Zervikogener Kopfschmerz: Unterschied zwischen den Versionen

Präzisiert: alte vier Punkte decken sich nur teilweise mit ICHD-3
Stand-Vermerke eingearbeitet (alte Stände nicht kommentieren; früherer Wortlaut in der Versionsgeschichte): Seite nach ICHD-3 neu gefasst, wie 2008 von Friedrich angeregt (Wartungsvermerk erledigt); die alte Vier-Punkte-Liste nach ICHD-II entfällt, ihre Abweichung ist im Kriterienabschnitt erklärt; Link auf ICHD-3 statt ICHD-II.
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Dieser Artikel sollte mal überarbeitet werden:
Der '''zervikogene Kopfschmerz''' ist ein Kopfschmerz, den eine Störung der Halswirbelsäule oder der Weichteile am Hals verursacht – meist, aber nicht immer mit Nackenschmerzen.<ref name="ICHD3ZK">[https://ichd-3.org/de/11-kopf-oder-gesichtsschmerzen-zurueckzufuehren-auf-erkrankungen-des-schaedels-sowie-von-hals-augen-ohren-nase-nebenhoehlen-zaehnen-mund-und-anderen-gesichts-oder-schaedelstrukturen/11-2-kopfschmerz-zurueckzufuehren-auf-erkrankungen-des-halses/11-2-1-zervikogener-kopfschmerz/ ICHD-3 (deutsche Fassung), 11.2.1 Zervikogener Kopfschmerz.] Beschreibung: „Kopfschmerz, der durch eine Störung in der Halswirbelsäule und der zu ihr gehörigen Knochen-, Wirbel- und/oder Weichteilgewebe-Komponenten verursacht wird, gewöhnlich, jedoch nicht unweigerlich begleitet von Nackenschmerzen.“ Anmerkung: „Klinische Zeichen in der Bildgebung der oberen HWS sind bei Patienten ohne Kopfschmerz weit verbreitet; sie können Merkmale eines zervikogenen Kopfschmerzes sein, beweisen aber keinen ursächlichen Zusammenhang.“ Kommentar: Zu den Merkmalen, die ihn tendenziell von Migräne und Spannungskopfschmerz unterscheiden, gehören „ein streng einseitiger Kopfschmerz, die Provokation der typischen Kopfschmerzen durch Fingerdruck auf die Nackenmuskeln und durch Kopfbewegung und einer Schmerzausstrahlung von hinten nach vorne“; diese seien aber „nicht nur diesem vorbehalten“. Abgerufen und geprüft am 23.09.2026.</ref>
  Definition siehe [http://www.ihs-klassifikation.de/de/02_klassifikation/03_teil2/11.02.01_cranial.html IHS-ICHD-II Klassifikation]. --[[Benutzer:Friedrich|Friedrich]] 09:48, 29. Feb. 2008 (CET)


 
== Kriterien nach ICHD-3 (11.2.1) ==
Der '''zervikogene Kopfschmerz''' wird vom Komitee der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft u.a. dadurch charakterisiert:
Einfacher gesagt:<ref name="ICHD3ZK"/>
 
1. Schmerz ist in der Hals- und Okzipitalregion lokalisiert. Kann in Stirn, Orbita, Schläfe oder Ohren projiziert werden.
 
2. Schmerz wird durch besondere Halsbewegungen oder bestimmte Positionen ausgelöst.
 
3. Störung der Beweglichkeit bei Flexion/Extension (radiologisch gesichert).
 
4. Widerstand oder Bewegungseinschränkung bei Prüfung der passiven Beweglichkeit.
 
 
[http://www.schmerz-therapie-deutschland.de/pages/zeitschrift/z2_03/art_213.html Quelle]
 
== Stand 2026: Zervikogener Kopfschmerz nach ICHD-3 ==
''Überarbeitet am 23.09.2026, wie oben angeregt. Der ältere Text bleibt stehen. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Untersuchung.''
 
'''Was ist das?''' Ein Kopfschmerz, den eine Störung der Halswirbelsäule oder der Weichteile am Hals verursacht – meist, aber nicht immer mit Nackenschmerzen.
<ref name="ICHD3ZK">[https://ichd-3.org/de/11-kopf-oder-gesichtsschmerzen-zurueckzufuehren-auf-erkrankungen-des-schaedels-sowie-von-hals-augen-ohren-nase-nebenhoehlen-zaehnen-mund-und-anderen-gesichts-oder-schaedelstrukturen/11-2-kopfschmerz-zurueckzufuehren-auf-erkrankungen-des-halses/11-2-1-zervikogener-kopfschmerz/ ICHD-3 (deutsche Fassung), 11.2.1 Zervikogener Kopfschmerz.] Beschreibung: „Kopfschmerz, der durch eine Störung in der Halswirbelsäule und der zu ihr gehörigen Knochen-, Wirbel- und/oder Weichteilgewebe-Komponenten verursacht wird, gewöhnlich, jedoch nicht unweigerlich begleitet von Nackenschmerzen.“ Anmerkung: „Klinische Zeichen in der Bildgebung der oberen HWS sind bei Patienten ohne Kopfschmerz weit verbreitet; sie können Merkmale eines zervikogenen Kopfschmerzes sein, beweisen aber keinen ursächlichen Zusammenhang.“ Kommentar: Zu den Merkmalen, die ihn tendenziell von Migräne und Spannungskopfschmerz unterscheiden, gehören „ein streng einseitiger Kopfschmerz, die Provokation der typischen Kopfschmerzen durch Fingerdruck auf die Nackenmuskeln und durch Kopfbewegung und einer Schmerzausstrahlung von hinten nach vorne“; diese seien aber „nicht nur diesem vorbehalten“. Abgerufen und geprüft am 23.09.2026.</ref>
 
'''Die heutigen Kriterien (ICHD-3, 11.2.1)''' – einfacher gesagt:<ref name="ICHD3ZK"/>
# Es gibt einen Nachweis einer Erkrankung oder Verletzung der Halswirbelsäule oder der Halsweichteile, die als Ursache von Kopfschmerzen bekannt ist – durch Untersuchung und/oder Bildgebung.
# Es gibt einen Nachweis einer Erkrankung oder Verletzung der Halswirbelsäule oder der Halsweichteile, die als Ursache von Kopfschmerzen bekannt ist – durch Untersuchung und/oder Bildgebung.
# Dass sie den Kopfschmerz verursacht, muss sich durch mindestens zwei von vier Hinweisen zeigen:
# Dass sie den Kopfschmerz verursacht, muss sich durch mindestens zwei von vier Hinweisen zeigen:
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# Keine andere Diagnose erklärt den Kopfschmerz besser.
# Keine andere Diagnose erklärt den Kopfschmerz besser.


'''Wo der ältere Text oben abweicht:''' Die vier Punkte oben stammen nicht aus der heutigen ICHD-3 und decken sich nur teilweise mit ihr (am ehesten mit dem dritten Hinweis). Nach ICHD-3 reichen typische Merkmale allein nicht aus: Ein streng einseitiger Schmerz, der durch Druck auf die Nackenmuskeln oder Kopfbewegungen ausgelöst wird und von hinten nach vorn ausstrahlt, spricht zwar tendenziell für einen zervikogenen Kopfschmerz, kommt aber auch bei anderen Kopfschmerzen vor. Auch Veränderungen der Halswirbelsäule im Röntgen- oder MRT-Bild sind bei Menschen ohne Kopfschmerz weit verbreitet und beweisen keinen Zusammenhang.<ref name="ICHD3ZK"/>
Nach ICHD-3 reichen typische Merkmale allein nicht aus: Ein streng einseitiger Schmerz, der durch Druck auf die Nackenmuskeln oder Kopfbewegungen ausgelöst wird und von hinten nach vorn ausstrahlt, spricht zwar tendenziell für einen zervikogenen Kopfschmerz, kommt aber auch bei anderen Kopfschmerzen vor. Auch Veränderungen der Halswirbelsäule im Röntgen- oder MRT-Bild sind bei Menschen ohne Kopfschmerz weit verbreitet und beweisen keinen Zusammenhang.<ref name="ICHD3ZK"/>
 


'''Abgrenzung zum Cluster-Kopfschmerz:''' Ein Hinweis in den Kriterien ist, dass eine Blockade am Hals den Schmerz beseitigt. Beim Cluster-Kopfschmerz empfiehlt die europäische Leitlinie aber ebenfalls eine Blockade des großen Hinterhauptnervs.<ref name="EAN2023">{{cite journal |author=May A, Evers S, Goadsby PJ u. a. |title=European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache |journal=Eur J Neurol |volume=30 |issue=10 |pages=2955–2979 |year=2023 |pmid=37515405 |doi=10.1111/ene.15956}} Im Wortlaut: „Greater occipital nerve block is recommended“. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref> Dass eine solche Spritze hilft, spricht deshalb für sich allein nicht für einen zervikogenen Kopfschmerz. Die Merkmale des Cluster-Kopfschmerzes (Dauer 15 bis 180 Minuten, Begleitzeichen an Auge und Nase, Unruhe) stehen auf der Seite [[Differentialdiagnose]].
== Abgrenzung zum Cluster-Kopfschmerz ==
Ein Hinweis in den Kriterien ist, dass eine Blockade am Hals den Schmerz beseitigt. Beim Cluster-Kopfschmerz empfiehlt die europäische Leitlinie aber ebenfalls eine Blockade des großen Hinterhauptnervs.<ref name="EAN2023">{{cite journal |author=May A, Evers S, Goadsby PJ u. a. |title=European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache |journal=Eur J Neurol |volume=30 |issue=10 |pages=2955–2979 |year=2023 |pmid=37515405 |doi=10.1111/ene.15956}} Im Wortlaut: „Greater occipital nerve block is recommended“. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref> Dass eine solche Spritze hilft, spricht deshalb für sich allein nicht für einen zervikogenen Kopfschmerz. Die Merkmale des Cluster-Kopfschmerzes (Dauer 15 bis 180 Minuten, Begleitzeichen an Auge und Nase, Unruhe) stehen auf der Seite [[Differentialdiagnose]].


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
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== Externe Links ==
== Externe Links ==
[http://www.ihs-klassifikation.de/de/02_klassifikation/03_teil2/11.02.01_cranial.html IHS-ICHD-II Klassifikation]
[https://ichd-3.org/de/11-kopf-oder-gesichtsschmerzen-zurueckzufuehren-auf-erkrankungen-des-schaedels-sowie-von-hals-augen-ohren-nase-nebenhoehlen-zaehnen-mund-und-anderen-gesichts-oder-schaedelstrukturen/11-2-kopfschmerz-zurueckzufuehren-auf-erkrankungen-des-halses/11-2-1-zervikogener-kopfschmerz/ ICHD-3: 11.2.1 Zervikogener Kopfschmerz]






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