Schnellinformationen Cluster-Kopfschmerz: Unterschied zwischen den Versionen
DMKG Flyer Version 2020 https://www.attacke-kopfschmerzen.de/images/patienteninformationen/dmkg-attacke-clusterkopfschmerzen.pdf |
Cezary (Diskussion | Beiträge) Einstiegsseite auf den Stand gebracht: Beim Sauerstoff fehlte die Flussrate – die Angabe, die auf die Verordnung gehört; die Akutmittel stehen jetzt in der Reihenfolge der europäischen Leitlinie, Lidocain mit seinen Zahlen am Ende. Bei Verapamil ergänzt, dass die Kasse es seit 2012 zahlt und dass EKG-Kontrollen nötig sind; „auf Dauer gut verträglich" steht gegen die Zahlen. Neu: Okzipitalnervenblockade und CGRP-Antikörper |
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* Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen ist ein Kopfschmerztagebuch sinnvoll. Dies erleichtert dem Arzt die [[Cluster-Kopfschmerz Diagnose|Diagnostik]] und dient der Überwachung einer Therapie. Der "Kopfschmerzkalender" kann helfen, persönliche Auslöser ([[Trigger]]) zu erkennen. Es reicht ein Blatt Papier oder Heft, in dem Datum, Uhrzeit, Dauer, die Stärke und die Art des Schmerzes, der Bereich in dem die Schmerzen sind, verwendete Medikamente und vermutete Auslöser eingetragen werden. Im Internet und bei Ärzten gibt es entsprechende [[Links_im_Internet#Kopfschmerztageb.C3.BCcher|Vordrucke]]. Patienten die auf bestimmte Auslöser reagieren sollten diese meiden. | * Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen ist ein Kopfschmerztagebuch sinnvoll. Dies erleichtert dem Arzt die [[Cluster-Kopfschmerz Diagnose|Diagnostik]] und dient der Überwachung einer Therapie. Der "Kopfschmerzkalender" kann helfen, persönliche Auslöser ([[Trigger]]) zu erkennen. Es reicht ein Blatt Papier oder Heft, in dem Datum, Uhrzeit, Dauer, die Stärke und die Art des Schmerzes, der Bereich in dem die Schmerzen sind, verwendete Medikamente und vermutete Auslöser eingetragen werden. Im Internet und bei Ärzten gibt es entsprechende [[Links_im_Internet#Kopfschmerztageb.C3.BCcher|Vordrucke]]. Patienten die auf bestimmte Auslöser reagieren sollten diese meiden. | ||
* Eine Selbstbehandlung ist bei Cluster-Kopfschmerz nicht sinnvoll, da die Medikamente verschreibungspflichtig sind und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sein müssen. Einfache Schmerzmittel sind bei Cluster-Kopfschmerz wirkungslos. Von irgendwelchen "Wundermitteln" ist dringend abzuraten, da diese in der Regel nur die Aufnahme einer wirksamen Behandlung verzögern. Einige Betroffene berichten von Verbesserung durch '''[[Ernährungsumstellung]]''' auf eine Purin und/oder Histamin reduzierte Diät. | * Eine Selbstbehandlung ist bei Cluster-Kopfschmerz nicht sinnvoll, da die Medikamente verschreibungspflichtig sind und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sein müssen. Einfache Schmerzmittel sind bei Cluster-Kopfschmerz wirkungslos. Von irgendwelchen "Wundermitteln" ist dringend abzuraten, da diese in der Regel nur die Aufnahme einer wirksamen Behandlung verzögern. Einige Betroffene berichten von Verbesserung durch '''[[Ernährungsumstellung]]''' auf eine Purin und/oder Histamin reduzierte Diät. Für keine dieser Diäten gibt es allerdings einen Wirksamkeitsnachweis, und keine Leitlinie empfiehlt eine. Die belegten Auslöser sind keine Lebensmittel, sondern Alkohol während der Episode und gefäßerweiternde Medikamente (siehe [[Cluster-Kopfschmerz Trigger|Trigger]]). | ||
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<big>Cluster-Kopfschmerz Behandlung</big> | <big>Cluster-Kopfschmerz Behandlung</big> | ||
* '''Medikamente zur akuten Schmerzbekämpfung''' | * '''Medikamente zur akuten Schmerzbekämpfung''' (Reihenfolge nach der europäischen Leitlinie von 2023) | ||
** Die Inhalation von 100% medizinischem [[Sauerstoff|Sauerstoff]] ( | ** Die Inhalation von 100% medizinischem [[Sauerstoff|Sauerstoff]] aus der Druckgasflasche (siehe unten) über eine [[Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske|Hochkonzentrationsmaske]] (Non-Rebreather Maske) – '''mindestens 12, bei Bedarf bis 15 Liter pro Minute''', sofort bei Attackenbeginn, 15 bis 20 Minuten lang. Die Flussrate ist die Angabe, die auf die Verordnung gehört: Mit zu niedrigem Fluss bleibt der Sauerstoff bei einem Teil der Attacken ohne Wirkung. | ||
**[[Sumatriptan]] [[subkutan]], 6 mg – Handelsname Imigran<sup>®</sup> Inject; höchstens zwei Injektionen in 24 Stunden. Wer auf die erste Injektion '''nicht''' anspricht, soll für dieselbe Attacke keine zweite anwenden – die zweite ist nur für den Fall gedacht, dass die Attacke nach zunächst erfolgreicher Behandlung wiederkehrt. Das früher hier genannte Sumatriptan Hormosan<sup>®</sup> Inject ist unter diesem Namen nicht mehr im Handel; der Hersteller hat 2021 einen Nachfolger mit neuer Bezeichnung angekündigt. | |||
**[[Sumatriptan]] [[subkutan]] | **[[Zolmitriptan|Zolmitriptan]] Nasalspray, 5 mg – bei ungenügender Wirkung sieht die Fachinformation für nachfolgende Attacken 10 mg vor, also zwei Sprühstöße. Handelsnamen: AscoTop<sup>®</sup> Nasal oder Zomig<sup>®</sup> Nasal. In das '''schmerzfreie''' Nasenloch geben. | ||
**[[Zolmitriptan|Zolmitriptan]] Nasalspray | **[[Sumatriptan]] Nasalspray (Imigran<sup>®</sup> Nasal) – für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen, in der europäischen Leitlinie aber genannt. | ||
**[[Sumatriptan]] Nasalspray (Imigran<sup>®</sup> Nasal) | **[[Lidocain|Lidocain Nasentropfen]] – vor allem eine Möglichkeit für Betroffene, die keine Triptane anwenden dürfen; die europäische Leitlinie führt sie nur als Konsens der Autorengruppe. In der Untersuchung dazu (30 Betroffene, vierprozentige Lösung) berichteten 27 % eine mittelgradige und 27 % eine leichte Besserung, 46 % keine. Bei der Anwendung den Kopf in <u>auf dem Rücken liegender Position</u> ca. 45° nach hinten und ca. 30°- 40° zur betroffenen Seite hin drehen. | ||
* '''Medikamente zur vorbeugenden Behandlung''' | * '''Medikamente zur vorbeugenden Behandlung''' | ||
** [[Verapamil]] ist das | ** [[Verapamil]] ist das Mittel der ersten Wahl zur Vorbeugung. Es ist für den Cluster-Kopfschmerz '''nicht zugelassen''', aber seit Oktober 2012 durch einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig – es muss also nicht privat bezahlt werden. Nötig sind EKG-Kontrollen vor Beginn, bei jeder Dosissteigerung '''und auch in der Dauerbehandlung''': Nebenwirkungen am Herzen sind häufig – in einer Untersuchung an 108 Behandelten 19 % Herzrhythmusstörungen und 36 % ein verlangsamter Puls – und sie treten teils erst nach Jahren auf. Die Wirkung setzt erst nach zwei bis drei Wochen ein. | ||
** [[Lithium]]karbonat ist in Deutschland die einzige zur Vorbeugung von Cluster-Kopfschmerz zugelassene Substanz und das Mittel der zweiten Wahl | ** Zur '''Überbrückung''', bis Verapamil wirkt: [[Corticosteroide]] – in der Regel nur kurzfristig (< 4 Wochen) – oder eine Injektion von Kortison in die Nähe des großen Hinterhauptnervs ([[Infiltrationstherapie bei Cluster-Kopfschmerz|Okzipitalnervenblockade]]). Für die Blockade gibt es eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an 43 Betroffenen mit mehr als zwei Attacken am Tag: Nach drei Injektionen hatten 20 von 21 Behandelten höchstens noch zwei Attacken am Tag, gegenüber 12 von 22 in der Vergleichsgruppe. | ||
** [[Lithium]]karbonat ist in Deutschland die einzige zur Vorbeugung von Cluster-Kopfschmerz zugelassene Substanz und das Mittel der zweiten Wahl, vor allem beim chronischen Verlauf. | |||
** Lange wirksame [[Triptan]]e wie [[Naratriptan]] und [[Frovatriptan]] oder [[Ergotamin]] können in der Kurzprophylaxe, bis eine andere Vorbeugung greift, eingesetzt werden. | ** Lange wirksame [[Triptan]]e wie [[Naratriptan]] und [[Frovatriptan]] oder [[Ergotamin]] können in der Kurzprophylaxe, bis eine andere Vorbeugung greift, eingesetzt werden. Bei Ergotamin ist zu beachten, dass das noch erhältliche Präparat nur für die Migräne zugelassen ist. | ||
** Einzelberichte beschreiben einen positiven Effekt von [[Topiramat]] und [[Melatonin]]. | ** Einzelberichte beschreiben einen positiven Effekt von [[Topiramat]] und [[Melatonin]]; die europäische Leitlinie von 2023 führt beide als Möglichkeit, stützt das aber ausdrücklich nicht auf Studien, sondern auf den Konsens der Autorengruppe. | ||
** Seit 2019 gibt es mit den CGRP-Antikörpern eine weitere Gruppe: Die europäische Leitlinie empfiehlt Galcanezumab bei sonst nicht beherrschbarem '''episodischem''' Verlauf; die Studie beim chronischen Verlauf verlief negativ, und eine europäische Zulassung für dieses Anwendungsgebiet gibt es bisher nicht. | |||
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Quelle: Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020. | Quelle: Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020 – damit abgelaufen; eine Überarbeitung ist bei der AWMF am 24.07.2025 angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026. [https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-036 Online im Leitlinienregister der AWMF]. '''Maßgeblich ist derzeit die Leitlinie der European Academy of Neurology:''' May A, Evers S, Goadsby PJ et al.: European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache. ''Eur J Neurol.'' 2023; '''30'''(10): 2955-2979, PMID 37515405, [https://doi.org/10.1111/ene.15956 frei zugänglich]. Die Zahlen zu Verapamil aus: Cohen AS, Matharu MS, Goadsby PJ, ''Neurology'' 2007; '''69'''(7): 668-75, PMID 17698788. Die Zahlen zur Okzipitalnervenblockade aus: Leroux E et al., ''Lancet Neurol.'' 2011; '''10'''(10): 891-7, PMID 21903477. Die Zahlen zu Lidocain aus: Robbins L, ''Headache'' 1995; '''35'''(2): 83-4, PMID 7737866. | ||
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Version vom 21. September 2026, 10:54 Uhr
Wichtiger Hinweis: Sie sollten Informationen aus dem Internet, auch aus CK-Wissen, niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei gesundheitlichen Beschwerden fragen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt oder Apotheker. Nehmen Sie niemals Medikamente (Heilkräuter, homöopathische Mittel, Nahrungsergänzungsmittel eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein!
- Schlagartig einsetzende starke Kopfschmerzen sollten schnellstmöglich diagnostisch abgeklärt werden. Auch wenn schon länger vorhandene und wiederkehrende Kopfschmerzen verstärkt auftreten oder unerträglich werden: Der Patient ist ein Notfall, ein Schmerzpatient! - Ärzte sind verpflichtet Schmerzpatienten möglichst sofort zu behandeln. Daher sofort einen Arzt aufsuchen, an Wochenenden und an Feiertagen eine Klinik, und auf einer Untersuchung bestehen.
- Bei Verdacht auf Cluster-Kopfschmerz: Suchen Sie einen Neurologen, der Erfahrung mit Cluster-Kopfschmerz Patienten hat. Versuchen Sie ggf. einen Termin in den Kliniken zu bekommen. Anschriften von Ärzten und Kliniken mit denen Cluster-Kopfschmerz Patienten gute Erfahrungen gemacht haben finden Sie in der Liste der
- Bitte unbedingt lesen: Patienten-Informationen Cluster-Kopfschmerz der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG):
- Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen ist ein Kopfschmerztagebuch sinnvoll. Dies erleichtert dem Arzt die Diagnostik und dient der Überwachung einer Therapie. Der "Kopfschmerzkalender" kann helfen, persönliche Auslöser (Trigger) zu erkennen. Es reicht ein Blatt Papier oder Heft, in dem Datum, Uhrzeit, Dauer, die Stärke und die Art des Schmerzes, der Bereich in dem die Schmerzen sind, verwendete Medikamente und vermutete Auslöser eingetragen werden. Im Internet und bei Ärzten gibt es entsprechende Vordrucke. Patienten die auf bestimmte Auslöser reagieren sollten diese meiden.
- Eine Selbstbehandlung ist bei Cluster-Kopfschmerz nicht sinnvoll, da die Medikamente verschreibungspflichtig sind und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sein müssen. Einfache Schmerzmittel sind bei Cluster-Kopfschmerz wirkungslos. Von irgendwelchen "Wundermitteln" ist dringend abzuraten, da diese in der Regel nur die Aufnahme einer wirksamen Behandlung verzögern. Einige Betroffene berichten von Verbesserung durch Ernährungsumstellung auf eine Purin und/oder Histamin reduzierte Diät. Für keine dieser Diäten gibt es allerdings einen Wirksamkeitsnachweis, und keine Leitlinie empfiehlt eine. Die belegten Auslöser sind keine Lebensmittel, sondern Alkohol während der Episode und gefäßerweiternde Medikamente (siehe Trigger).
Cluster-Kopfschmerz Behandlung
- Medikamente zur akuten Schmerzbekämpfung (Reihenfolge nach der europäischen Leitlinie von 2023)
- Die Inhalation von 100% medizinischem Sauerstoff aus der Druckgasflasche (siehe unten) über eine Hochkonzentrationsmaske (Non-Rebreather Maske) – mindestens 12, bei Bedarf bis 15 Liter pro Minute, sofort bei Attackenbeginn, 15 bis 20 Minuten lang. Die Flussrate ist die Angabe, die auf die Verordnung gehört: Mit zu niedrigem Fluss bleibt der Sauerstoff bei einem Teil der Attacken ohne Wirkung.
- Sumatriptan subkutan, 6 mg – Handelsname Imigran® Inject; höchstens zwei Injektionen in 24 Stunden. Wer auf die erste Injektion nicht anspricht, soll für dieselbe Attacke keine zweite anwenden – die zweite ist nur für den Fall gedacht, dass die Attacke nach zunächst erfolgreicher Behandlung wiederkehrt. Das früher hier genannte Sumatriptan Hormosan® Inject ist unter diesem Namen nicht mehr im Handel; der Hersteller hat 2021 einen Nachfolger mit neuer Bezeichnung angekündigt.
- Zolmitriptan Nasalspray, 5 mg – bei ungenügender Wirkung sieht die Fachinformation für nachfolgende Attacken 10 mg vor, also zwei Sprühstöße. Handelsnamen: AscoTop® Nasal oder Zomig® Nasal. In das schmerzfreie Nasenloch geben.
- Sumatriptan Nasalspray (Imigran® Nasal) – für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen, in der europäischen Leitlinie aber genannt.
- Lidocain Nasentropfen – vor allem eine Möglichkeit für Betroffene, die keine Triptane anwenden dürfen; die europäische Leitlinie führt sie nur als Konsens der Autorengruppe. In der Untersuchung dazu (30 Betroffene, vierprozentige Lösung) berichteten 27 % eine mittelgradige und 27 % eine leichte Besserung, 46 % keine. Bei der Anwendung den Kopf in auf dem Rücken liegender Position ca. 45° nach hinten und ca. 30°- 40° zur betroffenen Seite hin drehen.
- Medikamente zur vorbeugenden Behandlung
- Verapamil ist das Mittel der ersten Wahl zur Vorbeugung. Es ist für den Cluster-Kopfschmerz nicht zugelassen, aber seit Oktober 2012 durch einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig – es muss also nicht privat bezahlt werden. Nötig sind EKG-Kontrollen vor Beginn, bei jeder Dosissteigerung und auch in der Dauerbehandlung: Nebenwirkungen am Herzen sind häufig – in einer Untersuchung an 108 Behandelten 19 % Herzrhythmusstörungen und 36 % ein verlangsamter Puls – und sie treten teils erst nach Jahren auf. Die Wirkung setzt erst nach zwei bis drei Wochen ein.
- Zur Überbrückung, bis Verapamil wirkt: Corticosteroide – in der Regel nur kurzfristig (< 4 Wochen) – oder eine Injektion von Kortison in die Nähe des großen Hinterhauptnervs (Okzipitalnervenblockade). Für die Blockade gibt es eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an 43 Betroffenen mit mehr als zwei Attacken am Tag: Nach drei Injektionen hatten 20 von 21 Behandelten höchstens noch zwei Attacken am Tag, gegenüber 12 von 22 in der Vergleichsgruppe.
- Lithiumkarbonat ist in Deutschland die einzige zur Vorbeugung von Cluster-Kopfschmerz zugelassene Substanz und das Mittel der zweiten Wahl, vor allem beim chronischen Verlauf.
- Lange wirksame Triptane wie Naratriptan und Frovatriptan oder Ergotamin können in der Kurzprophylaxe, bis eine andere Vorbeugung greift, eingesetzt werden. Bei Ergotamin ist zu beachten, dass das noch erhältliche Präparat nur für die Migräne zugelassen ist.
- Einzelberichte beschreiben einen positiven Effekt von Topiramat und Melatonin; die europäische Leitlinie von 2023 führt beide als Möglichkeit, stützt das aber ausdrücklich nicht auf Studien, sondern auf den Konsens der Autorengruppe.
- Seit 2019 gibt es mit den CGRP-Antikörpern eine weitere Gruppe: Die europäische Leitlinie empfiehlt Galcanezumab bei sonst nicht beherrschbarem episodischem Verlauf; die Studie beim chronischen Verlauf verlief negativ, und eine europäische Zulassung für dieses Anwendungsgebiet gibt es bisher nicht.
Quelle: Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020 – damit abgelaufen; eine Überarbeitung ist bei der AWMF am 24.07.2025 angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026. Online im Leitlinienregister der AWMF. Maßgeblich ist derzeit die Leitlinie der European Academy of Neurology: May A, Evers S, Goadsby PJ et al.: European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache. Eur J Neurol. 2023; 30(10): 2955-2979, PMID 37515405, frei zugänglich. Die Zahlen zu Verapamil aus: Cohen AS, Matharu MS, Goadsby PJ, Neurology 2007; 69(7): 668-75, PMID 17698788. Die Zahlen zur Okzipitalnervenblockade aus: Leroux E et al., Lancet Neurol. 2011; 10(10): 891-7, PMID 21903477. Die Zahlen zu Lidocain aus: Robbins L, Headache 1995; 35(2): 83-4, PMID 7737866.
Zur Sauerstoffbehandlung sollte der Arzt entsprechend dem Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen einen Druckminderer für Druckgasflaschen, Positionsnummer 14 . 24 . 05 . 0 verordnen.
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