Indometacin: Unterschied zwischen den Versionen
Cezary (Diskussion | Beiträge) Siehe auch: Verweise auf die Übersicht der Wirk-, Neben- und Wechselwirkungen und auf die Studienseite |
Cezary (Diskussion | Beiträge) Neuer Abschnitt Wechselwirkungen (Stand 2026) aus Abschnitt 4.5 der Vorlage für die Fachinformation (BfArM-Mustertext), als Tabelle in einfacher Sprache |
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== Zulassung und Dosis == | == Zulassung und Dosis == | ||
Nach der Vorlage für die Fachinformation ist Indometacin zur Behandlung von Schmerz und Entzündung bei Gelenkentzündungen einschließlich Gicht, bei rheumatischen Erkrankungen der Wirbelsäule und der Weichteile, bei Arthrosen und nach Verletzungen vorgesehen. Kopfschmerzen gehören nicht zu den Anwendungsgebieten. Die übliche Dosis liegt bei 50 bis 150 mg am Tag; „in besonderen Fällen kurzfristig“ sind 200 mg erlaubt, die „nicht überschritten werden“ sollen.<ref name="INDFI"/> Die Klassifikation nennt für den Test bei Erwachsenen bis zu 225 mg am Tag, also mehr.<ref name="ICHD32"/> Beim Cluster-Kopfschmerz wie bei der paroxysmalen Hemikranie ist Indometacin damit ein Gebrauch außerhalb der Zulassung; was das für die Kostenübernahme bedeutet, steht auf der Seite [[Off-Label-Use beim Clusterkopfschmerz]]. | Nach der Vorlage für die Fachinformation ist Indometacin zur Behandlung von Schmerz und Entzündung bei Gelenkentzündungen einschließlich Gicht, bei rheumatischen Erkrankungen der Wirbelsäule und der Weichteile, bei Arthrosen und nach Verletzungen vorgesehen. Kopfschmerzen gehören nicht zu den Anwendungsgebieten. Die übliche Dosis liegt bei 50 bis 150 mg am Tag; „in besonderen Fällen kurzfristig“ sind 200 mg erlaubt, die „nicht überschritten werden“ sollen.<ref name="INDFI"/> Die Klassifikation nennt für den Test bei Erwachsenen bis zu 225 mg am Tag, also mehr.<ref name="ICHD32"/> Beim Cluster-Kopfschmerz wie bei der paroxysmalen Hemikranie ist Indometacin damit ein Gebrauch außerhalb der Zulassung; was das für die Kostenübernahme bedeutet, steht auf der Seite [[Off-Label-Use beim Clusterkopfschmerz]]. | ||
== Wechselwirkungen (Stand 2026) == | |||
''Ergänzt am 23.09.2026 aus der Vorlage für die Fachinformation (Abschnitt 4.5).'' Dort steht: Mit den folgenden Mitteln soll Indometacin „nur mit Vorsicht“ eingenommen werden. Bei drei davon rät die Vorlage ganz ab: bei anderen entzündungshemmenden Schmerzmitteln, bei Triamteren und bei Diflunisal.<ref name="INDFI45">[https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Zulassung/amInformationen/Mustertexte/spcde_8000202_indometacin_div_20210914.pdf?__blob=publicationFile Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Mustertext Fachinformation Indometacin (Muster-Nr. 8000202), Stand 14.09.2021], Abschnitt 4.5, am 23.09.2026 erneut gelesen. Im Wortlaut u. a.: „Indometacin sollte nur mit Vorsicht zusammen mit den folgenden Arzneistoffen eingenommen werden“; andere NSAR einschließlich Salicylate: „Daher sollte die gleichzeitige Anwendung von Indometacin mit anderen NSAR vermieden werden“; Digoxin, Phenytoin, Lithium: kann „den Digoxin- bzw. Lithiumspiegel im Serum erhöhen. Eine Kontrolle der Lithium-Serumspiegel ist notwendig.“; „NSAR können die Wirkung von Diuretika und Antihypertensiva abschwächen“; bei eingeschränkter Nierenfunktion kann zusammen mit einem ACE-Hemmer, Betarezeptorenblocker oder Angiotensin-II-Antagonisten die Nierenfunktion bis zum akuten Nierenversagen schlechter werden, „was gewöhnlich reversibel ist“, Kombination „nur mit Vorsicht“, vor allem bei älteren Patienten, adäquate Flüssigkeitseinnahme, Kontrolle der Nierenwerte „sollte nach Beginn einer Kombinationstherapie in Erwägung gezogen werden“; kaliumsparende Diuretika: Hyperkaliämie; Glucocorticoide: „erhöhtes Risiko gastrointestinaler Ulzera oder Blutungen“; Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure und SSRI: „erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen“; Methotrexat innerhalb von 24 Stunden davor oder danach: höhere Konzentration im Blut und „Zunahme seiner toxischen Wirkung“; „NSAR können die Nierentoxizität von Ciclosporin erhöhen“; „NSAR können die Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin verstärken“; Sulfonylharnstoffe: vereinzelt Beeinflussung des Blutzuckerspiegels, Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen; Penicilline: Ausscheidung verzögert; Probenecid: Indometacin-Elimination verlangsamt; Furosemid: Indometacin-Ausscheidung beschleunigt; Triamteren: nicht gleichzeitig, sonst „Gefahr des akuten Nierenversagens“; Diflunisal: nicht gleichzeitig, sonst ist „mit einem deutlichen Anstieg der Indometacin-Plasmaspiegel zu rechnen (letale gastrointestinale Hämorrhagien wurden beschrieben)“.</ref> | |||
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! Zusammen mit !! Was passieren kann !! Was zu tun ist | |||
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| [[Lithium]] || Der Lithiumspiegel kann steigen, bis zu einer Lithiumvergiftung. || Lithiumspiegel kontrollieren lassen. Vor einem Indometacin-Test muss Lithium abgesetzt werden (siehe oben).<ref name="INDFI45"/><ref name="EANIND"/> | |||
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| Kortison ([[Corticosteroide]]) || mehr Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen || Nur mit Vorsicht.<ref name="INDFI45"/><ref name="PREDJEN">[https://www.fachinfo.de/fi/pdf/011245/prednisolon-jenapharm-r Fachinformation Prednisolon JENAPHARM Tabletten (Prednisolon)], Stand der Information Oktober 2025, am 23.09.2026 gelesen. Abschnitt 4.1 (Anwendungsgebiete) nennt den Cluster-Kopfschmerz nicht. 4.5 im Wortlaut u. a.: „Antidiabetika: Die blutzuckersenkende Wirkung wird vermindert.“; „Cumarin-Derivate (orale Antikoagulanzien): Die Antikoagulanzienwirkung kann abgeschwächt oder verstärkt werden.“; „Nicht-steroidale Antiphlogistika/Antirheumatika (NSAR), Salicylate und Indometacin: Die Gefahr von Magen-Darm-Ulzeration und -Blutungen wird erhöht.“; „Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Nebenwirkungen der Corticosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische Corticosteroidnebenwirkungen überwacht werden.“; „CYP3A4 hemmende Substanzen (z. B. Ketoconazol, Itraconazol) können die Corticoidwirkung verstärken.“; „CYP3A4 aktivierende Substanzen wie Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate und Primidon können die Corticoidwirkung abschwächen.“; Antazida: „Bei gleichzeitiger Einnahme von Magnesium- oder Aluminiumhydroxid verminderte Resorption von Prednisolon möglich. Die Einnahme der beiden Arzneimittel sollte daher in einem zeitlichen Abstand erfolgen (2 Stunden).“; „Fluorchinolone können das Risiko für Sehnenbeschwerden erhöhen.“; Östrogene (z. B. Ovulationshemmer): „Die Halbwertszeit von Glucocorticoiden kann verlängert sein. Deshalb kann die Corticoidwirkung verstärkt werden.“; Herzglykoside: „Die Glykosidwirkung kann durch Kaliummangel verstärkt werden.“; Saluretika/Laxanzien: „Die Kaliumausscheidung wird verstärkt.“; Ciclosporin: „Die Blutspiegel von Ciclosporin werden erhöht. Es besteht eine erhöhte Gefahr zerebraler Krampfanfälle.“; ACE-Hemmstoffe: „Erhöhtes Risiko des Auftretens von Blutbildveränderungen.“; Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin: erhöhtes Risiko von Myopathien und Kardiomyopathien; „Hautreaktionen auf Allergietests können unterdrückt werden.“ 4.4: strenge Indikationsstellung u. a. „ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen“; „Während der Anwendung von Prednisolon JENAPHARM ist bei Diabetikern ein eventuell erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen.“; bei psychiatrischen Erkrankungen, auch früheren: „neurologische oder psychiatrische Überwachung wird empfohlen“; „Das Risiko von Sehnenbeschwerden, Tendinitis und von Sehnenrupturen ist erhöht, wenn Fluorchinolone und Glucocorticoide zusammen verabreicht werden.“; bei Sehstörungen Überweisung an einen Augenarzt erwägen. 4.8: Nebenwirkungen, „die sehr stark von Dosis und Therapiedauer abhängig sind und deren Häufigkeit daher hier nicht angegeben werden kann“, u. a. Maskierung und Begünstigung von Infektionen, Natriumretention mit Ödembildung, vermehrte Kaliumausscheidung, Gewichtszunahme, verminderte Glucosetoleranz, Diabetes mellitus, Appetitsteigerung, „Depressionen, Gereiztheit, Euphorie, Antriebssteigerung, Psychosen, Manie, Halluzinationen, Affektlabilität, Angstgefühle, Schlafstörungen, Suizidalität“, Katarakt, Glaukom, verschwommenes Sehen, Hypertonie, „Magen-Darm-Ulcera, gastrointestinale Blutungen, Pankreatitis“, Steroidakne, „Osteoporose (dosisabhängig, auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich), aseptische Knochennekrosen“, Sehnenbeschwerden bis zu Sehnenrupturen, verzögerte Wundheilung. 5.1: „In höheren als den zur Substitution erforderlichen Dosen wirkt Prednisolon rasch antiphlogistisch (antiexsudativ und antiproliferativ) und verzögert immunsuppressiv.“</ref> | |||
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| andere entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR), auch Salicylate wie ASS (Acetylsalicylsäure) || mehr Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen || Nicht zusammen einnehmen.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Mittel, die das Verklumpen der Blutplättchen hemmen, etwa ASS, und bestimmte Mittel gegen Depressionen (SSRI, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) || mehr Magen-Darm-Blutungen || Nur mit Vorsicht. ASS als Schmerzmittel: siehe die Zeile darüber.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Blutverdünner wie [[Warfarin]] || Deren Wirkung kann stärker werden. || Nur mit Vorsicht.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Blutdrucksenker und Entwässerungsmittel (Diuretika) || Sie können schwächer wirken. Wenn die Nieren schon geschwächt sind, etwa im Alter oder wenn der Körper zu wenig Wasser hat, kann die Nierenfunktion zusammen mit ACE-Hemmern, Betablockern oder Sartanen (häufigen Blutdruckmitteln) schlechter werden, bis zum akuten Nierenversagen; das bildet sich meist wieder zurück. || Nur mit Vorsicht, vor allem bei älteren Menschen. Genug trinken; nach Beginn sollen Kontrollen der Nierenwerte erwogen werden.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| kaliumsparende Entwässerungsmittel || Es kann zu viel Kalium ins Blut kommen. || Nur mit Vorsicht.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Triamteren (ein kaliumsparendes Entwässerungsmittel) || Gefahr eines akuten Nierenversagens || Nicht zusammen einnehmen.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Diflunisal (ein anderes Schmerzmittel) || deutlich mehr Indometacin im Blut; tödliche Magen-Darm-Blutungen wurden beschrieben || Nicht zusammen einnehmen.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Digoxin (ein Herzmittel) oder Phenytoin (ein Mittel gegen Krampfanfälle) || Die Vorlage nennt beide; beim Digoxin kann der Spiegel im Blut steigen. || Nur mit Vorsicht.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Methotrexat (gegen Rheuma und bestimmte Krebsarten) || innerhalb von 24 Stunden davor oder danach: mehr Methotrexat im Blut und stärkere giftige Wirkung || Nur mit Vorsicht.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Ciclosporin (dämpft das Abwehrsystem, etwa nach einer Transplantation) || Die Nieren können stärker geschädigt werden. || Nur mit Vorsicht.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Sulfonylharnstoffe (Tabletten gegen Zucker) || Der Blutzucker kann sich verändern; vereinzelt musste die Zuckerbehandlung angepasst werden. || Blutzucker kontrollieren.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Penicilline (Antibiotika) || Sie werden langsamer ausgeschieden. || Nur mit Vorsicht.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Probenecid (gegen Gicht) || Indometacin wird langsamer ausgeschieden. || Nur mit Vorsicht.<ref name="INDFI45"/> | |||
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| Furosemid (ein Entwässerungsmittel) || Indometacin wird schneller ausgeschieden. || Nur mit Vorsicht.<ref name="INDFI45"/> | |||
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* Alle Cluster-Mittel im Vergleich: [[Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der Cluster-Mittel#Indometacin (für den Test auf eine paroxysmale Hemikranie)|Wirkweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen]]. | |||
== Literatur == | == Literatur == | ||