Sauerstoff: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Inhalation von reinem '''Sauerstoff''' beendet ([[kupiert]]) einen großen Teil der Cluster-Kopfschmerzattacken innerhalb von 15 Minuten.<ref name="COHEN">{{cite journal |author=Cohen AS, Burns B, Goadsby PJ |title=High-flow oxygen for treatment of cluster headache: a randomized trial |journal=JAMA |volume=302 |issue=22 |pages=2451–7 |year=2009 |month=December |pmid=19996400 |doi=10.1001/jama.2009.1855 |url=}}</ref> Die oft genannten 78&nbsp;% beziehen sich auf einzelne Attacken und nicht auf den Anteil der Betroffenen, denen Sauerstoff hilft; gemessen wurde Schmerzfreiheit oder eine ausreichende Besserung nach 15 Minuten (Näheres im Abschnitt [[#Anwendung|Anwendung]]).<ref name="COHEN"/> Die Sauerstoffinhalation gehört zu der Attackenbehandlung, die die Fachgesellschaften empfehlen; die Leitlinie von 2015 führt sie als „Mittel der 1. Wahl" auf, mit 12 l/min über eine Gesichtsmaske mit Rückatembeutel (Non-Rebreather-Maske) über 15 bis 20 Minuten.<ref name="DMKG1">{{cite journal |author=May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC |title=Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft |journal=Schmerz |volume=19 |issue=3 |pages=225–41 |year=2005 |month=June |pmid=15887001 |doi=10.1007/s00482-005-0397-8 |url=}} [http://web.archive.org/web/20151106202717/http://www.dmkg.de/dmkg/sites/default/files/therapieempfehlung%20clusterkopfschmerz.pdf DMKG: PDF-Datei]</ref><ref name="DGN">Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020. - [http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-036.html Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften]</ref> Sauerstoff ist sehr gut verträglich und hat nicht die Nebenwirkungen der medikamentösen Akutbehandlung; in der Studie traten keine bedeutsamen unerwünschten Ereignisse auf.<ref name="COHEN"/> Ältere Patienteninformationen nennen die Behandlung deshalb „nebenwirkungsfrei".<ref name="DMKGMB">[https://www.dmkg.de/assets/uploads/dateien/sauerstoffbehandlung-bei-cluster-kopfschmerz.pdf Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Sauerstoffbehandlung bei Cluster-Kopfschmerz, 28.01.2009 (PDF-Datei)]. Das Merkblatt formuliert wörtlich: „Die Inhalation von reinem Sauerstoff mit einer Durchflussrate von 12 Litern/min. beendet in 78 % der Fälle eine Cluster-Kopfschmerzattacke innerhalb von 15 Minuten und ist nebenwirkungsfrei." Als Quelle nennt es diese Wiki-Seite; es kann deshalb nicht als unabhängiger Beleg für diese Formulierung dienen.</ref> Ganz ohne Nebenwirkungen ist sie jedoch nicht: Beschrieben ist ein Wiederkehren der Attacke nach zunächst erfolgreicher Inhalation,<ref name="GEERLINGS">{{cite journal |author=Geerlings RP, Haane DY, Koehler PJ |title=Rebound following oxygen therapy in cluster headache |journal=Cephalalgia |volume=31 |issue=10 |pages=1145-9 |year=2011 |pmid=21700644 |doi=10.1177/0333102411412087 |url=}}</ref> und bei sehr langer, durchgehender Anwendung sind Schäden an der Lunge möglich – für die 15 bis 20 Minuten einer Attackenbehandlung spielt das keine Rolle (Abschnitt [[#Sicherheit|Sicherheit]]).<ref name="CONOXIA"/> Die Kosten für die Behandlung von Cluster-Kopfschmerzattacken mit Sauerstoff in Druckgasflaschen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, dazu ist eine [[Sauerstoff#Kostenträger|ärztliche Verordnung]] erforderlich.<ref name="DGN"/>
{{Auf einen Blick|geprüft=24. September 2026|
* '''Mittel der ersten Wahl gegen die Attacke:''' Sauerstoff beendet einen großen Teil der Attacken innerhalb von 15 Minuten.
* '''So wird er genommen:''' 100 % Sauerstoff, mindestens 12, bei Bedarf bis 15 Liter pro Minute, über eine Maske mit Reservoirbeutel, 15 bis 20 Minuten lang ([[#Anwendung|Anwendung]]).
* '''Sehr gut verträglich:''' Lungenschäden sind nur bei sehr langer, durchgehender Anwendung möglich, nicht bei den 15 bis 20 Minuten einer Attacke. Wichtig: nicht rauchen und kein offenes Feuer in der Nähe; bei einer Lungenerkrankung wie COPD ist Vorsicht nötig ([[#Sicherheit|Sicherheit]]).
* '''Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten''' für Sauerstoff aus der Druckgasflasche, wenn der Arzt ihn verordnet; die Zuzahlung beträgt höchstens 15 Euro im Monat ([[#So wird es verordnet|so wird es verordnet]]).
}}
Die Inhalation von reinem '''Sauerstoff''' beendet ([[kupiert]]) einen großen Teil der Cluster-Kopfschmerzattacken innerhalb von 15 Minuten.<ref name="COHEN">{{cite journal |author=Cohen AS, Burns B, Goadsby PJ |title=High-flow oxygen for treatment of cluster headache: a randomized trial |journal=JAMA |volume=302 |issue=22 |pages=2451–7 |year=2009 |month=December |pmid=19996400 |doi=10.1001/jama.2009.1855 |url=}}</ref> Die oft genannten 78&nbsp;% beziehen sich auf einzelne Attacken und nicht auf den Anteil der Betroffenen, denen Sauerstoff hilft; gemessen wurde Schmerzfreiheit oder eine ausreichende Besserung nach 15 Minuten (Näheres im Abschnitt [[#Anwendung|Anwendung]]).<ref name="COHEN"/> Die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt die Sauerstoffinhalation stark: 100 % Sauerstoff mit mindestens 12 l/min über 15 Minuten (S. 2955), im ausführlichen Text über eine Non-Rebreather-Maske für 20 Minuten (S. 2961).<ref name="EAN2023"/> Die ältere deutsche Leitlinie von 2015 führte sie als „Mittel der 1. Wahl", mit 12 l/min über eine Gesichtsmaske mit Rückatembeutel (Non-Rebreather-Maske) über 15 bis 20 Minuten.<ref name="DMKG1">{{cite journal |author=May A, Evers S, Straube A, Pfaffenrath V, Diener HC |title=Therapie und Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerzen und anderen trigemino-autonomen Kopfschmerzen. Überarbeitete Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft |journal=Schmerz |volume=19 |issue=3 |pages=225–41 |year=2005 |month=June |pmid=15887001 |doi=10.1007/s00482-005-0397-8 |url=}} [https://web.archive.org/web/20151106202717/http://www.dmkg.de/dmkg/sites/default/files/therapieempfehlung%20clusterkopfschmerz.pdf DMKG: PDF-Datei]</ref><ref name="DGN">Leitlinie "Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen". Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft und dem Berufsverband deutscher Neurologen. Stand: 14.05.2015, gültig bis 13.05.2020; eine Neufassung ist angemeldet, geplante Fertigstellung 31.12.2026. - [https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-036 Online bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften]</ref>
 
Sauerstoff ist sehr gut verträglich und hat nicht die Nebenwirkungen der medikamentösen Akutbehandlung; in der Studie traten keine bedeutsamen unerwünschten Ereignisse auf.<ref name="COHEN"/> Ältere Patienteninformationen nennen die Behandlung deshalb „nebenwirkungsfrei".<ref name="DMKGMB">[https://www.dmkg.de/assets/uploads/dateien/sauerstoffbehandlung-bei-cluster-kopfschmerz.pdf Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Sauerstoffbehandlung bei Cluster-Kopfschmerz, 28.01.2009 (PDF-Datei)]. Das Merkblatt formuliert wörtlich: „Die Inhalation von reinem Sauerstoff mit einer Durchflussrate von 12 Litern/min. beendet in 78 % der Fälle eine Cluster-Kopfschmerzattacke innerhalb von 15 Minuten und ist nebenwirkungsfrei." Als Quelle nennt es diese Wiki-Seite; es kann deshalb nicht als unabhängiger Beleg für diese Formulierung dienen.</ref> Ganz ohne Nebenwirkungen ist sie jedoch nicht: Beschrieben ist ein Wiederkehren der Attacke nach zunächst erfolgreicher Inhalation,<ref name="GEERLINGS">{{cite journal |author=Geerlings RP, Haane DY, Koehler PJ |title=Rebound following oxygen therapy in cluster headache |journal=Cephalalgia |volume=31 |issue=10 |pages=1145-9 |year=2011 |pmid=21700644 |doi=10.1177/0333102411412087 |url=}}</ref> und bei sehr langer, durchgehender Anwendung sind Schäden an der Lunge möglich – für die 15 bis 20 Minuten einer Attackenbehandlung spielt das keine Rolle (Abschnitt [[#Sicherheit|Sicherheit]]).<ref name="CONOXIA"/> Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlung von Cluster-Kopfschmerzattacken mit Sauerstoff in Druckgasflaschen; das Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen nennt die Akutbehandlung von Clusterkopfschmerzen ausdrücklich. Dazu ist eine [[Sauerstoff#Kostenträger|ärztliche Verordnung]] erforderlich.<ref name="HMVPG14"/>


== Anwendung ==
== Anwendung ==
[[Bild:CH_mask.jpg|thumb|200x200px|[[Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske|Hochkonzentrationsmaske]]]]
[[Bild:CH_mask.jpg|alt=Durchsichtige Gesichtsmaske mit blauem Polsterrand und Ventilstück, darunter ein grüner Reservoirbeutel und der Sauerstoffschlauch.|thumb|200x200px|[[Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske|Hochkonzentrationsmaske]]]]
Die Wirksamkeit hängt von der richtigen Anwendung ab:
Die Wirksamkeit hängt von der richtigen Anwendung ab:


* [[Sauerstoffflasche]], kein Sauerstoffkonzentrator.<ref name="MDK">Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen, Projektgruppe Langzeitbeatmung: Arbeitshilfe Langzeitbeatmung und Langzeit-Sauerstofftherapie. Mai 2004; Kapitel 3.3.3.4 Sauerstoffinhalation mit Druckgasflaschen, Seiten 99 & 129 ''(Stand 23.09.2026: die Online-Kopie bei yumpu.com ist nicht mehr abrufbar, Fehlermeldung 410)''</ref>
* [[Sauerstoffflasche]], kein Sauerstoffkonzentrator.<ref name="MDK">Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen, Projektgruppe Langzeitbeatmung: Arbeitshilfe Langzeitbeatmung und Langzeit-Sauerstofftherapie. Mai 2004; Kapitel 3.3.3.4 Sauerstoffinhalation mit Druckgasflaschen, Seiten 99 & 129 ''(Stand 23.09.2026: die Online-Kopie bei yumpu.com ist nicht mehr abrufbar, Fehlermeldung 410)''</ref>
* Volumenstrom 12-15 l/min.<ref name="EAN2023">{{cite journal |author=May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. |title=European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache |journal=Eur J Neurol |volume=30 |issue=10 |pages=2955-2979 |year=2023 |pmid=37515405 |doi=10.1111/ene.15956}}</ref><ref name="DGN"/><ref name="TDR">Rozen, TD: High oxygen flow rates for cluster headache. ''Neurology.'' (2004); '''63''': 593, PMID 15304611</ref> Die Leitlinie der European Academy of Neurology (2023) nennt mindestens 12 l/min, in manchen Fällen bis 15 l/min.<ref name="EAN2023"/> Die ältere Angabe von 7 l/min geht auf eine Arbeit von 1981 zurück<ref name="KUD81"/> und reicht bei einem Teil der Attacken nicht aus.<ref name="TDR"/>
* Volumenstrom 12-15 l/min.<ref name="EAN2023">{{cite journal |author=May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. |title=European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache |journal=Eur J Neurol |volume=30 |issue=10 |pages=2955-2979 |year=2023 |pmid=37515405 |doi=10.1111/ene.15956}}</ref><ref name="DGN"/><ref name="TDR">Rozen, TD: High oxygen flow rates for cluster headache. ''Neurology.'' (2004); '''63''': 593, PMID 15304611</ref> Die Leitlinie der European Academy of Neurology (2023) nennt mindestens 12 l/min, in manchen Fällen bis 15 l/min.<ref name="EAN2023"/> Die ältere Angabe von 7 l/min geht auf eine Arbeit von 1981 zurück<ref name="KUD81"/> und reicht bei einem Teil der Attacken nicht aus.<ref name="TDR"/>
* Es sollte nur reiner Sauerstoff mit einer geeigneten [[Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske|Hochkonzentrationsmaske]] (Non-Rebreather Maske)<ref name="COHEN"/><ref name="MDK"/><ref name="FOG85">Fogan L.: Treatment of cluster headache. A double-blind comparison of oxygen v air inhalation. ''Arch Neurol.'' (1985); '''42(4)''':362-3, PMID 3885921</ref><ref>T.J. Steiner, K. Paemeleire, R. Jensen, D. Valade, L. Savi, M.J.A. Lainez, H.-C. Diener, P. Martelletti, E.G.M. Couturier on behalf of the European Headache Federation and Lifting The Burden: The Global Campaign to Reduce the Burden of Headache Worldwide: European principles of management of common headache disorders in primary care. ''J Headache Pain.'' (2007) '''8''': S1; [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3533615/ Begleitdokument „Aids for management of common headache disorders in primary care", Volltext in PubMed Central]; die frühere Adresse bei der Weltgesundheitsorganisation ist nicht mehr erreichbar</ref><ref>May A, Leone M, Áfra J, Linde M,  Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. ''European Journal of Neurology.'' 2006; '''13''': 1066–1077. PMID 16987158, [http://www.efns.org/fileadmin/user_upload/guidline_papers/EFNS_guideline_2006_cluster_headache_and_other_trigeminal_autonomic.pdf PDF-Datei]. [http://dx.doi.org/10.1111/j.1468-1331.2006.01566.x DOI]</ref><ref>{{cite journal |author=Jürgens TP, May A |title=Chronischer Clusterkopfschmerz - Was kostet die Behandlung?  |journal=Schmerz |volume=24 |issue=3 |pages=221-225 |year=2010 |month=June |pmid=20458501 |doi=10.1007/s00482-010-0925-z |url=}}</ref> eingeatmet werden, eine sogenannte Nasensonde ist meist nicht ausreichend.<ref name="DMKG1"/><ref name="KUD81"> Kudrow L.: Response of cluster headache attacks to oxygen inhalation. ''Headache.'' (1981); '''21(1)''':1-4. PMID 7007285</ref><ref>{{cite journal |author=Oude Nijhuis JC, Haane DY, Koehler PJ |title=A review of the current and potential oxygen delivery systems and techniques utilized in cluster headache attacks |journal=Cephalalgia |volume=36 |issue=10 |pages=970-979 |year=2016 |pmid=26566938 |doi=10.1177/0333102415616878}} – ''vorab online am 12.11.2015 erschienen''</ref>
* Es sollte nur reiner Sauerstoff mit einer geeigneten [[Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske|Hochkonzentrationsmaske]] (Non-Rebreather Maske)<ref name="COHEN"/><ref name="MDK"/><ref name="FOG85">Fogan L.: Treatment of cluster headache. A double-blind comparison of oxygen v air inhalation. ''Arch Neurol.'' (1985); '''42(4)''':362-3, PMID 3885921</ref><ref>T.J. Steiner, K. Paemeleire, R. Jensen, D. Valade, L. Savi, M.J.A. Lainez, H.-C. Diener, P. Martelletti, E.G.M. Couturier on behalf of the European Headache Federation and Lifting The Burden: The Global Campaign to Reduce the Burden of Headache Worldwide: European principles of management of common headache disorders in primary care. ''J Headache Pain.'' (2007) '''8''': S1; [https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3533615/ Begleitdokument „Aids for management of common headache disorders in primary care", Volltext in PubMed Central]; die frühere Adresse bei der Weltgesundheitsorganisation ist nicht mehr erreichbar</ref><ref>May A, Leone M, Áfra J, Linde M,  Sándor PS, Evers S, Goadsby PJ.: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. ''European Journal of Neurology.'' 2006; '''13''': 1066–1077. PMID 16987158, [http://www.efns.org/fileadmin/user_upload/guidline_papers/EFNS_guideline_2006_cluster_headache_and_other_trigeminal_autonomic.pdf PDF-Datei]. [https://doi.org/10.1111/j.1468-1331.2006.01566.x DOI]</ref><ref>{{cite journal |author=Jürgens TP, May A |title=Chronischer Clusterkopfschmerz - Was kostet die Behandlung?  |journal=Schmerz |volume=24 |issue=3 |pages=221-225 |year=2010 |month=June |pmid=20458501 |doi=10.1007/s00482-010-0925-z |url=}}</ref> eingeatmet werden, eine sogenannte Nasensonde ist meist nicht ausreichend.<ref name="DMKG1"/><ref name="KUD81"> Kudrow L.: Response of cluster headache attacks to oxygen inhalation. ''Headache.'' (1981); '''21(1)''':1-4. PMID 7007285</ref><ref>{{cite journal |author=Oude Nijhuis JC, Haane DY, Koehler PJ |title=A review of the current and potential oxygen delivery systems and techniques utilized in cluster headache attacks |journal=Cephalalgia |volume=36 |issue=10 |pages=970-979 |year=2016 |pmid=26566938 |doi=10.1177/0333102415616878}} – ''vorab online am 12.11.2015 erschienen''</ref>
* Sofort bei Beginn der Attacke mit der Sauerstofftherapie beginnen.<ref name="FOG85"/>
* Sofort bei Beginn der Attacke mit der Sauerstofftherapie beginnen.<ref name="FOG85"/>
* Inhalation in sitzender, vornüber gebeugter Position.<ref name="DMKG1"/>
* Inhalation in sitzender, vornüber gebeugter Position.<ref name="DMKG1"/>
* Nicht [[Hyperventilation|hyperventilieren]] (übermäßiges Atmen).<ref name="LINDE">Linde Gas Therapeutics: Gebrauchsinformationen med. Sauerstoff Stand 10/2006.</ref>
* Nicht [[Hyperventilation|hyperventilieren]] (übermäßiges Atmen).<ref name="LINDE">Linde Gas Therapeutics: Gebrauchsinformationen med. Sauerstoff Stand 10/2006.</ref>
* Inhalationsdauer 15 - 20 Minuten.<ref name="DGN"/> Nach den Erfahrungen vieler Patientinnen und Patienten empfiehlt es sich, nach dem Ende der Schmerzen noch mindestens fünf Minuten weiter zu inhalieren, um eine Wiederkehr der Attacke zu vermeiden.
* Inhalationsdauer 15 - 20 Minuten. Die europäische Leitlinie von 2023 nennt in ihrer Zusammenfassung 15 Minuten (S. 2955), im ausführlichen Text 20 Minuten (S. 2961).<ref name="EAN2023"/><ref name="DGN"/> Nach den Erfahrungen vieler Patientinnen und Patienten empfiehlt es sich, nach dem Ende der Schmerzen noch mindestens fünf Minuten weiter zu inhalieren, um eine Wiederkehr der Attacke zu vermeiden.
* Zum Beginn der Inhalation zuerst langsam das Ventil an der Sauerstoffflasche öffnen. Drehen Sie dazu das Ventil nicht weiter als eine Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn. Der Durchflussregler sollte dabei auf "0" stehen. Erst danach am Durchflussregler die gewünschte Durchflussrate einstellen.  
* Zum Beginn der Inhalation zuerst langsam das Ventil an der Sauerstoffflasche öffnen. Drehen Sie dazu das Ventil nicht weiter als eine Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn. Der Durchflussregler sollte dabei auf "0" stehen. Erst danach am Durchflussregler die gewünschte Durchflussrate einstellen.  
* Zum Ende der Inhalation zuerst das Ventil an der Sauerstoffflasche schließen und nachdem sich der Druck abgebaut hat, das Ventil am Durchflussregler auf "0" stellen. Damit sollen Druckschläge auf die Armaturen verhindert werden, wenn die Sauerstoff-Flasche später wieder geöffnet wird.<ref>Gebrauchsanweisung Weinmann OXYWAY. [https://www.weinmann-emergency.com/downloads/instructions_for_use/O2/OXYWAY_ab_SN_1350000_66580_de.pdf PDF-Datei Seite 17, abgerufen am 06.12.2017]</ref>
* Zum Ende der Inhalation zuerst das Ventil an der Sauerstoffflasche schließen und nachdem sich der Druck abgebaut hat, das Ventil am Durchflussregler auf "0" stellen. Damit sollen Druckschläge auf die Armaturen verhindert werden, wenn die Sauerstoff-Flasche später wieder geöffnet wird.<ref>Gebrauchsanweisung Weinmann OXYWAY. [https://www.weinmann-emergency.com/downloads/instructions_for_use/O2/OXYWAY_ab_SN_1350000_66580_de.pdf PDF-Datei Seite 17, abgerufen am 06.12.2017]</ref>


Sauerstoff hilft nicht bei jedem und nicht bei jeder Attacke. Die oft genannten 78&nbsp;Prozent aus der Studie von Cohen beziehen sich auf einzelne Attacken – 150 mit Sauerstoff behandelte Attacken von 76 Teilnehmenden –, nicht auf den Anteil der Betroffenen, denen Sauerstoff hilft. Gemessen wurde außerdem nicht allein Schmerzfreiheit: Der Endpunkt war, nach 15 Minuten schmerzfrei zu sein oder, wo im Tagebuch kein Schmerz vermerkt war, ausreichend gebessert. Einen Anteil der Betroffenen, bei denen Sauerstoff wirkt, nennt die Studie nicht.<ref name="COHEN"/> Wer beides verwechselt, hält sich nach einem Fehlversuch leicht für einen Ausnahmefall.
Sauerstoff hilft nicht bei jedem und nicht bei jeder Attacke. Die oft genannten 78&nbsp;Prozent aus der Studie von Cohen beziehen sich auf einzelne Attacken – 150 mit Sauerstoff behandelte Attacken von 76 Teilnehmenden –, nicht auf den Anteil der Betroffenen, denen Sauerstoff hilft. Gemessen wurde außerdem nicht allein Schmerzfreiheit: Der Endpunkt war, nach 15 Minuten schmerzfrei zu sein oder, wenn kein Tagebuch vorlag, ausreichend gebessert. Einen Anteil der Betroffenen, bei denen Sauerstoff wirkt, nennt die Studie nicht.<ref name="COHEN"/> Wer beides verwechselt, hält sich nach einem Fehlversuch leicht für einen Ausnahmefall.


Bevor man die Sauerstoffbehandlung aufgibt, lohnen sich drei Fragen. Wird früh genug begonnen? Rund 83&nbsp;Prozent der Betroffenen berichten Vorboten vor der Attacke; je nach Art setzen diese im Median zehn Minuten (örtliche Beschwerden) bis zwanzig Minuten (Allgemeinsymptome) vor dem Schmerz ein.<ref name="SNOER">{{cite journal |author=Snoer A, Lund N, Beske R, Jensen R, Barloese M |title=Pre-attack signs and symptoms in cluster headache: Characteristics and time profile |journal=Cephalalgia |volume=38 |issue=6 |pages=1128-1137 |year=2018 |pmid=28816505 |doi=10.1177/0333102417726498 |url=}} Halbstrukturierte Befragung von 80 eingeladenen Betroffenen zu einer typischen Attacke.</ref> Ist der Volumenstrom hoch genug? In einer unkontrollierten Fallserie mit drei Betroffenen, bei denen 7 bis 10&nbsp;l/min nicht gewirkt hatten, halfen 14 bis 15&nbsp;l/min: Zwei wurden schmerzfrei, eine Person berichtete 70 bis 100&nbsp;Prozent Besserung.<ref name="TDR"/> Und wird die Maske richtig angewendet? Die Handhabung, vor allem die Füllung des Reservoirbeutels, steht auf der Seite zur [[Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske|Hochkonzentrationsmaske]].
Bevor man die Sauerstoffbehandlung aufgibt, lohnen sich drei Fragen. Wird früh genug begonnen? Rund 83&nbsp;Prozent der Betroffenen berichten Vorboten vor der Attacke; je nach Art setzen diese im Median zehn Minuten (örtliche Beschwerden) bis zwanzig Minuten (Allgemeinsymptome) vor dem Schmerz ein.<ref name="SNOER">{{cite journal |author=Snoer A, Lund N, Beske R, Jensen R, Barloese M |title=Pre-attack signs and symptoms in cluster headache: Characteristics and time profile |journal=Cephalalgia |volume=38 |issue=6 |pages=1128-1137 |year=2018 |pmid=28816505 |doi=10.1177/0333102417726498 |url=}} Halbstrukturierte Befragung von 80 eingeladenen Betroffenen zu einer typischen Attacke.</ref> Ist der Volumenstrom hoch genug? In einer unkontrollierten Fallserie mit drei Betroffenen, bei denen 7 bis 10&nbsp;l/min nicht gewirkt hatten, halfen 14 bis 15&nbsp;l/min: Zwei wurden schmerzfrei, eine Person berichtete 70 bis 100&nbsp;Prozent Besserung.<ref name="TDR"/> Und wird die Maske richtig angewendet? Die Handhabung, vor allem die Füllung des Reservoirbeutels, steht auf der Seite zur [[Cluster-Kopfschmerz-Sauerstoff-Hochkonzentrationsmaske|Hochkonzentrationsmaske]].
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Der Sauerstoff aus der Flasche ist praktisch trocken. Längere Inhalationen trocknen die Schleimhäute aus und reizen die Bronchien. Dies kann durch einen zwischengeschalteten Luftbefeuchter vermieden werden.<ref name="LINDE"/> Bei einer Inhalationsdauer von 20 Minuten kann jedoch auf einen Luftbefeuchter verzichtet werden. Beim Einsatz wiederverwendbarer Masken, die zur Sauerstoffanreicherung mit einem Reservoirbeutel ausgerüstet sind, darf eine Befeuchtung auf keinen Fall erfolgen.<ref name="MDK"/> Zur Befeuchtung der Atemwege empfiehlt es sich bei Bedarf, die Sauerstoffinhalation kurzzeitig zu unterbrechen und etwas Wasser zu trinken.
Der Sauerstoff aus der Flasche ist praktisch trocken. Längere Inhalationen trocknen die Schleimhäute aus und reizen die Bronchien. Dies kann durch einen zwischengeschalteten Luftbefeuchter vermieden werden.<ref name="LINDE"/> Bei einer Inhalationsdauer von 20 Minuten kann jedoch auf einen Luftbefeuchter verzichtet werden. Beim Einsatz wiederverwendbarer Masken, die zur Sauerstoffanreicherung mit einem Reservoirbeutel ausgerüstet sind, darf eine Befeuchtung auf keinen Fall erfolgen.<ref name="MDK"/> Zur Befeuchtung der Atemwege empfiehlt es sich bei Bedarf, die Sauerstoffinhalation kurzzeitig zu unterbrechen und etwas Wasser zu trinken.


Medizinischer Sauerstoff ist identisch mit technischem Sauerstoff. Die Reinheit beträgt jeweils 99,95%. Einziger Unterschied ist, dass bei medizinischem Sauerstoff die Chargennummer der [[Sauerstoffflasche]] dokumentiert wird. Die Wirksamkeit ist bei beiden gegeben.  
Medizinischer Sauerstoff ist ein zugelassenes Arzneimittel.<ref name="CONOXIA"/> Chemisch ist er dasselbe Gas wie technischer Sauerstoff, der Unterschied liegt in der Herstellung: Für medizinischen Sauerstoff gelten behördliche Anforderungen, unter anderem eigene Abfüllanlagen, Laboranalysen und eine gesonderte Reinigung der Flaschen; jede [[Sauerstoffflasche]] muss sich zurückverfolgen lassen.<ref name="HIE2010">[https://healthcare-in-europe.com/de/news/sauerstoff-ist-nicht-gleich-sauerstoff.html Sauerstoff ist nicht gleich Sauerstoff.] healthcare-in-europe.com, 25.01.2010, gelesen am 23.09.2026. Wörtlich: „Während bei der Produktion von technischem Sauerstoff nur geringe Auflagen zu befolgen sind, werden an die Herstellung von medizinischem Sauerstoff hohe behördliche Anforderungen gestellt.“; „So müssen beispielsweise separate Abfüllanlagen, Laboranalysen, eine gesonderte Reinigung der Gasflaschen sowie im medizinischen Bereich speziell ausgebildetes Personal gewährleistet sein.“</ref> Technischer Sauerstoff wird in verschiedenen Reinheitsgraden verkauft, zum Beispiel mit 99,5 oder 99,95 Prozent.<ref name="GASPROFI">[https://magazin.gasprofi.de/sauerstoff/ Sauerstoff: Verwendungszwecke und Hinweise zum sicheren Umgang.] Gasprofi Magazin, gelesen am 23.09.2026. Wörtlich: „Sauerstoff 2.5: Reinheit von 99,5%“; „Sauerstoff 3.5: 99,95%“.</ref> Für die Behandlung wird deshalb medizinischer Sauerstoff verordnet.  




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== Sauerstoffkonzentratoren ==
== Sauerstoffkonzentratoren ==
[[Sauerstoffflasche#Sauerstoffkonzentratoren|Sauerstoffkonzentratoren]] sind zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz wirkungslos und abzulehnen. Die erreichbare Durchflussmenge und der Sauerstoffgehalt sind für die Kupierung einer Attacke nicht ausreichend.<ref name="MDK"/>
Ein einzelner handelsüblicher [[Sauerstoffflasche#Sauerstoffkonzentratoren|Sauerstoffkonzentrator]] ist zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz nicht geeignet. Die erreichbare Durchflussmenge und der Sauerstoffgehalt reichen nicht, um die von der europäischen Leitlinie empfohlenen mindestens 12 l/min reinen Sauerstoff zu liefern (S. 2961).<ref name="MDK"/><ref name="EAN2023"/>
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Diese Einordnung stammt aus der Zeit vor der ersten kontrollierten Untersuchung dieser Geräte und ist seit 2024 in einem Punkt zu ergänzen. Eine randomisierte Studie aus Südkorea hat Sauerstoff aus Konzentratoren mit Zolmitriptan-Tabletten verglichen: 40 Betroffene mit [[Episodischer Cluster-Kopfschmerz|episodischem]] Cluster-Kopfschmerz in einer aktiven Clusterperiode behandelten je zwei Attacken mit Sauerstoff und zwei mit 5&nbsp;mg Zolmitriptan zum Einnehmen, in zufälliger Reihenfolge. Ausgewertet wurden 125 Attacken von 32 Betroffenen. Nach 15 Minuten erreichten 31,7&nbsp;% der mit Sauerstoff behandelten Attacken (20 von 63) das Studienziel gegenüber 12,9&nbsp;% unter der Tablette (8 von 62). 61,3&nbsp;% der Teilnehmenden bevorzugten den Sauerstoff, 9,7&nbsp;% die Tablette; unerwünschte Ereignisse traten unter dem Sauerstoff nicht auf.<ref name="CHO2024"/>
Eine 2024 veröffentlichte randomisierte Studie aus Südkorea hat Sauerstoff aus Konzentratoren mit Zolmitriptan-Tabletten verglichen: 40 Betroffene mit [[Episodischer Cluster-Kopfschmerz|episodischem]] Cluster-Kopfschmerz in einer aktiven Clusterperiode behandelten je zwei Attacken mit Sauerstoff und zwei mit 5&nbsp;mg Zolmitriptan zum Einnehmen, in zufälliger Reihenfolge. Ausgewertet wurden 125 Attacken von 32 Betroffenen. Nach 15 Minuten erreichten 31,7&nbsp;% der mit Sauerstoff behandelten Attacken (20 von 63) das Studienziel gegenüber 12,9&nbsp;% unter der Tablette (8 von 62). 61,3&nbsp;% der Teilnehmenden bevorzugten den Sauerstoff, 9,7&nbsp;% die Tablette; unerwünschte Ereignisse traten unter dem Sauerstoff nicht auf.<ref name="CHO2024"/>


Zwei Punkte dieser Studie sind entscheidend, und ohne sie wird das Ergebnis falsch gelesen. '''Erstens haben die Untersucher zwei Geräte zusammengeschaltet''', nicht eines: Schon die Anlage der Studie zeigt, dass ein einzelnes Gerät nicht als ausreichend angesehen wurde. '''Zweitens war die Vergleichsgruppe eine Tablette''' — nicht die Sauerstoffflasche und nicht Raumluft. Die Studie zeigt damit, dass zwei Konzentratoren besser wirken als ein langsam anflutendes Triptan zum Einnehmen; sie zeigt nicht, dass ein Konzentrator die Flasche ersetzt. Die Autoren selbst schließen, Heim-Konzentratoren könnten Sauerstoff in ähnlicher Weise wie eine Flasche bereitstellen — diese Schlussfolgerung bezieht sich auf die von ihnen verwendete Anordnung aus zwei Geräten.<ref name="CHO2024"/>
Zwei Punkte dieser Studie sind entscheidend, und ohne sie wird das Ergebnis falsch gelesen. '''Erstens haben die Untersucher zwei Geräte zusammengeschaltet''', nicht eines: Schon die Anlage der Studie zeigt, dass ein einzelnes Gerät nicht als ausreichend angesehen wurde. '''Zweitens war die Vergleichsgruppe eine Tablette''' — nicht die Sauerstoffflasche und nicht Raumluft. Die Studie zeigt damit, dass zwei Konzentratoren besser wirken als ein langsam anflutendes Triptan zum Einnehmen; sie zeigt nicht, dass ein Konzentrator die Flasche ersetzt. Die Autoren selbst schließen, Heim-Konzentratoren könnten Sauerstoff in ähnlicher Weise wie eine Flasche bereitstellen — diese Schlussfolgerung bezieht sich auf die von ihnen verwendete Anordnung aus zwei Geräten.<ref name="CHO2024"/>
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Für die Praxis bleibt es deshalb bei der Empfehlung oben. Die Leitlinie der European Academy of Neurology verlangt mindestens 12 l/min über eine Maske mit Reservoirbeutel;<ref name="EAN2023"/> ein einzelnes handelsübliches Gerät liefert deutlich weniger. Im [[Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen|Hilfsmittelverzeichnis]] ist für diese Indikation der Druckminderer für Druckgasflaschen gelistet, nicht der Konzentrator (siehe Abschnitt [[#Hilfsmittelverzeichnis|Hilfsmittelverzeichnis]]).
Für die Praxis bleibt es deshalb bei der Empfehlung oben. Die Leitlinie der European Academy of Neurology verlangt mindestens 12 l/min über eine Maske mit Reservoirbeutel;<ref name="EAN2023"/> ein einzelnes handelsübliches Gerät liefert deutlich weniger. Im [[Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen|Hilfsmittelverzeichnis]] ist für diese Indikation der Druckminderer für Druckgasflaschen gelistet, nicht der Konzentrator (siehe Abschnitt [[#Hilfsmittelverzeichnis|Hilfsmittelverzeichnis]]).


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<gallery mode="packed" heights="180px">
{| border="2" cellpadding="10"
Datei:Oxyflow 33500 33200 xl.jpg|alt=Große Sauerstoffflasche in einem fahrbaren Ständer, oben Druckminderer und Anfeuchter, daran ein Schlauch mit Maske.|Sauerstoffflasche 10&nbsp;Liter/200&nbsp;bar
|+
Datei:Oxybag hit xl.jpg|alt=Graue Tragetasche mit Schultergurt, davor eine kleine Sauerstoffflasche mit Druckminderer, Schlauch und Maske.|Transportable Sauerstoffflasche, 2&nbsp;Liter, 200&nbsp;bar mit Tragetasche
|-
Datei:Oxyway fast.gif|alt=Druckminderer mit Druckanzeige und Drehrad mit festen Stufen von 0 bis 15 Liter pro Minute (1 bis 6, dann 9, 12 und 15).|Durchflussregler für stufenweise dosierbaren Sauerstoff-Flow
| [[Datei:Oxyflow 33500 33200 xl.jpg|center|200x200px]] || [[Datei:Oxybag hit xl.jpg|center|200x200px]] || [[Datei:Oxyway fast.gif|center|178x214px]] || [[Datei:Oxyway fineI 30501 xl.jpg|center|200x200px]]
Datei:Oxyway fineI 30501 xl.jpg|alt=Druckminderer mit zwei Rundanzeigen – oben der Flaschendruck bis 200 bar, seitlich die Durchflussmenge bis 15 Liter pro Minute – und großem Drehknopf.|Durchflussregler für stufenlos dosierbaren Sauerstoff-Flow
|-
</gallery>
|  Sauerstoffflasche 10&nbsp;Liter/200&nbsp;bar || Transportable Sauerstoffflasche, 2&nbsp;Liter, 200&nbsp;bar mit Tragetasche || Durchflussregler für stufenweise dosierbaren Sauerstoff-Flow || Durchflussregler für stufenlos dosierbaren Sauerstoff-Flow
|}
</div>


{{ImDruckVerbergen|1=''Zum Vergrößern die Bilder anklicken.}} Diese Illustrationen mit freundlicher Genehmigung der Firma [http://www.weinmann.de Weinmann]''
{{ImDruckVerbergen|1=''Zum Vergrößern die Bilder anklicken.}} Diese Illustrationen mit freundlicher Genehmigung der Firma [https://www.weinmann.de Weinmann]''


== Maske und Demandventil ==
== Maske und Demandventil ==
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== Sicherheit ==
== Sicherheit ==
=== Sauerstofftoxizität ===
=== Sauerstofftoxizität ===
Oft wird gefragt, ob hochdosierter Sauerstoff toxisch (giftig) wirkt. Eine [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerstofftoxikose Sauerstoffvergiftung] des Nervensystems droht vor allem dann, wenn Sauerstoff unter einem höheren Druck [http://de.wikipedia.org/wiki/Partialdruck (Partialdruck)] als dem Umgebungsdruck eingeatmet wird – also in der Überdruckkammer, nicht bei der Inhalation aus der Flasche.<ref name="CONOXIA">[https://www.fachinfo.de/fi/pdf/010265/conoxia-go2x Fachinformation CONOXIA GO2X, Sauerstoff 100 % (V/V), Gas zur medizinischen Anwendung. Linde GmbH, Pullach, Stand Juli 2024], Abschnitte 4.2, 4.3, 4.4, 4.8 und 4.9. Cluster-Kopfschmerz ist dort in Abschnitt 4.1 ausdrücklich als Anwendungsgebiet genannt; der in Abschnitt 4.2 angegebene Volumenstrom von 7 l/min liegt allerdings unter der Empfehlung der europäischen Leitlinie von 2023 (siehe oben, Abschnitt „Anwendung“).</ref>
Oft wird gefragt, ob hochdosierter Sauerstoff toxisch (giftig) wirkt. Eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Sauerstofftoxikose Sauerstoffvergiftung] des Nervensystems droht vor allem dann, wenn Sauerstoff unter einem höheren Druck [https://de.wikipedia.org/wiki/Partialdruck (Partialdruck)] als dem Umgebungsdruck eingeatmet wird – also in der Überdruckkammer, nicht bei der Inhalation aus der Flasche.<ref name="CONOXIA">[https://www.fachinfo.de/fi/pdf/010265/conoxia-go2x Fachinformation CONOXIA GO2X, Sauerstoff 100 % (V/V), Gas zur medizinischen Anwendung. Linde GmbH, Pullach, Stand Juli 2024], Abschnitte 4.2, 4.3, 4.4, 4.8 und 4.9. Cluster-Kopfschmerz ist dort in Abschnitt 4.1 ausdrücklich als Anwendungsgebiet genannt; der in Abschnitt 4.2 angegebene Volumenstrom von 7 l/min liegt allerdings unter der Empfehlung der europäischen Leitlinie von 2023 (siehe oben, Abschnitt „Anwendung“).</ref>
 
Unter Umgebungsdruck betrifft die Sauerstofftoxizität die Lunge, und sie ist eine Frage der Anwendungsdauer. Die Fachinformation für medizinischen Sauerstoff nennt für reinen Sauerstoff einen Anwendungszeitraum von weniger als sechs Stunden und hält fest: „In Konzentrationen von mehr als 40 % ist Sauerstoff nach zwei Tagen potenziell toxisch.“ Unter durchgehender Beatmung mit 100 % Sauerstoff nimmt die Schleimbewegung in der Luftröhre nach sechs bis acht Stunden ab, nach zwölf Stunden kommen Reizerscheinungen der Atemwege und ein Engegefühl im Brustkorb hinzu.<ref name="CONOXIA"/><ref name="BAUM">[http://www.baumdamme.homepage.t-online.de/baum1_7.html Baum J, von Bormann B, Meyer J, van Aken H.: Sauerstoff als Trägergas in der klinischen Anästhesie. ''Anästhesiologie und Intensivmedizin.'' 2004; '''45:''' 124-135]</ref>


Unter Umgebungsdruck betrifft die Sauerstofftoxizität die Lunge, und sie ist eine Frage der Anwendungsdauer. Die Fachinformation für medizinischen Sauerstoff nennt für reinen Sauerstoff einen Anwendungszeitraum von weniger als sechs Stunden und hält fest: „In Konzentrationen von mehr als 40 % ist Sauerstoff nach zwei Tagen potenziell toxisch.“ Unter durchgehender Beatmung mit 100 % Sauerstoff nimmt die Schleimbewegung in der Luftröhre nach sechs bis acht Stunden ab, nach zwölf Stunden kommen Reizerscheinungen der Atemwege und ein Engegefühl im Brustkorb hinzu.<ref name="CONOXIA"/><ref name="BAUM">[http://www.baumdamme.homepage.t-online.de/baum1_7.html Baum J, von Bormann B, Meyer J, van Aken H.: Sauerstoff als Trägergas in der klinischen Anästhesie. ''Anästhesiologie und Intensivmedizin.'' 2004; '''45:''' 124-135]</ref> Eine Übersichtsarbeit speziell zum Sauerstoff beim Cluster-Kopfschmerz setzt die Schwellen höher an: manifeste Toxizität erst bei mehr als 50 % Sauerstoff über mindestens 48 Stunden, erste Reizerscheinungen unter 100 % Sauerstoff nach 24 Stunden.<ref name="VANHOUTTE">{{cite journal |author=Van Houtte J, Vandenbussche N, Derom E, Schoenen J, Versijpt J, Paemeleire K |title=Oxygen as an abortive therapy in cluster headache: a narrative review and clinical practice aspects |journal=Acta Neurol Belg |volume=124 |issue=4 |pages=1225-1231 |year=2024 |pmid=38498266 |doi=10.1007/s13760-024-02506-z}}</ref> Die Angaben gehen also auseinander, liegen aber sämtlich im Bereich von Stunden bis Tagen ''durchgehender'' Anwendung. Die Behandlung einer einzelnen Attacke dauert 15 bis 20 Minuten.
Eine Übersichtsarbeit speziell zum Sauerstoff beim Cluster-Kopfschmerz setzt die Schwellen höher an: manifeste Toxizität erst bei mehr als 50 % Sauerstoff über mindestens 48 Stunden, erste Reizerscheinungen unter 100 % Sauerstoff nach 24 Stunden.<ref name="VANHOUTTE">{{cite journal |author=Van Houtte J, Vandenbussche N, Derom E, Schoenen J, Versijpt J, Paemeleire K |title=Oxygen as an abortive therapy in cluster headache: a narrative review and clinical practice aspects |journal=Acta Neurol Belg |volume=124 |issue=4 |pages=1225-1231 |year=2024 |pmid=38498266 |doi=10.1007/s13760-024-02506-z}}</ref> Die Angaben gehen also auseinander, liegen aber sämtlich im Bereich von Stunden bis Tagen ''durchgehender'' Anwendung. Die Behandlung einer einzelnen Attacke dauert 15 bis 20 Minuten.


Unklar ist, ob eine Therapie mit [[hyperbare Sauerstofftherapie bei Cluster-Kopfschmerz|Sauerstoff unter Überdruck]] einen vorbeugenden Effekt auf Cluster-Kopfschmerz hat.<ref>Nilsson Remahl AI, Ansjon R, Lind F, Waldenlind E.: Hyperbaric oxygen treatment of active cluster headache: a double-blind placebo-controlled cross-over study. ''Cephalalgia.'' 2002; '''22'''(9): 730-9. PMID 12421159.</ref> Diese Frage stand hier lange offen; die Cochrane-Übersicht von 2015 beantwortet sie, soweit sie sich beantworten lässt: Für den Cluster-Kopfschmerz gibt es '''keinen''' Wirksamkeitsnachweis für Sauerstoff unter Überdruck. Grundlage sind zwei Studien mit zusammen 29 Teilnehmern. Der Vertrauensbereich des Ergebnisses reicht von 0,77 bis 167,85 – er schließt also sowohl „gar keine Wirkung“ als auch „eine sehr große Wirkung“ ein und lässt damit keinen Schluss zu.<ref name="BENNETT"/> Für den Sauerstoff aus der Flasche unter normalem Umgebungsdruck gilt das nicht: Für ihn ist die Wirksamkeit in derselben Übersichtsarbeit belegt, und die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt ihn mit starker Empfehlung, während sie den Sauerstoff unter Überdruck überhaupt nicht erwähnt.<ref name="BENNETT"/><ref name="EAN2023"/> Näheres steht auf der Seite [[hyperbare Sauerstofftherapie bei Cluster-Kopfschmerz|hyperbare Sauerstofftherapie]].
Unklar ist, ob eine Therapie mit [[hyperbare Sauerstofftherapie bei Cluster-Kopfschmerz|Sauerstoff unter Überdruck]] einen vorbeugenden Effekt auf Cluster-Kopfschmerz hat.<ref>Nilsson Remahl AI, Ansjon R, Lind F, Waldenlind E.: Hyperbaric oxygen treatment of active cluster headache: a double-blind placebo-controlled cross-over study. ''Cephalalgia.'' 2002; '''22'''(9): 730-9. PMID 12421159.</ref> Die Cochrane-Übersicht von 2015 kommt zu dem Ergebnis: Für den Cluster-Kopfschmerz gibt es '''keinen''' Wirksamkeitsnachweis für Sauerstoff unter Überdruck. Grundlage sind zwei Studien mit zusammen 29 Teilnehmern. Der Vertrauensbereich des Ergebnisses reicht von 0,77 bis 167,85 – er schließt also sowohl „gar keine Wirkung“ als auch „eine sehr große Wirkung“ ein und lässt damit keinen Schluss zu.<ref name="BENNETT"/> Für den Sauerstoff aus der Flasche unter normalem Umgebungsdruck gilt das nicht: Für ihn ist die Wirksamkeit in derselben Übersichtsarbeit belegt, und die europäische Leitlinie von 2023 empfiehlt ihn mit starker Empfehlung, während sie den Sauerstoff unter Überdruck überhaupt nicht erwähnt.<ref name="BENNETT"/><ref name="EAN2023"/> Näheres steht auf der Seite [[hyperbare Sauerstofftherapie bei Cluster-Kopfschmerz|hyperbare Sauerstofftherapie]].


=== Chronische Lungenerkrankung (COPD) ===
=== Chronische Lungenerkrankung (COPD) ===
Besondere Vorsicht und Rücksprache mit dem Lungenfacharzt sind bei einer chronischen Erkrankung der Atemwege oder der Lungen mit Störungen der Lungenbelüftung erforderlich (chronisch obstruktive Lungenerkrankung, [http://de.wikipedia.org/wiki/Chronisch_obstruktive_Lungenerkrankung COPD]). Die Fachinformation bindet ihren Warnhinweis dabei an einen bestimmten Befund: Sie gilt für Patienten, „bei denen über längere Zeiträume eine Erhöhung der arteriellen CO<sub>2</sub>-Konzentration auftritt“. Liegt eine respiratorische Globalinsuffizienz vor, darf Sauerstoff „nicht ohne eine geeignete Überwachung (Pulsoximetrie und/oder Blutgasanalyse) verabreicht werden, da es andernfalls zu lebensbedrohlichen Situationen kommen kann“. Ein grundsätzliches Verbot ist damit nicht gemeint: Der Abschnitt „Gegenanzeigen“ derselben Fachinformation besteht aus einem einzigen Satz – „Es bestehen keine absoluten Kontraindikationen für eine normobare Sauerstofftherapie.“<ref name="CONOXIA"/>
Besondere Vorsicht und Rücksprache mit dem Lungenfacharzt sind bei einer chronischen Erkrankung der Atemwege oder der Lungen mit Störungen der Lungenbelüftung erforderlich (chronisch obstruktive Lungenerkrankung, [https://de.wikipedia.org/wiki/Chronisch_obstruktive_Lungenerkrankung COPD]). Die Fachinformation bindet ihren Warnhinweis dabei an einen bestimmten Befund: Sie gilt für Patienten, „bei denen über längere Zeiträume eine Erhöhung der arteriellen CO<sub>2</sub>-Konzentration auftritt“. Liegt eine respiratorische Globalinsuffizienz vor, darf Sauerstoff „nicht ohne eine geeignete Überwachung (Pulsoximetrie und/oder Blutgasanalyse) verabreicht werden, da es andernfalls zu lebensbedrohlichen Situationen kommen kann“. Ein grundsätzliches Verbot ist damit nicht gemeint: Der Abschnitt „Gegenanzeigen“ derselben Fachinformation besteht aus einem einzigen Satz – „Es bestehen keine absoluten Kontraindikationen für eine normobare Sauerstofftherapie.“<ref name="CONOXIA"/>


Betroffen ist damit nicht jeder mit COPD. In einem Register mit 231 ambulant behandelten Patienten mit schwerer COPD (GOLD 3 und 4) hatten 58 von ihnen (25 %) einen Kohlendioxid-Partialdruck von 45 mm Hg oder mehr und 20 (9 %) von 50 mm Hg oder mehr.<ref name="DREHER">{{cite journal |author=Dreher M, Neuzeret PC, Windisch W, Martens D, Hoheisel G, Gröschel A, Woehrle H, Fetsch T, Graml A, Köhnlein T |title=Prevalence of chronic hypercapnia in severe chronic obstructive pulmonary disease: data from the HOmeVent registry |journal=Int J Chron Obstruct Pulmon Dis |volume=14 |pages=2377-2384 |year=2019 |pmid=31695357 |doi=10.2147/COPD.S222803}} Die Zahlen gelten für ambulante Patienten in den Stadien GOLD 3 und 4; 86 % der Messungen erfolgten unter Raumluft.</ref> Wer wegen der COPD in pneumologischer Behandlung ist, kennt diesen Wert in der Regel schon – er steht in jeder Blutgasanalyse.
Betroffen ist damit nicht jeder mit COPD. In einem Register mit 231 ambulant behandelten Patienten mit schwerer COPD (GOLD 3 und 4) hatten 58 von ihnen (25 %) einen Kohlendioxid-Partialdruck von 45 mm Hg oder mehr und 20 (9 %) von 50 mm Hg oder mehr.<ref name="DREHER">{{cite journal |author=Dreher M, Neuzeret PC, Windisch W, Martens D, Hoheisel G, Gröschel A, Woehrle H, Fetsch T, Graml A, Köhnlein T |title=Prevalence of chronic hypercapnia in severe chronic obstructive pulmonary disease: data from the HOmeVent registry |journal=Int J Chron Obstruct Pulmon Dis |volume=14 |pages=2377-2384 |year=2019 |pmid=31695357 |doi=10.2147/COPD.S222803}} Die Zahlen gelten für ambulante Patienten in den Stadien GOLD 3 und 4; 86 % der Messungen erfolgten unter Raumluft.</ref> Wer wegen der COPD in pneumologischer Behandlung ist, kennt diesen Wert in der Regel schon – er steht in jeder Blutgasanalyse.
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Übertragbar sind zwei Beobachtungen, und sie weisen in verschiedene Richtungen. Bei ''stabiler'' COPD stieg der transkutan gemessene Kohlendioxidwert unter 50 % Sauerstoff über 30 Minuten nur um 1,3 mm Hg (95-%-Konfidenzintervall 0,7 bis 1,8).<ref name="PILCHER">{{cite journal |author=Pilcher J, Thayabaran D, Ebmeier S, Williams M, Back G, Collie H, Richards M, Bibby S, Semprini R, Weatherall M, Beasley R |title=The effect of 50% oxygen on PtCO2 in patients with stable COPD, bronchiectasis, and neuromuscular disease or kyphoscoliosis: randomised cross-over trials |journal=BMC Pulm Med |volume=20 |issue=1 |pages=125 |year=2020 |pmid=32380988 |doi=10.1186/s12890-020-1132-z}} 66 der 68 Teilnehmer hatten einen Ausgangswert unter 45 mm Hg; die Autoren stellen ihrem Befund ausdrücklich die starken Anstiege bei akuter Exazerbation gegenüber.</ref> Bei akutem Atemversagen dagegen stieg der arterielle Kohlendioxidwert unter 100 % Sauerstoff schon innerhalb von 15 Minuten um 23 ± 5 mm Hg.<ref name="AUBIER">{{cite journal |author=Aubier M, Murciano D, Milic-Emili J, Touaty E, Daghfous J, Pariente R, Derenne JP |title=Effects of the administration of O2 on ventilation and blood gases in patients with chronic obstructive pulmonary disease during acute respiratory failure |journal=Am Rev Respir Dis |volume=122 |issue=5 |pages=747-754 |year=1980 |pmid=6778278 |doi=10.1164/arrd.1980.122.5.747}} Die Autoren führen den Anstieg nicht auf eine Dämpfung des Atemantriebs zurück – die Atemminutenvolumina lagen nach 15 Minuten wieder bei 93 % des Ausgangswerts –, sondern auf eine vermehrte Ungleichverteilung von Belüftung und Durchblutung in der Lunge.</ref> Das Argument, fünfzehn Minuten seien ohnehin zu kurz, um etwas zu bewirken, trägt also nicht. Bei einer akuten Verschlechterung der COPD ist unkontrolliert hoch dosierter Sauerstoff nachweislich gefährlich: In einer randomisierten Studie im Rettungsdienst starben unter hohem Volumenstrom mehr Patienten als unter angepasster Dosierung.<ref name="AUSTIN">{{cite journal |author=Austin MA, Wills KE, Blizzard L, Walters EH, Wood-Baker R |title=Effect of high flow oxygen on mortality in chronic obstructive pulmonary disease patients in prehospital setting: randomised controlled trial |journal=BMJ |volume=341 |pages=c5462 |year=2010 |pmid=20959284 |doi=10.1136/bmj.c5462}} Sterblichkeit 9 % unter hohem Volumenstrom gegenüber 4 % unter titrierter Gabe, in der Untergruppe mit gesicherter COPD 9 % gegenüber 2 %.</ref>
Übertragbar sind zwei Beobachtungen, und sie weisen in verschiedene Richtungen. Bei ''stabiler'' COPD stieg der transkutan gemessene Kohlendioxidwert unter 50 % Sauerstoff über 30 Minuten nur um 1,3 mm Hg (95-%-Konfidenzintervall 0,7 bis 1,8).<ref name="PILCHER">{{cite journal |author=Pilcher J, Thayabaran D, Ebmeier S, Williams M, Back G, Collie H, Richards M, Bibby S, Semprini R, Weatherall M, Beasley R |title=The effect of 50% oxygen on PtCO2 in patients with stable COPD, bronchiectasis, and neuromuscular disease or kyphoscoliosis: randomised cross-over trials |journal=BMC Pulm Med |volume=20 |issue=1 |pages=125 |year=2020 |pmid=32380988 |doi=10.1186/s12890-020-1132-z}} 66 der 68 Teilnehmer hatten einen Ausgangswert unter 45 mm Hg; die Autoren stellen ihrem Befund ausdrücklich die starken Anstiege bei akuter Exazerbation gegenüber.</ref> Bei akutem Atemversagen dagegen stieg der arterielle Kohlendioxidwert unter 100 % Sauerstoff schon innerhalb von 15 Minuten um 23 ± 5 mm Hg.<ref name="AUBIER">{{cite journal |author=Aubier M, Murciano D, Milic-Emili J, Touaty E, Daghfous J, Pariente R, Derenne JP |title=Effects of the administration of O2 on ventilation and blood gases in patients with chronic obstructive pulmonary disease during acute respiratory failure |journal=Am Rev Respir Dis |volume=122 |issue=5 |pages=747-754 |year=1980 |pmid=6778278 |doi=10.1164/arrd.1980.122.5.747}} Die Autoren führen den Anstieg nicht auf eine Dämpfung des Atemantriebs zurück – die Atemminutenvolumina lagen nach 15 Minuten wieder bei 93 % des Ausgangswerts –, sondern auf eine vermehrte Ungleichverteilung von Belüftung und Durchblutung in der Lunge.</ref> Das Argument, fünfzehn Minuten seien ohnehin zu kurz, um etwas zu bewirken, trägt also nicht. Bei einer akuten Verschlechterung der COPD ist unkontrolliert hoch dosierter Sauerstoff nachweislich gefährlich: In einer randomisierten Studie im Rettungsdienst starben unter hohem Volumenstrom mehr Patienten als unter angepasster Dosierung.<ref name="AUSTIN">{{cite journal |author=Austin MA, Wills KE, Blizzard L, Walters EH, Wood-Baker R |title=Effect of high flow oxygen on mortality in chronic obstructive pulmonary disease patients in prehospital setting: randomised controlled trial |journal=BMJ |volume=341 |pages=c5462 |year=2010 |pmid=20959284 |doi=10.1136/bmj.c5462}} Sterblichkeit 9 % unter hohem Volumenstrom gegenüber 4 % unter titrierter Gabe, in der Untergruppe mit gesicherter COPD 9 % gegenüber 2 %.</ref>


Entsprechend zurückhaltend sind die Einschätzungen in der Fachliteratur. Die neueste Übersichtsarbeit zum Sauerstoff beim Cluster-Kopfschmerz rät, bei COPD, zystischer Fibrose und schweren restriktiven Lungenerkrankungen „with caution due to the risk of oxygen-induced hypercapnia when using high flow rates“ vorzugehen, nennt aber keinen abweichenden Volumenstrom.<ref name="VANHOUTTE"/> Eine weitere Übersichtsarbeit warnt bei schwerer COPD vor Hyperkapnie und Kohlendioxid-Narkose, gibt für diese Aussage jedoch keine Quelle an.<ref name="DIAS2025">{{cite journal |author=de Freitas Dias B, Robinson CL, Villar-Martinez MD, Ashina S, Goadsby PJ |title=Current and novel therapies for cluster headache: a narrative review |journal=Pain Ther |volume=14 |issue=1 |pages=1-19 |year=2025 |pmid=39489854 |doi=10.1007/s40122-024-00674-7}} Die einzige Literaturstelle in diesem Satz bezieht sich auf den Rebound-Kopfschmerz, nicht auf die Hyperkapnie.</ref> Die europäische Leitlinie von 2023 nennt für die Attackenbehandlung keine Gegenanzeigen und erwähnt die COPD nicht.<ref name="EAN2023"/>
Entsprechend zurückhaltend sind die Einschätzungen in der Fachliteratur. Die neueste Übersichtsarbeit zum Sauerstoff beim Cluster-Kopfschmerz rät, bei COPD, zystischer Fibrose und schweren restriktiven Lungenerkrankungen „with caution due to the risk of oxygen-induced hypercapnia when using high flow rates“ vorzugehen, nennt aber keinen abweichenden Volumenstrom.<ref name="VANHOUTTE"/> Eine weitere Übersichtsarbeit warnt bei schwerer COPD vor Hyperkapnie und Kohlendioxid-Narkose, gibt für diese Aussage jedoch keine Quelle an.<ref name="DIAS2025">{{cite journal |author=de Freitas Dias B, Robinson CL, Villar-Martinez MD, Ashina S, Goadsby PJ |title=Current and novel therapies for cluster headache: a narrative review |journal=Pain Ther |volume=14 |issue=1 |pages=1-19 |year=2025 |pmid=39489854 |doi=10.1007/s40122-024-00674-7}} Die einzige Literaturstelle in diesem Satz bezieht sich auf den Rebound-Kopfschmerz, nicht auf die Hyperkapnie.</ref> Die europäische Leitlinie von 2023 nennt für den Sauerstoff keine Gegenanzeigen („No contraindications“, Tabelle 16, S. 2972) und erwähnt die COPD nicht.<ref name="EAN2023"/>
 
Der Volumenstrom sollte dabei nicht aus Sorge vor dem Sauerstoff verringert werden. Die Maske mit Reservoirbeutel wäscht die ausgeatmete Luft nur bei ausreichend hohem Volumenstrom aus; ist er zu niedrig, atmet der Anwender sein eigenes Kohlendioxid zurück. Ein Fallbericht beschreibt genau das: Bei einem Patienten mit schwerer COPD wurde der Volumenstrom an einer Nicht-Rückatmungsmaske aus Furcht vor dem Wegfall des Atemantriebs auf 4 l/min begrenzt; es kam zur Kohlendioxid-Narkose – nicht durch zu viel Sauerstoff, sondern durch Rückatmung bei ungenügendem Auswaschen der Maske.


Der Volumenstrom sollte dabei nicht aus Sorge vor dem Sauerstoff verringert werden. Die Maske mit Reservoirbeutel wäscht die ausgeatmete Luft nur bei ausreichend hohem Volumenstrom aus; ist er zu niedrig, atmet der Anwender sein eigenes Kohlendioxid zurück. Ein Fallbericht beschreibt genau das: Bei einem Patienten mit schwerer COPD wurde der Volumenstrom an einer Nicht-Rückatmungsmaske aus Furcht vor dem Wegfall des Atemantriebs auf 4 l/min begrenzt; es kam zur Kohlendioxid-Narkose – nicht durch zu viel Sauerstoff, sondern durch Rückatmung bei ungenügendem Auswaschen der Maske. Die Autoren fordern für diesen Maskentyp 10 bis 15 l/min und nennen als praktisches Kriterium, dass sich der Reservoirbeutel beim Einatmen nicht um mehr als ein Drittel entleeren darf.<ref name="HERREN">{{cite journal |author=Herren T, Achermann E, Hegi T, Reber A, Stäubli M |title=Carbon dioxide narcosis due to inappropriate oxygen delivery: a case report |journal=J Med Case Rep |volume=11 |issue=1 |pages=204 |year=2017 |pmid=28750686 |doi=10.1186/s13256-017-1363-7}}</ref> Auch die britische Leitlinie, die für die COPD das Sättigungsziel von 88 bis 92 % eingeführt hat, empfiehlt für den Cluster-Kopfschmerz „a flow of at least 12 L/min from a reservoir mask“.<ref name="BTS">{{cite journal |author=O'Driscoll BR, Howard LS, Earis J, Mak V |title=BTS guideline for oxygen use in adults in healthcare and emergency settings |journal=Thorax |volume=72 |issue=Suppl 1 |pages=ii1-ii90 |year=2017 |pmid=28507176 |doi=10.1136/thoraxjnl-2016-209729}} Empfehlung F18, Empfehlungsgrad D, ohne Vorbehalt für COPD; das Sättigungsziel 88 bis 92 % bei COPD steht in Empfehlung A3 mit Empfehlungsgrad A. Abschnitt 6.2.1 führt den Cluster-Kopfschmerz ausdrücklich unter den Zuständen auf, in denen eine Hyperoxämie erwünscht ist.</ref>
Die Autoren fordern für diesen Maskentyp 10 bis 15 l/min und nennen als praktisches Kriterium, dass sich der Reservoirbeutel beim Einatmen nicht um mehr als ein Drittel entleeren darf.<ref name="HERREN">{{cite journal |author=Herren T, Achermann E, Hegi T, Reber A, Stäubli M |title=Carbon dioxide narcosis due to inappropriate oxygen delivery: a case report |journal=J Med Case Rep |volume=11 |issue=1 |pages=204 |year=2017 |pmid=28750686 |doi=10.1186/s13256-017-1363-7}}</ref> Auch die britische Leitlinie, die für die COPD das Sättigungsziel von 88 bis 92 % eingeführt hat, empfiehlt für den Cluster-Kopfschmerz „a flow of at least 12 L/min from a reservoir mask“.<ref name="BTS">{{cite journal |author=O'Driscoll BR, Howard LS, Earis J, Mak V |title=BTS guideline for oxygen use in adults in healthcare and emergency settings |journal=Thorax |volume=72 |issue=Suppl 1 |pages=ii1-ii90 |year=2017 |pmid=28507176 |doi=10.1136/thoraxjnl-2016-209729}} Empfehlung F18, Empfehlungsgrad D, ohne Vorbehalt für COPD; das Sättigungsziel 88 bis 92 % bei COPD steht in Empfehlung A3 mit Empfehlungsgrad A. Abschnitt 6.2.1 führt den Cluster-Kopfschmerz ausdrücklich unter den Zuständen auf, in denen eine Hyperoxämie erwünscht ist.</ref>


Praktisch heißt das: nicht auf die Behandlung verzichten, sondern sie vorher mit der Lungenärztin oder dem Lungenarzt abstimmen und den eigenen Kohlendioxidwert kennen. Ein Pulsoximeter ersetzt das nicht – es misst die Sauerstoffsättigung, die unter Sauerstoff ohnehin hoch ist, und würde eine Anreicherung von Kohlendioxid gerade verdecken.
Praktisch heißt das: nicht auf die Behandlung verzichten, sondern sie vorher mit der Lungenärztin oder dem Lungenarzt abstimmen und den eigenen Kohlendioxidwert kennen. Ein Pulsoximeter ersetzt das nicht – es misst die Sauerstoffsättigung, die unter Sauerstoff ohnehin hoch ist, und würde eine Anreicherung von Kohlendioxid gerade verdecken.
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'''Was Betroffene tatsächlich merken.''' Das Gas aus der Flasche ist trocken; die Fachinformation führt Schleimhauttrockenheit, lokale Reizung und Schleimhautentzündung auf.<ref name="CONOXIA"/> Befeuchten ist bei der Maske mit Reservoirbeutel trotzdem keine Lösung — das ist oben unter [[#Anwendung|Anwendung]] ausdrücklich ausgeschlossen; dort steht auch der einfache Rat, die Inhalation kurz zu unterbrechen und etwas Wasser zu trinken. Manche fühlen sich unter der Maske eingeengt.
'''Was Betroffene tatsächlich merken.''' Das Gas aus der Flasche ist trocken; die Fachinformation führt Schleimhauttrockenheit, lokale Reizung und Schleimhautentzündung auf.<ref name="CONOXIA"/> Befeuchten ist bei der Maske mit Reservoirbeutel trotzdem keine Lösung — das ist oben unter [[#Anwendung|Anwendung]] ausdrücklich ausgeschlossen; dort steht auch der einfache Rat, die Inhalation kurz zu unterbrechen und etwas Wasser zu trinken. Manche fühlen sich unter der Maske eingeengt.


Und es gibt den Verdacht, dass die Attacke nach dem Absetzen früher wiederkommt als sonst — den ''Rebound''. Den Namen gab ihm Kudrow 1981; die Autoren einer Fallserie von 2011 schreiben, der Effekt sei „never been studied properly“, also nie ordentlich untersucht worden. Sie sahen sich acht Betroffene an, die diesen Effekt hatten, und fanden ihn bei 87,5&nbsp;% der mit Sauerstoff behandelten Attacken; die nächste Attacke kam im Mittel 894 Minuten früher — knapp fünfzehn Stunden — und es waren im Mittel 1,6 Attacken pro Tag mehr als ohne Sauerstoff. Wichtig zur Einordnung: Diese acht Menschen waren ''ausgewählt, weil sie den Effekt hatten'' — die Zahl 87,5&nbsp;% sagt also nichts darüber, wie viele Betroffene überhaupt einen Rebound erleben. Die Arbeit von 1981 nannte dafür 25&nbsp;%; heute werde er selten berichtet, schreiben die Autoren, was an besserer Technik, an höheren Flussraten oder daran liegen könne, dass er nicht berichtet wird. Über den Mechanismus fanden sie keine Hinweise.<ref name="GEERLINGS"/>
Und es gibt den Verdacht, dass die Attacke nach dem Absetzen früher wiederkommt als sonst — den ''Rebound''. Den Namen gab ihm Kudrow 1981; die Autoren einer Fallserie von 2011 schreiben, der Effekt sei „never been studied properly“, also nie ordentlich untersucht worden. Sie sahen sich acht Betroffene an, die diesen Effekt hatten, und fanden ihn bei 87,5&nbsp;% der mit Sauerstoff behandelten Attacken; die nächste Attacke kam im Mittel 894 Minuten früher — knapp fünfzehn Stunden — und es waren im Mittel 1,6 Attacken pro Tag mehr als ohne Sauerstoff.
 
Wichtig zur Einordnung: Diese acht Menschen waren ''ausgewählt, weil sie den Effekt hatten'' — die Zahl 87,5&nbsp;% sagt also nichts darüber, wie viele Betroffene überhaupt einen Rebound erleben. Die Arbeit von 1981 nannte dafür 25&nbsp;%; heute werde er selten berichtet, schreiben die Autoren, was an besserer Technik, an höheren Flussraten oder daran liegen könne, dass er nicht berichtet wird. Über den Mechanismus fanden sie keine Hinweise.<ref name="GEERLINGS"/>


'''Wechselwirkungen.''' Es gibt welche, und sie betreffen fast alle dasselbe: Sie können die Lungenschädigung durch '''hohe Sauerstoffkonzentrationen über längere Zeit''' verstärken. Die Fachinformation nennt Zytostatika (Mittel gegen Krebs, „z. B. Bleomycin, Cisplatin und Doxorubicin“), Antiarrhythmika (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, „z. B. Amiodaron“), Antibiotika („z. B. Furadantin/Nitrofurantoin“), „alkoholabschreckende Substanzen (z. B. Disulfiram)“ und Vergiftungen mit Chemikalien („z. B. Paraquat“). Eine zweite Gruppe nennt sie gesondert als Arzneimittel, „die bekannterweise zu unerwünschten Wirkungen führen“: Adriamycin, Menadion, Promazin, Chlorpromazin, Thioridazin und Chloroquin — „die Wirkungen sind besonders ausgeprägt in Geweben mit hohem Sauerstoffgehalt, insbesondere in der Lunge“. Und sie schreibt: „Kortikosteroide, Sympathikomimetika oder Röntgenstrahlen können die Toxizität von Sauerstoff verstärken“, ebenso eine Überfunktion der Schilddrüse oder ein Mangel an Vitamin C, Vitamin E oder Glutathion.<ref name="CONOXIA"/>
'''Wechselwirkungen.''' Es gibt welche, und sie betreffen fast alle dasselbe: Sie können die Lungenschädigung durch '''hohe Sauerstoffkonzentrationen über längere Zeit''' verstärken. Die Fachinformation nennt Zytostatika (Mittel gegen Krebs, „z. B. Bleomycin, Cisplatin und Doxorubicin“), Antiarrhythmika (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, „z. B. Amiodaron“), Antibiotika („z. B. Furadantin/Nitrofurantoin“), „alkoholabschreckende Substanzen (z. B. Disulfiram)“ und Vergiftungen mit Chemikalien („z. B. Paraquat“). Eine zweite Gruppe nennt sie gesondert als Arzneimittel, „die bekannterweise zu unerwünschten Wirkungen führen“: Adriamycin, Menadion, Promazin, Chlorpromazin, Thioridazin und Chloroquin — „die Wirkungen sind besonders ausgeprägt in Geweben mit hohem Sauerstoffgehalt, insbesondere in der Lunge“. Und sie schreibt: „Kortikosteroide, Sympathikomimetika oder Röntgenstrahlen können die Toxizität von Sauerstoff verstärken“, ebenso eine Überfunktion der Schilddrüse oder ein Mangel an Vitamin C, Vitamin E oder Glutathion.<ref name="CONOXIA"/>
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Hilfreich für eine schnelle Sauerstoffversorgung von neu diagnostizierten Cluster-Kopfschmerz Patientinnen und Patienten ist es, möglichst sofort mit der Abteilung für Heil- und Hilfsmittel der jeweiligen Krankenkasse bzw. Krankenversicherung Kontakt aufzunehmen und dieser ggf. per Fax die erforderliche ärztliche Verordnung zukommen zu lassen. Krankenkassen und Krankenversicherungen haben in der Regel Rahmenverträge zur Versorgung ihrer Mitglieder bzw. Versicherten mit den Sauerstofflieferanten abgeschlossen.
Hilfreich für eine schnelle Sauerstoffversorgung von neu diagnostizierten Cluster-Kopfschmerz Patientinnen und Patienten ist es, möglichst sofort mit der Abteilung für Heil- und Hilfsmittel der jeweiligen Krankenkasse bzw. Krankenversicherung Kontakt aufzunehmen und dieser ggf. per Fax die erforderliche ärztliche Verordnung zukommen zu lassen. Krankenkassen und Krankenversicherungen haben in der Regel Rahmenverträge zur Versorgung ihrer Mitglieder bzw. Versicherten mit den Sauerstofflieferanten abgeschlossen.


   <div style="margin:0; margin-right:10px; border:1px solid #0000ff; padding: 0em 1em 1em 1em; background-color:#E2EFFF;text-align:left">
   <div style="background:#E2EFFF; border:1px solid #3832EC; border-radius:8px; padding:0.5em 1.2em 0.8em 1.2em; margin:0 0 1em 0;">
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [http://de.wikipedia.org/wiki/Bfarm (BfArM)] hat am 14.12.2007 Sauerstoff, 100% Gas zur medizinischen Anwendung, druckverdichtet (Druckgasflaschen) zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz in Deutschland zugelassen, Zulassungsnummer: 69557.00.00. Damit sollten die bisherigen Schwierigkeiten bezüglich der Verordnung und der Kostenerstattung der Sauerstoffbehandlung bei Cluster-Kopfschmerz nun hoffentlich endgültig beendet sein.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [https://de.wikipedia.org/wiki/Bfarm (BfArM)] hat am 14.12.2007 Sauerstoff, 100% Gas zur medizinischen Anwendung, druckverdichtet (Druckgasflaschen) zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz in Deutschland zugelassen, Zulassungsnummer: 69557.00.00. Der Cluster-Kopfschmerz ist weiterhin als Anwendungsgebiet zugelassen.
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Die Zulassung von 2007 gilt unverändert, und sie lässt sich heute mit einem aktuellen Dokument belegen: Die Fachinformation für medizinischen Sauerstoff in Druckgasflaschen nennt in Abschnitt 4.1 als Anwendungsgebiet ausdrücklich „''Zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen''", und die Gebrauchsinformation für Anwender schreibt es in ihrem ersten Abschnitt aus: „''… wird angewendet zur Behandlung und Vorbeugung von Sauerstoffmangelzuständen (hypoxischen und hypoxämischen Zuständen) sowie zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen.''"<ref name="CONOXIA"/><ref name="CONOXIAGI"/> Wer mit der Krankenkasse über die Verordnung sprechen muss, hat damit einen Nachweis in der Hand, der nicht von 2007 stammt, sondern vom Hersteller in der jeweils gültigen Fassung. Dazu kommt die Leitlinie von 2015, die die Kostenübernahme in einem Satz festhält: „''Die Kosten für die Behandlung von Clusterkopfschmerzattacken mit Sauerstoff in Druckgasflaschen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.''"<ref name="DGN"/>
Nachweisen lässt sich das mit einem aktuellen Dokument: Die Fachinformation für medizinischen Sauerstoff in Druckgasflaschen nennt in Abschnitt 4.1 als Anwendungsgebiet ausdrücklich „''Zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen''", und die Gebrauchsinformation für Anwender schreibt es in ihrem ersten Abschnitt aus: „''… wird angewendet zur Behandlung und Vorbeugung von Sauerstoffmangelzuständen (hypoxischen und hypoxämischen Zuständen) sowie zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen.''"<ref name="CONOXIA"/><ref name="CONOXIAGI"/> Wer mit der Krankenkasse über die Verordnung sprechen muss, hat damit einen Nachweis in der Hand, der nicht von 2007 stammt, sondern vom Hersteller in der jeweils gültigen Fassung. Dazu kommt die Leitlinie von 2015, die die Kostenübernahme in einem Satz festhält: „''Die Kosten für die Behandlung von Clusterkopfschmerzattacken mit Sauerstoff in Druckgasflaschen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.''"<ref name="DGN"/>


'''Die Zulassung hängt an der Darreichungsform.''' Sie gilt für druckverdichteten Sauerstoff, also für die Druckgasflasche. Die Gebrauchsinformation für tiefkalt verflüssigten Sauerstoff, wie er für die Langzeit-Sauerstofftherapie geliefert wird, nennt als Anwendungsgebiet nur die Sauerstoffmangelzustände; der Cluster-Kopfschmerz kommt dort nicht vor.<ref name="CONOXIALO2X">[https://www.linde-healthcare-elementar.de/wcsstore/DE_Homecare_Store/Attachment/Gebrauchsinformation_CONOXIA-LO2X_2024-08.pdf Gebrauchsinformation: Information für den Anwender. CONOXIA® LO2X, Sauerstoff 100 % (V/V), Gas zur medizinischen Anwendung, tiefkalt verflüssigt. Linde GmbH, Stand 08.2024], Abschnitt 1: „CONOXIA LO2X wird angewendet zur Behandlung und Vorbeugung von Sauerstoffmangelzuständen (hypoxischen und hypoxämischen Zuständen)." Der Cluster-Kopfschmerz ist dort nicht genannt (geprüft am 21.09.2026).</ref> Wird statt der Flasche Flüssigsauerstoff angeboten, trägt die Zulassung als Argument also nicht mehr – ebenso wenig bei einem Sauerstoffkonzentrator, der für die Attackenbehandlung ohnehin nicht geeignet ist (Abschnitt [[#Sauerstoffkonzentratoren|Sauerstoffkonzentratoren]]).
'''Die Zulassung hängt an der Darreichungsform.''' Sie gilt für druckverdichteten Sauerstoff, also für die Druckgasflasche. Die Gebrauchsinformation für tiefkalt verflüssigten Sauerstoff, wie er für die Langzeit-Sauerstofftherapie geliefert wird, nennt als Anwendungsgebiet nur die Sauerstoffmangelzustände; der Cluster-Kopfschmerz kommt dort nicht vor.<ref name="CONOXIALO2X">[https://www.linde-healthcare-elementar.de/wcsstore/DE_Homecare_Store/Attachment/Gebrauchsinformation_CONOXIA-LO2X_2024-08.pdf Gebrauchsinformation: Information für den Anwender. CONOXIA® LO2X, Sauerstoff 100 % (V/V), Gas zur medizinischen Anwendung, tiefkalt verflüssigt. Linde GmbH, Stand 08.2024], Abschnitt 1: „CONOXIA LO2X wird angewendet zur Behandlung und Vorbeugung von Sauerstoffmangelzuständen (hypoxischen und hypoxämischen Zuständen)." Der Cluster-Kopfschmerz ist dort nicht genannt (geprüft am 21.09.2026).</ref> Wird statt der Flasche Flüssigsauerstoff angeboten, trägt die Zulassung als Argument also nicht mehr – ebenso wenig bei einem Sauerstoffkonzentrator, der für die Attackenbehandlung ohnehin nicht geeignet ist (Abschnitt [[#Sauerstoffkonzentratoren|Sauerstoffkonzentratoren]]).


=== Hilfsmittelverzeichnis ===
=== Hilfsmittelverzeichnis ===
Das ''Hilfsmittelverzeichnis'' ist der Katalog, in dem der [http://de.wikipedia.org/wiki/GKV-Spitzenverband GKV-Spitzenverband] — der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen — die Hilfsmittel ordnet, für die die Kassen die Kosten übernehmen können. Jedes Produkt bekommt darin eine Nummer, und über diese Nummer verständigen sich Arztpraxis, Sanitätshaus und Kasse: Sie sagt, um welche Art von Gerät es geht, ohne dass ein bestimmtes Fabrikat genannt werden muss.
Das ''Hilfsmittelverzeichnis'' ist der Katalog, in dem der [https://de.wikipedia.org/wiki/GKV-Spitzenverband GKV-Spitzenverband] — der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen — die Hilfsmittel ordnet, für die die Kassen die Kosten übernehmen können. Jedes Produkt bekommt darin eine Nummer, und über diese Nummer verständigen sich Arztpraxis, Sanitätshaus und Kasse: Sie sagt, um welche Art von Gerät es geht, ohne dass ein bestimmtes Fabrikat genannt werden muss.


Für den Cluster-Kopfschmerz ist das Verzeichnis aus einem zweiten Grund wichtig — '''es nennt die Erkrankung ausdrücklich.''' In der allgemeinen Beschreibung der Produktgruppe 14 heißt es wörtlich: „Bei der Langzeitsauerstofftherapie wird bei Versicherten mit chronischer Hypoxämie die Einatemluft mindestens 15 Stunden pro Tag mit Sauerstoff angereichert. Neben der Langzeitsauerstofftherapie wird eine Therapie mit Sauerstoff zudem bei der Akutbehandlung von Clusterkopfschmerzen eingesetzt."<ref name="HMVPG14">Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes, Produktgruppe 14, Abschnitt „Sauerstofftherapiegeräte" der allgemeinen Produktbeschreibung sowie Abschnitt „Leistungsrechtliche Hinweise" (dort Änderungsdatum 09.01.2024). Das Register selbst liegt unter [https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de]; der Text der Produktgruppe ist leichter lesbar über die Spiegelung von REHADAT: [https://www.rehadat-gkv.de/info/index.html?pgnr=14&pginfo=true rehadat-gkv.de, Produktgruppen-Info 14]. Dort am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen; die Seite nennt als Stand des Verzeichnisses „Bundesanzeiger 31.08.2026".</ref> Das steht damit in einem Dokument der Kassen selbst — wer mit seiner Kasse über die Verordnung spricht, kann sich darauf berufen.
Für den Cluster-Kopfschmerz ist das Verzeichnis aus einem zweiten Grund wichtig — '''es nennt die Erkrankung ausdrücklich.''' In der allgemeinen Beschreibung der Produktgruppe 14 heißt es wörtlich: „Bei der Langzeitsauerstofftherapie wird bei Versicherten mit chronischer Hypoxämie die Einatemluft mindestens 15 Stunden pro Tag mit Sauerstoff angereichert. Neben der Langzeitsauerstofftherapie wird eine Therapie mit Sauerstoff zudem bei der Akutbehandlung von Clusterkopfschmerzen eingesetzt."<ref name="HMVPG14">Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes, Produktgruppe 14, Abschnitt „Sauerstofftherapiegeräte" der allgemeinen Produktbeschreibung sowie Abschnitt „Leistungsrechtliche Hinweise" (dort Änderungsdatum 09.01.2024). Das Register selbst liegt unter [https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de]; der Text der Produktgruppe ist leichter lesbar über die Spiegelung von REHADAT: [https://www.rehadat-gkv.de/info/index.html?pgnr=14&pginfo=true rehadat-gkv.de, Produktgruppen-Info 14]. Dort am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen; die Seite nennt als Stand des Verzeichnisses „Bundesanzeiger 31.08.2026".</ref> Das steht damit in einem Dokument der Kassen selbst — wer mit seiner Kasse über die Verordnung spricht, kann sich darauf berufen.


Sauerstoff zur Akutbehandlung/Attackenkupierung bei Cluster-Kopfschmerz ist seit 1999 als Indikation im Hilfsmittelkatalog der ''gesetzlichen Krankenversicherungen'' (GKV) aufgeführt:
Sauerstoff zur Akutbehandlung/Attackenkupierung bei Cluster-Kopfschmerz ist seit 1999 als Indikation im Hilfsmittelkatalog der ''gesetzlichen Krankenversicherungen'' (GKV) aufgeführt. Die Druckminderer stehen dort unter:
 
* Positionsnummer 14 . 24 . 05 . 0
 
''Der Schlüssel der obigen Positionsnummer erklärt sich wie folgt:''


* Produktgruppe: Inhalations- und Atemtherapiegeräte (14)
* Produktgruppe: Inhalations- und Atemtherapiegeräte (14)
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* Untergruppe: Sauerstofftherapiegeräte, Druck- und Flüssiggas (05)
* Untergruppe: Sauerstofftherapiegeräte, Druck- und Flüssiggas (05)


* Produktart: '''Druckminderer für Druckgasflaschen''' (0001-0999).
* Produktarten: '''0''' – „Druckminderer für Druckgasflaschen '''mit festem Flow'''“ und '''3''' – „Druckminderer für Druckgasflaschen '''mit einstellbarem Flow'''“ (also Positionsnummer 14 . 24 . 05 . 0 oder 14 . 24 . 05 . 3).


''Stand 22.09.2026, am Register des GKV-Spitzenverbandes nachgesehen:'' Innerhalb der Untergruppe 14.24.05 unterscheidet das Hilfsmittelverzeichnis heute '''zwei''' Produktarten für Druckminderer — Produktart '''0''' heißt dort „Druckminderer für Druckgasflaschen '''mit festem Flow'''", Produktart '''3''' heißt „Druckminderer für Druckgasflaschen '''mit einstellbarem Flow'''". Der Verordnungsvorschlag unten nennt einen „Regelbereich 0 - 15 Liter/Minute" und dazu die Positionsnummer 14 . 24 . 05 . 0; ein Regelbereich setzt aber einen einstellbaren Druckminderer voraus. '''Wer den Vorschlag benutzt, sollte die Positionsnummer deshalb mit dem Sauerstofflieferanten oder der Krankenkasse abgleichen.''' Entscheidend ist nicht die Nummer, sondern dass das gelieferte Gerät '''mindestens 12 bis 15 Liter pro Minute einstellen kann''' — viele Standard-Druckminderer reichen nur bis 6 oder 10 Liter, weil das der Bereich der Sauerstoff-Langzeittherapie ist, und das ist für die Attackenbehandlung zu wenig. Der Vorschlag bleibt hier bewusst unverändert stehen; die Einzelheiten und der Registerwortlaut stehen unter [[Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen#Stand 2026|Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen]].<ref name="HMV2026">[https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes], Produktgruppe 14, Anwendungsort 24 („Atmungsorgane"), Untergruppe 05, am 22.09.2026 über die Baumansicht aufgerufen; Änderungsdatum der Untergruppe dort: 09.01.2024.</ref>
Entscheidend ist nicht die Nummer, sondern dass das gelieferte Gerät '''mindestens 12 bis 15 Liter pro Minute''' liefern kann — viele Standard-Druckminderer reichen nur bis 6 oder 10 Liter, weil das der Bereich der Sauerstoff-Langzeittherapie ist, und das ist für die Attackenbehandlung zu wenig. Welche Produktart geliefert wird, klären Lieferant und Krankenkasse; auf das Rezept gehört deshalb der Regelbereich. Die Einzelheiten und der Registerwortlaut stehen unter [[Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen#Die Druckminderer und ihre Nachbarn im Register|Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen]].<ref name="HMV2026">[https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes], Produktgruppe 14, Anwendungsort 24 („Atmungsorgane"), Untergruppe 05, am 22.09.2026 über die Baumansicht aufgerufen; Änderungsdatum der Untergruppe dort: 09.01.2024.</ref>


Die Kostenübernahme durch die GKV ist damit gesichert, erforderlich ist eine ärztliche Verordnung. Die Sauerstoffempfehlung der ''Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft'' (DMKG) enthält einen  Vorschlag für ein mögliches ärztliches Attest (Link siehe unten), meist reicht aber auch ein einfaches ärztliches Rezept.  
Die Kostenübernahme durch die GKV ist damit gesichert, erforderlich ist eine ärztliche Verordnung. Die Sauerstoffempfehlung der ''Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft'' (DMKG) enthält einen  Vorschlag für ein mögliches ärztliches Attest (Link siehe unten), meist reicht aber auch ein einfaches ärztliches Rezept.  
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# '''Diagnose und Begründung notieren.''' Cluster-Kopfschmerz, ICD-10 G44.0. Die Diagnose allein genügt nicht: „Die Notwendigkeit für die Verordnung von Hilfsmitteln (konkrete Indikation) ergibt sich nicht allein aus der Diagnose.“<ref name="HilfsMRL"/>
# '''Diagnose und Begründung notieren.''' Cluster-Kopfschmerz, ICD-10 G44.0. Die Diagnose allein genügt nicht: „Die Notwendigkeit für die Verordnung von Hilfsmitteln (konkrete Indikation) ergibt sich nicht allein aus der Diagnose.“<ref name="HilfsMRL"/>
# '''Bei der Kasse anrufen''', Abteilung für Heil- und Hilfsmittel. Zwei Fragen: Verlangt diese Kasse eine vorherige Genehmigung? Und welche Vertragspartner versorgen mit Sauerstoff? Die Kasse muss darüber Auskunft geben: Sie hat ihre Versicherten „über die zur Versorgung berechtigten Vertragspartner und über die wesentlichen Inhalte der Verträge zu informieren“.<ref name="P127SGBV">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__127.html § 127 SGB V] (Verträge über die Versorgung mit Hilfsmitteln), Absatz 1 Sätze 1 und 4, Absatz 3 Satz 1, Absatz 5 Sätze 1 und 2 sowie Absatz 6 Satz 1; am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen.</ref> Aussuchen darf man sich den Versorger dann selbst: „Die Versicherten können alle Leistungserbringer in Anspruch nehmen, die Vertragspartner ihrer Krankenkasse sind.“ Lenken darf dabei '''weder die Praxis noch die Kasse''' — beide dürfen, „soweit gesetzlich nicht etwas anderes bestimmt ist oder aus medizinischen Gründen im Einzelfall eine Empfehlung geboten ist, weder Verordnungen bestimmten Leistungserbringern zuweisen, noch die Versicherten dahingehend beeinflussen, Verordnungen bei einem bestimmten Leistungserbringer einzulösen“.<ref name="P33SGBV"/>
# '''Bei der Kasse anrufen''', Abteilung für Heil- und Hilfsmittel. Zwei Fragen: Verlangt diese Kasse eine vorherige Genehmigung? Und welche Vertragspartner versorgen mit Sauerstoff? Die Kasse muss darüber Auskunft geben: Sie hat ihre Versicherten „über die zur Versorgung berechtigten Vertragspartner und über die wesentlichen Inhalte der Verträge zu informieren“.<ref name="P127SGBV">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__127.html § 127 SGB V] (Verträge über die Versorgung mit Hilfsmitteln), Absatz 1 Sätze 1 und 4, Absatz 3 Satz 1, Absatz 5 Sätze 1 und 2 sowie Absatz 6 Satz 1; am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen.</ref> Aussuchen darf man sich den Versorger dann selbst: „Die Versicherten können alle Leistungserbringer in Anspruch nehmen, die Vertragspartner ihrer Krankenkasse sind.“ Lenken darf dabei '''weder die Praxis noch die Kasse''' — beide dürfen, „soweit gesetzlich nicht etwas anderes bestimmt ist oder aus medizinischen Gründen im Einzelfall eine Empfehlung geboten ist, weder Verordnungen bestimmten Leistungserbringern zuweisen, noch die Versicherten dahingehend beeinflussen, Verordnungen bei einem bestimmten Leistungserbringer einzulösen“.<ref name="P33SGBV"/>
# '''Ein eigenes Muster 16 anlegen — nur Hilfsmittel.''' Arznei- und Hilfsmittel dürfen nicht zusammen auf ein Blatt: „Für die zeitgleiche Verordnung von Arznei- und Hilfsmitteln sowie digitalen Gesundheitsanwendungen sind getrennte Verordnungsblätter zu verwenden.“<ref name="KBV16">Kassenärztliche Bundesvereinigung, [https://www.kbv.de/praxis/verordnungen/arzneimittel/verordnen kbv.de: Arzneimittel verordnen], Abschnitte „Verordnung von Arznei-, Verband- und Hilfsmitteln“, „Anzahl der Verordnungen“ und „Sonderkennzeichnungen“; am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen. Rechtsgrundlage dahinter sind die ''Erläuterungen zur Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung'' (Anlage 2 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte), Stand Januar 2026, Abschnitt Muster 16: [https://www.kbv.de/documents/infothek/rechtsquellen/bundesmantelvertrag/anlage-02-vordruckvereinbarung/02_Erlaeuterungen.pdf 02_Erlaeuterungen.pdf]. Aus diesem PDF selbst konnte der Muster-16-Abschnitt hier nicht im Wortlaut gelesen werden; zitiert ist deshalb die Wiedergabe der KBV auf der oben genannten Seite.</ref> Für den Sauerstoff als Arzneimittel und für Druckminderer und Maske als Hilfsmittel braucht es also zwei Blätter.
# '''Ein eigenes Muster 16 anlegen — nur Hilfsmittel.''' Arznei- und Hilfsmittel dürfen nicht zusammen auf ein Blatt: „Für die zeitgleiche Verordnung von Arznei- und Hilfsmitteln sowie digitalen Gesundheitsanwendungen sind getrennte Verordnungsblätter zu verwenden.“<ref name="KBV16">Kassenärztliche Bundesvereinigung, [https://www.kbv.de/praxis/verordnungen/arzneimittel/verordnen kbv.de: Arzneimittel verordnen], Abschnitte „Verordnung von Arznei-, Verband- und Hilfsmitteln“, „Anzahl der Verordnungen“ und „Sonderkennzeichnungen“; am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen. Rechtsgrundlage dahinter sind die ''Erläuterungen zur Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung'' (Anlage 2 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte), Stand Januar 2026, Abschnitt Muster 16: [https://www.kbv.de/documents/infothek/rechtsquellen/bundesmantelvertrag/anlage-02-vordruckvereinbarung/02_Erlaeuterungen.pdf 02_Erlaeuterungen.pdf]. Aus diesem PDF selbst konnte der Muster-16-Abschnitt hier nicht im Wortlaut gelesen werden; zitiert ist deshalb die Wiedergabe der KBV auf der oben genannten Seite.</ref> Weil das Hilfsmittelverzeichnis den Sauerstoff leistungsrechtlich dem Hilfsmittelbereich zuordnet,<ref name="HMVPG14"/> können Flaschen, Druckminderer und Maske gemeinsam auf einem Hilfsmittel-Blatt stehen, wie im [[#Vorschlag für eine ärztliche Verordnung|Verordnungsvorschlag]] unten. Ein eigenes Blatt braucht der Sauerstoff nur, wenn er als Arzneimittel verordnet wird; welche Form die Kasse erwartet, lässt sich beim Anruf in Schritt 2 mitfragen.
# '''In Feld 7 die Ziffer 7 eintragen.''' Nicht ankreuzen — und nicht Feld 8, das ist für Impfstoffe, Feld 9 für Sprechstundenbedarf. Unter den Sonderkennzeichnungen heißt es wörtlich: „von Hilfsmitteln ist das Feld 7 durch Eintragen der Ziffer 7 zu kennzeichnen.“<ref name="KBV16"/>
# '''In Feld 7 die Ziffer 7 eintragen.''' Nicht ankreuzen — und nicht Feld 8, das ist für Impfstoffe, Feld 9 für Sprechstundenbedarf. Unter den Sonderkennzeichnungen heißt es wörtlich: „von Hilfsmitteln ist das Feld 7 durch Eintragen der Ziffer 7 zu kennzeichnen.“<ref name="KBV16"/>
# '''Die Positionen eintragen''', jeweils mit Stückzahl und mit der Mindestleistung als Klartext. Die Richtlinie verlangt, das Hilfsmittel „so eindeutig wie möglich“ zu bezeichnen, und nennt als Angaben unter anderem die Bezeichnung nach dem Hilfsmittelverzeichnis, „die Anzahl“ und „erforderlichenfalls Hinweise (zum Beispiel über Zweckbestimmung, Funktionalität des Hilfsmittels, Art der Herstellung, Material, Abmessungen), die eine funktionsgerechte Auswahl, Anfertigung, Zurichtung oder Abänderung durch den Leistungserbringer gewährleisten“.<ref name="HilfsMRL"/> Ein bestimmtes Fabrikat muss nicht genannt werden: Es „kann entweder die Produktart entsprechend dem Hilfsmittelverzeichnis genannt oder die siebenstellige Positionsnummer angegeben werden“; das einzelne Produkt — das trägt eine zehnstellige Nummer — wählt danach grundsätzlich der Leistungserbringer aus, also das Sanitätshaus oder der Sauerstoffversorger.<ref name="HilfsMRL"/> Zwei praktische Punkte dazu: Auf ein Blatt passen „bis zu drei verschiedene Arznei- und Verbandmittel sowie Hilfsmittel mit Ausnahme von Seh- und Hörhilfen“<ref name="KBV16"/> — wer mehr braucht, nimmt ein zweites Blatt. Und zur Menge: Eine volle 10-Liter-Flasche reicht bei 12&nbsp;l/min für etwa elf Anwendungen, eine 2-Liter-Flasche für gut zwei (die Rechnung steht auf der Seite [[Sauerstoffflasche#Wie lange eine Flasche reicht|Sauerstoffflasche]]).
# '''Die Positionen eintragen''', jeweils mit Stückzahl und mit der Mindestleistung als Klartext. Die Richtlinie verlangt, das Hilfsmittel „so eindeutig wie möglich“ zu bezeichnen, und nennt als Angaben unter anderem die Bezeichnung nach dem Hilfsmittelverzeichnis, „die Anzahl“ und „erforderlichenfalls Hinweise (zum Beispiel über Zweckbestimmung, Funktionalität des Hilfsmittels, Art der Herstellung, Material, Abmessungen), die eine funktionsgerechte Auswahl, Anfertigung, Zurichtung oder Abänderung durch den Leistungserbringer gewährleisten“.<ref name="HilfsMRL"/> Ein bestimmtes Fabrikat muss nicht genannt werden: Es „kann entweder die Produktart entsprechend dem Hilfsmittelverzeichnis genannt oder die siebenstellige Positionsnummer angegeben werden“; das einzelne Produkt — das trägt eine zehnstellige Nummer — wählt danach grundsätzlich der Leistungserbringer aus, also das Sanitätshaus oder der Sauerstoffversorger.<ref name="HilfsMRL"/> Zwei praktische Punkte dazu: Auf ein Blatt passen „bis zu drei verschiedene Arznei- und Verbandmittel sowie Hilfsmittel mit Ausnahme von Seh- und Hörhilfen“<ref name="KBV16"/> — wer mehr braucht, nimmt ein zweites Blatt. Und zur Menge: Eine volle 10-Liter-Flasche reicht bei 12&nbsp;l/min für etwa elf Anwendungen, eine 2-Liter-Flasche für gut zwei (die Rechnung steht auf der Seite [[Sauerstoffflasche#Wie lange eine Flasche reicht|Sauerstoffflasche]]).
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=== Vorschlag für eine ärztliche Verordnung ===
=== Vorschlag für eine ärztliche Verordnung ===
[[Bild:Oxyway fineI 30501 xl.jpg|thumb|Druckminderer/Durchflussregler]]
[[Bild:Oxyway fineI 30501 xl.jpg|alt=Druckminderer mit zwei Rundanzeigen – oben der Flaschendruck bis 200 bar, seitlich die Durchflussmenge bis 15 Liter pro Minute – und großem Drehknopf.|thumb|Druckminderer/Durchflussregler]]


  Sauerstoffversorgung bei Cluster-Kopfschmerz
  Sauerstoffversorgung bei Cluster-Kopfschmerz
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  1 Stk. Druckminderer für Druckgasflaschen
  1 Stk. Druckminderer für Druckgasflaschen
  Regelbereich 0 - 15 Liter/Minute
  Regelbereich 0 - 15 Liter/Minute
  Positionsnummer 14 . 24 . 05 . 0
  Hilfsmittelverzeichnis 14 . 24 . 05
   
   
  2 Stk. 10 Liter Druckgasflasche
  2 Stk. 10 Liter Druckgasflasche
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  Wiederbefüllung der Flaschen nach Bedarf
  Wiederbefüllung der Flaschen nach Bedarf
   
   
  2 Stk. Non-Rebreather Inhalationsmaske PZN 5483776
  2 Stk. Non-Rebreather-Inhalationsmaske mit Reservoirbeutel


und bei Bedarf für unterwegs  
und bei Bedarf für unterwegs  
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  1 Stk. Druckminderer für Druckgasflaschen
  1 Stk. Druckminderer für Druckgasflaschen
  Regelbereich 0 - 15 Liter/Minute
  Regelbereich 0 - 15 Liter/Minute
  Positionsnummer 14 . 24 . 05 . 0
  Hilfsmittelverzeichnis 14 . 24 . 05
   
   
  2 Stk. 2 Liter Druckgasflasche
  2 Stk. 2 Liter Druckgasflasche
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  Wiederbefüllung der Flaschen nach Bedarf
  Wiederbefüllung der Flaschen nach Bedarf
    
    
  1 Stk. Non-Rebreather Inhalationsmaske PZN 5483776
  1 Stk. Non-Rebreather-Inhalationsmaske mit Reservoirbeutel
   
   
  1 Stk. Transporttasche (oder Rucksack) für  
  1 Stk. Transporttasche (oder Rucksack) für  
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=== Nachfüllen, Folgeverordnung und die Rechte dabei ===
=== Nachfüllen, Folgeverordnung und die Rechte dabei ===
Die erste Verordnung ist geschafft, die Flasche steht neben dem Bett — und nach ein paar Wochen ist sie leer. Was dann? Das ist die Frage, die nach der Erstverordnung am häufigsten kommt. Die Antwort ist komplizierter, als sie sein müsste, und sie ist von Kasse zu Kasse verschieden. Hier steht, was sich belegen lässt, und warum die Antworten auseinandergehen.
Die erste Verordnung ist geschafft, die Flasche steht neben dem Bett — und nach ein paar Wochen ist sie leer. Was dann? Das ist die Frage, die nach der Erstverordnung am häufigsten kommt. Die Antwort ist komplizierter, als sie sein müsste, und sie ist von Kasse zu Kasse verschieden. Hier steht, was sich belegen lässt, und warum die Antworten auseinandergehen.
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'''Wie lange ein Rezept gilt: 28 Tage.''' Die Hilfsmittel-Richtlinie schreibt: „Wird die Hilfsmittelversorgung nicht innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung der Verordnung aufgenommen, verliert die Verordnung ihre Gültigkeit.“ Entscheidend ist der Satz danach: „Wenn der Leistungsantrag innerhalb dieses Zeitraums bei der Krankenkasse eingeht, gilt die Frist als gewahrt.“<ref name="HilfsMRL"/> Praktisch heißt das: Das Rezept muss innerhalb von vier Wochen beim Versorger oder bei der Kasse sein. Ist es dort eingegangen, läuft die Frist nicht mehr gegen einen — auch wenn die Lieferung selbst länger dauert.
'''Wie lange ein Rezept gilt: 28 Tage.''' Die Hilfsmittel-Richtlinie schreibt: „Wird die Hilfsmittelversorgung nicht innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung der Verordnung aufgenommen, verliert die Verordnung ihre Gültigkeit.“ Entscheidend ist der Satz danach: „Wenn der Leistungsantrag innerhalb dieses Zeitraums bei der Krankenkasse eingeht, gilt die Frist als gewahrt.“<ref name="HilfsMRL"/> Praktisch heißt das: Das Rezept muss innerhalb von vier Wochen beim Versorger oder bei der Kasse sein. Ist es dort eingegangen, läuft die Frist nicht mehr gegen einen — auch wenn die Lieferung selbst länger dauert.
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'''Erstens: Die Erkrankung steht im Zulassungstext.''' Medizinischer Sauerstoff aus der Druckgasflasche ist für dieses Anwendungsgebiet zugelassen. Der Abschnitt „Anwendungsgebiete“ der Fachinformation lautet vollständig: „Zur Behandlung und Prophylaxe von hypoxischen und hypoxämischen Zuständen. Zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen.“<ref name="CONOXIA"/> Wer also sagt, Sauerstoff sei beim Cluster-Kopfschmerz gar nicht zugelassen, irrt in diesem Punkt.
'''Erstens: Die Erkrankung steht im Zulassungstext.''' Medizinischer Sauerstoff aus der Druckgasflasche ist für dieses Anwendungsgebiet zugelassen. Der Abschnitt „Anwendungsgebiete“ der Fachinformation lautet vollständig: „Zur Behandlung und Prophylaxe von hypoxischen und hypoxämischen Zuständen. Zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen.“<ref name="CONOXIA"/> Wer also sagt, Sauerstoff sei beim Cluster-Kopfschmerz gar nicht zugelassen, irrt in diesem Punkt.


'''Zweitens: Die Leitliniendosis steht dort aber nicht.''' Das ist die Unterscheidung, auf die es ankommt — zugelassen ist das ''Anwendungsgebiet'', nicht die Dosis, die die Leitlinien empfehlen. Dieselbe Fachinformation schreibt zur Anwendung beim Cluster-Kopfschmerz: „Bei Cluster-Kopfschmerzen wird 100 % Sauerstoff über einen Zeitraum von 15 Minuten mit einer Flussrate von 7 l/min über eine Gesichtsmaske verabreicht.“<ref name="CONOXIA"/> Die Leitlinie der European Academy of Neurology von 2023 empfiehlt dagegen ausdrücklich „oxygen (100%) with a flow of at least 12 L/min over 15 min“, also mindestens 12 Liter pro Minute.<ref name="EAN2023"/> Wer nach Leitlinie behandelt, weicht demnach in der '''Dosis''' vom Zulassungstext ab, nicht in der Indikation. Das ist zulässig und üblich, aber es ist der Punkt, an dem Rückfragen kommen — und der einzige, an dem hier überhaupt von einem Off-Label-Gebrauch die Rede sein kann. Was das rechtlich bedeutet, steht auf der Seite [[Off-Label-Use beim Clusterkopfschmerz]]. Und für den Fall, dass die Praxis mit 7 Litern beginnen will, hat die Leitlinie ebenfalls einen Satz. Sie beschreibt eine Studie, die 7 und 12 Liter pro Minute verglich und keinen klinisch bedeutsamen Unterschied fand — merkt aber an, dass nur 5 von 56 Teilnehmenden in die Hauptauswertung eingingen und die Betroffenen 12 Liter bevorzugten; da es kein Sicherheitsproblem gebe, erscheine die höhere Flussrate besser. Dann folgt: „When low-flow oxygen is sufficient, no change is necessary, but if it is not efficient, increased flow rates should be tried before declaring patients to be oxygen nonresponders.“ Auf Deutsch: Reicht wenig Sauerstoff, muss nichts geändert werden. Reicht er nicht, ist zuerst die Flussrate zu erhöhen, bevor jemand als „spricht auf Sauerstoff nicht an“ gilt.<ref name="EAN2023VOLL"/> Wer mit 7 Litern keine Wirkung spürt, hat also noch nicht erfahren, dass Sauerstoff bei ihm nicht hilft.
'''Zweitens: Die Leitliniendosis steht dort aber nicht.''' Das ist die Unterscheidung, auf die es ankommt — zugelassen ist das ''Anwendungsgebiet'', nicht die Dosis, die die Leitlinien empfehlen. Dieselbe Fachinformation schreibt zur Anwendung beim Cluster-Kopfschmerz: „Bei Cluster-Kopfschmerzen wird 100 % Sauerstoff über einen Zeitraum von 15 Minuten mit einer Flussrate von 7 l/min über eine Gesichtsmaske verabreicht.“<ref name="CONOXIA"/> Die Leitlinie der European Academy of Neurology von 2023 empfiehlt dagegen ausdrücklich „oxygen (100%) with a flow of at least 12 L/min over 15 min“, also mindestens 12 Liter pro Minute.<ref name="EAN2023"/>
 
Wer nach Leitlinie behandelt, weicht demnach in der '''Dosis''' vom Zulassungstext ab, nicht in der Indikation. Das ist zulässig und üblich, aber es ist der Punkt, an dem Rückfragen kommen — und der einzige, an dem hier überhaupt von einem Off-Label-Gebrauch die Rede sein kann.
 
Was das rechtlich bedeutet, steht auf der Seite [[Off-Label-Use beim Clusterkopfschmerz]]. Und für den Fall, dass die Praxis mit 7 Litern beginnen will, hat die Leitlinie ebenfalls einen Satz. Sie beschreibt eine Studie, die 7 und 12 Liter pro Minute verglich und keinen klinisch bedeutsamen Unterschied fand — merkt aber an, dass nur 5 von 56 Teilnehmenden in die Hauptauswertung eingingen und die Betroffenen 12 Liter bevorzugten; da es kein Sicherheitsproblem gebe, erscheine die höhere Flussrate besser.
 
Dann folgt: „When low-flow oxygen is sufficient, no change is necessary, but if it is not efficient, increased flow rates should be tried before declaring patients to be oxygen nonresponders.“ Auf Deutsch: Reicht wenig Sauerstoff, muss nichts geändert werden. Reicht er nicht, ist zuerst die Flussrate zu erhöhen, bevor jemand als „spricht auf Sauerstoff nicht an“ gilt.<ref name="EAN2023VOLL"/> Wer mit 7 Litern keine Wirkung spürt, hat also noch nicht erfahren, dass Sauerstoff bei ihm nicht hilft.


'''Drittens: Die Kasse kennt die Erkrankung.''' In der Beschreibung der Produktgruppe 14 des Hilfsmittelverzeichnisses der Krankenkassen heißt es: „Neben der Langzeitsauerstofftherapie wird eine Therapie mit Sauerstoff zudem bei der Akutbehandlung von Clusterkopfschmerzen eingesetzt.“<ref name="HMVPG14"/> Dieser Satz steht in einem Dokument der Kassen selbst.
'''Drittens: Die Kasse kennt die Erkrankung.''' In der Beschreibung der Produktgruppe 14 des Hilfsmittelverzeichnisses der Krankenkassen heißt es: „Neben der Langzeitsauerstofftherapie wird eine Therapie mit Sauerstoff zudem bei der Akutbehandlung von Clusterkopfschmerzen eingesetzt.“<ref name="HMVPG14"/> Dieser Satz steht in einem Dokument der Kassen selbst.
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''Das Folgende gibt Rechtsgrundlagen wieder und ist keine Rechtsberatung. Für den Einzelfall und besonders für einen Widerspruch helfen die Sozialverbände weiter — etwa der [https://www.vdk.de/ Sozialverband VdK Deutschland] oder der [https://www.sovd.de/ Sozialverband Deutschland (SoVD)].''
''Das Folgende gibt Rechtsgrundlagen wieder und ist keine Rechtsberatung. Für den Einzelfall und besonders für einen Widerspruch helfen die Sozialverbände weiter — etwa der [https://www.vdk.de/ Sozialverband VdK Deutschland] oder der [https://www.sovd.de/ Sozialverband Deutschland (SoVD)].''


Über einen Antrag muss die Kasse „zügig, spätestens bis zum Ablauf von drei Wochen nach Antragseingang“ entscheiden — oder, wenn sie eine gutachtliche Stellungnahme einholt, „insbesondere des Medizinischen Dienstes“, „innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang“. Kann sie diese Frist nicht halten, muss sie das „unter Darlegung der Gründe rechtzeitig schriftlich oder elektronisch“ mitteilen. Und dann kommen die zwei Sätze, auf die es ankommt: „Erfolgt keine Mitteilung eines hinreichenden Grundes, gilt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt.“ sowie „Beschaffen sich Leistungsberechtigte nach Ablauf der Frist eine erforderliche Leistung selbst, ist die Krankenkasse zur Erstattung der hierdurch entstandenen Kosten verpflichtet.“<ref name="P13a">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__13.html § 13 SGB V], Absatz 3a; am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen. Der Absatz gibt dem Medizinischen Dienst seinerseits drei Wochen für seine Stellungnahme. Was die sogenannte Genehmigungsfiktion im Einzelfall wert ist, ist eine Frage der Rechtsprechung und hier nicht behandelt — der Gesetzeswortlaut steht, auf die Wirkung sollte sich niemand allein verlassen.</ref> Es lohnt sich deshalb, den Eingang des Antrags bei der Kasse belegen zu können, etwa durch Einwurf-Einschreiben oder Sendebericht. Wie man einen solchen Antrag stellt, steht auf der Seite [[Sauerstoff sofort!]].
Über einen Antrag muss die Kasse „zügig, spätestens bis zum Ablauf von drei Wochen nach Antragseingang“ entscheiden — oder, wenn sie eine gutachtliche Stellungnahme einholt, „insbesondere des Medizinischen Dienstes“, „innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang“. Kann sie diese Frist nicht halten, muss sie das „unter Darlegung der Gründe rechtzeitig schriftlich oder elektronisch“ mitteilen.
 
Und dann kommen die zwei Sätze, auf die es ankommt: „Erfolgt keine Mitteilung eines hinreichenden Grundes, gilt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt.“ sowie „Beschaffen sich Leistungsberechtigte nach Ablauf der Frist eine erforderliche Leistung selbst, ist die Krankenkasse zur Erstattung der hierdurch entstandenen Kosten verpflichtet.“<ref name="P13a">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__13.html § 13 SGB V], Absatz 3a; am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen. Der Absatz gibt dem Medizinischen Dienst seinerseits drei Wochen für seine Stellungnahme. Was die sogenannte Genehmigungsfiktion im Einzelfall wert ist, ist eine Frage der Rechtsprechung und hier nicht behandelt — der Gesetzeswortlaut steht, auf die Wirkung sollte sich niemand allein verlassen.</ref> Es lohnt sich deshalb, den Eingang des Antrags bei der Kasse belegen zu können, etwa durch Einwurf-Einschreiben oder Sendebericht. Wie man einen solchen Antrag stellt, steht auf der Seite [[Sauerstoff sofort!]].


Gegen einen ablehnenden Bescheid kann man '''binnen eines Monats''' Widerspruch einlegen: „Der Widerspruch ist binnen eines Monats, nachdem der Verwaltungsakt dem Beschwerten bekanntgegeben worden ist, […] bei der Stelle einzureichen, die den Verwaltungsakt erlassen hat.“ Gegen den Widerspruchsbescheid kann man dann '''binnen eines weiteren Monats''' Klage beim Sozialgericht erheben; die Frist beginnt „mit der Bekanntgabe des Widerspruchsbescheids“. Das Verfahren vor den Sozialgerichten ist für Versicherte '''kostenfrei'''. Und man muss sich nicht anwaltlich vertreten lassen: Vertreten dürfen nach dem Sozialgerichtsgesetz auch Vereinigungen, deren satzungsgemäße Aufgaben „die gemeinschaftliche Interessenvertretung, die Beratung und Vertretung der Leistungsempfänger […] oder der Menschen mit Behinderungen wesentlich umfassen“ — das ist die Vorschrift, auf die sich die Sozialverbände stützen.<ref name="SGG">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgg/ Sozialgerichtsgesetz (SGG)]: § 84 Absatz 1 Satz 1 (Widerspruchsfrist), § 87 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 (Klagefrist), § 183 Satz 1 (Kostenfreiheit für Versicherte und Leistungsempfänger) und § 73 Absatz 1 sowie Absatz 2 Nummer 8 (Vertretung; Absatz 1: „Die Beteiligten können vor dem Sozialgericht und dem Landessozialgericht den Rechtsstreit selbst führen.“). Alle vier Vorschriften am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen. Bei Bekanntgabe im Ausland betragen beide Fristen drei Monate.</ref>
Gegen einen ablehnenden Bescheid kann man '''binnen eines Monats''' Widerspruch einlegen: „Der Widerspruch ist binnen eines Monats, nachdem der Verwaltungsakt dem Beschwerten bekanntgegeben worden ist, […] bei der Stelle einzureichen, die den Verwaltungsakt erlassen hat.“ Gegen den Widerspruchsbescheid kann man dann '''binnen eines weiteren Monats''' Klage beim Sozialgericht erheben; die Frist beginnt „mit der Bekanntgabe des Widerspruchsbescheids“. Das Verfahren vor den Sozialgerichten ist für Versicherte '''kostenfrei'''. Und man muss sich nicht anwaltlich vertreten lassen: Vertreten dürfen nach dem Sozialgerichtsgesetz auch Vereinigungen, deren satzungsgemäße Aufgaben „die gemeinschaftliche Interessenvertretung, die Beratung und Vertretung der Leistungsempfänger […] oder der Menschen mit Behinderungen wesentlich umfassen“ — das ist die Vorschrift, auf die sich die Sozialverbände stützen.<ref name="SGG">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgg/ Sozialgerichtsgesetz (SGG)]: § 84 Absatz 1 Satz 1 (Widerspruchsfrist), § 87 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 (Klagefrist), § 183 Satz 1 (Kostenfreiheit für Versicherte und Leistungsempfänger) und § 73 Absatz 1 sowie Absatz 2 Nummer 8 (Vertretung; Absatz 1: „Die Beteiligten können vor dem Sozialgericht und dem Landessozialgericht den Rechtsstreit selbst führen.“). Alle vier Vorschriften am 22.09.2026 im Wortlaut gelesen. Bei Bekanntgabe im Ausland betragen beide Fristen drei Monate.</ref>
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'''Belege und Vorlagen zum Mitnehmen'''
'''Belege und Vorlagen zum Mitnehmen'''


* [http://www.ck-wissen.de/ckwiki/images/e/e9/O2_zulassung.pdf Zulassung von Sauerstoff zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz (PDF Datei)]
* [https://www.ck-wissen.de/ckwiki/images/e/e9/O2_zulassung.pdf Zulassung von Sauerstoff zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz (PDF Datei)]
* [[Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen]]  
* [[Sauerstoff im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen]]  
* [https://www.fachinfo.de/fi/pdf/010265/conoxia-go2x Fachinformation für medizinischen Sauerstoff in Druckgasflaschen (CONOXIA GO2X), Abschnitt 4.1: „Zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen"] – der Nachweis der Zulassung in der jeweils gültigen Fassung, nicht nur als Meldung von 2007
* [https://www.fachinfo.de/fi/pdf/010265/conoxia-go2x Fachinformation für medizinischen Sauerstoff in Druckgasflaschen (CONOXIA GO2X), Abschnitt 4.1: „Zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen"] – der Nachweis der Zulassung in der jeweils gültigen Fassung, nicht nur als Meldung von 2007
* [https://www.dmkg.de/assets/uploads/dateien/sauerstoffbehandlung-bei-cluster-kopfschmerz.pdf DMKG und DGN: Sauerstoffbehandlung bei Cluster-Kopfschmerz, 28.01.2009] (PDF-Datei) – enthält auch einen Vorschlag für eine ärztliche Verordnung. Das Merkblatt nennt als Quelle diese Wiki-Seite; für die Angaben hier ist es deshalb kein unabhängiger Beleg.
* [https://www.dmkg.de/assets/uploads/dateien/sauerstoffbehandlung-bei-cluster-kopfschmerz.pdf DMKG und DGN: Sauerstoffbehandlung bei Cluster-Kopfschmerz, 28.01.2009] (PDF-Datei) – enthält auch einen Vorschlag für eine ärztliche Verordnung. Das Merkblatt nennt als Quelle diese Wiki-Seite; für die Angaben hier ist es deshalb kein unabhängiger Beleg.
* [https://www.oxycare-gmbh.de/assets/files/verordnungen/Verordnung_Cluster_Kopfschmerz.pdf Vorschlag eines Anbieters für eine Dauerverordnung von Sauerstoff bei Cluster-Kopfschmerz] (PDF-Datei)
* [https://www.oxycare-gmbh.de/assets/files/verordnungen/Verordnung_Cluster_Kopfschmerz.pdf Vorschlag eines Anbieters für eine Dauerverordnung von Sauerstoff bei Cluster-Kopfschmerz] (PDF-Datei)
* Die frühere Seite der ''Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft'' „Die ambulante Versorgung von Clusterkopfschmerzpatienten mit Sauerstoff", die hier lange verlinkt war, ist nicht mehr abrufbar; die Adresse leitet inzwischen auf eine andere Seite von dmkg.de weiter (geprüft am 21.09.2026). Die Kostenaussage der Fachgesellschaften steht aber in der [http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-036.html Leitlinie von 2015] und ist oben wörtlich zitiert.
* Die frühere Seite der ''Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft'' „Die ambulante Versorgung von Clusterkopfschmerzpatienten mit Sauerstoff", die hier lange verlinkt war, ist nicht mehr abrufbar; die Adresse leitet inzwischen auf eine andere Seite von dmkg.de weiter (geprüft am 21.09.2026). Die Kostenaussage der Fachgesellschaften steht aber in der [https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/030-036 Leitlinie von 2015] und ist oben wörtlich zitiert.


=== Zuzahlung ===
=== Zuzahlung ===
''Die folgenden Angaben sind Rechtsgrundlagen und keine Rechtsberatung. Für den Einzelfall, für einen Antrag und besonders für einen Widerspruch helfen die Sozialverbände weiter — etwa der [https://www.vdk.de/ Sozialverband VdK Deutschland] oder der [https://www.sovd.de/ Sozialverband Deutschland (SoVD)]; sie beraten und vertreten ihre Mitglieder im Sozialrecht, auch vor dem Sozialgericht.''
''Die folgenden Angaben sind Rechtsgrundlagen und keine Rechtsberatung. Für den Einzelfall, für einen Antrag und besonders für einen Widerspruch helfen die Sozialverbände weiter — etwa der [https://www.vdk.de/ Sozialverband VdK Deutschland] oder der [https://www.sovd.de/ Sozialverband Deutschland (SoVD)]; sie beraten und vertreten ihre Mitglieder im Sozialrecht, auch vor dem Sozialgericht.''


* Die Zuzahlung zu Hilfsmitteln wie Hörgeräten, Krankenfahrstühlen oder Sauerstoffdruckminderer beträgt 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro.
* Die Zuzahlung zu Hilfsmitteln wie Hörgeräten, Krankenfahrstühlen oder dem Sauerstoff-Druckminderer beträgt 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 Euro, höchstens 10 Euro (§ 33 Absatz 8 Satz 1 in Verbindung mit § 61 Satz 1 SGB V).<ref name="P61SGBV">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__61.html § 61 Zuzahlungen, SGB V], Satz 1, am 22.09.2026 gelesen.</ref>
* "Sauerstoffflaschen sind als '''Verbrauchsmaterial''' nicht Bestandteil eines Druckminderers und werden gesondert abgerechnet." (Quelle: [https://web.archive.org/web/20160418164039/https:/hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/produktlisteZurArt_input.action?paramArtId=583 Hilfsmittelverzeichnis der GKV])
* "Sauerstoffflaschen sind als '''Verbrauchsmaterial''' nicht Bestandteil eines Druckminderers und werden gesondert abgerechnet." (Quelle: [https://web.archive.org/web/20160418164039/https:/hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/produktlisteZurArt_input.action?paramArtId=583 Hilfsmittelverzeichnis der GKV])
* Die Zuzahlung zu Hilfsmitteln, die '''zum Verbrauch''' bestimmt sind, wie z.B. Sauerstoff, beträgt ebenfalls 10 Prozent der Kosten, aber '''höchstens 10 Euro für den gesamten Monatsbedarf.'''<ref>[http://dejure.org/gesetze/SGB_V/33.html Fünftes Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Krankenversicherung - § 33 Hilfsmittel, Absatz 8]</ref>
* Der Sauerstoff selbst gehört leistungsrechtlich zu den Hilfsmitteln, obwohl er für den Cluster-Kopfschmerz seit Dezember 2007 auch als Arzneimittel zugelassen ist. In den leistungsrechtlichen Hinweisen der Produktgruppe 14 heißt es: „Sauerstoff als unabdingbarer funktionaler ‚Bestandteil‘ von Sauerstofftherapiegeräten, also des Hilfsmittels, ist leistungsrechtlich dem Hilfsmittelbereich zuzuordnen.“<ref name="HMVPG14"/> Für ihn gilt deshalb die Zuzahlung für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel: 10 Prozent, '''höchstens 15 Euro für den gesamten Monatsbedarf''' – gleich, wie viele Flaschen in diesem Monat geliefert werden.<ref name="P33SGBV">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html § 33 Hilfsmittel, Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V)], Absätze 1, 5a, 5b, 6 und 8, in der amtlichen Fassung am 22.09.2026 gelesen.</ref> Mehr zu Nachlieferung und Rezept steht oben unter [[#Nachfüllen, Folgeverordnung und die Rechte dabei|Nachfüllen, Folgeverordnung und die Rechte dabei]].
* '''Berichtigung, Stand 22.09.2026:''' Der Höchstbetrag liegt heute nicht bei 10, sondern bei '''15 Euro'''. § 33 Absatz 8 Satz 3 SGB V lautet wörtlich: „Die Zuzahlung bei zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln beträgt 10 vom Hundert des insgesamt von der Krankenkasse zu übernehmenden Betrags, jedoch höchstens 15 Euro für den gesamten Monatsbedarf." Der Prozentsatz der Angabe darüber stimmt also, der Höchstbetrag nicht mehr.<ref name="P33SGBV">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__33.html § 33 Hilfsmittel, Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V)], Absätze 1, 5a, 5b, 6 und 8, in der amtlichen Fassung am 22.09.2026 gelesen.</ref> Für den Druckminderer, der nicht zum Verbrauch bestimmt ist, bleibt es bei 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro (§ 33 Absatz 8 Satz 1 in Verbindung mit § 61 Satz 1 SGB V).<ref name="P61SGBV">[https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__61.html § 61 Zuzahlungen, SGB V], Satz 1, am 22.09.2026 gelesen.</ref> Wie sich das zur Zuzahlung für Arzneimittel verhält – und warum das beim Sauerstoff eine offene Frage ist – steht unter [[Sauerstoffflasche#Wer die Kosten trägt]]. '''Nachtrag, Stand 22.09.2026 — die Frage ist beantwortet, und zwar vom Hilfsmittelverzeichnis selbst.''' In den leistungsrechtlichen Hinweisen der Produktgruppe 14 heißt es: „Sauerstoff als unabdingbarer funktionaler ‚Bestandteil‘ von Sauerstofftherapiegeräten, also des Hilfsmittels, ist leistungsrechtlich dem Hilfsmittelbereich zuzuordnen.“<ref name="HMVPG14"/> Für den Sauerstoff gilt damit die Zuzahlung für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel: 10 Prozent, '''höchstens 15 Euro für den gesamten Monatsbedarf''' — gleich, wie viele Flaschen in diesem Monat geliefert werden. Für den Druckminderer bleibt es bei 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Warum die Frage vorher offen war: Seit Dezember 2007 ist Sauerstoff für den Cluster-Kopfschmerz auch als Arzneimittel zugelassen, und für Arzneimittel gilt eine andere Zuzahlungsregel. Welche greift, hing daran, ob der Sauerstoff als Arzneimittel oder als Hilfsmittel abgerechnet wird — und genau das legt das Verzeichnis fest. Mehr zu Nachlieferung und Rezept steht oben unter [[#Nachfüllen, Folgeverordnung und die Rechte dabei|Nachfüllen, Folgeverordnung und die Rechte dabei]].


* '''Belastungsgrenzen''': Zuzahlungen, die ein Versicherter leisten muss, dürfen zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen nicht übersteigen. Wer also 20 000 Euro verdient, muss maximal 400 Euro selbst aufbringen. Für Angehörige, die im gemeinsamen Haushalt leben, werden bei der Einkommenshöhe des Familienhaushaltes Freibeträge berücksichtigt. Darüber hinaus bleiben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von allen Zuzahlungen befreit (Ausnahme: Fahrkosten). Für chronisch Kranke, die wegen derselben schwerwiegenden Krankheit in Dauerbehandlung sind, liegt die Belastungsgrenze nach der [[Chronikerregelung]] bei einem Prozent der Bruttoeinnahmen.<ref>[http://dejure.org/gesetze/SGB_V/62.html Fünftes Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Krankenversicherung - § 62 Belastungsgrenze]</ref>
* '''Belastungsgrenzen''': Zuzahlungen, die ein Versicherter leisten muss, dürfen zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen nicht übersteigen. Wer also 20 000 Euro verdient, muss maximal 400 Euro selbst aufbringen. Für Angehörige, die im gemeinsamen Haushalt leben, werden bei der Einkommenshöhe des Familienhaushaltes Freibeträge berücksichtigt. Darüber hinaus bleiben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von allen Zuzahlungen befreit (Ausnahme: Fahrkosten). Für chronisch Kranke, die wegen derselben schwerwiegenden Krankheit in Dauerbehandlung sind, liegt die Belastungsgrenze nach der [[Chronikerregelung]] bei einem Prozent der Bruttoeinnahmen.<ref>[http://dejure.org/gesetze/SGB_V/62.html Fünftes Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Krankenversicherung - § 62 Belastungsgrenze]</ref>
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=== Österreich ===
=== Österreich ===
* [http://www.linde-healthcare.at/de/images/Verordnungsschein%20Clusterkopfschmerz%20beschreibbar%20inkl.%20Einwilligungserkl%C3%A4rung_tcm549-533067.pdf Ärztliche Verordnung für Sauerstoff zur Vorlage bei der Krankenkasse, PDF-Datei Linde Healthcare.]
* [https://www.linde-healthcare.at/de/images/Verordnungsschein%20Clusterkopfschmerz%20beschreibbar%20inkl.%20Einwilligungserkl%C3%A4rung_tcm549-533067.pdf Ärztliche Verordnung für Sauerstoff zur Vorlage bei der Krankenkasse, PDF-Datei Linde Healthcare.]
** http://www.linde-healthcare.at/de/downloads/downloads.html
** https://www.linde-healthcare.at/de/downloads/downloads.html


=== Schweiz ===
=== Schweiz ===
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** Deutschsprachige Zusammenfassung der Cochrane-Übersicht in der Fassung von 2008. Sie gibt den Stand dieser Fassung wieder und nicht den der Aktualisierung von 2015 (siehe den folgenden Eintrag zu Bennett u. a.).
** Deutschsprachige Zusammenfassung der Cochrane-Übersicht in der Fassung von 2008. Sie gibt den Stand dieser Fassung wieder und nicht den der Aktualisierung von 2015 (siehe den folgenden Eintrag zu Bennett u. a.).


* Boris Lutomsky und Frank Flake (Herausgeber): Leitfaden Rettungsdienst. Elsevier, München; 4. Auflage (2006), ISBN 3437471511 [http://books.google.de/books?id=6NuJ_odC8UkC&lpg=PP1&dq=leitfaden%20rettungsdienst&pg=PA175#v=onepage&q&f=false Google Books - Abschnitt Sauerstoffinsufflation]   
* Boris Lutomsky und Frank Flake (Herausgeber): Leitfaden Rettungsdienst. Elsevier, München; 4. Auflage (2006), ISBN 3437471511 [https://books.google.de/books?id=6NuJ_odC8UkC&lpg=PP1&dq=leitfaden%20rettungsdienst&pg=PA175#v=onepage&q&f=false Google Books - Abschnitt Sauerstoffinsufflation]   


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*  {{Cite journal  | last1 = Geerlings | first1 = RP. | last2 = Haane | first2 = DY. | last3 = Koehler | first3 = PJ. | title = Rebound following oxygen therapy in cluster headache. | journal = Cephalalgia | volume = 31 | issue = 10 | pages = 1145-9 | month = Jul | year = 2011 | doi = 10.1177/0333102411412087 | PMID = 21700644 }} [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21700644/ Bei PubMed] – dazu gab es einen Kommentar von Dr. Andrew Sewell auf clusterattack.com; diese Domain existiert nicht mehr
*  {{Cite journal  | last1 = Geerlings | first1 = RP. | last2 = Haane | first2 = DY. | last3 = Koehler | first3 = PJ. | title = Rebound following oxygen therapy in cluster headache. | journal = Cephalalgia | volume = 31 | issue = 10 | pages = 1145-9 | month = Jul | year = 2011 | doi = 10.1177/0333102411412087 | PMID = 21700644 }} [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21700644/ Bei PubMed] – dazu gab es einen Kommentar von Dr. Andrew Sewell auf clusterattack.com; diese Domain existiert nicht mehr


* {{Cite journal  | last1 = Rozen | first1 = TD. | last2 = Fishman | first2 = RS. | title = Inhaled oxygen and cluster headache sufferers in the United States: use, efficacy and economics: results from the United States Cluster Headache Survey. | journal = Headache | volume = 51 | issue = 2 | pages = 191-200 | month = Feb | year = 2011 | doi = 10.1111/j.1526-4610.2010.01806.x | PMID = 21083557 }} [http://web.archive.org/web/20240608221014/http://www.clusterheadaches.com/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?action=downloadfile;file=Cluster_Headache_Oxygen_Survey_Article_J_of_HEADACHE_and_Pain_Management_Nov_Dec_2010.pdf PDF im Internet Archive] [https://web.archive.org/web/20160330170314/http://kopfschmerz-news.de/pdf/ksn2-2011.pdf Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 2/2011, Seite 37-41 (PDF)]   
* {{Cite journal  | last1 = Rozen | first1 = TD. | last2 = Fishman | first2 = RS. | title = Inhaled oxygen and cluster headache sufferers in the United States: use, efficacy and economics: results from the United States Cluster Headache Survey. | journal = Headache | volume = 51 | issue = 2 | pages = 191-200 | month = Feb | year = 2011 | doi = 10.1111/j.1526-4610.2010.01806.x | PMID = 21083557 }} [https://web.archive.org/web/20240608221014/http://www.clusterheadaches.com/cgi-bin/yabb2/YaBB.pl?action=downloadfile;file=Cluster_Headache_Oxygen_Survey_Article_J_of_HEADACHE_and_Pain_Management_Nov_Dec_2010.pdf PDF im Internet Archive] [https://web.archive.org/web/20160330170314/http://kopfschmerz-news.de/pdf/ksn2-2011.pdf Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 2/2011, Seite 37-41 (PDF)]   


* {{cite journal |author=Backx AP, Haane DY, De Ceuster L, Koehler PJ |title=Cluster headache and oxygen: is it possible to predict which patients will be relieved? A retrospective cross-sectional correlation study |journal=J Neurol |volume= |issue= |pages= |year=2010 |month=April |pmid=20422207 |doi=10.1007/s00415-010-5569-5 |url=}}
* {{cite journal |author=Backx AP, Haane DY, De Ceuster L, Koehler PJ |title=Cluster headache and oxygen: is it possible to predict which patients will be relieved? A retrospective cross-sectional correlation study |journal=J Neurol |volume= |issue= |pages= |year=2010 |month=April |pmid=20422207 |doi=10.1007/s00415-010-5569-5 |url=}}
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* {{cite journal| author=Akerman S, Holland PR, Lasalandra MP, Goadsby PJ| title=Oxygen inhibits neuronal activation in the trigeminocervical complex after stimulation of trigeminal autonomic reflex, but not during direct dural activation of trigeminal afferents. | journal=Headache | year= 2009 | volume= 49 | issue= 8 | pages= 1131-43 | pmid=19719541 | url= | doi=10.1111/j.1526-4610.2009.01501.x }} <!--Formatted by http://sumsearch.uthscsa.edu/cite/--> [https://headachejournal.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1526-4610.2009.01501.x Beim Verlag] – dazu gab es einen zweiteiligen Kommentar von Dr. Andrew Sewell auf clusterattack.com; diese Domain existiert nicht mehr
* {{cite journal| author=Akerman S, Holland PR, Lasalandra MP, Goadsby PJ| title=Oxygen inhibits neuronal activation in the trigeminocervical complex after stimulation of trigeminal autonomic reflex, but not during direct dural activation of trigeminal afferents. | journal=Headache | year= 2009 | volume= 49 | issue= 8 | pages= 1131-43 | pmid=19719541 | url= | doi=10.1111/j.1526-4610.2009.01501.x }} <!--Formatted by http://sumsearch.uthscsa.edu/cite/--> [https://headachejournal.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1526-4610.2009.01501.x Beim Verlag] – dazu gab es einen zweiteiligen Kommentar von Dr. Andrew Sewell auf clusterattack.com; diese Domain existiert nicht mehr


* Jürgens TP, May A.: Oxygen treatment in acute cluster headache. ''Curr Pain Headache Rep.'' 2009 Apr; '''13'''(2): 89-90. PMID 19272273 [http://dx.doi.org/10.1007/s11916-009-0017-x DOI.]
* Jürgens TP, May A.: Oxygen treatment in acute cluster headache. ''Curr Pain Headache Rep.'' 2009 Apr; '''13'''(2): 89-90. PMID 19272273 [https://doi.org/10.1007/s11916-009-0017-x DOI.]


* {{cite journal |author=Bitterman H |title=Bench-to-bedside review: oxygen as a drug |journal=Crit Care |volume=13 |issue=1 |pages=205 |year=2009 |pmid=19291278 |pmc=2688103 |doi=10.1186/cc7151 |url=}}
* {{cite journal |author=Bitterman H |title=Bench-to-bedside review: oxygen as a drug |journal=Crit Care |volume=13 |issue=1 |pages=205 |year=2009 |pmid=19291278 |pmc=2688103 |doi=10.1186/cc7151 |url=}}


* Huber G, Lampl C.: Oxygen Therapy Influences Episodic Cluster Headache and Related Cutaneous Brush and Cold Allodynia. ''Headache.'' 2009 Jan; '''49'''(1): 134-6. PMID 18624708 [http://dx.doi.org/10.1111/j.1526-4610.2008.01187.x DOI.]
* Huber G, Lampl C.: Oxygen Therapy Influences Episodic Cluster Headache and Related Cutaneous Brush and Cold Allodynia. ''Headache.'' 2009 Jan; '''49'''(1): 134-6. PMID 18624708 [https://doi.org/10.1111/j.1526-4610.2008.01187.x DOI.]


* Cohen AS, Matharu MS, Burns B, Goadsby PJ.: Randomized double-blind, placebo-controlled trial of high-flow inhaled oxygen in acute cluster headache. ''Cephalalgia.'' 2007 Oct; '''27'''(10): 1188. [http://dx.doi.org/10.1111/j.1468-2982.2007.01403_1.x DOI.]
* Cohen AS, Matharu MS, Burns B, Goadsby PJ.: Randomized double-blind, placebo-controlled trial of high-flow inhaled oxygen in acute cluster headache. ''Cephalalgia.'' 2007 Oct; '''27'''(10): 1188. [https://doi.org/10.1111/j.1468-2982.2007.01403_1.x DOI.]
** [https://www.isrctn.com/ISRCTN94092997 ISRCTN94092997] (das Register ist von controlled-trials.com nach isrctn.com umgezogen)
** [https://www.isrctn.com/ISRCTN94092997 ISRCTN94092997] (das Register ist von controlled-trials.com nach isrctn.com umgezogen)


* Bennett MH, French C, Schnabel A, Wasiak J, Kranke P.: Normobaric and hyperbaric oxygen therapy for migraine and cluster headache. ''Cochrane Database Syst Rev.'' 2008 Jul 16;(3):CD005219. PMID 18646121 [http://dx.doi.org/10.1002/14651858.CD005219.pub2 DOI.]
* Bennett MH, French C, Schnabel A, Wasiak J, Kranke P.: Normobaric and hyperbaric oxygen therapy for migraine and cluster headache. ''Cochrane Database Syst Rev.'' 2008 Jul 16;(3):CD005219. PMID 18646121 [https://doi.org/10.1002/14651858.CD005219.pub2 DOI.]
** Diese Fassung ist überholt: Die Übersichtsarbeit wurde 2015 aktualisiert (oben aufgeführt). Der Eintrag bleibt hier stehen, weil ältere Patienteninformationen sich auf ihn berufen.
** Frühere Fassung; die aktualisierte Fassung von 2015 steht oben.


* O’Driscoll BR, Howard LS, Davison AG on behalf of the British Thoracic Society: BTS guideline for emergency oxygen use in adult patients. ''Thorax.'' 2008; '''63'''(Suppl 6): vi1-vi68. PMID 18838559 [http://dx.doi.org/10.1136/thx.2008.102947 DOI.]
* O’Driscoll BR, Howard LS, Davison AG on behalf of the British Thoracic Society: BTS guideline for emergency oxygen use in adult patients. ''Thorax.'' 2008; '''63'''(Suppl 6): vi1-vi68. PMID 18838559 [https://doi.org/10.1136/thx.2008.102947 DOI.]


* Schuh-Hofer S, Siekmann W, Offenhauser N, Reuter U, Arnold G.: Effect of Hyperoxia on neurogenic plasma protein extravasation in the rat dura mater. ''Headache.'' 2006 Nov-Dec; '''46'''(10): 1545-51. PMID 17115987, [http://dx.doi.org/10.1111/j.1526-4610.2006.00447.x DOI.]
* Schuh-Hofer S, Siekmann W, Offenhauser N, Reuter U, Arnold G.: Effect of Hyperoxia on neurogenic plasma protein extravasation in the rat dura mater. ''Headache.'' 2006 Nov-Dec; '''46'''(10): 1545-51. PMID 17115987, [https://doi.org/10.1111/j.1526-4610.2006.00447.x DOI.]


* Sjaastad, Ottar: ''Cluster Headache Syndrome'', W.B. Saunders, London 1992, Oxygen Therapy, p. 126, ISBN 0-7020-1554-7
* Sjaastad, Ottar: ''Cluster Headache Syndrome'', W.B. Saunders, London 1992, Oxygen Therapy, p. 126, ISBN 0-7020-1554-7
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* Sakai F, Meyer JS.: Abnormal cerebrovascular reactivity in patients with migraine and cluster headache. '' Headache.'' 1979 Jul; '''19'''(5): 257-66. PMID 468531
* Sakai F, Meyer JS.: Abnormal cerebrovascular reactivity in patients with migraine and cluster headache. '' Headache.'' 1979 Jul; '''19'''(5): 257-66. PMID 468531


* [http://www.ouch-us.org/medications/oxygen.htm OUCH-US: Oxygen ''(various abstracts)''] Dort auch Capobianco, DJ: Historical Development Of Normobaric Oxygen In The Symptomatic Treatment Of Cluster Headache. ''Headache.'' (1998); '''38:'''378 (Full text).
* [https://www.ouch-us.org/medications/oxygen.htm OUCH-US: Oxygen ''(various abstracts)''] Dort auch Capobianco, DJ: Historical Development Of Normobaric Oxygen In The Symptomatic Treatment Of Cluster Headache. ''Headache.'' (1998); '''38:'''378 (Full text).
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* [https://www.weinmann-emergency.com/de/downloadcenter/326-oxyway-druckminderer-und-flowregler-fuer-sauerstoff/product/ Gebrauchsanweisungen für Weinmann Druckminderer]
* [https://www.weinmann-emergency.com/de/downloadcenter/326-oxyway-druckminderer-und-flowregler-fuer-sauerstoff/product/ Gebrauchsanweisungen für Weinmann Druckminderer]


* [http://www.gti-medicare.de/mediaDownload.php?mId=419 GTI BEDIENUNGSANLEITUNG GCE MEDIREG® II, MEDISELECT® II DRUCKMINDERER (PDF-Datei)]  
* [https://www.gti-medicare.de/mediaDownload.php?mId=419 GTI BEDIENUNGSANLEITUNG GCE MEDIREG® II, MEDISELECT® II DRUCKMINDERER (PDF-Datei)]  


* [http://www.roob-gase.de/pdf/sicherheitshinweise_transport_von_gasbehaeltern.pdf Linde Gas Sicherheitshinweis: Transport von Gasbehältern mit Kraftfahrzeugen] (PDF-Datei)
* [http://www.roob-gase.de/pdf/sicherheitshinweise_transport_von_gasbehaeltern.pdf Linde Gas Sicherheitshinweis: Transport von Gasbehältern mit Kraftfahrzeugen] (PDF-Datei)
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* [http://www.springermedizin.de/schmerzkongress-trotz-sauerstoff-response-kein-cluster/5414466.html Reimund Freye: Trotz Sauerstoff-Response kein Clusterkopfschmerz. ''springermedizin.de'' 06.11.2014]
* [http://www.springermedizin.de/schmerzkongress-trotz-sauerstoff-response-kein-cluster/5414466.html Reimund Freye: Trotz Sauerstoff-Response kein Clusterkopfschmerz. ''springermedizin.de'' 06.11.2014]


* [http://home.arcor.de/liebertz.hans-josef/Cluster1-Dateien/Cluster-Dateien/Sauerstoff.wmv Video: Sauerstofftherapie bei Cluster-Kopfschmerz] Format: [http://de.wikipedia.org/wiki/Windows_Media_Video WMV,] Dauer: 8:55 min., Dateigröße: 11,4MB.  
* [http://home.arcor.de/liebertz.hans-josef/Cluster1-Dateien/Cluster-Dateien/Sauerstoff.wmv Video: Sauerstofftherapie bei Cluster-Kopfschmerz] Format: [https://de.wikipedia.org/wiki/Windows_Media_Video WMV,] Dauer: 8:55 min., Dateigröße: 11,4MB.  


* [http://www.clusterheadaches.com/O2/index.html ClusterHeadaches.com: Oxygen Info]  
* [https://www.clusterheadaches.com/O2/index.html ClusterHeadaches.com: Oxygen Info]  


* [http://clusterheadacheinfo.wdfiles.com/local--files/file%3Ao2-ch-abortive-v2r7-final/O2_CH_Abortive_v2r7_Final.pdf Ben Kahn, Dr. Annette Do, MD, Michael Berger, Svenn Thørn and Pete Batcheller: CH Sufferer's Supplemental Guide to Using O2] (PDF-Datei, Englisch)
* [http://clusterheadacheinfo.wdfiles.com/local--files/file%3Ao2-ch-abortive-v2r7-final/O2_CH_Abortive_v2r7_Final.pdf Ben Kahn, Dr. Annette Do, MD, Michael Berger, Svenn Thørn and Pete Batcheller: CH Sufferer's Supplemental Guide to Using O2] (PDF-Datei, Englisch)
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{{Gesundheitshinweis}}
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[[Kategorie:Behandlung]]
[[Kategorie:Sauerstoff]]
<!-- Titel und Beschreibung für die Treffer bei Google und Bing -->
<seo title="Sauerstoff bei Cluster-Kopfschmerz: Liter, Maske, Kosten" description="100 % Sauerstoff, 12 bis 15 Liter pro Minute über eine Maske mit Reservoirbeutel, 15 bis 20 Minuten lang: so wird er genommen und so wird er verordnet." />