Warfarin: Unterschied zwischen den Versionen
Cezary (Diskussion | Beiträge) Links auf heute gekaperte, verkaufte oder fachfremde Adressen entfernt (im Browser geprüft 23.09.2026): headachetest.com |
Cezary (Diskussion | Beiträge) Stand-Vermerke eingearbeitet (alte Stände nicht kommentieren; früherer Wortlaut in der Versionsgeschichte). Vermerk gestrichen, Überschrift ohne „(Stand 2026)“. |
||
| Zeile 38: | Zeile 38: | ||
Für die vorbeugende Behandlung von Cluster-Kopfschmerz mit Warfarin gibt es keine [http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelzulassung Zulassung] durch die [http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelbehörde Arzneimittelbehörden] und bisher auch keine Empfehlung in den [http://de.wikipedia.org/wiki/Medizinische_Leitlinie Leitlinien] der Fachgesellschaften. In der Leitlinie der ''Deutschen Gesellschaft für Neurologie'' 2015 wird die Studie von Hakim zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz mit Warfarin erwähnt, aus der Expertenrunde bestehen aber keine klinischen Erfahrungen.<ref name="DG">Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020. - [http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-036.html Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften]</ref> | Für die vorbeugende Behandlung von Cluster-Kopfschmerz mit Warfarin gibt es keine [http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelzulassung Zulassung] durch die [http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelbehörde Arzneimittelbehörden] und bisher auch keine Empfehlung in den [http://de.wikipedia.org/wiki/Medizinische_Leitlinie Leitlinien] der Fachgesellschaften. In der Leitlinie der ''Deutschen Gesellschaft für Neurologie'' 2015 wird die Studie von Hakim zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz mit Warfarin erwähnt, aus der Expertenrunde bestehen aber keine klinischen Erfahrungen.<ref name="DG">Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020. - [http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-036.html Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften]</ref> | ||
== Wechselwirkungen mit Cluster-Mitteln | == Wechselwirkungen mit Cluster-Mitteln == | ||
'' | ''Warfarin ist ein Blutverdünner vom Cumarin-Typ. Eine Fachinformation für Warfarin fand sich bei einer Suche auf fachinfo.de am 23.09.2026 nicht; die folgenden Angaben stammen aus den Fachinformationen der Cluster-Mittel.'' | ||
* '''Kortison''' ([[Corticosteroide]]): Die Wirkung von Blutverdünnern vom Cumarin-Typ kann schwächer oder stärker werden.<ref name="PREDJEN">[https://www.fachinfo.de/fi/pdf/011245/prednisolon-jenapharm-r Fachinformation Prednisolon JENAPHARM Tabletten (Prednisolon)], Stand der Information Oktober 2025, am 23.09.2026 gelesen. Abschnitt 4.1 (Anwendungsgebiete) nennt den Cluster-Kopfschmerz nicht. 4.5 im Wortlaut u. a.: „Antidiabetika: Die blutzuckersenkende Wirkung wird vermindert.“; „Cumarin-Derivate (orale Antikoagulanzien): Die Antikoagulanzienwirkung kann abgeschwächt oder verstärkt werden.“; „Nicht-steroidale Antiphlogistika/Antirheumatika (NSAR), Salicylate und Indometacin: Die Gefahr von Magen-Darm-Ulzeration und -Blutungen wird erhöht.“; „Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Nebenwirkungen der Corticosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische Corticosteroidnebenwirkungen überwacht werden.“; „CYP3A4 hemmende Substanzen (z. B. Ketoconazol, Itraconazol) können die Corticoidwirkung verstärken.“; „CYP3A4 aktivierende Substanzen wie Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate und Primidon können die Corticoidwirkung abschwächen.“; Antazida: „Bei gleichzeitiger Einnahme von Magnesium- oder Aluminiumhydroxid verminderte Resorption von Prednisolon möglich. Die Einnahme der beiden Arzneimittel sollte daher in einem zeitlichen Abstand erfolgen (2 Stunden).“; „Fluorchinolone können das Risiko für Sehnenbeschwerden erhöhen.“; Östrogene (z. B. Ovulationshemmer): „Die Halbwertszeit von Glucocorticoiden kann verlängert sein. Deshalb kann die Corticoidwirkung verstärkt werden.“; Herzglykoside: „Die Glykosidwirkung kann durch Kaliummangel verstärkt werden.“; Saluretika/Laxanzien: „Die Kaliumausscheidung wird verstärkt.“; Ciclosporin: „Die Blutspiegel von Ciclosporin werden erhöht. Es besteht eine erhöhte Gefahr zerebraler Krampfanfälle.“; ACE-Hemmstoffe: „Erhöhtes Risiko des Auftretens von Blutbildveränderungen.“; Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin: erhöhtes Risiko von Myopathien und Kardiomyopathien; „Hautreaktionen auf Allergietests können unterdrückt werden.“ 4.4: strenge Indikationsstellung u. a. „ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen“; „Während der Anwendung von Prednisolon JENAPHARM ist bei Diabetikern ein eventuell erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen.“; bei psychiatrischen Erkrankungen, auch früheren: „neurologische oder psychiatrische Überwachung wird empfohlen“; „Das Risiko von Sehnenbeschwerden, Tendinitis und von Sehnenrupturen ist erhöht, wenn Fluorchinolone und Glucocorticoide zusammen verabreicht werden.“; bei Sehstörungen Überweisung an einen Augenarzt erwägen. 4.8: Nebenwirkungen, „die sehr stark von Dosis und Therapiedauer abhängig sind und deren Häufigkeit daher hier nicht angegeben werden kann“, u. a. Maskierung und Begünstigung von Infektionen, Natriumretention mit Ödembildung, vermehrte Kaliumausscheidung, Gewichtszunahme, verminderte Glucosetoleranz, Diabetes mellitus, Appetitsteigerung, „Depressionen, Gereiztheit, Euphorie, Antriebssteigerung, Psychosen, Manie, Halluzinationen, Affektlabilität, Angstgefühle, Schlafstörungen, Suizidalität“, Katarakt, Glaukom, verschwommenes Sehen, Hypertonie, „Magen-Darm-Ulcera, gastrointestinale Blutungen, Pankreatitis“, Steroidakne, „Osteoporose (dosisabhängig, auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich), aseptische Knochennekrosen“, Sehnenbeschwerden bis zu Sehnenrupturen, verzögerte Wundheilung. 5.1: „In höheren als den zur Substitution erforderlichen Dosen wirkt Prednisolon rasch antiphlogistisch (antiexsudativ und antiproliferativ) und verzögert immunsuppressiv.“</ref> | * '''Kortison''' ([[Corticosteroide]]): Die Wirkung von Blutverdünnern vom Cumarin-Typ kann schwächer oder stärker werden.<ref name="PREDJEN">[https://www.fachinfo.de/fi/pdf/011245/prednisolon-jenapharm-r Fachinformation Prednisolon JENAPHARM Tabletten (Prednisolon)], Stand der Information Oktober 2025, am 23.09.2026 gelesen. Abschnitt 4.1 (Anwendungsgebiete) nennt den Cluster-Kopfschmerz nicht. 4.5 im Wortlaut u. a.: „Antidiabetika: Die blutzuckersenkende Wirkung wird vermindert.“; „Cumarin-Derivate (orale Antikoagulanzien): Die Antikoagulanzienwirkung kann abgeschwächt oder verstärkt werden.“; „Nicht-steroidale Antiphlogistika/Antirheumatika (NSAR), Salicylate und Indometacin: Die Gefahr von Magen-Darm-Ulzeration und -Blutungen wird erhöht.“; „Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Nebenwirkungen der Corticosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische Corticosteroidnebenwirkungen überwacht werden.“; „CYP3A4 hemmende Substanzen (z. B. Ketoconazol, Itraconazol) können die Corticoidwirkung verstärken.“; „CYP3A4 aktivierende Substanzen wie Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate und Primidon können die Corticoidwirkung abschwächen.“; Antazida: „Bei gleichzeitiger Einnahme von Magnesium- oder Aluminiumhydroxid verminderte Resorption von Prednisolon möglich. Die Einnahme der beiden Arzneimittel sollte daher in einem zeitlichen Abstand erfolgen (2 Stunden).“; „Fluorchinolone können das Risiko für Sehnenbeschwerden erhöhen.“; Östrogene (z. B. Ovulationshemmer): „Die Halbwertszeit von Glucocorticoiden kann verlängert sein. Deshalb kann die Corticoidwirkung verstärkt werden.“; Herzglykoside: „Die Glykosidwirkung kann durch Kaliummangel verstärkt werden.“; Saluretika/Laxanzien: „Die Kaliumausscheidung wird verstärkt.“; Ciclosporin: „Die Blutspiegel von Ciclosporin werden erhöht. Es besteht eine erhöhte Gefahr zerebraler Krampfanfälle.“; ACE-Hemmstoffe: „Erhöhtes Risiko des Auftretens von Blutbildveränderungen.“; Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin: erhöhtes Risiko von Myopathien und Kardiomyopathien; „Hautreaktionen auf Allergietests können unterdrückt werden.“ 4.4: strenge Indikationsstellung u. a. „ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen“; „Während der Anwendung von Prednisolon JENAPHARM ist bei Diabetikern ein eventuell erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen.“; bei psychiatrischen Erkrankungen, auch früheren: „neurologische oder psychiatrische Überwachung wird empfohlen“; „Das Risiko von Sehnenbeschwerden, Tendinitis und von Sehnenrupturen ist erhöht, wenn Fluorchinolone und Glucocorticoide zusammen verabreicht werden.“; bei Sehstörungen Überweisung an einen Augenarzt erwägen. 4.8: Nebenwirkungen, „die sehr stark von Dosis und Therapiedauer abhängig sind und deren Häufigkeit daher hier nicht angegeben werden kann“, u. a. Maskierung und Begünstigung von Infektionen, Natriumretention mit Ödembildung, vermehrte Kaliumausscheidung, Gewichtszunahme, verminderte Glucosetoleranz, Diabetes mellitus, Appetitsteigerung, „Depressionen, Gereiztheit, Euphorie, Antriebssteigerung, Psychosen, Manie, Halluzinationen, Affektlabilität, Angstgefühle, Schlafstörungen, Suizidalität“, Katarakt, Glaukom, verschwommenes Sehen, Hypertonie, „Magen-Darm-Ulcera, gastrointestinale Blutungen, Pankreatitis“, Steroidakne, „Osteoporose (dosisabhängig, auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich), aseptische Knochennekrosen“, Sehnenbeschwerden bis zu Sehnenrupturen, verzögerte Wundheilung. 5.1: „In höheren als den zur Substitution erforderlichen Dosen wirkt Prednisolon rasch antiphlogistisch (antiexsudativ und antiproliferativ) und verzögert immunsuppressiv.“</ref> | ||
* '''[[Topiramat]]:''' Der Gerinnungswert INR (er zeigt, wie langsam das Blut gerinnt) kann sinken, Warfarin also schwächer wirken; die INR soll sorgfältig überwacht werden.<ref name="TOPFI">[https://www.fachinfo.de/fi/pdf/014374 Fachinformation Topamax 25 mg/50 mg/100 mg/200 mg Filmtabletten (Topiramat)], Stand der Information Dezember 2023, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: „Topiramat ist indiziert bei Erwachsenen zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen nach sorgfältiger Abwägung möglicher alternativer Behandlungsmethoden.“ (daneben Epilepsie; den Cluster-Kopfschmerz nennt 4.1 nicht). 4.2, Migräne: „Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen beträgt 100 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von 25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen, erhöht werden.“; bis 200 mg/Tag möglich, „dennoch wird wegen einer erhöhten Inzidenz an Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten“; Antiepileptika einschließlich Topiramat „sollten … schrittweise abgesetzt werden“. 4.3, Vorbeugung von Migräne: Gegenanzeige „während der Schwangerschaft“ und „bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden“. 4.4: „Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr wichtig. Die Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren“; Schwangerschaftsverhütungsprogramm mit Schwangerschaftstest vor Beginn; Oligohidrose (vermindertes Schwitzen); „Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde während der Topiramat-Behandlung beobachtet.“; suizidbezogene Ereignisse in doppelblinden Studien bei 0,5 % (46 von 8 652) unter Topiramat gegenüber 0,2 % (8 von 4 045) unter Placebo, Patienten sollten „medizinische Hilfe einholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten“; schwerwiegende Hautreaktionen (SJS, TEN); akute Myopie mit sekundärem Engwinkelglaukom, Symptome „das akute Auftreten einer verminderten Sehschärfe und/oder Augenschmerzen“, üblicherweise im ersten Monat; Gesichtsfeld-Ausfälle; metabolische Azidose, die „auf der inhibitorischen Wirkung von Topiramat auf die renale Carboanhydrase“ beruht; Beeinträchtigung der kognitiven Funktion, die „eine Reduktion der Dosierung oder eine Beendigung der Behandlung erforderte“; Hyperammonämie, häufiger zusammen mit Valproinsäure; Gewichtsverlust. 4.5: Lithium: bei Gesunden „eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition (18 % der AUC)“ unter 200 mg/Tag, bei bipolaren Störungen „ein Anstieg in der systemischen Exposition (26 % der AUC) nach Topiramat Dosen bis zu 600 mg/Tag“; „Die Lithiumspiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe mit Topiramat überwacht werden.“; „Es wird empfohlen, dass Topamax nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.“; Johanniskraut: „Gefahr von reduzierten Plasmaspiegeln und folglich einer verringerten Wirksamkeit“; hormonelle Kontrazeptiva: „Möglichkeit einer verminderten kontrazeptiven Wirksamkeit und verstärkter Durchbruchblutungen“, Frauen „sollten darauf hingewiesen werden, zusätzlich auch eine Barrieremethode anzuwenden“; „Phenytoin und Carbamazepin reduzieren die Plasmakonzentration von Topiramat.“; Hydrochlorothiazid: Topiramat Cmax +27 %, AUC +29 %, „kann eine Anpassung der Topiramat-Dosis erfordern“, stärkerer Abfall des Serumkaliums in Kombination; Metformin und Glibenclamid: „besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung“ der Diabeteseinstellung; Warfarin: verkürzte PT/INR, „die INR sorgfältig überwacht werden“; Valproinsäure: Hyperammonämie mit oder ohne Enzephalopathie sowie Hypothermie; Arzneimittel, die Nierensteine begünstigen, „sollten … vermieden werden“; „Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19“ (z. B. Diazepam, Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol); Tabelle 2: Sumatriptan (oral und subkutan) Konzentration unverändert, Topiramat-Konzentration nicht untersucht; ebenso keine Änderung bei Dihydroergotamin, Pizotifen und Venlafaxin. 4.8, häufigste Nebenwirkungen (Inzidenz über 5 % und höher als unter Placebo in mindestens einer Indikation): „Anorexie, verminderter Appetit, Bradyphrenie, Depression, Beeinträchtigung des sprachlichen Ausdrucksvermögens, Insomnie, anomale Koordination, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie, Hypästhesie, Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus, Parästhesie, Somnolenz, Tremor, Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhö, Übelkeit, Fatigue, Reizbarkeit und Gewichtsabnahme“. 5.1: „Der genaue Mechanismus, durch den Topiramat seine antiepileptischen und Migräne prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist unbekannt.“; an kultivierten Nervenzellen Blockade des Natriumkanals, Verstärkung der GABA-Wirkung an GABA-A-Rezeptoren, Hemmung des Kainat/AMPA-Subtyps des Glutamatrezeptors, schwache Hemmung einiger Isoenzyme der Carboanhydrase.</ref> | * '''[[Topiramat]]:''' Der Gerinnungswert INR (er zeigt, wie langsam das Blut gerinnt) kann sinken, Warfarin also schwächer wirken; die INR soll sorgfältig überwacht werden.<ref name="TOPFI">[https://www.fachinfo.de/fi/pdf/014374 Fachinformation Topamax 25 mg/50 mg/100 mg/200 mg Filmtabletten (Topiramat)], Stand der Information Dezember 2023, am 23.09.2026 gelesen. 4.1: „Topiramat ist indiziert bei Erwachsenen zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen nach sorgfältiger Abwägung möglicher alternativer Behandlungsmethoden.“ (daneben Epilepsie; den Cluster-Kopfschmerz nennt 4.1 nicht). 4.2, Migräne: „Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen beträgt 100 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von 25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen, erhöht werden.“; bis 200 mg/Tag möglich, „dennoch wird wegen einer erhöhten Inzidenz an Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten“; Antiepileptika einschließlich Topiramat „sollten … schrittweise abgesetzt werden“. 4.3, Vorbeugung von Migräne: Gegenanzeige „während der Schwangerschaft“ und „bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden“. 4.4: „Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr wichtig. Die Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren“; Schwangerschaftsverhütungsprogramm mit Schwangerschaftstest vor Beginn; Oligohidrose (vermindertes Schwitzen); „Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde während der Topiramat-Behandlung beobachtet.“; suizidbezogene Ereignisse in doppelblinden Studien bei 0,5 % (46 von 8 652) unter Topiramat gegenüber 0,2 % (8 von 4 045) unter Placebo, Patienten sollten „medizinische Hilfe einholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten“; schwerwiegende Hautreaktionen (SJS, TEN); akute Myopie mit sekundärem Engwinkelglaukom, Symptome „das akute Auftreten einer verminderten Sehschärfe und/oder Augenschmerzen“, üblicherweise im ersten Monat; Gesichtsfeld-Ausfälle; metabolische Azidose, die „auf der inhibitorischen Wirkung von Topiramat auf die renale Carboanhydrase“ beruht; Beeinträchtigung der kognitiven Funktion, die „eine Reduktion der Dosierung oder eine Beendigung der Behandlung erforderte“; Hyperammonämie, häufiger zusammen mit Valproinsäure; Gewichtsverlust. 4.5: Lithium: bei Gesunden „eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition (18 % der AUC)“ unter 200 mg/Tag, bei bipolaren Störungen „ein Anstieg in der systemischen Exposition (26 % der AUC) nach Topiramat Dosen bis zu 600 mg/Tag“; „Die Lithiumspiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe mit Topiramat überwacht werden.“; „Es wird empfohlen, dass Topamax nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen ZNS dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.“; Johanniskraut: „Gefahr von reduzierten Plasmaspiegeln und folglich einer verringerten Wirksamkeit“; hormonelle Kontrazeptiva: „Möglichkeit einer verminderten kontrazeptiven Wirksamkeit und verstärkter Durchbruchblutungen“, Frauen „sollten darauf hingewiesen werden, zusätzlich auch eine Barrieremethode anzuwenden“; „Phenytoin und Carbamazepin reduzieren die Plasmakonzentration von Topiramat.“; Hydrochlorothiazid: Topiramat Cmax +27 %, AUC +29 %, „kann eine Anpassung der Topiramat-Dosis erfordern“, stärkerer Abfall des Serumkaliums in Kombination; Metformin und Glibenclamid: „besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung“ der Diabeteseinstellung; Warfarin: verkürzte PT/INR, „die INR sorgfältig überwacht werden“; Valproinsäure: Hyperammonämie mit oder ohne Enzephalopathie sowie Hypothermie; Arzneimittel, die Nierensteine begünstigen, „sollten … vermieden werden“; „Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19“ (z. B. Diazepam, Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol); Tabelle 2: Sumatriptan (oral und subkutan) Konzentration unverändert, Topiramat-Konzentration nicht untersucht; ebenso keine Änderung bei Dihydroergotamin, Pizotifen und Venlafaxin. 4.8, häufigste Nebenwirkungen (Inzidenz über 5 % und höher als unter Placebo in mindestens einer Indikation): „Anorexie, verminderter Appetit, Bradyphrenie, Depression, Beeinträchtigung des sprachlichen Ausdrucksvermögens, Insomnie, anomale Koordination, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie, Hypästhesie, Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus, Parästhesie, Somnolenz, Tremor, Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhö, Übelkeit, Fatigue, Reizbarkeit und Gewichtsabnahme“. 5.1: „Der genaue Mechanismus, durch den Topiramat seine antiepileptischen und Migräne prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist unbekannt.“; an kultivierten Nervenzellen Blockade des Natriumkanals, Verstärkung der GABA-Wirkung an GABA-A-Rezeptoren, Hemmung des Kainat/AMPA-Subtyps des Glutamatrezeptors, schwache Hemmung einiger Isoenzyme der Carboanhydrase.</ref> | ||