkung auftreten. Aus medizinischen Gründen können jedoch höhere Vitamin-D-Zufuhrmengen ärztlich angezeigt sein.“
- ↑ 2,0 2,1 Ross AC, Manson JE, Abrams SA u. a. (2011). "The 2011 report on dietary reference intakes for calcium and vitamin D from the Institute of Medicine: what clinicians need to know". J Clin Endocrinol Metab 96 (1): 53–58. doi:. PMID 21118827. Frei lesbar (PMC3046611). Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.
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Siehe auch
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