Cluster-Kopfschmerz: Unterschied zwischen den Versionen
Cezary (Diskussion | Beiträge) Nur Gliederung, kein Wort am Text geändert: Die neuen Blöcke in Akutbehandlung und Vorbeugung waren bisher nur fett gesetzt und standen deshalb nicht im Inhaltsverzeichnis. Jetzt sind sie Überschriften - Übersicht und Zulassungsstand, Was in der Attacke nicht hilft, Verapamil, Überbrückung, Lithium, Weitere Medikamente, Kurzprophylaxe, Nervenblockaden, Operative Verfahren und Neuromodulation. Der Wortbestand ist nachweislich unverändert. |
Cezary (Diskussion | Beiträge) Nachtrag zur vorigen Bearbeitung: Die Überschrift "Weitere Medikamente" stand mitten in einem Absatz und wurde deshalb nicht als Überschrift erkannt - sie war als Zeichenfolge im Text zu sehen und fehlte im Inhaltsverzeichnis. Jetzt steht sie am Zeilenanfang. Kein Wort am Text geändert. |
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[[Lithium]]karbonat ist in Deutschland die einzige zur Vorbeugung von Cluster-Kopfschmerz zugelassene Substanz. Das gilt allerdings nicht für jedes Lithiumpräparat: Die Fachinformation von Quilonum® retard nennt als Anwendungsgebiet ausdrücklich „''Anfallsweise auftretender oder chronischer Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)''"<ref name="FIQUILONUM">[https://www.teofarmasrl.it/wp-content/uploads/2021/01/DE_Quilonum_retard_FI.pdf Fachinformation Quilonum® retard, Teofarma S.r.l., Stand August 2024], Abschnitt 4.1 (geprüft am 21.09.2026).</ref>, während die Packungsbeilage von Hypnorex® retard nur psychiatrische Anwendungsgebiete führt – Cluster-Kopfschmerz kommt dort nicht vor.<ref name="GIHYPNOREX">[https://cdn.shop-apotheke.com/pdf/D03961697-bp.pdf Gebrauchsinformation Hypnorex® retard 400 mg, Essential Pharma Limited, zuletzt überarbeitet im Oktober 2024], Abschnitt 1: Vorbeugung der bipolaren affektiven Störung, Vorbeugung depressiver Episoden, Behandlung bestimmter depressiver Erkrankungen und der manischen Episode (geprüft am 21.09.2026).</ref> Wer sich auf die Zulassung beruft, sollte das Präparat also mitnennen. | [[Lithium]]karbonat ist in Deutschland die einzige zur Vorbeugung von Cluster-Kopfschmerz zugelassene Substanz. Das gilt allerdings nicht für jedes Lithiumpräparat: Die Fachinformation von Quilonum® retard nennt als Anwendungsgebiet ausdrücklich „''Anfallsweise auftretender oder chronischer Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom)''"<ref name="FIQUILONUM">[https://www.teofarmasrl.it/wp-content/uploads/2021/01/DE_Quilonum_retard_FI.pdf Fachinformation Quilonum® retard, Teofarma S.r.l., Stand August 2024], Abschnitt 4.1 (geprüft am 21.09.2026).</ref>, während die Packungsbeilage von Hypnorex® retard nur psychiatrische Anwendungsgebiete führt – Cluster-Kopfschmerz kommt dort nicht vor.<ref name="GIHYPNOREX">[https://cdn.shop-apotheke.com/pdf/D03961697-bp.pdf Gebrauchsinformation Hypnorex® retard 400 mg, Essential Pharma Limited, zuletzt überarbeitet im Oktober 2024], Abschnitt 1: Vorbeugung der bipolaren affektiven Störung, Vorbeugung depressiver Episoden, Behandlung bestimmter depressiver Erkrankungen und der manischen Episode (geprüft am 21.09.2026).</ref> Wer sich auf die Zulassung beruft, sollte das Präparat also mitnennen. | ||
Bemerkenswert ist ein Gegensatz: Lithium ist das einzige zugelassene Vorbeugemittel und hat gleichzeitig die schwächste kontrollierte Beleglage. Die einzige placebokontrollierte Studie wurde nach dem 27. Teilnehmer abgebrochen, weil sich eine Überlegenheit gegenüber dem Scheinmedikament nicht zeigen ließ: Die Attacken hörten innerhalb einer Woche bei je zwei Personen in beiden Gruppen auf, deutlich gebessert waren 8 von 13 (62 %) unter Lithium und 6 von 14 (43 %) unter dem Scheinmedikament – der Unterschied war nicht gesichert. Die Studie betraf den '''episodischen''' Verlauf, während Lithium in der Praxis vor allem beim chronischen eingesetzt wird; sie prüft also nicht das, wofür das Mittel überwiegend verwendet wird.<ref name="STEINER1997">{{cite journal |author=Steiner TJ, Hering R, Couturier EG, Davies PT, Whitmarsh TE |title=Double-blind placebo-controlled trial of lithium in episodic cluster headache |journal=Cephalalgia |volume=17 |issue=6 |pages=673-5 |year=1997 |pmid=9350389 |doi=10.1046/j.1468-2982.1997.1706673.x}} Die Arbeit beginnt mit dem Satz: „Lithium is widely used in the prophylaxis of episodic cluster headache without formal evidence of efficacy."</ref> Die [[Lithiumtherapie]] ist aufgrund der möglichen Nebenwirkungen die vorbeugende Behandlung der zweiten Wahl bei Cluster-Kopfschmerz. ==== Weitere Medikamente ==== | Bemerkenswert ist ein Gegensatz: Lithium ist das einzige zugelassene Vorbeugemittel und hat gleichzeitig die schwächste kontrollierte Beleglage. Die einzige placebokontrollierte Studie wurde nach dem 27. Teilnehmer abgebrochen, weil sich eine Überlegenheit gegenüber dem Scheinmedikament nicht zeigen ließ: Die Attacken hörten innerhalb einer Woche bei je zwei Personen in beiden Gruppen auf, deutlich gebessert waren 8 von 13 (62 %) unter Lithium und 6 von 14 (43 %) unter dem Scheinmedikament – der Unterschied war nicht gesichert. Die Studie betraf den '''episodischen''' Verlauf, während Lithium in der Praxis vor allem beim chronischen eingesetzt wird; sie prüft also nicht das, wofür das Mittel überwiegend verwendet wird.<ref name="STEINER1997">{{cite journal |author=Steiner TJ, Hering R, Couturier EG, Davies PT, Whitmarsh TE |title=Double-blind placebo-controlled trial of lithium in episodic cluster headache |journal=Cephalalgia |volume=17 |issue=6 |pages=673-5 |year=1997 |pmid=9350389 |doi=10.1046/j.1468-2982.1997.1706673.x}} Die Arbeit beginnt mit dem Satz: „Lithium is widely used in the prophylaxis of episodic cluster headache without formal evidence of efficacy."</ref> Die [[Lithiumtherapie]] ist aufgrund der möglichen Nebenwirkungen die vorbeugende Behandlung der zweiten Wahl bei Cluster-Kopfschmerz. | ||
==== Weitere Medikamente ==== | |||
Wenn Verapamil und Lithiumkarbonat versagen, kann ein Versuch mit den ebenfalls verschreibungspflichtigen Substanzen [[Topiramat]], [[Pizotifen]] oder [[Valproinsäure]] unternommen werden.<ref name="DM"/> Die europäische Leitlinie von 2023 führt von diesen nur [[Topiramat]] als Mittel der zweiten Wahl, mit Beginn bei 25 mg und wöchentlicher Steigerung um 25 mg.<ref name="EAN2023"/> Einzelberichte beschreiben einen positiven Effekt von Topiramat und [[Melatonin]].<ref name="DG"/> Wenn eine Substanz allein nicht wirkt, muss unter ärztlicher Kontrolle eine Kombination ausprobiert werden.<ref name="DM"/> | Wenn Verapamil und Lithiumkarbonat versagen, kann ein Versuch mit den ebenfalls verschreibungspflichtigen Substanzen [[Topiramat]], [[Pizotifen]] oder [[Valproinsäure]] unternommen werden.<ref name="DM"/> Die europäische Leitlinie von 2023 führt von diesen nur [[Topiramat]] als Mittel der zweiten Wahl, mit Beginn bei 25 mg und wöchentlicher Steigerung um 25 mg.<ref name="EAN2023"/> Einzelberichte beschreiben einen positiven Effekt von Topiramat und [[Melatonin]].<ref name="DG"/> Wenn eine Substanz allein nicht wirkt, muss unter ärztlicher Kontrolle eine Kombination ausprobiert werden.<ref name="DM"/> | ||