Cluster-Kopfschmerz Medikationen: Unterschied zwischen den Versionen

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{| class="wikitable"
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! Wofür !! Mittel !! Wie die Leitlinie es einstuft
! Mittel !! Wie die Leitlinie es einstuft
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! colspan="2" | Gegen die Attacke
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| rowspan="5" | '''Gegen die Attacke'''
| [[Sauerstoff]] (100 %), mindestens 12 Liter pro Minute, in manchen Fällen bis 15, über eine Maske ohne Rückatmung (Non-Rebreather-Maske); 15 Minuten laut Zusammenfassung, 20 Minuten laut ausführlichem Text
| [[Sauerstoff]] (100 %), mindestens 12 Liter pro Minute, in manchen Fällen bis 15, über eine Maske ohne Rückatmung (Non-Rebreather-Maske); 15 Minuten laut Zusammenfassung, 20 Minuten laut ausführlichem Text
| an erster Stelle; starke Empfehlung
| an erster Stelle; starke Empfehlung
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| schwache Empfehlung (Konsens)
| schwache Empfehlung (Konsens)
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| rowspan="3" | '''Zur Überbrückung''', bis die Vorbeugung wirkt
! colspan="2" | Zur Überbrückung, bis die Vorbeugung wirkt
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| [[Corticosteroide|Kortison]], zum Beispiel Prednisolon 60–100 mg täglich über fünf Tage, dann alle vier Tage 10 mg weniger
| [[Corticosteroide|Kortison]], zum Beispiel Prednisolon 60–100 mg täglich über fünf Tage, dann alle vier Tage 10 mg weniger
| schwache Empfehlung; lange Behandlungen vermeiden
| schwache Empfehlung; lange Behandlungen vermeiden
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| Ergotamin und Frovatriptan: Konsens; Naratriptan: „kann erwogen werden“
| Ergotamin und Frovatriptan: Konsens; Naratriptan: „kann erwogen werden“
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| rowspan="6" | '''Zur Vorbeugung'''
! colspan="2" | Zur Vorbeugung
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| [[Verapamil]], mindestens 240 mg täglich, bei Bedarf bis 720 mg und mehr; EKG vor Beginn und bei jeder Steigerung, später regelmäßig
| [[Verapamil]], mindestens 240 mg täglich, bei Bedarf bis 720 mg und mehr; EKG vor Beginn und bei jeder Steigerung, später regelmäßig
| Mittel der Wahl beim episodischen und chronischen Verlauf (Konsens)
| Mittel der Wahl beim episodischen und chronischen Verlauf (Konsens)
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* '''[[Dihydroergotamin]] (DHE)''': In Deutschland nicht verfügbar. Das Ruhen der Zulassungen wurde zum 1. Februar 2014 angeordnet; seit Februar 2022 sind nach Angabe des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte keine dihydroergotaminhaltigen Arzneimittel mehr zugelassen.<ref name="BFARMDHE">[https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/a-f/dihydroergotamin.html BfArM, Risikoinformationen: „Dihydroergotamin und Dihydroergotoxin: Ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis"], Seite am 22.09.2026 gelesen; die Seite führt die Einträge vom 01.04.2014, 03.02.2015, 29.01.2016, 15.01.2018, 13.01.2020 und 22.02.2022 mit den jeweiligen Bescheiden. Dort im Eintrag vom 22.02.2022 im Wortlaut: „In Deutschland sind keine dihydroergotaminhaltigen Arzneimittel mehr zugelassen.“ (so auf der Seite [[Dihydroergotamin]] wiedergegeben).</ref>
* '''[[Dihydroergotamin]] (DHE)''': In Deutschland nicht verfügbar. Das Ruhen der Zulassungen wurde zum 1. Februar 2014 angeordnet; seit Februar 2022 sind nach Angabe des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte keine dihydroergotaminhaltigen Arzneimittel mehr zugelassen.<ref name="BFARMDHE">[https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/a-f/dihydroergotamin.html BfArM, Risikoinformationen: „Dihydroergotamin und Dihydroergotoxin: Ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis"], Seite am 22.09.2026 gelesen; die Seite führt die Einträge vom 01.04.2014, 03.02.2015, 29.01.2016, 15.01.2018, 13.01.2020 und 22.02.2022 mit den jeweiligen Bescheiden. Dort im Eintrag vom 22.02.2022 im Wortlaut: „In Deutschland sind keine dihydroergotaminhaltigen Arzneimittel mehr zugelassen.“ (so auf der Seite [[Dihydroergotamin]] wiedergegeben).</ref>
* '''[[Ergotamin]]''' ist noch als Tablette im Handel, aber nur für die Migräne zugelassen; beim Cluster-Kopfschmerz ist das ein Gebrauch außerhalb der Zulassung.<ref name="ERGOKRANIT">[https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/fi_ergo_kranit.pdf Fachinformation Ergo-Kranit&#174; Migräne 2 mg Tabletten (PDF-Datei)], Stand Februar 2023, Abschnitt 4.1 im Wortlaut: „Behandlung von Migräne-Anfällen (insbesondere sehr lange Anfälle), wenn andere Therapien nicht wirksam oder nicht indiziert sind.“; gleichlautend die [https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/gi_ergo_kranit.pdf Gebrauchsinformation] („zuletzt überarbeitet im Februar 2023"). Beide Dokumente am 22.09.2026 abgerufen und gelesen.</ref> Die europäische Leitlinie nennt Ergotamin 2 mg als Tablette oder Zäpfchen, „if available“; Zäpfchen können eine Attacke nicht beenden, taugen aber zur kurzfristigen Vorbeugung.<ref name="EANSI"/>
* '''[[Ergotamin]]''' ist noch als Tablette im Handel, aber nur für die Migräne zugelassen; beim Cluster-Kopfschmerz ist das ein Gebrauch außerhalb der Zulassung.<ref name="ERGOKRANIT">[https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/fi_ergo_kranit.pdf Fachinformation Ergo-Kranit&#174; Migräne 2 mg Tabletten (PDF-Datei)], Stand Februar 2023, Abschnitt 4.1 im Wortlaut: „Behandlung von Migräne-Anfällen (insbesondere sehr lange Anfälle), wenn andere Therapien nicht wirksam oder nicht indiziert sind.“; gleichlautend die [https://www.krewelmeuselbach.de/de/pdf/figihwg/gi_ergo_kranit.pdf Gebrauchsinformation] („zuletzt überarbeitet im Februar 2023"). Beide Dokumente am 22.09.2026 abgerufen und gelesen.</ref> Die europäische Leitlinie nennt Ergotamin 2 mg als Tablette oder Zäpfchen, „if available“; Zäpfchen können eine Attacke nicht beenden, taugen aber zur kurzfristigen Vorbeugung.<ref name="EANSI"/>
* '''Triptane mit langer [http://de.wikipedia.org/wiki/Halbwertszeit Halbwertszeit]''' wie [[Naratriptan]] und [[Frovatriptan]] können – wie Ergotamin – abends zur kurzfristigen Vorbeugung eingesetzt werden, bis eine andere Vorbeugung greift, vor allem bei nächtlichen Attacken; die europäische Leitlinie hält Frovatriptan dann für die möglicherweise bessere Wahl.<ref name="EANSI"/>
* '''Triptane mit langer [https://de.wikipedia.org/wiki/Halbwertszeit Halbwertszeit]''' wie [[Naratriptan]] und [[Frovatriptan]] können – wie Ergotamin – abends zur kurzfristigen Vorbeugung eingesetzt werden, bis eine andere Vorbeugung greift, vor allem bei nächtlichen Attacken; die europäische Leitlinie hält Frovatriptan dann für die möglicherweise bessere Wahl.<ref name="EANSI"/>
* '''[[Capsaicin]]''' als Salbe in das Nasenloch auf der Schmerzseite führte die deutsche Leitlinie von 2015 unter den weiteren Möglichkeiten; zur Studienlage siehe [[Capsaicin]].
* '''[[Capsaicin]]''' als Salbe in das Nasenloch auf der Schmerzseite führte die deutsche Leitlinie von 2015 unter den weiteren Möglichkeiten; zur Studienlage siehe [[Capsaicin]].
* '''[[Warfarin]]''' und '''[http://web.archive.org/web/20160804104149/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=2035 Candesartan]''': Für Warfarin ist eine positive randomisierte kontrollierte Pilotstudie veröffentlicht; für Candesartan fand eine einzelne kontrollierte Studie beim episodischen Verlauf im vorab festgelegten Test keinen statistisch gesicherten Unterschied zum Scheinmedikament. Die Autoren nennen die Studie selbst negativ und halten wegen einer nachträglichen Auswertung größere Studien für möglicherweise gerechtfertigt.<ref name="TRONVIK2013">{{cite journal |author=Tronvik E, Wienecke T, Monstad I, Dahlöf C, Bøe MG, Tjensvoll AB, Salvesen R, Zwart JA, Jansson SO, Stovner LJ |title=Randomised trial on episodic cluster headache with an angiotensin II receptor blocker |journal=Cephalalgia |volume=33 |issue=12 |pages=1026-1034 |year=2013 |pmid=23598371 |doi=10.1177/0333102413484989}} Im Wortlaut: „The difference between the candesartan and placebo group was not significant with the pre-planned non-parametric ranking test“; „This was a negative trial. Post-hoc statistics suitable to describe the temporal changes in cluster headache indicate that conduction of future larger studies may be justified.“</ref> Die europäische Leitlinie erwähnt beide nicht. Mehr auf der Seite [[Warfarin]].
* '''[[Warfarin]]''' und '''[https://web.archive.org/web/20160804104149/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=2035 Candesartan]''': Für Warfarin ist eine positive randomisierte kontrollierte Pilotstudie veröffentlicht; für Candesartan fand eine einzelne kontrollierte Studie beim episodischen Verlauf im vorab festgelegten Test keinen statistisch gesicherten Unterschied zum Scheinmedikament. Die Autoren nennen die Studie selbst negativ und halten wegen einer nachträglichen Auswertung größere Studien für möglicherweise gerechtfertigt.<ref name="TRONVIK2013">{{cite journal |author=Tronvik E, Wienecke T, Monstad I, Dahlöf C, Bøe MG, Tjensvoll AB, Salvesen R, Zwart JA, Jansson SO, Stovner LJ |title=Randomised trial on episodic cluster headache with an angiotensin II receptor blocker |journal=Cephalalgia |volume=33 |issue=12 |pages=1026-1034 |year=2013 |pmid=23598371 |doi=10.1177/0333102413484989}} Im Wortlaut: „The difference between the candesartan and placebo group was not significant with the pre-planned non-parametric ranking test“; „This was a negative trial. Post-hoc statistics suitable to describe the temporal changes in cluster headache indicate that conduction of future larger studies may be justified.“</ref> Die europäische Leitlinie erwähnt beide nicht. Mehr auf der Seite [[Warfarin]].


Die deutschsprachige Leitlinie „Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen“ (herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen; Stand 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020) ist [https://www.dgn.org/leitlinie/clusterkopfschmerz-und-trigeminoautonome-kopfschmerzen bei der DGN] weiter abrufbar.<ref name="DGNLL">[https://www.dgn.org/leitlinie/clusterkopfschmerz-und-trigeminoautonome-kopfschmerzen Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinie „Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen“], am 23.09.2026 abgerufen. Im Wortlaut: „Stand: 14.5.2015“, „AWMF-Registernummer: 030/036“, „Entwicklungsstufe: S1“, „Gültig bis: 13.5.2020“.</ref> Eine Überarbeitung ist angemeldet und für Ende 2026 geplant.<ref name="AWMFREG"/>
Die deutschsprachige Leitlinie „Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen“ (herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen; Stand 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020) ist [https://www.dgn.org/leitlinie/clusterkopfschmerz-und-trigeminoautonome-kopfschmerzen bei der DGN] weiter abrufbar.<ref name="DGNLL">[https://www.dgn.org/leitlinie/clusterkopfschmerz-und-trigeminoautonome-kopfschmerzen Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinie „Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen“], am 23.09.2026 abgerufen. Im Wortlaut: „Stand: 14.5.2015“, „AWMF-Registernummer: 030/036“, „Entwicklungsstufe: S1“, „Gültig bis: 13.5.2020“.</ref> Eine Überarbeitung ist angemeldet und für Ende 2026 geplant.<ref name="AWMFREG"/>
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=== Kontrollierte Studien ===
=== Kontrollierte Studien ===


* [http://web.archive.org/web/20160804104149/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=2035 Candesartan (Forum)]
* [https://web.archive.org/web/20160804104149/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=2035 Candesartan (Forum)]
* [[Leuprorelin]]
* [[Leuprorelin]]
* [[Octreotid]] / [[Somatostatin]]
* [[Octreotid]] / [[Somatostatin]]
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* [[Ketamin]]
* [[Ketamin]]
* [[Ketotifen]]
* [[Ketotifen]]
* [http://web.archive.org/web/20160804104148/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=1789 Levetiracetam (Forum)]
* [https://web.archive.org/web/20160804104148/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=1789 Levetiracetam (Forum)]
* [[Lisurid]]
* [[Lisurid]]
* [[Memantin]]
* [[Memantin]]
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* Testosteron ''– siehe den Abschnitt [[#Testosteron|Testosteron]]''
* Testosteron ''– siehe den Abschnitt [[#Testosteron|Testosteron]]''
* [[Tizanidin]]
* [[Tizanidin]]
* [http://web.archive.org/web/20160804104148/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=1789 Zonisamid (Forum)]
* [https://web.archive.org/web/20160804104148/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=1789 Zonisamid (Forum)]


=== Testosteron ===
=== Testosteron ===
Die Hormonlage beim Cluster-Kopfschmerz ist gut untersucht, die Behandlung mit Testosteron dagegen nicht. Zum Hintergrund – warum überhaupt an männliche Geschlechtshormone gedacht wird, wie häufig ein Mangel vorkommt und welche Beschwerden dazugehören – siehe [[Cluster-Kopfschmerz Ursachen#Männliche Geschlechtshormone|Männliche Geschlechtshormone]].
Die Hormonlage beim Cluster-Kopfschmerz ist gut untersucht, die Behandlung mit Testosteron dagegen nicht. Zum Hintergrund – warum überhaupt an männliche Geschlechtshormone gedacht wird, wie häufig ein Mangel vorkommt und welche Beschwerden dazugehören – siehe [[Cluster-Kopfschmerz Ursachen#Männliche Geschlechtshormone|Männliche Geschlechtshormone]].


Zur Behandlung gibt es nur kleine, unkontrollierte Fallserien. Die ausführlichste stammt von 2006: neun Betroffene (sieben Männer, zwei Frauen, 32 bis 56 Jahre alt) mit behandlungsresistentem Cluster-Kopfschmerz und niedrigen oder grenzwertig niedrigen Testosteronwerten. Alle hatten zuvor ohne Erfolg unter anderem Melatonin in Dosen von 12 mg und mehr, Sauerstoff mit hohem Fluss, [[Verapamil]] in der höchsten verträglichen Dosis, Antiepileptika und Triptane als Spritze erhalten. Sieben der neun hatten einen chronischen Verlauf. Fünf der sieben Männer bekamen reines Testosteron, die beiden Frauen eine Kombination aus Testosteron und Östrogen; danach waren die Behandelten in den ersten 24 Stunden attackenfrei. '''Vier Männer mit chronischem Verlauf und deutlich zu niedrigem Testosteronwert erreichten eine Remission.''' Der Autor formuliert vorsichtig, ein auffälliger Testosteronwert könne bei sonst nicht beherrschbarem Verlauf ein Ansprechen vorhersagen, und fordert planmäßige Untersuchungen.<ref name="STILLMAN2006">{{cite journal |author=Stillman MJ |title=Testosterone replacement therapy for treatment refractory cluster headache |journal=Headache |volume=46 |issue=6 |pages=925-933 |year=2006 |pmid=16732838 |doi=10.1111/j.1526-4610.2006.00436.x}} Im Wortlaut: „Seven male and 2 female patients“; „Seven of the 9 patients met 2004 International Classification for the Diagnosis of Headache criteria for chronic cluster headaches“; „After supplementation with either pure testosterone in 5 of 7 male patients or combination testosterone/estrogen therapy in both female patients, the patients achieved cluster headache freedom for the first 24 hours. Four male chronic cluster patients, all with abnormally low testosterone levels, achieved remission.“; „may predict a therapeutic response“; „Prospective studies pairing hormone levels and polysomnographic data are needed.“ Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref> Ältere Berichte gibt es aus den Jahren 1985 und 1993.<ref name="KLIMEK1985">{{cite journal |author=Klimek A |title=Use of testosterone in the treatment of cluster headache |journal=Eur Neurol |volume=24 |issue=1 |pages=53-56 |year=1985 |pmid=3967676 |doi=10.1159/000115761}} Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref><ref name="NICOLODI1993">{{cite journal |author=Nicolodi M, Sicuteri F, Poggioni M |title=Hypothalamic modulation of nociception and reproduction in cluster headache. II. Testosterone-induced increase of sexual activity in males with cluster headache |journal=Cephalalgia |volume=13 |issue=4 |pages=258-260 |year=1993 |pmid=8374941 |doi=10.1046/j.1468-2982.1993.1304258.x}} Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref>
Zur Behandlung gibt es nur kleine, unkontrollierte Fallserien. Die ausführlichste stammt von 2006: neun Betroffene (sieben Männer, zwei Frauen, 32 bis 56 Jahre alt) mit behandlungsresistentem Cluster-Kopfschmerz und niedrigen oder grenzwertig niedrigen Testosteronwerten. Alle hatten zuvor ohne Erfolg unter anderem Melatonin in Dosen von 12 mg und mehr, Sauerstoff mit hohem Fluss, [[Verapamil]] in der höchsten verträglichen Dosis, Antiepileptika und Triptane als Spritze erhalten. Sieben der neun hatten einen chronischen Verlauf.
 
Fünf der sieben Männer bekamen reines Testosteron, die beiden Frauen eine Kombination aus Testosteron und Östrogen; danach waren die Behandelten in den ersten 24 Stunden attackenfrei. '''Vier Männer mit chronischem Verlauf und deutlich zu niedrigem Testosteronwert erreichten eine Remission.''' Der Autor formuliert vorsichtig, ein auffälliger Testosteronwert könne bei sonst nicht beherrschbarem Verlauf ein Ansprechen vorhersagen, und fordert planmäßige Untersuchungen.<ref name="STILLMAN2006">{{cite journal |author=Stillman MJ |title=Testosterone replacement therapy for treatment refractory cluster headache |journal=Headache |volume=46 |issue=6 |pages=925-933 |year=2006 |pmid=16732838 |doi=10.1111/j.1526-4610.2006.00436.x}} Im Wortlaut: „Seven male and 2 female patients“; „Seven of the 9 patients met 2004 International Classification for the Diagnosis of Headache criteria for chronic cluster headaches“; „After supplementation with either pure testosterone in 5 of 7 male patients or combination testosterone/estrogen therapy in both female patients, the patients achieved cluster headache freedom for the first 24 hours. Four male chronic cluster patients, all with abnormally low testosterone levels, achieved remission.“; „may predict a therapeutic response“; „Prospective studies pairing hormone levels and polysomnographic data are needed.“ Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref> Ältere Berichte gibt es aus den Jahren 1985 und 1993.<ref name="KLIMEK1985">{{cite journal |author=Klimek A |title=Use of testosterone in the treatment of cluster headache |journal=Eur Neurol |volume=24 |issue=1 |pages=53-56 |year=1985 |pmid=3967676 |doi=10.1159/000115761}} Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref><ref name="NICOLODI1993">{{cite journal |author=Nicolodi M, Sicuteri F, Poggioni M |title=Hypothalamic modulation of nociception and reproduction in cluster headache. II. Testosterone-induced increase of sexual activity in males with cluster headache |journal=Cephalalgia |volume=13 |issue=4 |pages=258-260 |year=1993 |pmid=8374941 |doi=10.1046/j.1468-2982.1993.1304258.x}} Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref>


Das ist eine Fallserie von neun Menschen ohne Vergleichsgruppe, und die Betroffenen waren nach dem Testosteronwert ausgewählt. '''Eine Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten'''; die europäische Leitlinie von 2023 erwähnt Testosteron nicht.<ref name="EANSI"/>
Das ist eine Fallserie von neun Menschen ohne Vergleichsgruppe, und die Betroffenen waren nach dem Testosteronwert ausgewählt. '''Eine Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten'''; die europäische Leitlinie von 2023 erwähnt Testosteron nicht.<ref name="EANSI"/>
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Zum Cluster-Kopfschmerz und Cannabis gibt es in der medizinischen Literatur '''zwei''' Veröffentlichungen, die beides im Titel tragen – und eine davon ist ein Kongressbeitrag ohne vollständige Arbeit.<ref name="MOSEK2014">Mosek A, Dano M, Fainmesser Y, Hybloom Z: EHMTI-0136. Medical cannabis in the treatment of treatment-resistant, chronic cluster headache. A retrospective report. ''J Headache Pain.'' 2014; '''15'''(Suppl 1): C46. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4181050/ Abstract in PubMed Central]. Titelsuche in Europe PMC am 23.09.2026 (Titel enthält „cluster headache“ und „cannabis“): genau zwei Treffer, diese Arbeit und Leroux 2013.</ref> Kontrollierte Studien gibt es nicht; die europäische Leitlinie erwähnt Cannabis nicht.<ref name="EANSI"/> ''(Titelsuche in Europe PMC, zuletzt am 23.09.2026.)''
Zum Cluster-Kopfschmerz und Cannabis gibt es in der medizinischen Literatur '''zwei''' Veröffentlichungen, die beides im Titel tragen – und eine davon ist ein Kongressbeitrag ohne vollständige Arbeit.<ref name="MOSEK2014">Mosek A, Dano M, Fainmesser Y, Hybloom Z: EHMTI-0136. Medical cannabis in the treatment of treatment-resistant, chronic cluster headache. A retrospective report. ''J Headache Pain.'' 2014; '''15'''(Suppl 1): C46. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4181050/ Abstract in PubMed Central]. Titelsuche in Europe PMC am 23.09.2026 (Titel enthält „cluster headache“ und „cannabis“): genau zwei Treffer, diese Arbeit und Leroux 2013.</ref> Kontrollierte Studien gibt es nicht; die europäische Leitlinie erwähnt Cannabis nicht.<ref name="EANSI"/> ''(Titelsuche in Europe PMC, zuletzt am 23.09.2026.)''


Die eine belastbare Untersuchung ist eine Befragung an zwei französischen Kopfschmerzzentren mit 139 Betroffenen. '''63 von ihnen (45,3 %) hatten schon einmal Cannabis konsumiert''' – häufiger die jüngeren, Männer und Rauchende. '''27 Betroffene (19,4 % aller Befragten) hatten Cannabis gegen die Attacken eingesetzt.''' Von diesen 27 berichteten 7 eine gewisse Wirkung (25,9 %), 14 wechselnde oder unklare Effekte (51,8 %) und '''6 eine Verschlechterung''' (22,3 %).<ref name="LEROUX2013">{{cite journal |author=Leroux E, Taifas I, Valade D, Donnet A, Chagnon M, Ducros A |title=Use of cannabis among 139 cluster headache sufferers |journal=Cephalalgia |volume=33 |issue=3 |pages=208-213 |year=2013 |pmid=23197349 |doi=10.1177/0333102412468669}} Im Wortlaut: „Sixty-three of the 139 patients (45.3%) had a history of cannabis use. As compared to nonusers, cannabis users were more likely to be younger (p < 0.001), male (p = 0.002) and tobacco smokers (p < 0.001). Among the 27 patients (19.4% of the total cohort) who had tried cannabis to treat CH attacks, 25.9% reported some efficacy, 51.8% variable or uncertain effects, and 22.3% negative effects.“; „Cannabis should not be recommended for CH unless controlled trials with synthetic selective cannabinoids show a more convincing therapeutic benefit.“ Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref> In Alltagssprache: Fast jeder Zweite hatte Erfahrung mit Cannabis, aber nur jeder Fünfte hatte es überhaupt gegen eine Attacke versucht – und unter denen war die Zahl derer, bei denen es schlechter wurde, fast so groß wie die Zahl derer, denen es half. Die Autoren schließen daraus, Cannabis solle beim Cluster-Kopfschmerz nicht empfohlen werden, solange kontrollierte Studien mit synthetischen, selektiv wirkenden Cannabinoiden keinen überzeugenderen Nutzen zeigen.<ref name="LEROUX2013"/>
Die eine belastbare Untersuchung ist eine Befragung an zwei französischen Kopfschmerzzentren mit 139 Betroffenen. '''63 von ihnen (45,3 %) hatten schon einmal Cannabis konsumiert''' – häufiger die jüngeren, Männer und Rauchende.
 
'''27 Betroffene (19,4 % aller Befragten) hatten Cannabis gegen die Attacken eingesetzt.''' Von diesen 27 berichteten 7 eine gewisse Wirkung (25,9 %), 14 wechselnde oder unklare Effekte (51,8 %) und '''6 eine Verschlechterung''' (22,3 %).<ref name="LEROUX2013">{{cite journal |author=Leroux E, Taifas I, Valade D, Donnet A, Chagnon M, Ducros A |title=Use of cannabis among 139 cluster headache sufferers |journal=Cephalalgia |volume=33 |issue=3 |pages=208-213 |year=2013 |pmid=23197349 |doi=10.1177/0333102412468669}} Im Wortlaut: „Sixty-three of the 139 patients (45.3%) had a history of cannabis use. As compared to nonusers, cannabis users were more likely to be younger (p < 0.001), male (p = 0.002) and tobacco smokers (p < 0.001). Among the 27 patients (19.4% of the total cohort) who had tried cannabis to treat CH attacks, 25.9% reported some efficacy, 51.8% variable or uncertain effects, and 22.3% negative effects.“; „Cannabis should not be recommended for CH unless controlled trials with synthetic selective cannabinoids show a more convincing therapeutic benefit.“ Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref> In Alltagssprache: Fast jeder Zweite hatte Erfahrung mit Cannabis, aber nur jeder Fünfte hatte es überhaupt gegen eine Attacke versucht – und unter denen war die Zahl derer, bei denen es schlechter wurde, fast so groß wie die Zahl derer, denen es half. Die Autoren schließen daraus, Cannabis solle beim Cluster-Kopfschmerz nicht empfohlen werden, solange kontrollierte Studien mit synthetischen, selektiv wirkenden Cannabinoiden keinen überzeugenderen Nutzen zeigen.<ref name="LEROUX2013"/>


Ob die gesetzliche Krankenversicherung Medizinalcannabis bezahlt, ist eine eigene Frage mit eigener Rechtsgrundlage; sie ist unten im Abschnitt [[#Kostenübernahme in Deutschland|Kostenübernahme in Deutschland]] dargestellt.
Ob die gesetzliche Krankenversicherung Medizinalcannabis bezahlt, ist eine eigene Frage mit eigener Rechtsgrundlage; sie ist unten im Abschnitt [[#Kostenübernahme in Deutschland|Kostenübernahme in Deutschland]] dargestellt.
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Eine häufige Frage lautet: Hilft ein Mittel, das bei Migräne wirkt, auch beim Cluster-Kopfschmerz? Die Antwort fällt von Wirkstoff zu Wirkstoff verschieden aus, und für die meisten gibt es nur Einzelfallberichte. Migräne und Cluster-Kopfschmerz sind verschiedene Erkrankungen (siehe [[Differentialdiagnose]]); eine Wirkung bei der einen sagt über die andere nichts. Keines der folgenden Mittel wird in der europäischen Leitlinie von 2023 erwähnt.<ref name="EANSI"/>
Eine häufige Frage lautet: Hilft ein Mittel, das bei Migräne wirkt, auch beim Cluster-Kopfschmerz? Die Antwort fällt von Wirkstoff zu Wirkstoff verschieden aus, und für die meisten gibt es nur Einzelfallberichte. Migräne und Cluster-Kopfschmerz sind verschiedene Erkrankungen (siehe [[Differentialdiagnose]]); eine Wirkung bei der einen sagt über die andere nichts. Keines der folgenden Mittel wird in der europäischen Leitlinie von 2023 erwähnt.<ref name="EANSI"/>


'''Gepante.''' Das sind Tabletten, die den Andockplatz des Botenstoffs CGRP blockieren – also dieselbe Signalkette wie die [[Cluster-Kopfschmerz Behandlung#CGRP Antikörper|CGRP-Antikörper]], nur als kleines Molekül zum Einnehmen statt als Spritze. In der Europäischen Union sind sie zur Behandlung der Migräne zugelassen, nicht für den Cluster-Kopfschmerz. Zum '''Atogepant''' gibt es seit Oktober 2025 eine Fallserie aus Lissabon: '''vier Betroffene''' (zwei mit episodischem, zwei mit chronischem Verlauf), bei denen die bisherige Vorbeugung nicht gewirkt hatte und die auf 60 mg täglich ansprachen. Bemerkenswert daran: Die beiden chronischen Fälle hatten auf Galcanezumab unter die Haut '''nicht''' angesprochen – auf die Tablette schon. In einem Fall kehrten die Attacken zurück, als die Dosis auf 30 mg gesenkt wurde, und blieben unter 60 mg wieder aus. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Die Autoren selbst betonen die Grenzen: vier Fälle, offene rückblickende Auswertung, kontrollierte Studien nötig.<ref name="SERRAO2026">{{cite journal |author=Serrão C, Sotero FD, Kauppila LA, Martins IP |title=Can atogepant be a preventive treatment for cluster headache? Insights from a case series |journal=Headache |volume=66 |issue=1 |pages=336-340 |year=2026 |pmid=41044859 |doi=10.1111/head.15066}} Online zuerst im Oktober 2025. [https://europepmc.org/articles/PMC12849524 Frei zugänglich]. Im Wortlaut: „we describe four case reports of CH (two episodic CH and two chronic CH), unresponsive to previous prophylactic treatments, who responded to daily atogepant (60 mg). Chronic CH cases were refractory to subcutaneous galcanezumab. In one case, a reduction to atogepant (30 mg daily) resulted in recurrence of headache attacks, which subsided on reintroduction of the initial dose. No serious adverse effects were reported.“; „Despite the limited number of cases and the open retrospective design“. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref> '''Das ist ein Hinweis, kein Nachweis.''' Wer die Kombination mit anderen Medikamenten erwägt, sollte wissen, dass die Fachinformation von Atogepant bei gleichzeitiger Einnahme starker CYP3A4- oder starker OATP-Hemmer eine verringerte Dosis von 10 mg vorsieht.<ref name="AQUIPTA">[https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/aquipta-epar-product-information_de.pdf Produktinformation AQUIPTA (Atogepant) der Europäischen Arzneimittel-Agentur], Abschnitt 4.2 (Dosis bei gleichzeitiger Einnahme starker CYP3A4- oder OATP-Hemmer), abgerufen am 21.09.2026.</ref>
'''Gepante.''' Das sind Tabletten, die den Andockplatz des Botenstoffs CGRP blockieren – also dieselbe Signalkette wie die [[Cluster-Kopfschmerz Behandlung#CGRP Antikörper|CGRP-Antikörper]], nur als kleines Molekül zum Einnehmen statt als Spritze. In der Europäischen Union sind sie zur Behandlung der Migräne zugelassen, nicht für den Cluster-Kopfschmerz.
 
Zum '''Atogepant''' gibt es seit Oktober 2025 eine Fallserie aus Lissabon: '''vier Betroffene''' (zwei mit episodischem, zwei mit chronischem Verlauf), bei denen die bisherige Vorbeugung nicht gewirkt hatte und die auf 60 mg täglich ansprachen. Bemerkenswert daran: Die beiden chronischen Fälle hatten auf Galcanezumab unter die Haut '''nicht''' angesprochen – auf die Tablette schon. In einem Fall kehrten die Attacken zurück, als die Dosis auf 30 mg gesenkt wurde, und blieben unter 60 mg wieder aus.
 
Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Die Autoren selbst betonen die Grenzen: vier Fälle, offene rückblickende Auswertung, kontrollierte Studien nötig.<ref name="SERRAO2026">{{cite journal |author=Serrão C, Sotero FD, Kauppila LA, Martins IP |title=Can atogepant be a preventive treatment for cluster headache? Insights from a case series |journal=Headache |volume=66 |issue=1 |pages=336-340 |year=2026 |pmid=41044859 |doi=10.1111/head.15066}} Online zuerst im Oktober 2025. [https://europepmc.org/articles/PMC12849524 Frei zugänglich]. Im Wortlaut: „we describe four case reports of CH (two episodic CH and two chronic CH), unresponsive to previous prophylactic treatments, who responded to daily atogepant (60 mg). Chronic CH cases were refractory to subcutaneous galcanezumab. In one case, a reduction to atogepant (30 mg daily) resulted in recurrence of headache attacks, which subsided on reintroduction of the initial dose. No serious adverse effects were reported.“; „Despite the limited number of cases and the open retrospective design“. Am 23.09.2026 über Europe PMC geprüft.</ref> '''Das ist ein Hinweis, kein Nachweis.''' Wer die Kombination mit anderen Medikamenten erwägt, sollte wissen, dass die Fachinformation von Atogepant bei gleichzeitiger Einnahme starker CYP3A4- oder starker OATP-Hemmer eine verringerte Dosis von 10 mg vorsieht.<ref name="AQUIPTA">[https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/aquipta-epar-product-information_de.pdf Produktinformation AQUIPTA (Atogepant) der Europäischen Arzneimittel-Agentur], Abschnitt 4.2 (Dosis bei gleichzeitiger Einnahme starker CYP3A4- oder OATP-Hemmer), abgerufen am 21.09.2026.</ref>
 
'''Gepante und Verapamil.''' Für Betroffene, die vorbeugend [[Verapamil]] nehmen, ist neben der Beleglage ein zweiter Punkt wichtig. Gepante werden nicht nur über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut, sie sind auch Substrate von '''P-Glykoprotein''' – einer Pumpe in Darm- und Zellwänden, die Fremdstoffe wieder nach außen befördert. Verapamil hemmt diese Pumpe. Wird sie gehemmt, staut sich der Wirkstoff, und der Blutspiegel steigt.
 
Beim '''Rimegepant''' steht das ausdrücklich in der Fachinformation: „Inhibitoren der Effluxtransporter P-gp und BCRP können die Plasmakonzentrationen von Rimegepant erhöhen.“ Und bei gleichzeitiger Anwendung starker P-gp-Hemmer – genannt werden „z. B. Ciclosporin, Verapamil, Chinidin“ – „ist die Einnahme einer weiteren Dosis Rimegepant innerhalb von 48 Stunden zu vermeiden“.<ref name="VYDURA">[https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/vydura-epar-product-information_de.pdf Produktinformation VYDURA (Rimegepant) der Europäischen Arzneimittel-Agentur], Abschnitt 4.5, abgerufen am 21.09.2026; die zitierten Sätze stammen von dort.</ref> In Alltagssprache: Wer Verapamil nimmt, darf Rimegepant nicht zweimal innerhalb von zwei Tagen einnehmen.


'''Gepante und Verapamil.''' Für Betroffene, die vorbeugend [[Verapamil]] nehmen, ist neben der Beleglage ein zweiter Punkt wichtig. Gepante werden nicht nur über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut, sie sind auch Substrate von '''P-Glykoprotein''' – einer Pumpe in Darm- und Zellwänden, die Fremdstoffe wieder nach außen befördert. Verapamil hemmt diese Pumpe. Wird sie gehemmt, staut sich der Wirkstoff, und der Blutspiegel steigt. Beim '''Rimegepant''' steht das ausdrücklich in der Fachinformation: „Inhibitoren der Effluxtransporter P-gp und BCRP können die Plasmakonzentrationen von Rimegepant erhöhen.“ Und bei gleichzeitiger Anwendung starker P-gp-Hemmer – genannt werden „z. B. Ciclosporin, Verapamil, Chinidin“ – „ist die Einnahme einer weiteren Dosis Rimegepant innerhalb von 48 Stunden zu vermeiden“.<ref name="VYDURA">[https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/vydura-epar-product-information_de.pdf Produktinformation VYDURA (Rimegepant) der Europäischen Arzneimittel-Agentur], Abschnitt 4.5, abgerufen am 21.09.2026; die zitierten Sätze stammen von dort.</ref> In Alltagssprache: Wer Verapamil nimmt, darf Rimegepant nicht zweimal innerhalb von zwei Tagen einnehmen. Da für die Akutbehandlung ohnehin höchstens eine Dosis pro Tag vorgesehen ist, wird daraus höchstens eine Dosis in zwei Tagen. Dieselbe 48-Stunden-Regel gilt bei mittelstarken CYP3A4-Hemmern; von starken CYP3A4-Hemmern (die Fachinformation nennt als Beispiele Clarithromycin, Itraconazol und Ritonavir) wird die gleichzeitige Anwendung gar nicht empfohlen.<ref name="VYDURA"/>
Da für die Akutbehandlung ohnehin höchstens eine Dosis pro Tag vorgesehen ist, wird daraus höchstens eine Dosis in zwei Tagen. Dieselbe 48-Stunden-Regel gilt bei mittelstarken CYP3A4-Hemmern; von starken CYP3A4-Hemmern (die Fachinformation nennt als Beispiele Clarithromycin, Itraconazol und Ritonavir) wird die gleichzeitige Anwendung gar nicht empfohlen.<ref name="VYDURA"/>


Beim '''Atogepant''' ist Verapamil in der Fachinformation '''nicht''' namentlich genannt; dort hängt die Verringerung auf 10 mg an starken CYP3A4- und starken OATP-Hemmern.<ref name="AQUIPTA"/> '''Das heißt nicht, dass die Kombination unbedenklich ist''' – es heißt, dass die Fachinformation dazu nichts sagt. Beides gehört vor einer Verordnung besprochen, denn Verapamil ist beim Cluster-Kopfschmerz das Mittel der Wahl in der Vorbeugung, und die Kombination trifft damit gerade jene, für die ein Gepant überhaupt erwogen würde.
Beim '''Atogepant''' ist Verapamil in der Fachinformation '''nicht''' namentlich genannt; dort hängt die Verringerung auf 10 mg an starken CYP3A4- und starken OATP-Hemmern.<ref name="AQUIPTA"/> '''Das heißt nicht, dass die Kombination unbedenklich ist''' – es heißt, dass die Fachinformation dazu nichts sagt. Beides gehört vor einer Verordnung besprochen, denn Verapamil ist beim Cluster-Kopfschmerz das Mittel der Wahl in der Vorbeugung, und die Kombination trifft damit gerade jene, für die ein Gepant überhaupt erwogen würde.
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* [[Ernährungsumstellung]] auf eine Purin und/oder Histamin reduzierte Diät.
* [[Ernährungsumstellung]] auf eine Purin und/oder Histamin reduzierte Diät.
* [[Kudzu]]
* [[Kudzu]]
* [http://web.archive.org/web/20160326145105/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=19 Trinken von viel Wasser (Forum)]
* [https://web.archive.org/web/20160326145105/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=19 Trinken von viel Wasser (Forum)]
* [http://web.archive.org/web/20160326155613/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=23 Vitamin B Präparate (Forum)]
* [https://web.archive.org/web/20160326155613/https://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=23 Vitamin B Präparate (Forum)]
* [[Anti-inflammatory regimen|Vitamin D & Omega 3 Fischöl]]
* [[Anti-inflammatory regimen|Vitamin D & Omega 3 Fischöl]]