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Dieses Forum ist ein Archiv Die 472 Themen aus den Jahren 2014 bis 2026 bleiben lesbar, neue Beiträge sind nicht mehr möglich. Ältere Beiträge entsprechen nicht unbedingt dem heutigen Wissensstand, besonders bei Medikamenten und Dosierungen. Den aktuellen Stand zu Behandlung und Alltag finden Sie im CK-Wissen-Wiki. Austausch mit anderen Betroffenen gibt es heute bei den Selbsthilfegruppen und in den großen Facebook-Gruppen zum Cluster-Kopfschmerz.

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Vorbeugung / Prophylaxe mit Triptantabletten
21.05.2014, 15:45,
#7
RE: Triptantabletten als Vorbeugung
Zitat:Mit 3 x 2,5mg Frovatriptan pro Tag, zusätzlich zu den 2 x 120 mg Verapamil, war ich im Dezember 2008 fast schmerzfrei. Maximal 2 x 2,5 mg pro Tag sind laut Beipackzettel (RTF) erlaubt.

EKG und Blutdruck waren in der Zeit O.K., ich habe keinerlei Nebenwirkungen gespürt. Ab dem 17.12.2008 habe ich kein Frovatriptan mehr genommen, seit dem 05.01.2009 bei weiterhin 2 x 120 mg Verapamil pro Tag keine Attacken mehr gehabt. Falls der Cluster-Kopfschmerz wieder schlimmer wird, würde ich es wieder mit Frovatriptan versuchen, vielleicht aber auch mal mit einem anderen lang wirksamen Triptan zur Vorbeugung.

Nachfolgend noch ein paar Erkenntnisse aus der "Böööcherei", ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.

Im Gegensatz zu früheren Befürchtungen sind Triptane anscheinend ganz gut verträglich und führen nicht zu ischämischen Komplikationen, wie eine Fallkontrollstudie mit 17439 Triptananwendern in den Niederlanden ergab. Siehe dazu www.tellmed.ch bzw. im Original [1]. Es gibt aber auch anderslautende Einzelfallberichte bzgl. Frovatriptan,[6] in einzelnen Fällen haben Rizatriptan bzw. Zolmitriptan anscheinend Niereninfarkte verursacht.[7]
Zitat:

Triptan-Überkonsum scheint kein Risikofaktor für ischämische Komplikationen zu sein. Ergotamine hingegen scheinen das Risiko für Ischämien zu erhöhen, insbesondere bei zusätzlicher kardiovaskulärer Medikation.

Quelle: www.tellmed.ch



Frovatriptan wurde in Dosisfindungsstudien zur Migränebehandlung ohne ernsthafte Nebenwirkungen bis zu 40mg/Tag dosiert[2] und wurde im Langzeitversuch über 12 Monate bei bis zu 3 x 2,5mg innerhalb von 24 Stunden ganz gut vertragen.[3] Die maximale Frovatriptan Einzeldosis, die gesunden männlichen Probanden verabreicht wurde, betrug 100mg, auch diese Dosis wurde gut vertragen.[4]
Zitat:

Analysis of the entire clinical database (n=2392) demonstrated that frovatriptan was well tolerated by the patients regardless of their age, gender, race, concomitant medication, or the presence of cardiovascular risk factors. No effects of frovatriptan on heart rate, blood pressure, 12-lead electrocardiogram, hematology screen, or blood chemistry were observed. No patient suffered any treatment-related serious adverse event.

CONCLUSIONS: Short- and long-term use of frovatriptan 2.5 mg was well tolerated by a wide variety of patients. Frovatriptan treatment produced an adverse events profile similar to that of placebo, and in a direct comparison study was better tolerated than sumatriptan 100 mg.

Quelle ([3]) : www.ncbi.nlm.nih.gov



Im Rahmen einer weiteren Studie wurde Migräne-PatientInnen mit koronarer Herzkrankheit oder mit hohem Risiko für koronare Herzkrankheiten gezielt aber placebokontrolliert und völlig erfolglos Frovatriptan verabreicht. Die haben das alle ohne ernstere Nebenwirkungen überlebt. Klinisch signifikante Veränderungen des EKGs der PatientInnen waren in dieser Studie bei der Verwendung von Placebo häufiger als bei der Verwendung von Frovatriptan.[5] Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov

Eine interessante Übersichtarbeit über Frovatriptan bei Migräne, Free Full Text: www.pubmedcentral.nih.gov

Ob es sinnvoller ist, vorbeugend Triptan-Tabletten zu nehmen oder aber erst die Attacken abzuwarten und dann zweimal (oder öfter ? ) pro Tag Sumatriptan inject zu injizieren, das kann ich nicht beurteilen, muss wohl jede® für sich selbst entscheiden. Im Zweifel fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker! Wink

Ergotamin und Triptane können auch bei Cluster-Kopfschmerzpatientinnen und Patienten einen Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch verursachen, mehr dazu hier: » interner Link «

Sumatriptan in Tablettenform zur vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz wirkte in einer großen multizentrischen Studie nicht besser als Placebo, siehe oben. Über die vorbeugende Wirkung von Frovatriptan, Eletriptan und von Naratriptan bei Cluster-Kopfschmerz gibt es nur wenige kleine Studien, auch diese Medikamente helfen nicht bei allen Patienten. Über die vorbeugende Wirkung der anderen Triptane bei Cluster-Kopfschmerz wissen wir nichts, vielleicht mal ausprobieren?

Eine ausführliche vergleichende Übersicht über die Wirkungen und Nebenwirkungen der Triptane bei Migräne gibt es auf der Seite von Prof. Dr. Hartmut Göbel: www.migraene-schule.de

Zusammenfassend finde ich, Triptane zur vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz werden zu selten verordnet. Was machen, wenn Verapamil nicht mehr hilft oder aus persönlichen gesundheitlichen Gründen nicht verwendet werden darf? Verapamil verursachte bei einem Teil der Patienten in dieser Studie www.ncbi.nlm.nih.gov Herzprobleme. Corticosteroide helfen nicht bei jedem und haben auch so ihre Nebenwirkungen. Weitere Alternativen, nach der DGN Leitlinie 2008: Lithium, Topiramat, Methysergid, Ergotamin, Valproinsäure, Dihydroergotamin i. v., Pizotifen, Capsaicin-Salbe in das Nasenloch, Melatonin, Blockade des N. occipitalis major, Stimulation des N. occipitalis major oder Tiefenhirnstimulation.

Zur Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Gebrauchsinformationen und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


Quellen:

1.) Wammes-van der Heijden EA, Rahimtoola H, Leufkens HG, Tijssen CC, Egberts AC.: Risk of ischemic complications related to the intensity of triptan and ergotamine use. Neurology. 2006; 67(7): 1128-1134. Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov

2. ) Rapoport A, Ryan R, Goldstein J, Keywood C.: Dose range-finding studies with frovatriptan in the acute treatment of migraine. Headache. 2002 Apr; 42 Suppl 2: S74-83. www.ncbi.nlm.nih.gov

3.) Géraud G, Spierings EL, Keywood C.: Tolerability and safety of frovatriptan with short- and long-term use for treatment of migraine and in comparison with sumatriptan. Headache. 2002 Apr; 42 Suppl 2: S93-9. www.ncbi.nlm.nih.gov

4.) Fachinformation Allegro® 2,5 mg Filmtabletten: portal.dimdi.de (RTF-Datei)

5.) Elkind AH, Satin LZ, Nila A, Keywood C.: Frovatriptan use in migraineurs with or at high risk of coronary artery disease. Headache. 2004 May; 44(5): 403-10. www.ncbi.nlm.nih.gov

6.) Hadjiloizou N, Rakhit R.: Frovatriptan, a probable cause of coronary vasoconstriction. Int J Clin Pract. 2008 Jul; 62(7): 1121-2. (No abstract) www.ncbi.nlm.nih.gov

7.) Fulton JA, Kahn J, Nelson LS, Hoffman RS.: Renal infarction during the use of rizatriptan and zolmitriptan: two case reports. Clin Toxicol (Phila). 2006; 44(2): 177-80. www.ncbi.nlm.nih.gov


P.S.: Fast alle medizinischen Studien zu Medikamenten werden von der Pharmaindustrie finanziell unterstützt. Ob und mit wem der Autor dieses Forenbeitrages einen Beratervertrag abgeschlossen hat, dass weiß bisher auch keiner so genau.


Zitat:Mal eben ein kurzer Gruß aus Meck-Pomm und ein kurzes Update zu Allegro: Seit 15.07. ist Allegro zuzahlungspflichtig - habe 9 Euro für 12 Tabletten bezahlt.


Zitat:Meine Episode dauert nun bereits knapp 5 Wochen. Sie begann am 22/23.07.2009. Seit dieser Zeit habe ich 8 Attacken gehabt. Gleich am ersten Tag habe ich mit Verapamil begonnen und mit 2 x täglich Naramig (bzw. Formigran).

Derzeit schleiche ich das Verapamil komplett aus. Naramig habe ich auf 3 x täglich erhöht. Tagsüber habe ich seitdem gar keine Attacken mehr. Ganz selten 1 Attacke ca. 1 Stunde nach dem Zubettgehen. Ansonsten ist Ruhe

Ich habe an 2 freien Tagen einmal versucht diesen ohne Naramig zu begehen und hatte prompt Attacken. In den anderen Episoden früher hatte ich immer zwischen 3 - 8 Attacken täglich! Durch das Naramig ist alles anders! Der CK ist da aber er kommt nicht mehr durch!

Verapamil schleiche ich aus, da es mir keinen Nutzen bringt wenn ich mit Naramig vorbeuge. Und ich leide auch immer unter extremer Verstopfung bei Verapamil. Daher setze ich das komplett ab.

Meine Episoden dauern im Schnitt immer max. 12 Wochen. Die Hälfte ist fast rum. Bin mal gespannt wie es weitergeht. Nebenwirkungen durch die häufige Einnahme von Naramig gibt es (bisher) keine. Alles bestens


Zitat:Mal ein kurzes Update: Die Episode dauert nun bereits 9 Wochen und wie immer wird sie mit jedem Tag etwas heftiger. Aber:

Nach wie vor nehme ich Naramig 3-4 x täglich ein und es zeigen sich keinerlei Nebenwirkungen! Ich hatte ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet, denn: Normalerweise nutzt man für akute Attacken Imigran Inject. Das man davon 3-4 am Tag braucht ist ja nicht ungewöhnlich. Ich verzichte bisher komplett auf ALLE anderen Medikamente - Ich habe zwar Imigran, mußte es aber bisher noch kein einziges Mal einsetzen Und ich sehe vom gesundheitlichen Aspekt keinen Unterschied darin, ob ich mir 4 x täglich Imigran spritze oder 3-4 x täglich Naramig einnehme. Naramig dürfte hier sogar klar im Vorteil sein, da es ja ein etwas "Moderneres" Triptan wie das in die Jahre gekommene Imigran ist und bei der Konzeption wert darauf gelegt wurde, das es möglichst nebenwirkungsfrei ist.Und dies wird ja noch verdeutlicht, indem man es jetzt als Formigran sogar rezeptfrei erwerben kann.

Mit fortlaufender Dauer einer Episode werden die Attacken bei mir immer häufiger und schmerzhafter bis sie dann ganz plötzlich einfach aufhören und das wars dann wieder. Das kenne ich ja bereits. Daher verwundert es mich auch nicht, das Naramig nun nicht mehr so effektiv wirkt wie zu anfangs. Es kommen immer mehr Attacken durch, die sich aber gut aushalten lassen. Nachts kann ich nun leider auch mit Naramig nicht mehr durchschlafen. Die Attacken reissen mich praktisch stündlich aus dem Schlaf. Aber die meisten Attacken sind nach 10 Minuten wieder vorbei und auch max. Stufe 4 - Also wirken tut Naramig nach wie vor nur die Dosis ist wohl nun zu gering.

Daher habe ich vor 2 Tagen einmal einen Versuch gestartet und gleich 2 Naramig abends genommen. Und siehe da? Ich hab die Nacht durchgeschlafen. Das erste Mal in dieser Woche. Also liegt es an der Dosis.

Dennoch werde ich die bisherige Einnahme (max. alle 6 Stunden eine) beibehalten.

Übrigens habe ich auch einige Male die Einnahme von Naramig vergessen und wurde erst daran erinnnert, als ich ein mir bekanntes unangenehmes leichtes Ziepen im Kopf verspürt habe. DIESE Attacken wurden dann zu den mir bekannten HÖLLENSCHMERZEN. Also die vorbeugende Wirkung ist eindeutig bewiesen. Ich frage mich, wieso hierzu keine Studien gemacht werden. Könnte man doch durch die Prophylaxe mit Triptanen vielen Menschen die Schmerzen fast komplett nehmen!

Zum Schluß nochmals der Hinweis, das das, was ich hier gerade mache von KEINEM ARZT empfohlen wird bzw. das einem NIEMAND dazu raten würde. Das ist Experimentell und NICHT zur Nachahmung empfohlen! Der Beipackzettel von Naramig empfiehlt die max. Einnahme von 8 Tabletten/Monat. Bei mir sind es derzeit um die 100! Die häufige Einnahme von Naratriptan kann bei Menschen mit Herz- oder Gefässkrankheiten extremste Gesundheitsstörungen auslösen. Also BITTE NICHT NACHMACHEN! Ich mache es weil ich weiß das ich ansonsten gesund und fit bin und habe es mir vom Arzt bestätigen lassen und da mir sonst keiner helfen kann oder will - Ich kenne meinen Körper und die Krankheit selber am Besten und daher "experimentiere" ich eben etwas herum um für MICH die höchstmögliche Schmerzfreiheit zu erlangen!


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