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Lisurid

Version vom 28. Juni 2013, 15:32 Uhr von Libby (Diskussion | Beiträge) (<div class="noprint"></div>)
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Lisurid wurde als Migräneprophylaktikum entwickelt. Für diese Indikation besteht in Deutschland keine Zulassung mehr. Lisurid wird heute in Kombination mit Levodopa zur Behandlung der Parkinson-Krankheit verwendet. Es wird in Deutschland unter dem Markennamen Dopergin® vertrieben und unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht. An Serotonin-Rezeptoren des Subtyps 5-HT2B wirkt Lisurid als Antagonist. Mit einer Hemmung dieser Rezeptoren wurde seine Wirksamkeit in der Migräneprophylaxe in Verbindung gebracht.[1]

Edgard Raffaelli Jr., Orlando J. Martins und Américo dos Santos P. Dágua Filho aus São Paulo, Brasilien, berichteten 1982 über die erfolgreiche Behandlung von zehn Cluster-Kopfschmerzpatienten mit Lisurid: Fünf ECH und fünf CCH Patienten, die zuvor mit mehreren anderen Medikamenten (Ergotamin, Methysergid, Prednison, Lithium und Pizotifen) mit geringem oder mäßigen Erfolg behandelt wurden, erhielten Lisurid in Dosierungen von 2 x 0,025 mg bis 16 x 0,025 mg pro Tag. Die Ergebnisse, die mit Lisurid erzielt wurden, seien "gut bis sehr gut" gewesen und es habe keine Nebenwirkungen in dieser kleinen Gruppe von Patienten gegeben.[2]

Zur Therapieeinleitung mit Lisurid bei der Parkinson-Krankheit werden Tabletten mit einem Wirkstoffgehalt von 0,2 mg Lisuridmaleat verwendet. Die Dosierung beginnt in der ersten Behandlungswoche mit einer halben Tablette pro Tag und wird mit jeder Behandlungswoche um eine halbe Tablette pro Tag gesteigert. Die optimale Dosis ist individuell durch Titration, abhängig von Verträglichkeit und Wirksamkeit, zu ermitteln.[3]

Insbesondere zu Beginn der Therapie mit Lisurid, bei zu rascher Dosissteigerung oder zu hoher Dosierung sowie bei Einnahme ohne gleichzeitige Mahlzeit oder gleichzeitigen Imbiss können Übelkeit, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schwitzen, Mundtrockenheit und plötzlicher Blutdruckabfall sowie in seltenen Fällen Erbrechen auftreten. Lisurid kann, insbesondere bei länger dauernder Anwendung und bei hoher Dosierung, schwere Nebenwirkungen haben. Die sedierende Wirkung des Präparates kann durch andere, auf das zentrale Nervensystem dämpfend wirkende Arzneimittel verstärkt werden. Lisurid kann Schläfrigkeit (exzessive Müdigkeit) verursachen. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Neuroleptika und anderen Dopamin-Antagonisten (z.B. Haloperidol, Sulpirid, Metoclopramid, Chlorpromazin) ist eine wechselseitige Wirkungsabschwächung zu erwarten.[3]

Literatur

  • González-Maeso J, Weisstaub NV, Zhou M, Chan P, Ivic L, Ang R, Lira A, Bradley-Moore M, Ge Y, Zhou Q, Sealfon SC, Gingrich JA (February 2007). "Hallucinogens recruit specific cortical 5-HT(2A) receptor-mediated signaling pathways to affect behavior". Neuron 53 (3): 439–52. doi:10.1016/j.neuron.2007.01.008. PMID 17270739. 
  • Marona-Lewicka D, Kurrasch-Orbaugh DM, Selken JR, Cumbay MG, Lisnicchia JG, Nichols DE (October 2002). "Re-evaluation of lisuride pharmacology: 5-hydroxytryptamine1A receptor-mediated behavioral effects overlap its other properties in rats". Psychopharmacology (Berl.) 164 (1): 93–107. doi:10.1007/s00213-002-1141-z. PMID 12373423. 
  • Egan CT, Herrick-Davis K, Miller K, Glennon RA, Teitler M (April 1998). "Agonist activity of LSD and lisuride at cloned 5HT2A and 5HT2C receptors". Psychopharmacology (Berl.) 136 (4): 409–14. doi:10.1007/s002130050585. PMID 9600588. 
  • Schmuck K, Ullmer C, Kalkman HO, Probst A, Lubbert H (May 1996). "Activation of meningeal 5-HT2B receptors: an early step in the generation of migraine headache?". The European Journal of Neuroscience 8 (5): 959–67. doi:10.1111/j.1460-9568.1996.tb01583.x. PMID 8743744. 
  • Somerville BW, Herrmann WM (May 1978). "Migraine prophylaxis with Lisuride hydrogen maleate--a double blind study of Lisuride versus placebo". Headache 18 (2): 75–9. PMID 348647. 
  • Herrmann WM, Kristof M, Sastre M, Sastre M (1978). "Preventive treatment of migraine headache with a new isoergolenyl derivative". J. Int. Med. Res. 6 (6): 476–82. PMID 363486. 
  • Herrmann WM, Horowski R, Dannehl K, Kramer U, Lurati K (May 1977). "Clinical effectiveness of lisuride hydrogen maleate: a double-blind trial versus methysergide". Headache 17 (2): 54–60. PMID 324950. 
  • Podvalová I, Dlabac A (1970). "Lysenyl, a new antiserotonin agent. Pharmacological and clinical survey". Res Clin Stud Headache 3: 325–34. PMID 5527212. 

Externe Links

Einzelnachweise

  1. Schmuck K, Ullmer C, Kalkman HO, Probst A, Lubbert H (May 1996). "Activation of meningeal 5-HT2B receptors: an early step in the generation of migraine headache?". The European Journal of Neuroscience 8 (5): 959–67. doi:10.1111/j.1460-9568.1996.tb01583.x. PMID 8743744. 
  2. Raffaelli E, Martins OJ, dos Santos P Dãgua Filho A (May 1983). "Lisuride in cluster headache". Headache 23 (3): 117–21. doi:10.1111/j.1526-4610.1983.hed2303117.x. PMID 6874328.  Abstract
  3. 3,0 3,1 Fachinformationen Dopergin®-0,5 mg Tablette (RTF)



Hinweis: Dieser Artikel basiert zum Teil auf einem Text, der aus der freien Enzyklopädie Wikipedia übernommen wurde. Eine Liste der ursprünglichen Autoren befindet sich auf der Versionsseite des Wikipedia Artikels Lisurid.